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Full text of "Kurt Sprengels Geschichte der Botanik"

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untcrhalt ein grosses Lager neucrer/'" 

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antimiarischer Werkc in alien Spra 
und Fachern der Litteratur und emp 
sicli zur promptesten und billigsten 
sorgung jedes literarischen Bedarfs. 
\ukauf ganzer Bibliolheken, wie 
’ner Werke von Werth zu an c 
n Pretsen. 





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In zwey Theile.n.- 



Altenburg und Leipzig: 
F. A. Ufockbftu*. 


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JF unftes Buck, (1G00 — 1700.) Grundung der Lehre vora 
Bau und der fyftematifcben Anordnung der FRan* 

zen, S. 1 — 154* 

* * 

Kap. 1. Grundung der Lehre vom Bau und der Natur 
der Gewachfe , S. 8 — 26. Nehem. Grew, xo. 
M. Malpighi, 15. R. J. Camerarius, 25* 

Kap . 2. Verfuche methodifcher Anordnung der Ge- 
wachfe, 26 — 60. Joach. Jung, 27. R. Morifon, 29. 
P, Hermann, 36. J. Ray, 40. A. Q. Rivinus, 47. J. P, 
de Tournefort, 52. 

Kap. 3» Reifen, wodurch die Pflanzenkenntnifs gewon- 
nen, 61 —88- Franz Hernandez, 6f. Wilb. Pifo, 64. 

A. Cleyer, 67, Rheede, 69. Rumpb, 75. H. Sioane, 
83 * 

* • / 

Kap. 4. Wachsthum der botanifchen Garten, 88 133. 

• A. In Frankreich, 88 — 96. Richier de Belleval, 88* 

B. In England, 96 — 115. Parkinfon, 97* Pluknet, 
99. Petiver, m. 

X- In den Niederlanden , 115 — 123. Joh. und Casp. 
Commelyn, 116. Jac. Breyn^ 121. 

D. In Deutfchland, Danemark und Schweden, 125 — 

128. Balil. Besler, 125. 

< 

E. In Italien, 128 — 133. Zanoni, 129. Cupani, 132. 

Kap 5. Unterfuchung vaterlandifcber Pflanzen , 134 — 
J 54 * Barretter, 134. Boccone, 137. Grisley, 142. 


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Szchstfis Buck, (1700 — 17^0. J Grundlegung des Ge- 

fchlechtsfyftems, 155— 230. 

» . \ 

Kap. 1. Vorbereitungen, 155 — 178. J. H. Burkhard, ' 
157. S. Vaillant, 160. S. Morland, i 6 \. . Reau- 
mur, 164. Bradley, 165. Dillenius, 166. J. Scheuch- 
zer, 171. Jul. Pontedera, 173. P. A. Micheli, 176. 

Kap . 2. Ausbroitung botanifcher KenntnifTe durch Rei- 
fen, 178 — an. Plumier, 178* Feuillee, 187. 
Kampfer, 190. Buxbaum, ig3» J. G. Gmelin, 196. 
Catesby, 203. Shaw, 206* J. Burmann, 208* 
A. $eba , 21 1. 

Kap, 3. Unterfuchung vaterlandifcher Pflanzen , 212 — 
217. Haller, 214. 

Kap. 4. Botanifcbe Garten, 218 — *25* Dillenius, 

219. Martyn, 222. 

Kap. 5. UnterPuchungen uber den Ban und die Verrich- 
tungen der Theile, 225 — 250. St. Hales, 228. 

1 

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« 1 - * , 

Siebentes Buch . (1740 — 18*6.) Das LinneTche Zeital- 
ter, 229 — 332. 

* 

Kap. 1. Karl Linne, 251 — 243* 

Kap . 2. Fernere Ausbildung und Befchrankung des Sy- 
Items, 2/4,3 — 285* 

Unterfuch ungen uber unvollkommene Pflanzen, 248 — 
264. Schmidel, 248* % J* G. Gieditfch , 248? Vit. 

• Donati, 249. 

* > - 

Genauere UnterPuchungen uber die Befruchtung , 264 

— 269. " 

Ausbildung einzelner Theile des Syftems, , Familien 
und Gaitungen , 269 ~ 280. 

Bearbeitungen des Syftems im Ganzen, 280 — 285 * 

Kap. 3. Neuere Yerfuche, die naturlichen Verwandt- 
fchaften der Pflanzen methodifch abzuhandeln, 285 
—501. Adanfon, 236. Gartner, 239*" Juflieu, 292. 


Kap. 4. Fortfchritte in der Lehre von dem Bau und der 
Natur der Pflanzen, 301 — 5 ai * 

I. Lebte von der Entwickelung und Metamorphofe, 3 01 

- 305 - ' ... 

II. Unterfuchungen fiber den Bau der Pflanzen, 305 

— 312. 

HI. Lehre von der Ernahrung der Pflanzen , und allge- 
- . meine BegrifFe von der FJatur der Gewacbie, 3 ia 

— 321. 

Kap. 5 - Potanifche Re i fen und Kenntnifs auslandilcher 
Pflanzen, 321 — 344. 

I. Kenntnifs des Morgenlandes , 511 — 3*4. 

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II. Kenntnifs von Africa, 3*4 — 327. 

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III. Kennmifs des oMichen Aliens, 3 * 8 — 332 - 

IV. Kenntnifs von Nordamericn , 55 * — 356- 

■ 

V. Kenntnifs von Weftindien, 356. 537. 

"VI. Kenntnifs von Sudamerica, 337 — 541. 

yil. Entdeckungen in der Sudfee, 34 1 — 344 * 

> 

Kap . 6. Unterfuchung vaterlandifcher Pflanzen, 345 
— 37 1 * . ' 

1 . Deutfche Floren, 545 — 553 * • 

, 11 . Niederlandifcbe Floren, 353. 

III. Floren von Frankreicb, 353 *— 557 * 

IV. Italifche Floren, 357 — 36 i* 

V. Die Pflanzen Spaniens, 561. 562. 

; VI. Portugieflfcbe Flor, 562, 

-VlL Grof$britannien , 562 — 3 ^ 5 - 

VIII. Diinifcbe Flor, 365. 566. 

IX. Schwedifcbe Floren , 367. 568* 

* 

■ X. Das europaifcbe Rufsland, 3 ^ 8 * 

XI. P.olnifche Lander, 568. 




XTI. TJngetn «nd Siebenburgen , 569. 570. 

XIII. Europaifeke Turkey, 37°* 37 1 *' 

, e 

7* Botanifche Garten, 37 * — 082. 

L In Deutfchland, 371 — 376. 

II. In den Nie Jerlanden , 3 76. * , 

III. In'Frankreich, 376. 377.. 1 

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IV. In Italien , 377. 378- 

. 1 . 1 

V. In. Spanien, 37 8* 379* 

' . * , * 

VI. In Grofsbritanhien, 379. 380* 

VII. In Danemark und Schweden, 380. 3Si» 

VIII. In Rnfsland, 331. 

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IX. In America, 38 1. 382. 

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Zufatze, 383* 384* 

Verzeichnifs der Schriftfteller and merkwurdlgen Perfo- 
nen,, 385 — 396* ' .. 

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, Fiinftes Bucli. 

Grundting der Lelire vom Bau und * 
der fy ftematifcheu Anordnung dev 

", Pflanzen. 


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elchen Anfang die Pflanzen • Kenntnifs genom*. 

men , welche Fortfchritte fie unter dem gebiJdetften 

Volke der Erde gemacht, wie fie dann in der Nacht 

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der Zeiten untergegangen , fo dafs kaum noch eine 

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Spur iibrig gebjieben; das ift in den vorigen Btfchern 
,erzahlt: es ift dann berichtet worden, wie die Her* 

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ftelJung der Wiffenfchaften und das wieder erweekte 
Studium des Alterthums auch die Wiederbelebung die* 
fer Kenntnifs zur Folge gehabt, wie die Entdeckung 
ferner Lander die reichfte Ausbeute fiir dies Stu- 
dium gegeben, und endJicb , bey dem grofsen Reich* 
thum an Gecenftanden, welche diefe Kenntnifs um- 
fafste, das Beciftrfoifs einer fjftematifchen AnorcU, 
nung gefuhlt und zum Theil befriedigt wurde. 

Jetzt ftehn wir beym Anfang eines Zeitraums, 
wo aufsere Umftande fehr ungflnftig auf die Wiffen- 
fchaften wirkten. Verheerende Kriege um Glau- 
bensfreyheit und Selbftftandigkeit wurden den grd- 
fsern Theil des fiebzehnten Jabrbunderts hindurch, 
yon deutfehen Volkern und Niederlandern geffthrt, 
an denen mehrere Nationen Europens Theil nahmen. 


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Funftes Buch. Griindung der Lehr* 

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Wo dies nicbt der Fall war,* wie in GroTsbritannien, 
da unterdrftckten innere Unruhen und Burgerkriege 
das Intereffe an Wiffenfchaften, oder der Despo* 
tismus hinderte die freye Bearbeitung derfelben, oder 
die durch Kriege und fchlechte Verwaltung herbey- 
geftthrte Geldnoth machte, dafs es an aller PAege der 
Wiffenfchaften fehlte. • , % , 

Indefs hat die Gefchichte aller Zeiten gelehrt, 
dafs der Geift durch aufsern Drurk nur mehr an in- 
nerer Kraft gewinnt, und dafs oft die Zeiten , wel* 
che am ungOnftigften fiir die Fortfchritte der Wiffen- 
fchaften zu feyn fchienen , die herrlichften Fruchte 
getragen. ' 

So war es auch im fiehzehnten Jahrhundert. 
Wahrend in Deutfchland durch Kepler die Planeten* 
bahnen entdeckt und das Verhaltnifs c)er Entfernun- 
gen der Himmelskorper zu den Umlaufszeiten erfun- 
den, durch Otto v. Guerike die Schnellkraft def Luft 
bemerkt, durch Sam. v. Pufendorf das Naturrecht 
gegrOndet wurde : legte inBritannien der grofseBaco 
den Grund zu der wahren Experimental-Philofopbie, 
entdeckte Harvey den Kreislauf des Bluts: erfanden 
die Hollander , Drebbel das Thermometer, Janfen 
das Mikrofkop, Huygens die Pendeluhr, der italie- 
ner Torricelli das Barometer. Der unfterbliche Leh- 
rer des letztern, Galilei, beftimmte die Geletze def 
Bewegung und des Falls der Korper und ward ein 
Martyrer feiner Lehren von der wahren Einrichtung 
des Weltbaues. In Frankreich ward durch Cartefius 
eine neue Methode zu philofophiren eingefahrt, die, 
obwohl die Mutter mancher Irrthflmer, dennoch die 
Erfahrungs* Wiffenfchaften mit neuemLeben erfilllte. 

Denn auch der Grander einer beffern chemifchen 

* . * 

Theorie, Rob. Boyle, erklarte aus der Figur der 
Atome die Wirkung der Salze. In der Medicin 
herrfchte diefe Vorftellungsart aligemein. 


Tom Bau und der fyftemat. Anordn. der Pflanzen. $ 

Die bedeutenden Fortfchritte , welche die 
menfchlichen Kenntniffe wahrend diefes Zeitraums 
machten, haben wir grofsentheils den Gefellfchaf- 
ten zu verdanken, die in den meiften Landern zu 
dem Ende zufammentraten , um die Erfahrungs- Wif- 
fenfchaften zu bearheiten. Italien gab das erfte Bey* 
fpiel eines folchen GeJehrten - Vereins, den Ftirft 
Friedrich Cefi unterdem Namen der accademia de’ Jin- 
cei zuRom i 6 o 3 ftiftete. Fab. Columna, Ant. Recchi 
und Joh. Faber waren die erften Mitglieder diefer 
Akademie, die fich indefs vorzOglich nur durch die 
Ausgabe von Hernandez Naturgefchichte von Mexi- 
co bekannt und verdient gemacht hat. 

In England traten unter der unglftcklichen Re* 
gierung Karls I., wahrend des fogenannten langen 
ParJaments und der von Cromwell erregten Unruhen, 
mehrere Freuode der Wiffenfchaften in eine Verbin- 

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dung, die, entfernt von politifchen StHrmen , die 
Erweiterung der Erfahrungs- Kenntniffe fich zumZiel 
vorfteckte. Auf den Antrieb eines Pfalzers, Theod. 
Haak, kamen von ib ‘45 an jede Woche die Freunde 
der Wiffenfchaften im Haufe eines gewiffen Goddard 
zttfammen. Joh. Wilkins , Franz Gliffon und Rob* 
Boyle waren die berUhmteften unter den erften Mit- 
gliedern diefer Gefellfchaft, die man das philpfophi- 
fche Gollegium nannte. Rob. Boyle fpricht in fei- 
nen Briefen an Hartlib (Sam. Hartlieb), Marcombe 
und Tallents von einem unfichtbaren Collegium (in- 
vifible college), und Wallis erzahlt ( P. Larigtofcs chro - 
niclfiy l. p. 161.), dafs Goddard in Woodftreet, bey 
dem fich die Gefellfchaft wdchentlich verfammelte, 
einen Glasfchleifer unterhielt, der ihnen Mikrofko- 
pe undTelefKope arbeitete. ImJahr 1648 ging zuerft 
Wilkins, dann Wallis und bald auch Goddard nach 
Oxford. Daher theilte fich die Gefellfchaft: die 
Oxforder Mitglieder verfammelten^fich Anfangs bey 


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6 Funftes Buch. Grundung der Lehre * r# 

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cinem Apotheker in Petty’s Wohnung* dann bey . 
Wilkins und endlich bey Rob. Boyle. Die Londo- 
ner Mitglieder fetzten ihre Verfammltingen* im Gres- 
ham -College fort, bis i 663 nach Wiederherftellung . 
der Stuarts, die Gefellfchaft , an deren Spitze der 
bertihmte Baukiinftler Wren und Rob. Boyle ftanden, 
von Karl 11. zu dem Rang einer kdnjglichen Gefell- ' 

fchaft der Wiffenfchaften erhoben wurde. Der Ko- 

* 

nig nahm fo vielen Theil an der Gefellfchaft , dafs 
er oft felbft in den Verfammlungen erfchien und 
Preisaufgaben beftimmte. So veranlafste er Unter- 
fuchungen tib^r das Zufammenfailen der Mimofa pu- 
dica bey der Bertihrung. ( Birch hi/e. of the roy . foe • 
l, 34 .) Sebr frQh richtete die Gefellfchaft ibre Auf- 
merkfamkeit auf die Naturlehre der Gewachfe. Schon 
im Jabr i 663 ward ibr angezeigt, dafs, nach Fallung 
eines Buchenwaldes , Weiden aufgefchlagen feyn, ja 
dafs man einen Baum gefehn, der Efchenholz gehabt 
und doch wie eine Eiche ausgefehn. ( Birch daf. 24 3 .) 
AIs Ludolf nach Aegypten ging, gab ihm die Ge- 
fellfchaft * die Frage zur Unterfuchung 1 auf, ob die 
weibliche Palme, oline Zutbun der mannlichen, 
vollkommeneFriichte tragen konne. (daf. 298.) Und 
Boyle felbft rieth einft, das Reis eines Birnbaums 
auf Rhamnus cathartlcus zu fetzen, um zu erfahren, 
ob die purgirende Kraft in dieBirnen iibergehe. (daf. 

a, 28.) 

* * 

Freylicb fiebt man hieraus, wie fehr noch die 
Naturlehre der Gewachfe in ihrer Kindheit war. 
Aber aucb die niitzlichften Verfuche wurden febon 
•1668 gemacht. Ueber das Auf* und Abfteigen des 
Safts in den Baumen, ttber den Nutzen des Marks 
und iiber die Art, Einfpritzungen in die Safcrdhren 
der Pflanzen zu machen, wurden Unterfuchungen 
angeftellt. Job. Beale, Rector von Yeovil in Somer- 
fetfhire, und Ez. Tonge pflanzten fchon damals Ban- 


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vom Bau und der fy ftemat. Anordn. der Pflanzen. f 


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me mit den Zweigen in die Erde und liefsen die Wur- 


zeln Aefte treiben, um den vorgeblichen Kreislauf 
zu widerlegen. {Phil, transact, 3. n. 4°« 4^«) Franz 
Willughby und Joh. Ray bewiefen fchon das Aufftei^ 
gen des Safts im Baft und Splint. {Philo/* transact. 4* 

n. 48.) r J * ' • ’ f * 

In Deutfnhland ward , weil man das Bedflrfnifs 
einer ahnlichen Verbindung fflblte, fchon i 652 eine 
GefelJfchaft naturforfchender Aerzte geftiftet. Joh. 
Lor.Baufch, Joh. Mich. Fehr, Georg Balth. Metzger 
und Wohlfahrt, fammtlich Aerzte in Schweinfurt, 
ftifteten die Akademie der Naturforfcher, welche ini 
Jahr 1S77 vom Oberhaupt des dentfchen Reichs zu 
einer kaiferlichen Akademie ernannt wurde. ( Bilch • 
ner acad . nat. cur. hift. p. 25. 3o. 99.) Aber aueh' 
hier verriethen die Liebe zum Wunderbaren, die 
herrfchende Leichtglaubigkelt und der Aberglaube 
den kindlichen Zuftand der Naturlehre. Ein polni- 
fcher Leibarzt , Mich. Bern. Berniz , fah in der YVur- 
zel der Pteris aquilina den kaiferlichen Adler, ( Eph . 
nat* cur. dec. 1. ann. 2. obf. r.), in der Sticta pulmo- 
nacea eine Maske, (daf. obf. 52.), und in der BJttth© 
einer Orchide einen Vogel , (daf. t. 7.). Georg Seger 
fand in dem Geaftrum quadrifidum die Geftalt eines 
. Menfchen, (daf. obf. 55.), und verglich die Frucht 
der Elais guineenhs mit einem Affenkopf. Pauliini 
erzahlte ein Mahrchen von dem Aufbluhen einer Li- 
lie aus einem Rofenftrauch. (dec. 3. ann. 3. obf. 173.) 

Am meiften aber befchSfftigten fich jene Natur- 
forfcher mit der Wiederherftellung (Palingenefie) der 
Pftanzen aus ihrer Afche. VVenn namlicti die Salze 
in der Afche in Kryftallen anfchoffen, fo glaubte man 
darin den Bau und die Geftalt der verbrannten Ge- 
wachfe wieder zu erkennen und fo die Auferftehung 
der Todten beweifen zu konnen. Solche Verfuche 
erzShltea Joh. Dan. Major, {Eph* nat. cur . dec. 1 . 


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enn. 8. 9. obf. 9.), Ebrenfr. Hagendorn, (dec. 2.«Dn« 
3 . o. 3 u), Ad. Fr. Petzold, (cent. 7. 8. o. 12.), und 
C. F. Frank von Frankenau fchrieb ein eigenes Buch 
daruber, {de palingenefia. HaJ, 1717. 4 *)* Kenelm 
Digby (de plant . veget. p. 75.) geftand aber aufrich- 
tig, dafs die Verfuche ihm fehlgefchlagen, und zwei- 
felte an der ganzen Sache. 

In Frankreich wurden mebrere Privat - Gefell* 

fcbaften zu befondern wiffenfchaftlicben Zwecken 

♦ % 

geftiftet. So errichtete Peter Micbon, Abbe Bourde- 
lot fchon i 643 im Pallaft des Prinzen Conde eine 
gelebrte Gefellfchaft , und i 65 i eine Cartefianifcbe 
Akademie, fpaterhin Nic. de BJegny eine chemiatri- 
fche. Aber der Freygebigkeit des Minifters Colbert 
verdanken wir die Stiftung der Akademie der Wiffen* 
fchaften im Jahr i 665 , der$n erfte Mitglieder, Cl. 
Perrault, Edme Mariptte und Denis Dodart, die Na* 
turlebre der Gewachfe mit vieJem Glucke bearbeite- 
ten. Indefs gerieth man auch bier auf einen Abweg, 
den die Vorliebe fUr Chemie veranlafste. Man glaub* 
te namlich, die Salze der Pflanzen * Afebe feyn als 
folche aucb in der lebenden Pflanze vorhanden : ein 
Irrthum, den die Englander , Dan. Cox ( Philof* 
transact. 9.0. 101. 107. 108.) und Rob. Boyle (fcepti • 
cal chymift. p. 4*2.) widerlegten. 

Diefe Gegenftande find zu wichtig, als dafs wir 
fie nicbtgenauer erz&hlen follten. 

Erftes Kapitel* 

Griindung der Lehre vom Bau und der 

Natur der Gewachfe. . . 

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* , 4 * * * • + « ‘ ! 1 

Ehe Vergrftfserungs- Glafer erfunden urtd an ge- 
wandt wurden, konnte man den innern Bau der Ge* 
, wichfe nicht kennen lernen. Man begnttgte fich fa ft 


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Funftei Bucb. Erftes Kapitel. 

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pur mit dem, was Ariftoteles und Theophraft fiber 
die Naturlehre der Gewachfe gefagt hatten. Aber 
feitdem durch Corn. Drebbel und Zacb. Janfen die 
Kunft, Glafer zu fchleifen, erfunden war (1620), 
fahen die Naturforfcher die Nothwendigkeit ein, fich 
derfelben zu bedienen. Anfangs waren es blofse er- 
habene Linfen. oderKugeln; bald aber bracbte man 
jandere Vorrichtungen an, wodurch die Lichtftrahlen . 
gefammlet und der Gebrauch der Glafer erieichtert 
^urde. > . v * 

Rob. Hook , von der Infel Wight, geb. i 635 . 
Prof, der Mathematik am Gresham • College und 
Schreiber der kon. Gefellfchaft, f 1702, erfand diefe 
Vorrichtungen, und fetzte fchon 1660 ein fo gutes 
Mikrofkop zufammen , dafs Nath. Henfhaw 1661 die 
Schraubengange in dem Hoiz eines Wallnufsbaums 
entdecken ( Birch 1, 57.) und Rob. Hook die Saamen 
der Moofe betrachten konnte. (daf. 2, 298.) Die 
Saftgange ..entdeckte derfelbe und befchrieb ihre 
Scheidewande als Klappen. (daf. 3 i 1.) 

Dann gab Rob. Hook eine Sammlung mikrofko* 
pifcher Beobachtungen , unter dem Titel: Microgra- 
phia. Lond. i667.fol., heraus, worin er unter anderir 
das Zufammenfallen der Blatter der Mimofa pudica 
durch die Aushauchung einer fehr feinen Flaffigkeit 
zu erklaren fuchte. (p. 1 »6.) Diefe Erklarung fuch- 
te Henr. Regius durch ide.ilifche Abbildung der Gan* 
ge und Klappen in den Blattern finnJich darzuftellen. 
( philoj, \ natur . 4, 17*) Rob. Hook unterfuchte zuerft 
das Zellgewebe, befonders im Kork, den er auch in 
mehrern Rinden fand, und nahm die Zahl der Zellen 
in einem Quadratzoll der Rinde auf taufend an. (p. 
Ii 3 .). Er entdeckte den Bau der Staubpilze, befon- 

*y irti/ , • * * » m • • . 

ders der Puccinia mucronata , auf Rafenblattern. (p. 
122. t. 12. f. 2.) Auch verfchiedene.Staubfadenpil- 
x ze (Mucores) kommen bey ihm fchon vor. Diefe 


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lo FunFtes Buch. Erftes Kapitel. Griindung derLehre 

* . • • ► • 

fowohl als die* Schwamme lafst er ohne Saamen 

durch blofse Faulnifs entftehen. Das Keimpulver der 
Schlauchfchicht der Schwamme gebe keinesweges 
Shnliche Schwamme. (p. 127.) Von den Saamen 
der Moofe, obgleich er das Keimen derfelben noch 
nicht beobachtet, fpricht er doch mit mehr Zuver- 
ficht, dafs es wirkliche Saamen feyn. Jtr fah das 
Saulchen der Kapfel , den Befatz der Mflndung und 
die Hanbe. (t. i3.) Das Brennen der Neffel erklart 
er aus dem Ausflufs eines atzenden Safts aus den 
Borften der Pflanze. (p. i 43.) Die hygrometrifche 
Befchaffenheit der Saamen von Avena fterilis war 
jhm recht wohl bekannt. Derfelbe Rob. Hook war 

1 1 , 

es, der im Jahr i655 die Nothwendigkeit des Sauer- 
ftoffs zum Athmen derThiere darthat, {Birch 5, 454*)> ; 
obgleich fchon ein Jahr vorher Nath. Henfhaw und 
Rad. Bafhurft den Grundftoff der Salpeterfaure als 
den einzigen athemfahigen Beftandtheil der Atmo- 
fphare angegeben batten. {Sprat s hift. of the roy,foc m 
264.) Er war es, dem Rob. Boyle in feinemTeftament 
fein beftes Mikrofkop und feinen beften Magneten 
vermachte. {Birch's life of R. Boyle , p. 54o.) 

Ein anderes Mitglied der Gefellfchaft, Martin 
Lifter , praktifcher Arzt in London, (f 1711,) be* 
kannter durch feine Unterfuchungen tiber verglei- 
chende Anatomie, fand die eigenthfimlichen Saft- 
gange der Pflanzen in der Rinde undim Mark, und 
verglich Ge mit den Venen der hohern Thiere. {Phil, 
trans. 6. n. 79, 7. n. 90.) Er und Ez. Tonge be- 
fchafftigten fich mit der auf- und abfteigenden Bewe- 
gung der Safte, {Phil, trans . 6 . n. 70.): Tonge bewies 
fchon das Abfteigen derfelben in die Wurzelzafern, 

' {Phil trans. 3. n. 44-) > und die Entftehung des Baftes 
aus dem Bildungsfaft , (daf. n. 43 * )• 

Aberalle feine Vorcanger Qbertraf Nehem. Grew, * 
Schreiber der Gefellfchaft, (f 1711,) an Gefchicklich- 


1 


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' * t • fc * • * ir » . 

V i l vom Bau und der Natur dcr Gewiicbfe. ii 

? • 

keit im Gebrauch der Vergrofserpngsglafer , und an 
Genauigkeit der Beobachtungen. Vom Jahr 1668 an 

wahlte er ausfcbliefslich den Bau der Pflanzen zum 

« 

Gegenftand feiner Unterfuchungen ; denn, als Mal- 
pighi feine Hanclfchriften und Zeichnungen der Ge- 
fellfchaft zufandte, hatte Grew fcbon Jangft ahnliche 
Entdeckungen gemacht. Auf Antrieb des Bifchofs 
von Chefter, Jbh. Wilkins, wurde Grew von derGe- 
fellfchaft zum Lehrer der Phvtotomie gewahlt und 
ihm ein Gehalt ausgefetzt. ( Birch liife. of the roy. foe . 
5 , 47 *) Er gab erft einzelne Abhandlungen heraus, 
unci dann folgte das grofse, unfterbliche Werk: The 
anatomy of plants. Lond. 1 682* fol., mit 83 Kupfern. 

VVenn man Grew’s Vorftellungen vom Bau der 
Pflanzen fich deutlich machen will, fo muls man be- 
merken , dafs die damalige Herrfchaft der Cartcfi- 
fchen Philofophie ibm diePflicht auflegte, alles durch 
Bilder und Vergleichung mit Kunftwerken zu erlau- 
tern. Dazu kam, dafs man die Idee der Ariftoteli- 
fchen Schule fehr bequem fand, aus einfachen- Be- 
ftandtheilen dasZufammengefetzte hervorgehen zu laf- 
fen. Daber, wenn Grew die Entftehung des Zellge- 
webes, a Is der Grundlage des organifehen Baues der 
Pflanzen, erklaren wollte, fo verglicb er es mit Kan- 
ten oder Spitzen. Es fey, befonders im Mark*, ein 
Gewebe vonFafern, welcbe die Wandeder Zellen 
bilden. (p. 76. 121. t. 4 o.) Aufser dem ZeJlgewebe 
bringt er dreyerley Gefafse zurSprache, die er lym* 
pheducts , roriferous und milkvefftls nennt. Die Jetz- 
tern, die Saftgange , bildet er dergeftalt ab , dafs ihre 
Wande zellig feyn. (t> 20.) Die lympheducts beftehen 
aus lauter einzelnen Fafern, die parallel ftehn, (t. 3 g.): 
die roriferous vejfels aber find aus fchraubenfdrmig 
gewundenen Fafern zufammengefetzt. Jenes find die 
Saftrohren, die er ausdrtteklieb im Bafte angiebt, (p. 

ill.): diefes find die Scbraubengange, welche nacb 

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12 Funftes Buch. Erftes Kapitel. Grundung der Lehre 

- » ( 

4 % 

ihm nicht blofse Luft, aber auch nicht eigentliche 
Safte, fondern einen Thau fahren, der das Mittel 

zwifchen Luft und Waffer ausmacht, und den er aucb 

% • ' ' « 

Pflanzen-Luft ( vegetable aer) nennt. Ibre merk- 
wrtrdigfte EigenthUmlichkeit befteht darin , dafs fie 
fich nie zerafteln, welches er fchon dadurch bewei* 
fet , dafs mao durch die Schraubengange eines fpani- 
fchen Rohrs, auf einen halben Fufs weit, das dahin- 
ter ftehende Licht fehen kann. (p. 117.) Die Wan- 
de der Schraubengange rollen fich bisweilen band* 
formig an ; aber dies Band befteht allemahl aus meh* 
rern Fafern, die parallel gehn und durch Queerfa* 
fern zufammengehalten werden. (p. 1 17. t. 4 o.) Ob* 
wohl er den Bau der Schraubengange dergeftalt rich* 
tig genug angiebt, fo befremdet esdoch, zu lefen, 
dafs er fie aus einer Abanderung der Markzellen her- 
leitet. Wie fich Maden in Fliegen verwandeln , fagt 
er , alfo werden mehrere Reihen von Blafeo und Zel- 
len, wenn fie reifsen oder zufammenfchrumpfen, end- 
lich rohrig (Saftgange), und wenn die Fafern, wel* 
che jeoe Zellen bilden , fich fpiralfdrmig winden, 
fo entfteht ein Schraubengang. ( p. 118.) 

Dafs der Holzkorper, der vorzOglich die Schrau* 
.bengange enthalt, einen Ring bildet, leitet Gr. fehr 
richtig von der entgegengefetzten Stellung der Saa- 
menlappen her, welche das Pfianzchen umfaffen und 
dergeftalt zur Bildung diefes zufammenhangenden 
Ringes von Luft- und Saftgefafsen Gelegenheit geben. 
(p. 12.) Im Holzkorper, und zwar in den Saftroh- 
ren deffelben ( lympheducts ), fteigen die Safte auf, 
fchwitzen durch die Wande, und werden zum Bil- 
dungsfaft, und der Reft fenkt fich in der Rinde ab- 
warts. (p. i 5 .) Der Holzkorper aber befteht nicht 
allein aus Saftrohren und Schraufoengangen, fondern 
auch aus Strahlengangen (injertions) , welche dieGe- 
meinfchaft zwifchen Rinde und Mark eroffnen, zur 


I 


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▼om Bau und der Natur der GewJtchfe. 13 

/ • * 1 
* , 1 

Zeitigung des Saftcs und zur beffern Verarbejtung 

( fermentation ) beytragen und das Wachsthum in die 
Dicke befordern. (p. 17.) Das Wachsthum de* 
Holzkorpers wird hauptfachlich durch das Mark ba- 
gOnftigt: denn dies ift in alien jungen Trieben faft* 
reich, und fflllt lich nur mit Luft, wenn der Antrieb^ 
der Safte aufh6rt. Es fteigt auch zum Theil der Saft 
im Mark auf, und macht mit der auffteigenden zu« ? 
gleich eine Seiten Bewegung. (p. 26.) 

Die verfchiedene Lage der Blatter in den Knos- 
pen befchreibt er fchon fehr genau. (p. 3 i.) lri den 
Blattern bemerkte er zuerft die Spaltoffmmgert ( ori* 
fices ),* die er auf den Lilienblattern mil weifsem Rand 
umgeben, und den acbten Theil eines Zolls entfernt 
fand. Auch zeichnete er fie auf den Fichtennadeln 
in parallelen Reihen. (t. 48.) Das Parenchym der 

Blatter beftehe aus Zellen , deren Wande oft aus klei* 

* 

nern Zellen zufammengefetzt feyn. (t. /So.) Hier- 
durch widerlegt fich feine Vorftellung von dem Ent- 
ftehen der Zellen aus Fafern. Die Nerven und Ve» 
nen des Blatts beftehen aus Luftgefafsen , welche von 
Saftrohren fcheidenartig eingefafst feyn. (p. i 54 *)’ 
Sehr gut zeigt er, wie befonders im Mittelnerven die 
Schraubenfafern fchon dem blofsen Auge erfcheinen, 
wenn man das Blatt gefchickt bricht. (t. 5 i. 52 .) 

Dafs das Hauptgefchafft der Blatter ' in der Aus- 
dampfung und Einhauchung beftehe, fchwebte ihm 
allerdings fchon vor; aber die mangelhafte Ghemie 
der damaligen Zeit brachte irrige Vorftellungen her* 
vor; von dem falpeter- luftigen Salz, welches den 
Fflanze# unentbehrlich fey, von dem fauren, alkali* 
fchen und meerfalzigen Princip, welche fie ernah- 
ren. (p. i 58 .) Wie diefe Salze die verfchiedenen 
Urformen erzeugen , erklart er ganz auf Cartefifcbe 
Weife. Die Luftgefafse entftehen aus den pyramids* 
lifchen fauren Theilchen. . Das kiXbifche Koch - od#r 


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14 FunftesBuch. Erftes Kapitel. * Griindungderllehre v 

Meerfalz erzeuge mit dem fechsfeitigen Salpeter die' 
Zeilen, und die Prismen nai^ zugefpitzten Endflachen- 
dip, Fafern. (t. 53 ,) : Die grane Farbe der Blatter 
wirdvdem Einflufs der Luft.-und zwar einer pleich-r 

« - - • * »* **# « \j 

xnalsigen Mifchung des fauren und alkalifchen Prin- 
Cips zugefchrieben. (p. 271,)-,,, . ;i . . ; 

Die Mannigfaltigkeit der Bluthenfarben leitet. 
er daher, dafs die Saftrobr^n in der Bltttbe vorherr- 
fchen , diefe aber das fchweflige Princip ftihreh. 
Der Scfrwefel ,nun fey der Grund der Veranderlich- 
Ueit der Farben. (p. 272.) Bey. den< Biiithen. be- 
xnerkte er das Vorherrfcjhen, der Zahl fanf y und 
xneinte, dafs diefe Zahl zum Grunde liege, wo auch 
andere Zahlen erfcheinen. (p. i 65 . 166. )., Die Luft- 
gefafse in .den Bluinen feyn aufserft zart. (p. 166.), 
In der Blume dindet er eine doppehe Vorrichtung 
(attire) , eine faamenfqrmige ( feminiform ) und eine 
bluthenartige (florid). Jene beftebt aus den Staub- 
faden (chives) und aus den .Antheren . (Jemets). Er 
bemerkt (p. 38 . 168.) die . Yerhaltniffe* Zahl und 
den verfchiedenen Bau djefer Theile , und geht bis 
auf die Formen, der Pollen -Kurperchen* welche er 
ziemlich treu abbildet. (t. 58 .) Von der, biiithen* 
artigen Vorrichtung hat er fchwankende Vorftellun- 
gen: es find die BlQthchen (florets } thrum's) ,zufam« 
mengefetzter Blumen , worin der Antheren Cylinder 
(Jheath pder fuit ) bemerkt wird. (t.j 5 g.) . Inner- 
balb deffelben ift das gefpaltene Piftill, welches er 

hlade nennt. (p. 59 .)' . 

, . Es feblt ihin nun zwar an deutlicber Kenntnifs 

i • « ‘ • 1 # . e * m ' } * . _ * j : ) + 

der Bedeutung diefer verfchiedenen Theile:. nament* - 
lich aufsert er fich nich t aber das, was er blade nennt. 
Indefs erzahlt er, dafsThom. Millington , Spvilifcher 
Profeffor in Oxford, ihm gefagt: er glaube,. der at* 
tire (welcher?) diene, wie der mannlicheTheil , zur 
Erzeugung der Saamen* ,(p. .171.:) . Er fey^in diefe 


/ 


I 


?om Bau und der Natur der Gewachfe. 




Idee eingegangen, und habe bedacht, dafs durch din, 
foliature der flfichtige falinifche Schwefel .wegge- 
fchafft, alfo, wenn.der attire die Juftigen Theila 
vermindere und zubereite, fo mfiffen die Saamen de- ' 
fto dhliger werden. Daher rieche die foliature ftar* 
ker; daher, weil der attire luftiger fey, habe er ge* 
wdhnlich eine geJbliche oder weifsJiche Farbe. la 
dem florid, attire , fahrt er fort, (alfo in zufammenge- 
fetzten Blumen) fey das blade dem mannlichen Glie* 
de zu veTgleichen, (offenbar falfch!). . Im feedlike at~ 
tire feyn die thecae oder femets die Hoden: die Kd- 
gelcben feyn der mannliche Saanpe, wodurch der 
]£yerftock befruchtet werde. Jede Pflanze fey dem* 
nach ein Zwitter. (p. 172.), Man fiebt alfo, dafs 
zwar eine Ahaung vom Befruchtungs - Gefchafft ihm 
yorfchwebte, aber dafs er durchaus keine ldare An- 
ficht davon hatte. 

» T , I ( ' # y ^ » t 

Seine. Ujpterfuchung, der Frfichte ift ebenfalls 
merkwfirdig. Die Luftgefafse nehmen mehr und 
xnehr ab, daher herrfche das Parenchym mehr vor. 
Im Saamen bemerkte er zuerft den Eyweifskorper,. 
den er aber vitellus nennt, und ihm die Verrichtung' 
zufchreibt, die erfteNahrung dem keimenden Pflanz- 
chen zu liefern. (p. £02. t. 75.) Uebrigens ftellte 
er fchon lehrreiche Betrachtungen fiber die verfchie- 
dene Stellung des Embryo im Eyweifskorpej: und 
fiber die Verbindung., der Saameniappen mit dem. 
FHanzchen an. , 

Zu gleicher Zeitmit Grew grfindete Marc, Mai * 
pighi 9 Prof, zu Bologna, (geb^.1628, f 16941) die* 
Pilanzen- Anatomie. Dafs er ganz unabhSngig von 
den Unterfuehungen der Britten feine Forfchungeu 
angeftelit, ift daraus klar, dafs er fiberall feinen ei- 
genen Gang geht, vieles beffer und genauer darftellt 
als Grew, in yielen Stficken aber weit geringere Em* 
ficht und mehr Vor urtheii* verrath. Sein Werks 

. i , * «. • # ' . ‘ • » , • - . £ ' 

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1 6 Fanftes Bucb. Erftes Ktpitel. GrGndung der Lehr e 

* r f ♦> • , * « 

Anatoms plantarum p 167.5; P. 2. 1679. Lond, fol., er* 

fchien auF Koften der brittifohen Gefellfchaft der. 
Wiffenfchaften. • f * 

\ 

Er fangt nicht mit den Urformen, fondern mit 
den Grundtheilen der Pflanzen, und namentlich tnit . 
der Rinde an', wozu er aber offenbar den Baft rech- 
net: denn das Netz von SaftrObren, von horizonta* 

• | » 1 * JL * 

len Schlauchen durchfetzt, gehort vielmehr 2u die- 1 
fern. (t. 1. 2. 3 .) Er bildet, obgleich nicht fo ge- 
nau als 6rew, die eigenthtimlichen Saftgange in der 
Rinde ab. (t. 3 . f. 12.) Wie die BaftrSbren aus blind 
fich endigenden, fchief an einander liegenden Kana- 
len befteben, zeigt er, obwoh) fehr rob. (t. 4» f. 19. 
t. 5 . f. 21.) Im Na lelholz bemerkte er zuerft die 
porofen Rohren, mit ihren Zwifchengarigen. ^t. 6; 
f; ; 25 .) Docb fcheint es nicht, dafs er die Poren als 
folche deutlicb erkannt habe: denn er fprichf voif 
kleinen Hockern zur Sfcjte der Rohren, wie fie fich 
auch wirklicb darftellen. (AnL zur Kenntn. der Gew • 
2te Aufl. Tb. 1. T. 7. F. 57.) Die Zwifchengangd 
der Zellen ftellt er richtig adcb aus andern Pflanzen 
dar. (t. 7. f. 25 .) Von den Baftrohren* glaubt er, 
dafs fie zufammenmflnden. (p. 11.) 

Was die SchraubengSnge betriffty fo bat fie Mai- 
pighi weder zuerft gefehn, da Nath. Henfhaw fie 
zehn Jahre frfther beobacbtet, nocb bat er ibren Bail 
£an t genaU angegeben. Seine Neigung 2d Verglei- 
chungen verleitete ibn, ihren Bau ganz fo anzuge- 
ben, wie die Bildung der Luftr6b| , en der Ihfecten* 

' Sie beftehn nacb ihm aus SchlSucben und Blafen, die 
fich bald erweitern , bald verengen, und mit zarten 
Faded fchratibenfdrrqig umwunden find. (t. 5 . 6. f. 
23.) Die inaere Hohle diefer Kanale ift nacb ihm 
Iron Blafen, wie die Lungen -Subftanz, ausgefQllt. (t. 
6.) Dies findet man hOchftens in den punktirten 
Rdhren beftatigt. (Kiefer mdm. t. 9. f. 40. U 1 3 . f. 63 .) 


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^orii Bau utid der Natur der Gewachfe; • iy 


• « t i 

Dafs die Spiralfafern aus fchuppigen Theilchen zu* 
fammengefetzt feyn, ( lamina haec fquamatim particu- 
Jis componitur , p. 8 .), wie dies auch in den Luft- 
rohrfert der Iufecten der Fall fey, beruht auf opti- 
fcher Taufchung. Ein ahnlicher Ban zeigt fich frey« 
lich dem ungefibten Beobachter in den grofsen punk- 
tirten Rohren , wenn man dazu das drfiber liegende 
Zellgewebe rechnet. ( Kiefer t, 14. f* 68 .) In den 
Knoten nimmt er Zeraftelungen der Schraubengange 
ian , die er aber fehr fehlerhaft abbildet.! (t. 7. f. 29.) 
Das Dafeyn der SchraubengSnge in den Corollen be- 
merkte er fchon (t. 28. f. 1G2.), fo Wie er von dem 
Baa des corollinifchen UeberZugs einige, obwohl , 
unvollkommene Vorftellung hatte.* (daf. f. i 63 — u 
t66 k ) Auch in den Zwiebeln zeigte er die Anfange 
der Schraubengange. (P. 2. t. 36 . f. i 340 In derfi 
Hauptnerven * eines Blatts zeigt er das Dafeyn det 
Sjiralgange ganz richtig. (t. 20. f. ib 40 

Von den Spaltoffnungen in der Oberhaut hat et 
tindeutliche’ Ideen. Was er aus dem Oleander (t. 20. 
f. 106.) abbildet, hat auch noch Krocker (de plant . 
epiderm. t. 1. f. 40 fiir Spaltoffnungen genommen. 
Es find aber Gruben in der Oberhaut, mit Harcheii 
timgeben, oder Drfifen-Oeffnungen, wie Rudolph! 
fagt. ( Anat . der PJl. S. 94O andern' Blattern fah 
Malpighi zwaretwas Aehnliches,(t. 2i.f.io7 — 109.), 
aber er verwechfelte Spaltoffnungen und Drfifen.’ 

Von dem Gefchlechte der Pflahzdn zeigt Mal- 
pighi gar keine richtige Anficht. : Doch kennt er die 
Geftalt der Pollen - Kfigelchen , die er aber fchlech- 
ter abbildet, als Grew. ‘ (t. 5 1 . f. i 38 .) Dagegen. 
find feine Unterfuchungen fiber die Bildung der 
Frucht, fiber die Entftehung des Eyweifskorpers au$ 
Verdibkter.Keimfeuchtigkeit und fiber* die VerSnde- 
rungen derfelben beym Reifen grfindlich. (t. 37. f.) 
Befonders find die Darftellungen auf der 4often Ta- 

Gcfch, d. Botaoik. a. B« 2 

« 


v l8 FiinftesRuch. ErftesKapiteh GriindungderLehre 

% 

fel der Natur vollkommen ,angemeffen. Noch be» 
merken wir die richtige ^Uificht der Frucbtkapfeln 
der Farrenkrauter (t. 5i. f. 299.) und der Lage des 
Embryons in dem Eyweifskorper der Coronarien und 
anderer Monokotyledonen ( t. 54* 326.). , . 

Seine Unterfucbungen fiber die Wurzeln der 
Pfianzen find meifterhaft: befonders find feine Dar» 
ftellungen des Keimens der Grafer auch in den neue« 
ften Zeiten noch nicht fibertroffen. ( Anat . pi. P. 2. 

t. 5.) Auch den Bau der Ilaare und Dornen ftellte 

* * * ' t * 

er vortrefflich dar. (t. 23.) 4+ Ferner verdienen feina 
Unterfucbungen fiber den Bau der Miftel (t. 26.) 
und feine rohe Darftellung der. Mfindungsbefatzung 
der Moofe (t. 27. Q.) erwahnt zu werden. 

Als den dritten, welcher den Bau der Pilanzen 
zu erforfchen fuchte, nennen wir Anton Leeuwenhoek, 
Burger zu Delft, (geb. i 632, f 1723). Zwar hat man 
ihm nicht ohne Gjrund vorgeworferi, dafs er in der 
.thierifchen Anatomie mehr feiner Einbildungskraft 
gefolgt fey, als einem Naturforfcher ziemt: indefs 
karwi man ihm in der PHanzen -Anatomie weniger 
diefen Vorwurf machen: ja man mufs geftehn, dafs 
,er manche Gegenftande grfindlicher unterfucht und 
richtiger gefehen , als Grew und Malpighi. Seine 
fammtlichen Werke, worunter uns feine arcana natu • 
rae und epifcolae phyfiologicae vorzfiglich intereffiren, 
find zu Leyden in vier Quartbanden 1722 herausge- 
kommen. Hier findet man zuvorderft das Zellgewe- 
be mit feinen Zwifchengiingen , (tom. 1 . P. 2. p. 22. 
vol.,,3. p. 00 1 % f. i3. 14.); dann das zufammenge* 
fetzte Zellgewebe (vol. 3. p. 296.) und die Biaschen 
pder NiederfchlSge. von Starkmehl in den Saamen- 
lappen befchrieben. (epifi. phyf, p, 26.) Die Schei- 
dewande der Zellen ftellt er als KJappen dar. ( arcan • 
nat. p. 321,) Die Spiralgange, die punktirten Rdh- 
ren, felbft die Ringfafern der Spiralgange unterfchei* 


2 . / 

•' Tom Bau und der Natur der Gew&chfe. / 19 

N 

deter fehr wohl; (daf. ,p, 519. f . 6 — 12. vol. 2. p. 
5168.) Er vergleicht die Schraubengange tbit Faden, 
die, mn Stabchen gewuoden feyn. In der Rinde der 
Kokosniifs fand er die wurmformigen Korperchen, 
Anfange der Schraubengange. (p. 278. f. 18;) Er 
glaubte fogar im Embryo der Muskatnufs diefe Ka- 
naie gefehn 2u haben. (vol. 3 . p. 473 .) Auch ini 
Keimgang der Saamen meinte er fie zu linden* (vol. 

p. 69.) In deil punktirten Gangen nahm er ehe- 
dem Klappen an. (vol. l; P. 2. p. i 4 * 19. f* 1 1. G.) 
Die pordfen Rohren am Nadelholz fall er fehr gutj 
und glaubte, dafs fie die Gemeinfchaft mit den hori- 
zontalen Gangen eroffnen. (vol. 3 . p. 294*) Diefe 
Strahlengange , aus Zellgewebe beftehendj kannte 
et genau. , Durch Hiilfe derfelben wachfe das Holz 
in der Dicke. Gewohnlich glaube man > das lang- 
fame Wachstbum fey inlmer mit Harte des Holzes 
verbUnden, aber die Efchen in Norwegeri haben 
fchwammiges Holz, obwohl fie fehr larigfam wachfen. 
(voh i. p. 245 . voL 4 * P» i 65 .) 

Den Bail der Saamen und das Keimen derfelbed 
unterfuchte er genau. Es gebe in dem PAanzenreich 
keinen Unterfdhied der Gefchleqhter* fondern in 
dem Ey fey fchon der Embryo vorgebildet. (vol; 1- 
p. 66.) Das Keimen der Weidenfaamen beobachtete 
er zuerft. (dah p. 76.) Dem Keimgang fchreibt er 
befruchtende Kraft zd, was er bey der Kaftahie und 
Wallnufs zu erweifen fucht. (daf. p. 224.) Bey Un- 
terfuchung des keimenden Gerftenko^ns fchienen ihnt 
drey PAanzchen fich zu zeigen, welches gleichwohl 
bur die warzenfbrmigen Htillen der Wtirzelchen find. 

. (daf. p; 222.) Die Vorbildung fammtlicher Theile 
der PAanze in dem Sdamen meint er im keimenden 
Gerftenkorn nachweifen zu kbnnen : doch finde fei- 
iie Meinung keined Beyfall. (vol. 1. p. 95.) 


* \ . 


1 


£6 Fiinftes Buch. Erftes KapitelJ* 6rundung der Lehre 


.L 


Das -Mifchungs * Verbaltnifs der Pflan2eri"und 


den dynamifohen Theil der Naturlehre der Gewach* 
fe machten die franzofifchen Naturforfcher zum' Gei* 
g^nftand ihrer Unterfuchungen. 

Dem beriihmten Claud. Perrault (geb. i 6 i 3 > * 
1688) verdanken wir vorzilglich genauere For- 
fehungen tlber die Bewegurig der SSfte in den Pflan- 
Zen. Die witkende Urfach des Auffteigens der Saf- 
te glaubt er in der Gahrung der Erdfeuchtigkeit mit 
den Saften der WurZel zu linden, Diefe entftehe 
durch Warme und erzeuge Ausdehnung der Fliiffig* 
keiten , wodurch fie zum Auffteigen gebracht wet- 
den. Da Pflanzen, die nur mit einem Theil ihrer 
Wurzeln im Waffer ftehn, doch auch mit den tibri* 
gen Nahrijng anziehn, fo glaubt er darin einen Be* 
weis der eigenthflmlichen mit der thierifchen zu ver- 
gleichenden Lebenskraft zu linden. Die Wurzel 
ftelle den Mund und Nahrungs - Kanal der Thiefe, 
das Mark aber das Herz dar. ( Oeuvres de Perrault, 
tom. l. p. 77. f. 90 - — 107.) Die abfteigende Be* 
wegung der Safte fucht Perrault aus dem Wachsthum 
der Wurzeln atis der wechfelfeitigen Beziehung deS 
Laubes und der Wurzeln auf einander und aus dem 
Auffchwellen der Rinde Uber dem angelegten Bande 
zu erklaren. (daf. p. 90.) Die eigenthfimlichen Saft* 
gange fah er ebenfalls. (daf. p. 99. 102.) Da Per* 
rault eine allfeitige Bewegurig derSafte angenommen, 
und den Riicktritt der letztern befooders aus dem 
Wachsthum der verkehrt gepflanzten Straucher ge- 
fchloffen hatte , fo machte Magnol dagegen einige 
Einvvendungen. (mem. de Vac. de Paris, l^oQ.-p. 56 .) 

Wir haben fchon oben bemerkt, dafs die fran* 

. # f 

zbfifchen Naturforfcher’ um jene Zeit das Mifchungs - 
Verbaltnifs derPflanzen arts dem Salzgehalt der Afche 
zu errathen fujchterh ; ,Ein gewiffer Dedu aus Mont* 
pellier (de Vame des plantes. Leicl. i 685 . 12.) leitete 


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e ufo J ?°w Bau und der Natur der Gewachfe. . ; x 

/ \ 

# « 

die Erzeugung und ; das Waohsthum- der.Pflanzni^al,- 

lein aus der Gahrung oder dem Aufbraufen der Sau- 
ren mit den, Laqgenfalzen her. Denis Dodart, Mit- 
glied der Akademie der \V r iffenfchaften zu Paris, (gab* 

1 634 , f 1707,) wollte freye Sauren im Stamm und 
den Blathen gefunden haben. . Uni das Mifchungs • 
Verhaitnifs der Pflanzen zu unterfuchen, mttffe man 
fie langfam verbrennen, damit die zerftorende und 
yerwandelnde Gewalt des Feuers weniger Einflufe 
habe. ,-Auch gegenwirkende. MitteJ, als-Lakmus- 
Tinctur und Bleyfalz, wandteer an , und mifchte, 
wie Leeuwenhoek, diePflanzenfafte mit Blut,* um die 
Wirkungen derfelben zu crfahren. ,( Memoires pour 
fervir a Vhiftoire des planter. Paris 1676. f. Amft< 

1758. .4.) - . • 

Derfelbe Dodart fuchte einige intereffante Auf- 
gaben aqs der Naturlehre der Gewachfe zu lofen, 
pafs die Wurzeln derfelhen Richtung folgen als die 
Aefte^ und derPlache des Bodens parallel gehn, fuch- 
te er darzqthun. {Mdm.de lac. de Paris, 1699. p.72.) 
pie Frage, warum das Pflanzchen immer fenkrecht 
uuf-, die Wurzel aber abfteige , fucht er dadurqh zu 
beantwotten, dafs er annimmt, die Sopnenwarme 
ziehe die Fafern zufammen,, die Feuchtigkeiten aber 
clehnen fie aus: dagegen die Fafern der Wurzeln 
durch Feuchtigkeiten zufammengezogen , durch War- 
me aber ausgedehnt werden. ..Bringe man alfo das 
SaamenkQrn fo in die Erde, dafs die Wurzel nach . 
pben ftehe, fo ziehe die Sonnenwarme die Fafern des 
Pflanzchens zufammen : diefes beuge fich , werde von 
den Feuchtigkeiten ausgedehnt, und komme fo aus 
dem Boden hervor. {mem. 1700. p. 78.) Das Will- 
Jkiihrliche diefer Erklarung fuhlte er fpaterhin fehr 
wohl. {mem. 1702. p. 61.) Die unendliche Ver- 
roehrungskraft der Pflanzen fuchte er zu berechnen, 
Jn e^ner UJme find fo yiej. Keime, dafs r 584 aMillia« 


/ 


21 Funftes Buch. Erftes Kapitel. Grundung der Lehre 

\ 

uen Ulmen aus einer einzigen entftehn konnen. (daf. 
p. 85 .) Dies fucht er an einem andern Ort auch 
aus der Vorbildung der Embryonen in> Saamen zu 
erlautern. (mem, 1701. p. 3 i 5 .) 

1 Die chemifchen Verhaltniffe der Vegetation 
fuchte Edme Mariotte, Prior des Klofters zu S. Mar- 
tin fous Traune, (f 1684,) aus einander zu fetzen. 
Wir haben ein Jehrreiches Werkchen von ihm : £f 
fay fur la vegetation des plantes . Paris 1679. 8. 
Hierin fucht er die wahre Theorie der Ernahrung 
der Pflanzen dadurch zu begriinden } .dafs er beweifet, 
die yerfchiedenften Pflanzen konnen aus denfelben 
Beftandtheilen des Bodens ihre Nabrung ziehn, und , 
fie bilden wejt mehr Stoffe, als fie im Boden finden; 
(p. 38 — 4 i.) Darnit hangt auch zufammen, dafs 
derfelbe auffteigende jSaft im wilden Birnbaum herbe, 
und in dem darauf gepfropften edlen Reife wohl- 
fchmeckende Fruchte erzeugt. (p. 37.) Gegen die 
Einfchachtelungs -Theorie macht er gegrfindete Ein- 
wendungen: man k 5 nne in keiner Zwiebel die Saa- 
men der daraus hervorfproffenden Pflanze fehn. (p. 
ii 3 .) Intereffant war auch fein Verfuch, einen Ro- 
fenftock voll Blfithenknospen feiner Blatter undBlatt- 
knospen zu berauben , wodurch er genothigt wurde, 
ftatt der Bluthen blofs Blatter zu treiben. (p. 121.) 
Auch fiber die Ausdfinftung der Pflanzen kommen 
gute Bemerkungen vor. ( p. 89. 98.) Vom Abftei- 
gen der Safte fiberzeugte er fich durch folgenden Ver- 
fuch : Er fagte den Zweig einer Haynbuche, die mit 
einer andern zufammengewachfen war, unterhalb des 
•Orts der Verwachfung durch: diefer durchgefagte 
Zweig trieb aber nachmahls Aefte, und konnte feine 
Safte nirgends anders woher als aus der nebenfte- 
henden mit ihm verwachfenen Haynbuche erhalten 
haben: diefe waren alfo herabgeftiegen. (p. 85 .) 
Die eigenthumlichen SaftgSnge fah er, befchreibt fie 


4r 


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vom Bau und d£r Natur der Gfcwilclife. 23 

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aber nicht ganz richtig, wenn er fagt ** dafs ein fei- 
jier weifser Faden in ihrer Mitte 1 ft. (p. 64.) Er 
machte fchoa die Erfahrung, dafs auf ausgetrockne- 
tenTeichen bisweilen Pflanzen in Menge auffchiefsen, 
die weit und breit, nicht' yorkommen : eirt Beweis, 
fagt er, dafs in der Luft Stoffe find, die zu Saamen 
fich vereinigen konnen. (p^iiS.) Die Beftandthei- 
Je der Pflanzen werden von ihnen felbft, vermoge 
ihres eigenthumlichen Baues bereitet. (p. 149.) 
Man fieht, dafs Mariotte einer der helleften Natur- 
forfcher der Pflanzenwelt zu feiner Zeit war. 

Dafs ohne Saamen fich Pflanzen erzeugen, hielt 
Mariotte alfo fur erwiefen. Auch Joh. Bapt. Trium- 
fetti , Prof, der Botanik in Rom ? (f 1707,) ^uchtej 
obgleich in unreiner Schreibart, diefe Art der Ent- 
ftehung organifeher Korper darzuthun, fo wie er 
freylich unerwiefene Satze yon dem Uebergang der* 
Arten und yon der Erzeugung der Pflanzen aus alien 
Theilen der Mutterpflanze , felbft aus den Saften, 
aufftellte. {Ob/erv, de ortii et vegetatione plantarum, 
Rom. i 685 . , Unwiirdig ift feine Streitfchrift ge* 

gen Malpighi, ( Vindiclae veritatis . Rom. 1703. 4 *)i 
. worin er diefen grofsen Mann um den Ruhm feiner 
Entdeckungen zu bringen, und unter andern darzu- x 
thun fucht, dafs die Kotyledonen nicht den Nutzen 
haben konnen, die junge Pflanze zu ernahren , weil 
man jene abfchneiden konne, ohne dafs di« Pflanze 
eingehe. Auch er wiederholt noch das Mahrchen 
von der Palingenefie der Pflanzen aus der Afche, und 
Kramer {tent, bot» p. 47 *) will , dais Malpighi felbft 
fich von der Wahrheit der Behauptung feines Gegners 
iiberzeugt babe. 

Dafs Dan. Cox fich durch Widerlegung des Vor- 
urtheils , , als konne man aus den Salzen der Pflan- 
zen -Afche auf den Salzgehalt der lebenden Pflanze 
fchliefsen, Verdienfte um die Naturlehre der Ge* 


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1 


t 


34 Funftes Such. Erftes Kapitel* r Grundang der Lehre 

, • 

wachfe erworben, haben wir fchon oben, gefagt. 
Ihm verdaqken wir gleicbfalls intereffante Unterfu^ 
phungen liber das Vorkommen der Pflaqzen an fol- 
chen Sitellen , wohin lie durch keine Saamen gelan- 
* gen konnten ; liber das Apffteigen des Nabrungsfafts 
zwifchen Rinde und Holz; iiber die Fruchtbarkeit 
der Baume, obne Mark; liber die Moglichkeit, Na« 
delholz zu pfropfen , und liber die Saamen der Far- 
renkrauter, (Birch, vol. a. p. 32. f.) 

Ueber die Ernahrung der Pflanzen wurden die' 
lehrreichften Verfuche von Job. Woodward, Prof, 
am Gresham - College in London, (geb. i 665, f i 728 ,) 
angeftellt. Da es namlich bis dahjn zweifejhaft war, 
ob blofses Waffer oder aucb die Erde die Pflanzen 
natire*, fo hatte Joh. Bapt. vap Helmont fchon einen 
Verfuch angeftellt, der zu beweifen fchien,,dafs • 
Waffer allein zur Ernahrung der Gewachfe hinreiche. 
J£ine Weide namlich, die fiinf Jahre in einem Gefafs , 
, mit Erde geftanden und gehorig begoffen worden, 
hatte, nach Verlauf jener Zeit, liber einen balben 
Zentner an Gewicht gewonnen , obgleich die Erde 
lm Topfe nur zwey Unzen yerloren hatte. (0r$. med. 
p. 53. 82 .) Jetzt machte nun Woodward einen an- 
dern Verfuch.. Er fteljte Waffermiinze in Gefafse 
mlt Waffer, und bedeckte die Oberflache des Waffers 
dergeftalt, dafs die Ausdunftung nur durch die Pflan- 
ze gefchehn konnte. Nun faod er nach drey Mo- 
paten , dafs 46 mahl mehr Waffer durch die Ausdfin- 
ftung yerloren gegangen , als die Pflanze Cch angeeig- 
pet hatte. Dafs aber au$ dem Waffer feftere Beftand- 
theile (Extractivftqffe ) ip die Pflanze libergehn, 
fchlofs er daraus, weil folches Waffer , worin keine. 
.Pflanzen geftanden, viel mehr Bodenfatz bekomme, 
als folches, worm Pflanzen vegetirt haben. (PhiU 
irons, vol. 21 . n. 253.) Aehnliche Verfuche piaphte 
Joh, Beale. (Phil, iraqs. vol. 4* n. 4®*) 


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I 

vom Bau und der Natur der Gewachfe. 35 

> 1 

> 

Hochft wichtig far die ganze Pflanzenkunde wa- 
rren die Entdeckupgen tiber das Gefchlecht und die 
Befruchtung der Pflauzen. Wir haben gefebn, yvi& 
xnangelhaft Grew’$ Einficbten fiber diefen Gegenftand 
warep, obgleich man geftehn mufs, dafs Millington 
*ind er die erften waren , welche die Bedeutung dec 
Antheren abnten. Faft zn gleicher Zeit mit Grew 
(1681) bemerkte Jak. Bobart, Auffeher des ba« 
tanifchen Gartens zu Oxford, dafs die Saamen der 

' 1 * *■ * * 

tycbnis dioica L,, wenn die Staubfaden keine api- 
ces (Antheren) haben, nicht aufgehn. ( Pat . Blairs 
hop, cffaysy p, 245.) Diefe Nacbricht hatte Blair 
von Sherard. Nicht lange nachher (1686) behau- 
ptete au«h Joh. Bay, ( hifi . pi. 1. p. 17. Synopf. ftirp , 
brie. p. i34.), die apices fchienen ihm allerdings da$ 
mannliche, befrachtende Princip abzufpndern. 

In England alfo ward der Grund zur Sexual - 
Theorie gelegt, aber befeftigt ward diefer Grund 
durch einen Deptfchen, Bud. Jac. Camerarius , Prof, 
in Tubingen, (geh. i665, f 1721)* Diefer gab 1694 
ein Sendfchreiben an Valentini heraus, ( Valentini 
polychr. exat. p. 226. und Qmelin d,e nov . uegee. exor • 
tUy p. 83. {.), worin er mit grofser Gelehrfamkeit 
aus der Analogie mit dem thierifehen Korper und 
aus andern Grtinden die befruchtende Kraft der api* 
ces zu beweifen fucht. Die Veranderupg, welche 
die Eyerchen durch die Befruchtung erleiden , deute 
fchon darauf hin : vorber fey alles einformige Malfe : 
nach der Befruchtung zejgt fich der Embryo als ein 
grfines Piinktchen. Ueberall, wo die apices fehlen, 
konne der Sa^me nicht vollkommen werden: nach 
weggefehnittenen mapnlichen Aehren des Mays fal-' 
len die Korner unfruebtbar ab. Wenn die mannli- 
chen Pflanzen des Bingelkrauts fehlen, fo tragen die 
weiblicbep keinen vollkommenen Saamen, Indeffen 
verhehlt er einige Bedenklichkeiten nicht, die ihm 


'-- 'Funftcs Buch. ; Ejdtes Kapitel. 

gegeti diefe Theorie aufgefallen. Es fey nicbt wahr* 
fcheinlich, dafs bey manchen Arten die weiblichen 
Individuen vergeffen feyn: und doch finde man Ly - 
copodium und E quifetum mit fehr reichlichem Pollen, 
6hne weiblicbe Theile. Aucb fey ibm wohl vorge- 
kommen, dafs die weiblichen Hanfpflanzen , ohne 
fcheinbaren Zutritt der manplichen, dennocb voll- 
kommenen Saamen getragen. Diefe Einwflrfe wur- 
den fpater von Kolreuter undGleichen fehr gut wi- 
derlegt. Uebrigens fucbte er zuerft die Meiming 
von der Erzeugung der Saamen ohne Zuthun glei- 
cher Pflanzen, und von der Entftehung der letztern, 
ohne vorgangiges Dafeyn der erftern einzufchranken, 
indem er die vorgeblichen Kohlfaaroen, welche bey 
anfangender Faulnifs des Kohls fich ^eigen, far das 
erklarte, was fie find, namlich far Schwammclien, 

( Sclerotium , Eph . nat . cur • dec. 3. a. t. obf. io5 f ). 

Obgleich P . Boccone, aus Sicilien, ein gelehr- 
ter Ciftercienfer, (geb. i633, f 1704 ,) den wir noch - 
oft anfuhren werden , die Erzeugung der niedern 
Pflanzen ohne Saamen , namentlich derWaffer- und 
.Meergewachfe aus blofsemSchleim , darzuthun fuch* 
te, (Eph. nat. cur . dec. 3. a. 4* app. p. i4 2 *)i f° war 
er es doch, der Zeugniffe fur die Nothwendigkeit 
der Einwirkung mannlicher Pflanzen der Pjftacie 
beybrachte, wenn die weiblichen vollkommene Saa- 
men tragen follten. Er fiihrt diefe Zeugniffe aus- 
driicklich in Beziehung auf Camerarius Schrift an. , 
( Mufeo di piante rare, p. i3g. i4o.) 

f, . • 

\ 

Zweytes Kapitel. 

Verfuche methodifcher Anordnung 

der Gewachfe. s 

* \ i ' ^ 

A 

Wir haben gefehn, * wie im fechzehnten Jahr- 
• hundert die Anordnung der Pflanzen entweder ganz 


X 


S 


Fiinftes Buch. Zweytes KapiteT. ; 27 

vvillkfihrlich war, oder in dcr Befolgung einer ge- 
wiffen nattirlichen Verwandtfchaft beftand , welche 
aber noch gar nicht beftimmte Regeln befolgte, und 
dafs Cefalpini faft der einzige war, der die Verfchie-s 
denbeit der Frfichte als Norm der Eintheilung aner* 
kannte. Im Gebzehnten Jahrhnndert fuhr man fort, 
die nattirlichen Verwandt.fchaften zu priifen, die* 
darauf zu grfindenden Methoden zu verbeffern, vor 
allem aber dieKunftfprache zu lautern und dieGrund- 
begriffe von Art und Gattung genauer anzugeben. 

Adr . Spigelius aus Brtiffel, Prof, in Padua, (geb. 
1578, f 1625,) beforderte durch feine Ifagoge in 
rent herbariam , Patav. 1606.4*1 die wiffenfchaftliche 
Pflanzenkunde auf keine Weife. Denn fe'in Werk 
entbalt nichts, als allgemeine Satze aus der Arifto- 
telifchen Philofopbie, und oberflachliche Betrach- 
tungen iiber einzelne Pflanzen - Gattungen, 

N * Der erfteBegriinder der wiffenfcbaftlichen Pflan- 
zenkunde, der Urheber einer beffern Kunftfprache 
und rich tiger Begriffe fiber das Gefchlecht, die Gat- 
tungen und Arten der Pflanzen war ein Deutfcher, 
Joach. Jung aus Lfibeck, Prof, in Hamburg, (geb. 
1^87, f 1657). Von feinen Grundfatzen wurde, 
.fo lang er lebte, wenig bekannt. Er felbft hat nichts 
berausgegeben : obgleich Abfchriften von feinen Di» 
ctaten umliefen. Eine folche Handfchrift theilte 
Sam. Hartlieb, deffen wir oben erwahnten, 1660 
dem Joh. Ray mit, wie diefer in feinem Index plane . 
agri cantabr. p. 87. erzahlt, und es war von diefer 
Zeit an in den Schriften der Englander allerdings die 
fceffere und klarere Anficht zu bemerken, welche 
Jungs Grundfatze veranlafst hatten. Erft 1662, ffinf 
Jahre nach Jungs Tode, gab Mart. Fogel die Doxo- 
fcopia phyfica zu Hamburg, und 1678 Joh. Vagetius 
die Ifagoge phytofcopica heraus. Beide Schriften 
wurdeti aber aucb wenig gelefen, felbft nachdem 


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58 


• # 

Funftes Buch. , Zwevtes KapiteL 

• « ; ' . 4 * .4 - • \ «« lA • *4. L S«» 5 -• X 4 • ♦ v 


Albrecht, 90 Jahre nach dem Tode des Verfaffers, 
feine famintlichen Scbriften zufammendrucken liefs* 

« ♦ » 4 fc 4 « * « ^ 4 * • 

(J. Jungii opuscula botanico*pliyfica< \ Coburg. 1747- 
4 ) Linne, dem nicht leicht etwas in der botani- 
fchen Literatur entgangeri/ vyar, .. ,ji'atte doch 1771. 
nach nichts von Jung gefehn; aber nachdem ihm 
Gifeke deffen Doxofcopias minores gefcliickt, ehrte 
er in dem Suppl . fein Andenken durch Beqennung 
einer Pfianze nach ihm, ( Gifeke de merit. Hamburg . 
in liifi. nat . p. 16.) . ' . 

Jung ift Schopfer der Kunftfprache, die nach- 
her durch Linne vervollkommnet wurde. Wenn 

/ * < • * > t 

Linne feiner nicht erwahnt, fo war dies ganz qatur- 
lich eine Fojge davon , dafs er feinen Vorganger nicht 
Icannte, fondern Ray hatte die Jung’fche Kunftfpra-. 
che angenommen ,■ ausgebreit^t , und fo bedurfte fie 
zu Linne’s Zeiten blofs einer feftern Begrundung 
und beffern Ausbildung. Jung betrachtet die Ver- 
’ fchiedenheitery jedes einzplnen Theils der Pflanze, 
und . beftirnmt fur diefe abweichenden ,Formen die 
Ausdriicke. So erkjart er zuerft das folium cqm/?p- 
fiturtXy pennatum ; fo erklart er, was /pica, panicu- 
la, umbella , corymbus ift. So gebraqcht er zuerft 
< den Aqsdruck perianthium. Flores fiaminei find ihin 
folclie, die entweder aus blofsen ftaminibus oder aus 
diefen und dem ftilus beftehn. Aber aus den ange- 
fiihrten , Beyfpielen de$ Rockens, der Sanguifoxba 
u« f. f. fieht man , dafs er blqfs die Lange der Staubr 
faden fich zu, differ Benennung bewegen liefs. • In 
einigen BIumen y fagt er, ( opusc . p,26.), fehltder ftilus , 
und es tritt ftatt deffen etwas Aehnliches hervcur, wie 
bev der Iris, dem Mohn und der Tulpe. Die zu- 
fammengefetzten Blumen betrachtet er, mit Riick- 
ficht auf ihre flache und rohrige Form. Die ftamina 
und den ftilus , obwohl er ihre Verfchiedenheiten 
forgfaltig angiebt, keqnt er dqch nach nicht* jp 
Rackficht ihrer Verrichtungen. 


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* 4 • , I . _ 

.yerfuche metliodifcher Ariordnung der Gewiichfe, 29 

v Jung ift Urheber befferer Begriffe tiber die An- 
ordnung der Pflanzen. Den Unterfchied der Bau- 
me, Straucher und kraUtartiger Pflanzen zfeigt er in 
feiner Nichtigkeit. Er unterfucht dann den WertH 
der Charaktere, die Zut Unterfcheidung der Arteii 
weder von den Dornen, noch von derFarbe, dem 
Geruch , Gefchmack, ddn medicinifchen Wirkungen, 
dem Ort und der Zeit des Blflhens entlehnt werden 
dlirfen. (p. 77.) Er Zeigt an zahlreichen Beyfpielen, 
welche Pflanzen , trotz ihrer gemeinfchaftlichen Be- 
nennung, getrfennt, vind welche, tmgeachtet ihret 
verfchiedenen Namen, verbunden werden miiffen. 
Artemifia gehore z. B. zum Abfinthium, Cnicus zum 
Carduus, Crocus Zum Colchicum. Nach welchen Re- 
geln fich die Benennung der Pflanzen richten miiffe, 
giebt er ebenfalls an. Er widerlegt umftandlich dio 
Meinung, dafs Gewachfe fich ohne Saamen fortpflan* 
zen, eine Meinung, die nur auf mangelhaffer Beob- 
achttwg beruhe. Er zeigt, dafs der Begriff vomUn* 
terfchied der Gefchlefchter bisher fehr fchwankend 
gewefen , * tind dafs mit Recht weibiich nur die Pflan- 
7 c genannt werde, welche Friichte trage, mannlich 
aberdie, welche blofse Blumen treibe. (p. i 43 .) 

‘‘Diefe und ahnliche Grundfatze wurden in Eng- 
land aufgenommen, gepflcgt und erweitert. So ver- 
anlafsten fie eine beffere Sprache und mehr wiffen* 
fchaftliche Ausbildung der Botanik. 

Ehe wir Ray’s V r erdienfte in diefer Hinficht wiir- 
digen,' miiffen wir von deffen befuhmtem Vorgiinger, 
Robert Morifbn> reden, der, als Nachfolger CefaJpi* 
ni’s, vieles zur VervoJlkommnung der natilrlichen 
Methode, fo Wie zur Ausbreitung der Wiffenfchaft 
beygetragen. Aus Aberdeen in Schottland 1620 ge- 
boren, ftudirte er in feiner Vaterftadt, ward 1608 
Magifter, nahm dann unter den Koniglichen gegen 
Cromwell Kriegesdienfte, und, nachdem der Pro* 


/ 


•£o Fiinftes Buch. Zweytes KapiteJ. / 

tector gefiegt, ging er nach Frankreich, wo er zri 
Paris unter Robin fich mit allem Eifer auf Botanik 
legtc. Zu Angers ward er 1648 Doctor der Medi- 
cin. Auf Robin’s Empfehldng maclite ibn Gafton* . 
Herzog von Orleans, i 65 o zum Vorfteher des ko- 
niglichen Grartens zu< Biois. Nach Gaftons Tode, 
als Karl II. wieder eiogefetzt war, folgte ihm Mori-* 
fon* und ward ^660 zum Leibarzt und koniglichent 
Prof, der Botanik emannt. Zehn Jahre drauf iiber • 
trug man ihm eine Lehrefrftelle in Oxford: i 683 
ftarb er art den Folgen einer Verletzung feiner Bruft _ 
durch deri Stofs einer Wagenddichfel. . 

Sein erftes Werk war: Hortiis regius Blefe/ifis « 
Fond. 1669. 8. Dies kam als erfter Theil der: 
Praeludia botanica y heraus, deren zweyter Theil den 
Titel hat: Hallucinationes in C, Bauhini pin nee , item 
Animadverfioties in J, Bauhini liift. planti Das zuerft 
genartnte Werk intereffirt uns weniger: es ift ein al* 
phabetifehes Verzeichnifs der Pfianzen im Garten zu 
Blois^ Aber das iweyte ift eine grttndliche Kritik 
der Anordnung der Pilanzen, die die Bauhine ge* 
wahlt hatten; Obwohl Morifori vortiiglicb C; Ges- 
iiers und Gefalpini’s Gruridfatze anerkennt, fa ift 
doch zii vermuthen* dafs auch Jung's -Handfchrift, 
durch Hartlieb dem Ray mitgetheilt, auf ihrt gewirkt 
habe- Indeiri er* deri Pinax Seite fur Seite durchgeht* 
zeigt er^ welche Pflanzen eine falfche Stelle dort 
einnehmen, wie wenig z. B. Rhaponticum (Leuzea 
Decand.) zu Rheum, Apocynum fyriacum zu den 
Lapathis* Tragacantha zu den Cardui$ paffe.* Die 
letzfcere fey ein Aftragalus* der fiGh durch zweyfache- 
tige Hiilfe von aridern Leguminofen unterfeheide. 
Die Jetztere Familie, die Labiaten und Umbellaten, 
geht er befonders mit kritifclier Griindlichkeit durch. 
Angehiingt ift ein Gefprach zwilcheri dem konigli* 
chen Botariiker und eineiii Mitgliede des Gresham* 

. 1 f • • ' 




/ . 


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Verfuche methodifcher Anordnung der Gewachfe. || 

. . ' . 

College, worin Morifon fortfahrt, die natQrlichen 

Verwandtfchaften der Gattungen aufzuftellen. So 
giebt er (p. 47 l ») zuerft den Unterfchied von Atri- 
plex und Chenopodium in der Frucht an. 

* Es ift gewifs, dafs Morifon in diefen praeludiis 
den erften Grund zu einer beffern Anordnung der 
Pflanzen und zu einer wflrdigern Charakteriftik der 
Gattungen und Arten gelegt hat. Dies wird durch 
die Zeugniffe feiner Zeitgenoffen und Nachfolger be- 
ftatigf, welche Patn Biair \b0t4 effays $ ,^ 4 . 83 .) ge- 
fammlet hat. 

Die erfte Probe feiner beffern Methode lieferte 

• * 

in einer denkwUrdigen Schrift: Plantarum umbeU 
liferarum distributio nova. Oxon. 1672. fol., im'er- 
ften Theil feiner Hift. univerf. wieder abgedruckt. 
Hier ftellt er ein eigentliches Syftem diefer Familie 
auf, deffen Princip die Form der FruCht ift. Ohne 
auf die Hullen zu achten, theilt er die Doldenge- 
wachfe in fplgende Ordnungen: 1. die Friichte mit 

fchwammiger Rinde (Cachrys)j 2. geftreifte Friichte. 
Diefe find wieder verfchieden: a. nachdem fie fen- 
chelartige Blatter baben, (Foeniculum, Guminum, 
Meum, Saxifraga, Pimpinella); b. nachdem die Blat* 
ter gelappt find, (Sium, Sifon); c. nachdem die Blat- 
ter. Vielfach getheiltfind, (Gicuta , Sefeli , Crithmilm, 
Oenanthe, Apium, Carum, Anifum); d. nachdem 
die Blatter ganz abweichendeFofmen hahen, (Bupleti- 
rum). ,, 3 . Gefliigelte Friichte, (Laferpitiurri, Thapfia), 

4. Bebaarte oder ftachlige Friichte, (Daucus, Caucalis). 

5 . Blattartige runde Frdchte, (Ferula, Anethum, PeU- 
>cedanum, Heracleum, Tordylium, ;Thyffelinum> 
Oreofelinum). 6. Gefchnabelte Friichte, (MyrrhiS, 
Cerefolium , Scandix). 7. Hodenforinige Friichtef 
(Goriandrum). Jlierzu kommeri Uebergangs- For- 
men, (Valeriana, Thalicjrum, Sanguiforba), Welche 
theils nicht gliicklich gew&hjt find, theilsf leicht nocll 


SI 


Siinfres Bucli. Zweytes Kapiteb ' 


fchicklicher *'Hatterl ^fei’rhehrt werden konneri. S6 
Vfel ift gewifs, *dafs jerie Eintheijung duf richfigen 
Gruhdfatzen beruht, und," wenn ftatt der Blatter, 
den Hallen mehr Aufmerkfamkeit ware geWidmet 
worden, noch jetzt allgemeinen Beyfall verdienen 
Wiirde. Dabey find die Abbildtmgen der Frflchte^ 
der Dolden und der Blatter fehr lehrrelch und 
fauber. 


Eirt grbfses, nofch iimtieir fehr lehrreiches Werk 
unterriahm er, was ihn aber, ungeachtet der Bey- 
trage des Publicums, in grofse Geld - Verlegenheit 
brachtei Hiftoria plantar um uhiverfalis OxonienfiSy 
wovOii der erfte Theil die eben erWahrite Ueberficht 
der Dolden - Gew2chfe enthalt; der zweyte erfehieri 
1678, urtd d6n dritten gab Jak. Bobart nach Mori- 
. fonsTbde 1699 heraus. Das Ganze erfebien' nOch- 
ttials Oxon. 1716. fol. Es enthalt dies Werk zwat 
eirjen grofsen Theil der damals bekajinten Pflanzen^ 
und eine bedeutende Anzahl folcher ± die hier zinrt 
erften Mahl vorkottimen. Aber wir konnen Mori- 
fons Metbode nieht vollftandig beurtheilen, Weil die 
Baume ganz und die Straucher zum Theil fehlen; 
Die Bacciferae fcandentes machen den Anfang, wO- 
7.u Bryonia, Cucumis, Convolvulus und Smilax. Dann 
folgen die Hulfen - Gewachfe , die Cruciaten , Lilia- 
ceen und mehrere Ranunculeen, Campanuleen, Vi- 
ticeen, Solaneen, Malvaceen und Polygoneen. Itn 
dritten Theil die Compofitae, die Grafer* die ver- 
rnehrten Umbellaten, die Rubiacedn, Trikokken, 
Afperifolien , Gentianeen, Orchideen, viele andere 
ohne Ordnung, endlich die Farrenkraiiter , Moofe* 
Lichenen, Schwamme undMeergewachfe. Die An- 
drdnung ift freylich fehr rtiangelhaft; abet 1 das Werk 
ift unentbehrlich , wegen der grofsen Menge gitter* 
zum Theil erfter, Abbildungen , die alle in verjUng- 
temMafsftab, auf beiden Seiten der Blatter abgedruckt 



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I 


, » » 

Verfache methodifcher Apordnung der Gewachfe, 33 

• / 

# * * * 

find, fo dafs die hoqhfte Erfparung des Raums be- > . 
merkbar ift. 

Wir zeichnen die neuen, qder beffern Darftel- 
lungen aus: 

Citnila thymoides tom. 3 . feet. 11. tab. 19. fig* 

6. . . . Salvia color ata tom. 3 . feet. 11. tab. 16. fig. 

ult. . . S.lyrata 3 . 11. 13.27. . . 6*. urticaefolia. 

3 . ri*. i 3 . 01. . . ‘S’, indica ib. f. 16. . . Fedia mixta 

Vahl. 3 . 7. t6‘. 35 . . . F. difeoidea ib. f. 29. . * 

Cenchrus tribuloides 3 . 8. 5 . 1. fuprem. fei% . . Alo - 

pecurus pratenfis 3 . 8. 4 * 8. . . Panicum latifolium , 

3 . 8. 5 . 4. med. fer. . . Holcus avenaceus 3 . 8.7. 3 7... 

Air a cr if cat a 3 . 8. 4 * 7* • • A . jlexuofa 3 . 8. 7. f. 9. 

ult. ., . A . caryophyllea 3 . 8. 5 . 11. . . Melica 
coerulea 3 . 8. 5 . 22. . . M % rar) flora Sclireb. 3 . 8.. 

7. 5 i. . • Chloris radiata 3 . 8. 3 . i 5 . . . Poa ri - 

gida 3 . 8. *2. 9. . . FeJ'tuca elatior 3 . 8. 2. i 5 . . • 

*F. loliacea 3 . 8. 2. 2. . . Bromus fecalinus 3 . 8. 7. 

16. . . Pr. mollis 3 . 8.7. 18. . .* Br . ramofus ib. 
f. 19. . . Pr. ib. f. 27. . . Br.fcerilis ib. f. 
ii. . . Br. madri ten fis ib. f. i 3 . . . Avenajlave * 
feens 3 . 8.7. 42. . . Triticum caninum 3 . 8. 1. 2. , . 

Tr. tenellum 3 . 8. 2. 3 . . . Elymus canadenfis 3 . 8. 

10. 2. . . Lolium arvenfe 3 . 8. 2. 1. . . Hordeum 
maritimum 3 . 8. 6. 5 . . . ' H. bulbofum 3 . 8. 6. 7. . . 
Scabiofa transfylvanica 3 . 6. i 3 . i 3 . . . Plantago 
ftricta Scho us b. 3 . 8. 17. 2. . . Myosotis virginiana 
3 . 11. 5 o. 9. . . Lithofpermum vir^ginianum 3 . 11. 

28. 3 . . . Ancliufa virginica 3 . 11. 28. 4 * • • 
Cynogloffum linifolium 3 . 1 1. 3 o. 11... EUifia Ny - 
ctelaea 3 . 11. 28. 3 . . . Convolvulus paniculatus 1. 

7. app. . . Campanula perfoliata 2. 5 . 2. 23 . . . 
Cynanchum hirfutum 3 . i 5 . 3 . 61. . ... Gentiana Sa - 
ponaria 3 . 1. 5 . 4 * • • Eryngium coeruleum MB. 3 . 

7. 37. i 3 . . . Angelica atropvrpurea 9. 3 . • • 
Imperatoria lucida Spr. 9.' 3 . . . Thapfta garganica 
Gelch. d. Botadik. a. B, 3 

1* 


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% 


✓* * • * 

34 Fiinftes Bach. Zweytes Kapiteh 

/ . 

r * . 

g. 18. » . Laferpitium angufcifolium g. 19. . . L. 
hirfutum 9. i5. . • L. peucedanoides 9. i5. 19. . . ^ 
Cachrys Libanotis 9. t. 1. . . C. microcarpa MB. 
5b. ( femine fulcato afpero ). . . Daucus gummifer ' 
Lam.. 9. i 3 .‘f* 7. . . D . mauritanicus ib. f. 6. . . 
D. lucidus ib. f. * 3 . . . D. polygamus Gouan. ib. f. 

5 . . . D. muricatus g. 14. f- 5 . . . D. mciritimus 
Lam. 9. 10. f. 3 . . . Caucalis platycarpos 9. 14. 
f. 3 . . . Athamanta ficula 9.9. f. ult.’. . * Bubon 
Jiculus Spr. 9. 7. 3 . . . . Anthrifcus nodofa S. 9. 10. 
f. 1. . . Myrrhis colorata S. 9. 10. f. ult. . . M. 
Claytoni Mich. 9. 11. f. 1. . : M. canadenfis Spr. 

jb. f. 8. . . M. procumbent 9. 11. f. ult. . . Sium 
nodijlorum 9. 5. f. 7. • . Sifon inundatus ib. f. ult. . . 
Oenanthe prolifera 9. 7. f. 10. . . Bupleurum ra» 
nunculoides g. 12. f. 6. . . Narcifjus anceps Decand. 

4 * 9. i 3 . . . v Iuncus fubverticillatus 3 . 8. 9. 4 * • • 

J. lampocarput Ehrh. 3 . 8. 9; 2. . ‘ . chalrpenfis 

2 . 5 . 35 . 8. . . Saxifraga punctata 3. 12. 9. 17. . . 
Euphorbia fegetalis 3 . ro. 2. 3 . . . £. verrucofa 5 . 

10.3.3. . . Potentilla Morifoni Decand. 2. 2. 20. 

2. . . ' ThaJictrum alpinum 3 . 9. 20. i 4 « • • Th. 
rugofum ib. f. 3 . . . Th . calabricum Spr. ib. f. 16. . . 
Teucrium Niffbli&num 3 . 11. 22. 19. . . Cleonia 
lufibanica 3 . 11. 5 . 4 * • • Pentaftemon pubefcens 5 . 
iu 21. 2. V. P. laevigatus 2. 5 . 8. 6. . . 0 ro- 
banche virginiana 3 . 12. 16. 9. . . Barleria criftata 

3 . 11. 22. 7. . . Sifymbrium pyrenaicum 2. 3 . 7. 

1. . . Paffiflora lutea 1. 2. 3 . . . Lavatera micans 

2. 5 . 17. 9.* .* . L. cretica 2 . 5 . 17. 5. . . 0/20/2/j* 

mitiffima 2. 2. 17. 4 * • • Pifum maritimum 2. 2. 1. 

5 .' . . Vicia lutea 2. 2. 21. 5 . . . ScorpiurUs mu • 
ricata 2. 2. 1 1. f. iv. . . , Sc. fubvillofa ib. f.-Il. . . 
Sc. vermiculata ib. f. 111. . . Trifolium fquarrofum 
# 2 . 2. i 3 . 1. . . Medicago elegans 2. 2. i 5 . 4 » • * 

M, intertexta ib. f. 8. 9. . . M. muricata ib. f. in . . 

A/. Gerardi ib. f. 18. . . M. Terebellum ib. f. 20. . . 


/ 


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Verfuche ;methodifcher Anordnung der Gewsielife. 35 

» 

• X • 

M . nigra ib. f.; 19. * Hypericum-, calycinum 2. 5 . 

55 . f. 2. . f Scorzonera lanata MB. 5 . 7. 6. 17. . •. 

Liatris fquarrofa 3 . 7. 27. 10. . . Cnicus centau - 
roides 5 . 7. 25 .' 2. « . . Carthamus tingitanus 3 . 7. 

34 . 19. . . Bidens f rondo fa 5 .. 6. 5 . ,2,1^ . . Gtutpha- 
Hum obtujifolium 3 . 7. 10. 19. . Xeranthemum cy* 

lindraceum , 3 . 6. ig. .1. Smith. pro:ir. fl. graec, 
vol. 2. p. 172. * . Cony za cinerra 3 . 7. 17. 7. . . 
Tuffilago nivea 3 . 7. 10. 4 * *, - .■ Helianthus altiffimus 

3 . 6. 7. 67. . . Rudbekia digitata Ait. 3 . 6. 6. 54 * . 

. Coreopfis Tripceris 3 . 6. 3 . 44 * * • . Centaurea 
mofchaba 3 . 7. 25 . 5 . . . Silphium tr folia bum 3 . 6. 

5 . 68. . . Ophrys Scolopax 3 . 1 2. 1 3 . 1 1 . . • 0 . 

lubea ib. f. i 5 . . . Arij'tolochia anguicida 3 . i£. 17. 

7. * . . Carex diftans 3 . 8. 12. 18. j* . C. fylvntica 
ib. 9. . . C. Jlacca ib. f. i 4 « • • C. riparia ib. f. 1. . # 

C. ampullacea ib. f. 8. . . C. 7 i/rra ib, f. 10. . . 

% Ambrofia trijida 5 , 6. i. 4 * • * Botrychuan matri- 
carioides Sw. 3 . i 4 * 5 . 26.,,* . Poly podium incanum 
3 . i4» 2. 5 . . i < Afplenium polypodioides ib. f.,i2. ; , . ♦ 

AfpL an guft folium Sw. 5 . i 4 - 2., 25 . . . Afpiduirrp 
bulbiferum ib. t. 3 . 10. . • Lycopodium ajlqpecuroi - 
des 3 . i 5 . 5 . 11. . . Gymnofcomum pyr forme 5 . i 5 . 

7. 16. . . Encalypta vulgaris ib. f. 12. . , Splachnurn 
ampullaceum 3 . i5, 6. 10. . . Dicranum fcopariutn 
5 . i 5 . 7. 11. . D. pulvinabum 3 . i 5 . 6. 21. . .. 
Neckera crifpa 3 . 1 5 . 5 . 10. . . . iV. viticulofa ib. f. 

7. . . Climacium dendroid, es ib. f. 3 i. . . .. Bryum 

* * 4 * " ♦ 

caefpiticium 3 . i 5 . 6. i 5 . ... Br, capillare ib. f. 12. 

. . Mnium pfeudotriquetrum ib. f. .20. . JHypnurp 
fylvaticum ib. f. 36 . . . H. rutabulum ib. f. 55 . . '. 

H. fquarrofum 3 . i5.5.2. . . H. alopecuroides ib. f. 5 o. 

. . H. curvatum Sw. 3 . i 5 . 6. 3 . . . Bartramia fontanp 
ib, f. 8. . . ,B. pomiformis ib. f. 6. . . Fucus mufcoides 
ib. t. 9. f. 4 * • • F* fanguineus ib. t. 8. f. 6. . . F .dulcis ib. 

. f. i. • . F. tomentofus ib.f.7. . • F . arbiculatus ib. f. t 4 * 


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36 Funftes Buch. Zweytes Kapitel; 1 

# 

\ 

Morifons 'Methode ward von Paul Arnmann , 
Prof, in, Leipzig, (geb. zu Breslau i634>;t 1691,) 
dergeftalt angenommen , dafs er fich mehr auf die 
wefentlichen Theile befchrankte, und bey den Gat- 
iungen weniger auf die Blatter und auf andere aufse- 
re Dinge Rttckficbt nahm. Sein character plantarum 
naturalis, Lipf. i685. 12., wozunoch Curae fecun~ 
dae , Lipf. 1686., kommen, ward von Dan. XJebel 
1700 mit Hermanns und Rivinus Vermehrungen 
neu herausgegeben. Beffere Grundfatze fiber dip 
Benennung der Pflanzen find bey ihm fchon /herr- 
fchend. Nur diejenige Benennung gilt, welcbe den 
Gharakter ausdruckt. Der wefentliche Charakter 
t mfiffe von den Fruchten entlehnt werden. Es fey 
kein Einwurf, dafs viele Pflanzen- keine Saamen zu 
tragen fcheinen. Schon habe man diefe in mehrern 
Gewachfen bemerkt, wo die Vorfahren keine ge* 
fehn, und im Ganzen mfiffe man fagen, dafs keine # 
Pflanze unvqllkommen fey, als nur in Rflckficht auf 
trofere Schwache. Hierauf grfinde fich die wabre 
natfirliche Methode. Indeffen' ftellt Arnmann die 

1 

Pflanzen nafch alphabetifcher Ordnung, meift mit den 
Morifon'fchen Gharakteren auf, und man kann nicht / 
fagen, dafs die Wiffenfchaft durch. feine Arbeit ge* 
Wonnen hatte. • * ' 

• * Wichtige Verbefferungen der Morifon’fchen Me- 
thode rfihren von Paul Hermann her, der 1640 in 
Halle geboren, acht Jahre lang Arzt bey der hollan- 
difchen Fafctorey in Zeilan gewefen und von 1679 an 
Prof, in Leiden war. ( r f 1695.) Viel hat ihm die 
Wiffenfchaft zu verdanken , nicht blofs, weil er die 
indifchen Pflanzen bekannter machte, fondern weil 
er auch die damals herrfchende Morifon’fche Metho- . 
de wefentlich zu verbeffern fuchte. Was er darfiber 
in feinen Vorlefungen gelehrt, liefs Lothar Zumbach: 
Florae lugduno - batavae floret , Leid. 1690. 12., dru* 


I 


Verfucbe methodifcher Anordnung der GewScbfe. 37 

t y % * 

» • » 

/ » 

cken. Hier wird ein reines Fruchtfyftem geliefert. 
Er fangt mit den Angio - (Gymno-) polyfpermis an. 
Hier ftehn gleich die Ranunculeen mit den Malva- 
ceen zufammen, von denen jene Gymno-, diefe An- 
giofpermen find. .Dann folgen die Umbellaten , die 
Angiomonofpermen (Valerianella, Statice): die Pap- 
pefcentes und Lactefcentes (Cichoreen), die Capi- 
tatae und Corymbiferae, die Aggregaten , Steliaten, 
Afperifolien , Verticillaten (Labiaten): dann Unica- 
pfulares* (Caryophylleen) , Bicapfulares . (Gentia- 
•neen, Scrofularinen ), Tricapfulares ( Convolvuleen, 
Campanuleen, Trikokken), Quadricapfulares (Ru- 
ta, Datura) , Quinquecapfulares (Geranium) , Mul- 
ticapfulares (Delphinium, Aconitum): die Siliquo- 
fen , Leguminofen: ferner Tricapfulares llore hexa- 
petalo nudo (Liliaceen, Coronarien), Bacciferae, 
Pomiferae, Epiphyllofpermae , Culmiferae, Iuliferae 
* und Baume, die xioch unter die vorigen Abtheilun- 
gen zu bringen waren. 

Die grofsen Mangel diefer Meihode fab der ' 
treffliche Mann bald ein : daher arbeitete er an einer 
Verbefferung derfelben , wo mehr auf .das aufsere 
- Anfehn geachtet und die Merkmahle von alien Thei- 
jen der Pflanze entlehnt werden follten. Allein er 
ward vom Tode ubereilt, als kaum etliche Bogen 
der neuen Ausgabe diefer Methode gedruckt waren. 
Ol. Rudbek der jiingere vertheidigte inzwifchen die- 
1'e Anordnung in der Disf* de fundament all plantar 
rum notitia recte acquirenda , Traj. ad Rhen. 1690. 4 * ' 
Hermann unternahm ein grofses Werk, wel* 
ehes feine botanifchen Entdeckungen in Zeilan ent- 
halten follte, und wozu iiber 4 °o Zeichnungen in 
Indien entworfen waren. Es erfcbien nach feinem 
Tode blofs: Mufeum zeylanicum ed, 2,, LB. 1726. 8*, 
eine unverdaute, unbrauchbare xArbeit, woran Her-' 
mann wohl keinenTbeil gehabt. Eine reiche Satnm- 


1 


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38 ' ■ ' Funftes Buch. Zweytes Kapitel. 

% ' 

/ 

lung getrockneter Pflanzen hatte er ausZeilan an Job. 
Commelyn .gefchickt ; diefe bearbeiteten fpaterhin 
Linne in feiner flor. zeylan. und Joh. Burmann in fei- 
nem thefaur. zeylan. Jetzt ift diefe Hermann’fche 
Sammlung der grofsen Banks’ifchen einverleibt. Ein 
Verzeichnifs von 600 Pflanzen, die Hermann am Kap 
gefammlet, welches Sherard herausgeben wollte, 
ging verloren. 

Was er in dem Leidener Garten fflr Schatze zu- 
- fammengebracht, befchrieb er felbft in alphabeti- 
fcher Ordnung irn : Catalogus liorti lugduno? batavi, 

• LB. 1687. 8. Nach feinem Tode gab Wilh. Sherard 
das, Uebrige in dem: Paradifus batavus , LB. 170.5. 4 * 

-In beiden Werken mufs man die Genauigkeit der Be* 
fchreibungen und die Richtigkeit tier Abbildungen 
Irtthmen. Hier koramen foJgende Pflanzen zum er- 
ftenMahlvor: , 

Curcuma longa lugdb. 209. . . Amomum fyl - * 
vpftre ib. 657. . . ’ Holofteum cordatum par. 11. . . 
Scabio fa prolifer a par. 223 . . . Azalea indica lugdb. 
l 53 . . . ' Convolvulus pentaphyllus ib. ,180. . .... C. 
Pes tigridis ib. 1S7. . . Lobelia Erinoides ib. .109. 

. . Solarium fodumeum ib. 57 5 . . . » Impatiens tri - 
flora par, 1 o 5 . . . Illecebrum polygonoides ib* 17. 

. . Afclepias curcffavica ib. 36 . . . A . tuberofa 
lugdb. 647. . . Eryrigium foetidum ib. oZy. . . Fe* 
rula tcngitana par. i 65 . . . Ligujticum athaman - - 

loules Spr. ib. 229. . . Croffula dichotoma lugdb. 
553 . . . Amdryllis equeftris par. 194* . • A . Ion - 
gifolia ib. 1 95. . . Pancratium zeytanicum lugdb. 
693. . . Crinum afiaticum ib. 683 . . . Albuca mi» 
nor par. 209. . . Afparagus farmentofus lugdb. 65 o. 

. . Gloria fa fuperba ib. 689. . . Dracontium poly - 
pliyllum par. 90. . . Acer rubrum par. 1. . . Law. 
rus Cinnamomum lugdb. 655 . 656 . . . Sophora to - 
mtntofa lugdb, 171. . . Tribulus ciftoides par. s 36 . . . 


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Verfucto raethodifcher Anordnung der Gewachfe. 39 

% 

Tiarella cordifolia ib. i 5 o. . . Silene viridiflora ib. 
190. . . Arenaria vernci ib. 12. . . Cotyledon or - 
biculata Jugdb. 55 *. . . Cactus lanuginofus par. 1 i 5 . 
. . Myrtus zeylanica lugdb. 455 ., . . Pyrus arbu * 
tifolia ib. 699. . . Mesembrianthemum bicolor ib, 
249* • • Ad. edule ib. 2 45 . . . Geum virginianum 
par. 111. . • Liriodendron Tulipifera lugdb. 61 3 . . . 
Anemone virginiana par. 18. . . Hyffopus fcrofula* 
riaefolius ib. 106. . . Phlomis nepetaefolia lugdb. 
117. . . Marrubium cinereum Lam. par. 200.' . . 
Origanum fipyleum ib. 4 & 3 . . . Antirrhinum trior - 
nithophorum ib. 077. . . Scrofularia frutefcens ib. 
547 * • • Metianthus maior ib. 4 l 5 * • • Cardamine 
latifolia ib. . . Heliophila coronopifolia lugdb. 067. 
.«• . He f per is l an era par. 190. . S inapis incana 
ib. i 55 . . . Cleonie triphylla lugdb. 565 . . . Paf 
f flora foetida par. 173. . . P. hirfuta ib. 176. . . 
Pelargonium coriandrifolium lugdb. 280. . , P. cu- 
cullatum ib. 275. . . P. capitatum ib. 278. . . P. 
myrrhifolium ib. 281. . . P. alchemilloides ib. 283 . 

* . . P. gibbofum ib. 285 . . . P. groffularioides ib. 
289. . . Sida Napaea ib. 23 . . . Malva Tourne - 
fortiana par. 7. . » Crotalaria fagittalis lugdb. 200. 

. # Cr» retufa ib. 20 1. . . Cr. laburnifulia ib. 197. 

. . Glycine bituminofa ib. 49 3 . . . Vicia bengalen - 

fis ib. 6 ' 25 « . • Afcragalus pentaglottis ib. 75 . . . 
A, epiglottis ib. 77. . . Pforalea pinnata ib. 273. . . 
Sonchus tingitanus ib, 669. . ^ Hieracium pyrenai - 
cum par. 184. • • Andryala ragufina lugdb. 67J. . • 
Carduus cerinthoides par. 190. . . Eupatorium ma- 
culatum ib. i 5 $. . . Ageratum conyzoides ib. 161... . 
Tarchonanthus camforatus lugdb. 229. . . Athana - 
fia annua ib. 227. . . Baccharis halimifolia par. 
>22D. . . • Conyza foetida lugdb. 66 2. . . Senecio 
' hie raci films par. 226. . . After dumofus ib. 95. . . 
A, novae Angliae ib. 98, # .* A . undulatus ib. 96. . . 


/ • 

40 Fiinftes Bach. Zweytes Kapitel. 

A. puniceus lugdb. 65 1 . . . A. mutabilis ib. 67, . . 
A • novi Belgii ib. 69. . . Solidago Jlexicaulis par. 
244* • • 5 . minuta ib. 245 . . rigida ib. 243. . . 

Coreopfis alba ib. 124. . . Centaurea napifolia ib. 
189. . . C. tingitana ib. i 65 . . . Calendula plu - 
vialls lugdb. io 5 . . . * Amarantus fpinofus ib. 53 . . . 
Arum macrorrhizon par. 70. . . Cucumis africanus 
ib. i 54 . . . Bryonia laciniofa ib. 97. . . Br. afri - 
eana ib. 108, . . Sicyos angulatus ib. i 53 . . . Za- 
mla furfur acea ib. 210. . . luniperus bermudiana 
lugdb. 347 . 

Morifons Fufstapfen betrat aucb Joh./fay, oder 
Wray , wie er fich Anfangs fchrieb, ein Geiftlicher 
von grofser Gelehrfamkeit. Er war zu Black Notley 
in Effex 1628 geboren , ftudirte zu Cambridge, und 
machte fowohl durch fein Vaterland, als auch in Be- 
gleitung Willughby’s durch einen grofsen Theil des 
feften Landes mehrjahrige Reifen , nach welchen er 
ineift in feinem Geburtsort oder in London, ohne 
Amtlebte, und 1706 ftarb. 

Als der Bifchof Wilkins von Chefter die philo- 
fophifchen Tabellen zu leinem real or univerfal cha- 
racter entworfen hatte, bat er feinen Freund Ray, 
dies ins Lateinifche zu uberfetzen, und die Pflanzen 
auch in einer natQrlichen Ordnung vorzutragen. 
Schon fruher hatte Ray das Verzeichnifs der um' 
Cambridge wild wachfenden Pflanzen herausgegeben, 
( Catal . plantarum circa . Cantabrigiam najcentiurn 9 
Lond. 1660. 8.), und fich fonft als denkenden Bota- 
ziiker bekannt gemacht. Jetzt gab er feine Methodus 
plantarum nova , Lond. 1682.8., heraus, worin er, 
unit einigen Abanderungen , die alte Anordnung des 
* Lobelius aufnimmt, obgleich er mit Cefalpini mehr 
auf die Frucht fioht. Die Bauine, zu denen er auch 
die Palmen rechnet, unterfcheidet er noch von den 
StrSuchcrn, und diefe von den krautariigen Pflanzen. 


% 

Verfucbe methodifcher Anordnung derGewachfe. 41 

Die letztern theilt er in natflrliche Familien: Grafer, 
Doldengewachfe, Farrenkrauter und Labiaten , Bac- 
ciferas, Bulbofas, Schmetterlingsblumen, Siliquofen, 
Siliculofen undMonopetalas uniformes und difformes. 

Diefelbe Methode wiecferholt er in einem gro- 
lsen Werke: Hiftoria plantarum, Lond. 1686. fol. 
tom. I. 1688. tom. 2. 1704* tom. 3 . Was bis da- 
hin gefammlet und entdeckt war, ftelit er, a]s Nach- 
ahmer der Bauhine , zufammen: ein Unternehmen, 
deffen Grofse und Schwierigkeiten fich aus den zuin 
Theil fehr mangelbaften Befcbreibungen beurtheilen 
lafst, die er vorfand. Er befteht darauf, nicht die 
Frucbt allein konne die Norm der Eintheilung ber- 
geben: denn diefelbe Gattung Spergula habe geran«* 
derte und ungeranderte Saamen, diefelbe Gattung 
Ciftus ein - und dreyfacherige Frttchte. Nacb Jungs 
Mufter bedienter fich weit ficherererBenennungen als 
feine Vorganger, und ftelit diefelben Grundfatze tiber 
die Charaktere der Arten auf. Er fangt von unvoll- 
kommenen Pflanzen , Schwammen, Moofen und Far- 
renkrautern an, lafst die apetalas (Hopfen, Hanf 
und die Polygoneen), dann die compofitas und oggre» 
gatas , die Umbellaten, Rubiaceen, Labiaten und 
. Afperifolien (nacb dem Bliithenftand und nach an- 
dern Merkmablen) folgen. Die Polyfpermae famine nu- 
do werden nacb dem Bau des Kelches und der Corolle, 
die Pomiferae und Cucurbitaceae nach dem Gefchmack 
der Fruchte und der Farbe der Saamen unterfchie- 
* den : die Bacciferae nach der Frucht, die Multifile 
quae nach der Bildung der Blatter : Monopetalae capfu - 
lares nacb der Corolle: hier kommen die Scrofula- 
rinen, Viticeen und Orobancheen vor, Dann die 
SiliquoTen und Leguminofen. 

Im zweyten Theil ftehn die Polypetalae vafaJU - 
ferae , welche nach den Blattern : die Pent ape taloi* 
deae welche nacb Uirem Standort; die Bulbofae und 


4 * 


F unites Bueh. Zweytes Kapltel. 


Tuberofae , die nach der Blathe: die Frumentaceae , 
welche darnach abgetheilt werden, ob die Korner 
efsbar find oder nicht: die Grafer und endlich Ano~ • 
malac , unter denen viel Verwirrung herrfcht. Die 
Baume werden nach der Einfachheit oder aftigen Be* 
fchaffenheit des Stammes abgetheilt, und im dritten 
Theile Nachtrage geliefert. Das Werk ift heut zu 
Tage unbrauchbar, und verdiente nicht den Vorzug, 

* von Linne iiberall angeftthrt zu werden. 

Mehr Fleifs verwandte Ray auf die zweyte Aus- 
gabe feiner Methodus , die 1703 erfchien, auf welche 
die dritte 1733. 8. folgte. . Da unterdeffen die Sy- 
fteme von Rivinus und Tournefort erfchienen waren, 
und vielen Beyfall fanden , fo fuchte er den VVerth 
der Gorolle,, als Norm der Eintheilung, herabzu* 
fetzen, wie er iiberhaupt von keinem einzelnenTheil 
die Norm der Clafllfication entlehnen zu mttffen 
glaubte, fondern durchgehends das aufsere Anfehn 
am meiften gelteo liefs, und die Charaktere von al- 
ien Theilen ohne Unterfcfiied entlehnte. Zugleich 
gab er Regeln der Syftetnkunde , die Linne fo aufge- 
nommen, wie lie Ray vorgetragen : dafs man nam- 
lich nicht zu angftlich an einem einzelnen Gharakter 
hangen , und gicich neue Gattungen bilden miiffe, 
wenn diefer Gharakter fich andere. Der Gefammt* 

' Eindruck der Pilanze miiffe vielmehr entfcheiden: 
auch konne wohl ein einzelner Charakter der Fami- 
lie in einer Gattung fehlen, wenn nur diefe fonft / 
tibereinftimme. Er will, ferner, dafs man die Cha- 
raktere nicht zu zahlreich • angebe, damit das Ge- 
.dachfcnifs nicht befchwert, und ftatt der Charak- 
teriftik eine Befchreibung gegeben werde. Die Merit- 
mahle, welche den Charakter ausmachen , mflffen 
kjar, beftimmt und deutlich ausgedruckt werden. 

Die von der Grofse und der Aehnlichkeit mit andern 
bergenommenen find viel weniger zu billigen, wenn . . 


« 


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Verfuche xnethodifcher Anordnung der Gewachfe. 43 

* \ 

die Vergleichung nicht Jedermann einleuchtend ift. 

Auch dttrfen , fagt er, die Theile nicht zu klein 
feyn , von denen man Merkmahle entlehnt,* damit 
man nicht immer nothig habe,ein Mikrofkop mit 
fich herumzufiihren. ' Endlich miiffen die Namea 
fo wenig afs-anoglich verandert werden. 

Hier fowohl als in der Disf. de variis plantarurh 
methodis , Lond. 1 £>96.4*1 verwirft Ray die allgemeine 
Eintheilung in vollkommene und unvoJJkoinmene 
Pflanzen, weil jede in ibrer Art vollendet fey. Es 
fey beffer, die unvoJlkommenen Pflanzen niedece zu 
nennen. Den letztern fehle irgend ein nothwendi- 
gerTheil, befonders dieBliithe: denn von der Frucht 
fey es unentfchieden , ob fie, aufscr den Schwam- 
men , einem Gewachs fehle. Daher theile man 
fchicklicher die Gewachfe in folche ein, die blflheu 
und die nicht bliihen. Zu den letztern werden die 
Meergewachfe, Korallen, Algen u.f. w., dieSchwam- 
xne, dieMoofe, vielleicht auch die Capillares (Far- 
^renkrauter) gezahlt. „> Die bltihenden werden in Di- 
kotyledonen und Monokotyledonen eingetheilt: die 
letztern haben weder zwey Kotyledonen, noch zwey 
Lappen derfelben. Jeder fleht, dafs dies der Anfang 
einer beffern Anordnung war, die Ray auch auf die 
JJaume ausdehnte, denn die Paltnen gehoren , wie 
er ausdriicklich fagt, zu den Monokotyledonen. Zu 
den Meergewachfen zahlt er auch die Thierpflanzen : 
zu den Moofen die Lichenen und Lycopodeen. In 
den Farrenkrautern fchien ihm etwas der Blflthe uhn- 
Jiches vprzukotnmen , wozu die Beobachtung Plu- 
nders von dem kelchformigen Schleyerchen der^Cya* 
thea Gelegenheit gab. 

' Die Dikotyledonen theilt Ray tiberhaupt in fol- 
che ein, die blofse Staubfaden haben, und die mit 
einer Corolle verfehen find. Hierbey komme es 
vorzuglich auf die Unterfuchung an , was Kelch und 


/ " 

44 v Fiinftes Buck. Zweytes KapiteL 

» . s 

was Corolle fey. Ray fieht zuerft auf die Dauer odfer 

Hitifalligkeit diefer Httllen. Hinfallige, > gefarbte 

Httllen feyn corollinifch; grttne und dauerhafte aber 
keJcbartig, wie bey den Polygoneen, ( De variis 
plane, meek. p. 17. 18. Method, plane, emend . p. 17.) 
Ueberall giebt er die 'Grunde feiner Abweichungen . 
von Tournefort und Rivinus an, und beruft fich auf 
die genauern Analyfen eines Dr. Carl Prefton, der, 
unfers Wiffens, blofs durch Unterfuchungen aber den 
innern Bau der Fifche bekannt geworden. (Phil, 
erans . 1 9. n, 22 . 5 .) 

Von den Grafern und Cyperoiden gab Ray eine 
fpecielle Anordnung, die das Verdienft hat, dafs fie 
ebenfalJs ganz natttrlich ift und die Merkmahle vom 
Blttthenftand und von dem Gefammt- Eindruck ent- 
lehnt. Die Grafer find namlich: 

1. Gramina fpicata. 

a. Spica fimplici. Triticea, Secalina, Loliarea, 

Panicea, Phalaroidea, Alopecuroidea, Ty* 
pbina, Echinata, Criftata, Avenacea fpicata, 
Singularia ( Antboxantbum , Crypfis). 

b. Polyftachya. Dactyloidea, Arundinacea* 

2. Gramina paniculata. / 

a. Locuftis fimplicibus. 

ee. Maxima, panicula lanuginofa. Arundine$# 
/ 3 . Minora. Milium, Poa, Feftuca, 

b. Locuftis fauamofis. 

ct. muticis. , 

f 3 . ariftatis. 

Die gleicbe Metbode befolgte Ray in einem 
klaffifrhen VVerk: Synopfis mechodica ftirpium bri -h 
eannicarum , wovon die erfte Ausgabe 1690, die 
2\veyie 1696, die dritte und befte (von Dillenius 
beforgt) 1724. 8., mit 24 guten Kupfertafeln , er- 
fcliien. Ray riihmt die Hiilfe, die ihm die Botani* 
fton feiner Zeit geleiftet. . Er nennt befonders Ad. 


Verfuche metbodifcber Anordnung der Gewachfe. 45 

♦ 

Buddie, deffen Herbarium noch vorbanden ift: Sam. 
Dale, Apotbeker in Braintree, + 1739, den Verf. 
der Pharmacologia, 1693 und 1737: Sam. Doody, 

Apotbeker und Auffeher des Gartens zu Chelfea, 
f 1706: Thom. Lawfon , Arzt zu Strickland in Weft- 
moreland, deffen Verzeichnifs feltener Pflanzen in 
Weftmoreland und Cumberlaud in Robinion's nat. 
Lift. of Weftmorland, p. 89. abgedruckt ift: Ed. 
Lhwyd, Vorfteber des Afhmole’fchen Mufeums, 
•}• 1709 , deffen Beobachtungen fiber die Pflanzen von 
Wallis und Irland in den Phil, trans. 27. n. 334 - 338 . 
28. n. 337. ftehn: Jac. und Wilh. Sherard , von de- 
nen noch ofter die Rede feyn vvird: Hans Sloane: 
Jak. Petiver: Jak. Newton ( Vf. des Compleat herbal. 
Lond. 1752.): Tancred Robinfon, Arzt in London, 
deflen Verzeichnifs in Wales gefammleter Pflanzen 
Banks befitzt, (Bibl. 3 , i 38 .): und Wilh. Vernon, 
der Maryland befucht hatte. Ray ift aufserft forg- 
faltig in der Angabe der Synonyme und der Stand- 
orter : weniger genau find feine Befchreibungen* Ei- 
nige Pflanzen giebt er an, die man fpater nicht wie- 
der gefunden: als Echinophora fpinofa, die Lawfon 
in Lancafhire fand. Seine Alfine polygonoides tenui- 
folia (p. 346 .) , .die Doody auf Hounslow Heath fand, 
tuid die feitdem ffir Bufonia tenuifolia gehalten wor- 
den, hat fich nicht wieder gefunden. Banks meint: 
es konne Bupleurum . tenuiffimum damit verwechfelt 
•worden feyn. {Engl, hoc ♦ i 3 i 3 .) Zuerft erfcheinen 
hier: * / 

s / * 

• Air a praecox t, 22. f. 2. . . Feftuca duriuscula 
t. 19. f. 1. * F. uniglumis 17. 2. . . Avena pu* 

befcens 21. 2. . . A. pratenfis 21. 1. . . . Galium 
anglicum 9. 1. . . Sagina erecta i 5 . 4 * • • An the - 
ricum feroeinum 17. 1. . . Sedum anglicum 12. 2. 
Ceraftium femidecandrum i 5 . 1. ♦ . C.alpinum i 5 . 
2. . „ Euphorbia porclandica 24. 6. . • Ranuncu * 


1 


4& Fiinfies Buch. Zweytes Kapitel. 

\ • 

Jus parviflorus 12. 1* . • Aftragalus hypoglottis 12. 
3 . . . Trifolium Jtriatum 10. 5 . .- . Tr. ornithopo* 
dioides 1 4 * 1 • • • 'TV*. filiforme 14. 3 . . . Tyre* 

thrum maritimum 7. 1. . . Orchis pyramidalis 18, 
. . Equifetum limofum 5 . 2. . . E.' paluftre 5 . 3 . 

. •. Ifodtes lacuftris id. l.t. 2. . . Splachnum ova - 
3 . 2. . . Conferva gelatinofa 2. 3 . . . . Fucus 
plumofus 8. f. 5 . . . F. amphibius Turn. 2. 6 . . . 
Geaftrum ruff fee ns 1.1. 

Mit Rivirius und Tournefort fi)hrte er gelelirte 
Streitigkeiten fiber die Vorzfige der verfehiedenen 
Methoden. Jenev batten der Corolle einen VVertfa 

. ' V 

gegeben, den Ray nicht anerkannte. Auf Rivinus 
Sendfcbreiben : de methodo plantarum epijtola ad J. 
liaium , foigte des letztern refponfuria ad A . Q. Rivi- 
num , welch e beide in der fynopf. ftirp. brit. ed. 1, 
abgedruckt, aber in der letzten Auflage weggelaffen 
find. Er greift hier vorzdglich Rivinus Eintheilungs- 
grund der Regelmafsigkeit der Corolle an , und zeigt 
dn dem Beyfpiel des Echium, dafs eine Pflanze wohl 
eine ttnregelmafsige Corolle haben konne,.ohne des- 
wegen zu einer andern Familie zu gehoren , als die 
mit regelmafsigen Corollen.- 

Ray’s Methode ward auch vonChriftoph Knauth, 
Stadtarzt in Halle , (geb. i 638 , f 1694,) angenom- 
men. Seine Enumeratio plantarum circa Halam fpon - 
te pro venientium y Lip f. 1687. 8., enthalt, nach Ray’s 
Methode, die Pfianzen der hallifchen Flor, befonders 
der weftlichen Gegenden: denn den Often und Sii- 
den' febeint er wenig befnebt zu haben. Manche 
Pfianzen finden fich auch nicht mehr an den Orten, 
wo er fie angegeben: z. B. Ledum paluftre im Papen- 
dorfer Holze bey Hohnftadt (p. 64 *) * Bupleurum 
latifolium (p.88.) , woffirLeyffer R. rigidum genom- 
men, ift nichts anders als B. falcatum. Bulbocafta- 
num p. 84. ift gewifs nicht in der hallifchen Flor. 


Verfuche raetboiiifclier Anordnung der Gewiichfe. 47 

^ X • 

‘ \ * 

Sedum Cepaea p. 80. bat fich auch bey Rulsdorf ver-' 
ioren. Sein Tithymalus amygdaloides p. 52 ., den 
Leyffer als Euphorbia amygdaloides aufgefilhrt, ift 
nichts angers als E. paluftris. Hypericum minus ere- 
ctum p. 61., welches als H. pulcrum in der Leyffer- 
fchen FJor fteht, ift wenigftens nicht diefe Art. So 
verhalt es fich auch mit Orchis barhata foetida p. 72. 
(Satyrium birci'num Leyff. ) und Orchis rotunda Da- 
lechampii p. 71. (Orchis globofa Leyff.). 

Auch Gunth. thrift. Schelhammer , Prof, in 
Helmftedt, dann in Jena, und endlich in Kiel, (geb. 
1649, t *7 *6,) trat a uf Ray’s Seite bey dem Streit 
fiber die Vorzuge der neuern Methoden, indem er 
noch die Eintheilung nach dem Gefammt- Eindruck 
in Schutz nabm und die Baume von den krautartigea 
Pflanzen fiir wefentlich verfchieden angab. 


In der That war Ray’s Methode die einzige na* 
turliche jener Zeit , weil fie nicht von einzelnen Gha- 
rakteren , wenn auch der wefentlichfteri Theile, aus- 
ging, fondern von dem aufsern Anfehn und von iiber- 
einftimmenden Merkmahlen allerTheile die Einthei- 
lungsgriinde entlehnte. Aber wejl alle feinere Un- 
terfchiede dabey vernaclilaffigt wurden , und es flber- 
haupt an einem leitenden Princip fehlte; fo konnte 
fie auf allgemeinen Beyfall urn fo weniger Anfpruch 
machen, je mehr durcb Erfindung und Verbefferung 
kQnftlicher Syfteme die Erlernung der Wiffenfchaft 
erleichtert wurde. 

Wie Cefalpini das erfte Fruchtfyftem fchuf; fo 
war Aug. Quirinus Rivlnus , Prof, in Leipzig, (geb. 
i 652, f 1725,) der erfte, welcher der Form der 
Corolle einen fo hohen Werth beylegte, dafs er 
darauf ein zwar foJgerechtes und die Forderung 
der Vernunft befriedigendes , aber der Natur ganz 


1 


48 t ■ Fiinftes Buch. Zweytes Kapitel. 

* 

fremdes, Syftem grtindete. Dies that er zuerft in 
der: Introduqtio generalis in rem herbariam , Lipf. 
1690. fol. Es enthalt diefe Abhandlang zuvorderft 
treffliche Orundfatze tiber die Benepnung, die Cha- 
raktere und Differenzen der Pflanzen. , Rivinus ftellt 
zuerft die richtige Regel auf, dafs der Name der ei- 
nen Gattung nicht einer andern beygelegt werden 
rotiffe, wie dies bisher imrner gefchah, wo Alfine, 
Saxifraga, After und fo viele andere Namen von den 
verfchiedenften Gatturigen gebrtoucht wurden. Die 
Namen miiffen vom 'Vaterland , den Erfindern , der 
Form und dem Gebrauch entlehnt werden. Wo die 
Pflanzen in wefentlichen Theilen , befonders der 
Bitithe und der Frucht, abweichen , da miiffen fie aJs 
eben fo viele Gattung6n mit eigenen Namen belegt 
werden. Auch tiber die Bildung der . fpecififchen 
Namen komrnen treffliche Grundfatze vor, die Lin* 
ne fpaterhin angenommen. Der Gattungsname mtif- 
fe bey jeder Art wiederholt und der fpecififche als 
Adjectiv zugefetzt werden. Diefe Namen miiffen fo 
kurz als moglich feyn, und dtirfen nicht in Defini* 
tionen ausarten. 

Was die Eintheilung feines Syftems betrifft, fo 
fchaffte Rivinus, nach Jungs Beyfpiel, die Abtheilung 
der Pflanzen in Baume, Straucher ynd Krauter ab, 
und warf es dem Morifon vor, dafs er fchwankende 
Regeln bey Aufftellung feiner Methode befolgt habe. 
Er ging von dem Grundfatz aus, dafs die Blume 
wichtiger als die Frucht fey: denn jene bezeichne die 
Vollkommenheit der Pflanze , diefe diene zur Erhal- 
tung der Art. Weil Ray der Frucht den Vorzug ge- 
geben , fo feyn in feinem Syftem fo viel Anomalieen 
geblieben, welche auf keinen Beyfall Anfpruch ma* 
chen kdnnen.' Die Corolle betrachtet er nach ihren 
Theilen, die er petala nennt , wenn fie nicht zufam- 
menhangen, laciniae ab er, t wenn ein Zufammenhang 


I , 

Verfuche methodifcber Anordnung der GeW&chfe. 49 

. / » 

‘da ib** a ls kommt bauptlachlich bey feinem Syfterri 
auf den Begriff der Regelmalsigkeit an. *Diefen ent* 
lebtft er nibht biofs von der gleichen Qrdfse und Ge- 
ftalt der Theile, fondern atich von dem Stande defc 
Befruchtungstheile in der Mitte <ter Corolle, ja fo- 
gar v6n der Bildung des Kelches. * 4 " \ 

r: In denVfelben Jahre folgte: 'Ordo plantarum\ 

(filet* fuftt Jlore mondpetalo irreguldri woififtdia 
Labiaten , Viticeen : urid 1 Serofnlarinen abgehandelt 
Werden. Er theilt flbVthaupt Pftateeh p wife 

fpHter auch Linn6 y in die GymnofpeiVfaeo tifid Angitis* 
fperrrien. Indeffen macht er hier%i’ebr^ : Gatlungerf^ 
als nach feinen eigenen Grundlatzen Sttftt finden kortf» 
rien : " To* \unterfcheidet '* er Salvfa vdft ‘ Horminurrf. 
Anch find die Charaktere der Stachys ; Glittopot 
diurb 1 ,^ Wer Satureia und anderef iiiicht genau. “'1 2S 
gute Abbiidungeri von Pflan2en , / die ! bis Ndahin werifc* 
ger bekahnt waren , wie von Salvia' virj^ata, Lbni£&- 
Va fertipervirens, Teucrium campanulaturfi , oriental 
lfc L und Linaria chalepenfis erhohen den 'Werth del 
Werk es.’ ’ r - ' * ‘ ’ r “ • * 

u,jl J Dan n folgte t Ordo plan tar um , yua& fuht fltipk 
frregulari tetrapetalo> \Ap[. 1691. fob flier find die 
Leguminofen nicht nach der Bldthe^ (ondern nVcb 
der Frucht beftimmt. * Trifolium, Colutea tiiid Cro- 
talaria bekommen hier ziierft ihren ’riefitigen CH** 
raRtee; 1 Aber* Galega , Lotus, Laburnum , Pfeuda* 
cacia, Pbafeolu8 find fchlecht beftimmt. So find HeV 
dyfarum von OnobrycHis, Spartiuni Von Genifta^ 
Tragabantha von Affragalus, Cracba von-Vicia fefiV 
Vfreit feotPernt. Vicia, La*thyru$, Pifum und anderd 
unterfdhfeidet RivinuS, Urieingedenk feiner eigeneii 
Grubdfatze, mehr nach' dem aufsern Anfehn. ‘1*24 
Kupfertafeln enthalten mebrere neue Arteni als Lit* 
pinus : anguftifolius, He dyfarum flexuofum , Clitoris 
\ tern a tea u. f. f . • £ » •* '* 1 1 

0 «ick . d, Bouoik. a. B. A. 


f 


SO 


;Fiinft$s Buch. . Zweytes Kapitel. 


> * I l5j v 


- Endlich erfchien : .Ordo plantarum , quae Junt 
More irregularipentapetalo 9 Lipf. 1 699. fol. j mit 108 
Kupfern, welche die Umbellaten enthalten. Darun- 
ter bemerken wir kaum eine vorber nicbt bekannte 
Art. Noch hatte Rivinus auch die Pflanzen mit un- 
regelmafsigen fechsblattrigen Corollen , worunter die 
f Qrphideen, bearbeitet; : allein diefe find nie beraus- 
gekommen. , Er batte auf die Kupferplatten zu den 
erften * drey Theilen noch ; Pflanzen - Abbildungen 
rftechen laffen , wovon iich in meinem Exemplare auf 
den nicht uumerirten Tafeln folgende linden; tab. 21 
Valeriana flore exiguo. t. 6. Locufta minor*, t. 29* 

, Brunella vmijapr. . t, 67. Horminum flore vafiegato* 
t. 42. Serpillum montanum hirfutum. t. 67., ; Hedera, 
terreftris minor, t. 99. Veronica minima ( repen$. 
*, 100.. Beccabunga minor. Bey andern Exemplaren. 
finden fich andere Zufatze. ; Noch wolite Rivinus ein^ 
Tyrocinium botanicum , nach Art der ToumefortV 
fchen Inftitutionen herausgeben; aber es fehlte ihrn 
giazu theils an Gelde, theils befchafftigte er fich in, 
den letzten Jabren feines Lebens mehr mit der The, 07 
logie und Aftronomie, und leider kam fein Nachlafs 
an folche Erben, die der Welt die Fortfetzung.des, 
grofsen Werkes vorenthielten.,,.^ . j 0 .. f „ l j 

Die Streitigkeit zwifchen ihm und Ray haben 
wir fchon heriihrt. Auch v 01 . Rudbek der jungere* 
trat als Widerlacher diefes; Syftems in der Disf.^de 
fundamental i plantarum notitia rite acquirenda , Aug.. 
Vind. 169*. 12., auf. Zuerft bemerkt er, daf$ lpbo^ 
Jung die Corollen in uniformes und difforn^esf ^nge** 
theilt babe, dafs alfo der Unterfcbijed der ijegeWa?, 
fsigen und unregelmafsigen Corolle wenigftens nicht, 
lieu fey. Dann fuchte er zu zeigen , dafs die Fjrucht’, - 
wichtiger fey, als die Blfithe, wogegen freylicb de$ 
Rivinus Anhanger immer erwiedern konnten : 7 die. 
Frucht fey in offenbar verfchiedenen Gattungen, ja 


Verfuche methodifcher Anordnung derGewachfe. 51 

• * 4 * * # « * H 7 V • r *i * 4 * * 

• ■ 4 

focar in v;erfchiedenen Familien (Rubiaceae und Um- 
bellatae) im Wefentlichen diefelbe. Auch tadeltRud- 

' • , * , 4 

bek mit Recht die Benennungen der Pflanzen, die 
auf Aehnlichkeiten mit fchon bekannten beruhn; 
daher er befonders die Pfeudo - Acacia , - Pfeudo •Fu* 
maria > den Pfeudo Dictamnus, das Pfeudo -Marru^ 
Hum des Rivinus nicht gelten Jaffen will. 

| , , , ° „ j- r *| 

Spater noch trat der nachmals berflhmte Jo. Jak. 
pillenius als Gegner des Rivinifchen Syftems auf, 
( Catalog . plant . circa Qiffam nafcentium . 17*18. 
Scharf wird hier die Unftatthaftigkeit der regel - oder. 
unregelmafsigen Form derCorolle, als,Eintheilungs- 
^rund, gerttgt: es wird befonders ausgefetzt » dafs inj 
jenem Syftein verwandte Pflanzen getrennt. .undmei 
fremdartigften verbunden worden. Als darauf Ri- 

' j 1 • I I- ™ ' < f »* *■> j ’ , ' , N , , , < , J •» » ■J 

vinus in der neuen Ausgabe feiner Introductio 1720. 
8. geantwortet, fo gab Dillenius in ^em Anhang zi\ 
feinem catalogus, der 1719 Frcf. ad Moen. auf deirf 
Titel hat, ein Examen refponfionis Rivinianae, worm* 
die frfihern Vorwiirfe wiederholt werden. So hat- 
ten freylich Dictamnus, Pyrola, Viola, Aefculus, 
Pelargonium und Geranium mit den Dohlep-Ge- 
wachfen nichts gemein, als fflnf CoroRenblafter* 
Unregelmafsig wurde die Corolle diefer PflanZen ge- 
nannt, weil die Umbellaten zwey .piftille haben, 
weil in den Geraniis africanis (Pelargonium) , 'die 
UnregelmSfsigkeit der Corolle offenbar ift, ip cfert 
europaifchen ; aber, nach Rivinus Meinung, durcli 
die Saftmaler auf dep Biattern angedeutet wird. Von 
der Gattung Trifolium find einige Arten monopeta- 
lae, andere tetrapetalae. Dies alles giebt dem Dil- 
lenius Gelegenheit zu Ausftellungen. 


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*K. > 


in 


* <_ t f 

Mit dierem Syftem ftimmte das Tournefort’frhe 
der Hauptfache iiberein, da es die Geftalt der Co* 

' • * • • • ‘ * • ; * • * '* 4t M '• * * * • 


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52 Fiinftej Buch. Zweytes Kapitel. 

4 . .. » . . . - •»■**'' __ - a * * ft 1 i , * 

rolle als Norm annahm. Aber es war ficherer be* 

* * f * , ( A ‘ ** * C * t * O, 

grflndet, allgemeiner angewandt, und die Gruppen 
und Gattungen waren nach fefterq Priocipien auf- 
gefteJJt. 

Der Stifter diefes Lehrgebaudes , Jdfeph Pit to n 
de Tournpfort , aus Aix in der Provence i 656 gebo- 
rem, war von feinem Vater dem geiftlichen Stand ge- 
widmet. AUein das Beyfpiel feines Oheims, der ein 
gefchickter Arzt war, erfallte ibn mit Vorliebe ftir 
Arzney- und Naturkunde. Durcb den Tod feine^ 
Vaters 1677 ward er in deh Stand gefetzt, . feiner 
Neigung zu folgen. Nach Hem er die Provence, iiocli* 
burgund und Savoyen durchfucbt batte, ging er nach 
Montpellier , und von da nach Barcellona. Auf bei-; 
den hohen Schulen lebte er weniger in den Horfalen 
als in der freyen Natur. Die Pyrenaen, wejche feit 
Clufius Niemand befucht batte , durchforfchte er mit 
grofsen Aufopferungen und in einem Aufzuge, der. 
ihn, wegen feiner Aermlichkeit , gegen Beraubung 
ficher ftellte. Seine Baarfchaft verbare er in fcbwar- 

'.'m . <*. t , * O > - -r f 

2em Brot, welches er bey fich trug. Einmabl fiel 
eine Hiitte, in der er Schutz gefucht, ein, und er 
' lag zwey Stunden lang unter dem Schutt begraben., 
1681 kehrte er nach Montpellier und von da nach 
Aix zuriick. Bald erhielt er durch den Leibarzt Fa- 

* • , » m 4 j 1 % 0 

gon,;einen eifrigen Beforderer der Botanik, einen 
Ruf als Prof. deF Botanik nach Paris, wo er i 683 
fein Amt antrat. Allein die Neigung zu Reifen er- 
wachte bald mit neuer Starke. Er durchzog Spanien 
und Portugall, befuchte auch England und Holland, 
wo ihm Hermann feine Stelle anbot. Er fchlug fin 
aus, und ward nach feiner Rfickkehr zum Mitglied 
der Akademie der Wiffenfchaften ernannt. 1696 
ward er Doctor der Medicin, und 1700 erlangte er 
von der Regierung die Erlaubnifs, Griechenland und 
Kleinafiea zu befuchen, um vorzflglich die Botaoik 


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Verfuche methodifcher Anordnung der Gewachfe. 53 


der Alten aufzuklaren. Begleitet von dem deut- 
fchen Arzte Gundelsheimer und von dem trefflichen 

I: , • 

Pflanzen- Maler 1 Aubriet , ging er dahin ab, und 
brachte nach zwey Jahren unter vielen andern Scha- 
tzen des MorgenJandes i 556 neue Arten von Pflan- 
zen zurdck. Er ftarb 1708 an der Bruftwafferfucht. 

Sein Syftem trug er zuerft in den Elemens de 
botanique , vol. 1 — 5 . Paris 1694* 8. , dann in der 
Bp- de optima methodo inftituenda in re herbaria , 
1697. 8., vor. LJmftandlich entwickelte er es in den 
unfterblichen : Inftitutiones rei herbariae , *vol. i — 
3 . Paris 1719./ von denen die beiden Jetzten Bande 

* ~ • * f 1 _ ^ 1 1 

die 'Darftellungen der Gattungs • Charaktere , nach 
feinem Syftem enthalten: Dies ift unftreitig imGrun- 
de ein kttnftliches: denn dieGeftalt der Blumen liegt 
dabey zum Grunde. Alle Gewachfe find entweder 
apetalae'f. ftamineae y oder petalodes . Die letz* 

tern find entweder monopetalae oder polypetalae • 
Diefe Formen werden nun wieder, nicht nach der 

♦ v ' « • t 

Regelmafsigkeit , fondern nach der Aehnlichkeit mit 
g-'.wiffen Hauptformeh, abgetheilt, So ftellt er fol* 
gende Klaffen aufl ' 

1. Flores fimplices monopetali campaniformes. 

2*. — — — — - — infundibuliformes. 

S. v,— . — * — — — anomaii. ( Arum , 

Ariftolochia , Bignonia . ) 

4. — — ‘ — — * — - labiati. 

• > , 

5 : — » — — polypetali cruciformeg. 

— — — - — — umhellatl. 

_ „ — — — caryophyllei. 

— — — — ~ liliarei. 

•*— ** — — " — — papilionacei. 

“ ‘ ~ — — anomaii, * ( Delphi • 

nium 9 Aconitum , Fumaria , Fiola, Orchider ,)‘ 
12. — - compofui capitati. 


• 1 


n ‘6. 
V* 
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1 1. 


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54 


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Funftes Buck. Zweytes Kapitcl, 


♦ 5 

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f # » # t ♦ | t * m ’ T * 

* 3 . Flores compofiti femiflosculofi. 

! ,i4 — — — radiatj. . .. . 

1 5 . — apetali. (Gramma,) - 4 

16. Stirpes imperfect^e. (Filiccs.) v * 

17. Herbae et fuffrutices line flore et fructu. (Mm- 
^/ci. Fungi , Fwcz, Zoophyta .) j% . 

18. Arbores et frutices, flore apetalo cum fructu 
coniuncto. (Fraxinus , Buxus , Terebinthus,) 

10. Arbores amentaceo flore. 

20. Arbores monopetalae. ( Laurus , lafminuiru 
Arbores flore rofaceo. (Fitis, Hedera.) , 

, 22. Arbores flore papilionaceo. (Cytifus y Ana* 
gyris .) . < 

JVJan fieht fchon,. dafs die letzten Klaffen durchaus 
jiicht kunfrlicb, nicht einmahl nattirlich, fondern 
vollig willkiihrlich find, da die Scheidung der 
Baume und Straucher von den krautartigen Pflanzen 
der Natur fowohl, als auch den Begriffen wider- 
fpricht. So kunftlich an fich die Grundlage ift, fo 
wenig bleibt docb Fournefort diefer Idee getreu* 
Zwar tbeilt er die Klaffen wieder in befondere Grupi* 
pen , die fich auf die Unterfchiede der wefentlicheft 
Theile heziehn. Die Labiaten, zum Beyfpiel , wer- 
den each der Geftalt der Oberlippe abgetheilt: bey 
einigen feiilt fie, bey apdern ift fie helmartig, bey 
noch andern loffelformig, oder endlich gerade auf- 
arecht. Auch mehrere Oattungen werdep von ein- 
ander durch die Merkmahle wefentlicher Theile un- 
terfehieden, und hierin verfahrt Tournefp.rt oft mit 

befonders glflcklichem Scharffinn* So untprfcheidet 
er Murucuia lehr richtig von Paffiflora* bo find fei* 
ne Gattungen Rhagadiolus> Hedypnois, Zacy^itha, 
Cirfium, Melilotus, Urofpermqrn > Glaucium u.?.m. 
durch neuere Unterfuchungen beftatigt* Aber 
oft fieht ’ er bey Unterfcheidung der Gattungen, auf 
Wurzeln, Stamm, Blatter und das ganze aufsere An* 


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Verfuche methodifcber Anordnung der Gewachfe. $$ 

r 

fehn, wodurch fein Syftem den Vorzug eines kflnfN 
lichen verliert. Xiphion z. B. und Iris find bJofs 
durch die Wurzel verfchieden: Cruciata von Gal« 

lium blofs durch die Blatter.' Bey den Scbmetter* 
lingsblumen und Umbeljaten bemerkt man befonders 
diefe Neigung, unwefentliche Dinge in den Gattungs- 
Charakter aufzunehmen. Die Gattungs- Charaktero 
erlautert Tournefort durch 4^9 Abbildungen, von 
denen manche durch keipe fpatere fibertroffen 
werden. 

Es ift nun ganz klar, dafs diefes Syftem auf je« 
den Fall zwar forgfal tiger ausgearbeitet ift und all* 
gemeinere Anwendung zulafst, als das Rivinifche, 
dafs es abcr eben den Fehler hat, eiuen Theil als 
Grundlage anzunehmen , welcher weniger allgemem 
ift,' dafs dabey die hochft verfchiedenen Formen un- 
ter gewiffe Rubriken gebracht werden, welche bey 
weitem nicht erfchopfend find. Denn aufser den 
monopetalis campaniformibus und infundibuliformi- 
bus giebt es ja urceolatas, hypocrateriformes und fo 
manche andere Formen , die hier keinen Platz finden. 
Dabey wird bey den Unter- Abtheilungen keine 
Rfickficht auf den Unterfchied der wefentlichen und 

t 

Unwefentlichen Theile gemacht. Die StaubfSden, 
auf welche fchon Jung aufmerkfam gemacht, werden 
ganz vernachlaffigt: ja er halt die ftamina und apices , 
trotz dem, was Englander und Deutfche fchon fiber 
Ihre Bedeutung gefagt, nur far Ausfonderungs • 
Werkzeuge. ( Introduct . in rem herb . p. 68 . 70 .) 

* Dazu kommt nun, dafs die Ausffihrung feines 
Syftems grofse Mangel hat. Wenn zfi den monope* 
talis campaniformibus Tithymalus, Oxys und die 
Malvaceen gezahjt werden , fo widerfpricht dies der 
WaKrheit und der Natur eben fo fehr, als wenn er 
zu den polypetalis rofaceis den Iuncus, Afparagus 
u 9 d' die Rivina rechnet. 


N 


\ . 

56 Funftes Buch. Zweytes Kapitel. ; Vi , : 

1 

- Untcr den Gattnogen ; werden die bekanpten 
Arten, mit ganz kurzen Definitionen und noch kOr* 1 
zerer Angabe der Synonyme aufgefttbrt, Unter die* 
fen Arten find aber viele Abarten: denn damals hat- 
te man noch keine feften Grundfatze ttber den Be* 
griff einer Aft. 

Uebrigens hatte Tournefort die bekannten Ar? 
ten durch feineReifen fehr vermebrt, In dem Coral* 

* . r 

larium infiitutionum werden 4 556 Arten aufgefohrt^ 
wozu Aubriet treffiicbe Zeichnungen gearbeitet hat- 
te. Da die Phrafen in den Coroilarien fehr kurz 
find, und oft unrecht angefiihrt werden, fo erwarb 
fich Desfontaines ein grofses Verdienft durch die Be- 
kanntmachung der noch nicbt geftochenen Abbildun- 
gen. Es find folgende; Afphodelus creticus {ann* 
du muf. 10, t. ti.). Ophrys mamma fa (t. »2.), 0 . 
tricolor (t. i 3 . 1 , 0 villofa{ t. 14.), 0 . umbilicaca und 
Ferrum equinum (t. 1 5 >) , 0 * denfijlora (t. i6 f ), Art* 
ftolochia cretica ; (t. i$.), 4 * lutea (t. 19.), Daphne 
fericea (t. 20.), Phelipaea Tournefortii (t. 21.), Teu * 
crium microphyllum (t. 22.) , Nepeta meliffaefolia (t. 
a 3 .) , Sideritis rofea (t. 24 •) y Stachys hetonicaefolia 
(t. 25 ,), Dracocephalum lamii/olium (t. 26.), Helio - 
tr opium villofum (t. 33 .) , Borago cretica (t. 34 * Sib- 
thorp fl.; graec. r, 176.), Cynogloffum glafti folium 
(t. 35 .), C. j famine um (t. 36 .), C. I an a turn (t. 
JJnaria grandijlora \ann P 11, t. 2.), I*. corifolia (t. 
3 .), Verbafcum betanicae/olium (t. 4 *)> Phyteuma 
lanceolatum It, 5 .), Campanula ptarmicifolia (t. 6,), 
Camp, paucijlora (t. 7.), C. calaminthlfolia (t. ta.)V 
C. ftricta (t, 1 3 .),, C parvtjlora Lam, (t. * 4 *)» C. co* 
rymbofa (t, i 5 .),, C. pelvif^nnU \ (t. 16.)* C. tubulo/a 
Lam. (t, 1 7.) , C pentagona (t. 18 .) Lactuca eyerie* 
(t, 19.), Cnicus oynaroides (t. 20. -Sibth. fi. graec. t, 
828.), A Tanpcetum. incanum (t. 21.), Anacyclus cfp* 
tkus\t< 22.), Inula conyzvides. 

• * t 

* 


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* Verfucbe methodifcher Anordnung der Gewachfe. 57 

•i. » •* »• - ’ 1 . ■ 

V < , 

gen tea (tr z 4 - Sibth. fl. graec. t.. 108,), Sc, micraneha 
(t. 25.) % Valeriana fifymbriifolia (t. 28.), Cachcys cr«- 
Sica (t, 29.), Bunium ferulaefolium (t. 5o.), Ranun- 
culus grandijlorus (t. 3i.), Helleborus orientalis (t. 

82. H. officinalis Sibth. fl. graec. t. 523.), Papaver 
JloribundumJx, 33.), Hefperis pinnatifida (t. 34.) » 
Alyffutn denfijlorum (t, 35.), A, famolifolium (t. 36 ), 

A, paniculatum (t. 37.), Draba pontica \ t. 38.), Tkla * 
fpi cordatum (t. 39.) , Hypericum ciliatum (t. 4i •) » \ 

Rata parvijlora (t. 4^0 > Cucubalus fpergulifolius 
(t. 43.), Lychnis variegata (t. 44-) > Cotyledon parvir 
Jlora (t, 45. Sibth. fi. graec. t. 445.), QraJJula crena - 
ta (t. 4§.), Pyrus parvijlora ( ann . i2. ,t. 40 » Mef pi- 
las ere tica (t. 5.) , . Rubus Janet us (t. 6.), Lathy r us 
purpureus (t. 7.) , 0 rob us laxijlorus (t, 8.) , 0 . cro - 
ceus (t. 9.), Vicia variegata (t. 12.), Hedyfarum ra - 
diatum (t. 1 3.), Euphorbia biglandulofa (t. i4-)» E* 
denticulata (t. x5.), E, Valerianae folia (t. 16.), Bryo- 
nia cretfcq (t. 17.). Von diefen hat Sjbthorp nuf 
aul's er ft wenige. 

• Aufserdem hat man in diefem CoroHarium noch 

<♦ * * . # i 4 V 

fplgende Pfianzen wieder erkannt: p. 1. Convolvulus 
fagittif alius Smith, (fl, graec. t. 193.), ,C. lanatus 
Vahl. (fl. graec. t. 202.). p. 2. Euphorbia aleppica (fl. 
graec:. t. 462.), p. 3. Campanula heterophylla Sm. (fl. 
graec. t, 208.), Phyteuma limonifolium Sm. (fl. graec. 
t. 218.). p. 4* Campanula cpllina und ruthenica MB., 
Pfryteuma amplexicaule (fl. graec. t. 219.), Galium 
capillare Smith., G. coronatum Sm. (fl. grafec. t. 125. 
Valantia humifufa MB.), p. 5. Hyoscyamus orientalis 
primula longifolia Curt., Afperula lutea Sm. 

(fl. graec, t. 120 ), A. incana Sm. (fl. grace, t. 1 ioi 

1 -- ' _ - ' , m \ m t « ' k « « ^ . ** r * 

4. nitida Sm. (fl. graec. t. 124.)* Ernodea montuna 
Sm» (fl. graep. t. i43.), Crucianella glomerata MB. 

,f ,6. Valeriana macro phy Ha M V* Cardamines MB., 
Anchuja caefpitctfa Sm, (fl. graec. t. 1 6<^) , Anch, fry- 


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5 * 


FiinFtes Bucli. Zvreytes' Kapitel, 


r* 


m t 

l of a MB., Ancli. parvijlora W. (fl. graec. t. 167.)^ 
Anch. rofea MB., Anch. lutea MB.,' Onofma erecta 
(fl. graec. t. 173.), On, orientalis . p. 7. On, fericea 
MB.', On. ft ellidat a MB., Symphytum tauricum W. , 
Symph. afperrimum MB. , Plumbago lapathifolia MB., 

0 Lyfimachia anagalloides Sm. (fl. graec. t. 190.), Vero • 
nicct amoena MB.' p. 8. Verbafcum auriculatum Sm. 
(fj. graec. t. 22*).), P. plicatum Sm. (fl. graec. t. 226.).' 
p; 9. Scrofularia bicolor Sm. chrysanthemifolia Willd.,. 
Scr. minima MB., Euphrafia glutinofa MB. p. 10. 
Orobanche arenaria MB., Phlomis lunarifolia Sm., 
Salvia calycina (fl. graec. t. 16.), «S. craffifolia Sm.. ' 
(fl. graep. t. 26.) , $. argentea (fl. graec, t. 27.). p. 

1 i. Scutellaria hirta Sm. p. 16. Dentaria quinquefo - 
Jia MB. p. 17. Paris incompleta MB., Arenaria ho* 
loftea MB', p. 18. Ceraftium macranthon Link. p. 20. 
Geum coccineum Sm. p. 21. Potentilla fpeciof a Sm.’ 

P. bifurca MB. , Ammi acaule Spr. , Tragium peregrin 
tiiim Spi*/" p. 22. Aftrantia heteropkylla MB., Smyr- 
nium apiifolium W. , Heracleum pyrenaicum Lam. 
Her. apfynthifoliumVe nt. p. 23 . Caucalis orientalise 
Siam graecum, Peucedanum nodofum , Ferula meoides, 
Laferpieium aureum , Cachrys microcar pa MB., C. 
alata MB., Scandix grandijlora MB. , EryngiummuU 
tijidum Sm. ’(fl. graec. t. 269.), Er. partijlorum Sm. 

v.:r/f. . ’ ' ; 

• *'*■ Von feiner Reife gab er einen vortrefflichen Ber . 
iriebt heraus : Relation d*un voyage du Levant, tom. t« * 
2. Amft. 1718. worin folgende neue Pflanzen ab« .' 
gebildet find : 

w ^ \ * 1 1. J 

Marina perfica '2, 120. . . Bor ago orientalise 

2, i 3 . . . Echium orientale *2, 107. . Campanu • 

7 a laciriiata 1, 99. . C. heteropkylla 2, i 54 - - • 
Vetbafcum pinnatifidum 1, 128. . '. V. Osbekii 2, 
S 3 . . . Ferula orientalis 2, i 54 - • • Laferpilium 
ferula :eum 2, 121. *. . Vaccinium Arctvftaphylos 


\ 


• 1 i i ’ • 

' Verfucbe methodifcher Anordnung der Gewlchfe. 59 

2, 98. Daphne poptica 2, 83 . , . .Celtis Tour- 
nefortii 2 y 170. . . ' Saxifraga Cymbalaria 2, 148. 

• . Cucubalus vifcofus ib. . . Silene bupleuroides 
2, 1 54 .,. • Calligonum Polygonoides 2 > i 47 - • • 
Mefpilus tanacetifolia Smith. 2, 172. . . Papaver 
orientale 2, 118. . . Origanum T our nefortii 1, 91. ^ 
. . Scutellaria orientalis 2, 120. . . Rhinanthus 
orientalis 2, 126. P . Dodartia orientalis 2, i 45 . . • 
Lepidium lyratum 2,. i 4 t. • • . Alyjfum veficarium 
2, 109. . . A . lunarioides 1, 92. . „ Cordylocar - 
pus laevigatus Willd. 1, 98. . . Hedy f arum cornu* 
turn 2, 108. . . Aftragalus chriftianus 2, 109. • • 
Hypericum orientale 2, 97. . . Scorzonera elongata 
i, 88. ♦ . Gundelia Tournefortii 2, 108. . . Art + 
jftolochia hirta 1, 147. 

Auch kommen in den Denkfchriften der pari* 
fer Akademie mehrere trefflicbe Abhandlungen von 
ihm vor : * befonders fiber die Gattungs * Charaktere 
Von Hydrocbaris, Menifpermum , Ofteofpermum , 
Polygala Chamaebuxus, Camforofma, Mesembrian* 
themnro, (m^m. de Vac . de Paris $ * 7 © 5 . p. 3 10.) : 
fiber Myrica, Orobanche, Glitoria, Valantia, Lava* 
tera und Gloriofa ( mem, 1706. p, io 3 .)« 

• • * 1 


Wenig Beyfall erbielt das Syftem, welches Pet. 
Magnoly Prof, in Montpellier, (geb. i 638 , f 1715,) 
bearbeitete. Er felbft gab bey Lebzeiten einen Pro- 
dromus hifcoriae generalis plantarum y Monspel. 
1689. 8. , welcher grdfstentheils nach Ray’s und Mo^ 
rifons Grundfatzen gearbeitet ift. Aber fein Soho 
Anton, deS Vaters Nachfolger, (f 1769,) gab den 
Novus character plantarum , Monsp. 1720.8., heraus, 
wo die Pflanzen alle nach dcm Kelche abgetheilt, 
die Unterabtheilungen aber von der Corolle enl* 
lebnt werden, Er dehnt den Begriff des Kelcbes 


/ 


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7 


6b Funftes Buch. Zweytes Kapitel. 

- -*«■ * * ’ « * ' . * , 

* # r •> * • ▼ W <• * ( / * 1 * * s 9 I * , ' ^ t • 

fo weit aus, dafs er jede Htille des Saamens darunter 
begreift, daher denri kaum eine Pflanze ohne Kelch. 

. ' ° . . ! I * r | - ■ ^ « " 

tind diefer haufig doppelt erfcheinfc * ! Der aufsere 
haogt in diefem FaJIe nicht air der Frucht, und kann, 
\vie bey Polygonum , gefarbt feyn. Es giebt alfo 
drey allgetneinc Klaffen : folche, die blofs einen 

Sufsern, folche, die blofs einen innern, und endlich 

* * * » „ , * ' ' 

die, welche diden doppelten haben. Farrenkrau- 
ter, Moofe und Algen fcheinen ihm blofs einen au« 

fsern Kelch zu haben/ Man fieht, wie~ wiilkahrlich 

. » . * - * * » 

hierbey verfahren , > und dafs das Ganze ein blofses 

Spiel ift , welches nie ,auf Beyfall Anfpruch machert 

konnte. * ' . ,* ' . ‘ r ' 1 

Von Magnol hab$n wir aberdies ein Botaniaon 

monspelienfe , Lugd. 1676. 8., und Hortus monspe - 

lienfis , Monsp. 1690 8., worid von folgenden Pdan- 

zen ziemiich rohe Abbildungen vorkommen: 

Schoenus nigricans bot. 1 46. . . Stipa iuncea , 

Jb. i2i. . . Lo nicer a pyrenaica hoft. 209. . . Craf* 

fula Magnolii Decand. bot. 267. 238 . . . ‘ Allium 

rofeum ib. 10. . . Saxifraga hirfuta hort. 87. . . 

Cucubalus rejlexus bot. V70. . . Arenaria larici - 

folia hort. 11. . . Garidella Nigellaftr urn. hort. 

i 43 . • . ' Teucrium lucidum ib. 5 2. . V Lepidium 

nudicaule bot. 187. . .* L* procumbent ib. i 85 . . . 

Ononis tridentata hort. 16., . , 0 . crifga ib. 17. . * 

Aftragalus uralenfis hort. 27. . , ' M*dicago laciniar 

ta bot. 270. . .. Conyza ficulaboi. 76. . . Chryt • 

qnthemum graminifolium hort. 21. . . . Chr . mons* 

pelienfe ib/ . . Verbefina alula hort. 4 o. *. . Xan • 

thium fpinofum hort. 208. . . holy podium leptophyl* 

lum ib. 5 . . . Davallia canarien/Q ib. 79, . . Lin* 
it' - u 

kin No/coo bot. »6o. 

^ . . . v . 


/ 

i 


*1 .. 


.* f 


... v ^ f . t i • • 4 

Fiinftes Bucb. Drittes Kapitel. 


6l 


“ " D r it t e s . Ka p i t e L - , 

' Reifen,.' wodufch ' die Pflanzen-Kennt% 

- r . • 4 ~. r j > • •! ***■’ * •••* 

nils, gewonnen. 

^ , \ . 4 ) ( y J » * O* 4 •* 1 | ^ l< I ^4* ^ ^ 

• * ' 

Grofsen und koftfpieligen Unternehmungen war 
das Zeitalter* des d'reyfsig)ahrigen Krieges nicht giln? 
ftig. Indefs wurde America von Spaniern, Nieder^ 
landern und .Britten, Oftindien von Hollandern un- 
terfucht. Ja Lander und Infeln , die bis daliin eanz 
unbekannt geblieben, aJs Japan, die. J*hilij>pinen t 
China, Madagafcar und fogar das polarifche Spitz^ 
bergen offneten ihre verborgenen Schatze den Pflan* 
2enForfchem. • 

*»• * « ' * \ t * * • 

■% ' . y | r ■ _ 5 « > w «« •• 

, Von Spaniern , die America befucht^p ,, find 
zwey befonders zu erwahnen, Franz Hernandez pud, 
Barnabas Cobo. Beider Werke find niqjil vpilCtandig 
auf uns gekommen. Von dem erftern wiffen wir. 
nur, ; dafs Philipp II. ihn nsch Mexico fchickte , wo 

- • v„\ m s • v • ;• ./* 

er eine Menge rnanzen iammelte und 1200 derfel- 
ben malen liefs. Er foil fieben Jahre ( 1 5 c ^3 — - 1600) 
in der neuen Welt gelebt und einen Aufwand voo 
60,000 Ducaten eemacht haben. (Jq/T de Acofta na • 
*wr. /jut* occid. hift . 4 > 29. in <£e Bry Americ. P. IX.) 
Siebzehn Bande folcher Abbildungen und.Befchrei- 
bungen brachte er zuriick, die in der Efcurial fchen 

* y • * • * ' e • * 

Bibliothek aufbewahrt wurden. Zw6lf davon wur- 

^ » • . • * • « *>♦ » .« ». # « 

den eiri Raub der Flammen: die iibrigen ftinf ent- 
deckte nach anderthalb Jahrhunderten .Job. Bapt. 
Munoz, und ttbertrug dem bekannten Ortega die 
Herausgabe. {Cavan, anal . de cienc. nat. 20, 125 *) 
\ Diefe ift aber nicht zu Stande gekommen. Dagegen 
erfchien ein lateinifcber Auszug von Nardo Anton. 
Recchiy auf Koften des Franz Ce/i, Prafidenten der 
accademia de* Jincei: Nova plantar um re gni mexica - 
ni hiftoria. Rom. i 65 i. fol. Neben den ziemlich ro- 


• *, 


4 a Fiinftes Buck. Drittes Kapitel. 

t 0 n * • • 4 # i > . « • 14*^ /» M ‘ * t 4 

ben Abbildungen. ftehn die barbarifchen mexicani* 
fcben Namen; ; dazu kommen Noten Von Recchi und 
Terrenzi, durch welche aber die Beftimmung der 
PBanzen urn nichts leichter wird. Was ficb unter 
diefen Umftandeh herausbringen liefs, find foJgende 
Arten: • . ...... . . ' 

* s ’ ’ Salvia forma fa io 3 . . Piper geniculatum 
* • • Commelyna tuberofa 2 . 5 Z. . . Ficus citri- 
folia 8i. 82, . . Cyperus articulatus 33 . . . Tour - 
nef or tia bicolor 292. . . Convolvulus lit oralis 256. 
l\ Lobelia, acuminata 210. . • Mirabilis longijlorct 
170. • . Cerbera Thevetia 443 . . . Cheno podium 
Quinoa 269. . . Lifianthus exaltatus 235 . . 

J Eryngiuirt aquaticum 222. . ‘ Rhus copallina 45 . 

• . . Paullinia mexicana 289. . . Myroxylon pervi • 
ferltm 5 i» . . Melaftoma fragile 4 * 3 . . . Copai - 
/era officiritilis' 48 ‘. . . Bocconia frutefcens i 58 , . r 
Cactus Phytlanthus 392. 457 ,. . . Ferraria Pavonid 
^76. . . Chiroftemon platanoid.es 383 . 459 * • v 
PaJJijlord perfoliata 3 oi. . . Geranium carolinia - 
«^?7? 2q'3. .V ’ Carolinea infignis 68. . . ‘ Achania 
ihollis 1 i 7. . . Stevia punctata 36 o. . . Gnapha - 
Kwm domingenfe 232 . . . Epidendrum bijidum 368 . 
.' AWides Hernandii 266. . . Ariftolochia arbo - 
iefcens 42. . . Cymbidium pulchellum 283. . 
Hura crepitans 88. . ♦ Liquidambar Styracijlua 5 G. J 
J . Acalyplia cu/pidata 390. . . Schinus Mo lie 
54 - Acacia port or icenfis 58 . . . Mimofa cor- 


mgera 


i 86. 


Barnabas C0&0, * ein 1 Jefuit, geb. 167b, ging 
1596 a is Mifiionai nacb America, und verweilte zu- 
er(t afuf den Antillen , dantf in Mexico , am langften 
aber in Peru,' bis er nach 57 Jahren i 653 in fein 

Vaterland zurttckkehrte. ‘ Er hinterliefs eine hand- 

. * * * * 

fchriftliche Gefchichte der neuen Welt, wovon aber 
uur der vierte Theii noch vorhanden ift, den Munoz 


Re 1 fen, wodurch die Pflanzen • Kenntnifs gewonnen. 1 63 

in der kai*. Bibliothek zu Sevilla entdeckte. .. Zebn 
Bilcher fallen die Naturgefchichte von Peru enthal- 
ten... Cavauilles fab^die Treue und Genauigkeit der 
Befchreibungen, und filhrt als Beyfpieje^ der Gate 
derfelben, die Beftimmi^ng derTigridia Pavonia Juff., 
Pancratium Amancaes Ker. und derPaffiflora quadran- 

, • , * > 1 . » ■ **• 1 ■* / »*. 

gulans an. . r . 

D “fT.T *•»*«•■ | 

, Die Hollander, nacbdem fie das unertragliche 
Joch der fp^nifchen Tyranney abgefchttttelt,, griffen 
’^hre Unterdriicker in den entlegenften Colonieen an. 
Brafilien > von Portugall bezwungen , war mit die fem 
Staate zugleich unter fpanifche BotmSfsigkeit gekom- 
men. Die Hollander ricbteten ihre Aufmerkfam* 

* t * * * . t < .. -4 . ’ 1 

keit auf diefes reiche Land : die 1621 erricbtete weft* 

^ • * i ^ , 1 • ^ * * * * * # * 

^ndifche Handelsgefellfcbaft fing ihre . Qperationen 
«mit einem Seezug gegen Brafilien an. Jakob Willekens 
eroberte 1624 San Salvador, .die damalige, Haupt* 
ftadt von Brafilien ; 1 63 o unterwarf Henr. Lonk die 

• » * 1 , • • . . > 1 . ■ . *> > . * > * 

Provinz,. Pernambuco ,der liollandifchen Republik* 

* !*\ > . v " » 1 ' » fit 

.Von dieler Zeit an dachte man in Amfterdam ivur an 

^ ( * • • * JL * I 1 * m 

.die Bezwingung von ganz Brafilien: denn die Reich* 
th timer, die man feit zehn, Jahren von dort einge* 
fahrt, , waren unermefslich. Dies grofse Gefchafft; 
ward dem tapfern Seebelden , dem Grafen Moritz 
von Najfau - Siege n , anvertraut. Er kam 1637 in 
Brafilien an, und unterwarf, trotz des hartnackigen 
Widerftands der Portugiefen und Spanier, in den fol- 
genden Jahren die brafilifchen Kaftenlander von San 
Salvador bis a/i die Miindung des Amazonen - Fluffes 

der hollSndifchen Herrfcbaft. Erft durcb die Revo* 

' « * • t a t * 

lution , welche Johann von Braganza auf den portu* 
giefifchen Thron brachte, (1641), durcb den VVaf- 
fenftillftand , den diefer mit den Hollandern fchlofs, 
und durcb die Emporung der Portugiefen in Brafilien 
gegen die Hollander ging diefe herrliclie Befitzung 

rerloren, (i 653 ). Graf Moritz war aber fchon 1641 

9 ' * ♦ * • • - «. ... . • . 


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64 ' “ * “ Fiinftes Bucb. “Drittes Kapitel. " *' \ ,x 

' • ' ■ » _ * * ’ * T < , 

zurflckgerufen, und ftand fpaterbin als branrfenbbrg*- 
fcher Statthalter den weftphalifcben Proviilzen vor. 
(f l ^ 79 *) Auf feinem Seezug nach BrafiJien nahm 
ier Wilh. Pifo 9 einen hollSndifchen Arzt und Natur- 
forfcher, mit. Auch kam im folgenden Jahr Georg. 
JAarcgrdf aus Liebftadt, (geb. 1610, *f t£ 44 >) nach 
BrafiJien; beide machten es fich zum GefchSfft, die 
Natur ► Gecenftande zu unterfuchen und zu befcbrei- 
ben. Marcgraf verliefs fchon nach zwey Jahren Bra- 
filienund ging nach Africa, wo er ftarb. ‘ *Der Graf 
Moritz hatte indefs Marcgrafs Kflnftler - Talente be- 
nutzt, und vier Bande von 555 Oehlgemalden , * dli 
brafilifche Pflanzen und Thiere darftellteri , zufam- 
inengebracht. ‘ Diefd fcherikte er nach feiner Rflck- 
kehr dem Kurfdrften von Brandenburg. Siewerdeh 
in der kon. Bibliothek zu Berlin aufbewahrt, und 
Mentzel benutzte fie in dem Lexicon polygiotton un- 
ter dem Titel : Theatrum rerum brafilienjiuni . Auch 


hefchrieb fie Erndel in ; der Ep. de Jlora iaponica ad 
Jo. Phil. Breynium, T)tesd. iji 6 . 4 * Noch ift feine 
Sammlung sfusgemalter PflanZen - Abbildungeii auf der 
kon. Bibliothek, die ebenfalls Graf Mbrit2 dfetn Kur- 

4 a r - * * « « • 

fiirften gefchenkt, ; und ’Wo er eigenhSadigdeutfche 
Namen hinzugefchrieben. 

Pifo*s und Mafcgrafs Biel bbach tun gen ferfchleneb ^ 
iinter dem Titel: Hiftoriu naturalis Brafilide , ed. Io. 
de Laet. LB. A 1648. fol. Eine fpStere Ausgabe, mit 
Bontii Lift. nat. et med. Ind. or. verme’hrt , mhrt den 
Titel: 0 . Pi fortis de Indiae utriusque 'rtdturali et 
medica . Amft. i 658 . fol. Die Abbildurigeh und Be- 
fchreibungen find mangelhaft. Folgendes find die 
wichtigften Pflanfceri: 

O • t 

Canna anguftifolia 2 i 3 . . . Goffdt jpicatiiS 
a 14. • • Thalia geniculdta 22^. . . P iff er cauda* 
turn et peltatum VahJ. 197. . . P. rugofiim V ah\i 
a *6. . . Xyris americana 238 . . . Rehtir&a mart • 


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\ 


’ v • • * , V 

Reifen, wockirdb diePflanzen -Kenntnjfs gewormeti. 65 

• / % 

$ima y • Gram e a Hi; ib. ;v Cyprus furinamenfis % ' 
Gramen hi. ib. . ; KylUnga odorata > Gramen i. 

a 3 i; . . Diehromena ciliaca VabL. Gramea iv. 238 . 

* • • ■ .... * , 

Rynchofpord aurea Vahl., Gramen v. ? 3 g. . . Sper * 
macoce linifolia Vahl; 199. . . Scoparia dulcis 2 46. 

. . Dorfienu braJiHenfis 232 . . . Callicocca Mutifii 
Smith. 23 i. . . C. Ipecacuanha Brot; 101. ; ; Phy* 
Jalis pubefcens 22 3 . . . • Sola/ium paniculatum 18 li 
• . 5 *. bahamenfe 182; . . 5 *. macrocarpoh 210. . * 

Schwenhfeldia cinerea 184* ; Plumbago fcahdent 

200. . . Convolvulus brafilienjis 258 . . ; C. Me* 
frhoacanha 253 . . . Genipa americana Perf. i 38 . . 
Atropa ar boreji.ens 224* . . . G omphrend vermicu + 
laris 2 43 . . . Hydrocotyle umbellata 260. . . Bro * 
rnelia Acanga 293. . . . Br. humilis 192; . ; Bn 
bracteata 194. . . Amyris ambrojiaca 122. . ; Paul* 
tinia pinnata 25 o, . . Gomphia Iabotapiea 166. ; . 
Perfoonia Guareoides Willd., lifon 189.*. . Cajjid 
tongifilipua , Paionariha i. 1 85 . * . C. fericea 9 it. 
ib. -i . Guqrea Trichilioides , Iito U. 170. ; . tiy - 
fnenaed Courbaril 1 
faginea 
11. 243 f 

taeba Tapia i 4 *>. . . PJidium drorriaticum i 5 i. ; » 
Plinia croced 187. . ; Cactui Pitaiaia Ianlacaru I. 
188. . ; C. jlagellif or mis , ix. 189. i ; C. Bojerai, 

Hi. ib. ; • C. 

< * , • 

, V. ib. 

Lecythis parvijl 
i 38 . ; . Nymphaed odorata 219. ; . Aubletia Ti* 
bourbou 123 . . . Annonu muricata i 4 ^. ; ; ban* 
ia«a Camara 177. i . Bignonia ckryfantha 148; i v * - 
B. alba , i. 164* • « B. orbiculatd ib 5 . ; . lacardn* 
#a brafilienfis Juff. * it. 1 65 . . . Tanaccium larobct 
173. . . PaJJijlordJilainehtofa 9 Murucuia i. 247. • • 
incarnata^ ii^ib r j . Pi anguftifoliay iv. ib. < ; 
Geich. d. Boianik. a. B< 5 



curaffavicus , iv. 190; . . C. trian* 
. . ^ j . |( C. portuldcifolius > vi. 191. 4 . 
ora i37* . . Acid dulcis % Ianipaba 


Malpighia 

Caapougo 


2 5 . . ; Sporidias Mombin 139; . ; 
169. ; . Portulaca kalimoides » 

; . P. pilofat hi . 244; . . Cra* # 


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66 


Funftes Buch. Drittes Kapitel. * f * 


P. maliformis, v. 248. . . Melochia pyramidata 222. 
. . Hibifcus cannabinus 21 1. . . //. efculentus 210. 

. . Gufeavia augufea 172. . . Goffypiumvieifolium 
18S. , . Arachis hypogaea 256 . . . Geoffraea fpi - 
nofa 174* • • Dolichos ureas 3 o 7 . . . Hedyfarum 
fupinum 201. . . Indigofera enneaphylla 198. . . 
Hypericum bacciferum 124. • • Baccharis brafiliana 
176. . . Eupatorium ivaefolium 217. . . E* odo- 
ratum 218. . . Ariftolocliia ringens 260. . . Arum 
lingulatum , Aninga 11. 220. • . Caladium arbo* 
refcens, 1. 220. . . C. bicolor 207. . . C. efculen • 
206. . . Amarantus viridis 241. . . Iaeropha 
Ianipha 179. . . Vriica baccifera 23 5 . . . Cuciz- 
7m\r anguinus 262. , . C. Anguria 263. . . Dio* 
fcoi’ea fativa a 55 . . . Canarium decumanum, Pin- 
dova 125 . . . ' Licuala fpinofa 126. . . Smilax 
Sarfaparila a 58 . . . Mimofa afperata , Gaaco II. 
'20 3 . . . Carica fpinofa 160. . . Morus tinctoria 
i 63 . . . Feuillea cor difolia 259. . . CecropiapaU 

mata . . Ciffampelos Caapeba 261. ‘ * 

• , » 

— 

«' • 

Gegen Ende des Jahrliunderts ward auch ein 
Theil von Nordamerica bekannter. Die Englander, 
Job. Banifcer und Wilb. Vernon , und ein Deutfcher* 
Dav. Krieg, gingen nach Virginien,. wo Lord Dela- 
ware eine Kolonie angelegt und Wilh. Berkley unter 
Karl I. aus England Koniglich Gefinnte angeaogen hat* 
te. Banifter, der die chriftliche Religion in America 
auszubreiten fuchte, fammelte eine Menge PfJanzen, 
deren Verzeichniffe Job. Ray (hife. plane. 2. p.1928.) 

' und Jac. Petiver {memoirs for the curious, p. 227.) 
liefern. Er fand feinen Tod durch einen Sturz von 
einem J'elfen, und feine Pflanzenfammlung kam an 
Sloane. Einige Briefe von ihm an Lifter ftehn in 

Phil, transact, vol. 17. n. 198. Vernon und Krieg 

« • . 


/ 

% , - 
• ' \ *• 

t * 

Reifen, wo dutch die Pflanzen • Kenntnifs gewonnen. 6? 

- * ... ' .. • f - - , 

. theilten ‘ ihre Entdeckungen Sloane, Ray' und Dale 

mit, haben aber nichts fchriftlicheS hinteriaffen. 

\ 

~ • • * • 3 « * 

■ — ■ ■ - ■ ■ 

n , t 

* Die Ausbreitung der hollandifchen Herrfchaft 
in Oftindien veranlafste mehrere Freunde der Natur, 
jene Befttzungen zu durchforfcben. V Jac. Bon tius , 
hollandifcher Schiffsarzt, der mehrere Jahre als Arzt 
in Batavia gelebt, und fiber die herrfchenden Krank- 
heiten in Oftindien Beobachtungen angeftellt hatte, 
{de* medicina lndorum % mit Profp.. Alpini de medi- 
cina Aegyptiorum, LB. 1718. 4 *)> hinterliefs Be- 
xnerkungen fiber Garcias ab Orto und fiber Pflanzen 
und Thiere der Infel Java. Diefe gab Wilh. Pifo 
nach Bontius Tode mit feiner eigenen Naturgefchich- 
te von -Brafilien heraus. Es kommen hier manche 
•rdichtete Abbildangen , . z. B. von der Ninfi* War** 
2el, aber auchfolgende neue vor: ■ * * • 

Iufticia Betonica 146. • . Piper Siriboa cj. i„ • » 
Morinda citrifolia 97. . . Achyranthes proftrata 
1 5 o*. . . Calamus Botang cum fruotibus 18 8. . . 
Cotyledon laciniata i 52 . . . # Aegle Marmelos 98. . , 
Averrhoa Carambola 102. . . { A. Bilimbi i 33 . . * 
Mangifera indica 9?. . • Thea viridis 87.. ; . Mi- 
chelia Tfampaca i 47 » • • Theobroma Cacao 198. . . 
Wbifcus Rofa finenjis \ 47. . . Lodoicea fechellenfls 
X<abillard. 21 3 . 

*• Mich. Boym , ein Jefait und Miflionar in Chi* 
n a, hinterliefs eine flora flnenflsy Vindob. i 636 # 
fol. , .die man auch in Thevenot’s Sammlung wie- 
der findet. Es find fchlechte Kupfer und mangel* 
hafte Befchreibungen : erdichtet ift die Abbildung 

der Rhabarber. • Man findet , viel bekannte, aber 
auch einige neue 'Pflanzen > als Artocarput incifa, 
Durio zibethinus und Dimocarpus Litchi . 

Andr. Cleyer, aus Caffel, Arzt der. oftindlfcheft 
Compagnie> der China und Japan gefehn batte, 


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9 


. F&nftei Buch. Drittes Kapitel. 



macbte, aufsfer Briefen in M. B. Valentini hi ft or. fim* 
plicium, p. 377. f. , Beobachtuogen fiber japaniicho 
Pflanzen in den Ephemer. nat. cur. mit ziemlich gu- 
ten Abbildungen bekannt. Hier bemerkt man fol- 
gende:* • • • 

Amomum Mioga , Iamiunka dec. 3 . a; 3 . o. 120. 
; • Ugufcrum iaponicum, Daniwathas dec. 3 . a. 2. 
o. 180. . . Ficus Itabu , dec. 2. a. 10. o. 36 . f. 10. 
. • ' Bladhia iaponica , Fanadatfibana dec. 3 . a. 5 . 6» 
o. 3 . . . Bl. crifpa , Iamaran dec. 3 . a, 2. o. 179. . . 
Campanula glauca, Kako dec. 5 . a. 3 . o. 119. . . 
Evonymus pungens, dec; 3 . a, 5 . 6. o. 2.Gommy. . , 
E. iaponicus i Mebaby dec. 3 . a. 2. o. 182. . . E. 
Tobira » dec. 2.; a. 9. o. 77. f. 22. . . • Gardenia jlo± 
ridai ib. f. 2ik , . . Cariffa e dulls , dec. 2. a. 7. o« 
^73. f. 29. . • Fined rofea , ib. 0**72. f. 27. ; .. Fir 
tis iaponica , ib. o. 71. f. 25 . . • Pontedera vagina- 
lis dec. 2. a. 5 . 6. o.. 53 . f. 59; . . Scilla iaponica 
ib. O; 5 a. '. . \ Lilium iaponiciim dec. 2.. 8. o. 

191; r. 53 k * « X L. fuperbum ib. f. 54 * • pom* 

paniuni dec. 2. a; 9. o. 76. f. 20.. • • Orontium ia • 
ponicum ib. 0 . 75 . f. 18. 4 <■ HoUttuynia • cor data 

dec. 2. a;. 8. 6. 189.* f. 5 i. 52 .. . -. Alifma cor difolia 
dec. 2. a. 6. d. 53 . f. 4o. . .. fomex iaponica ib* o. 
54 . f. 42 *’> . Eurya idponied dec. .2* a. 8. o. 192. 

5 ✓ f. 56 . . . Lagerftrdmia indica dec. 3 . a. 5 . 6. o. 2. . ^ 
Apactis iaponica dec. 2. a. 7.: o* 23 . ; Camel- 

lia Safantfua dec . 3 . a. 2. 0.1 80. . ., Fumaria ra- 
ce m of a dec. 3 . a. . 3 . o. 120. . . Cineraria iqponicd 
' dec. 2. a. 9. Ok 76. . . Cymbidium enfifoliuni dec ; 
5 ; a. io. o. 38 . • . / Cycas circinalis dec. 3 . a. 3 . oi 
118. * 7; Arum % ringens . dec., 2. a< ,g>. d. j 5 . . *• 
Brouffonetia papyrifera dec t 2. a. 6; o*, 54 ' 4 V-f. 

Raiania quinata dec. 2.* *.7* 0. 71. * i* Mertcnjia 
dkhotoma Sw. ib. o. 73 ; f. 3 o. . • . ^ ' 


- » 

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*51. ik’T.v 


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Heifen, wot! arch die PflahZen - Kenntnilf gtwonnen. 69 

•v 

I , 

rT: ‘ Arch hatte Clfeyer zwey Bande 'von PflanzeriV 
Abbildupgen , die in Japan felbft gemait waren., dort 
gektfuffc* ‘Das 1 eine Exemplar, welches 739 Abbil> 
dungen enthSlt, hatte er an Mentzel, das andere an 
3 ac. Breyn gefchickt'. Jenes ift noch auf de* kdn* 
pibliothek in Berlin. Cbrift. Henr. Erndel handelt 
dayon in der ep. de flora iaponica ad |o t P^ii. Brey- 
nium, Dresd. 1716. 4 «‘ - * * v- * r ' 

Herm. Nicol. Grimm aus Gotland (geb. 1641, 
•f 171 1 ,) fpater Arzt in* Stockholm, hatte awch Oft- 
indien befucht , und fchickte an die Akademie der 
Naturforfcher j * Befchreibungen und Zeichnungen 
tnehrerer indifch£r Qevvachfe, als der Nepenthes 
deftillatoria, {BpJu nat . c#r. dec. 2. attm 1; obf. 146*)* 

des Convolvulus obfcurus , deffen Wurzel ftatt der 

• ^ ' * * • ’ - «• • • • 

Sarfaparile gebraucht wird, (daf. dec. 2. ana. 3 . obf, 

2 06.), und derDiofcorea fatiya^ (daf. obf. 211.).} ^ 

• ‘ * ' ’ ' ’ . . .vt \J »i. l 

, t *t i 4.’ i ' 


*« 


Vom Jahr 1676 bis 1703 erfchien mit kdnigli* 
ch^m Aufwand zum grofsen Nutzen der Wiffenfchaft; 
ein herrliches Werk : Horttis malabaricus . * Heinrich 
Adrian van Rheede tot Drakenfteen , StatthaJ^r vp» 
Malabar und einer der Herren von der oftindifptte$ 
Gefellfchaft , veranftaltete dies Werk. . Die von den 
Brachmanen gefammleten , mit-malayifchen , bracb* 
tnanifchen und arabifchen Namen bezeichneten und 
tnalaharifch befchriebenen Pfianzen liefs er von ei*^ 
hem CarimWliter Miffionar , r P. Matter di S. Giufeppe 
aus Neapel zeichnen r die malabarifchen Befchreibun- 
gefn’wnrden von einem Dpllmetfcher,. Emanuel Car* 
hefrp > -ins Portugiefifehe und yon Hermann von Do* 

S>eh Ins Lateinifclie Obetfetzt. Der Miffionar zu Co* 

* * • w / 

chip Job. Cafearius forachte das Ganze in Ordnung, 
tind in Amfterdam befchafftigten fich Arp. Syen, Job* 
JSofhWielfrti faoffen ypp Almeloveen, Joh* 


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fa "i2-.rr F&nftes Bach, t Drittes Kapite!< v 

. * / v 

. » t i 

Munniks und Abr. Pood mit dcr Herausgabe. ■. Sieben* 
hundert Pflanzen find, ohne wefentliche Theile,, ill 
zwolf Folianten gut genug abgebildet. Eine neue 
Ausgabe fing Job. HiJl 1774 an, indem er alias nach ■ 
dem Linne’fchen Syftem ordnete; aber es ift keine 
Fortfetzung erfchienen. 

. Es ift fchwer , den grdfsten Theil der Pflanzen 
mit Sicherbeit zu beftimmen: doch find folgende 
die gewiffeftea: ^ & 

Alpinia Allughas Rofc. r tom. u. tab. i 4 * • « 
Amomum repens Sonner. ib. t. 4 - 5 . . . Coftus fpe*. 
eiofus ib. t. 8. • . . Kdmpfera rotunda ib. t. 9. . . K » 
Ovata t. 10. .*. Curcuma Zedoaria Rofc. t. 7. . , 
Phry nium capita turn ib. t. 34 . ... lafminum angu* ' 
' feifolium tom; 6. tab. 53 . . .. Gratiola trifida 12. 36 . 

V * ■" Gr. rotundifolia 9. 57. . • lufeicia Ecbolium 2. 
20.* . ; ^ L echioides 9. 46* • • J* picta 6. ( 60, . . 

/. paniculata 9. 56 . • . I. Gendaruffa ib. 4 2 * • * 

/. nafuta ib. 69. . . J. infundibuliformis ib. 62. . . 

Utricularia coerulea ib. 70. . . Piper Amalago 7.16. 

* . P. longum 7. 14. . . Rotala verticillaris 9. 81. 

. Rumphia amboinenfts 4 * ll - • •* Moraea chi - 
nenfis 11. 37. . . Feck* venqfa 3 . 64.*. . F. feptica 
3 . 59. . . F. Ampelos Lam. ib. *60. . F. Benia* 
mina 1. 26. . . F. bengalenfis ib. 28. . . F. race- 

mofa ib. 25 .- . . F. cotoneae folia 3 . 57. . • F. «i- 

iida ib. 55 . . . F. excelfa ib. 58 . . F. indica ib. 
63 . . . F. rufefcens ib. 62. . .. Xyr is indica 9.71# 

; . Schoenus nemorum 12. 58 . N . . S air pus articu* 
latus 12. 71; . . Sc. fquarrofus 12. 38 . . . / Sc. ar« 
genteus 12. 54 * • • Cyperus, canefcens ib. 42 . • 
Marifcus umbellatus Vahl. ib. 63 . . . Kyllinga mo - 
nocephala ib. 53 . . . K. triceps ib. 52 . . . • Perotef 
latifolia ib. 62. • . Cynosurus indicus ib. 69. . • 
Fefcuca indica ib. 45 - • . Ifchaemum muticum ib. 4 d* 
b * Spini/ex fquarrofus ib. 7 5 . ♦ . . Eriocaulon fq* 


Reifen, wodurch die FHanzen * KenninUs gewonnen. 7 1 

• \ *• • 

• « 

taceum ib. 68, ... ■ Hedyotis racemofa 10. 25... „ 
H. Auricular ia 10. 32 . • . H. herbacea ib. 55 . . . 
Ixora coccinea 2. i 3 . . . I. alba ib. 14. . • Ciffus 

latifolia 7. 11. . . . C. car no fa 7. 9. . . C. pedate^ 

7. 10. . . Monetia diacantha 5 . 37. . . Pothos 
fcandens 7. 4 o. . . Plumbago zeylanica 1 o. 8. . . 
PL rofea ib. 9. , Convolvulus Medium n. 55 . . . 
C. tridentatus ib. 65 . , C. maximus ib. 53 , . . 
C, malabaricus ib. 5 i. • . C. grandijlorus ib. 5 q. , . 

C . paniculatus ib. 49 • • • C- ttepens ib. 52 . . . C. 

Pm caprae ib. 57. . .. Ipomoea campanulata ib. 56 , 

. . . Sphenoclea zeylanica ib. 24* • • Nauclea orient 
falls 3 . 33 . . Pfychotria herbacea 10. 21. . .. Muf 
faenda frondofa ?. 18, . , Phy falls Jlexuofa 4. 55 . , , 
Ph. minima xo. 71. . , Tectona grandis 4. 27. . . 
Zizyphus Iuiuba 4 * 4 1 * * • : Walkera Jerrata 5 . 48. . * 
Viola enneafperma 9. 60. . . « Impatiens latifolia ib. 
48. . ^ /. fafciculata ib. 47 * 49 * • • Vitis indica 

7. 6. . .- Achyranthes afpera 10. 78, . . Defmo - 

chaeta atropurpurea Decand. ib. 5 g. . . Celofia ar- 
gen tea ib, 39. . . Illecebrum lanatum ib. 29. . .* 

/. feffde ib. 9. .• , Webera corymbofa 2. 23 . . . W* 
tetrandra 5 . 07. . • Vinca parvijlora 9. 35 . . , Ne - 
rium odorum 9. 1. 2. . . N, antidysentericum 1 , 
47. , . N, coronarium .2. 54 * • Echites coftata 
9. 14. . . Taber naemontana alternifolia 1. 43 .* < 
Holoftemma R. Br. 9. 7. . . Afclepias alexicacq 9. 
i 3 . , . Cerapegia Candelabrum ib. 16. , . Gom - 

phrena hifpida ib. 72, . . Hydrolea zeylanica 10, . 
28. . , Hydrocotyle afiatica ib. 46. . . Bafella rw- 
bra 7. 24 * • • . Evolvulus alfinoides \ 1. 74. . . Ara - * 
lia chinenfis 2. 26. , . Drofera indica 10. 20. . . 
Tradefcantia malabarica 9. 63. . « Tr. axillaris 10. 
i 3 . . . . Amaryllis, latifolia 1 1 , 39. . , Corypha 
umbraculifera 3 . 1. . . Achras disfecta 4 < 25 . . . 
Lor an thus longiflorusiq . 4 - « • £• elafeicus ib. 3 , .. 


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7 ? 


« * % * t ' 'f. ** ’* 

Funftes Buch. Drittes KapUel, 


.1 


I* loniceroides 7. 29. . , * Flagrllufid iddica ib. 53 . . . 
Damafonium indicum 1 t. 4b’.' . . v lonefia pinnata 5 ; 
5 g. . . Mimusops Elengi i. 20. . . ' Amyris Pro - 
Hum 7. 23 . . . Cel tis orient alis 4 * 4 °» • • Law/b* 

nla purpurea 4. 5 y. . . L. f pin ofa 1. 4o. • 'Daphne 

polyftachya 7. 2. . . D. monoftpthya ib. 4* • • \ Po- 
lygonum barbatum 12. 77. . . Sdpindus latirifolius 
4. 19. . . Caffyta fififormit 7. 44 . . . . Bauhinia 
fcandens 8. 29. , . B. purpurea 1.33. . , B. acti - 
» minata ib. 34 . . . B. tomentofa ib. 35 . . . Caffid . 
arborefcens'G, 9; 10. . . Caefalpinia mimofoides ib. 
8, . . Guilandina Bonduccetla 2. 22. . , Gu. pani • 

culata 6. 19. , . Gu . axillaris 6. 20. . . (Jynome • 

tra ramijlora 4 3 i. . . Adenanthera pavonina 6 . \ 4. 

. , Ter min alia Catappa 4 - 5 . . Heriteria liter a* 

Us 6. 21. . . Limonia acidijfima 4 * • • Iuffie* 

i)a repens 2. 5 *. . L fuff rude of a ib. 49 * • • Me* 
laftoma Malabathrum 4 * 4 2 - • * ' Bergia verticlllatu 
0. 78. . . Oxalis [enfitiva 9. 19. . BrugUiera 
gymnorrkiza Lam. 6. 3 i. . . Rhizophora Candel ib. 
25 . . . Rh . cylindrica ib. 53 . , .* Garcinia mala • 
barica 3 . 4 i* • • Crataeva religiofh 3 . 4 2 * • • 
ca/ia Balanghas 1. 49 - * •' Aponogeton monoftachyos 
41. i 5 . . . . Eugenia malaccenfis 1: 18. . . E. race* 
mofa 4. 6. ,. . E. acucangula ib. 7. . , £. corynt • 

' Z>o/a Lam. 5 . 27. . . Zi. parvijlora 5 . 19.' . . Car 
. lyptranthes caryophyllifolia 5 . 29. . . Capparis Ba - 
ducca 6. 5 y. - . Calophyllum Inophyllum 4. 58 , . . 
C. Calaba ib. 39. . , Gretvia orientalis 5 .‘ 4 b. • . 
Microcos paniculata t. 56 . . \ Elaeocarpus ferratus 
4 * 24 - . • Z?. copalliferus Retz. ib. 1 5. ‘.’1 Alan* 

gium decapetalum 4. 17. . . hexapetalum ib. 26. 

1 . Lager ftrdmia Reginae ib. 20. . . L hirfuta ib.* 
22. . . Te tracer a farmentofa 7. 54 * • • , Dillenia 

' fpeciofa 3 . 38 . . . Uvaria zeylanica 2. 9. . . An* 
nona fejuamofa 3 . 29. • • : At reticulata ib. 3 o. * 


V. 


Reifen, wodurch die Pflanzen • Kenntnifs gewonnen. 73 

♦ 

# 1 , 

Nepeta malabarica 10. c^ 3 . . . N. madagafca • 
renfis . 11. 25 . . * .' Lavandula carnofa 10. 90. *. -. 

JTortnia afiatica 9. 53 . . . Bignoniafpathacea 6. 29^ 

. . B. chelonoides 6. 26. . . B. indb.a 1. 43 . . • 

B. longifolia \ . 44 * * • Aegihetia indica Roxb. 11. 

47. . . Achimenes fefamoidrs 9. 87. . . Rueilia 
ringens 9. 64 - • • Barleria Prionitis ib. 4 >* : B . 

buxifolia 2. 47. . • Volkamem inermis 5 . 49 - • • 
Clerodendron infortunaium 2. ^ 5 . . . Pitex trifolia 
Jb. 10. . '. Avicennia tomentofa 4 » 45 . . . Acarf 
thus ilicifolius 2. 48. • » Pedaiium Murex 10. 72. . . 

, Cleome monophyfla 9. 3 4.* . . fyltloc.hip corchorifo - 
7 £a 9. 73. . . Connarus pinna tus 6. 24. . . Hugo - N 

nia My/tax 2. 19. . . • Bombax heptaphyllum 3 . 52 . 

. . Sicfa 10. 53 , . . 5 . popul folia 6; 45 . • • 

Hibifcus populnrus 1. 29. .'. H. tiliaceus ib. 3 o. . . 

H. furattenfis 6, 44* • • ' H. vitifolius ib. 48. . . 
Mefua ferrea 3 . 53 . .* . * Dalbergia arborea 6. 3 . .» . 

D. Lannpolaria ib. 22. - Erythrina indica ib. 7. . . 

Butea frondifa ib. 16. 17. . . Crotalaria iuncea 9. 

26. *, . Cr. verrucofa ib. 29. . . Cr. quinquefolia 
ib. 28. . . Dolichos gladtatus 8. 44-*. • D.rotun • 
dfoliuS ib. 43 . 1 . B; prurient ib 35 . . . D. Ca* 
tiang 3 . 41. \ . Cytifus Caian 6 . i 3 . . . Coronilla 
grandiflora 1 . 5 1 . . . C. aruleatq 6. 27. . . Aefchy - 
nomene indica 9. 18. . . ife. pumila 9. 21. . . f/e* 
dy fa r um diphy Hum ib. 82. . . • Indigofera glabra ib. 

67. ; . I. hedyfaroides ib. 36 . . . Peronica antlyeU 
minthica 2. 24. • • Lavenia erecta 10, 63 . . Ca - 

i % ’ • 

^ calia Jonchfolia ib. 68. . . Artemifia indica ib. 45 . 

. . Chrysanthemum indicum ib. 44 * *• • * Verbefna, 
bijlora ib. 4o. . . V . caiendulacea ib. 42. . . Ele - 

phantopus fcaber ib. 7. . . Sphaeranthus indicus ib; 

43 . . Malaxis Rheedii 12. 27. . . Cymbidium 
aloefolium ib. 8. . . C. ovatum ib. 7. . . C. tenui - 
folium ib* 5 . . . A't rides retufum ibr 1 . ‘ . Arif to - 


1 


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'74 Funftes Bach. ..Drittes Kapitel* „ r „.«» 

i 

lochia indica 8. 2.5. . . , Artocarpus pubefcens 3 . 

. . Scleria lichofperma 12. 48. . . Tragia involu* 
crata 2. 3 q. . . Tr. Mercurials ,ia. 82. . . * Tr. 
Chamaelea 2. 34 * • • Cicca di(ticlia 5 . 47 * • • 
in«ra interrupta 2. 4 o. . *. Urtica heterophylla ib. 
4 u. . t. huff a foetida 8. 7. ., . £/are fylveftris 3 . . 
22. . . Sagittaria obtufifolia 11. 45 . . . Arum di - 
varicatum ib. 20. . . Caladium ovatum ib. 23 . . . 

C. nymphaeaefolium ib. 22 v . . Acalypha indica 10. 

8 : . . . Croton variegatus 6. 61. . . Cr. coccineus 
5 . 22. . . Phyllanthus JNiruri 10. 1 5 . • > / Trichos - 
anthes cucumerina 8. i 5 . Tr. caudata ib. 16. . . 

Tr. nervifolia ib. 17. . . v< Momordica Charantia ib. 

9. . . M. muricata ib. 10. \ . Panda nus odoratifli* 
mus 2. i,« * . Stilago Bunius 4 * 56 . . ., Antidefma 
fylveftre 5 . 26. . « Zanonia indica 8. 49 * . • Dio- 
Jcorea ppntaphylla 7. 35 . . . D. triphylla ib. 33 . . . 

D. aculrata ib. 37.. . • £). alata ib. 58 . ... D. buU , 

bifera \ b. 36 .*... D. fativa ib. 5 i. . \ ,Braunea 

menifpermoides YV. ib. 3 . . * BoraJJus flabelliformis 
1. 9. 10. . . . Menifpermum cordifolium 7. 21. . . 

M. peltatum ib. 49* • • orbiculatum 1 1. 62. . . . 
Flacourtia fepiaria 5. 59. , . Myriftica tomentofa 
4 * 5 . . ., Inga bigemina 6. 12. * . Mimofa Enta- 
da 9. 7. . . Defmanthus natans 9. 20. . • Acacia 
fcandens 8. . 32 , . • A. Intfia 6. 4 * • • Acrofeichunt 
heterophyllum 12. 29. . . Poly podium acrofdchoides 
ib. 47 * • • Afplenium ambiguum i b. i 5 . . . Onoclea . 
fcandenj Sw. ib. 35 . . . Lygodium pinnatifidum ib. 

53 . , . L. Jlexuofum ib. 32 . . . Lycopodium Pkle • 
gmaria ib. 1.4. 

Da wir Paul Hermann’s Sammlungen fchon ge- 
dacht haben, fo kbnnen wir zu Georg Eberh. Rumphius 
flbergehn,, Diefer, zu Hanau 1637 geboren, batte 
fich dem H^ndelsftande gewidmet, aber dabey fq 

mai*rugfa}tig9. Kienntmffe, , er^ptrhpn , dafs er nicht 

% 

% 

, ' 

9 • V 


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ReiXen, wodurch die Pflanzen - Kenntnifs gewonaen, 7 5 

# 

/ 

blofs Unterftatthalter von Amboina und Mitglied dec 
oftindifchen Raths - Verfammlung wurde, fondem 
durch feine Bemiihungen die Kenntnifs der Natur un- 
gemein erweitern konnte. Er benutzte feinen Auf- 
enthalt in Oftindien hauptfachlich zur Unterfuchung 
der Natur- Gegenftande, die er Anfangs felbft zeich- 
nete und befchrieb. v Aber in fpatern Jahren vom * 
grauen Staar betroffen, wurden ihm, auf fein Gefuch, 
yon der Handels - Gefellfchaft junge Leute zugeord- 
net, die neue Zeichnungen anfertigten, feine Be* 
fchreibungen ins Hollandifche iiberfetzten . und das 
Ganze in Ordnung brachten. Mehrere feiner Hand- 
fchriften , befonders feine Gefchichte der GewUrze 
in zwdlf Biichern , gingen im SchiffbruGh, feine ge- 
trockneten Pflanzen durch eine Feuersbrunft, ver*. 
loren. (Hotton. ferm. de rei herb . hifc. p. 38 .) 

Das Herbarium amboinenfe war fcbon 1690 fer- 
tig; aber erft 1740 fing Job. Burmann an, es derge- 
ftalt zu bearbeiten, dafs er die Figuren in Kupfer 
ftechen, den Text iateinifcb und hollandifch abdru- * 
cken liefs , und Noten dazu gab. Auch fiigte er am 
Ende des letzten Theils noch ein Regifter der Linne- 
fchen Namen hinzu. So erfcbien das Ganze in fieben 
Banden zu Amfterdam 174* — 1751. f£l. Zuui er- 
ften Mahl find hier ungefahr folgende Pfianzen be- 
fchrieben und abgebildet: 

Amomum echinatum tom. 6. t. 6t. f. 1. . . A. 
villofum ib. f. 2. . . Kumpfera pandurata Roxb. 5. 
69. . . Maranta Tonchat 4 * 7. • • ' Alpinia Gal an* 
ga Rofc. 5 . 63 . . . A . malacenfis Rofc. 5 . 71. f. 1. . . 
Curanga amara 5 . 170. . . lufticia bivalvis b. 22. . , 
Piper fylveftre 5 . 28. . . P . diffufum ib. 119, . # 
P. fubpeltatum 6. 5 g. . . Scirpus polytrichoides 6. 
7. f. 1. . . Panicum polyftachyon ib. f. 2. . . P, 
eolonum ib. t. 5 . f. - 3 . . . Anthefteria argue ns W, 
6. 6. f. 1. . . Andropogon acicularis ib. t. 5 . f. 1. . . 

f ♦ * 4 . 1 ?• ^ ■ . 


7 « 


f p + r* r # 
i 1 .Uti »«4 


• , r r 

Ftinftes Buck ^T)r!rt®$ Kapitet; 


"v t? i*?’. i<£lf 


■ . , • * ^ t A f , v ~mt * . , 

caricofus t. 7. f. 2. A. . . Ciffus crenata 7. inoi 
f. 2. • . Fagara triphylla 2. 62.' .". Oldealundia, 
verticillata ft. 10. . . Pothos pinnata 5 . i# 3 ;f. 2; 

. . Tourneforria Hr gen tea 4 * 55 . . . Menydpthes 
indica ft. 72. f. 3 . . . Convolvulus reptans 1 5 . ; 1 55 . 

. . C peltatus ib. i 5 t. . . C. bifidus ib. 1 58 . , , 
Nauclea purpurea 3 , 55 . ; . Flinderfia radtiliferd 
R. Br. 3 . 129. Erithalis Tiuwn Spr. 3 . 140. . . 
Scaevol a Lobelia 4 * 54 * ’• • 'Venlilagd madetycfphttf* 
ha 5 . 2. . . Leea fambucina 4 * 45 . * . Anaffera 
fnoluccana 7. 7. . . Aegideras maius 3 , 77. . . 
minus ib. 82. . . Achyranthes muricata 5 . 83 . 2. . . 
Ach. profirata ft. it. . . fllecebrum fanguinewn 7. 
^7. f. 2. . . Paederia foetida 5 . 160. . . Damna • 
canthus Gurtneri 7. 19. . . Echites fcholarit 2. 82. 

. • *?r> ularia glabra 5.' 29. 2; . . Difcfiidia num - 

miliaria R.‘ Br. 5 . 176. f. i. . Apocynum re tic u la- 
tum 5 . 4 o.\ . " Panax /ruticofum 4. 33 . . ; Mufd" 
troglody thrum 5 . 61. . . Commerfonia echinata 3 ,. 
119. ; . Crinum nervofum 7, 6q. f. 1. . . ( Curcit- 
Zigp orchioides 6,.. 54 . f. i. . » . Dracaena /erred 
4 * 34 . • • Dr. epfifolia 5 * 73 . . . Taoca pinnatij& 
da ib. 112. . . Corypha rotundifolia 1. 8. . . Li - 
cuala fpino/a ib. 9. . . - Calamus verus 5 . 54 * • • 
C. Draco W. ib. 48. ... “C. rudentum ib. 52 . . . , C. 
equeftris ib. 5 ft. . ^ Bambufa verticillata 4 * l * • • 
Mimiisops Kauki 3 . 8. , . Diospyros Ebenafter ib. 
6. . . Xytocarpus Qranatum, 3 . 61. . . . Sophora 
Tieptaphylla 4 * 22. . . Guilandina microphylla De- 
mand. 5 . 49 «, 2. . . Cynometra caulijlora 1. 64. . i 
Murray a exotica 5 . 18. f. 2/ . . Berger a Konigil 1. 
. 53 . f. 1. . . Adenantherafalcata 3 . 1 1 1. . . ‘ Quis- 
ifuqlis indica 5 . 38 . . . /er min alia moluccaha 1. 

68. *. ‘. TV V.ernix 2. 8ft. \ .. Melaftoma afperum 
4 . 45 « * , t no car pus ediilij^ *• 65 . • . Garcirtiace - 
iebiba * iV 44 * ° * ©V cor/ipa 2. 3 o. . *. 4 ' Lylhrum. 


Retfen, woduich die Pflanzen • Kenntnifs gewonnen, 77 

» * * * «* . • * , 

Memphis 3 1 $ 4 * • • Kleinhovia Hofpita 3 . 1 1 3 . . * 

Euphorbia hirta 6. 23 . f. 2;. . . > rjidiu f m pumilum 1.* 
49. • • Eugenia cymofa Lam. 1. 4 »« • • , E* iava - 
nica 1. 38 . f. 2. ; . Calyptranthes lambolana 1. 42. 

. . Sohnetatia acida 1 . 70. . . Rubus parvifqlius 
5 . 47 * »•.- 1 • • • R • moluccanus ib* f. 2. j . . Elaeo 1 
carpus integrifolia Lam. 3 . 1 02. . . Coleus amboi - 
nicus Lour* 5 . 72. . . Dillenia elliptica 2. 45 . . • 
D. ferxata ib. t. 4 & . • Uvana odorata 2; 65 . . , 
177 ligularis 2; 66. f. 3.*. . . Mentha Aiiriciilaria 6. 
16. . . Ocimum tenuifloriim 5 . 02. f. /2. . j 0 . feu- 
iellarioid.es 5 ; ldi. . * Premna integrifolia 3 . 1 ^> 4 * • • 

- l' < • . * C? V , , 

Ruehlia repanda 6. 1 0. f. B. . . Acanthus ebractea - 
7 1 . f . i. . . Sida hirta 4. 10. . . Gofjypium 
indicum ibrt. 12. • . Barringtonia fpeciofa 3 j* 1 i 4 * 

« » * • . • V t ® <* ^ • « *• ^ 

• . ErytUripa picta 2, .77. . ; Dolithos fm^nfis 5 * 

1 34 . ... X). tetragoriolobus ib. t. 1 33 . ... X). ligno- m 
fus ib. t; 1 36 . . ; Coronilla coccinea 1. 77. . . . Me- • 
laleuca Leucadendron 2. 16; . . Glabraria ter/d 3 ; 
44. . . Bidens chine tifis 6. i 5 . f. 2. . . Conyza pu - 
bigeraf). io 3 . f. 2. . . C. ptolifeta ib. io 4 fL-i; ; ; 
C. chinenjis 6; i 4 * 2; .* . C. balfamifera 6;> 24. f. ii 
; .. Orchis Sufarinae 5 . 99. f. 2. . Cymbidiurri 
feriptum 6; fy±. . . Epidendrum amabile ib. t; 45 * * * 
Limodorum veratiifolium ib. t; 32 . f. 2. . . . Dendro* 
crumenatum ib. t. 47 ^ A .2; • • Ariocarpus 
Polyphema Lour. 1. 3 i. , . Cafuari/ta equifetifolia 
3 . 57 a • ; Coix agreftis 6. 91. f. i. , . Scleria 
te/fellata W. (T. 6. f. 2. . . Hernandia ovigera 3 , 
1 . 23 ; . . Ur tied nivea 5 ; 79. f. 1. . . Begonia tu- 
ber qfa 5. 69. f. 2 V< . Pi/2U^ Dammara 2. .67. .. i 
Quercus moluccand 3 . 56 . . ^ Achlypha betulina 4 « 
37. . . Riciuus Mappa . 3 . i 08. . , R, Tdnarias 5 ; 

121. . # v Croton aromaticus 3 . 127. , . Gnetuni 
G/iemon 1 . 7 !• ; . Exocarpus ceramicus R. Br* 7 ; 
i^. w., . Atecafpicata u L i; Ai ; glandi- 


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» 


78 


«•• •» /> 


Eiiiiftes Buck. Drittes KapiteV * 


<•» 


f • ' •*. • « ♦ iT» 

fohnis ib. t. 6. A. , • A . globulifcra ib. t, 5 . f. 2. B. 
C. D. . . Nipa fruticarts l. 16. . . Plukenetia cor - 
niculata l. 79. • . Momordica trifoliata 5 . i 52. fy 
2. . . Cucumis acutangulus 5 . i 49 * • • ’ C. anguOr 
nus ib. 1 4 ^* • • Bryonia grandis 5 . 1 66, , . Pan- 
dnnus humilis 4 * 76. . . Trophis fpinofa 5 . i 5 . f. 

2. . . Canarium commune 2. 47 - . . ' C. minimum 

•* _ . 

2. 54 . • . \ C. balfamiferum 2: 5 o. . . C. fylvefere 
2. 49. . • C.hirfutum 2. 5 i. . . Smilax zeylanl- 
ca 5 . 161. . . Diofcorea Nummularla 5 . 162. . . 

•* * 1 

Stratiotes acoroides 6. j 5 , f. 2, • . Menifpermum 
crifpum 5 . 44 * f. 1. • • Wytiftica microcar pa 2. 7? 
8. 9.'. . Af. falicifolia 2. 6. . . Nepenthes Phyl- 
, lamphora 5 . 5 9. f. 2. . . Cheilanthes tenuifolia Sw. 
6. 34 . f* 2. . . Acroftichum auritum lb* 35 , f. i. . . 
P ter is thalictroides 6. 74. f. 1. . Botrychlunt zey« 
lanicum ib. t. 68. f. 3 . . . Ophiogloffum pendulum 
ib. 37. f. 3 . • . Ftfcu,y edulis Gin el. ib. t. 76. 74. f. 3 . 


Urn die fpanifcberi Befitzungen auf den Philips 
pinen haben die Jefuiten fich febr verdient gemacht. 
Nicht alleiti dadurch , dafs fie allein fich Einflufs auf 
die Gemtither der unruhigen und derTyranney lSngft 
flberdriiffigen Einwohner zu verfchaffen wufsten, fon- 
der n vorziiglich durch Beforderung des Kunftfleifses, 
des Landbaues und der Gewerbe. Die Miffion auf 
Manila bediente gegen Ende des fiebzehnten Jahrhun- 
derts ein gefchickter Apotheker, Georg Jof. Kamel ^ 
aus BrOnn in Mabren. Diefer fammlete fleifsig die 
Pflanzen jener hochft fruchtbaren Eylande, : und 
fandte fie an Ray und Petiver. Was Petiver davon 
bekannt gemacht, wird in der Folge aufgezahlt wer- 
den. Die er an Ray gefchickt, fahrt er felbft in dent 
Anhang zu Ray’s hift. plant? tom. 3 . auf. * Die Bau- 
me theilt er unter andern each ihran Friichten in 


• i 


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t 


Reifen, wodurch die Fflanzen • Kenntnifs gewonnen. J9 

1 

/ 1 • 

aforas, biforas, triforas etc. Es findmehrere fchon 
bekannte, aber auch viele neue darunter, die nur 
Cavanilles durcb Nee’s Sammlungen aufklaren konn- 
te: als lUicium an if a turn, Hibifcus Lampas Bradleia 
philippic a , Stylocorync racemofa, Colona ferr at folia* 
Aber zu bedauern ift, dafs die Zeichnungen, die 
Kamel an Ray gefchickt, von diefem unterdrftckt 
v wurden, urn die Koften zu fparen* Befondere Auf- 
fatze fiber die rankenden Gewachfe auf Manila findefc 
man in den Philof. transact, vol. 24. n. 293 — 296. 
Andere Befchreibungen von ihm werden unter den , 
Sloanifchen Handfchriften des brittifchen Mufeums 
aufbewahrt. (Biblioth. Banks, vol. 3. p. 1 82.) Igna- 
tia amara ift zuerlt von ihm bekannt gemacht. (Phi* 
lof, transact . vol. 21* p. 88.) 

Jak. Cunningham , Wundarzt der englifchen 
Factorey zu Amoy auf der Kfifte von China, fpater 
auf der Infel Tfcheufchan oder Chufan und auf Pulo 
Condor, war ein fehr emfiger Sammler. Er lieferte 
ein Verzeichnifs der Pflanzen auf Chufan, (Phil, trans - 
act . vol. 23. n. 280. 286.), und auf der Infel Afcen* 
Con, (daf. vol. 21. n. 255.). Dies letztere Verzeich- 
nifs enthSlt ffinf Pflanzen: Ariftida Afcenftonis , Con - 
volvulus brafilienfis , Euphorbia origanoides und Cha - 
maefyce und Pentapetes Erytlitoxylon. Die meiften 
der von ihm gefammleten Gewachfe theilte er Plu* 
kenet und Petiver mit, die daher feiner fehr oft er* 
wahnen. 

Das pflanzenr-eicbe Madagafcar zog unter den 
fibrigen Nationen am meiften die Blicke der Franzo* 
fen an. Eine Handelsgefellfchaft trat 1642 zufam- 
men, um Niederlagen und fefte Platze auf derOftkiW 
fte von Madagafcar zu unterhalten und fo den Handel 
nach Indien zu erleichtern. Noch wichtiger erfchien 
dem unfterblichen Colbert diefe grofse Infel: denn 
er wollte fie 1664 zum Mittelpunkt des ganzen indi- 


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/ i * • 

So Fiinftcs Buch. Drittes Kapitel. 

% 

• ' , * , 

fchen Handels machen. Obne die Lafter and Schw£* 

then der AnfieHJer wttrde diefer Gedanke zur Aus* 
fuhrung gekommen feyn; aber fchon fechs Jahre 
nach Hem Entftehen der Anfiedelung warden die mei- 
(ten Franzoferi erfchlagen. Unterdeffen hatte der 
franzdtifche Statthalter von Madagafcar, Stephan 
Flacoure , eine: Hiftoire de la grande isle Madaga fear , 
Paris 1661 . 4* > herausgegeben , worin aach die in* 
iereffanteften Pflanzen befehrieben, und, wiewohl 
fehr fchlecht and unvollftandig , dargeftellt werden. 
Folgende find nur mit einiger Sicherbeit herauszu- 
bringeri: : ; < . . 

Mithridatea quadrifida Commerf. p. 129 . n. 38. 
i ; Carphalea corymbofa Juff. p. xZy. . Humber - 

tia madagaf par enfis Commerf. p. 1 3*7^ n.ioo. . ^ 
Lifianchus trinervis Lam. p. x35. n. 87 I . . Urania 
Jpeciofa W. p. 125. n. 24 . ; . Combreeum piirpureum 
p. 100 . n;4 2 * • • Limonia madaga fear enfis p. i5i., 
©. 52. . . Deidamia alata Thuar. p. i33. n. 70. . ; 
Schizolabna tb/rd Thuar; p; i3o. n. 44* • • Agatho * . 
phyllum aromaiicum p. i58. n. 106 . . . Euphorbia 
lophogopa ib. Salonte. . . Calophyllum Jnophyllum 
p. i 30 . n. i i5. et Nepenthes madaga fear enfis p. i3o. 
iki 43; 


t)as nordiiche Africa ward von Auger.- 
iind Joh. Feslihg befiicht. Jener, ans Leiden gebflr- 
tig, ein Sohn des Theodor * (Th. i;S. 343;), ging 
zuerft nach Montpellier, wo er daS Amt des fchon 
Alterfchwachen Richter de Belleval verfah. Dana 
befuchte er Spanien und Africa, gerieth.aber mehr- 
mals in Gefangenfchaft ; und ward lange von deft 
Nomaden in den SandwafteO Africa’s umhergfefuhrt, 
bis er endlich zwar losgekauft, aber aller feirier Ha* 
be beraubtj 1607 * nach Europe zurQckkehrefl konn* 


Clutius 


4 


i 


Reifen, wodurch die PHanzen • Kenntnifs gewonnen. 81 

. rj 

te. Hinterlaffen hat er blofs eine Schrift von der 

< * ^ * • * t * * * ' ‘ 

maledivifchen Kokosnufs: Opus-ula duo de nuce me - 

dicay Amft. i 634 . 4. 

Job. Vesting aus Minden , (geb. i 5 f) 3 , f 1649,) 
hatte in feiner Jugend Aegypten befucht. Nach fei* , 
tier Rfickkehr lehrte er zu Venedig Anatomie und 
Botanik, und erwarb fich fo grofsen BeyfaJl, dafs er 
zum Prof, in Padua gewahlt wurde. Um den Garten 
in Padua mit neuen Gewachfen zu bereichern, ging 
er noch in feinem funfzigften Jahr nach Candia , ftarb 
aber baJd nach feiner Rfickkehr an den Folgen der 
ausgeftandenen Befchwerden. Er fchrieb: de pi an- 
tis Aegypti obfervationes , Patav. i 638 . 4 - > worin er* 
vorzfiglich Aipini’s Beobachtungen zu erJautern und 
zu berichtigen fuchte. Man findet bier foJgende 
PHanzen zum erften Mahl befehrieben und abgebildet: 

Salvia marrubioides p. 77. . . Convolvulus cai» 
ricus p. 75. . . Datura faftuofa 58 . . . Hyoscya • 
tnus aureus 60. . . Eleufine coracana 53 . . . Afo* 
mordica Luff a 5 o. 5 i. 

Unfterblich find die Verdienfte Wilh. Slierard y s 
um die Botanik, obgleich er felbft kein bedeutendes, 
Werk gefehrieben. Denn er war es, der die Kennt- 
nifs der morgenlandifchen Pflanzen ungemein er* 
leichterte, der durch feine Verbindungen und durch 
feinen Reichthum viele Botaniker unterftfitzte , der 
Vaillant’s und Paul Hermann’s NachJafs vom Unter- 

1 • 

gang rettete, der Dillenius aus Giefsen nach Eng- 
land zog, ihm anfanglich die Aufficht fiber feines 
Bruders reichen botanifehen Garten in Eltham fiber- 
gab, und ein Jahrgehalt ffir ihn als Prof, in Oxford 
ausfetzte. Es giebt keinen Botaniker der damaligen 
Zeit, der nicht Sherard’s, als eines Wohitbaters und 
Gonners, erwahnte. Er war 1659 zu Bufhby in 
Leicefterfhire geboren, war AnfangsFuhrer des Lords 
Gelch. d. Botanik. a. B. 6 


$2 Fiinftes Buch. Drittes Kapitel. 

Townshend und des Enkels vom Herz. von Bedford 
auf Reifen, und fondle fchon 1690 an RayVerzeich- 
niffe von Pflanzen, die er auf def Infel Jerfey, in 
Cornwallis,' in der Schweiz und auf dem Jura ge* 
fammlet. Im Jahr 1 703 ward er englifcher Conful 
in Smyrna. Hier legte er, neben einem Landhaufe, 
einen botanifchen Garten an, den er bald mit einer 
Menge der feltenrten morgenlandifchen Pflanzen be* 
volkerte. 1721 kebrte er wieder nach England zu- 
rtick, und befchafftigte fich feitdem hauptfachlich 
mit der Fortfetzung von C. Bauhin’s Pinax, . worin 
ihm Dillenius Hfllfe leiltete. Allein es ift nichts da- 
von erfchienen, und Sherard hat nichts drucken laf* 
fen,, als eine Gefchichte des Firnifsbaums. (Philof. . 
transact . vol. 3i. n. 367.),. Sein gelehrter Brief* 
wechfel, in fiinf Banden, wird in der Bibliothek der 
kon. GefelJfchaft aufbewahrt. Seine Sammlung von 
getrockneten Pflanzen war die reichfte der damali- 

gen Zeit, und belief fich auf 12000 Art en. 

r - * . . \ 

S. ’ 

t • • 

Die Gattinn eines Malers, Maria Sibylla Graf, 
geborne Merian , felbft eine treffliche Kfinftlerinn, 
(geb, 1647, f 1 7 l 7») ging nach Surinam, mehr um, 
die prachtigen Infecten jenes Landes zu malen , al& 
urn die Pflanzenkunde zu erweitem. Aber die letz*' 
tere ging auch nicht leer aus. Denn in ihrem Werk: 
de generatione et metamorphofibus infectorum furina - 
menfium , Hag. 1726. fol., find die Infecten auf den 
Pflanzen abgebildet, auf welchen fie fich aufhalten. 
Die Pflanzen find fehr zierlich, aber keinesweges mit 
dargelegten Charakteren, abgebildet. Man findet 
hier Spondias Myrobalanus t. i5. , Cajfia bicapfularis 
und alata t. 32. 58., Miillera moniliformis t. 35., 
Coftus arabicus t. 36. und Genipa Merianae Rich. t. » 
43. abgebildet. . . • * v ’ 


1 


t 


J 


V 


Reifen, wodurch die PHanzen * Kenntnifs gewonnen, 83 


Faft alle Reifende der Vorzeit tibertraf Hans 
Sloane fowohl an < Gelehrfamkeit als an Reichthti- 
mern, die er von feinen Reifen mitbrachte. Er war 
zu Killilea in Irland 1660 geboren. Nachdem er zu 
Cambridge und Paris die Arzn$ykunde erlernt, ward 
er Leibarzt des Herzogs von Albemarle, des Statt- 
halters von Jamaica. Nur ein Jahr, von 1687 — 
1688, hielt er fich in Weftindien auf, brachte aber 
doch 800, faft durchgebends neue r Pflanzen mit. Er 
ward darauf Prafident der kon. Gefellfchaft und des 
medicinifchen Collegiums, kon. Leibarzt und Vor- 
fteher des ganzen Arzneywefens im englifchen Heere. 
Als er im hohen Alter 1750 ftarb, hinterliefs er der 
englifchen Nation ein koftliches und immerwahren- 
des Andenken. Er.vermachte namlichalle feine 
naturhiftorifchen Sch&tze undHandfcbriften dem brit* 

. tifchen Mufeum, und trat den Apothekern in Lon- 
don den Garten auf feinem Gute Chelfea ab, der in 
der Folge fehr berflhmt geworden. Die Frttchte fei- 
uer Reife macbte er in folgendem Werke bekannt: 
A voyage to Madera,' Barbados, Nives, S. C hr if to- 
phers and J amaica, vol. 1. 2.Lond. 1707. 1727., mit 
274 Kupfertafeln, die nicht zu den beften gehoren. 
Aber die Befchreibungen find trefflich und befondere 
Sorgfalt ift auf die Synonyme verwandt. . 

Man findet hier folgende Pflanzen zuerft; 

lufticia nitida tab. 10. f. 2./. • I. comata 100. 
f. 2. * . Stachytarpheta iamaicenfis 107. f/ 1. . . 
Piper macroplnyllum 88. f. 1. ’. . Comocladia % inte - 
grifolia. 222. f. 1. . . Hetcranthera limofa VahL 
149. f. 1. . . Ficus laurifoliazzZ. . . - Dichrome n a 
leucocephala Michaux 78: f. 1. . . Scirpus genicula - 
tus 81. f. 3 * . . Sc, ferrugineus 77. f. 2, . . Sc. 
fpadiceus 76. f. d extra. ; . . Abildgaardia monofta - 
chya Vahl. 79. f. 2. . . Cyperus elegans 75. f. ; 
C. odoratus 74. f. 1. . . C. ligularis 9. . . Mari - 
' 6 * 


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f 


94 Funftes Buck. Drittes Kapitel. 

/ . < 

feus aphyllui V ahl. 81. ft 2. Pafpalum panicti* 
latum 72. f. 2 ; • . Panicum lineare 70. f. 5 . . .. 
P. glutinofum 71* ft 3 .- % . P. trichodes 72. ft 3 . * 

Milium villofum Sw. 14. ft 2. . * Agrofiit indica 
« 70. ft t* .• * ■ Melica papilionacea 64. ft i- . • Port 

glutinofa 71. ft 2, . . C ynosurus virgatus 70. ft 2. 
«- . Andropogon alopecuroides 70. f. 1* . • uir- 
ginicuS 68. ft 2* . % A. bicornis i 5 . * . Chi oris 
cruciata 69. F. 1. . . ChL poly dacty la 65 . ft 2. » . 
Ariftida Adfcenfionis 2. ft 5 . * . Manisuris granu- 
lar is So. . * * Globularla longifolia 5 . f. 3 . . . He- 
dyotis rupeftris 20 2. ft 1. . . Catesbaea parvijlora 
207. ft 1. . . Ernodea lieoralis 189. ft 1. 2. * . 
Wallenia laurifolia 146. ft 2. . . Buddie a americana 
173* ft 1. . . Pavetta pentandra Sw. 202. ft 2. . # 
Ciffus trifoliata l 44 * ft 2. . . Fa gar a Pterota 162. 

ft \ . . . Ammannia lalifolia 7. ft 4 » • • Cufcuta 
americana 128. ft, 4* • • Tournefortia cymofa 212. 
f.^ 2. . . T. fuff rutico fa 162. 4 - • • Lifianthus 

iongifolius loi. ft 1. * . Ipomaea violacea 98. ft 1. 
. * ft parvijlora 97. ft 1. * v Lobelia longijlora 101. 
f. 2. . . L. acuminata g 5 . ft 2. . . Pfychotria Myr- 
tiphyllum 209. ft 2. . . Anguillaria tinifolia Lam. 
2 o 5 . ft 2. .. . Chiococca racemofa 188. ft 5 . . . Ha - 
mellia ventricofa i 83 . ft 2. • Conocarpus erecta 

161 , ft 2. ; v * C. racemofa 187. ft 1. ... Beurre - 
ria fucculenta Gartn. 204. ft; 1. . . Ceftrum vefper - 
tinum 2 o 4 « ft 2. * . Jacquinia nrmillaris 190. ft 2. 

■ * . Ehreiia tinifolia 2o5. ft 1* v. Chryfophyllum 
Cainito 229. . . Bumelia falici folia 206. . ft 2. • % 

Ayenia pufilla jl 32 . ft 2. . . Celofia nitida 91. ft 1% 
. . Echiites fube recta i 3 o. ft 2. . * E. urnbellata 
% l 3 l. ft .2. * . . Tabernaemon tana laurifolia'. 186. \ . 
Afdepias viminalis i 3 i. ft 1. . . Spachelia JbvpleX 
*7*. . S taphy lea occideh tails 220. ft t. * <. Tur - 

nera ulmifolia 127. ft 4» 5. . . T. pumila ib: ft 6. . ; 


1 


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f 


Reifen, wadurch die Pflanzen - Kenntnifs gewonnen. 85 

» * 

_ ^ \ 

Ticiftoides ib. f. 7. . . Evolvulus nummularius 99. 
f. 2. . Tillandfia tenuifolia 122. f. 1. . . T. re - 

curvata i2i. .f. 1 Trade fcantia Zanortia 147. 

f, 1 * . • Achras Sapota 169. f, 2. . .. Loranthus 
occidentalis 200. f. 2. «. V' Ornitrophe Cominia 208, 
f. x. Daphne Laghe tea 168. f. 1 . 2 . 3 . . . So - 

phora occidentalis 17b. f. 4 * 5 . . . Caffia viminea 
180. f. 6. 7; ,• . C. emarginata 180. t. x 1 — 4» • ♦ 
Caefalpinia biiuga 181. f. 2. 3 . . . Petaloma myr - 
tilloides 187. f. 3 . . . Trichilia hirta 220. f. 1. . • 
2>. fpondioides 210. f. 2. . . .Tribulus maximus 
x 32 . f. u . .JuJJieva erecta xt.f. 1. . . Melafto • 
ma argeriteum 196. f. 1. . . Clethra tinifolia 198,, 
f. 2. . .. Cafearia parviflora 21 i. f.a. . . Bucida 
Buceras 189. f. 3 . . . * Malpighia oorlacea i 63 . f. 1* 

. . Banifceria fulgent Cav. 162. f. 2. . . Rubus 
iamaicenfis 2i3. f. x. . . Clufia Jlava 200. f. 1. . . 
Clematis dioica 128. f.x. 

Teucrium hetonicum 3 . 3 . . . • Gefneria acaulis ' 
.102. f. x. . . (7. tomentofa ,io 4 »f. 2,' . . ■ Cithare - 

ccylon caudatum 206. f. 3 . 4 « • « Lantana ftricta 
•ig 5 . 4 * •• • Scemodia maritima 110. f. 2. . . St. 
durantifolia .124. £'2. . . Verbena lappulacea 1 10. 
f. 1. v Lippia cymofa 1 74 * 3 . 4 « • * Rue Ilia 

Blechum 109. f. x. . ♦ R. paniculata 100. f. 2. . . 
jR. tuberofa 9 5 . f. t,-. . Valkamera aculeata x66. 
f. 2. 3 . . . Lepidium virginicum 123 . f. 3 . » . Cleo * 
me polygama 124. f. 1, . - Cl. procumbent 123 . f. 

1. . . Melochia tomentofa i 38 . f. 2. 3 . . . M. no- 
diflora 235 . f, 2. . . Paffiflora perfoliata 142. f. 3 . 
4 * . * Sidaciliaris L 2~ 5 . vifeofa * x 3 g. f* 

4 . . . S. althaeaefolia x 36 , f. 2. . . Malachra ca ;•» 
pitata 137. f. 1. . . Urena americaua xi.f.2. . . 
Hibifcus clypeatus i 55 . f. 1. * . Pavonia racemofa 
139. f. 2. . . Polygala diverfifolia 170. f, 2. . . 

• Crotalaria latifolia 176. f. 1.2... - Cr. incana 179. 

, ’ t 

• ^ 

, ” * \ 

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\ 

86 . / Funftes Buch. •• Drittes Kapitel* / . 

f. 1. . . Phafeolus lathyroides 116. f. t. • • P 7 u 
fphaerofpermus 117. f. 1 — 3 . . Doliclios enfiformis 
11 4 - f. 1. . . D. minimus 11 5 # f. 1. . . Clitoria 
'Galactia 11 4 * f. 4 * • • Ornithopus tetraphyllus 
n(i. f. 3 * . . Aefchynomene americana 118. f. 3 , • . 
Stylosanthes procumbens 119. f. 2. • » > Sc* vifcofa 
ib. f. 1. . . Hedyfarum fupinum 118. f. 2 i , . . H • 
tortuofum 116. f. 2. . . Lavenia decumbens i 55 ..f. 

J I \ ' 

2. . . Eupatorium villofum 161. f. 2. i .. Galea 
iamaicenfis « 5 u f. 3 . . • C.Aobata i 52 . f. 4 « • • 
Conyza purpurafcens 162. f. 1. . . Erigeron iamai- 
cenfe i 5 . 2 . f. 3 . . . Pectis linifolia * 49 3 . . . 
Verbejina nodijlora 164* £• 4* - • mutica i 55 . f. 
j,. • • Coreapjis reptans i 5 > 4 * £• 2. 3 .* . . Elephan - 
t opus car olinianus i 56 . f. 1. . . . E. Jpicatus i 5 o. f. 

5 . 4 « • • ' E. an guftifolius i 48. f. 4 » • • ? Rolandra 
argentea 7. f. 3 . . . Orchis plantaginea 1 47 • f. 2. • . 
Eendrobium fanguineum ■ 121. f. 2. j* . Oncidium 
variegatum Sw. 148. f. 2. . . Ariftolochia odoratif 
fima 104. f. 1. . . Scleria Flagellum 77. f. 1. . • 
Tragia volubilis 82. f. i . ,4 Argythamnia candi - * 
ctf/is 86. f. 3 . v . Bohmera cylindrica 82. f. 2. . . 
XJrtica grandifolia 83 . f. 2. * . £ 7 . Parietaria 93. f. 

1. ^ . £ 7 ^ nummularifolia i 3 i. f. 4 * * • U. micro - 

phylla 93. f. . 2. . . Amarantus polygonoides 92. f. 

2. . . Zizania aquatica 67. . . Pharus latifolius 
73. f. 2. . . Begonia acutifolia 1 27. f. v. . . 
doton urens 83 . f. 1. . . Iuglans baccata f. 1. 

, ^ . Arum lingulatum 2. f. 2. . . Croton linearis 
Jacqu. 86. f. 1.. . Cr. glabellus 174 * f* 2. . • 
Cr. chamaedryfolius 82. f. 0. . . Cr . Phyllanthus 
i 58 . f. 3 . . . Vifcum verticillatum 201. f. 2. . 

opuntioides ib. f. 1 . . . Schaffer a com pie ta 209. 
f. 1. . ’ Xanthoxylon emarginatum 168. f. 4 * • * 

Pier amnia Antidefma 209* f. 2. . . Irefine elatior 
*90. f. 2. « . j Excoecaria glandulofa i 58 . f. 2. . . 


* 


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Reilen, wodurch die Pfianzen . Kenntnifs gewonnen. 

t ' * *• *> 

Inga vera i 83 . f. 1. . . Mimofa viva 182. f. 7. . * 
Hemionitis rufa 45 . f. 1. . . Polypodium trapezol ■ 
des 36 . f. l. . . > P. Jerrulatum 43 . f. 1. . . P. afple • 
nioides 43 . f. 2. . . Afpidium mucronatum 36 . f. 4 * • • 1 
A invifum 5 i. . . if. patens 52 . f. 1. ... Afplenium 1 
prolifer um 26. f.. 1. . . A. auritum 33 . f. 2. . , if* 
cuneatum 45 . f. 2. . . Pteris heterophylla 53 . f. 1. 

Caenopteris rhizophylla 52 . f. 3 . . . Diplazium . 
iu gland folium 3 7. . , Adiantum ferrulatum 35 . f* 

2. . . Davallia aculectta 61 . . . Dickfonia Cicuta* * 
,ria 5 j. f. 1. 2. . . 1 richomanes mufcoides 27.^ 1, 

. . Lyg odium volubile 46. f. l. . • Qnocleu forbi* 
folia 38 . . , Hypnum /pin forme 25 . f. 4 . . . Fu- 
cwj trifarius Sw. 20. f. 9. . . F. turbinatus Gmel* 
ib. f. 6. / " % 


. _ i » » * « 

, Auch durcli Wilb. Dampier f cler als Freybeutef 
die Sadfee, die Kiiften der fpanifcben Befitzungen ia 
America } die Philippinen,' die Fifcber- Infeln und 
ieibft die Weftkftfte von Neu- Holland- befuchte, 
( 1684 t— 1699,) und durch mebrere Entdeckungea 
vorber unbekannter Infeln und Kftften berOhmt ge- 
worden, ward die Pfianzen v Kenntnifs erweitert. 
Piuknet bat mebrere Pfianzen abbilden laffen, die 
Dampier mitgebracbt. Aucb er felbft gab in feinem: 
Nouveau voyage autour du monde , vol. 1 — 5 . Amft. 
1701* 12., mebrere Abbildungen von feltenfen Pflan- 
zen , von denen die neuhollandifcben Dryander obne 
nahereBeftimmung verzeichnet. (Ann. of bot, 2, 53 1.) 
Foleendes find die beftimmien: 

0 

Bankfia integrifolia tom. 4 - P* 128. . . Lobe* 
lia arbor ea p. 125 . . . Solanum ferox p. 126. . , 
Coccoloba uvifera tom. 1, p. 44 l * • • Eriocalia mi * 
nor p. 157. t. 3 . f. 1. * . Diplolaena R. Br. tom. 3 . 
p. 110. t. 3 . f. 3 . . . Metrofideros hifpidus tom. 4 * 


% 


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I 


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. ' I 

$8 Tfanfui Buch. Drittes Kapitel. ** A ' 

• 

p. 128. . . Euphorbia tithymaloides p. 128. . . 
Bombax Erianthus urul heptaphyllum tom. 1. p.177. 

. . Achras mammofa p. 219. . . Glycine coccinea 1 
tom. 4. p.127. . , After glandulofus Labiil. chf . . 

. Cafuarina difcyla Oder quadrivulvis daf. . • Fucus 
Pilularia Gmel. i^ 5 , * - 


• • 


f • • t 7 ry 




,C 


7- * ♦ • 4 ' 3 * 

« 1 4 * I 

- \ z\ S* UiC * a ‘ ^ * 


Sogar Spitsbergen ward 1671 von einem Wund- 
arzt aus Hamburg, Friedr. Martens , helucht. lhm, 
der zwar kein Botaniker, aber ein treuer Reobachter 

war, verdanken wir die erfre Nachricht von den we- 

- 

nigen polarifcben Pflan^en, die Hort vorkommen. 
Sein Buch heifst : Spitzbe gifnhe oder Gronlandif.he 
Reifebe/chreibung , Hamb. 1675.4. Folgende PAan- 
zenfind, wiewohlroh, cfnrrn abgebildet: 

Saxifraga nivalis t. F. f. A. , . $. biflora t. F. 

f. e. • • *S. ftellaiis r. G. f. a. . . 5 . rivularis t. H. 
f. c. . . Ceraftium alpinum t. G. f. d. . . Ranun- 

culus ) 3 \gmaeus Wahlenb. t. G. f. e. . , R. nivalis 
/ 3 . fulfureus t. G f. c. . • R nivalis t. I. f. d. . . 
R • lapponicus t. H. f. e. . . Cockle aria gronlandica 

t • H. f. a. . . Salix polaris Wahlenb, t. G, f. b. 


", ftTi* 






a : - Viertes Kapitel. 

Wachsthum der botanifchea Garten. 


nr. 


’ I 


A. In Frankreich, 


• « 

Unter den botanifchen Garten diefes Zeitalters 

v, V >4 # • ^ 

■waren die franzofrfchen und brittifchen die herilbm- 
teften. Von der Anlegung des botanifchen Gartens 
Jn Montpellier* als des alteften in Frankreich , ha- 
ben wir fchon oben, (Th. 1. S. 34 o. 34 i«)> gehan- 
delt. Peter Richier de Belleval , aus Chalons an der 


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» 


Funftes Bucb. ' Viertes Kapitel.- 89 

Marne, (geb. i558, f i 632 ,) erwarb fich die grofs* 
ten VerHienfte um die Wiffenfchaft , ^indem er die 
5m fadlichen Frankreich wild wachfenden Pflanzen 
in diefem Garten verfammlete, bald eine Zahl von 

1 * t • 

^300 zufammenbracbte, und fie zeicbnen liefs. Die 
Kupfer hinterliefs er feinem Neffen Martin. Aliein 
He biieben zweyhundert Jahre liegen, obgleich fie 
Goua'n, Sauvages, Haller und Linne kannteh , ’ bis 
fie endlich Villars und Gilibert in des letztern De- 
mon ft rations botaniuues, Lyon 1796. 4 * , herausge- 
geben. Es find fteife Figuren, viele monftrdfe, ei- 
nige fogar erdicbtet, (wie Scabiofa Columbaria pro* 
lifera t. 77.)* andere weit fchleehter, -als die von F. 
'Columna, C. Baubin und Clufius , (fehr fchlecht Vio- 
' la calcarata t. 235.)*, nocb andere kaum herauszu- 
bringeri wie t. x63. , welches Einige far Ceraftium 
ftrictam halten. Die Namen find grlechifch zufam- 
mengefetzt*: Gondrilla piK^o(J.y]\tvo 7 roXvaa\)Xoq , Tama- 
Tifcus xsipaygoyltappufTfiotyoii;,' Thlafpi iQeoHOLvXoCpuXXo- 
'CTsfyw u. f. f. Villars und Gilibert baben meift glQck- 
. lich' die Arten errathen/ oft aber auch fich fehr ge- 
irrt. So find dieOrchideen meift unrichtig beftimmt: 
Xinnaea borealis ift Campanula caefpitofa: unter 

Crepis pulcra kommen drey verfchiedene Pflanzen 
'yor. Folgendes find die zuerft hier vorkommenden : 
Valeriana anguftifolia t. 37. . . Montiafonta • 
na i54» - • Scabiofa matitima 76. . . Potamoge - 
‘ ton glamineus *45. . . Plant ago Serrarla 10.'. . 

. Lo nicer a coerulea 5, . . Androface fipeentrionalis 
12. . . A* elongata i3. . • A.villofa x ^ • » . Con - 
volvulus IDorycnium 21.'. . Gentiana pumila 25. , , . 
Campanula pulla 26. . . C. vefula Allion. 27. . . 
Ligufcicum vodiflorum 209. . . Sefeli' faxifragum 
210. . . ' «$. Turbith 212. • . Scatice echioides 142. 

. . Allium narci/fiflorum Vill. 240. . . 1 A. mofcha - 
sum 24 l * • • Arenaria faxatilis i53. . . „ Euphor - 


\ 


/ 


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f 


90 Fuoltes Buck. - Viertei Kapitel. 

Ha dulcis zZy. . . Geum reptans \j2 . . . Ranurt • 
cuius caffubicus 176. . . Betonica hirfuta 53 . . . 
Pedicular is incar nata Jacqu. 07. . . Limofella aqua - 
fica 63 . . . . Iberis faxatilis 193. .. . , Cardamine 
afarifolia 199. . • BraJJica Richerii Vill. 197. . . 
Erodium romanum 232 . . . Ononis fruticofa 224* • • 
p. pubefcens 2 25 . . . Hedy f arum faxatile 216. . • 

H. obfcurum 217. ... Hypericum Richerii Vill. 168. 

. . Hieracium aurtum 121. . . H. cerinthoides 128. 

* i • 

. i H. pbrrifolium i 53 . . . H. amplexicaule i 34 * ' 
. . Scorzonera re fedae folia 109. . . Apargia dubia 
120. » Andryala lanata i 35 . . . Crepis Diofco - 

ridis i 3 o. ... Cr.alpina 126. . . Hedypnois mons» 

pelienjis 123 . v . Berardia fubacaulis * Vill. , 0 /zo- 
pordon rotundifolium All. 87. . . Carduus lycopifo - 
lius Vill. 81. . '. Cnicus helenioides 83 . . . Car- 
thamus mitijjimus 86. . . .Erigeron unijlorum 100. 
A. . .. Doronicum Bellidiaftrum io 5 , . . Chrysan - 
ihemum montanum \ o 3 . . . * Achillea nana 96. . • . 
Centaurea amara 92. ^ . Malaxis Ldfelii 26a . . 
M. jnonophyllos 262. . . Salix repens 273. . • 
formofa Willd. 274. . . Arbuscula 2 j 5 . 

Richier’s kleine Schriften, befonders das Ver- 
zeichnifs derPflanzen im botanifchen Garten zuMont- 

J • 1 < , 

pejJier, gab Pet. Mar. Aug. Brouffonet heraus: Opus • 

. cules de Richier de Bellevaly Paris 1785. 8. 

Das Anfehn des Gartens fank, bis Pet erMagnol 
Auffeher ward, von deffen Bemiihungen wir fchon 
gefprochen baben. 


1 « , » 

♦ _ • . _ 

Die erften Spuren der Anlegung des parifer Gar- 
tens linden fich in den Acten der medicinifchen Fa- 

* 34. + ” ■ 

cultat jener Univerfitat. Es war zu Itbde des Jahrs 
1697, als der Dechant dem Joh. Robin Geld auszahl- 
te, um einen bot. Garten anzulegen. (Ann. du muf \ 


i 


X 


Wachsthum tier botanifchen G&rtea. , 91 

i.p. 3 ,) Diefer Robin hatte fcbon feit 1590 einen 
eigenen Garten, worin er feltene Blumen zog, urn 
den Stickerinnen der Hofkleidungen neue Mufter zu 
verfchaffen. ( Ant . Jujfieu in mim. de Vac . de Par • 
1727, p. 1 90.) Der Hoffticker Peter Valle t liefs die 
prachtigften Blumen des Robin’fchen Gartens, ohne 
Erklarung in Kupfer ftechen, und gab dem Buche 
den Titel: ' Le Jardin du Roy Henri IV. , 1608. fol. 
Man fieht eioe Menge Lilien, Narciffen , Tulpen, 
Iris • Arten , Tuberofen , auch Scilla peruviana, Hae- 
manthus multiftorus, Ifopyrum thalictroides und Can- 
na Indies. Jak. Theod. de Bry liefs in feinem Flo - 
* rilegium novum , Oppenh. 1612* fol., die meiften 
ivieder copiren. . Noch .1628 gaben die Hoffticker 
Dan. Rabel und Pet. 'Firens ein Theatrum florae, 
fol. mit 69; prachtigen Kupfern heraus. Unterdefs 
batte Job. Robin fchoni»i6ot ein Verzeicbnifs von 
i 3 oo Pflanzen , die er in feinem Garten baute , her- 
ausgegeben, und von Heinrich IV* den Titel eines 
Simpliciften erbalten* > . 

Sein Sobn Vefpafiart Robin folgte ihm in jener 
W T 0rde, und gab ebenfalls ein Verzeichnifs von 1800 
Pflanzen, die er in demfelben Garten gezogen: En- 
chiridion ifagogicum ad facilem notitiam Jtirpium , 
Paris 1625* 12. Eine geraume Zeit lang blieb der 
Robin'fcbe Garten der einzige von Bedeutung in Pa- 
ris: denn deffen , den die medicinifche Facultat an- 
legen laffen, wird niebt weiter erwahnt. 

;Aus dem Robin’fchen Garten und aus der freyen 
Natur fchopfte Paul Reneaiilme 9 Arzt zu Blois, fei- 
ue Kenntniffe, als er: Specimen hiftoriae plantarum 9 
Paris 161 1. 4 *> berausgab. Diefe kleine Schrift 
enthalt trefflicbe Abbildungen und gute Befchreibun- 
gen faft fcbon bekannter Pflanzen, die aber, nach 
Richier’s Mufter, mit griechifchen Namen bezeicb- 
net werden* So ilt KaXcjSergux*? p. 3 o. Syringa vul- 


/ 


/ 


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I 


I 


$2 . Funftes Buch, Viertes Kapitel. ' 

\ 

garis , BXbvvoiXjoU. p. 37, Nicatiana Tabacnm / , Gypovc 
p. 47* Diantbus atrorubens^ Aiokt$ daf. D. Carthu- 
fianorum , p. 5o«i D. caefius, /Atrregixq 

p. 63. Gentians lutea, A«<ru<rr*(f4y>7 p. 68*. G, afcle- 
piadea, GvXanms G. acaulis, p> 76. Chlo- 

ra perfoliata, Xptunjis 'p/>83i Helianthus annuus, 
AtovQH)TiHy p. 1 19. Arnica montana. « •?. 

Endlich fafste im Jahr 1626 Gui de la Broffe, 
Leibarzt Ludwigs XL1I., den Gedanken, einen konig- 
Jichen Garten in Paris anzulegen , worin nan alle 
Pflanzen ziehn wollte. > Durch Halfe des erften Leib- 
arztes, Herouard, erhielt er 1626 ein Patent vom 
Konig zur Anlegung des Gartens in der Vorftadt S. 
Victor, Allein erft fpater, x635, ward durch Karl 
.Bouvard’s Fiirforge, der nach Herouard’s Tode er- 
fter Leibarzt geworden, das Grundftflck far 67,000 
Livres gekauft. • Da bald die medicinifche Facultat 
Eiferfucht gegen diefe neue Anftalt verrieth, fo ward v 
im Jahr i635 ein Edict gegeben, kraft deffen Bou- 
vard Oberauffeher, de la Broffe aber Auffeher der 
Anftalt feyn, und drey Profefforen der medicinifchen 
Facultat bey dem Garten angeftellt werden follten, 
urn Botanik, Pharmakologie , Ghemie und Pharma- 
cie* zu lefen. Die erften * die diefe Aemter beklei- 
deten, waren Jak. Coafinot^r. Urb. Baudineau' und 
Marin Cureau de la Ghambre.ioiJeder diefer Demon- 
ftratoren erbielt i»5oo, Bouvard ’3ooo und dels Brof- , 
fe 6000 Livres Gehalt, oZurHJnterhaltung des Gar- 
tens und zur Bezahlung der Gehalte wurden 21000 
Livres' angewiefen, welohe jetzt i3i25 Rthlr. pr* 
Cour. machen warden. ‘ Da die Ghemie damals noch . 
in fehr ttblem Rufe ftand* fo blieb die medicinifche 
Facultat bey ihrer Widerfetzlichkeit, die indefs ganz 
fruchtlos war: denn la Broffe gab fcbon t636 ein 
Verzeicbnifs von 1800 Pflanzen, die in dem Garten 
gezogen wurden, (Ddfcription du jardin roycU 9 Paris 


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Wachsthum der botanifcheu Garten. 9} 

i 636 . 4 *) *1640 fingen* die Demonftraflonen an, 
{V ouver ture du jar din royal , Paris 1640. 8.), and 
im foJgenden Jahr gab la Broffe ein neues Verzeich- 
nifs, worin fchon , 256 o Pflanzen aufgefilhrt werden. 
Schon das erfte Verzeichnjfs, welches in Paulli viri* 
dariis p. 8 1 — - 20 1 . aufgenbmmen ift, enthalt viele 
neue und merkwflrdige Pflanzen: Glycine Apios, 
Scilla unifolia, Cypripedium fpectabile und die ame- 
ricanifchen. After - Arten. Noch hinterliefs la Broffe 
48Tafeln abgebildeter Pflanzen, die niemals heraus- 
gekommen, wovon es nur fechzig Abdrucke geben 
loll. In der Haller’fchen und Banks’fchen Biblio- 
thek And fie. Auch hier kommen einige nordame- 
ricanifche Pflanzen vor* /La Broffe konnte diesWerk 
nicht vollenden : erftarb 1.641. • 

Die Einfflhrung nordamericanifcher Pflanzen in 
die franzbfifchen Garten fchrieb fich von den Schiff* 
fahrten her, die die Bretagner und Normannen feit 
dem Ende des fechzebnten Jahrhunderts , an dieKd* 
ften von Neu Foundland undNordamerica unternah- 
men, um Stockfifch von dort zu hohlen. Scbon i 554 
hatte Jak. Cartier aus S. Malo, auf Befehl Franz h 
den LorenzRufs befahren. - i 608 . Jegte Samuel de 
Champlain Quebec, als . die Hauptftadt des neuen 
Frankreicbs und die Hauptniederlage des canadi* 
fchen Handels an. Indefs wurde diefer nachlaffig be- 
trieben: die Franzofen verloren 1629 Canada an die 
Englander: doch erlangten fie es ini Frieden von S. 
Germain- en - Laye i 63 t wieder. Unterdefs waren 
fchon fo Viele Pflanzen aus Canada in Frankreicb ein* 
gefQhrt worden, dafs Job. Robin »eine: Hiftoire des 
plantes nquvellement trouv&es en Vlsle Virgine , 1 620. 
12., herausgeben konnte, welche in 'Linocier's Hi • 
Jtoire des plantes aromatiques, ed. 2. wieder abge- 
druckt ift. * *1* 1 


4 


94 Fiinftes Buds* * Vicrtcs Kapitel. / 

• • ' 

Ja& Phil. Commit Arzt in Paris > gab eine Ge- 
fchiohte der canadifchen Pflanzen, die in den parifer 
* Garten gezogen wurden: Plantarum canadenfium 

hiftoria y * Paris 1 655 * 4 * Hier kommen foigende 
neue vor:" "r - " r 

Monarda fiftulofa 1 4 * • • Antholyza aethiopica 
79. . . Plant ago maxima i 63 . . . Sanguiforba ca- . 
nadenfis 174* '• • * Fitis hederacea too. . . Afcle • 
pias Jyriaca 80. . • A . incar nata 9 3 . # . Angelica 
lucida 197. . . A« atropurpurea 199. . . Rhus To- 
xicodendron 97. . . Aralia racemofa j 5 . • . Ama- 
ryllis far nienfes 1 58 . . . Albuca maior 161. . . Hy- 
poxis ft ell at a. 168. * . Uvularia lanceolata 4 *. . * 
Convallaria ftellata 33 , • . C. racemofa Zj. . . Tril- 
lium erectum 1 67. . . Afarum canadenfe 25 . ... 
Rubus odoratus i 5 o. . . Actaea americana Purfh. 
77. . . Aquilegia, canadenfis Go. . . Thalictrum 
Cornuti 187. . . Scutellaria per egrina 129. . . Bi- 
gnonia radicans io 3 . . • Crambe hifpanica' 148. . . 
Pelargonium trifte no. . . Hibifcus Mofcheutos i 45 . 

• . Fumaria femper virens 67. . . * , Robinia Pfeuda - 
cacia 171. . . Glycine Apios 201. . . * Hedy far um 
canadenfe 45 . . . Eupatorium ageratoides 21. . . 

E. purpureum 191. * . i After paniculatus 65 . . < 

A . annuus 194. . . Solidago mexicana 169, . . He- 

lenium autumnale 63 . . Rudbekia laciniata 179. • • 
Cypripedium fpectabile 2 o 5 . * : * 

. • Die Oberaufficht des parifer kdniglichen Gar* 
tens erhielt 1642 Franz Fautier, erfter Leibarzt des 
Konigs, zum grofsen Nachtheil der AnftaJt,< die faft 
ganz zu Grunde ging. Auch Anton Fallot , der 1 652 
dem Vautier foigte, vernachlaffigte Anfangs die An? 
ftalt, bis das Aufblahn des Gartens in Blois* dem 
Marchant, Brunyer, Laugier undMorifon vorgeftan- » 
den, den Wetteifer erregte. Deni sJoncquet* Prof, 
in Paris , ward i 665 zum Prof, der Botanik an dem 


1 / 


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_ \ ^ 

Wachsthum der botanifchen G&rten* 95 

1 ' * * * ■ « 

kon. Garten ernannt, der fchon frtther zu S. Ger- 

s 

main - des - Pres einen eigenen reichen Garten befef- 
fen, und ein Verzeichnifs davon gegehen hatte. (Hor- 
tus 'f. index onomafticus plantarum, quas excolebat , 
Paris i65g. fol.) Er hatte fchon einen Theeftraueh 
gezogen. Auch vom kon. Garten gab Joncquet eine 
Befchreibung: Hortus regius, Paris i6f>5. fol. Jetzt 
fchlofs Cch Guy Crefcent Fagon y Grofsneffe des la 
Broffe, der im kdn. Garten geboren war, an die Be* 
forderer der Anftalt an. Er durchreifete auf feine 
Koften das ftidliche Frankreich, die AJpen und Py- 
renaen, um Pflanzen fiir den Garten zufammenzu- 
bringen. Nach feiner Rflckkehr ward er zum Prof, 
der Chemie am kon. Garten ernannt, und 1671 nach 
Joncquet’s Tode ward er deffen Nachfolger. • 

Da Vallot in demfeiben Jahre geftorben , fo 
tibernahm der Minifter Colbert felbft die Oberauf- 
ficht, und verpflichtete auch den Maler Robert, der 
in Dienften des Herzogs Gafton von Orleans geftan- 
den, aJs Kabinetsmaler des Korrigs, die feltenften 
Pflanzen des Gartens zu malen. Diefe Gemalde.wur- 
den in Kupfer geftochen: 5i6 diefer Kupfe^friche, 

dib hQchft felten vorkommen , haben den Titel: 

• * 

Fftampes pour fervir a Vhiftoire des planees , Paris 
1701 . fol. Obgleich kaum neue Pflanzen darunter 
find, fo ift doch intereffant, dafs das Keimen der 
meiften dargeftellt ift. 1 Als Robert 1684 mit Tode 
abgegangen , folgte ihm als Kabinetsmaler Joh. Jou- 
bert aus Poitou. 

Fagon trat im Jahr i683 feine Stelle an Tour- 
nefort ab, der nun der Anftalt neuen Glanz gab. 

Unterdefs hatte auch Denis Dodart, deffen wir 
oben erwahnten , fich der Httlfe des treffiichen Ro- 
bert bedient, um vorzttgliche Pflanzen - Abbildungen 
zu liefern. Er gab diefe in den oben erwahnten M4- 


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I 


96 Junftes Bucb. Viertes Kapitel. r 

moires pour fervir h Vhiftoire des planter ? i 676 . r foL 
Hier kommen folgende neue vor: 

Heliotr opium parviflorum p. 82. . . Lobelia 
jiphilitica » 04 . . Campanula nitida 118. . . Apo- 
cynum an dr ofaemi folium 5 g. . . . Si/on aureus 

54 * • • Stance reticulata g 4 * * *, Lil turn phi lade l- , 
phicum 90. . . Mitella diphylla 106. . . Silene 
quinquevulnera 98. . • Cotyledon lutea 70. . • 
Verbena urticaefolia 1 24* • • Rentaftemon campa 
nulatus 78, . # Ononis fruticofa 57. . . Rforalea 
corylifolia 96. . . Aftragalus carolinianus 64. . • 
Trifolium fubterraneum .22. . . After acris 60. . • 
A . fibiricus 62. . Solidago mexicana 126. ^ » 
Chrysanthemum grandiflorum Lapeyr. 66. • . AchiU 
lea tanacetifolia 100. . . A odorq 101. • . Ce/i- 
taurea fempervirens 84. * '. C ■ Jicula 86. . • Arum 
triphyllum 89. . . Urtica DodartU x 3 o. f. 2. . ^ 
U» cana.de nfis 128. , 


# B. Botanifche Garten in England* 

1 # 

Die englifcben Garten wareto unftreitigdie relch- 
ften und bltthendften in jenerZeit. Denn tbeils war 
der Handel der Englander feit der Koniginn Elifa- 
beth Regierung fchon fo ausgebreitet , dafs er mit 
dem bollandifchen urn den Vorrang ftreiten konnte; 
tbeils ftanden die englandifcben GeJehrten in Verbin- 
dung mit Reifenden aller Art; tbeils endlicb machte 
fich der Hof, feit Elifabetb, . es zur Regel, rei- 
cbe Garten zu unterhalten und die PHeger derfel- 
ben zu unterftatzen. . , 

Der altefte diefer Garten’ ift der von Hampton^ 
court, der von Elifabetb gegrttndet, von Karl II* und 
Wilhelm 111. befonders bereichert wurde. Es ift 

• r • !» * * N w * * * ^ • *4 U U . 


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Wachsthum der botanffchen Garten, 


97 

zioch ein' gefchriebenes Verzeichnifs der Pflanzea 
. diefes Gartens im brittifchen Mufeum, woraus maa 
' fieht, dafs Mangifera indica, Plumeria rubra und 
viele andere feltene Sachen dort gezogen wurden. 
Ein Apotheker, Job. Parkinfon* (geb. 1667,) ward, 
xnit dem Titel eines kon. Botanicus, Vorfteher des 
Gartens. Zuerft gab er ein Werk: Paradiji in foie 
paradifus terreftris , Lond. 1629. fol. Hier find Kd-» 
chengewachfe und FruchtbSume, Zierpflanzen und 
auslandifche Gewachfe befchrieben, uhd auf 109 Ta- 
feln in HoJzfchnitten dargeftellt.* Canna lutea Rofc.' 
p. 37 y -Valeriana tuberofa p. 386 *. n. 2.,. Scabiofct 
atropurpurea p. 324. n. 3 ., Convolvulus tricolor p. 1 
36 1. n. 3 ., Lobelia Cardinalis 355 .~n. 6. , Datura Ta A 
tula 36 o. n. 2.* Caffine cdpenfis 6 o 5 . n. t.‘, Leucoium 
autumnale 110V n. 2., Narciffus laetus Salisb. 94. 
1179., N. viridijlorus Schousb. p. qS* f. 6., N» odo^ 
rus p. 89. f. 5 ., Allium triquetrum p. i 43 - £ *>•> Xi* 
Hum canadenfe und pomponium 32. f. 2. 3 ., Ornitho »•- 
galum latifolium 187. f. 2.'* 0 . arabicum i. w.y 

Lachenalia ferotina 1 22. f. i . , Colchicum byzantinum 
Ker. i 55 . f. 2.., C. variegatum f. 5 ., Oenothera bien «. 
nis 263. f. 6., Geranium ftriatum p. 227. n:j , 9 Me- 
dicago fcutellata p. 337. n. 5 . , Afclepias fyriaca p.' 
443 . n. 2. mochten leicht aJUe intereffante Gewachfe . 
feyn, die hier zum erften Mahl vorkommen. > ■ ’ 
Auf ein anderes Werk verwandte er faft feia 
ganzes Leben. Er wolhe alle bis dahin bekannt ge- 
wordenen Gewdchfe in gewiffer Ordnung* befchrei- 
ben, und abbilden laffen. Ein folches Werk erfchien 
unter derti -Titel : Theatrum botanicum , Lond. 1 64 o. 
fol. • Die Ordnung aber ift fehr fchlecht: denn bald 
fieht Parkin fon auf die Kr 2 fte, bald auf das Sufsere * 
^nfehn. Er theilt alle GewSchfe'in fiebzehn Fa mi- 
lien: i. Wohlriecbende , 2. Purgirende, 3 . Giftige 
und giftwidrige, 4 * Steinzermalme^de, 5 . Wu od- 
Ctlcb, pL, Bouuaik. 2, B* n 


I 


9$ . Fiinftes Buch. • Viertes Kapitel. -7 

* <» 

krauter* 6% Kahlende, SJ. Hitzige und fcharfe* 1 8* 
Dolden, 9. Difteln und Dornen, 10* Farrenkrauter t 
Ij^Hplfenfrflchte* 12. Getreide- Arten, \ 3 . Gra(er, 
v4» ,Sumj)£-»und Meerpflanzert , auch Moofe , i 5 v 
Ve/itoifchtey 16, Baume und Straucher, ij. Auslan- 

% » 1 " • 

difche. Nimmt,man alle Abarten mil, fo mogen 
58 oo Pflanzei^abgebildefc feyn j aber von den alier- 
rneiften giebft er blofs Copieen aus Lobelias* Gerard 
undAnderii.~ Was er Nefces hat, lafst fich auffoi- 
gende zurackhtingen: ■ * ; 

Syringa perfica 1467* • to * ' SaZtfto irt» 

carnala p. 5 q. n. 4 * • • Piriguicula vulgaris 55 2% 
V*« 4 Crocus moefiacus Ker. .166. n. 22* *Cr. 
biflorus • Mill* 462* as. 10. . Cr. .ferotinus Sa* - 
Iisb> 168. n> 4 * / * Gladiqlus byzantinus ; Mill* 1 9 ^ 
it. 3 f Globular ia fpinofa 52 n. .*9, fiavwi - 

rnoea lacunofa n* 5 . yi-^r Phyteuma pvnnatum 

649. n. 5 -vv * .<■ Afclepias amoena 3 86 . . 4 £ryn - 

gium pufil{uft;$ 8 &. f. eleguns Ja$qu>_ 

9 54 . r. 3 w 3-vV % 

Caucalis leptophylfa 92 o , > , . mucronata . .. . 

YucoA'Gfariofa 153. ^^^ilracaenaDrq&o } 53 l r > 
Polygonum virginianum 837. .f; ,6 ^ Vfc (/ni/a/z* 
dipaBorifac^Si^f. dr. . 4 rj>Utus Andrpchne y a Is, 
ijrlandifche Pflao*e,‘:*i4*!§3 ids is! pupkorbia 
Lam. 188* to*r ? BapaVet cambricim, 36 $>‘ 

4- * r , & anguina ria conadenfis ? 3 ^ 6 . n . 

raceniapwpifrisb 1 2-35, if* %[io*v Et odium ggtraeum, . 
7&9«* -nr 4 *r-* ovsU^ftr^g^u^ipt^piQUp £084* %, 33 w, * 

, trjenantbes fp'weja 8 04.;"; . , «E pi pact is - tmcrophylla\ 

21 8, n,‘8< j uJ 3 $; .-w*!-#*,* .1 

Fuqus digitatus 1292. n. 5 . * % *ts ?: F*lofeus >29 3 . n . 6* 

* *, vi Es wird g eta del t f . : dafa er ; aus des Lobelias HIu-; 
ftrationeSy die datnalsnoqh nicht herausgekonlrfieil 
waren , mehrere Pfla^zen-,, >Sls Von fitoh. .entdeckty. 
ai|fgenOmtneto>L z.B. Xriticuito loliaceuin n 5 o; n. 1 1>, 

r • •> > w>* ti 1 . 1 v 


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I 

Wacbstbuxn der botanifchen Garten. 


99 


12. (Lobe!, ill.- p. ^o.), Lappago racembfy 1174. 
(Lob. iH.p r 3 SJ, Agroftis pungens 1 187. (Lob. ill. p. 

Dactylis gldmerata 1182V (Lob. ill. p. 45.), 
CheVleria fedoides 737. (Lob. ill. p.ioi.), Pulmo- 
naria maritima 766. ^Ldb. ill. p. 121.V Unzahlige 
ander^e EingrifFe in die Rechte eines Andetn ond Irr* 
thflmer deckt How 1 id der Ausgabe von Lobel. illuftr. 
a ufV V--' * *'./ > 

*Nach ParkinfoaVrTode’ ward Leon. Pluknet> 
(geb. 1642,) Vorfteher des kon. Gartens , ein unge- 
mein thStiger Sammler* <ler eine der reichften Pflan* 
veil * S&rfimhmgen zufammengebracht, die es je gege* 
ben hat. V. Sie kam nach feinem Tode in Slbane’sBe* 

' . V « , 

fitz,'Und wird noch. jetet im brittifcheo Mufeum auf^ 
bewahrt. Die meiften Pflanzen hatte’ er aus dem 
Garten zu Hamptoncourt, fehr viele aus Beaumont’s 
Garten zu Haag, ausTrafdefcant’sG&tten zu Lambeth, 
aus da Bois Garten zu Mitcham. Viele bekarrr er 

- * A _ . ^ 

von Robert Uvedale zu Enfield,’ vom Bifchof von 

* i ’ * 

libndon,. Henr. Compton, vom Apotheker Sam; 
Doody , der Auffeher des Gartens* zu Chelfea war; 
vbn Petiver, Sherard, Bobart, Wheeler, Fifhwick, 
Cunningham u. a . 1 Er liefs die Pflanzen in 'kleinem* 
Format, oFt fehr unvollftandig abbilden , fuchte ibrer 
Benennung zu^ beriohtigen und gab auf folche‘ Art 
2740 Abbildungen, auf 4^4 TafeJo, nach und nach 
heraus, die zuerft imter dem Tited: AiftoUgeftum bo* 
tanicum , Lond. 1896.4*) herauskamen. Dazu gab er 
eine^ Mantiffa 1700, ikid ein Amalthewn botanicum , 
17 o 5 ; ‘ Die neuen Pflanzen find folgende: 

* ti l, Chionanthus compacta t. 224. ft 2. . . Linocie • 
ra cotihifolia U 241. ft 1 4 * * • Veronica virginica 
t. 70. f. 2. . • V.eenella 233 , 4 * * • Gratiola hyf- 
fopioides 1 g 3 , I. * . Elytraria crenatn Vahl. 

1. . „ Iufcicia firicta 279,7* . . /. americana 423 ,' 
5 ; . . ft procumbens 392, 4 * • • ft Adhatoda 173, 


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ft 


I 


I0& Funfte* Buck. . ViertesJsapitaJ. 

i « 

ft \ 

3 . . . L hyffopifolia 280, n. » > Utricularia minor' 
99, g. ... ..Stachytarpheta prifmadca ,Vabl. 32 >,.i. . \ , 

S*. orubica Vahl. 627, 7. . •. Tamonea fpinofa AubL; 
234 , 4 * • Cunila mariana 344 > Ziziphora 

capitata 164, 4 * «• • Monatda ciliata 164, 3 . : v . 

M. punctata 24, 1. . . Salvia incar nata 194, 6* . . 

5. canarienfis 3 oi, 2. . . Boerhaavia kirfut# 11 3 , 

7. . . B. fcandens 226, 7. . . Fraxinus lentifcifo? 
lia 182, 4. . . Gunner a perpenfoi8j2.. . +'\\Vale* 
riana pyrenaicn 232 , 1. . . Ixia . corymbofa 2j5 9 *i2 
. . I. erecta 3 10, 1. . .< Gladiolus galeatus 224* 8. 

. . Ariftea cyanea 299, 5 . . . „ Iris verna W*. *$6 % 

6 . . . Commelyna virginica t t 74, 4 *-> r. C. kenga~ 

lenfis 27, 3 . , . C. nudijlora 27, 4 w* • *w.-. Ficwj pe* 
dunculata , 178, 4 - • Schoenus an guftifolius 3 oi j 

t. . * Sczr/jwj minimus 3 oo, 3 . • Sc. mucronatus 
4o, 3 . • * Sc. pungens 4o, 1 ,.V . 5 i Sc. uncinatus 1 904 

7. . . Sc. triqueter 4 o, 2,. Sc. eriophorusft'S* 

, 3 . . . Sc. dichoeomus 1 19, 3 . . . Sc. lavarum Poir. 

192, 5 , . .. Cyperus arenarius 3 oo, 7.. . . C. te* 
nellus 3 oo, 4 * 5 . . . C. poly ft achy os 4*6, 8. C. 
VLafpan 192, 2. . . C. compreffus 4 * 7 * 2* * . C* 

difformis 4 l 7» 5. . . C. /ria .191, 7. * \ C. pumi- 

lus 191,8. • . C. fquarrofus 397, 2. . * Marifcus 
ovular is Vahl. 91, 4 * • • r Hr of r actus 4 * 5 , 4 * • • 

. M paniceus V^hl. 91,3. . . . Fuirena glomerata 4 1 7 p 
6. . . Eriophorum virginicum 299, 4 - - • Ce/ic&rH* 
echinatus 92, 3 . . . Phalaris paradoxa 33 * 5 .'. . 
Phleum arenarium 33 , 8. . . Panicum brizoides 191, 

5 . . * P. brevifolium 189, 4 * • • Milium lendige* 
rum 33 , 6. . . Poa decumbens 34 , 1 * . . P. tenella 
* 3 oo, 2. . . P. ciliaris igo, 5 . . Fefeuca tenuifo - 

/ia ib* 2. . * Ifc. bromoides 33 , 10. Pafpalum 
disfcctum 35 o, 2. » . ' Panicum fluitans 4 l 7 » 7* • • 

P* brizoides 191, 1. . . P. brevifolium 189, 4 * • * 
Alopecurus indicus 92, 5 . . * < Uaiol a paniculat a 32 , 

. - l ' ' . • 


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Wachsthum der botanifchen Garten, ioj 

^ v • 

6. ; : . • Sefsleria f pleat a Spr. 190, 6. . . Ariftida 
Hyfcrix 191, 3 . . . • Andropogon arundinaceus 32 , 
1 . . * « A . contortus 191, 5 . . . A . Schoenanehus 
190, l./. : Chloris petraea 245, 1. .. Chi. mu~ 
tronata 3 oo , 8. . . Triticum loliaeeum 32 , 7. . . 
Tr. polonicum 23 1, 6. . . $riocaulon quinquangula - 
re 22 i, 7. . Mollugo oppofitifolia j 5 , 6, . . Af. 

ftricta a 56 ,* 2 . • • M vertlcillata 332 , 5 . . . Pro- 
lea cyanoides 345 , 8. 1 . . Pr. Serraria 329, 1. . . 
Pr. conocarpa 200, 2. . . Pr. argentea ib. 1. . ♦ 
Pr. hypophy lla 44 <>> 3 . . . -Pr. cucullata 3 o 4 j 6. . . 
Pr. Jaligna 229, 4 - • * ' O lobular ia bifnagarica 58 , 5 ; 

. . • Cephalanthus occidentals 77, 4 * • • Spermacor 
ce tenuior i 36 , 4* • • r Houjtonia coerulea 97, 9. . . 

. Mitcliella repens 444 » 2. • • Callicarpa americana 
i 36 , 3 . . . Penctea Sarcocolla 44 ^> 5 . . . Buddlva 
occidentals 210,1.. . Exacum pedunculatum 34 3 , 
3. . . P. dureunt 275, 5. . . P. cordatum ib, 4- • • 
CiJJiis vitiginea 337, 4 * < » • C. quadrangular is 210, 
6/.'. C. acida 1 - 52 , 2. . ; Cornus firicea 169,3. 

. Fagara tragodes 1 07, 4 * • • Ludwig ia alterni - 
yb/ia 412, 1. . . Oldenlandia umbellata 119, 4 * • * 
Ammannia baccifera i 56 , 2. . . //ex vomitoria 376, 
2. . . Cometes alternijlora * 38 o, 4 * « . Coldenia 
procumbens- 64, 6. . . Heliotropium curaffavicum 
58 , 5 , » ; . H. gnaphalodes 1 93, 5 . - . ■ . Pulmonaria 
virginica 227, 6. . , Borago indica 76, 5 . . . B . 

teylanica 335 , 4 » - ♦ Tour ne for ria volubilis 235 , 6, 

. . Dodecatheon integrifolium Mich. 79, 6. . . I7- 

fimachia Jtricta 428, 4 * • • Phacelia Jzmbriata Mich. 
245 , 5 . v . Gouania domingenfis 201, 6. . . Pa- 
uax trljhlius 435 , 7. , . Azalea vifeofa 161, 4 » • « 
Phlox pilofa 98,1. . . Phi. Jubulat a ib. 2. . , Phi. 
fetacea ib. 3 . . . PA/, ovaia 348 , 7. . . Convolve 
lus Wheeleri 85 , 3 , , , C. tenellus 166, 4 * • • C* 

tomentofus 167, 4 * • • C.vitif alius 25 , 3 . « * C. 


jo* 


Funfte* .Such. « . 


quinqnefoliuS'\ 4 %7x&. . ^Jgafaafa (uberfijfh 267, $. 
. . .Denteila /fffeRtg5(^£4 K ' . . Trtofteum angujti • 
folium io 4 >'v 2 -k* • . ' PjnucyfiiputuM/UIuf §j, . 

Phyfalis cur affanic# \.\ i„, ^ofanum verba/cifof 

Hum . 3 i 6,; /'l o&MmMtl* 

fum 226,. :W*gini**um ,62, ^ 

lobatum 316/ 5 . . . *v 1 Cef trunk, lour if o Hum 95, u, . 

C. nocturnurri SAr^yy. Cordid Coltococoa 1 §8* i ^ 

Vurronia lineata $28, 5 . . , V^falvifolfa l^U> f 722.4 , 
3 V , . Zizyphus line at us 122, 4%>4 pec* 

216 .6, . . Carymbium glabrum 272, 4 *\«t C*fea* 
fcrzz/w ib. 5 , - , Phylica plumofa 3 ^). f Ph* 
acerofa YV. 445 , 1. , v Ceanpthus intermedius Burfh, 

28.6. . . C. a/>icawwj,i26, i* #> C, afeatiQits 63 ) 

2. . . • Scopolia aculeata 9 5 , 5 *-^Celaftrus luci* 
dus 80, 4. . , C. but lotus % 8, , 5 .\ £ C. pyracan^ 

thus 126, 2. .. . Evonymus americanus n 5 , 5 , . • 
Diofma quprejjina 279, 2. . • /). eric aides ib. 5 . . 

D. pubefcens 4 * l > 3 * • . D, cifcoides Lam.- 34 s, 5 * 

, . Brunia lanuginofa 3 i 8 ,. 4 - • .♦ Cedrela odorata 
iSy, 1 . , ♦ . Viola palmata 447 > 9* ♦ • ^ pedata, 

n 4 » 7. * • Vitis orb orea 4*2, 2. . . Clayeonia vir+ 
ginica 102, % 3 .^. ;. . tylofia Monfoniae 4* • • 

C. nodijlora i 33 r 2. « Ulecebrum brachiatum 334 * 

2. . . L iavanicum 10, 1. . ... Defmochaeta micron • 


tha Dec. 82 ,. 2 . . . * Thefium umbellatum 342* 4* .* • 
Gardenia Randia 97, 6 ,».. • . Plumeria rubra 207, 2. 
. , Taber naemontana Amfonia ii5, 3.*,~ ; *. Periph * 
ca efculenta 559, 6 , indica ib, 2 . • , &. afri* 

cana 1 37, 4* » • Apocynum cannabinum 1 3, jfe. . . * 
Ajclepiaf pubefcens. 139, 1 . * . . A. variegatOt 77,.!* 
♦ . A. afthmatica 338, 2 . . . . A* frutieo fa \38 % ;2+ 

‘ verticillata 336, 4*- • • .Ceropegfa tenuiflora 
335, 1 . ; . Heuchera americana 58, *' Gentia • 

.wa ochroleuca 18 6 , i. . Eryngium virginicum hanu 
396 , 3. . . Trachymen* incifa , i J\udg, 454> ^ f 


Wachsthum dtr botanifchen Garten. 103 

\ 

k ( 

Angelica lucida 4^2 r * ' 5 .' ,* . Laferpitium peuceda • 
noides 96, 2.~. , Sifon inundatus 6*1, 3 , . . Bu» 
bon Galbaaum<A^ Rhus villofa 219, 8. . . 

fih. angujlifolia' ib. *6. . . Viburnum prunifoliuin 
46, 2. -r Pharnaceum CeYviana 3 02, 1. . . * Ph. 
glomeratum 35 1, 5 * * . Ph albens 5 o 4 > 4 « • • Ph. 
diftichum lSo* 6, . . • Bafella alba 63 , i. . , Saro - 
thra gentianoides 34*2, 2* v . Evolvulus hirfutus 
9, 1. » . Statice minuta 200, 5 . . . - St. diffufa 42, 
6, . . AldrovancLa veficulofa 4 >> 6, . . DrofophyU 
lum lufitanicum Link. 117, 2. . . Craffula flava 
3 i 4 » 2. , • Cr, gentianoides Lam. 4 l 5 , 6. . . ' Afa- 
hernia verticillata 344 > 4 * • . BYomelia Pinguin 
258 , 4 . . . Amaryllis Atamajco 4 2 , 5 . ^ , Ponte 
c/eria ha/tata 220, 8. , . ^fparagus retrofractus 
676, _ 3 . . . 4 . afiaticus i 5 , 4 * • • capenfis 7 8, 

3 , , . Aletris farinofa 4 ^ 7 , 2 T . . Iuncus nodofus 
92, 9/ , * Achras mammofa 268, 2. . . Canarina 
Campanula 276, 1. . . Melanthium virginicum 434 * 
8v Medeola virginica 328 , 4 * • • Trillium fef 
file 111, 6. . . Xerophyllum fetifolium Michaux. 
342, 3 . f , Saururus cernuus 1 17, 5 . 4 * • • T)is k 
andra proftrata 257, 5 , . „ Septas capenfu 34 o, 4 * 

• , Osbekia zeylanica 173, 4» • • Rhexia virginica 
202, 8.' J ; Rh. mariana 428, l ... Oenothera Ji» 
nuata 2o3, 3 . , . Gaura biennis 4 2 &> 2. .., Do w 
donaea vifcofa 447 > 5 . . j . V a\entiniailicifolia 196, 
3 . . . Vaccinium ftamineum 339, 3 . . . Erica pla - 
nlfolla 347 > 6. , V 2 ?. Bruniades ib. 3 , . \ E. apfyrt* 
thioides ib.* 4* • • E> gnaphalodes 546 , a. . .< £* 
Plukenetii 344 i • * Daphne alpina, 229, 3 . . . 

Gnidia oppofitifolia 323 , 7. . Polygonum tomenr 
lofum 210, 7. . P . perfoliatum 098, 1 . . . . ^ 

fan dens 177, 7. . . Coccoloba pubefcens 222, 8. . . 
C. punctata 237, 4 * • • Serian a truer tiata *68, 5 . 

, Sapi/idus rigidus 217* 7. * . Eorskolea tend* 


104 Funftei Buch. Vicrtcs Kapitel, ■ 

x ' ’ ’ ' ' ' ' \ 

cijjimci 275 , 6 . . . Dlospytos virginiana 244 * 5. . ; 
Acer Negundo 123, 4 . 5. . » Laurzts Benzoin \Zg 9 
3.. 4 . . . Podaliria geniftoides 4*3* 5* • • P. myr* 
■tillifolia iS5, 2 . . . Caffia auricula ta 3i4» 4* • • 
C. nic titans ib.' 5. . . G uilandina Bonduc 2 , 2 . . < 
Guaiacum officinale 55, 3. 4* • % (?*. fane turn g4* 

4 . . . Zygophyllum Morgfana izg, . . Mono* 
tropa uniflora 209 , 7 . v . Melaftoma : hirtum 2.65* 
%. . . M. discolor ib. 4* • • M. Acinodendron \5g % 
7,1, . • Kalmia latifolia 579 , 6 . . . K. anguftifolia 
161 , 3. . . Vlethra alnifolia 11 5, l*. • .. Pyrola 
macula t a 549 * 5. . . Trianthema monogynum 95 * 
4 . ' . . Tr. pentandrum 120 , 3. . , Saxifraga pen - 
fylvanica, 5$, 1 . . . S. vernalis Willd. 222 , 5. . • 
Gypfophila proftrataj5 y 2. . . Si/e/ 2 * virginica 2o3, 1 . 

♦ . Arenaria graminifolia Schrad. 7 , 3. . . . Malpighia 
punicifolia i 57 , 4* • • Erythroxylon fideroxyloides 
44 2 > • Suriana maritima 24 i> 5, . • . Oxalis 

violacea 102 , 4* • • 0* verficolor 4^4> 5. . • 0 . 

Itfria ib. 7 . . . . 0. tomentofa 45o, 6 .. . • Phytolao 
ca decandra 225, 3. . . • Afarum virginicum 78 , 5. . . 
Crataeva gy nan dr a i47> 5. . . Litfaea trinervia Juff, 
,38t, 2 . . . Talinum triangulare io5, 6 . . , Trium • 
^fetta Lap pul a 245, 7 . . . , Tr. Bartramia 4»> 5, . . 

* Sterculia foetida 208 , 3. . . Euphorbia cereiformis 
23i, 1 , * . PV Hyftrix 2 Z 0 , 5. .. . J5\ maculattx 

€5, 8 . • JE. ihymifolia w 3, 2 . . . /j. corollata 

446, 3. • . microphylla Lam. ib. 5. . . P. /«- 
iureioides Lam.ib. 2 . . Cactus coccionellifer 281 , 
2 . . . C. curaffavicus ib. 3. . . .C. Phyllanthoides 
. Decand. 247 , 5. . . Myrtus tomentofa 372 , 1 . . • 
M acris i55 y 3. . . M. Pimento ib. 4* • • Amy - 
gdalus pumila 1 1 , 4- • • Prunus Cppulin Cav. i5S, 
4- • • Crataegus coccinea 45, 4* • • Cr. parvifolia 
, 100 , 1 . . . Cr . Crw$ ga//z 46 , 1 . . • Sefuvium Portu- 
facaftrum 216 , 1 . . . Glinus dictamnoides 3 56, 6 . • . 


r 


’Waehsthuxn der bounifchen G&rtea.' 205 

* * 

Mesembrianthemum umbellatum 117 , i. f ; " Spiraea 
tomentofa 3 2 i, 5. . . Sp. trifoliata 236, 5. . • 
Capparis fejnaria 338,. 1 . . . C. Cynophallophora 
% 4* . . Actaea racemofa 383, >3. Ciftus lae - 

vipes S 4 , 6. . . . C. polifolius 23, 6 . • . Corchorus 
mcutangulus 44> 1 . • • • C- fafcicularis 409 , 6 . . . 
Magnolia glauca 68 , 4* * • Arungana mollufca Juff. 
94* > 3. . . . Xylopia glabra 238, 4- • • Anemone 
quinque folia 106 , 3. . . A. thalictroides ib. 4* • • 
Clematis virginiana 379 , 4. . . Cl. ochroleuca ib. 
5. . • Anamenialaferpitiifolia Venten. 95 , 2 . • . 
Brafenia peltata Purfh. 349 , 3 . . . Clujia rofea 167 , 2 . 

. Teucrium iaponicum 44 ^ 2 . . . Hyfjopus ne- 
petoides i5o, 3. . . Nepeta virginica 85, 2 . . . 
Elsholtzia criftata 43o, . 1 . . . Sideritis canarienjis 
322, 4 . . . Byftropogon fuaveolens 3o6‘, 5. . . 
Hyptis capitata 222 , 7 . . . . Stachys aethiopica 3i5, 
3. . • Marrubium africanum 3 06 , 2 . . . Phlomis 
zeylanica 118 , 4 . • • Clinopodium incanum 344> 1 • 

. . Scutellaria integrifolia 3i3, 4* • • Phrynia 
Jeptoftachya 38o, 8 . . . Bartjia coccinea 102 , 5. ; .. 
Rhinanthus capenfis 3to, 2 . . . . Gerardia delplninU 
folia 358, 3. • • * G . tenuifolia 12 , 4* • • G. Jlava 
389 , 3 . . . G. quercifolia Purfh. 389 , 1 , . . Chelone 
obliqua 348, 3. .. . Scrofularia Scorodonia 59 , 5. . . 
Hemimeris montana 33i, 3. . . H. diffufa 32o, 5, 
Big noma femper virens 112 , 5. . B» Leucoxy- 

Ion 200 , 4. • • Citharexylon cinereum 162 , 1 . . . 
Crefcentia cucurbitina 171 , 2 . . • Gmelina afiatica 
5o5, 3. . • • Lantana involucrata 1 14, 5. . . L. 
aculeata 233, 5. . . Manulea tomentofa 3 19 , 2 . . . 
Buchnera ajiatica 304, 1 . • . Ob olaria virginica 209 , 
6 . . . Orobanche unijlora 348, 3. . . Mimulus 
ringens 393, 3. • • Schwalbea americana 348, 8 . . . 
Barleria longifolia i33, 4. • . B . Hyftrix 119 , 5. 
• f Bontia daphnoides 209 , 3. • . Blepharis boer* 


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/ 


lo6 ' Funftes Buch. Viertes KapitoJ,*? 

t 

» * « 

ha avia* folia Juff. 99, 5 . *. Subularia aquatic a 

188, 5 . . ; ’ Cardamine virginica lot, 4 * v • . * C\ 
africanai b, 5 . , , Heliophila integrifolia 43-2, 2 .* , -X 
Arabis canadenfis 86, 8, V A- reptans Lam. 5 i-* 5 . 

• , A . runcinata Lam. 206, 3 *. • • Cleome tenelta 
224, 3 * . • Walthera americana i- 5 o, . 6 , ^ * {.W.tto* 
guftifolia ib. 5 . . . Sifyrinchium Bermudiana 61 , 

2. . . Melochia concatenata. 9, 1 5 . a, . .. PaffiflorA 
laurifolia 211,3... P. minima 210, 3 . - V* P. po#* 
ib. 4 . « • P- hibifcifolia Lam. 212, - fro* 

dium maritimum 3 *, 4 * . • Pelargonium be tulinum . 
4 i 5 , 3 « • . Helicteres Ifora 245 * 2. . . • Bombey a 
Erythroxylon 333 > 1. . . Sidacapenfis 240, 5 . . . 

retufa 9, 2. , . $. alba ib. 3* • • & humilis iS2, 

5 , • . afiatica 126, 5 . • . $• rot undifolia 356 , 
l« * , *S. cordifolia i3i> 2. . , & periplocae folia 
74 , 7.. • • Malva gangetica ib. 6. . , M. fragrpns 
43 1 » 5« . » M. parvijlora 44» 2, . . M. hifpanica 
ib. 3 . . , Lavatera triloba -8, 3 . . . Urena finuata 
5 , 3 . • • Goffypium hirfutum 299, x. . • (?. 6ar* 
badenfe 188, 1. . , Hibifcus haftatus 127, 2. ♦ *. 

. H. hirtus 264, 3 . * ♦ H. aethiopicus ib. 2* * , H • 
Manihot 355 , 2. . . H. virginicus 6, 4 « « • ' Pavo* 
nia zeylanica<\ 25 , 3 . . • Gordonia Lafianthus 352 , 

3 * . . Fumaria Cucullaria 90, 3 . • • Ft veficaria 
535 , 3 * * • Poly gala Heifteria 229, 5 , . . P, lutea 
458 , 6. , . P. fan guinea ib, 5 . . . . P. verticillata 
ib. 4. • • Amerimnum Ebenus 89, t. . » Pifcidia 
earthaginenjis 2«4> 4* • • Borbonia trinervia 297, 

4 . . . f. lanccolata ib. 3 . • • Afpalathus capitata 
597 , 6. , . A . aftroites 4 * 5 > 2. . . A» thymifolia 
ib, i. . r . A . ericaefolia ib. 6. , . unijlora ib, 

7. . . araneofa 4*4* 4* • • indica 201, 2. ♦ , 
qulnquefolia 27S, 4 * • • A* callofa 345 , I, . • 

C rota l aria imbricata 388, 3 . • . . CV, laevigata Purfb, 
277, 24 . Phafeolut femierectus » i 4 > 2, , ♦ P/h 






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I 


* • ' 

Wachsthumder UotaniTcben GHrteta. I07 ' 

v \ # 

1 / ' * 

trildhusih- 3 . - Dolichos fcdrabaeoides 62, 3 * • i 

V. bulb oj us ib. % bijlorus 2 i 3 > 4 * S • Ik 

urens 2 i 3 , 2- . • D. pruriens 214, W * . Qrobus 
pyrenaicus 2lo, 2. . . - Lathy r us Ciymenum n 4 , ’& 

•s«* \Vicia fylvatica 71, tv. 5 .' . caffubica 72, 2. . , 
pcregripa- 233, 6'. Gytifus follolofus 277, 6, 

• Halim hirta 454, 8. . - • : Hedy f arum ganged - 
cum 5 &y 5 . *<*. \vH;.fpin ofiffmum i b . 2. . . ftconiu- 
gcitumriLinz^i. * „ t H pulchellum 433 , . 7* • If, 
ea/?tfa«u/n,iti. 3 » • • • H viridijlorum 3o8, 5 . . . H. 
paniculcuwn 6. . It id i gofer a pforaleoldet, 

320 , 5 cytifoides i 85 , 3 . . • Galegavirgi • 
tiiana 23 , .2. .. . ... (7. villofa 50 , 6 . . , (?. Colutea 

166, 3 V: . ' G* argentea Lam, 52 , i. • , Trifolium 
maritimum u 5 , 4 * • » Tr. glomeratum ib. 5 . . . 
Lotus creutus\ 43 , 1. . . Hypericum ericoides 93, 

. . H- fimplex Mich. 245 , 8, . , Prenanthes aU 
tiffima 3 ^ 7 , >2* • • Vernonia noveboracenfis 109,3* 

» . UatrLs fcdriofa 177, 4* • * L fpicata 4^4, 6. . . 
Cacalia aeriplicifolia ioi, 2. . , Ethulia divaricata 
21,9. . • Mikania fcandens WiUd. i 63 , 3 * • • fu* 
paeorium hyffopi folium 88, 2. , • if. aromaeicum 
ib. 3- • • E' rotundifolium ib. 4* • • £• perfolia + 
turn 8 j, 6 , . . E.' coelefeinum 394 , 4 * • • Agera • 
turn ciliare 8 1, 4 « • • Pteronia camforata 345 , 5 , . . 
Areemifia chinenfis 353 , 5 . . . Gnaphalium cepha • 
/ow 4*0,2,. * (?«• diver gens 4o6, 6, . . <7/2. 

teretifolium 3o8, 2. . . (7/1. cylindricum 298, 4* « • 

<7/2. felinum ib. 3 * . • (?//. cymofum 279, i, . , 

Gn* odorati/fimum 173, 6. . . Gn. fejuarrofum 3 ^ 3 , 

.i, . . * (7/2, planeaginifolium 34 ^> 9* • • Gv*. nodi • 
Jlorum 3 1, 5 > . . .C/2* indicum, 187, 5 . . . Elichry* 
funi fefamoides 449 ) 5 * • • Conyza bifrons 87, 4. . • 

.C bifaliata % 77, .1. . . Tuffilago iaponica 390,6, 
Senecio uniflorus 39, 7. . . 5 . grandiflorus 

4 « 2 * 5 . .. • , After Uriel l ui 271, 4 * * A* folidagi - 


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10 * 


Punftes Bucli. Viertas Kapit$L’ 

noides 79, 2. . . A. linarifolius i 4 > 7. * itf. /tf* 
nuifolius 78, 5 / . . A . infirmus 79, 1 . . . Solida - 
jro canadenfis 258, U • . 5 . odor a 1,16, 6* . . 

' bicolor 1 1 4 , 8. ... Inula /quart o fa 16, 1. • . li 
mariana 34 o, 1. . . L aromatica 32 6, 1. . w •' Arni- 
ca crocea 343 , 7. • • heyjfera Callicorna 35 o, 1. . 
Chrysanthemum procumbens Lour. 43 o, 3 . • Py- 

re thrum frutefeens 272, 6. . . P. ferotinum 17, 2. 

. . Cotula anthemoides 274, 6, . . C. tanacetifo - 
/ia. 43 o, 7. . . Anthemis Cota 17, 5 . . Eclipta 
erecta 109, 1. . . P. proftrata 118, 5 . . • P 4 a£- 

thufa americana 342, 6. . . Buphthalmum durum 
21, 3 * • • B- helianthoides 22, 1. . . Helianthus 
giganteus 169, 5 . . • Rudbekia triloba 22, 2. . . 

/zzWa 242, 2. . . jR. purpurea 21, i. . . Co- 
rtf tenuifolia 344 , 3 * . • C. aurieulata 242, 4 - 
. . C. alter nifolia 1*59, 3 . • • Gorteria perfonata 
273, 6.‘. . Berkheya incana ib. 5 . . . . B. ciliaris 
354 , 3 - • • Polymnia Uvedalia 85 , 3 . . • Chryfo - 
gonum virginianum 242, 3 . • • ; Arctotis paradoxa 
3i2, 5 ... . , 4 . pilifera 276, 2. . . Ofteofpermum 

polygaloides 382, 2. . . Parthenium integrifolium 
219, 1. . . Iva frutefeens 27, 1. . . Sphaeranthus 
africanus 108, 7. . . Arethufa bulbofa 348 , 6. . . 
A. parviflora ib. 1. . . A . verticillata ib. 5 - . • A. 
ophiogloffoides 93, 2. . . Malaxis paludofa 247, 2. . . 
Cymbidium Odontorrhiza 211, 1. 2. . .. Vanilla aro* ' 
matica 320, 4 . • . Cypripedium pubefeens 4*8, 2. . . 
Ariftolochia Serpentaria 1 48, 5 . . . Podoftemon Co- 
ratophyllum Mich. 1 38 , 1. . . Carex remota 34 , 5 * 

• . C. pilulifera 91,^8. . . «Crfolliculata 4 * 9 , 1. • • 
Comptonia af plenifolia 100/6. 7. . * - Tragia urens 
107, 6. . . Tr . cannabina 220, '2. . . Hernandia 
fonora 208, 1. . . Ambrofia paniculata 10, 5 . 
Zamia integrifoha Ait. 309, 5 . . . Iuglans compref 
fa ib. 2.*# . Oftrya virginicu* * 56 , -i* . . -Arum 


Wacbstbum der botanifchen G Sr ten. 109 

* . J* 

' Dracontium 27 1, 2. . . Caladium fagittafifolium 
*i 49 > 2. • . ” Relit iaculifolba Salisb. 35 1/1. . . Cu • 
prejfus thyoides 545 , ir .v •'*. Acalypha virginica 99, 
4 - - . Croton fidaefolius Lam. 220, - 5 . . * Cr* Jpi~ 
nofus io 8 , 3 . . * Iatropha glauca .220, 4 - • • Sa* 
pium aucuparium 229, 8. . . . Phyllanthus dumofus 
1 83 , 4. • . Ph. Urinaria ib. 5 . ... ; Ph. falcatus 247 * 
4. • • Bradleia finica 368 , 1 . . . : Cucumis Angaria 
170, 3 . . . C. maderafpatanus ib. 2. . Anthofper - 

mum aethiopicum 1 83 , 1 . . . A. ciliare 344 » 7. • . 
Montinia acris 333 , 3 . • * Myrica cetifera 48, 9. . • 
M. aethiopica ib. 8. *• . AT. /errata 4 2 4 r 3 . .'•■ M» 
cor difolia 319, 7. . . Xanthoxylon . C/ava Herculis 
239, 4 * • • X. iuglandifolium Willd. ib. » • u * X. 

rhoifolium 392, 1 . . • X aromaticum ib. 2. - *Smi» 

iaa; haftata 1 1 1, 5 . . . . Sttl herbacea 225 , 4 » - 

Sm. Pfeudochiaa. 1 *o, 5 . s « Dwfcorea villdfa 3 t 5 , 
5 * . * Mar gar it aria nobilis 176, 4 « V • « Mcnifper • 
7*am canadenfe 36 , 2. • M. Cocculus < 345 , 2.' . • 
M. hirfutum 384, 7*' • ' M. myasotoid&s ib. 3 ) ». « 

tliffortia rufcifolia 297, 2. . ./CLftrobilifera &j 5 9 

2. . . CL trifoliata 3 19, ‘ 4 Iuniperus barba • 

dta/fr 197, 4. «... Inga mkropkylla t, 6. . . * £ 
marginata i 4 i> 2. . • /. nodofa 3.1 1 , 5 . . ; r Defman • 

cinereus 12 1, 5 . * •. Acacia reticulata . 123 , 2* 
. if. cineraria 2, t, v* wit tamarifcina 329, 3*v 
A, odoratiffima 35 1, 4 * ^ arborea 2 $\ f . J 

d. arabica z 5 i r i. w . A. Lekbek 33 
horrida 12#, 4. , . A ca^ 5 a . 33 p, : j Burfera 

gummifera i5 ly 1 . : 1 * * \ . . 

Acroftichum forbifolium 286, 3 . . „ . A eureum 
288, 2. . . if* bifurcatum 356 , 4. . * 1 if. alticor* 
ne 429, 2. * • A.velleum 281, 4. . . Polypodium 
lycopodioides 290,3. • . P. fcolopendroides ib. 1. 

P. incanum 289, i. . • P, reptans 286, 2. • 1 P. 
disfimile 2 88, 1. • * P. phymatodes 4 o 4 , 1. 5 . „ V 


• / • 

ft 10 . t Funftcs Bucli. • Viertes KapiteL / 

✓ 

« 

P . hexagonopterum Mich. 284, 2. . . P. grifeum 
Schn. 282, 4 * * • P- arvonicum With. 89,. 5 . . . P. 
fanctum 283 . . . P« effufum Sw. 295. . * P. Spe* 
luncae 244, • * Afpidium trifoliatum 291, 3 .. . . 

A . unitum 244> 1. • . coriandrifolium 284, 5. . . 

cicutarium 289, 4 - • * A. fontanum 89, 3 . . . 
montanum ib. 4 * • •• lobatum Smith; 180, 3 . . . 

A . aculeatum ib. 1. . . A. (pinulofum 179, 5 . . *- 
A-falcatum 4 ° 5 > 1. ... Hemionicis pal mat a 291, 4 * 

, . Afplenium rhizophyllum io 5 , 3 . . . A. ebeneum 
286, 1. . . A. polypodioides 287,2. . A. palm a* 
turn ib.. 4 . . . A> furcatum 123 , 6. . . Pteris fef - 
ridata 4 o 7 ^i 2 . Pt.\arguta 290, 2. . . Pt. biau* 
rita 4 oi, 1.0. . Pf. at ro purpurea ib. 3 . * P*. pe - 

data 28.6, 5 . . • Blechnum auftrale 89, 7. . . Wood- 
ivardia virginica 179, 2. . .. W. angufufolia 399, i> 

, . Adiantum reni/orme .257, 5 . .. . /f. pedatutrt 

124, 2. . . . A. pumilum 4 * *A\».*f* denticular 

turn 252 , 5 . w. A* radiatum 255 , 3 . ii. aethio * 
picum ibli 2*- ♦, . •/!< tenerum.n 5 ^ 1 . * . . ii. pallens ' 
4 o 3 , 2. . . Davallia te.nuif alia 4 , W . . Dickfonia 
apiifolia 282, t. . Hyfn/snophyllum tunbrigenfe 3 , 

5 . . * , SohiZaea pectinata^ 5 ; 71 . . . Ofmunda fpecta- 
bilis 181, 4* *c * Botrychium dis/ectum 4 ' 2 7 , 5. . . 
Todea africana W. ib. 5 . 4 * M . Mohria thuxifraga Sw.. 
££0* iOi, . . Lycopodium curvatum Sw.* 4 ?»-‘ 9 .\* ► 
rupefei Z 100, 2* .. .L. annocinum 2 o 5 , 5 . . . 

I* cernuum 43 l, . L. Bryopteris too, 3 . . ; L. 

v.analiculatum 455 , 8 PUularia globulifera 48, 

i. . . Elende Figuren der Mtfcfe ; ' Diaranum pellu « . 
cidum 44 » 7 * etc. . . Fucus amphibius Hudf. 47, i 3 . 

.. f. plicatus 1 84 , 3 . . . Conferva capillaris 84 , 9* 


Nachft dem kon. Garten war der Apotheker- 
Garten zu Chelfea einer der berahmteften. 1673 


v / 


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» 


WadbsthumjJerVotairtichen Gteten. m 


ward ejr VOn^iner GefeKfclaft Londoner Apotbeker 
gegrilndet, 1686 feyeriich eingeweiht^ jaind Jak. Pen 
tiver, (f 1718,) einer aus der Gefellfchaffc* nabm 
fich mit unermadlichem Eifer diefer AnftaJt an. 1 Er 
befebrieb die wichtigern Pfianzcb des Gartens zu 
Chelfea und anderer Garten ini den PkUof. transact* 
vol. 27. n. 352 . 333 < 337 * 343 ., 344 *; 346 * . Aber er 
farmtilete auch auslandifche PBacizen ,> deren er eine 
zahllofe Menge zufammenbrachte: diefe, nebft fei- 
nen iibrigen naturhiftorifehen Schsitzen y kaufte Sioa- 
ne fftr 4oooPfund: fie machen einen Theii des brit- 
tifehen Mufeums aus. . „ Faft a Lie reifende* Naturfor* 
fcher theilten ibm rnit> was fie gefnndeiitver rtkbmt 
befooders Hugh Jones, der ibm aus Maryland ( Phil* 
transact* n. 24 &.) > Job* Smyth y der ihnri aus Guinea 
(daf. a?202. 4 ) ,-und Sam. Brown > def ihm aus O ft in- 
die n einn.^Menge Gewacfofe. gefchickttii(-d*f. o. $ 43 * 
264* 287. 271 Er rnaohte Abbiidungen . der brit- 
tifchen,PflanzenbekannJ:,. wovon aber ‘ viele aus Oe«* 
rard^ntJebol find: <ergab ein Gazophylacium und 
Mufedm,. jedes in zeha Dekaden und einen Hortu^ 
ficcnsc pharrtjaeedticas. >* Diefe und mehrere^ feinen 
Sohriften.find zufammengedrucktin den Operibus hi* 
ftoriam Mturdetn 'fpefttantfbus > vol.. , 4 . mt *3. 1 Londv 
i7^4s4fol..xnit 5 io KiipftirtafeJoi^ ..ssV Ai . . .1 . I 
r Ea ift fch wer zu fagen , was eigetitlibh lieu I ft}, 
doeh mochteii foigende wohl die widtiigften Pflan- 
z^nd'ey^i^M- !.•» * * . ') , :4 *}\ "-hw/o . .\ - 

virginica hott. ficc. 24 u * i- Scir* 
pus fupinus phtl. transacts. 282, p. 1253 . * * Sc* 
antarcdcus Lb. p. 1261. .... Gyperut exaltatus muf. 
n. 539 * w * *. C. alopecuroides n. 091. c . Cornuco * 
piae cucullatum gaz. t, 73. f, 5. *u 4 vena feerilit 
ib. t» 38. f. 7, . ... * Eriocaulon decangular e ib. 6, 1. 
Protea nana ib* 25, 7 ., .. .. ' Pr. Levi/anus ib> 5, 7 . . . 
Galium fascia tile herb^ 3 g^ 6 ,^v%i Poly premum pro • 


II 2 ..-PtnfteHtacli* Vierfces Kapitel. 

cumbens gaz. 5 , 6 ; \ Blairia ericoides ib. 2, i o, . : 
Pbantago virgirtica ib. t, io. . . Spigelia Anehelmia 
ib. 69, io» • « Chenopodiumficifolium herb. 8, 3 . . . 
Atriplex litoralis ib. 7, 4 « • • Ligufticum cornubien- 
fe ib. 2*8, 9. . . Slum nodijlorum ib. f, 3 . . . Caffv 
ne Mauroeenia gaz. 57 , 4 * • • Cruffula fubulata ib.. 
89, 8; . . TiUandfia ufneoides ib. 62, 1 2. ; P0/1- 

tederia cor data ib. l, 12. ; . Bucomis nana ib. 85 , 8. 

. . Hypoxis erecta ib. 1, 4 * * « Lor an thus Scurrulct 
ib. 63 , 8. •' Erica glutinofa muf. d. 161. . . E. 
cori folia gaz. . 3 , 7. . ■ E. Daboecia ib. 27, 4. • • 

Euphorbia pilulifera ib. 80, i 4 - . • Mesembrianthe - 
mum geniculijlorum ib. 78, 3 . . * Af. cor nicula turn 

ib.77, 10. . t ' M. emarginatum ib. f. 3 . L. [ Rofa. 
indica ib. 35 , n . . . Ranunculus nodi for us ib. 24 , 
9. .. . Mentha piperita herb. 3 i, to. • . Sibthor • 
pia europaea ib. 6, 11. . . Hynbanche fan guinea gaz* 
37, 4 * • • Arabis hifpida herb. 5 o, 3 . . . Herman* 
nia althaeifolia gaz. 43 * 2. . . PaJJiJlora pedata 1 1 4 > 
4 . . . Pelargonium angulofum ib. 84, 5 * V JP. vi* 
tifolium ib. f. 6.. ; . P. trijidum ib. 1 1. * . Crota* , 
laria bijlora ib. 5 o, 10. .*.* Hallia fororia ib. 32 , 1. 
/. Hedyfarum bupleurifolium ib. it, U* . • - if* 
nummular if olium ib. 26, 4 * • • Jf» cylindricum Poir. 
ib. 1. . . H. latebrofum ib. 5 o, 1 1. • < Indigo • 
/era deprejja ib. 83 , 9; . v . Athanafia punctata ib. 
8i, 6* . w- A. par vijlora ib. 34 , 1. . . Qnaphaliwh 
fafciculatum ib. 82, 6. . Gn. faftigiatum ib. 7, 5 - 

j, . .Gn, fpicatum ib. 8, 12. . . Elickryfum vefiitum 
ib. i> 9. . . Solidago cambrica herb. 16, it. * 

Stoebe cinerea gaz. 5 , 9 St. plumofa ib. 5 > 4 *'« • 

St. fufca ib. 2. . . Serapias oxy glottis ib. 128, 5 3 
Sagietaria trifolia ib. 19, 3 * v • Seillingia febifera 
ib. 34 , 3 . . . Reftio dichotomus ib. 7, 5 . . . Rio- 
fcorea oppofitifolia ib. 3 * > 6* . . Acrcftichum fpecio* 
fum 6t, 5 * ^0 A. iaaequal* 49 > 4 * • * Polypodium 


tydchsthtim der botartifchen Gartdn. 


1*3 


jtigrnofuin Sw.’ ib. 6 i', • 4 * . Adiantum philippenfe 

ib. 4 > 4 * • • Chtiinnthes fuaveolens £ w. ib. 70, 4* . i 
Adiahtunt' acute a turn ib. 11, 6. . Schizaea die ho * 
toma ib^ 70, f i2; . ; Lygvdium circinnatum ib. 64* 
iq.\ V v Phafcum cufpidatum ib. 9 $ > i4* • i Splach - 
num rubr urn muL n; 70. . . Tortula tortuufa ib; 
65 , 8,'iK Mnium undulatum ib;,g 5 »'i 6 » ; ; lun* 
germanniafurcata muf. m' 253 . >r r 

* >'* , ' . •. — 1 *. . . 

unEinea fchflnen Garten unterhielt cfer Bifobof 
Von London, Henrich Compton, (geb. i 632 , f 171 5 ,) 
40 Sulham. Ray, deften'fo wie P Ink nets und Peti- 
ver’s Gtfhner er war, beichreibt (hi/t. plant. 2, 1798.) 
einige feitnere Gewachfe jenes Gartens: z. B. deit 
Kaffe- Httd Tulpenbaum , Cbrnus fericea, Liquidam* 
bar* Aralia fpinofa* luglans- nigra u^'fr f; Noch 
i75t'»waren Refte der Anftalt librig , . welche Wilh; 
Watfort^befchriebi (Phil, transact, vol; 47 * P* 2 4 1 *) 
Hier komimt unter andern Gieditfcbia triacantha und 
Piftic&r >^era Vor. nr-Vonm. Garten des Generals Lam- 
bert zu Wimbledon wiffen wir niir, dafs er 1659 
AmaryJlis^farnienfis enthielt; (Douglas defer; of the 
Guernfby -Lily * 1737. Folk) 

* * Joh. Trade fcant , Vater Und Sohn* vfcareh fehr 
berfthmte Gartenktinftler jener Zeit. < Der erfte* 
nachdetn er einen g-rdfseri Theil des feften Landes 
von Europa durchreifet, diente vefrfchiedenen Gro- 
fsdn* erft dem Grafen von Salisbury , dann dein Lord 
Wotton, und dem Herzog von Buckingham. (Parkinfi 
parad. i 5 i;). Endlieh katifte er fich felbft eineii 
Garten zu Lambeth 5 der befonders an morgenl2ndi- 
fchen Gewiichfen aufserft reich war. ( Parkin f. parade 
575 . Pennants Land. 28. 29.) Der Sohn batte Vir- 
ginien befucht, fetzte die UntOrhaltung des Gartens 
fort, und fammlete ein Mufeum, deffen Be.fchreibung 
er herausgab ; Mufeum Tradejcantianum , Load; i 656 ; 

Gelch. d. BoUaik, a* fi* 8 


t 


• / ' 

114 Funftes Buch. Viertes Kapitel. ' 

12. Hier findet man auch ein Verzeichnifs derPftari* 

* r ■ * 

zen feines Gartens, wo Iafminum humile. und odora • 
tMonarda fiftulofa , Soldanella alpina, Loni - 
cera femper virens , Capficum f rutef cens 9 Vicis Labruj \ 
fa und vulpina , Heuchera americana , Rumer; ,vefi* 
carius , ■ Melia Azedarach , Rhododendron hXrfutum x 
Pfidium pyriferum u. a. * vorkommen. Er vermachte 
feinen Garten und feine Sammlungen einem Afh- 
mole. (Pennants Load. p. 29.) Nocb 1749 befchrieb 
W. Watfon den Tradefcant’fchen Garten. (Philo f 
transact . vol. 46. p. 160.) 

Der botanifche Garten der UniverGtat zu Oxford 

\ ’ * • 

ward erft 16^2 gegrttndet, da der Graf Daqby die 
IVlittel dazu herfchofs. Ein Braunfchweiger,f<.Jak< 
Bobart , war der erfte Vorfteber des Gartens.rV Etf 
gab 1648 ein Filanzen > Verzeichnifs , welches Sim^ 
Paulli in feinen viridariis, p. 3^5 -r* 394*. abdrucken 
laffen. Triticum monococcon , Lycopfis pulla# AnagaU 
lis Monelli u. a. find hier zuerft aufgefuhrt. > Wilh. 
Brown und Phil. Stephens gaben .ib 5 S daes.<Ver*L 
zeichnifs vermehrt heraus. Salvia verticillata » Iris 
fambncina , Cynoglojfum pic turn, Echium violaceum , 
Lyfimachia Linum ftellatum, S tat ice minuta, Amaryl- 
lis formoftffima 9 Cajfia Sophera erfcheinen hier 
nebft vielen andern in brittifcben Garten zuerft. 

1680 ward auch der Garten in Edinburgh an ge-. 
Jegt, von dem Jak. Sutherland den erften Katalog 
i 683 herausgab. Hier kommen Dipfacus laciniatus, 
Scabiofa maritima y prolifer a , gramini folia >. Piantago 
Lagopus, Lithofpermum fruticojum, Ono/ma echioides. 
Verba /cum ferrugineum , Rkamnjus infect or ius , Evo- 
nymus americanus , Ribes reel in a turn , lllecebrum ca- 
pita turn , Velezia rigida, Daucus muricatus > Impera- 
toria verticillaris , Thapfia garganica 9 St at ice oleae* 
folia , Amygdalus nana u. a. vor. 


* «■* 


V ' • ; ' • I 

Wachsthum der botanifchen Garter!. 


» * • 

Im Jahr 1 665 erfchien J. Hear flora, -or a com* 

plete florilege, LoncL fol., worin von der Cultur der 
Pflanzen, Baume und BJurtien gehandelt wird, u.nd 
einige feltene lind neue Pflanzen vorkomnien , . z. B^ 
p. 122. Erythronium americanum Ker. , p. l6. Laurus 
„ Indi a. . Auch die Herzoginn von Beaufort unterhielt 
einen trefflichen Garten* wovon Sloane’s handfchrifb- 
liches Verzeichnils im brittifchen Mufeurrl jft*.- Hier 
kommeri fchon Anacardium occidental? y Caffia; Cha- 
fnaecrifta , Guaiacurh officinale , Euphorbia canarien - 
fis, Sempervivum canarienfe und arachnoid^um , P/f- 
diurri pomiferurriy Mesembrianthemum alhidum fcal- 
praturri Haw. , ' pugioniforme , noctijlorum^ fpinofum, 
tnuricatum , acinaciforme % luberofum % perfoliatum 9 
micanSy hifpidum , u. a. vor. 


/ n • . f 

C. Botanifche Garten in den Nieder-. 


landen. * ‘ • * ' : • v ' 

' : ' ' . : ■ . V' , 

* 0 • * * * . , 

* Der ausgebreitete Handel und die Neigung rei* 
fcher Hollander brachte eine Menge’ der leltenften 
tind intereffanteften Pflanzen, befortders vom Kap 
Und aus Oftindien in die Garteh. 1 Aber die Sucht, 
mannichfache Spielaftert zu ziehn, war auch allge- 
mein, und zeigte fich befonders in dem abgefchmack- 
ten Handel mit Tulpenzwiebeln , der in der erften 
Halfte des fiebzehnten Jahrhttnderts bis zum Unflnn 
getrieben wurde* Man wog die 2 wiebeln, und be- 

zahlte den Gran mit zehn und mehr Gulden; daher 

' * » 

manche Tulpenzwiebfcl mit 1000 — ■* 4 000 Gulden 
bezahlt wurdei Auch zog man Wechfel darauf , wie 
auf baares Geld. Im Jahr 1637 wurde dutch obrig- 
keitliche Verordnung diefem Unweferi ein Ende ge- 
inacht. ( Munting otffening der planten * p. 63 1 .) ' 
Der’ botanifche Garten zu Leiden wai* 2wa t der 
£itefta* aber nicht der reichfte in Holland* Nach 

8 * 


Ii6 Funftes Buch. ’ Viertes KaplteL y 


- ' 


ClufiusTode ftand ihm Pet* Paaw (gebi i 564 , f 1617) 
vor, der einen Hortus publicus academiae Lugduno * 
Ratavae, *i£oi r uod 1617. 0., dVucken liefs. Ihtii 
tfolgte Ael. Ever. Vorft , (f 16240 und dieferti fekf 
Sohn> Adolf Vorft, (geb. 1697, f i 665 ,) det* vier* 
inabl ( i 633 y*'i 656 , 1649 ur, d ** 658 ) Verzeichniffe 
herausgab.- Das etfte ftehfc itTSpigelii ifagbge, pt 
& 23 . f.* Das dritte in Paulli viridar. p. 47 ^* Auf 
Ad. Vdrft-folgte Florent/tScfaty/y (f 1669,) auf die* 
fen Arnold &ykn, (geb. l 64 o, f '^i 678 ): dann Paul 
liermann, von dem oben* die Recle war, Und, als 
diefer 1695 naitTode abgegangen, VeX.Hottori, (geb.» 
1648, f 1709.) ‘nHierauf tvbernahm Hertn. BoerhaaVe 
die Aufficbt, defied Verdienfte wir noch in der Fot* 
ge ruhmen werden. FlOr/ Schiiyl heitte. 1668 und 
Paul Hermann 1687 und 1690 Verzeichniffe vom 
, Leidened Garten ;gegebem t : : 3 \\ ' U ..) 

Der Garten zu Amfterdam war einer der reich- 
ften feiner Zeit. Durch Rheede’s, des Statthalters 
“Van der Stel auf detn Kap, und Artderer Bemillrungen 

* 1 . * •_ f 

Wurden eirie Menge Saamen, Zwiebeln und Pflanzed 
*aus den 'hcllandifchen Niederlaffungen zufamnienge^ 
ftracht. - Die Ratbsherren 1 oh. Huy decoper variMari 
feveen und Job. Commelyn (f 1698) waren die er* 
ften Curatoren des Gartens , Joh. Snippetidal der er- 
fte Auffeher. 1 Diefer gab fchdn i 1648 ein Verzeich^ 
iiifs. • Ihm foflgten Gerard Blafius> (f 1682,) Friedr*. 
Ruyfch , (f 1731,) und, da diefen des Alters SchwaV 
cbe unfahig gemacht, Pef. Hotlon . Als diefer nach 
Leiden verfetzt" \Vorden , theilte naan die Aufficht 
‘tmd das damit verbunclenfc Lehfatnt, indena Ruyfch 
*nbch die vaterlandifchen , Ga fp a r Com melyn abiet, 
Johann’s Neffe, ( geb. 1667 , * 7 ^ 1 j) die auslan* 

difehen Pflanzen zu erklaren bekamen 

Joh. Corttmelyn hatte die feltenen Pflanfcfen des 
Amfterdamer Gartens* in Kupfer J ftechen laflen und 


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Wachsthum der botanifclien Garten. Tttiq 

•v 

* t 

befchrieben. Dies VVerk: Horti, medici Am feel da- 
mqnfis rariorum plantarum defcriptio et icones , vol. 
1.2. Amft. 1697. 1702. fol., gaben Fr. Ruyfch und 
Franz Riggelar nach Cotnmelyn’s Tode, mit 224 
fchonen Kupfertafeln heraus. Hier kommen foigen* 
de Pflanzen zum erften Mahl vor: 

Salvia africana 2. 91. . . 5 . aurea 2. 92. . 

Scabfafa rigida i. 9J. . . Rivina humilis 1. 96... . 

. Echium frucicofum 2. 54 * • • Convolvulus canarienr 
fis 2. , 5 i. . . Campanula capen/ls.'d. 35 . . . ; C. rU 
gidula ib. 07. . . Ro'ella, ciliata ib. 59. . . Atropa 
/olanacea 2. 9 6.--. . -V arronia alba 1. 80. . . .Side r 
roxylon melanophleum 1..109. • • • Rhamnus colubri- 
nus 1.90. . . Pkylica ericoides 2. l. . .. . Plumeria 
alba 2. 24. . . Bubon gummifer 2. 58 .. , . « Rhus 
tomehtofa 1. 92. . . Rh. lucida . ib. 90. . , Aralia 
fpinofa i. 4 « • • Pancxatiujn arPoenum 2. 87. . , 
P. amboinenfe 1. 39. . . Amaryllis zeylanica 1 . Zy, 

. Pkalangium revolutum 1. 3 # 4 * .. Sanfeviera 

. guineenfis 2. 20. . . S. zeylanica 2.121. , . Velthei - 
miaUvaria 2. i 5 . , . Aletris fragraus 2. 4 « • • Aloe 
picta 2. 5 . • • * A. finuqt a 1. • if- retufa 2, 

6. . . -<f. plicatilis ib. 3 . , . if. Ringua. ib. 8. • « 

if, verrucofa ib. 9. . . if. margaritifera ib. jo. . . 
Agave foetida 2.. 18. % .. Calla aethiopica 1. 5 Q. . • 
Melicocca biluga 1. 94. • . Celtis rharrinoides 1. 73* 
Caffia occidentals 1. 26. . . C* iavanica 111. • , 
C , Chamaecrifea.i . 27.. ... ' Rqyena glabra 1. 65 . . . 
R. lucida ib.^fr. •<. , Malpighia glabra 1.' . « 

Oxalis incarnata 1. 22. . . Talinum Anacampferos 
' iSL: 89^/ .. ?T. fruticojum 1, 4 - • • Euphorbia anti- 
quorum v. 12. . . £. Tirucalli . 1. 14. «. . E. co- ( 
■tinifolia 1. i 5 . . . , Z?. caparjenfes 2. io 4 ‘ • • 
pervivum canarienfe 2. 95. . . Cactus mammillaris 
X. 55 .: .i> ' C. Peitefcia 1. 70,. . , . ffetragonia her- 
haeea 2. iG2. . * J*. fruticofa ib. 100. . Spiraea^ 


II 8 Fiinftes Buck, Viertes Kapitel. 

* ' ^ 

opulifolia 1 , 87. • . Greivia occidentals j. 85 . - . 
Sideritis candicans 2. 99. . . Byftfopogon canarien • 
fis 2. 65 . . . Selago corymbofa 2. 4 o» • • Digita* 
lis canarienfis 2. 53 . . . Lantana mifta 1. 78. • . 
Manulea Cheirqnfhus 2. 4 2 * • * Hebenfireitiu den - 
2. 109. . . Hermannia alnifolia 2. 78. . . Pe* 
largonium auritum 2. 61. . . P. rapareum ib. 63 , . ; 
P. lobatum ib* 62, . , Pentapetes phoenibea 1.6,, , 
Stda fpinofa 1,2. . . % Polygala myrtifolia 1. 46. . . 
P . fcipulacea 2. 97, . . Pterocarpus Draco 1. 109. 
Lebekia cytifoides 2. 107. . . Ononis cernua (?J 2, 
82, , . Lathy rus odoratus 2. 80. . . P for aha 

bracteata 2. 106. , . Lotus iacobaeus 2. 83 . . , 
Indigofera lotoides Lam. 2. 84. . . Hypericum Jlorv* 
bundum 2. 68. . . Chryf'acamd cernua 2. 45 . . . 
Chr . ciliaris 2. 48. . . Athanafia pubefcens 2. 47 ? \ * 
A . trifurcata 2. 49. • '. crithmifolia 2, 5 o. . . 
Tanacetum fuffruticofum 2. 100. . . After fraticu- ( 
7 c//ks 2. 27. . . Cineraria geifolia 2. 73. . . Perfc- 
fteya fetofa 2. 28. . . Calendula nudicaulis 2. 33 . . . 
C. graminifolia 2 . 34 . • • Arctotis afpera 2. 22. . . 
Qthonna pectinata 2. 69, . . 0. corow p folia 2. 70. 

. . O.frutefcens 2. 74. . . Hippia frutefcens 2, 101. 

. . Arum trilobatum 1. 5 t, *. . Cupreffus difticha 
1. 59. . , Iatropha urens 1. 10. , . Myrica quer- 
cifolia 2. 81. . . Zamia debilis l. 58 .., . Clutia 
daphnoides W. 2. 2. . , C. pulchella 1. 91. . . - Stih 
be PinaJ'tra 2. 110. • . Mimofa cafta 1. 28, , . 
Defmanthus punctatus 1 . 3 1 . , . * Acacia cornigera 

1 . 107. 

Cafpar Commelyn beforgte nicht allein den 
zweytenTbeil diefesWerks, fondern gab auch Prae - 
ludia botanica , Amft. 17 o3. 4 m und Horti medici 
Amfte/d. plantas rariorcs et exoticas , Amft. 1706. 
1715. 4 > heraus. flier findet man foigende: 


1 


f 

Wachsthum der botanifchen Garten. if) 

' ^ 

. * 

coccinea; rar. 2I . . : Chironia bacci - 

fera rar. 9; . . , * Ch. frutefeens ib. 8... .* Phylica 
cordata praeJ. 12^ ; , Ph . pubefeens \V. ib. l 3 . . • 
Diofma oppofuifolict ib. i. . . D< rubra ib. 2. . „ 

D. hirfuta ib. 3 . . * > Afclepias undulata ib. 16. . . 
A. crifpa ib. 17. . •* Craffula perfoliata prael. t. 25 . 

. . Maher rtia pinnata rar. 7. . . Crlnum america - 
num ib. 14* . . Cr. erubefeens ib. i 5 . . . lucca 
mloaefolia prael. i4- .>• P. Draconis ib. i6. . . 
AloV arachnoides ib. 27. . . A. echinata W. rar. 46. 

. . A, variegata ib. 47 * * • A. rhodacantha Decand. 
prael. 24. . . A . CommeUni Wijld. ib. 20. . . A • 
brevifolia Decand. ib. 22. . . Apicra vifeofa prael. 

3 1. . . fpiralis ib. 32 . . . * A. albicans W. rar. 
48. . . A . tricolor prael. 29. . . A. imbricata ib. 

32. . . A . patula ib. 25 .. . . Agave vivipara ib. 

i 5 . . . Polygonum orientale ran 4^. • • • Zjg° m 
phyllum feffilifolium ib. 10. . Cotyledon fpuria ib. 
23 . . . Euphorbia mammillaris . prael. 9. , . £ 

CommeUni Decand. ib. 7. . . E> Clava ib. 8, , . ’ 

E . hypericifolia ib. 10. . .• Lamium multifidum rar. 

26. . . Dracocephalum canefcens rar. 28. r Spiel - 

mannia africana rar. 6. . . Melianthus comofiis ib. 
4 . . . Pelargonium pinnatum prael. 5 . . . P. Zona - 
le ib. 1. . . ' P. peltatum ib. 2, . . • P. acetofiim ib. 
4. . . CactiUq Jicoides rar. 4 o : . I,*.* Athanafia den~ 
tata ib. 4 1 • • • • Senecio ilicifolius ib. 4 2 » • • Ce»- 
taurea glajt if alia ib, 39. . .. Arctotis acaulis ib. 35 . 

. . A* calendulacea ib. 56 . . . Momordica opercu • 
lata 22. • ' ’ 

- Sim. Beaumont hatte imHaag einen eigenen Gar- 
ten, defi'en Erzeugniffe von Pluknet geriihtnt wer«? 
den, und von dem FraqzKiggelar 1690 ein Verzeich* 
nifs herausgab. ' * * 

Z11 Utrecht blahte der akadepiifche Garten tid- 
ter Henr. Regius, (geb. 1698, f 1679,) der davon 


* * •• * 


Ipomoea 


|20 "Funftes Buch. Viertes Kapitel/ r / 

, 7 i» 

* 

* * \ 

i 65 o ein -Verzeichnifs herausgab. Zu Haarlem war 

ein botanifcher Garten, deffen Katalog Aegidi de 
her 1702 bearbeitete. Zu Breda, unterhielt Hie me- 
dicinifche Schule einen Garten , welchen Joh . Brofter* 
hufius 1647 befchrieb. In Brufjel. war der Apothe* 
ker- Garten' des Job; Hermann bekannt, . deffen Ka* 
talog i 65 av 4. beransgekommen. - Dem Groeninger 
Garten ftanden-die Muntinge vor. • Der aitere, Hen-, 
rich, (f .i 658 ,) gab. i.G 46 \eiti Verzeicbnifs heraus, 
.Sein Sohn Abraham (geb..i62t>, f 168a) ift durch 
ein Werlt bekannt' geworden , welches \er anfangs 
unter dem Titel : Waare aeffening der plancen, Gro^ 
ning. 1672. 4., dann aJs : Naauivkeurigei bejchryr 
ving der Aardgewaf/ert, Leid.. iG96. fpJ.V- mit .243 
Abbildungen herausgab, und welches endlich.Eranz 
Kiggelar unter dem Titel: Phytographia curjofa, 

Amft. 1702., uberfetzt heTausgab. Die Kupfer. find 
fchlecht, \ oft copirt, fogar erdichtet, und die Be- 
' fchreibungen mittelmafsig. v/.A A 

Aus 'diefen niederJandifchen Garten fchopfte 
£man. Sweert , kaiferlicher Iiofgartner, da ei; fein 
von Blumenfreunden gefcbatztes Werk: Flarilegium s 
1612. fol., herausgab. Es enthalt rohe Abbildun- 
gen, meift lilienartiger Pflanzen , mehrere aus. Val- 
let’s oben angefiihrtem Werk, ohne Befchrei biingen. 
Doch kpmraen folgende neue v6r:' Jr is Swertii 4 * •> 
Watfonia iridifulia Ker. 6G M Narcifjus bicolor 2 u f. . 
2. , N. radians Lapeyr. 21. f. 8., Amaryllis orient alls 
3 *.' Ein ahnliches Werk, welches grafsentheils die 
Pflanzen hollandifcher Garten enthalt, gab Crifp.. 
Pafftius, ausArnheim, heraus: Hortus Jloridus^ Arnh. 
1614. fol. Aus alien diefen und andern Blumen- 
Sammlungen entftaud ’ das Florilegium renovatum , 
welches der Buchhandler Matth. Merian , Frkf. am 

Main £01641. fol.* bearbeitete. *.»‘4 

* * 

s i » . 4 # * * * 

I “ 

I 

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I 


/ 


' \ 

Waebsthum der botanifchen Garten. 12 J 

% 

• ' «’ Ein Kaufmann in Danzig, Jac . Bteyn ^ (geh. 
1637, f *(>97,) trug zur ErWeiterung gr&ndlicher 
Kenntniffe in der Botanik vieles bey., i» !em er die 
hqllandifchen Garten befuchtq , und die Sammlungen 
getrockneter Pflanzen benutzte. So entftand eia 
prachtiges Werk: Exoticarum plan$arum cepturia, 
Gedan. 1678. fol. , . welches eine Menge kap’fcher 
und brafilifcher Pflanzen,' von $tech gezeichnet und 
von Saal vortrefflich geftochen , nebft den Befchreir 
bungetvvon Breyn enthalt. . Neue find falgende; 

Salvia paniculata t. 85 . . . Wachendorfia hir - 
futaZy. . .. Eriocaulon triangular e 5 o. . , Protea 
Chamaelea Lam. 9. . ,, Brabtium ftelhilifolium 1. . , 
Lobelia pinifolia 87. . . L. coronopifolia 88. . . L. 
Breynii Lam. 89. . . Chiroaia linoides 90. ... Myr * 
fine africana 5 . . . Phylica brunioides Lam* 7. • ♦ 
Brunia nodijlora 10. . . Staavia radiata 82. . • 
Gomphrena brafilienfis 52 ., , . Laferpitium prutheni ? 
cum 84. . . Haemanthus ciliaris 09. . . * Tulipa 
Breyniana 36 . . . ErioJ'permum latifolium 41 • • • 
Erica cerinthoides 53 . . . Gnidia fipxplex 6. . , Lachr 
uaea conglomerate 7. . . Laurus Camfora p. 12. . . 
Caffia grandis t. t 4 » . . : C. mollis 21.. . . C. Jlexuo - 
fa 23 . . . C. glandulofa 24. . . Caefalpinia puU 
cherrima 22: \ .. Meldfcoma kolofericeum fc. * . 
Oxalis fpeciofa 46* r * . Mesembriapthernum molle 
81, . . M. eoppartfum 79. . ^ Phlomis Leonurus 
86. -. , * Pelargonium lacerum 59. . , Urena lobata 
35 . . . Polygala tere(ifolia 49 * • •, Borbonia cor - ' 
dala und crenata 28. . . Afpalathus chepopoda 11. 

... . A* fpinofa 26. . . Clitoria terpatra 3 i. . • 

CL . brafdiana .02. . ->. . v Cplutea frutefcetis 29. . . s 
Arfchynomene . aj'pera . . fforalea aphylla 25 ,. 

. . ’ Trigonella fpinoja 55 n , < , capitata 

78. . . Artemifia vermiculata 12. . ^ Gnaphalium 
rtudifolium yy. x .. SW/ecio pubigerus 65 . . . 


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122 „ ■* Fonftes Buch. Viertes K a pi tel. * 

longifolius 63 . . . S’ purpiireus 67. . • Inula pint* 
folia 6 4 * • • Lidbekia turbinata yd. . . Co Lula co- 
ronopifolia 76. . . Ofteojpermum moniliferum ib. . . 
Othonna bulbofa 66. . . Stoebe ericoides '10. . . 
Croton folanifolius Geifeler 54 * • • latropha multi • 
fida 53 . . . Phyllanthus rhamnoidrs 4 * • • Rr/tio 
diftichus 91. . . Inga cinerea Humb. i 5 . . . MU 
moja fenjitiva 1 6. . . M. afperata 19. 20. . . M. 
polydactyla Humb. 18. . . Afplenium Nidus 99. . , 
Br*ynii 97. . . Lycopodium plumofum 100. 101. 
. . Lygodium fcandens 96. 

In Hen Ephem. nat. cur, befchrieb er Iafminum 
Sambac dec. 1. a. 4 « o. i 33 . , Trichosanthes Anguina 
daf. o.- 137., Convolvulus paniculatus daf. o. i 36 . , 
Periploca tunicata daf. o. i 58 ., Apocynum indicum 
daf. o. i 49 * " , . , . 

Er hipterliefs , zwey Prodromos , welche fein 
Sohn Job. Philipp, (geb. 1680, f 1764,) Arzt in 
Danzig, 1734 herausgab. Diefer hatte Holland, Ita- 
lien, Frankreich und Spanien befucht, und Berichte 
fiber die Pflanzen Italiens und Spaniens an Slqane ab- 
geftattet. ( Phil . transact, vol. 24* n. 3 oi. voJ. 27. n.' 
334 .) In den prodromis kommen folgende neue 
Pflanzen vor; 

Gladiolus triftis t. 7. f. 1. . . Gl . anguftus ib. 
f. 2. , . Gl. puniceus Lam. t. 12. f. 1. . . Babiana 
ringens 8, 1. , . B . plicata 9, 2. . . Wachendor - 
fia paniculata 9, 1* . . Rypchofpora aurea Vahl t. 
23 . . . Scabiofa africana t. 26. . . Panax quinque - 
folia p. 52 . . . Drofera ciftiflora 22, 2. . . Craf* 
fula coccinea 20, 1. . . Agapanthus umbellatus t. 
10... Lachenalia orchioides 11, 1 * 3 . . . 2 er- 

minalia Chebula t.’ 4 * • • Melia Azadirachta t. 1. . . 
Euphorbia Caput Medufae t. 19.. . Capparis Brey - 
nia p. i 3 . . .• Monfonia fpeciofa 21, 2. . , Spilan - 
thes Acmella p. 48. • . Sp. infipida t. 24. • . Eupa - 


Wachsthum der botanifchen Garten* 123 

• t ' ,y 

torium divarication 17,2. . . Peeronia oppofitifblia 
ib. 3 . . . Gnaphalium /erratum 18, 2. . , Gn. di * 
varicatum ib. 3 . . . Elichryfum prolifer am . 17, 1. . . 
E. imbricatum 18, 1. , . • E% virgatuifi 16, 3 . . • 
-Cineraria fonchifolia 21, 1. . . Amellus Lychnitis 
i. 5 , 2. . . - Calendula hybrida i 4 j 2. . 

D. Botanifche Garten in Deutfchland, 

* * % * 

Danemark und Sphweden. 

Unter den deutfchen botanifchen Garten warder 
fehr beriihmt, den derBifchof von Eichftadt, Jo. Cor- 

• • w . * | 

nel. von Gemmingen, zu S.WiJibald unterhielt, und 
ihn befonders durcfi die aus Joach.Camerarius Garten 
angekauften Pflanzen bereicherte. ( Heifter praef, ad 
Burkhard . epift . p. 17.) Bafil. Besler 9 -Apotheker 
in ^Ornberg, erhielt die Aufficht darilber. Auf Ko- 
ften des Bifchqfs erfchien ein Prachtwerk: Hortus 
Eyftettenfis , iGi 3 . fol. Der Bruder des Bafilius, 
Hieronymus, Arzt in Nflrnberg, und Lud. Junger- 
mann, Prof, in Altorf, follen die Verfaffer des 
Werkes feyn. ( Baier biogr, prof Alt orf. 82.) .Die 
Pflanzen find nach den Jahreszeiten abgetheilt, wo 

fie blQhn. “Neu, oder yorzflglich gut abgebildet, find 

/ » 

folgende: 

Iafminum grandi/orum aeft. fol. i 3 . n. 1, ; 
f. humile aeft. ord. 11. f. 2. n. 1. . . Salvia grandi - 
jlora aeft. ord. 8. fol. 1. n. l. • . albida mi hi 
, ib. l . 2. , . S.fyriaca ib. f. 2. n, 3 . . . . 5 . Aethio- 
pis ib. 'f. 3 . . . Valeriana rubra aeft. ord. 1. f. 3 . . . 
Iris jlorentina vern. ord. 8 f. 4* • • bijlora ib. 
f. 1 . n. 4 « • • /• Xiphium aeft. ord. 5 . f. 10. n. 1. , , 

f. Xiphioides ib. ord. 4 « f* 6^ 8. n. 2. 3 . . . Scabiofa 
bannatica ib. ord. 9. f. 9. n. 3 . . . Sc . ar gen tea ib. 
f. 10. n. 3 . . . Convolvulus purpureus f. Ipomoea 
discolor Jacqu. ib* ord. i 3 . f. 8. n. 2. . . Capficum 


' 124 .* Funftes-Buhh.' : Viertes Kapitiel.' / 

j * 

frutepiens autumn, ord. i.„ f. 8; n. i. . . "Solatium 
tuber ofum ib, ord. 3 . f.' i.*, . • Lyfimachia quadrifo - 
lia aeft. ord. 10. f. 7. n,. i*. f . Chenopodium Botrys 
ib. ord.- io* f. 2. n. 3 . . . Lachenalia pallida vern. 
Ord., 2. f.. 17. n. 2, . , . Allium nigrum aeft. ord. 4 » 
f. 11. n. 1. . . 0 rnithog alum pyramidal e yern. ord. 

5 . f. 14. n. 2.'. . Scilla lufitanica vern. ord. 2. f. 
li. . . • C'alla paluftris ib. f. 17^x1. 4 « -A - Cactus 
Melocactus autumn, ord. 4 * 1. n. 1, . . . ixo/a Z*z- 

fea vern. ord. 6. f. 5 . n. 1. . .. Fragaria elatior und 
virginiana vern, ord* 7. f. 8. . . Paeonia humilis 
vern/ord. 6. f, i4* n. 3 . . . ' Meliffa-grandijlora. 
aeft. ord. 7. n. 7. n. 1 1. . . Acanthus mollis aeft. 
ord. 11. f. 2. n. 5 . . . Bentaria bulbifera aeft. ord, 
7. f. 12, n. 2. . . Anaftatica hierochuntica autumn, 
ord. 4 » f« *• n. 2. , . ! Geranium paluftre vern. ord,' 

1. f. 9. . . Malva crifpa aeft. ord. b*. f. 9. ,n. 1. . . 
Lavatera thuringiaca ib. f. 5 , n. ,1* , . I. arborea 
ib. f. 6. . . Lathyrus articulaJta aeft. ord./6. f. 10. 
n. 5 . , * Pforalea palaeftina aeft. ord. 10. f. 11. n. 

2. . . Amarantus tricolor autumn, ord. 2. f. 6. 

Der eben genannte Lu d.Jungermann* a us Leip- 
zig, (geb,. 1672, f i 653 ,) Joachim’s Neffe , (Gefch. 
cler Bot. 1, 54 * -)j griindete den akademifqhen Gar- 
ten zu Giefsen und richtete den zu Altorf ein. An 
beiden Orten hatte er Profeffuren bekleidet. Vom 
^ltorfer Garten gab er i 635 ein Verzeiehnifs. Sein 
Nachfolger. Mor. Hofmann , des berCihmten Cafpar 
Sohn> (geb. 1621, f 1698,)* gab: Florae . alt orfinae 
.deliciqs hortenfeSi Altorf. 1660.1677,4. Ihm folg- 
te fein Sohn Job. Moritz, (geb. 1 653 , -;iu 1727,) der 
,17 q 3 ein Verzeiehnifs der Garteni- Pflaqzen gab. 

, Das Collegium der Aerzte zuNurnherg unter- 
hielt einen Garten, der untor Joh. Georg V olckamer*s> 

, Stadtarztes zu Nurnberg, (geb. 1616, f 1693,) Ayf- 
ficht £ebr bliihend.wurde. • Das alphabetifehe Ver- 


1 


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1 


WachsUmm der botanifclien Garten., '225 

fcelchnifsV welches nach feinern Tode erfchiett t F/o- 
ra Noribergenfis , 17004 4 -j enthalt auch die De« 
finitionen det 4 $yftematiker feiner Zeit, m»bftr Abbil- 
dungen tmd Befchreibungen neuer Pflanzen, worurt* 

ter folgende merkwttrdig 

. Stctpelia hirfuta So. \ y Mesembriarithemurrt 
difforme lBSi'.-. M^eryftallinum 166- . >* ’Aizoon 
c'anuri# hfe' 2S6. »■’ i • Draco cephaltim canarie rife i 4 - 5 . 

• : Dr. cdriefcfens 553 . * Hermannia fcubra 2 4 i 

. . Colutea herbanea »i8. . . ChryfocomaComau* 
rea i 4 &* • • 1 Gnaphcilium' ifoetidum 194* • • G/n 
helicmthemifolium daf. . . Senecio elegans 226. .-** 
S. rigidus daft 1 . ‘a * After \ fpurius 5 o. . . A. angu •' 
ftifolhlS v IaCqi|. daf. . ;• Arctotis hypothondriara 2241 . 

yOfteoJ'pennurji fplnefcens io 5 . . . Othonuu abro * 
Can folia 22 5 .-’. . O.’parvflora 226. 

• Die fibrigen deutichen Garten waren weniget 
Wicbtjg.- -<• 1 ■ »•' 

In Jena legte Werner Rolfinck (geb. i 5 g 9 j 
•J* 1673)* ’1629 den Univerfitats- Garten an.- Er, 
ein berfthfnler Lehrer der Anatomic, verfuchte fich. 
aucli in der Botanik^ aber feine Schrift: De vegetal 
bilibii&y'* 6 jqi 4*» enthalt nichts als unnutze 
Gelehrfamkeit. Der vierte Auffeher, Theod. Schenk, ' 
gab ein Verzeichnifs auf vier Bogen heraus.’ Jem 
i 65 g. 12. • • ,l 

In Leipzig war der Bofifche Garten der berahm- 
tefte. Kafp. Bofe , Rathsherrtdn Leipzig, brachte 
aus England und Frankreich eine grofse Menge felte- 
ner Gewachfe zufammen , welche Paul Ammann im 
Hortus Bofianus , Lipf. 1686. 4 »> befchrieb; Man 
Endet hier viel neues: illicium ani/atum, Adenan * 
thera pavonina. Acacia vera, Averrhoa Bilimbi , Tri - 
coma Uvaria Ker. , Origanum fipyleunx , mehrere Pe* 
largonien, StapeJien und Mesembrianthema^ Det 


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• • » • 

126 . Funftes Bach. Viertes Kapitel. 

N # • 

Gartner, Elias Peine* gab 1690, 1699,. 170$, iyi 5 • 
deutfche Verzeicbniffe deffelben Gartens heraus. 

t)er akademifche Garten in Leipzig war (inter 
Paul Ammann fehr bliihend. Diefer gab unter dem * 
Titel: Suppellex botanic a, Lipf. 1675.8., ein Ver- 
zdichnifs, worin als Seltenheiten Echinophora, Eu- 
phorbia Apios urid dendroides vorkommen. 

In Halle unterhielt der Superintendent und Pre- 
digerj Job. Gottfr. Olearius , (geb. i 635 * f 1711,) 
einen botanifchen Garten, von dem das reiche Ver- 
zeichnifs:. Specimen florae, halenjis > 1668. 12. er- 

fchien. 

Der kurfiirftlicbe Garten in Berlin ward 1660 
errichtet* und der Leibarzt, job. Siegm. Elsho!tz> 
(geb. 1625,/f 1 6S8, ) gab das Vejrzeichnifs untejr 

dem Titel : Flora marchica> Beroh. i 663 . 8. 

« t • « , 

In Heffem war ein fiirftl. Braunfchweigfcher 
Garten, deffen Vorfteher Job. Boyer i652. 4 * die 
Befchreibung davon herau$gab< 

In Helmftedt unterhielt Gttnth. Chriftoph ScheU 
hammer' einen Privat- Garten * deffen Verzeichnifs 
i 683 . 4 * auf fiinf Bogen erfchien. Auch Joh, Andr. 
Sciffer iieferte 1699 eineri Katalog von Pflanzen* in 
feinem Garten gezogen* 

Der Garten der Univerfitat zu Strafsburg ward 
von Marci Map pus , Arzt zu Strafsburg, (geb. 1602, 
f 1701,) befchrieben: Catalogus plantarum horci 
acaderri. Argentine njitj Argent. 1691. 12* 


D.er Gartep der Univerfitat zu Kopenhagen kani 
unter. Otto Sperling's 9 aus Hamburg, (geb. 1602, 
f i68t,) Aufficht in Aufnahme. Er Iieferte einVer- 
zeichnifs, unter dem Titel i Hortus Chriftianaeus 9 
Hafn. 1642* welches PauJli feinen viridariis ein- 
verleibt bat. 


Waehsthum der botanilchen GSrten. 


nt 


Atich in Upfula ward der akademifcheGarten 
1657 vom Prof. OJ. Rudbek (geb. i 63 oj f,. 170.2) 
6ingerichtet*‘n Ec gab i 658 das eri'te, it>66 das zwey- 
te, und 1 685 das' dritte Verzeichnifs, /Auf feinen 
Antrieb iegte der Graf Magnus de la Gardie zu Ul- 
ricsdaJen, (damals J0.cob.sdal,) einen Garten an, def- 
fen Befchreibung 01 . Rudbek unter dem Titel: De- 
liciae Tallis lbcobaeae>: CJpfaL 1666. 12., heradsgab. 
Dutch den Reichthum diefer und anderer Garten 
ward Rudbek in den Stand gefetzt, ein grofses Un« 
ternehmen zu wagen. Er wollte namlich alle bis 
dahin bekannt geWordene Pflanzen in Holzfchnitten. 
abbilden laffen und das Ganze nach C. Bauhin's Me- 
tbode ordnen. Um bey Lipbhabern melir Abfatz.zu* 
finden, gab er. den zweyten Tbeil vor dem erftea 
heraus: iener entbalt die Liliaceen, Coronarien uncf 
Orcbideen , ,und erfchien unter dem Titel: Campi 

etyfii liber 2. Upfal. 1701. fol. Die meiften Abbil- 
duogen find entlehnt- intereffant nur wenige: Nar - 
.ciffus dubius p. 6i. f. 2., N. trilobus daf. f. 3 ., AU 
lium defcendent p. , 160. f. 20. i 65 . f. i 3 ., A. Jlavum 
p. 1 5 , 7 . f. b.y Serapias cordigera p. 204. f. 20., Li- 
modoruni boreate p. 209. f» 10, Den erften Theil, 
der zur Heraqsgabe bereit lag, verzehrte eine grofse 
Feuersbrunft in Upfala. Drev Exemplare follen noch 
gerettet worden feyn. {Act* liter, fuec* 1720. p 4 96.) 
Eines davon bat Jo. Ed. Smith wieder abdrucken Jaf- 

1 1 ^ 

fen: Reliquiae Rudbekianae , Lond. 1789. fol. Man 
findet mebrere feltene, befonders lapplandifche. aucb 
die darunter, die Burfer gefammlet hatte. {Gejch. 

der Bot. 1, 369.) 

6 ‘ . 

In Abo blilhte der botanifcbe Garten unter Elias 

Til- lands > (geb. 1640, f 1692). Sein: Catalogue 
pi ant arum, quae prope Aboam tarn in excultis qium 
incultis locis hucusque inventae funt, 1 683 . 8., ent- 


148 


■' Funftes Bucb. Viet-tes Kapiteli 


« • 

halt auch zum Theil die Gartenpflanzeu mil i53 
Ilolzfchnitren / 1 ■<* " • ' * . . . '* 

- Seibft ill Wk^fchaU \tfar ein koniglicber Garten* 
der mehrere auslandifche Gewachfe enthielt. * Das 
Verzeiebnifs davon gab Andr.* Cdoffel i65i heraus: 
es ift in Paulli’s viridariis wiedet abgedruckt; 

* • I * I • J r • % 9 

I 

E. Botanifche Gatten in Italieii. 

• . * • .. ^ 

Man hatte nach deni treffiichen Anfang der Cul- 
iur auslandifcher Gewachfe im fecbzehnten Jahrhna- 
dert, mehr in dem gegen wartigen erwarten konnen* 

Aber die Garten ltaiiens erhoben fich cicht merklicti 

• « 

iiber die in andern Landern. 

» * * 

Von dem in Pi/a ift nichts weiter bekannt, als 
ein Verzeiebnifs von Pet. Dion. Vellia , welched i 63 *) 
gefehrieben und von Targioni Tozzetti (de* progrejfjfi 
delie feienze in Tofeana • vol. 5 . p. 243 .) von neuem 
aufgelegt iff; . , . m ;. , , 

Dem Garten in Padua ftand Vesling in der Mit- 
te diefes Jahrhunderts vor., VVahrfcheinlich hat das - 
Verzeichnifs vom Jahr 1642 y welches in Paulli s vi* 
ridariis abgedruckt ift,' ihn zum Verfaffer. Es if t 
feines der merkwurdigften ; denn man erftaunt fiber 
die Menge grieebifeber und cretifcher Pflanzen , unq. 
bedauert nur, dais fie mehr angedeutet als befehrie- 
ben find. Die Verbindung mit Candia dauerte bis 
1^69 fort; denn erft in diefem Jahr verlor die Re-* 
publik Venedig jehe Infel an die Turken. Daher 
auch Georg a Tut' re noch nach Candia ging, unvderi 
Garten zu Padua mit griethifehen RflanZed zu berei- 
chern. In feinem 1662 herausgegebenen Katalog 
find fo Viele cretifche und griechifcllC Pflanzen, als 
tvohl nie wieder in eihefn eutopaifehfen Garten bey- 
fammen gewefcb. Rubia arborefeens cretica ift wahr- 
fcheinlich Ernodect montnncL Smith. , ‘ PetrofelinUM 


< 


Wachsthum der botanifchen Garten. 


129 


• \ - 

creticum radicetuberola iff Bunium ferulaceum Smith. 

Die meiften aber find, wegen mangeihafter Beftim- 
tnungen, nicht herauszubringen. Man kann fich des 
Unwiliens iiber die TrSgheit der Paduaner nicht er- 
ivehren* wenn man bedenkt, wie fie diefe herrJiche 
Gelegenheit > den grofsten Theil der griechifchen 
Flor zu beftimmen , ungenutzt vorabergehn liefsen. 
Georg a Turre gab auch eine hiftoria plantarum, 
i 685 . fol. , ohneWerth. Selbft die Verordnung der 
Curatoren, dafs die G 5 rtner. die wild wachfenden 
Pflanzen vom Baldo und andern benachbarten Ber- 
gen in den Garten verfetzen foJlten, bJieb unbenutzt. 

* (Tommafini gymnaf. patav. p. 98.) * 

In Bctlogna war, nacb Ul. Aldrovandi, (Gefch, 
der Bot . 1, 378.), die Aufficht des Gartens den Bril- 
dern Ambrofini anvertraut. Der altere, Bartholo- 
mews, (geb. i 588 , ( f 1657,) hat nichts Botanifches 
gefchrieben* Der jiingere, Hyacinth ,~{geb. i 6 o 5 , 
•J* 1672,) gab einen: Hortus ftudioforum y Bonon. 
1657* 4 m ein Verzeichnifs der vorrathigen Pflanzen 
mit Kupfern heraus, worin aber nichts bedeutend 
. Neues vorkommt. Ein grofseres VVerk fing er un- 
ter dem Titel : Phytologia , an > wovon aber der erfte 
Theil nur 1666. fol. herausgekommen. Viel vef- 
geblicheMuhe verwendet er auf Etymologieen: neua 
Pflanzen find faft nur: Tripfacum hermaphroditum 
235. , Tr. dactylodes 5 16,, Arenaria iuniperinaoy * , 
Paffifivra hederacea 91., Anthemis tomentofa 100., 
Centaur ea Amber boi Lam. 187*, Acacia Far nefiana 36 o. 

Dem Ambrofini folgte in der Aufficht des Gar- 
tens zu Bologna, Jak. Zanoni , (geb. 181 5 , f 1882,) 
ein gelehrter und thatiger Mann , der dufch Haifa 
des P. Mattei j welchen wir als Miffionarund Gehiil- 
■fen Rheede’s oben genannt haben , eine Menge der 
feltenften raalabarifchen Pflanzen in dem Garten zu 
Bologna verfammlete. In alphabetifcher Ordnung 


Gelch, d. Botanik, a. B* 


9 


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130 Funftes Bucli. - Viertes KapiteL . 

♦ 

"befehrieb er die feltenen Gewachfe in feiner Iftoria 
botanicay Bologn. 1676. fol., und erlauterte die Be- 
fchreibung durch 80 Kupfertafein , von deneft aber 
die von Mattei gefchickten fehr roh find. . Eine zwey- 
te Ausgabe, mit io 5 Tafeln vermehrt, gab Cajetan 
Monti, Bonon. 1742. fol., heraus. Zanoni hatte 
fich bemttht, die Pflanzen der Alten zu erjautern und 
mit diefen peuen zu vergleichen. Die IrrthQmer, 
die dabey nothwendig vorkommen mufsten, hatte 
zum Theil fchon Vincenz Metiegoti aufgedeckt* (Po* 
ftilla ad alcuni capi della ftoria botanica del Zanoni* 
Padov. 1676. 16.X Monti liefs daher mit Recht die 
ganze gelebrteUnterfuchung bey feiner Ausgabe weg. 
JNeu find aber: 1 

Saccharum RaVennae ed. nov. 1 9. f. 3 . . . Afpe- 
tula calabrica 166. . . S an guif or ba media i%S. . . 
Jfnarda paluftris 6 7. • . Borago cretica 37. . . Ly+ 
copfis veficaria 35 , • . Matthiola fcabra Ratdegal 
l 54 - i 55 *>\ Datura ferox . 2. Eryngium 
Zanonii Lam. 74. » • Morinda citrifolia 124* • • 
Bupleurum baldenfe 4 o. . . Athamanta ficula 48. 
Sium ficulum 128. . . Dimocarpus Litchi 108. . . 
Bauhinia variegata 20. . . Caefalpinia pulcherrima 
l4l. . . Cafjia obtufifolia 47 * * * Silene paradoxa 
109. • . & lujitanica 111. • » Betonica hirfuta 

So. . • Stuchys glutinofa 81. * . Dracocephalum 
Ruyfchiana 146* • • Dr . virginianum 69. •. . Pra- 
Jium maiuS So; . .. Euphrajla tricufpidata 76. „ . 
Bignonia capreolata 33 . . , Celjia vrientalis 34 * * • 
.Sifymbrium lanacetifolium 72. . . Cardamine afa- 
tifolia 44. . . Sida carpinifolia 1 1 4 * * * Anthyllis 
hermanniae 29. . . Cytifus purpureus 65 . . . Ga- 
lega phafeoloides? t 34 * * • Serratula centauroides 
•95. * Cnicus ftellatus 48. * * Bidens bipinnata 
32 . . > Erigeron canadenfe 23 . > . Gnaphalium 
Javandulaefoliutn W* 71. * . Bupluhahnum jlosou- 


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Wachsthum der botanifchen Garten. 


% 

loftim Vent. 21. . . B . aquadcum 24. . • 4 [/rer 
/ laevigatas. W. 22. . i Centaurea atrata W. 58 . . . 
C. romana 42; 4 ^. . . C ragujina 92. . . C.fem • 
pervirens Cjj3. . . C or eopfis alter nifolia ^ 8. . . //*• 

Han thus J’trumofus , 56 . , H. trachelifolius W. 5 y. 
• . Cymbidium praemorfum S w. 16. . , Artocar - 
pus integri folia §0. . Arum pentaphyllum 23 . . . 

Caryota urens i 33 . . . fhyllanthus Emblica 1 3 1 , 
. . Defmanthus diffufus 123 . . . .■ Mimoja rubicau* 
lis 1 1 9. . . Acacia portoricenfis 121. . • Onoclea 
fenjibilis i 52 . , 

Zu Rom waren 2\vey botanifche Garten. Den 
einen hatte der Iiardinal Odoardo Farnefe angelegt: 
Vorfteher war Tobias Aldini ausCefena. Diefer gab 
mit Hiilfe de* Prof. Petr. Caftelli in Rom: Defcriptio 
rariorum plantarum , quae in horto Farnefiano conti - 
nentur , Rom. *625. fol., herans. Die fehr guten 
Kupfer ftellen manche feJtene Pflanzen , unter andern 
Helleborus trifolius und Jividus, Acacia FarneGana, 
Hyperanthera Moringa und Iatropha Manibot dar. 

/,Ein anderer botanifcher Garten war der beym 
Collegium della fapienza in Rom, dem der obenge- 
nannte Job. Bapt. Triumfetd vorftand. Baglivi (opp* 
402.) rOhmt, dais er den Garten mit 6000 Arten 
bereichert habe. Indefs mufs man dies nicht zu ge* 
nau nebmen, da der Begriff von Art damals noch 
nicbt berichtigt und feft beftimmt war., Seinem oben 
angefiihrten Buche: de ortu et vegetatione planta- 
rum, Rom. i 685 . find Befcbreibungen mebrerer 
Pflanzen, die er fflr neu hielt, angehangt. DarauF 
gab er einen Syllabus plantarum horto medico 1688 
additarum, Rom. 1688. 4 *> und eine PraeluGo ad pu- 
blicas plantarum oftenGones, Rom. (1700.) 4 * Wie 
fieifsig er das romifche Gebiet in botanifcher Rflck- 
Gcht durchfuoht , davon Zeigt ein Bericht, den er an 
Boccone (muf* 241*) abftattet. . 



t 


. 

132 ’ Fiinftes Buch. Viertes Kapitel* 

• \ 0 

. «% 

Ein Jefuit , Job. Bapt. Ferrari* aus Siena, (gebi 
i 584 , f i 655 ,) fnachte die Zierp Hanzen * d refer ro* 
mifchen Garten bekannt. * Die grofsen Kdnftler* 
Guido Rerti aus Bologna (f t 64 l ) und Pet. Berettii- 
ni qUs Cortona (f 1669) verband^n 1 fich mit ihm 
zur Darftellung der fchdnften Blumen. So entftand 
ein Werk, den Kanftlern und Blumenfreunden wich- 
tiger als den Botanikern: * De florum natura, Rom. 
i 633 . 4 * Man-fieht hier unter andern die Ferraria 
undulata und Haementhus coccineus. 

In Sicilien waren zwey beruhmte Garten. Einet 
ward in Meffina 1609 gegrttndet. Peter Caftelli aus 
Meffina, der fruher Inborn gelehrt, ftand ihm, nach 
der Rflckkehr in feine Vaterftadt, vor. Er lieferte 
einen Hortus me fjanenfis , i 64 <>- 4 *> ein blofses Pflan- 
zen - Verzeichnifs , nach dem Gebrauche geordnet. 

Ein anderer Garten wurde der katholifcke ge- 
nannt, weil der Furft della Cattolica , Herzog von 
Mifilmerii, Graf Vicaris, Baron Prizis ihn gegriin- 
det und einen Botaniker, Franz Cupani aus dem 
Orden des Franz von Affiffi, (geb. i 657 , f l 7 ll >) 
befoldet hatte, urn aus ganz Sicilien die feltenern 
Pllanzen fur den Garten zu fammlen. Cupani gab 
einen Hortus Catholicus > Neap. 1696* 4 *> beraus. 
Diefer enthiilt die Namen der gefammleten Pflanzen 
in der Landesfprache , mit den Synonymen von Mo» 
rifon, Bauhin und Andern. Dazu kamen zwey 
Supplemente , eines in demfelben Jahr, das andere 
1697. 4. Es ift fchwer, die Pflanzen zu beftimmen, 
welche hier zum erften Mahl vorkommen. ' Indef* 
fen find Iris microptera Vahk hort. cath. p. 5 lo 3 ., 
Tordylium Inunibe Bern, zoo., Cuciibalus catliolicuS 
iio ? , Linaria rejlexa 214.5 Sinapis erucoides 201. * 
Seriola urens 95. , Orchis pa pilionace* 1 58 .) gewifs 
von ihm zuerft awfgefiihrt* 


. * 


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I 


Wachsthum der botanifcben Garten# 133. 

Der unermadet thatige Mann arbeitete an ei- 
nem grofsen YVerk, welches er Panphyton ftculum 
nannte, ' wozu er beyvfeinem frOhen Tocle fiebenhun* 
dert Kupfertafcln fertig hatte: 19S waren fchon ab- 
gcdruckt. Anton Bonanni, der fein Gehalfe gewe- 
fen , verzdgerte abfiohthch die Herausgabe der fchon 
abgedrtickten Platte n, und beredeteChiarelli, ( Discor + 
fo prelim . alia ftoria naturale di Sicilia, 1789.), dafs 
er der Verfaffer des YVerkes fey. Endlich kamen 
die 198 Tafeln 17 i 5 zu Palermo heraus. Banks ben 
fhzt 168 Tafeln: ich befitze deren nur 52 , die iGh 
der Gate meines Freundes Rudolphi in Berlin ver* 
danke. Hier finden fich folgende intereffante Pflan* 
zen: Agroftis pungens t. 1., Poa f\cula t. 7., Arun - 
do micrantha Lam. t. 8., Carex pendula Good. t. 1 1., 
Schoenus mucronatus t. 12., Iris alata'Po'w. t. 18.* 
Linaria pilofa Bern. t. 24., Allium ficulum Ker. t. 
? 5 ., Ophrys aranifera Hudf. , 0 . Speculum Bern., Ck 
ciliata Bern. t. 28., Orchis; enfifolia Viil., (X Orni - 
this Jacqu. t. 29., 0 . acuminata Desfont. t. 35 ., Gna - 
phalium nodijlorum Lam. t. 58 . , Ophrys pictaXAxdX, 
t. 57., Cardamine heteropliylla Hoft. t. 66 ., Rapha - 
pus cheiranthijlorus YV. t, 71,, .Rumex tpherofus t. 
74 * 1 Crepis albida t. 1 1 5 . , 1 olpis quadriariftata 
Bern. t. 118., Reaumuria, vermiculata t. 119.,, Cre- 
pis taurinenfisW.X. 120.,. Cr. leontodontoides Allion. 
t. 1*21., Hypochoeris ficulat . 122,, Lapfana virgata 
Desfont. t. 127., Hieracium brpcteolatum Smith, t. 
107., Hier . crinitpm Smith, t.. i 44 <> SUenf Jicufa 
Jver. ebendaf, 



l 


1 


I _ ^ _ % ,« 

134 Funftes Buch, Funftcs Kapitel. *' 

Fiinftes Kapitel. 

* + 

- 1 

Uuterfuchung vaterlandifcher 

Pflanzen. 

/ 

% 

Die Pflanzen des ffldlichen Europa wurden 1st 
diefem Zeitraum am fleifsigften gefammlet und un- 
terfucht. 

Magnol’s und Richier de Belleval*s Bemflhun- 
gen haben wir fchon erwahnt: auch Tournefort’s 
Verdienfte find gerflhmt worden. Des letztern: Hi- 
ftoire des plantes, aui naiCfent aux environs de Pa- 
ris, 12. Paris 1698., mflffen wir noch befondere 
Erwahnung thun, Das Werk ift in fechs Herbori- 
fations getheilt, Die vorzuglichften Excurfionen , 
gehn ins Holz von Boulogne und Vincennes, nach 
S. Cloud, Arcueil, Chantilly und auf die Infeln der 
Marne. Es fell It natiirlich bey diefer Einrichtung 
nicht an Wiederholungen, Indefs war das Buch for 
die damalige Zeit aufserft ntitzlich , und die Kritik 
• derSynonyme macht es noch der Nachwelt brauchbar. 

Joh. Steph„ Strobelberger > aus Windifch - Gratz, 
der nachher Arzt in Karlsbad war, hatte zu Mont- 
pellier unter Richier de Belleval fich der Botanik mit 
befonderem Fleifs ergeben. Er lieferte: Galliae po- 
litico- medicae defcriptio , Jen. 1621. 12., worin der 
fOnfte Abfchnitt die Pflanzen des fodlichea Frank- 
reichs , aber blofs nach dem Gattungs* Namen, meh- 
rentheils aus Lobelius, Dalechamp und Richier de v 
Belleval, enthalt. 

Grofsen Ruhm erwarb fich Jak. Barrelier , zu 
Paris 1606 geboren , der anfangs Medicin ftudirte, 
dann aber in den Orden der Dominicaner trat , und, 
theils auf Befehl Gabon’s, Herzogs von Orleans, 
theils als Begleiter des Generals der Prediger- Mdn« 
cbe, Frankreich, Spanien und Italien durchzog, laa* 


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' * 4 

* - ^ 

. Unterfucnufcg vaterlindifcher Pflanzen. 135 

/ 

1 # 

ge id Rom lebte, und 1673 in Paris ftarb. Er hin- 
terliefs eine grofse- Menge Pflanzen • Zeichnungen, 
welche Anton Juffieu, nach Tournefort’s Beftim- 
mungen, unter <lem Titel : Plantae per GaJJiam, 
Hifpaniam et Italiam obfervatae, Parif. 17 *.4. fol. , 
lierausgab. Es find i 324 Kupfer, in fehr verjiing- 
tem Maafsftabe, und oft undeutlich. Da Juffieu ver- 
fichert, dafs Boccone viele, von Barrelier erhaltene 
Pflanzen frtther unter feinem Namen bekannt ge- 
macht, fo ift es fehr fchwer, mit Gewifsheit zu fa- 
gen, welche Arten von Barrelier eigentlich entdeckt 
find. Indefs ift folgendes Verzeichnifs wahrfchein- 
lich ziemlich richtig; * 1 

Salvia Barrelieri n. 18S. , . 5 . muleifida Sibth. 

220. . . 5 . disermas 187, . . 5 . valentina 1017. 

. . S’, elongata Spr. 167. . • Valeriana fupina 868. 

. . Phleum Bolimeri Schrad. 21. f. 1. . . Phi . tenue 
Schrad. i 4 » f* 1. • • Phi. panic ul a turn Hudf. 28, f. 
2. . • Poa dura 5 o. . . P • Eragroftis 44 * 2. • • 
P. bulbofa 7o3. . . Briza humilis MB. i 5 . f. 2. . . 
Cynosurus aureus 4 * • • Beckmannia erucaef ormis 
Hoft. 2. male. . . • Melica afpera Desf. g 5 . f. 1. . . 
Feftuca phleoides 123 . f . 1 . . . Bromus erectus i 3 ., 
f.-i. . . Br. ftipoides 76. f. x. A vena fragilis 
go 5 . . . Poa cilianenfis 743 . . . Galium \inifolium 
583 . • . G . maritimum 81. . . Echium plantagi - 
neum 1026. . . Anchufa ftylofa MB. 678. Y • Cam-, 
panula diffufa 453 . , , C. cochlear folia 454 * • • 
Trachelium coeruleum 683 . , • Atropa frutefcens 
1173. . , Viola Zoyfii 691, . . Atriplex glauca 
753, , . Salfola polyclonos 2 j 5 . ♦ . Tenor ia fru - 
ticefcens Spr. \ 255 . , , Heracleum elegaris 56 . . . 
//. auftriacum 708. . . Oenanthe apiifolia 35 a. • . 
Ligufdcum ferulaceum All. 836 . . . Statice dicho - 
toma Cav. 8 o 5 . , . Daphne vermiculata 23 1, . . 
Polygonum Bellardi Allion, 5 60. f. 2. , . Gypfophi • 


/ 


i 


*36 Fiinftes /Bach. Fiinftes Kapitel, 

la pprfoliata 1002. . , Dianthus ferrugineus 4 97. • • ' 

Silene Ion gi flora Ehrh. 58 q. . . Qxalis Barrelieri 
1139. t • Refeda undata 588 . . , Euphorbia fal* 
c.ata 75 1. . . E. terracina 833 , , , £• pilofa 885 ,, 

, . Potent ilia cinerea Vi 11. 709, . , Gift us fericeus 
i 5 i 5 . . . Helianthemum italicum 566 , . , H thy* 
ir> folium 444 * • • H. torofum Allion. 44 ^* * • H. . 
lacemofum 2()5. , , H . hirtum 488. . , Reaumurict 
vermiculata 888. . , Teucrium thymifolium 1062, 

* . y. Jlavefcens 1072. , , T. valentinum 104S. . . 
y. pycnophyllum 1091, , , ,T. Libanitis 1090, • « 

T. pumilum 1092. , » T, anguftijfimum 1080. . , 
y. coelejte 1081, . . Siderltis glau:a 260, . . 5 , * 

linarifolia Lam. 172, • . Marrubium candidffimum 
686. . , M. acetabulafum 129,. » t , Phlomis pur • 
jfiirea 4 ° 5 . . . Nepeta graveolens Vill. 755. . , 
Bartfid vi/cofa 665 , . , #. Fagonii Lapeyr. 774.. ft 

l, , * Rhinanthus verficolor 666. , , Linaria vil* 
lofa 597. . . L. origqn folia 1100.. 1102. *io 3 , 
j 3 i 5 , . . Anarrhinum crufffolium i 3 i 5 . . , Bu» 

; cochlearioides 1262. . . Iberis rotundifolia i 5 o 5 , 
ft 2^ . , /, cepaeaefolia 848.', , Bifcutella longi • 

folia Vill. 841. • , Cardamine chelidonia i 56 ». . , 
Hef peris aly ffuides Perf. 80 4 * . . Sijymbrium rnura * 
le i 3 i. . , S'. Barrelieri 1016. , , S inapis erucoi * 

des i 52 .,. , Cleome viplacea 865 . . . Geranium re* 
JLexum 39. • . Ononis cenifia iio 4 » • • 0 . minu+ ~ 

(iffirna 1107. , , 0 . vi/cofa. 1239, . , Qxytropis 

Pallajii Perf. 567. , Trifolium fphaerocephalon 
859. . , Tr, tactfwm Schreb. 1024. . . Lotus cyti* . 
foides io 3 i, .*, Scorzonera calcitrapifolia 800, . '• 
Atractylis humilis 1127. . . Santoiina alpina 522 , 

, , , Anthemis Valentina 485 . , , Anth. Barrelieri 
Tenor, 4 $ 7 * , ,♦ Artemifia arfagonenfs 447 * • • 
Cqnyza Candida 217., , , Senecio c raff/ alius 261, , , 

St nebrudenfis 4 oi» * t & Barrelieri 8qi, , , S, 


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I 


* 

Unterfuchung vaterl&ndifcber Pflanxen. 137 

rotundifolius Lapeyr. i45. .: . Cineraria longifolia 
266. . , C. minuta 11 53 . f. 1. . . Chrysanthemum 
pectinatum 421 , . . Py rethrum Haller i 458. f. 2 . . . 
Centaur ea lipifoUa i3$,. ... « . C,, a brat an if alia Lam. 
*49» • .. C. hyffopifolia 5 o 6 . . . C argentea 218 , 

. . C* Croccdilium 3 o 3 . ^ . C. leucantha Lapeyr. 
1229. . . Ophiogloifum lufttanicum 252 . f. 2. . . 
Pie Tange find fo fchlecht abgebildet, dafs auch S. 
Q. Gmelin fich nicht wagte fie zu befrimmen. In* 
vdefs ‘ift F. volubilis i 3 o 3 . gut abgebildet. . . Baeo - 
myces* cor nucopio ides 1278. f. 2. . . Einige neue 
Schidamme, als PJiallus Hadriani 1258 . . , CJathrus 
Jlavefcens 1265. . •*, Boletus umbellatus 1269. . . 
B. polycephalus 1270, 

Ein italifcher Monch , Silvio Paul Boccone, aus 
Palermo i 633 gebftrtig, trat in den Ciftercienfer- 
Qrden, und ward vom Grofsherzog von Tofcana zu 
feinem Bptaniker ernannt. Er durchreifeje Italian, 
)Sicilieo, Malta, ’Frankreioh, Spanien, Ueutfchland, 
die Niederlande, England uad Polen, und ftarb zuPa* 
lermo iyo4* In England tibergab er mehrere Abb^l- 
dungen fejtfcner Pflanzen , nebfr den da^u gehorigen 
Befchreibungen an Charles Hatton , der fie durch Mo- 
rifon bearbeiten, und unter dem Titel: leones et de- 
feriptiones rariorum plantarum Siciliae, Melitae, Gal* 
Jiae et Italia© , Oxon. 1674* 4 *» drucken liefs. Bgy 
feinem Aufenthalt in Venedig zeigte er dem treffii* 
phen Wilh. Sherard eine noch grofsere Sammlung 
von Abbildungen und Befchreibungen. Auf deffel* 
ben Bath gab er fie unter dem Titel: Mufeo di pianta 
Tare della Sicilia, Malta, Corfica etc. Venez, 1697, 
4 . biit 3p9 Abbildungen , heraus. Die letztern find 
roh und die Befchreibungen unvollftandig, Ver* 
fchieden von diefem Werk ift: Mufeo di fifica e di 
efperienze, Venez. 1697. 4 *> worin ebenfalls viela 
Bemerkungen fiber Pflanzep vprkQmmen* FoJgepd* 


# 


i 


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I3& 1 Funftes Bach. Fiinftes Kapitel. 

Pflanzen fcheint cr zuerft befchrieben und abgebildet 

. haben : ' ' • • 

• * .» 

Veronica acinifolia muf. t. 9. . . Andropogon 
diftachyos plant, fie. t. 1 1. . . Panicum hirtellum 
muf. t. 55 .'. . Rottbdlla monandra ib. t. 5 j. . 

Triticum unilaterale ib. . . TV. unioloides fic. t.< 33 . 

. . Scabiofa urceolata Desf. ib. t. 62. . . Sc. pyre* 
naira muf. t. 6. . . Galium Bocconi muf. t. 101. . . 

G. ariftatum ib. t. 75 . .* . Parietaria lufitanica fic. 
24 * • • • Rubin Bocconi Pet.* muf. 75 . . . Plantago 
macrorrhiza fic. t.- 1 5 . .* . • Tillaea mufeofa ib. t. 29. 

Pi Q. R. . . Anchufa undulata muf. 77. . Echium 

maritimum ib. 78.' . . Convolvulus ficulus fic. 48. . . 
Campanula mollis ib. 45 . • • C. faxatilis muf. 64. . . 
'Lobelia Lauren tia ib. 27. . . . Elaeodendron Argan 
fic. 21. . Viola nummulariaefolia muf. 127. . . 
Achy ranches argentea fic. 9. . . 'A. corymbofa muf.' 
39. . . lllecebrum echinatum Vill. fic. t. 20. f. 111. 

. . Salfola rofacea fic, 3 i. 32 . . . Eryngium dila- 
tatum Lam. muf. 71. . . ’ E. Bocconii Lam. fic. 47. 

. .' Athamanta panacifolia Spr. fic. 1. . . Ath. ficu- 1 
la fic. 14. . • ' Buboh ficulus fic. 27. 28. . . Daucus 
gummifsr Lam. muf. 20. . . Angelica Razoulii muf. 
99. . . Bubon rigidus ib, 76. . . Statics monope - 
tala fic. 16. 17. . . .St. bellidifolia Decand. muf. io 3 . 

. . Linum verticillatum 42. . . Allium ficulum Uc r. • 
fic. 33 . . . Rumex multifidus muf. 126. . . R. lu - 
xurians ib. . . R. amplexicaulis Lapeyr. ib. . 
Epilobium alpefere ib. 5 . 16. . , Galenia africana ib. 
110. . . Polygonum alpinum ib. 27. 83 . . . Ruta 
Jinifofia ib. 7 5 . . . Gypfophila altiffima ib. 5 .'. . 
Cucubqlus fabarius ib. 92. . • C. molliffimus ib. 118. 

. . Silsne vallefia ib. 54 . . • 1 Glinus lotoides fic. 11. 

. . Ciftus fquamatus muf. 64 * . • Teucrium multi - 
Jlorum ib. i 17. . . T. buxifolium ib. 61. . . T. ro • 
tundi/olium ib. 62. . , JSepeta violacea und lanata 


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Unterfuchung yatcrUndifcber Pflanzen. 139 

. Ait. ib. 36 . . • N. Apuleii Ucr. fic. 2 5. . . Sideri - 

cis incana muf. 67. . . Lamium rugofum ib. 23 . . * 

Scachys palaefcina ib. 109. . . St. maritima ib. 127. 

. . Marrubium fupinum ib. 69. . , M. crifpum ib. 
tit. . . M. hifpanicum ib. 122. . . Leonurus Mar- 
rubiaftrUm ib. 98. . . Thymus patavinus ib. 45 . . . 

Th. Piperella ib. 117. . . Th. cephalotes ib. 4 ^. . . 

Th. virginicus ib. 1 1 5 . . . Bartfia humilis Lapeyr. 
ib. 60. . , Euphrafia longijlora ib. 63 . . . Antirrhi- 
num mulcicaule fic. 19. . . A . molle muf. 41. . . 
Scrofularia trifoliata muf. 60, V . * Digitalis Thapfi 
ib. 85 . . . D. obfcura ib. 98. . . Iberis femperjlo • 
rens fic. 22. . . Alyffum halimifolium muf. 39. . . 
A . faxatile ib. 93. . . Bifcutella raphanifolia fic. 23 . 

. . B. femper virens muf. 122. . . Candamine tha- 
lictroides muf. xi6. . . C. graeca fic. 44 * • • Si- ' 
Jymbrium vimineum fic. 10. . . S. vulentinum muf. 
80. . . Cheiranthus helveticus ib. 111. fig. ult. . . 
Ch. triftis ib. fig. penult. . , Hefperis africana fic. 
42. . . Er odium malopoides muf. 89. . . E . cha • . 
i viaedryoides ib. 128. . . Sida rhombifolia fic. 6. . . 
Mulope malacoides ib. 8. . . Fumaria enneaphylla 
muf. 73. . . Ononis vuriegata fic. 58 .' . . Hyperi- f 
cum crilpum muf. 12. . . H. cilia turn ib. 127. .. 
Hierdcium cerinthoides ib. 54 . . . H. prunella? folium 
jb, 24. • • H. montanum ib. n 3 . . . IL molle ib. 
53 . . . Sonchus chondrilloides Desf. fic., t. 7. C. A. 

. . Crepis coronopifolia fic. t. 7. A. . . Apargia 
Taraxaci muf. 106. . . Hyoferis fcabr a ib. . . Ver - 
nonia praealta ib. 32 . . . Serratula coronata ib. 37. 

. , humilis ib. 109. . . Gnaphalium fupinum ib. 

% 85 . . . Conyza verbafcifolia fic. 3 i. . . C. aegy - 
ptiaca ib. 7. . . Senecio [qualidus ib. 4 *. ♦ . S. del- 
phinifolius ib. 5 i. . . *S. chrysanthemifolius Poir. fic. 

36 . . • Inula bifrons muf. 121. . .. I.foetida fic. 
i 3 . . . By rethrum Bocconi muf. 98. . . Achillea 


f * 


*4Q 


, Fiinftes Buck. Fiinftes KapiteV 


alij'uia ib, 1 o 1 . • Centaurea unijlora muf. 3 . . , 

C. m elite nfis, fie,- 35 C. femper virens ,fic . 4 39.. . . 

Cynomorium coccineum ib. 43 , . Ambcafinia 
Arifarum t .\b. 26, . , Poterium hyhridum ib. 3 o. . • 
Arum probofeideum muf, 5 o, . Andrachne telephioi - 

des ib. 119;'*. , PiJ'tacia trifolia muf. 93. ^ Qy ^ 

mnoftomum Hedwigia muf. 108. ad Dillen. .. . byco - 
Jyerdon perl at um ib. 3 o 6 . . . L . ufrijorme ib- 3 oi. 
Qeaftrun 1 hygrumetricum ib. 3 o 5 . . . boletus Tube^ 
rafter 000. , . Daedalea confragofa ib. . . Hydnunx 
at bieulatum ib. 007. . , H. coralloides ib. 3 o 4 « 

Auch Ray, deffen wir fchon oft erwahnten, 
fammelte auf feinen Reifea durch das i(id]iche Euro- 
pa eineMenge Fflanzen, die er in der; Sylloge extra 
Britanniam nafeentium ftirpium, Lond, 1694* be- 
kannt machte, Man erftaunt Qber die grofse Anzah^ 
feltener Gewachfe, deren Verzeichni/s 3 14 Seiten 

' • I t V 

feinnimmt, unter denen ich nur folgende qenneii 
will: Androface Chamaejafme, Ferula Ferulago, Eu* 
phorbia coralloides, Reaumuria vermieulata, Cappa- 
ri s ovata, Rhinanthus Trixago , lberis cepaeaefolia, 
Althaea Ludwigii , • Cytifus divaricatus, Trifolium. 
meffanenfe, Hypericum crifpum, Gonyza verbafei- 
folia. 

Die’ ndrdlicben Kiiften ,des adriatifehen Meers . 
durchfuchte ein gefchickter Apotheker in Venedig, 
Anton Donati , deffen: Trattato de’ fimplici, pietre 
e pefei rnarini,che nafcoqo nel lido di Venezia, i 63 i, 

4 , manche feltene Pflanzeq, al$ Drypis fpinofa, Sefsr 
leria echinata u. f. f. , enthalt. 

Da wir Gupani’s und Zanoni’s Verdienfte fchon 
aufgezahlt haben , fo erwahnen wir nur nobh einiger 
weniger bekannten Italiener, iind zwar jzuerft der 
Briider Balth. und Mich. Qampu Sie waren Apo*- 
theker in Lucca, und glaubten fich dadurch bfefon- 
dere Verdteufte zu erwerben, dafs fie die Pflau?e 4 


4 “ 

Untterfuchung vaterlandifcher Pflaftzen. 

der Alten durch eigene Unterfuchungen zu erlautern 
ftichten. Zu dem Ende durchforfchten fie die apen- 
ninifchen Gebirge, und gaben die Refultate ihret 
Unterfuchungen in dem: Spicilegio botanico fopra il 
cinnamomo degli antichi, dove fi mette in chiaro al* * 
tri femplici di ofcura notizia, Lucca i 654 * 4 * 

Die Flor des Aetna ward zuerft von Jofeph Bon * 
figlioli, aus Ancona, unterfucht. Das Verzeichnifs 
der von ihm gefundenen Pflanzen machte Peter Car- 
rera in feiner Befchreibung des Aetna bekannt: II 
-Mongibello defcritto, Catan. i 656 . 4. Diefe ift wie- 
der abgedruckt in Graev. et Burm. thefaur. liciK 
tom 10: col. 7. 8 . Es fehlt hier nicht an falfchen 
v Nartien, wie z. B. Mechoacanha angegeben wird, wo 
wahrfcheinlich Convolvulus Imperati gemeint ift. 

Die Pflanzen des romifchen GebietS fammlete 
Jakob Rvggerii deffen Verzeichnifs in Ray’s fylloge 
fteht. Man findet hier Serapias Lingua, Orchis te- 
phrosanthos, Thapfia foetida. 

Die armliche FJor von Malta machte t^S^Frant 
Phii. CaDallini, Arzt zu laValette auf Malta, bekannt. 
Unter dem Namen Pugillus Melitenfis, nahm Franz 
E^nft BrQckmann in feinen Epift. itinerar. cent. 2 * 
p.674. L das Verzeichnifs auf. Hier kommen Arum 
tenuifolium, Conyza rupeftris, Gentaurea fpinofa, 
Eleufiiie coracana und Conferva Helminthochortoa 
vor. . Der letztern bedient fichCavailini fchon gegen 
die Wiirmef. 

• Unhedeutend ift eine Schrift von Ovid. Monial • 
harms, Prof, zu Bologna, (f 1672): Hortus bota-i 
nographicus, Bonon. 1660. 8., worin zweytaufeod 
Abbildungen, mehrentheils wild wachfender Pflan- 
zen,- verfprochen werden. Im Anhang erfcheint 
eine Abhandlung iiber Mifsbiidungen und Monftro- 
fitiiten. ‘ Derfelbe gab unter dem Namen Joh. Ant. 

‘ Bumaldus eine Bibliotb. botanica, Bonon. 1667* a 4 *> 

' . v • ' 

* « 




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14a * Fanftes Buch. Fanftes Kapitel. 

* * , * • 
•heraus , die Seguier mit der feinigen Hag. Com. 1740* 
4. wiedef abdrtrcken liefs, und worin man den er* 
ften Vprfuch einer Synoaymie der Grafer tindet., x 

Auch Portugal] ward nach Clufius zuerft wiedef 
von Gabr. Grisley , wahrfcheinlich einem Englander, 
unterfucht. Er nannte fich Cbymiater und Botani* 
cus, und verfichert, faft dreyfsig Jahre auf die 
, Durcbfuchung des Landes , vom Cap S. Vincent an 
bis an den Minho, zugebracbt zu baben. Sein Buch 
erfchien unter dem Titel: Viridarium lufitanicum , 
Ulyffip. 1661.8., ift auch in Ray’s Sylloge fibgedruckt* 
Seguier legte es Veron. 1749* 8 . von neuem auf, 
und Vandelli gab es, mit Linne’fchen Namen erlau* 
tert, Oliffip. 1789. 8., heraus. Durch die Gate mei* 
lies Collegen Link, der Portugall in neuern Zeiten 
durcbforfcht bat, bin ich in Stand gefetzt, foJgen- 
de Pflanzen, als die merkwiirdigften , oder von Gris* 
ley zuerft entdeckten , anzugeben : 

Salvia polymorpha Link. n. 75 1 — 755 . • . 
Gratiola linifolia 698. . y Crocus multifidus Sm'. 
i 532 . . . Iris lufitanica i 56 o. . . Milium multi • 
Jlorum Cav. 692. . . Avena pollens Link. 601. . * 
Hordeum Hyftrix Roth. 609. . . Exacum filiforme 

3 10. . * Galium* tricorne Sm. 11 5 . . . Parietaria 

platyphyllos Link. 1111. . . Lycopfis nigricans 97. 
. . Anagallis patvijlora Link. 92, • • A . linifolia 
88. . . A, tenella 1062. . . Verbafcum blattarioi^ 
des Lam. 202. . . ' Echium plantagineum 449 * • • £0- 

belia urens 889. . . Eryngium ilicifolium Lam. 476. 
. . E. odoratum Lam. 479 * * • E. tenue Lam. 480. 
. . E. pentanthum Link. 481* • • Chironia fpicata 

3 11. • . Angelica montana Link, lo 1. . • Cynan • 
chum acutum \ 3 y. • . Bunium maius Vill. 234 * . • 
Caucalis elongata Link. 3 o 3 » • » Athamanta verti • 
cillofaL ink. 437 * • * Oenanthe apiifolia Brot. 12 4. 
1072. . . Statice anguftifolia 876. . . St.fafcicu* 


» 




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Unterfuchung vaterlandifckcr Pfianzen. 143 

' « • 

% 

lata Venten. 1061 St. cephalotes <i 36 o. . • 

St. liumilis *562. . •? Linum tenue Desf. 891. . 
Scilla monophylios Link. i 552 . . . Sc unifolia und 
.Ornithogalum r occenfe > 1S96. . . 0 . chloranthum 
Link. i 595 . i v. . Tulipa auftralis Link. 16 \ 8. . . 
Leucoium trichophyllum.S chous b. 1672. * . C ornxal- 

laria ambigua Link. 1 \j 5 . . . * Colchicum teffellatum 
Link. i 5 a 5 . . . Rumex thyrfoideus Desfont. 18. . . 
Alifmd trinervium Link. n66. Dianthus atte- 

nuatus Sm. 290. . . Silene arenaria Desf. 921. . . 
5 . fabuletorum 922. , . *S. pfammitis Link. 923. . * 

Ly thrum meonanthum Link. 936 . . Geum all anti - 
cum Desf. 286.' . . Ciftus verticUliJlorus Link. 371. 

> . Delphinium pentagynum Lam.* 26. . . Ranun- 
culus elodes 1204. . . R. Jlabellatus Desf. 1209. . . 
Mentha Tomentella Link. 1199. • . Stachys hirta 
X070. % * Prunella haftata Link. 225 . . * Linaria ' 
dealbata Link. 4^7. » * L. mulcipunctata Link. 880. 

. . L. amethy/einaham. 88 1. . . L* incarnata Lam. 
882. . * L. bipunctata 883 . . . * L. lufitanica 885 . 

. * . Antirrhinum meonanthum Link. 108. . . Rhi- 
nanthus verfuolor Lam. 5 y. . . Euphrafia fcabra 
•Link. 496* * • £. flifolia Link. 495 . * * Cochlea - 
.ria acaulis 3 yy. . . Cheiranthus longifdiquus Link. 
860. . . Ch . lieoreus 862. . . Malva tuberculata 
Link. 55 . . % Lathy rus lielodes Link. 740. 837. . . 
Genifta triacanthos Brot. 543 . . . Cytifus divarica- 
tus und unagyricus Herit. 434 * * * Aftragalus cym- 
baecarpos Brot. 171. . . *■ Anthyllis hamofa Desf. 
106. • . Staur acanthus aphyllus Lk.? 1290. . . 
U lex minor 1286. . . Ornithopus fativus Lk. 1089*. 

. . 0 . repahdus Poir. 1281. . . Trifolium tomen- % 

tofum 1439. * * Hypericum linariaefolium Vahl. 
760. . . H. tomentofum 768. . . Leontodon tube- 
rofus 73 o. . . Cichorium divaricatum Schousb. 35 5 . 

* . Helminthia fpinofa CandolJ. 23 o. . . Scorzo- 


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144 


• Fiinftes Buch* Funftes KapiteL 

nera multifida Lk. 1295. ♦- • Sc. pinifolia Gouart* 
1294. . . Anacyclus aureus 322 * . Anthemis 
fufcata Brot. 3 z 3 . . . A. repanda? 335 . . . Cyna- 
ra fylveftris Lam. 4 2 4 » • « 1 Centaurea uliginofa Brot. 
771. ♦ C. polyacantha 774* • • C. limbata Lk. 
.7.75. . . G. pullata 776. . . Orchis anthropomot • 
pha 1592. . . Urtica caudata VahJ, 1492. * . ' Quer~ 
cus Phellodrys Lk. 787. . Qu . Ballot a Desf. 7 88. 

. . Myrica Faya 5 o 5 . . . Mercurialis elliptica 1 025 . 


In Deutfchland wurde Schleflen und das Riefen- 
gebirge unterfucbt. Kafp. Schwenckfeld , Stadtarzt 

in H'irfchbergj (f 1609,) machte fich dadurch be» 
kannt, dafs er: Stirpium et fofiilium Silefiae catalo- , 
gum, Lipfi 1600# 4 »* herausgab. Er bediente fich. 
der Nomenclatur von Tabernamontanus , Thai und 
Tragus: doch find folgende Pflanzen merkwiirdig: 
Pleurvfpermum ctuftriacum, Daudus, p. 60. , Myrrhis 
aromatica p. i 4 2 »> Rumex alpinus p.8., Sedum fa > 
.Seattle p. 195., Lycopodium alpinum p* 141* Ini 
xweyten Theil kornraen Gartenpflanzen , unter an- 
dern auch Kartoffeln, vor. Von demfelbenSchwenck* 
feld hat man cin „ Kurzes Verzeichnifs der Krauter, 
welch e um den warmen Brunnen auf den Geburgeri 
gefunden werden , Hirfchberg 1619* 8.,, Auch hier 
fehlt eS nicht an feltenen Pflanzen , als Rub us Cha •* 
maemoruSy Tujjilago fpuria und nivea , Uvular in, 
amplexifolia y Sonchus alpinus , Sedum Rhodiola u. f. f. 

Job* Frank , aus Gamenz, tier zu G. Bauhin’s 
Freunden gehorte, gab einen: „Hortus lufaticus, 
das ift, lateinifche, deutfche und etliche wendifche 
Namen derer Gewachfe in Ober- und Nieder-Laua* 
uitZj,, ^619. 4* heraus* 

Der bekannte Dichter, Philipp Zefen y aus Prio- 
ra bey Raguhn im Deffau’Ichen gebiirtig, fammlete 


Untefrfuchung vattfrlaadifcher Pflalzen. »■ -145 
* ' * ‘ » 
die Pflanzen feines Vaterlandes, beflimmte fie nach 
ThaL’und Tabernamontanus , und machte ein Ver- 
zeicbnifs derfellpen bekannt, welches Beckmann in 
der Hifrorie von Anhalt , Th. 1. $. 3 b. f. abdrucken 
liefs. lntereffant ii’t hier Genifta fa gietalis in der 
Scholitzer Heide. ‘ 

* Die hallifche Flor ward, aufser Chrift. Knauth, 
deffen wir fchon erwahnten, von Karl Schaffer, bah 
Jifcherri Stadtarzt und Rolfincks Schuler , (geb. iGi 3 , 
•J* 1675,) bearbeitet, Seine „Deliciae botanicae hal- 
Jenfes, *1662. 12.,, find aber ohne Werth , da die 
Pflanzen, * ohne Standdrter, mit Tabernamontanus 
Namen aufgefiihrt werden. ♦ 

» Der mark’fchen Fl-or von Elsholtz haben wir ge- 
dacht. Grd-fsern Ruhm wOrde Chrift. Mentzel aus 
Fflrftenwalde, brandenburgifcherLeibarzt, (geb. 1622, 
f 1701,) erworben haben , . wenn- er feinen Vorfatz, 
die Pflanzen nach klhnatifcben ‘Verhiiltniffen zu ord- 
nen und zu befchreiben, (LeJ'lers Auffatz in pliyjikal , 
Bduftig. ' 1, 321 .), ausgefiibrt und vor alien Dingen 
die Flor feines Vaterlandes gruodlich unterfucht bat- 
te. Denn, abgerechnet^ dafs er einer der gelcbrte- 
ften Naturforfcher feiner Zeit war, hatte er atich 
Reifen durch ganz Ruropa unterriommen : weoigftenS 
hatte er Danemark,* Polen , Llthauen, Frankreich, 
Italien und Spaniett" gefehn. Auch fehlte es ihm 1 , 
nachdem er feirf Amt als Leibarzt aufgegeben , nicht 
an Mufse. ' Aliein, diefe verwandte er ganz^auf das Stit« 
dium der chinefifchen Sprache und auf Ansarbeitung 
feines „Lexicon plantarum polyglotton, Berol. 171 5. 
fol.„* ^welches immer noch brauchbar iff, da es die 
Namen der Pflanzen in den meiften Sprachen enthalt. 
Angehangt ift ein „Pugillus rariorum plantarum,,, 
die auf i 5 Kupfertafeln , nicht fehr fauber, aber 
richtig, abgebiidet find. Wir bemerken darunter: 

* % * 

1 o 


Gel eh. d. Bounik. 2. B» 


146 .^c sJpunftes Bucb. r Funftes KapitelanU 

y / 

; Centunculus minimus, 7. \ \ (Alfine palbftris 
minima, fructu coriandri exiguo), Silene chfarantha. 
t» 2. f. R . . , Baeomyces rofeus , Sphaefia poly mor- 
plia un AHypoxylon t. 6. . . .Unter clen auslandifchen : 
Mafjonia latifolia t. i 3 ; f. 4 * « * . Vehheim%a viridi- 
folia ib. f. 5 . , . OrnUhogalum 'altiffimum ibi f. 2» 

. * . Helianthemum dpenninum t. 8. f. 3 . . * Andere 
•waren fchon. bekannt: Cucubalus Otites 1..,. » 
Gypfophila faftigiata , Cerafcium aquaticum tv 2**. » 
Adonis vernal is , Monotropa Hypo pity s , Neottia re~ 
pens t. 3. • Ophiogloffum vulgacum t. 4* *• > Ma- 
laxis Lofeliiy monophyltos » Qphrys monorchis 9 t/ 5 » 

, . . Limofella aquadca , Hypericum elodes r Gypfophi - 
lamuralis t. 7. . Ifopyrum tlialictroides > Anemone 

apennina, Braffica arvenfis , Ranunculus am plexicaUr 
lis t. 8. , . Tozzia alpina, E pip act is cor data , Cjm- 
bidium Corullorrhiza t. 9., Mitella diphylla ti 1 o . 

. .Podophyllum peltatufn . Lygodhum fcan - 

tfe/w t. 12. c-w Scilla maritime t. •’ j. . .. . 

Atich um c(ie preufsifche Flor machte; fich Men- 
tzel verdjent. Seine Vo rgange^-waren ioh. Wigand , 
deffen wir fchon (Th. 1. S. 286,) ^rwahnt baben, und 
Ni c. Oelhafen, Stadtarzf in Dlanzig. Diefer, gab ei- 
nen; „Elenchus plantarum , circa nohile Borufforum 
Dantifcum fua fponte nafoentium, Dantifc. 1640. 

£s kotnmen hier nur 548 Pflanzen - Nameo^j oft fehlr 
unrichtige, von, Denn !weder,;Stoebfe tfalmafrtica, 
noch Alqea.;Veneta , noch^Eryngiutn^SofoetbyPtinurn 
konnen dort wachfen. Aucb verwechfelt er.MaJva 
Alcea mit der ftidlichen Althaea can nabina* Acarna 
Bauhini mit Carlina vulgaris: aber er fanddoch Hy- * 
pericum pulcrum , Pyrus torminalisund einige an- 
dere Pflanzen. Zu diefem Buche fchrieb Mentzel el- 

* » f , 

■ nen Anhang: „Centtiria plantarum circa nobile Ge- 
danum nafcentium , iG 5 o. 4 »>>> welchen Reyger in 
der flora gedan. p. 263 . £, wieder abdrucken liefs. 


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» « V 

Unterfuchung' vateiJandifcber Pfhutzen. 




*47 


Aber auch Mentzel brachte mehrere auslandifcheGe- 

waclife unter die einheimifchen. , Oelhafen’s Nach- 

« ' , 

f&tger ,* Lorenz Eicliftad y gab eine net^e Anflage jenes 
Verzeichniffes 1 6 ' 5 f> heraus, wrtrin dieZabl cler Pilah- 
Zen , doch ohne die Mentzel'fclien , auf 3$4 ftieg* 

' ' Zu gleicher Zeit lebte Michael Tithis , (getf. 

1614, f i658). ’ Diefer, obWohlTheoIoge und De* 
pofitor bey der Univerfitat Konigsberg, fammlete 
auf kurfdrftlichen Befehl die Pflanzen Preufsens und 
trug auch die Botanik offentlich vor. / Seiner Hiilfe 
bediente fich vor2iiglich Joh. Lbfil , aus Brandenburg, 
Prof, in Konigsberg , (geb. 1 607, f 1 65 f>,) der z\tfar 
unter Richier deBelleval in Montpellier die Wiffen- 
fchaft.lieb gewonngn, aber durch beft&ndige UnpSfs* 
lichkeit abgehalten wurde, fie zu bearbeiten. * Def- 
fen/Sdhn gab kurz vor des Vaters Tode : Catalogus 
plantartim in Bornffia hpfcentium , Piegiom. i 654 * 4 *> 
heraus. Aber von den guten Abbildungen , die der 
Vater beforgt hatte,’ machte er keinen Gebrauch, 
bis endlich nach vierzig Jahren Handfchriften ‘ und 
iSeichnungen in die Hande eines Profeffors Joh. Gote - 
fched zu Konigsberg fielen , der das Ganze unter dem 
Titel : Flora prufficayKegiom: 170 %. 4 «> herausgab. 
Die Zeichnungen find gut, ftellen aber Pflanzen «dar, 
die damals grofstentheils-bekannt waren. Es find 
foJgende: . *.**'**„ ’ , 

: , Callicriche autumnalis p. i4o. n. 38. . . Air a 
crlftata p.' 110. n. 22. r . . Feftuca ovinci p, 110. n* 
24 * • * ' Phalaris arundinacea p. 119. n. 34* . • Hoi* 
Cus borealis Schrad. p. 111. n* 26. * • Poiamogrcon 
puftllus p. 207. n. G7. . . Iuncus fquarrofus p. l t 5 # 
n. ’i29. . . Spergula nodo/a p> 204* n., 64 « • • Poten* 
tilla norvpgica p.218. n. 70. . . Ranunculus caffu* 
bicusp. 225. n. 72. . . Sifymbrium Lbfelii p. 69. n; 
14. . * Maiaxis Lbfelii p. 80. n. 58 . . . Carex 


pamcea p. 114* n * 2 7 * • 


C. arenaria p. 116. n. 
10 * 


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>48 


Fiinftes Buch. Fiinftei Kapitel. 

I 

3 i. . . C. curta p. 117. n. 32 . . * Bypnum crifta 
caftrenfis p. 167. n. 4 2 * * • FI. recognition ib. n. 43 . 
. » Fontinalis antipyre tica p. 173* n. 53 . * . lun - 
germannia a/plenioides p. 167. n. 45 . . » Fucus lum - 
bricalis p. 77. n. i 5 . . * Conferva reticulata p. 173* 
n. 54 * • • C.furcata ib. n* 53 . . . Cyathus ftriatus 
wnd Olla p. 98. n. 16. . . Clavaria alvearis n. 17* 

P* 99* . .. * 

Die Pflanzen in der Gegend von Braunfchweig 

verzeichnete Joh Chemnitz, Arzt in Braunfchweig, 
(geb. i 6 io, ; f i 65 i). Die Schrift bat den Titel : 
Index plantarum circa Brunfvigam nafcentium, 
Brunfv. i 652 . 4* Auf fieben Tafeln find acht Pflan- 
zen abgebildet. ... . * 

Die, He-idelbergef FJor ftudirte Georg Franck 
von Frankenau, Prof, in Heidelberg, dann in Wit- 
tenberg, endlich dSnifcber Leibarzt, (geb. i 644 > 
f 1704)* Er.gab zum Anfang feiner Herbationen 
vom Jahr 1677—* 1687 Programme heraus, die zu- 
fammen 1705 gedruckt find. Auch fchrieb er eine 
Flora Francica , Argent. t 685 . 12. 1705. 12., eia 
Lexicon der officinellen und gebrauchlichen Pflanzen, 
wovon Joh. Gottfr. Thilo eine vermehrte Ausgabe* 
Leipz. 1728.8.,, beforgt hat. ; 

Die Pflanzen um Ingolftadt verzeichnete Alb. 
Mentzel: Synonyma plantarum circa Ingolftadium 
fponte nafcentium, Ingolft. 1618. 8. i 654 - 8 » > 

Die Altorfer Flor ward, wie {chon erwahnt ift, 
.von Ludw.'Jungermann unterfucht. Seinen: Cata- 
logus plantarum , quae circa Altorfium Noricum , gab 
Cafp. Hofmann, Altorf. 161 5 . 4 * und i 648 . 4 -> her- 
aus. Es ift ein mageres Verzeichnifs , voll Irrtha* 
men ’ Diefe verbefferte Jungermanna Nachfolger, 
JVJoritz Hofmann^ in den: Deiiciae. fylveftres florae 
altorfinae, 1662. 4 *> wo man einige feltene Pflan* 

zen, als Ophrys anthropophora, Cirfium eriophorum, 

■ » \ 


Untcrfuchung vaterlandifcher Pflanzen. 149 

Lathyrus fylvaticus, Botrychium rutaoeum undLigu- 
fticum peloponnefenfe antrifft. Eine kleine Schrift: 
Montis Mauriciani eiusque viciniae cfefcriptio medi- 
co -botanica, Altorf. 1694*4*5 verdient nicht uber- 
fehn zu werden. Orobanche caryopbylJea und Neot- 
tia repens wurden von ihm auf dem Moritzberg in 
der Graffchaft Limburg gefunden. 

Die Elfaffer FJor bearbeitete Marc. Mappi , der' 
fchon erwabnt worden, Seine „ Hiftoria plantarum 
aifaticarum „ gab nach feinem Tode Joh. Chrift. Ehr- 
mann, Argent. 1742. 4 * > heraus. Sie enthalt aber~ 
nichts neues. 


Was die brittifche FJor hetrifft, fo baben wir 
die Verdienfte Ray’s und -feiner Freunde, Doody, 
Lfiwyd, Buddie, Lawfoir, Peiiver und Pluknet fchon J 
gerflhmt. Friiher als fie lebte Thom. John/ on , der 
Herausgeber von Gerard’s her bail. (Th. i.S. 335 .) 
Diefer, dus Selby in Yorkfhire gebiirtig, erlernte 
die Apothekerkunft, und gait, als Apotheker in 
Snowhale, fchon fiir den beften Botaniker feiner Zeit 
in England. Wahrend der Bttrgerkriege ging er, als 
Freywilliger, zu der Partey der Koniglichen, wo er 
bis zum Obrift- Lieutenant ftieg, und, wegen feiner 
Verdienfte um die Wiffenfchaft, wie wegen feiner 
Treue gegen den Konig, von der Univerfitat zu Ox- 
ford die DoctorwUrde erhielt. Er gab: Defqriptio 
itineris in agrum Cantianum, i 632 . 8., heraus.* liier' 
find Peplis Portula und Fucus digitatus abgebildet. 
Spaterhin unternahm er Reifen durcb England und 
nach der Infel Wight, dereri Refultate er in feinem: 
Mercurius britannicus, Lond. i 634 . 1641. 8., be» 
fchrieb. Er ftarb 1647 an den Folgen ein»r Ver* 
wundung bey der Belagerung von Bafing. 


f 


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I $0 , , Funftes Bitch, Funftes Kapitel. 

. * . 

Wilh. How , geb. zu London 1619, *f lGSS,* 

Arzt und Rittmeifter bey der koniglichen Reiterey, 
fafste zuerft den Gedanken , eine allgemeine britti* 
fche FJor zu bearbeiten, zu welchem Behuf er in der 
Phytologia britannica, Lond, ib 5 o. 12., ein aJpha- . 
betifches Verzeichnifs aller in England wach fender ; f 
rilanzen, (1220 Arten,) nicht aus eigener Auficht, 
fondern nacli feinen Vorgangern, bekannt machte. 
Dies ift derfelbe How, der LqbelYilhiftratjones ber- 
ausgab, urn Parkinfon’s, Arbeiten in ungiinftigem 
Lichte za zeigen, (Th. 1. S. 5 17.) 

Chriftoph Merrett, in Glouqefterfhire i 6 i 4 ge- 
boren, ward Arzt in London und ftarb i 6 q 5 . Er 
gab von How s Phytologia eine n'eue Aufiage , un\er , 
dern Titel : Pinax rerum naturalium britannicarum , 

v , . 9 r w 

1667. 8. Allein weder Kritik noch Sachkenntnifs 

* * • - ‘ 

erheben dies Werk iiber die gewohnlichen. Er 
zahlt Uber x4oo Arten, und unter diefen yiele auf, 
die er fur neu halt, Aber Ray' brachte diefe auf 
io 5 o zuriick. 

.Die Naturgefchicbte der einzelnen Graffchaften 
Englands fing man nun aucli an zu bearbeiten. Zu- 
erft fafste diefen Gedanken Rob. Plot , geb. in Kent, 

•}• 1696, Auffeher des Afbmole’fchen Mufeums und 
Mitglied der kon. Gefellfcbaft der YViffenfchaften, 
Seine ^Natural hiftory of Oxfordfhire , 1677. fol.„, 
und „Natural hiftory of Staffordfhire, 1679. fol.„, 
enthalten , jede im fechsten Kapitel, Verzeichniffe 
der in jenen Graffchaften wachfenden Pflanzen. 

Die Pflanzen Schottlands unterfuchte zuerft Rob, 
Sibbaldy Prof, in Edinburgh, von Karl II, zu feinem 
Geographen und Arzt ernannt. Er gab ^Scotia illu- 
ftrata, Edinb, 1684. fol.„, heraus, worin mehrere ‘ 
Pflanzen zuerft in rohen Abbildungen erfcheinen, 

. als Pulmonaria maritima t. 12. f. n, 3 welche er ia 
feiner ^Hiftory of the fheriffdoms Fife and Kinrofs, 


* 


Unterfu chung vatedandifcher Pflanzen. 131 


Edinb. 1710. fol.,,,' Balfouriana rtennt':' ferner Ligu* 
• fticum fcoeicum t. 1 2; f. 3. , Sibbaldia procumbent t, 
6. f. 4 1., Rofa fpinofiffima t, » 6 r£, 2, 


• • *• 


4% * • r 
* * 


t - * 


Die diirftige Flor der Niederlande bearbeitete 
aufser Paul Hermann, deffen fiora leidenfis oben an- 
geftihrt worden , Cafp. P Me tier > aus Montpellier, 
ein Schuler Richier’s de Belleval.' Zunachft gab er 
eine Flor der Infel Walcheren heraus: „Plantarutn ' 
in Wallachria nafcentium fvnonymia, Middelb. 1610. . 
8.,,, worin,aber mehr Garten - Pflanzen * als wild; 
wachfehde, aufgezahlt werden. . • * 's > ■ 

Auch Franz Sterbeeck , Geifflicher SnAntwer- 

t f x 

pen, 1ft nicht zu uberfehn. Mehr in diatetifcher 
Rtickficht, am die efsbaren von den giftigen Schwam* 
men zu unterfcheiden , ftudirte er diefe Familie, und 
gab ein „Theatrum fungorum , oft bet tonneel der 
Campernoeljen , Antv. 1676. 4 *>j> welches, als bio- t 
fse Compilation, wenig YVerth hat, und, aufser der 
Peziza aurantia p. 112. t. 26., nicht viel eigene Ar* 
ten enthalt. 



• r ■ 

In Danemark, Norwegen und Schweden fam- • 
melte Georg Fuiren , Arzt zu Kopenhagen, (geb. 
i 58 i , f-1628,) zuerft wildwachfende Pflanzen. 
Das Verzeichnifs der’ auf feinen Reifen. gemachten 
Entdeckungen machte Bartholinus in der Cifta medi- 
ca p. 278. f. bekannt. Doch erfcheinen hier auch 
auslandifche : bey Drontheim wird Tagetes patula, 

unter den fcandinavifchen Sefeli aethiopicum ange- 

. ’ .♦ ? • « 

• ■ > 4 » # 

Ihm folgte Sim. Paulli aus Roftock, wo er zu* 
erft Profeffor war, (geb. i 6 o 3 , f 1680). Als Pro- 
Teffor in Kopenhagen fcbrieb er auf koniglicbea Be* 



4 


/ i 


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Funftes Bucb. * Funftes Kapitel. ■ .« J 


* 5 * 

febl: Flora Danica, det er: D^fl*Urtebog*Kopenh. 

1648. 4 «»* -Die Pfianzen ft elm in alpbahetifcher Ord- 
nung und nach xlen Jahrszeiten: die Figoren. find . 

gut: z. B. Cochlearia danica p.207. , G. anglica p. 
208., Drofera longifolia p. 336 . Eben diefelbeOrd- 
niing beobacbtete er im :* „ Quadripartitum hotani- 
cum de fimplicium facultatibus , Roftoch.* ib 5 g. 4. »>» 
welches Jo; Jak. Fick, niit TourneforPs Bettimmun- 
gen, Frk.f. ,1 708. 4 * > wieder herausgegehen. »/- 

Auch' Pet. KyUing *( •{• 1696) machte fich um 
die danifcbe Flor .verdient. Zuerft erfchienen die 
von ihm entdeckten Pfianzen in Bartholin’s actis 
liafnienf. a. 1675. p. 545 ., wo unter andern Poten- 
t ilia rtorvegica und Narthecium offifragum erwahnt 
werden. Dann gab er: ,, Viridarium danicum, Hafn. * 
1688. 4 ; »)i w o die danifohen Pfianzen, auch £el t- 
nere,,als Erica coerulea, Fumaria fabacea, Cirfium 
helenioides, mit genauer Angabe der Standorter, 
aufgefrihrt werden. 

Lappiand ward von 01 . Rudb? k 9 > dem Jiingern, 
(geH. 1660, f 1740,)* auf kon. Befehl im Jahr 1695 
befucht. Dafs er funfzig neue Arten entdeckt babe, 
erzahltPet. Martin, (act. liter, fuec. a. 1722. p. 343 ,). 

Er liatte fieben Theile der ,,Lapponia illuftrata ,, , 
lateinifcli und fchwedifch bearbeitet. Davon erfchien ‘ 

• » V 

jedoch nur der erfte Theil 1701. 4 * Die flbrigen 
Theile wurden im folgenden Jahr ein Raub derFlam* 
men. Doch hat man ein Verzeichnifs der von ihm 
gefundenen Pfianzen in den Actis literar. fuec. a. 1720. 
p< 91., wo Linnaea borealis und Lobelia Dortmanna 
mit gtften Abbildungen vorkommen. Auch Andro* 
meda hypnojcjes, Tuflilago frigida, Limodorum bo- 
reale, (welches fcbon i 685 leinem Vater bekannt 
war,) werden erwahnt. 

Die Pfianzen um Gbthenburg* fammelte Claus • 
Bromelius* Arzt dafelbft, (geb. 1639, f ijoU). 


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1 < 

Unterfuchung vaterlandifcher Pflanzen. 153 

♦ * 1 

Ergab fie mit Synonymen in der: „Cliloris gothica, 
»6 9 4. 8,y„ beraus. 

.Elias Til • Lands , deffen wir oben erwahnten, 
„Catalogus plantarum circa Aboam, i683. 8.,,, ent- 
halt die Pflanzen in FinnJand, ziemlich gut abgebil- 
det: unter andern Pyrola fecunda 56., Kubus Cba- 
maemorus igS. u. f. 


Alle europaifcbe Pflanzen wollte Thom. Pnn- 
• covuts, brandenburgifcber Leibarzt, (geb. 1622, 
i 665 ,) bearbeiten; Er fand namlich bey einem 
gewiffen Seydel die von Leonh. Thurneyffer zum 
Thurn hinterlaffenen 1921 Zeicbnungen von Pflan- 
zen. Denn ThurneylTer, (geb,. zu Bafel i 53 o, 
•j* iSgS,) ein eben fo excentrifcher Kopf als Para- 
celfus, aber ungleich gelehrter, hatte, da er, als 
brandenburgifcber Leibarzt, (1D70 — 1 5 S i, ) die 

liochfte Stufe feines Glttcks erreicht, den Entfchlufs 

' • * 

gefafst, ein allgemeines Pflanzen - VYerk herauszuge* 
ben, worin befonders die Synonyme genau verzeicb- 
liet werden follten. Unter dem Titel: Hiftoria f. 
defcriptio plantarum omnium, Berol. 1 578. fob, 
war der erfte Theil erfchienen, der blofs die Dol- 
den-Gexvachfe entbalt. Alle ubrige Zeicbnungen 
kamen nacb f s ft hundert Jahren in PancoVius Hande, 
der lie, in einigermafsen natflrlicher Ordnung, mit 
Erlauterungen , unter dem Titel: Herbarium, Ulm. 
. i 654 . berausgab. Spaterhin veranftaltete Barth. 
Zorn zu Colin an der Spree 1873. eine neue Auf- 
Jage. Die meilten diefer Abbildungen find entlehnt; 
doch viele intereffante und fogar neue: Afperugo 
procumbens 42. Kali, eine andere Art, Calyftegia 
, tome.itofa Purfh. 4 ^ 5 . Campanula virginiana, Saljo • 
la rofacea 41 •* Meum hetcrophyllum Monch. 1 02 v . 


* 


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154 ' Fiinftes Bach. • Funftes Kapitel. 

% * *. 

/ 

Siummagellanicdm , Parnaffta paluftris 1 22 1*; Stein* 
blume, Cardamine latifolia Vahl. i65., Leucoium ru- 
taceum , Erigrron canadenfis 538., Conyza thyrfoi- 
des, Pyrtihrum ferotinum 509. Conyza maxima, Fu * 
cus barbatus 4-5* »* tenulfolius. Mehrere find idea* 
lifch, und es c wird Cardanus als Gewahrsmann an* 
gefuhrt, als bey Metel Magneen 555 M B on j amen 
922* u. f. f. ' 



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Sechstes Buch. 

• * * % - « i 

Gruncllegung des Gefchlechts- 

Systems,. 


Erftes K a -pit-el. v 

* i H * • * . 

Vorberei tun gen. 

. * • 

Zu Anfang des achtzehnten Jahrluinderts war 

die Pflanzenkenntnifs durch Unterfucbun^ vaterlan- 
difcher Gewachfe, durch Reifen in fremde Lander 
und durch den An ban in botanifchen Garten fchon fo 
erweitert, dafs Tournefort, der an der Spitze der 
damaligen Syftematiker ftand, fechshundert Gattun- 
gen und drey- bis viertaufend Aften kannte, Der 
Regriff von Gattung war fohon dergeftalt beftimmt, 
dafs man eine Menge Arten darunter verftand, wel-; 
che in vvefentlichen Tbeilen ubereinftimmen : we- 
fentliche Theile aber nannte man, zum Unterfchied 
der ubrigen, die, welche mit dem Zwecke der Ve- 
getation genau zufammenhangen, Bliithen , Ge- 
fcblechtstheile und Frtichte wurden fcbon als wefent* 
licbe Organe betrachtet, obgleich man die Bedeu*. 

. tung der Gefchlechtstheile noch nicht aljgemein er* 
kannte. .Man fah ein , dafs nicbt die Uebereinftim- 
mung eines, fondern mehrerer Theile, des Kelches, " 
/ der Corollen , der GefchlechttftheiJe und der Friich-* 
te, zur Aufftellung der Gattungen erfordert werden. 
Weil man aber die ubrigen Theile doch nicht ver* 
nachlafOgen wollte, fo ietzte man den Begrjff der 


( 


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« / 

1 . • ' . 

' / 

I56‘ * Sechstes Buch. Erftes Kapitel. 

* / 

Gattuntgen hoherer unr! niederer Ordnung feft. Jene 
beruhn auP Her Harmanie der wefentJichen , diefe 
auf der Uebereinftimmung der tibrigen Theile: da* 
her man z. B. Teucrium von Folium und Gbamaedrys 
durch den BltQthenftand , Horminum und Sclarea von 
Salvia durch das aufsere Anfehn unterfchied, lndem 

man dern aufcern Anfehn und den finnlichen Eindrft- 

¥ 

cken einen gewiffen YVerth beylegte, fo nSherte man * 
fich der natttrJichen . Methode , obgleich die herr- 
fchenden Syfteme von Tournefort und Rivinus kilnft- 
licb waren, 

Unter Art verftand man jede Verfchiedenheit 
der Pflanzen, in weJchem Tbeil es auch fey, und oh- 
ne Riickficbt auf die unabanderliche oder verander- 
liche Befcbaffenbeit derlelben, Daber Spielarten 
von arbten Arten noch gar nicht, oder nicht hin- 
langlich imterfcbieden wurden. 

In Rflckficht der Benennungen batten' zwar '• 
Jung’s Vorfcbriften heilfame^ VVirkungen hervorge- 
bracht, Allein weit entfernt, dafs diefen allgemein 
gehuJdigt worden \yiire, herrfcbte noch grofse Ver- 
fchiedenheit und Abweichung. Das Anfehn von G. 
Bauhin, R. Morifon und Tournefort machte , dafs 
man die von diefen gebrauchten Benennungen vor- 
zog. Aber man kannte noch keinen Unterfchied 
zwifchen Trivialnamen und wefentlicben Charakte- 
ren: fo wurden dann diele ftatt jener gefetzt: da- 
her durch Umftandlichkeit und Wortreichthum das 
Oedachtnifs erfchwert, und wegen Mangels an Ueber- 
einftimmung in Benennungen , die Fortfchritte der 
Wiffenfcbaft gehemmt wurden. 

Der grofste Geift feines Jabrbunderts , Gottfr. 
Wilh. von Leibnitz , (geb. 164b, f 1716,) gab, bey 
dem fohwankenden Zuftand der 'wiffenfchaftlichen 
Botanik, auch feineStimme zur Verbefferung deffel- 
ben, indem er auf einen Brief von Alex. Chrift, Ga • 




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VorbereituAgen. ,15? 

# • 

% • 

kenholz > nachmals Lebrer in Helmftedt* „de emeu* 
danda ac rite inftituenda medicina , Cell* 17 oi. 4 *>»» 
eine Antwort ertheilte, ( Leibnit . opp> ed. Dutens, 
vol* 2* f. 2. p. 169. f.)> die feinen richtigep BJick, ' 
auch in diefer Wiffenfchaft , verrieth. Gakenholz * 
namlich hatte dieMeinung aufgttftel.lt, dafs die Merit*' 
male der Pflanzen vielmehr von den Wurzeln als von 
den Bltithen herzunehmen feyn. Dagegen erinnerte 
Leibnitz: man mtiffe nach den Regeln der combina- 
torifchen Kunft die Merkmahle alier Theile vereioi- 

■ * » * 1 v 

gen, dabey aher darauf achten , dafs der Zweck der 
Vegetation Erhaltung des Einzelwefens und der Art 
fey* dafs alfo diejenigen Theile den Vorzug vor an** 
dern verdienen, welche init diefem Zwecke gepauer 
zufammenhangen. r Einzig .wahre Grundfatze, die 
Tournefort und alle grflndliche Botaniker anerkann- 
ten und befolgten. 

Darauf folgte nun ein Seadfchreiben an Leibnitz 
von Joh; Henr. Burkhard % riachmaJs Arzt in Wolfen- 

* < 1 • * * • 

biittel, (geb. 1676, f 1708,) welches 1702 heraus- 
gekommen, von Lor. Heifter 1700 in der Abficht 
ueu aufgelegt wurde, um diefen Burkhard als den 
eicentiichen Erfinder des Gelchlechtsfyftems auszu- 
geben , und dadurch Linne’s Verdienft Zu fchmalern; 
VVahr ift, dafs Burkhard die Wichligkeit der Ge» 
fchlechtstheile , und ihren V T orzug vor atidern Theit 
len, felbft vor der Corolle, ins Licht zu fetzen r und 
zu zeigen fucht, dafs die Klaffen und Kami lien der 
Pflanzen in. der Form und den Verhaltniffen der Ge» . 
fchlechtstheile, befonlers der Antheren, iiberein- 
ftimmen , dafs alfo die Iiaupteintheilung der Gewach* 
fe von diefenientlebnt vverden muffe. Richtig be- 
merkt er die verfchiedena Lange der Siaubfaden bey 
den Di* und Tetradynainiften , die Verwachfung der- 
felben bey den Malvaceen und Leguminofen. Auch 

die Geftalt des Pollens und die Verhaltniffe des Pi* 

* • ( 


/ 




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>53 


Sechstes Buch. E rites Kapitel. 


» 4 * I • » • * * 

und Stigma’s. bringt 6r zur Sprache. Man wfiN 
«de in der That den Burkhard far den Grunder des 
"Sexttal- Syftems zu hplten berechtigt feyn , wenn er 
"nicht feine -Grundfatze dadiirch wieder entkraftete , 

* * \ ' i 9 

‘dafs er das aufsere Anfehn far den wiclui^ften Ein- 

^ ' ' t O 

theilungsgrund anfieht, und die Baume von den 
Strauchern, diefe von den Krautern unterfchieden- 
wiffen will. Die Gewohnheit und clas Anfehn hat- 
ten ihm Feffeln angelegt, die er nicht zerbreclieh. 
konnte. ' 

Denn fo wie in Britannien Rav, fo herrfchte 
Tournefort in Frankreich, und Rivinus in Deutfch- 
land. ; Des letzterrt Syftem, welches bekanntlich auf 
Hegelmafsigkeit der CorolJe beruht, ward von Chri- 
ftian Knauth) Leiharzt des Fiirften von Kothen und 
Auffeher einer offentlichen Bibliothek in Halle, (geb. 
i 654 , f 1716,) dergeftalt verandert, dafs cr ftatt 
der Regelmafsigkeit die Gleichformigkeit derCorolle 
fetzte. Die Unterabtheilungen machte er nach den 
Fruchten, und ftellte zuerft den erft wieder in neuerh 
Zeiten angenommenen Grundfatz auf, dafs es keine 
im ftrengen Sinn nackte Saamen gebe, fondern dafs 
lie alle von zwev Hauten Y einer aufsern und innern , 
bekleiddt feyn. Wahre Apetalas nimmt er auch nicht 
fin, fondern, wo diefe vorhanden zu fevn fcheinen, 
da vertrete der corollinifche Ueberzug des Kelches 
die Stelle der Corolle. Ein an fich richtiscer Grund- 
fatz, der nur bey den Najaden eine Ausnahme leidet. 
Wefentlicher fcheinen ihm die Corollen - Blattchen 
zu feyn, «'al$ die Staubfaden , da diefe bekanntlich 
den Strahlblumchen der Radiaten fehlen. Es fehlt 
tibrigens feinem Syftem nicht an gleichen oder nocli 
bedeutendern Irrthitmern, als Rivinus * begangeh , 
Welche zum Theil von Dillenius (iudic. method, bey 
der Gieffen’fchen Flpr) Und Brtickmann (ep. itiner. 
cent* 2. ep. 80.) geriigt worden. So reclrnet er die 


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, Vorbereltungen. l$y 

Fumaria zu Hen dipfetalis: unter den tetrapfetalis ver- 
mifcht er Tormentilla pnd Potamogeton mit den Si- 
liquofen,'. Unter den’. Aggregaten begreift er die 
Uipfaceen und Cynareen. ♦ Die Orchideen rechnet 
er mit dem. Allium zu den hexapetalis. • ».i * •• * 

Einen beriihmten Anhanger • fand Hermann^ 
Fruchtfyftem an dem unfterblichen Herm. Boerhaave, 
einem eben fo grofsen und glucklichem Arzt ,.als.vor- 
treffiichen Lebrer ,4ind Schriftfteller. Zu'Leuleti 

4 & 

1668 geboren, ward er 1709 Auffeher des akademif- 
fchen Gartens, der durch ihn faft den hochften Flor 
erlangte,' und ftarb 1738. >;.Sein Syftem trug er in 
dem >, Index primus .47-10/und alter plantarum, quae 
in ,horto lugdunenfi . aluntur , 1720. LB.. 4*,* vor>. 
Hier.farrgt er, indem.er blofs auslandilche Pflanzen. 
aufzahlt, von unvoJlkomtnenen an, theilt das Ge* 

wachsceich :in Kriiuter und Baume.Bin Ddoiio und 

/ 7 < ‘ ^ 

Dikotyledonen. Bey der fernern Abtheiliing beht eir 
auLbedeckte, und uabedeckte Bdchaffenheit.deriSaa- 
menv So fihd ihm Umbellaten und Rtibiaceen Gymno- 
difperma’e>’ die Labiaten Gymnotetraipermae $ die 
Banunculaceen Gymnopolyfpermae. Die tibrigen 
Eintheilungen find dem Hermann’fchen Syftem a nge» 
meffen. Einige neue ,Gattungen , als Clutia, BafeL 
la ,^Gapraria , ftellt er auftr. mehrere neue Arten find 
abgehildet:. . ■ - ; ’ .* s i .. * 'P 

Salvia pinnata tom* i> p. 167.* .' aj i fedia uflfi* 
earia torn. i.p. y5. . , « Unter den Proteeceen :\Au+ 
lax pinifalia R. Br, 2. p* 19$. . . Leucddendron ar * 
genteum 195. * •••• L, Levi/dnus*Q02. L. Jquar* 
rofum 197. . . Protea cyrtaroidrs 184*. \t Pr.i fpe* 
ciofa i 85 . . . Pr. melaleuca 189. * . , Pn Lepido* 
carport .188. . . Pr, longi folia 186. . .. Pr. melli+ 
/era 187. . . Pr. grandijlora 9 83 . . . : Pp+ Scoly - 
mas 192. . . Pr. acaulis 191. . .. Pr. lo/tgiflora 

199. • • P r * repens 190. . .. Leucofpermwn cono* 


160 Sechstes Bucb.. Erhes Kapitel. 

i 

» 

carpumlK. Br. 196. . , :L. Iiypopliyllum 198.* . . 

Mimetes hirtus R. Br. 194* • » A 0 . cucullatus 206. * 

• . M. Hartogii 2 o 5 . > . Conium africanum tom. 
:l.p. 63 . . ♦ . Stance tatarica p. 76. . . • AloV cari* 
nata und arachnoidcs tom. 2*. p.. i 3 i. . . Versa la - 
ciniata : Andr* tom. 1. p. 288. . . Ae f cuius Paawia 
tom. 2. p. 260. .. * Euphorbia heptagona tomJ 1. p. 
a 58 . . . Fumaria veftcaria p/ 3 to. . ♦ r Pyretlirum 
orientate W. p. 110. . . 1 Senecio dentatus Jacqu. 

p. 99. • ’ V ' - 

Die grofsten Verdienfte um die Verbefferung 
der herrfchenden Syfteme erwarb fich Sebaft. Vaillant , 
•(geb. 1669, f 1721). Anfangs TonkOnftlefr, flbte 
er nachber die Wundarzneykunft, und ftudirte unter 
Xournefort’s Anleitung die Bo tanik mitfolchem Er- 
folg, dafs er 1708 yon -Fagon beym parifer Garten 
ongeftellt wurde. 1716 ward er Affoci£ botanifte 
bey der Akademie, und Prof, der Botanik beym bo* 
tanifchen Garten. Eine 'feiner erften Arbeiten ivar*: 
Discours (ur la ftructure des fletirs, LeidJ 1718. 4 * > 
worin er die wahre Lehre von der Befrucbtung zu- 
crft, wenigftens in Frankreich, vbrtrug; und, hel- 
ler als vieJe . feiner Zeitgenoften*. den materiellen 
Uebergang des Pollens laugnete, fondern nur einen 
befruchtendenHauch annahm. SeJbft Leeuwenhoek’s 
Theorie fuchte er dadurch zu widerlegen, dafs er . 
das VorHferdafeyn des Keims iil dem unbefruchteten 
Ey annahm. Hochft wichtig, und noch irnmer lehr* 
reich, find feine Unterfuehungen fiber "die zufam- 
mengefetzten Blumen und die Gattungen der Cyna* 
reen, Radiaten und Cichoreen, (Mem. de 1 ’acad. de 
Par. 1718^ p. i 43 . L 1719. p. 277.. f. 1720. p. 277. 
f. 1721. p. 1.74, f.): ferner feine Bemerkungen fiber 
einige Najaden und Ranunculeen, (Metn. 1719. p. 9. 
f.): dann feine trefffiche Abhandlung iiber die Dipfa- 
ceen und Valerianeen, -(Merq.> 1722. p* 172. £.), und 


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J 


\ 


Vorbereitungen. vj l6l 

1 * ' * 

feine Bemerkungeri' liber Tournefort's Methode, 
(Mem. 1722. p. 243. f.), worin. er Hie einzelnen 
Kiaffen diefes Sy Items kritifch priift, und befonders 
die Form der Corolle^, als Princip verdachtig macht. 
Mit unendJicher Sorgfalt hatte er die parifer Flor un- 
v terfucht; felbft die bis dahin veracbteten Moofe und 
FJechten entgingen ihm nicht. Der berflhmte Pflan- 
, zen - Maler Aubriet hatte die Zeichnungen feltener 
Pflanzen geliefert; aber Vaillant , von Lungenknoten * 
geplagt, konnte nicht die letzte Hand an fein Werk 
legen. Da bat Sherard den grofsen Boerhaave, dafs 
er diefen Schatz an fich kaufte und herausgab. So 
erfchien eio unfterbliches Werk: Vaillant’s „Bota- 
jiicon parifienfe,,, Leid. 1727. foL mit 33 Kupfem. 
Hier lindet man abgebildet: 

Eriophorum gracile tab. 16. fig. 2. . . Agroftis 
interrupta 17. 4 * • • Aira aquatica 17. 7. . . Poa 
compreffa 18. 5 . . . Aegilops triuncialis 17. 1. . . 
Galium tricorne Smith. 4 * 3 . . . Exacum filiforme 
. 6. 3 . . . . Tillaea V aillantii 10. 2. . . Chiron ia Ge- 
rardi 6. 1. . . Ch. inaperta 6. 2. . . Angelica py* 
renaica Spr. 5 . 2. . . Sefeli annuum 9. 4 - • • 
fine fegetalis 5 . 3 . . . Iuncus Tenageia 20. 1. . • » 
Elatine Alfinaftrum 1,6... E. Hydropiper 2. 2. . . 
E* triandra 2. 1. .. Silene gallica 16, 12. . . \Pru « 
nella laciniata 5 . 1. . . Geranium coiumbinum i 5 . 

' 4 « • ,* Trifolium procumbent und filiforme 22. 5 . 4 « 

. . Orchis enfifolia 3 i . f. 33 . 34 - . . Ophrys arani - 
fera 3 i. f. i 5 . . . Afpidium regium 9. 1. . . Ly» 
copodium inundatum 16. 11. . . Pilularia globulife+ 
ra 1 5 . 6. . . 

Phafcum muticum 27. 2. . . Ph. fubulatum 29. 

4. • • Gymnoftomum truncatulum 26. 2. . . Grim - 
mia apocarpa 27. i 5 . . . Gr. controverfa 29. 5 . . . 
Poly trichum piliferum 23 . 7. . . P. alpinum 29. 11. 

. . . P. undulatum 26. 17. . . Dicranum bryoides 
Gefch, d. Botanik. 2. B f 11. 


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1 62 "■ Sechstes Buch. Erftes Kapitel. 

24 * i 3 . . . D. taxi folium 24. 11. . . D. adiantoi- 
des 28^5. . . D. glaucum. 26. i 3 „ . TrichoJ'to - 
mum canefoens 26* 1 4 * • * Ortho trichum crifpum 27. 
9. . . Neckera heteromalla 27. 17. . . /V. penna- 

tu 27. 4 . . . Lefkea complanota 20. 4 • • • Mniur 1 
paluftre 24* 1. » . Mmcufpidatum 26. 1 8.,. tfj- 
pnum parietinum 28. u . . P/. praelongum 23 . 9. . . 

H. JUiclnum 29. 9. . . H triquetrum 28. 9. . . //. 

Jluitans 53 . 6. . . H* ftellatum 28. to. . * //. com- 

preffum 29. 10. . . H. myosuroides 28; 4 - H. 
illecebrum s5. 7. . . H. velutinum 28* 9. . . /zi/2- 

germannia bidentata 19. 8. * . /. albicans 1$. 5. . . 

Riccia glauca 19. 1. . . R» Jluitans 19.5.,. . Co/z* 
ferva torulofa 4 * 5 . • . Lecidea puftulata 20. 9. > . 

• Gyrophora murina 21* i 4 » • • Parmeiia ciliaris 20. 
4 . . . P. tenella 20. 5 . . . P. Prunaftri 20. 7. . . 
P, fa ftigiata 20. 12. . . P. calycaris 20. i 3 . * . 
P. pollinaria 20. i 5 . . . P. clivacea 20. 8. . . P. 
Otnphalodes 20, 10. '• r P. corrugata 21* 1 3 . • . P. 
faxatilis 21. 12.. . , P. palmata 21. i 5 . . . . JBac- 
omyces mar ginalis 21 . 7. . . B. apotictus 21. 9. . . 
JB. verticillatus 21. 5 . . * B. alcicornis 21. 3 .* . . 
P. cocciferus 21. 4* • • P. baciliaris 26. 10. . 

Cornicularia aculeata 26.. 8. 

# * 

Sphaeria militaris 7. 4 * • • • By coper don excipu - 
tiforme 12, i 5 . . . L, mammaeforme 16. 4 * • • 
Scleroderma citrinum 16. 8. . . 6c/. Ccpa 16. 5 * 6. 

. . Tremella mefenterica i 4 * 4 * • • Amanita viri • 
, <Zi$ 1 4 . 5 . . . Agaricus pyrogalus Perf. 12. 7. . . 
A. ericetorum 11. 21. ... A. leptocephalus 12. 1. . . 
if. galericulatus 12. a. . . if. velutinus ib. 8. . * if. 
flexuofus ib. 7. . . if. ceraceus ib. 12. . . if. Afjo- 
myces i 3 . 4 — 6. * . A. carneus l 3 . to. . . >A.fe~ 
piarius 1* 1. . > if. alneus 10. 7. . . if. tatdut 1 4. 

I. . . Meruliut Canthirellus 11. 9. . . . Af. cornu- 
copioides i 3 . 2. 3 . . > . Boletus felleus 14* 6 * . % G'eo - 


\ f 


Vorbereitungen. % l6$ 

' . / 

gloffum glabrum 7. 3. . . Clavaria rugofa 8. 2. . . 

. Leatia circinans i5. 7. . . Peziza Auricula 11.8. . . 

P. turbinata i'i . 1 — - 3. • . P. Acetabulum 1 3. 1 . . . 

P. fcutellata i3. 10. . . Mesenteria argentea Perl*. 

8. , i . , 

Auch Ant. Danty d -Ifnard> Tournefort’s Nach- 
folger am botanifchen Garten in Paris, machte eini* 
ge gute Benierkungen bekannt: fiber Gelaftrus fcan- 
dens, (Merp. 1716. p. 290. f.)> iiber Lamium Orva* 

]a und garganicum, (Mem. 1717. p. 268. f. ), iiber 
Trichodefma indica und Borago africana, (Mem. v 
1718. p. 256.), fiber Centaurea isnardi und Lippii, 
(Mem. I7i9<,p. 164.)* fiber die Euphorbien , • be~ 1 
fonders E. cereiformis und Anacantha, (Mem. 1720. 
p. 084.)^ fiber Walthera americana und anguftifolia, 
(Mem. 1721. p. 277.) und Sifymbrium fupinum, 
(Mem. 1724. p. 295.) 

Jetzt fing auch die Familie der Juffieu’s in Paris 
an , die Botanik mit erblichem Glfick zu bearbeiten. 
Drey Brfider* Anton , Jofeph und Bernard Juffieu , 
erwarben fich gleiche Verdienfte um die Wilfenfchaft, 
doch auf verfchiedenem VVege. Anton, (geb. 1686, 
f 1758,) Prof, am botanifchen Garten in Paris, be- 
arbeitete Tournefort’s Syftem, und gab mehrere Ab- 
handlungen fiber einzelne Gattungen und Arten in 
den Scbriften der parifer Akademie. Von feinerr 
Brfidern wird noch nachher die Rede feyn. 


Aeufserft wichtig ffir die Grundung des Sexual- 
Syftems waren die Unterfuchungen fiber die Befruch- 
tung, vfrelche durch Leeuwenboek’sTheorie von den 
Saamenthierchen veranlafst wurde. L5a man diefe 
namlich auch auf das Pflanzenreich anvveftden wolltej 
fo mufste man in dem Pollen die vorgebildeten Kei- 
me annehmen, und diefen einen freyen Durchgang 

11* 


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.164 Sechstes Bucli. Erftes Kapitel, 

* * » 

/ 

durch das Piftill in denFruchtknoten eroffnen, Sam. 
Morland fuchte zuerft im Jahr 1700 darznthun, dafs 
defswegen das Piftill der Pllanzen eine hohle Rohr© 
bilde, damit der Pollen ungehindert in denEyerftock 
gelangen konne. (Philof. transact. vol. 23 . n. 287. ) 
Auch nahm er in dem Ey felbft eine Ritze oder ein 
Loch an, wodurch derKeim einfchltipfe. Eine Idee, 
welche, fo wenig fie auf Beobachtung beruht, dock 
neuerlich von Turpin wieder aufgewarmt wurde. 
{Ann. du muf. 7. p. 199.) Diefelbe Meinung trug 
Steph. Franz Geoffroy, (geb. 1672, f 1731,) in ei- 
ner Inaugural - Thefe vor: Ergo hominis primordium 
vermis, Parif. 1704* 4 - Sein Bruder aber, Claud. 
Jofeph Geoff roy^ (geb. i 685 , f 17.52,) Apotheker 
in Paris, unterfuchte die Lehre von der Befruchtung 
genauer, und machte intereffanteBeobachtungen uber 
die Nothwendigkeit der Antheren und des Pollens 
tur Bildung vollkommener Saamen bekannt. (Mem. 
17 1 1 . p. 2 1 o. f.) Auch die unvollkommenen Pflan- 
zen befebafftigten ihn in der Abficht, um die Be* 
fruchtungstheile in ihnen aufzulinden. So fuchte er 
Linckia Noftoc, (flos terrae, flos coeli) als wahre 
Pfianze darzuftellen , und zeigte ihre vorgebliche 
Wurzeln in der Akademie vor. (Mem. 1708. p. 288.) 
Reaumur widerlegte dies fpaterhin , und gab dem 
Gewachfe Saamen, aus welchen er es fortgepflanzt 
zu haben verficherte. (Mem. 1722. p. 1 21.) Allein 
feine Befchreibung der Saamen macht es fehr wahr* 
fcheinlich, dafs er fich geirrt , und dafs er abgelofete 
Stflckchen des Gewachfes far Saamen gehalten. 
Denn die Grofse eines Stecknadelknopfs, wie er 
will, erreichen die wahren Keimkorner des Noftoc 
uimmer. 

Renatus Anton von Reaumur > einer der wilt* 

• • 

digften Naturforfcher, die es je gegeben, Mitglied 
der parifer Akademie, (geb. i 683 , f 1767,) fuchte 


M 


Vorbereitunges. 



( das Sexual -Syftem fchorf auf die Tange anzuwenden. 
Wenigftens glaubte er die Blathen derTange bey deni 
Fucus palmatus, loreus, faccharinus und einigen an* 
dern in den feinen Conferven - artigen Faden zu iinden, 
welche man bisweilen an der Oberflache fieht, von 
deren wahren Natur wir noch keine deutliche Kennt- 
nifs haben. (Mem. 1711. p. 283. f. 171 2., p. 2 \ . fr) 
In England trug vorzftglich Richard Bradley , 
Prof, in Cambridge, (f * 732 ,) zur Berichtigung der 
Lebre von der Befruchtung bey. Sein wiffenfchaft* 
licher Unterricht in der Gartenkunft erfohien unter 
dem Titel; ,,A new improvement of planting and 

* gardening, Lond. 1717.8.,,, deffen franzofifche Ueber- 
fetzung; „Nouvelles obfervations fur le jardinage, 
tom. 1 — 3 . Paris 175 6. 8.,,, ich befitze. Zwae 
wird (tom. i.c. 2. p. 2t.) die unrichtige Nachricht 
gegeben, dafs Rob. Ball Esq. im Jahr 1680 das zwie- 
fache Gefcblecht der Pflanzen entdeckt habe. Al- 
lein die Lebre von der Befruchtung felbft unterfuckte 
Bradley doch auf eigenthumiiche Weife. Die ttber* 
einftimmende Geftalt des Pollens in denfelben Farm* 

, lien; die Anziehung des Stigma gegen den Pollen, 
die er einer Art von Magnetismus zufchreibt; die 
wachsartige Mifchung des Pollens;, die Unmoglich-* 
keit, dafs der Pollen inateriell in den Eyerftock ge* 
lange, weil die Stigme 4 fehr oft gar keine Oeffnun- 
gen haben; die Veranderung der Lage und Stellung 
des Piftills bey und nach der Befruchtung; die erre* 
gende und belebende Kraft des Pollens fucht er dar* 
zuthun, und fQhrt Verfuche an, die die Nothwendig- 
keit der Antberen zur Bildung vo.llkominener Saa* 
men beweifen. Nach weggefchnittenen Antberen 
der Tulpe fchlage der Saame fehl: naeh weggenom- 
menen Katzchen der Hafelftaude entftehn keine Niif* 
fe: der Ueberflufs an Pollen werde durch den Wind, 

* wen a der Strauch noqh blattlos. fey, leichtlich den 


« 


% 

* . 


\ 



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1 66 


Sechstes Buch. Erftes Kapitel. „ . 

Stigmen zugefiihrt. Das Gefchlecht der Pflanzen an- 
de re fich auch: eine Weidc, die fonft weibiiche BlO- 
then getragen, konne wo hi auch mannliche oder 
Zwitterbluthen hervorbringen. Daon erwahnt er 
auch der Baftarde, die durch Befruchtung der einen 
Art mit dem Pollen der andern entftehn , und fohrt 
als Beyfpiele davon die Aepfel und Aurikel an. Im 
Garten eines Thorn. Fairchild zu Hoxton fey ein Ba* 
ftard durch Vermifchung eiuer NeJke mit Silene Mu- 

V 

fcipula entftanden. Unter den Abbildungen ift eine 
(t. 2., f. 2.) intereffant: der Queerfchnitt des Piftills 
einer Tulpe, mit den Gefafsen der Eyercben und 
den Bundeln von Schraubengangen. . - 

Derfelbe gab: Hiftoria plantarum fucculentarum , 
dec. i— 5 . Lond. 1716 — 1727. 4 * > mit fehr fchd- 
nen Kupfern. Hier erfcheinen folgende neueArten: 
Crnffula Cetragona dec. 5 . t 1 T, . . Euphorbia /ie- 
reifolia dec. 5 . t. 28. . . Cactus hexagonus dec. 1, 
t. 1 / . . C. triangularis 1, t. 3 . ... Mesembrian • 

themum caninum 2. 17. . . Af . tortuofum 2. 16. . . 
Af. calam forme 2. 19. k . Af. pugion forme 2. i 4 » 

. . Af. dulabriforme 1. 10. . . Af. tenuifolium 1.9. 

. . Af. fplendens 1.6... Af. micans 1.8... Af. 
fpinofum 4. 3 g. • • Af. cra/jfolium 4 - 38 . . . Af. 
glaucum 4. 37. . . Af. uncinatum 3 . ^7. . . Af. al» 
bidum 5 . 43 . . . Af. perfoliatum Haw. 5 . 46. . * 
M. falcatum 5 . 42 . 


Einer der grofsten und verdienteften Naturfor- 
fcher aller Zeiten war Joh. Jac. Dillenius , 1687 zu 
Darmftadt geboren , der anfangs zu Giefsen die Bo- 
tanik lehrte, fich aber bald fo beruhmt machte, dafs 
Wilh. Sherard auf feiner Rflckkehr aus dem Mor- ' 
genland ibn befucbte und ihn beredete, feinen Auf- 
eutbalt in England zu nehmen. Vom Jahr 1721 bis 


. Vorbereitungen. 1 67 

* 

1728 lebte er auf dem Gute der BrQder Sherard zu 
Eltbam, als Auffeher des dortigen herrJichen Gar- 
tens. Da Willi, Sherard in feinem Teftament eine 
eigene Profeffur zu Oxford far Dillenius geftiftet , fo 
bezog diefer, nach Sherard’s Tode, jene Univerfitat, 
wo er bis aa feinen Tod 1747 in grofsem Glanze 
lebte, 

/ • * 

Zuerft ward er im Jabr 1717 durch feine Be* 

ohachtungen tiber die Fortpflanzung der Farrenkrau- 
ter und Moofe bekannt. ( Eph . nat . cur . cent. 5 . 6.. 
app. p, 45 . f. ) Den Saamen der Farrenkrauter be* 
obachtete er eben fo genau, aJs das Aufgehn derfel- 
ben mit Kotyledoneo. Den Staub in den Mooskapfeln 
hielt er dagegen fQr Pollen, und gab jene Kapfeln- 
daher fQr Antheren aus. Die Sternchen des Poly- 
trichum und Mniura aber fah er als Knofpen an.. 
Auch die Kapfeln der Jungerinannien und ijbre Saa-. 
men beobachtete er, ' . 

Im folgenden Jabr erfchien fein; Catalogus plan - 
tarum giejjenfium , 1718. 8. Die Vorrede enthalt 
eine Priifung der Syfteme von Tournefort und Rivi- 
nus. Gegen den erftern wendet er ein, dafs die 
Form der Corollen in derfelhen Familia, ja in der- 
felben Gattung verfchieden fey. Denn unter den 
Afperifolien feyn mehrere mit teller-, andere mit 
glocken-, noch andere mit triohterfdrmigen Corol-- 
Jen. Wenn zum Begriff einer Cruciformis yier Co- 
rollenhlatter gehoren , fo begreife er nicht, warum 
Epilobium- und Glaucfum von Tournefort unter die 
Rofaceen gebracht warden. Die Rubiaceen, meint 
er, ftirnmen mehr mit den Gruciaten, als mit den 
Campanuleen. • Die Dipfaceen werden mit UnrecJht 
von Tournefort zu den Cynareen . gezogen , da bey 
jenen die Antheren frey ftehn, welche bey diefen 
verwacbfen feyn. Dem Rivinus wirft er befanders 
vor, dafs die Regelmalsigkeit der Corolle nicl}t als 


2 68 SecHstes Buch. Erftes Kapitel. 

i 

Haiiptnorm gelten konne, weil die Gattung Gera- 
nium (und Aloe) bald mehr bald minder regel - oder 
ganz unregelmafsige Corollen habe. Wenn Rivinus 
zu einer unregelmafsigen Corolle die Neigung des 
Piftills erfordere; fo fey nicht ab2ufebn, wie die Gat- 
tungen Pyrola und Epilobium dabey beftehn konnen, 
deren einige Arten ein niedergebeugtes , andere ein 
gerade ausftehendes Piftill haben. * Unter den Labia- 
ten ftehe Mentha mit regelmafsiger Corolle. Unter 
den Umbellaten kommen Coriandrum und Heracieum 
mit regel - und unregelmafsigen Corollen vor. Auch 
die Zahl der Theile der Corolle fchwanke oft. Un- 
ter den Scabipfen feyn eben fo viele mit vier- als mit 
fQnftheiliger Corolle. Unter den Staticen kommen 
die meiften mit funfblattriger , eine mit einblattriger 
Corolle vor. Die .mehrften Schmetterlingsblumen 
haben vier, manche drey, einige auch (bey gefpal- 
tenem Kiel) fiinf Corollenblatter. 

Im riachften Jahr erfchien der Anhang zu dem 
Catalogus, worin er mit grofser Gefchicklichkeit 
nnd Scharffinn die Charaktere mehrerer Gattungen 
entwickeft; auch fieht man hier fchon die Spuren 
feiner Zeichen - und Aetzkunft, wodurch er fpaterhin 
die Bewunderung der Mit- und Nachwelt erregte. 
Doch konnte er im Ceratophyllum ( Dicliotophjllum 
t. 3.) noch nicht die ma’nnlichen Theile entdecken. 
Aber die Fumaria fchied er fchon in mehrere Gattun- 
gen, nach den Friichten. Die Algen, Lichenen, 
Lebermoofe, Laubmoofe und Lycopodeen fuchte er 
zu einer Familie ( mufci ) zu vereinigen, und nahm 
bey den Laubmoofen fchon die Haube (calyptra) als 
Merkmahl der Gattungen an: doch laugnete er das 
Dafeyn derfelben bey Sphagnum. 

In diefem Studium der Kryptogamiften , befon- 
ders der Laubmoofe, fuhr Dillenius einige zwanzig 
Jahre mit fo grofsem Erfolge fort, dafs er bey fiinf- 


Vorbereitungen. 


169 

hundert Arten derfelben kennen lernte, fie genau 
unterfuchte, Ce alle mit unttbertrefflicher Treue und 
grofser Zierlichkeit darfteilte, und be meift in natdr- 
iicher Grofse, oft auch durch die Loupe die unter- 
fcheidenden Merkmahle, zeichnete und in Kupfer 
atzte. So entftand ein unfterbliches Werk : Hiftoria 
mufcorum , Oxon. 1741. 4 * mit 85 Kupfern, worauf 
faft taufend Kryptogamiften abgebildet find. Seine 
ausgebreitete Bekaontfchaft fetzte ihn in den Stand, 
viele auslandifche Moofe kennen zu lernen: daher 
man hiereinige fibirifche, vvenigftens nordifche, Moo- 
fe von Ammann , penfylvanifche und virginifche von 
Bartram und Clayton, indifche, aus der Sammlung 
von du Bois, findet. » X)en Anfang macben Confer- 
ven und ajidere Algen, Tange ausgenommen; un- 
ter diefen find bemerkenswerth : Conferva cirrhofa 
• Wulff. t. 4 - L 21, C. corailinoides Hudf. 6. 56 . C. 
atra Hudf. 7. 4 ^« C. fruticulofa Wulff. 7. 4 l - C. 
vagabunda Hudf. 5 . 52 . Ulva ftellata Wulff. 19. 21. 
Rivularia Opuntia 10. 9. A — D. R. Cornu Damae 
10. 10. R. confervoides 10. 11. Dann folgen die 
Liohenen, unter welchen die intereffanteften : Bor* 
rera chrysophthalma Ach. 10. 17. Alectoria ara- 
bum 10. 14. A. ufneoides 84. 10. Ramalina fco- 
pulorum 17.38. Gyrophora Jacquini 5 o. 118. . G. 
vellea 82. 5 . Endocarpon Hedwigii 00. i 33 . Le- 
canora craffa 24* 74 * Parmelia perforata 20. 4 2 » 45 . 
Collema. marginellum .19. 52 . Sticta damaecornis 
29. 1 i 5 . St. aurata 84. 12. St. limbata 26. 100. 
B. C. St. fuliginofa daf. A. . . Die Moofe werdeti 
mehrentheils nach dem aufsern Anfehn, doch oft 
auch nach feinern Unterfchieden , beftimmt. Zu 
Sphagnum zahlt er alle, die keine Haube haben , 
(oder vieime.hr diefelbe fruh verlieren,) und deren 
Fruchtftiel fehr kurz ift. Man trifft hier zuerft fol* 
gende Moofe: . . • 


17a Sechstes Buch. Erftes Kapitel. 

« » , . 

^ * 

Gymnoftomum prarepens 85 ., 17. . . Splachnum 
Brewerianum 44 * 5 . . . Octoblepharum albidum 4 6, 
21. • . Encalypta ciliaris 45 . 9. . . E. ftreptocar- 
pa 43.71. , . Grimmia acuta i\ 7. 34 - • .x Gr. ver* 

tidillata 47* 55 . . . GV. pufilla 49. 53 . . . Mafcha* 

locar pus my osurus mihi 85 . 18. . . Dicranum ftmi- 
completum 33 . 4 * • • Z)« pellucidum 46, 1 5 . . . D. 

aciculare daf, 25 . 26. . . ZV fquarrofum Sch rad. daf. 
24 - . . D- Jlexuofum 47 * 33 . . . * D. hcteromallum 
daf. 07. . . D . interruptum daf. 38 . . , ' D, poly 
phyllum Smith. 4 ^* 4 *» • « * Z). purpureum daf. 5 o. 
5 i. 52 . 54 . . . D. varium 5 o, 59. . • Trichofto - 
mum fontinal hides 33 . 2. . . TV. lanuginofum 47. 
* 32 , . . IV. ericoides daf. 3 i. . . Tr. fafciculare' 

daf. 28. . . Tr. microcarpon daf. 29, . . # ‘Tr. obtu - 

fum Brid. daf. 3 o. . . Tr pallidum 49. 67. , . Tor « 
tula brevfolia Sm. 47 • 59, . . T> convoluta 48. 44 » 

. . T. imberbis daf. 46 * • ♦ T» barbata daf. 48. . , 
T. unguiculata daf, 49 * • • I« rigida 49. 55 . . . 
T% humilis daf. 56 , , . Polytrichum alpinum 55 . 4 * 

. P . urnigerum daf. 5 . . . P. fubrotundum Menz. 
daf. 6. A — F. . . P. tenue Menz, daf. 1 2, . . Or- 
thotrichum ftriatum daf. 8. . • 0 . anomalum daf. 9. 

. . 0. cupulatum daf. 10, . . Neckera undulata 32 , 

8. . • N. curtipendula 42. 69. . , Lefkea tricho - 
manoides 84. 8. . . L. paludofa Z’y. 27. B, . , L. 
fericea , Hypnum lutefeens 4 2 - Go. 5 g. . , L, poly- 
antlia ^2. 61. . , L. polycarpa daf, 65 . , . L. 
tenuata daf. 66 . . . Bartramia arcuata 39. 56 , . . 
Hypnum lucens 2 4 * 10. . . H. plumofum 55 . 16, , , 
H . filamentofum Smith. 56 . 18. , H. undulatum 
36 . 11. . . H. mollufcum 36 . 20... . filicinum. 
tind commutatum 36 . 19. . . H. dubium 36 . 21. . . 
H. rugofum 37. 24. . . H. fcorpioides daf. 25 . . . 
H. aduncum daf. 26.'. . _ H. palufere daf. 27. , . H» 
longiroftrum 38 . 5 o. , , H. riparioides daf, 3 i. und 


' . Vorbereituogen, 171 

4 0. 44 . C. • . H. riparium 38 . 52 . . *■ H. nitcns 
39. 57. . . H. faxatile Brid. daf. 4 2. • • H. murale 

4 1. 52 . . . H. nigro • viride Turn, daf, 53 ,*. . H • 
cylindricum daf. 5 y. . . //. albicans 42. 63 . . . •Bryum 
heteropterum 45 .* 11* . . Br. pyriforme 5 o. 60,.. • 
Br . nutans daf. 61. . . Br. afpinum daf. 64. • • Br. 
annotinum daf. 68. • . Br. carneum daf. 69. . . Bt» 
turbinaeum 5 1.74* • • ' Mnium crudum daf. 70. f . . 
Mn. fecliaatum Sm. 3 i. 8. . , Meefia uliginoja 49. 
58 . . . Fontinalis capillacea ' 33 . 5 . 

tJnter den Lycopodien kommen vor:. L. luci- 
dulum 56 . 2. L. carolinianum 62. 6. L. dendroi- 
dum 67, Dann die Lebermoofe (Lichenaftra) i An* 
dreaea alpina 73. 39. . j^ndr. Rothii 73. 4 o- Jun- 
germannia minuta Dickf. 69. 2. L pulcherrima 69. 
3 . I. viticuJofa 69. 7. I. polyanthes 70. 9. I. fpi- 
nulofa Dickf. 70. i 5 . I, undulata 71. 17. . J. inflata 
Hudf. 70. 12. I. refupinata 71.19. I. quinqueden- 
tata 71. 23 . I. reptans 71, 24. L magellanica 72. 
34 . I. trichophylla 73. 37. I. iulacea 73. 38 . I. 
multifida 74. 43 . I. pufilla 74* 4 ^« Marchantia te- 
nella j 5 . 4 - * • • 

Wie Dillenius die Kfyptogamiften , fo machte 
Job. Scheuchzer , (geb. 1684, t 1737 ,) die Grafer 
zum Gegenftand neuer Unterfuchungen. : HaJJer er- 
zahlt, dafs, als er in Leiden ftudirt, feine Unbe- 
kanntfchaft mit auslandifchen Gewachfen ihn bewo- 
gen, fich einer Familie zu widmen^ welche bis da» 
bin ganz vernachlafligt war. Dazukam, dafs, da er 
als Prof, in Zorich zur botanifchen Lehrftelle in Pa- 
dua vorgefchJagen und aufgefordert wurde, eine Pro- 
befchrift zu liefern , fo hielt er ftirs fchicklichfte , 
feine Unterfuchungen Ober die Grafer bekannt zu 
machen. Dies gefchah in der Agroftographia , wel- 
che Haller Tiguri, 1775.4*7 vermehrt herausgab. 
Die erfte Ausgabe erfchien 1719. Das Princip der 


1*2 Sechstes Buch. . Elites Kapitel. 

« 

Eintheilung.ift der Bltithenftand ; wobey.zugleich anf 
die Zahl der Aehrchen , Her Bltithchen in jedem and 
auf das Dafeyn der Grannen geaohtet wird. . Die Be- 
' fchreibungen find faft zu weitlaufig: dieFiguren man- 
gelhaft. - Doch kommen folgende Arten zuerft vor: 
Scirpus camp&ftris p. 364 * t. 7. f. 19. . . So. 
Baeothryon; p. 366 V t. 7. f. 21. . . Eriophorum 
Scheuchzeri ■ p. 3 o 4 * app. t- 7. . . Phleum alpinism 
p. 64 * app. t. 3 . . . Trichodium alpinum Schrad. p. 
140. app. t. 4 * • • Tr. caninum Schrad. p. 141. t. 3 . 
f. 9. C. . . Aira fubfpicata p. 221. app. t. 6. . . 
A. cancfdens p. 242. t. 4 * 29. 3 o# . A. caefpitofa 

p. 2. 44 * t. 5 . f. 2. 3 . . . Holcus mollis p. 235 . t. 4 * 
f.: 25. Poa fupina Schrad. p. 190. app. t. 3 . f. 2. 

. . P. alpina daf. f. 4* • • P> pM°f a p. 193. t. 4» £ 
3 . . . P. laxa p. i 63 . app. t. 4 ; f. 2. . . P . nemo - 
ralis p. d 64* app. t. 2. f. 2. . Feftuca rubra p. 2S7. 
t. 6. f. 9. . . F. pratenfis p. 200. t.' 4- f. 6. . . Bro- 
* mus arvenfts f^'262. t. 5 * f. i 5 . • . Br. ligufeicus p. 
296. t. 6. f. i 3 . . . Br. fquarrofus p. 25 1. t. 5 . f. 
14. . . . Br. giganteus p. 264. t. 5 . f. 17. , .* • Avena 
verficolor p. 25 1. app. t. 3 . f. 3 . . . Arundo fpeciofa 
Schrad; p. 196. t. 3 . f. 1 1* A. B. . . Ely mus euro’*, 
paeus p. 16. app. t. 1. f. 1# . . . Triticum caudatum 
Perf. p. 21. t. 1. f. 4 - Iuncus Jacquini p. 323 . t. 
7. f. 9. . . /. fpadiceus p. 3 1 2. app. t. 6. f. 3. . . 

Carex Davalliana Smith, t. 11. f. 9. 10. • . C.foeti - 
da p. 495 . app. t. 4 * f. 3 . . . C. curvula p. * 49 2 * t. 
11. f. 7. . . C. lobata p.„ 493 . t. n. A f. 8. . . C . . 
ovalis Good. p. 4^6. t. 10. f.“; 19. . . C. alba Jacau. 
p. 4 *o* t. 10. f. 4 * 5 . . . C. clandeftina Good. p. 
407. t. 10. f. 1. . . C.collina Willd. p. 4 l 9 * t. 10. 
f. 8.9. . . C. br achy ft achy s p. 4*6. t. 10. f. 7. . . 
C. limofa p. 442. t. 10. f. i 5 . * . C. Jiliformis Good, 
p. 42*>. t. 10. f. 11. . . Reftio triticeus, Ganna ca- 
pitis bonae fpei p. 352 . t. 7. f. i 5 . 16. 


Vorbereitungen. 173 

Mil Scheuchzer wetteiferte Jof. Monti , Prof, in 

1 * 

Bologna, der im: Prodromus catalogi jtirpium agri 
bononienfis , Bonon. 1719. 4 * > die Gattungen und 
Charaktere der Griifer aufftellte. Die dritte Tafel 
enthalt eine gute Ueberficht der von ihm feftgefetzten 
Gattungen. Diefe werden nach naturlicher Ver- 
wandtfchaft beftimmt, als loliacea, phalaroidea, ty- 
pbina, miliacea, avenacea, arundinacea, alopecu- 
roidea, fecalina, dactyloidea. Auf der erften Tafel 
find Cyperus glomeratus und ferotinus abgebiidet. 

Scheuchzer’s glflcklicher Mitbewerber um die 
Profeffur in Padua, Jul. Pontedera aus Pifa, (geb. 
1687, f 1758,) wiihlte, um .fich wflrdig in den 
Schranken zu zeigen , einen andern Gegenftand. Er 
fuchte namlich in feiner Anthologia , Patav. 1720. 
die neuen Meinungen tiber die Art, wie Befruchtung 
gefchehe, zu berichtigen. . lndefs ftellte er eine un- 
haltbare Hypothefe auf, die wenig Beyfall gefunden. 
Der Pollen namlich fclieint ihm mehr ein Auswurfs- 
ftoff zu feyn, der keinesweges als belebendes Princip 
auf den Eyerftock wirke. Der Nahrungsfaft der An- 
theren dagegen trete wieder zurttck durch die Staub- 
' faden in den Boden der Corolle, und verbinde fich 

» z 

mit dem Honigfafte, welcher fich dort abfcheide, 
um die Saamen zur Reife zu bringen. Dafs nicht 
auf die bis dahin angenommene Weife die Befruch- 
tung gefchehe, fucht P. aus der Erfahrung zu bewei- 
fen , dafs in vielen Blumen die Antheren frflher zei- 
tigen als das Stigma, in andern wieder das letztere 
zeitiger. zur Reife kommt; daher in derfelben Blume 
die Befruchtung nicht durch gleichzeitige Zufammen- 
wirkung des Pollens und Stigma’s erfolgen kdnne. 
Die Antheren alfo find vielmehr die Mittel , wodurch 
der Saame zur Zeitigung kommt. : Ausnahmen davon 
. machen die Pflanzen mit getrennten Gefchlechtern , 
bey denen die mannlichea Bluthen ihm eigentlich 


174 


Sechstes Bucb. . Elite* Kapitel. 

l * ' 

eine unniltze Zuthat fcheinen. So werden die mann* 
lichen Hanfpflanzen biilig ausgeriffen, um den weib- 
lichen nicht die Nahrung zu rauben. Ohne Grund 
meint er, dies gefchehe, ehe die Befruchtung erfolgt 
feyn konne* Bey der-Trennung der Gefchlechter 
habe man auf die H&lfe des VVindes zu viel gerech- 
net: indefs fey es wahrfcheinlicb, dafs die mannli-. ’ 
chen Dattelpalmen nur dadurch den weiblichen Nu- 
tzen ftiften , dafs aus ihren Bluthen Mucken fortflie- 
gen , die die Dattein anftechen und fie dergeftalt zur 
Keife bringen; Daffelbe gefchehe bey der Caprifica- 
tion der Feigen , die in Italien nicht vorkomme, und 
-doch werden dort die Feigenfaamen eben fo gut voli- ' 
kommen! daher denn der Stich der Iniecten riel* 
xnehr das Reifen der Frucht beforderq. Die Nekta- 
rien unterwarf P. einer forgfaltigen Unterfuchung, 
obwohl er, wie aus dent obigen erhellt, den Nutzen 
des Honigfafts blofs in die Anfeuchtung des Embry* . 
ons fetzte. 

Mit diefem Werk erfchienen zugleich elf Disfer* 
tationen oder Vorlefungen , die er beym Antritt fei- 
nes Lehramts gehalten. Hier fchickt er anatomifch« 
phyfiologifche Grundbegriffe voraus, erlaufert dann 
den Begriff des Kelches , der Corolle und der Be* 
fruchtungstheile, giebt das Piftill als den wefentlich* 
ften Theil an , und geht zur Betrachtung der zufam- 
mengefetzten Blumen uber, deren Gattungen und 
Arten er abbandelt. Die beygefiigten Kupfer ent* 
halten Erlauterungen feiner Theorie* Man fieht un- 
ter andern die Bliithe yon Eugenia lambos t. f. 12. 
i 3 . Die fechste Tafel ift intereffant, weil hier die 
Perigynie der Staubfaden fchon dargeftellt wird. Auf 
der zehnte'n Tafel find die wefentlichen Theile' des 
Cbamaerops humilis abgebildet* 

Trefflich hellte Patrick Blair > ein fchottifcher 
Arzt zu Bofton, dann zu London^ die Lebre von 



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% Vorbereitungen* 175 

•» V 

der Befruchtung auf. Seine Botanick effayi , Lond. 
1720.8., enthalten viele treffiiche Beobachtungen, 
reiFe Gedanken und gepriifte Grundfatze. Er tadeit 
Tournefort’s Syfrem, und zeigt umftandlich , dafs 
die Pflanzen in demfelben unrichtig geftellt find. Er 
ruhrftt an VailJant und Ant. Juffieu, dafs fie dies Sy- 
ftem eben fo zu verbeffern gefucht, als Dillenius das 
Kay’fche und Boerhaave das Morifon -Hermann’fche* 
In der Lehre von der Befrucbtung bemerkt er zuerft, 
dafs keine Vorherbildung des Reims in dem Ey .ftatt 
finde, fondern dafs der Poljen zur Belebung des Jetz- 
tern notinvendig fey. A her materieil konne der Pol- 
len nicht in den Everftock gelangen' dagegen ftreite 
die gefchloffene Befchaffenheit der Saugewarzen und 
Harchen des Stigma, dagegen der Mangel eines hoh- 
len Kanals im Pifrill, dagegen ferner, dafs die ur>* 
tern Reihen der Saamen in der Tulpenkapfel zuerft 
befruchtet werden , und dafs kein Verhaltnifs zwi- 
fchen der Menge des Pollens und der befruchieten 
Eyer ftatt findet* 


In Deutfchland wurde Rivinus Methdcfe immer 
mebr verSndert und fcheinbar verbeffert. Rud. Jak. 
CamerariuS , den wir fchon oben (S. 26.) anfuhrten, 
zog das verfeinerte Frucbtfyfrem alien ubrigen vor, 
und zeigte, dafs die Lage des Embrvons im Eyweifs- 
korper und die Form feiner Kotyledonen die wichtig- 
fte Norm der Eintbeilung fey. ( Eph, nat . cur. cent. 
10. obf. 5 .) Job. Er nft Hebenfcreie dagegen, in Neu- 
ftadt an der Orla 1702 geboren , ein eifriger Schfl- 
ler Riving eroffnete feine gelehrte Laufhahn mit 
biftorifchen Nachricbten iiber feines Lehrers Nachlafs 
und einer Vertheidigurig des Syftems gegen Dillenius. 
(De coneinuanda Rimnorum indujtria , Lipf. 1726. 4 » ) 
Spater gab er Dejlnititmes plant arum , Lipf. 1731. 4 *> 


F 


176 Sects tes Buck. 'Erftes Kapitel. 

i* 

worin er die kfinftlichen Charaktere derer Gattun- 
gen hinzufOgte, die in Rivin’s Syftem fehlten. In- 
deffen vermifst man fefte Grundfatze, da er .Ge* 
fchmack, Geruch und andere ZufalJigkeiten zur Un- 
terfeheidung der Gattungen anwendet. Als er aber, 
nach'feiner Rflckkehr aus Africa, eine Profeffur in 
Leipzig erhalten , bewog ihn unparteyliche Unterfu- 
chung der Natur, dem Fruchtfyftem zu buldigen. 

( Disf. de metlwdo plantarum e fructu optima , Lipf. 
1740. 40 Er ftarb 1767, an den Folgen feiner Sor- 
ge fttr die bey Rofsbach verwundeten Krieger. 

Ein Rivinianer von geiinger Bedeutung war Join 
Georg Henr. Kramer , aus Ungern, wie es fcheint, 
deffen Tentamen botanicum auctum et emendatum , 
Vie nn. 1744* fob, mit Keckheit das Sexual -Syftem 
angreift, ohne zureichende Griinde vorzubringen. 
Sein Syftem felbft ift eine feltfame Verbindung des 

Rivinifchen und Tournefort’fchen. Das letztere 

* 

fucht er dadurch zu verbeffern, dafs er noch mehr 

. t » 

Formen der Corollen anfuhrt. Ueberall aber nimmt 
er mehr auf das aufsere Anfehn, und unwefentliche 
Theile Rttckficht, als es fich fiir ein kflnftliches Sy- 
ftem ziemt. \ 

1 

Hochft wichtig waren aber Pet. Ant . Michel is 
Bemdhungen um die VViffenfchaft. In FJorenz 1679 
geboren, ward er*Auffeher des grofsherzoglichen 
Gartens und ftarb 1737. Ein Mann von feltener 
Gelehrfamkeit , aufserordentlichem Scharffinn und 
rtthmlicher Beobachtungsgabe. Um clasTournefort’- 
fche Syftem auf alJe Familien anzuwenden, und auch 
in den niedern Organifmen die Gefcldechtstheile 
xiachzuweifen , unternahm er die grundJichfte Unter- 
fuchung bisher vernachlaffigter Familien, befonders ~ 
der Kryptogamiften. Dais er bey diefer Gelegen- 
heit, da er uberall zwiefach gebildete Gefchlechts- 
theile auffuchte, fick oft taufehen liefs, war wohl 


f 


x 


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Vorbereitungeti# 


*77 


natflrlich. Aber fein Werk: Nova plantarum 
nera) Flor. 1729* fol., ift ein unfterbliches Dehk- 
mahl feines Forfcbungsgeiftes. Er fah zuerft: in den 
Laubmoofen die^Gefchieciitstheile : dieSaftfaden hielt 
er fdr die Antheren: die Pifti lie fflr das, was fie 
find* (t. aa» bb*) Bey den Jungermannien abet 
nahm er die Keimhaufchen far FrUchte, diewahren 
Knpfeln hingegert fiir mannliche Blttthen. (t. 4*) 
Bey der Salvinia (t. 58.) hielt er fogar die Haarbii- 
fchel auf den Blattern far Staubfaden* tlnter denfr 
Namen Marfilea begriff er fowobl diefe, als eine an* 
dere Pflanze, die Tozzi ihm aus Vail* ombrofa brack*; 
te, die fich aber weder in Micheli’s Herbarium, nocil 
an dem angegebenen Orte wieder gefunden, und die 
Willdenow, auS Sudamerica erhaiten, bn ter dent 
Namen Blandovia aufgeftellt hat. ( Brrh Mag, 5 , 100.) 
Die Fortpflanzungs - Werkzeuge der Marchantia, de$ 
Anthoceros, der-Blafia, des Sphaerocarpus , der 
Targionia und der Riccia unterfuchte er gieichfalls* 
(t* 3. 4. 7.57.) Bey den Lichenen nimmt er die 
Keimhaufchen als die eigentlichen Fortpfianzungs 
Organean, und zeigt an dem Beyfpiel der Cenomy- 
ce pyjddata, dafs aus ihnen Lichenen aufgehn. (t* 
36* 37. 41. 45. 46. 47* 49*) Die Schaffeln Oder 
Tellerchen hingegert fieht er als die mannlichert 
Theile, und die Keimfchlauche far Staubfaden am 
(t* 36. 52* F. 0.) Den Bau der Linckia zeigte er 
genauer als Reaumure. (t. 67.) Auch bey den Spha- 
rien glaubte er Duplicitat der Gefchlechtstheile an- 
nehmen zu konnen, wenigftens zeichnete er Zuerft 
die Keimfchlauche fehr gut. (t. 55*) Auch in der 
^ Schlauchhaut der Schwamm6 fand er doppelte Ge- 
fchlechtstheile. (t. 65. 73. 76.) Aus den Keimeii 
der Schwamme fah er deutlich judge Pflanzen auf* 
gehn. (t* 77.) . - 


GefeVt. A. Botanlk. a. B* 


XI 




$ Secbstes Bucb. Erftcs Kapitel. 

. » 

9 

Aufser diefen wichtigen Entdeckungen machte 4 
Micheli eine Menge neuer Gattungen bekannt, die 
er, Plumier’s Beyfpiel folgend, nach feinen gelehrten 
Freunden nannte: Zannichellia , Targionia, Tozzia, 
Riccia, Salvinia, Marfilea, Buonarota, Vallifneria, 
Jungqrmannia , Puccinia,^ Franca (Frankenia) und 
TilJaea tragen noch jetzt die Namen, welche ibnen 
Micheli beylegte. 

Meifterhaft find liberdies feine Unterfuchungen 
flber die Riedgriifer, die Klee-Arten und.viele an- 
dere Pflanzen. Abbildungen von Meerpflanzen lie- 
gen, noch unbekannt, in der lianks’ifchen Biblio* 
thek. [Bibl. Banks , 1, 197.) . 

Zweytes Kapitel.. 

• \ - € 

Ausbreitung b otanifcher Kenntniffe . 

durcb Reifen. 

Die Richtigkeit der Svfteme und Methoden 
kann nur durch umfaffende Unterfuchung der man- 
nigfaltigften Formen gepruft, nur durch Verglei- 
cbung fremder Gewachfe kann die Beftimmung in- 
landifcher berichtigt werden. Darum trugen auch 
Reifen in feme Lander in dem Zeitalter, welches 
dem Linne’fchen vorausging, viel zur Berichtigung 
der Syfteme bey. 

Unter den Reifenden, die der Botanik in jener 
Zeit den grofsten Nutzen geftiftet, mufs billig Karl 
Plumier zuerft genannt werden. In Marfeille 1666 
geboren, legte er ficb frflh auf Zeicbenkunft und Ma- 
lerei , trat dann in den Orden der Minimi, ging naph 
Rom und ftudirte unter Boccone die Pflanzenkunde. 
Nach feiner Riickkehr ward er rnit Garidel in Aix 
und mit Tournefort bekannt, durchfuchte darauf die 
hierifchen Infeln, die Provence und Languedoc, und 


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*79 


f 

Sccbstes Bach, • Zweytes Kapltel. 

f 

wollte eben die auf diefer Reife gefammleten Pflari- 
zen, die er abgebildet, in Kupfer ftechen, als Jof. 
Donat. Surian nach Marfeille kain , den Ludwig Xl V. 
nach den franzofifchen Kolonieen in America fchi- 
cken wollte. Diefer fand an Piumier folches Gefal- 

• » • * v » 

len , dafs er ihn fich.zum Gefahrten von der Regie- 
rung erbat. Beide gingen darauf 1690 nach S. Do- 
mingo: Surian kehrte mit Piumier im folgen^en Jah- 
re nach Europa zurftck, und ftarb in Marfeille. Piu- 
mier aber erhielt mit dem Titel eines kon. Botani- 
• - ‘ « 

cus die Erlaubnifs, noch einmahl nach Weftindiea 

4 • 

zu gehn , von wo er erft 1693 wiederkehrte. Zum 
dritten Mahl ging er 169 5 dahin ab, und dachte eben 
auf feine vierte Reife nach America, wo er befon- 

ders Peru befuchen wollte, als ihn zu Cadix 1704 

**'*■* * * * 

der Tod iibereilte. . 

N Diefer Mann hat aufserordentlich viel geleiftet. 
Zuerft gab er: „ Defcription des plantes de l’Ameri- 
que, Paris 1693. foJ.„, heraus, wotf n grofstentheils 
Farrenkriiuter und Aroiden befchrieben und die Utn- 
riffe derfelben auf loyTafeln dargeftellt find. Dann 
erfchienen : „Nova plantarum genera, Parif. 1703, 
4.,,, als Supplement zu Tournefort’s Inftitutionen, 
mit 4 o Kupfern, worauf ungefabr 120 neue Gattun- 
gen erlautert find. Nach feinem To le kam ein koft- 
liches VVerk: „Traite des fougeres de l’Am^ricjue, 
Paris 1705. fol.„, heraus, wo Farrenkrauter und 
Pteroiden meifterhaft abgebildet und befchrieben find* 
Viele derfelben hat nach ihm Niemand wieder ge- 
funden. Durch Schiffbruch hatte er 1400 Abbil- 
dungen americanifcher Pflanzen - verloren. ( Lifters 
journey to Paris , p. 73 .) Von diefen rettete Boer- 
haave- 5 o 8 , welche, nach des letztern Tode, an Joh. 
Burmann kamen, der fie mit Erlauterungen heraus- 
gab: Plantarum americanarum Fafc. 1 — 10. Amft. 

1755 “ 1760. fol.„ > 262 Kupfer. Noch find in dec 


I go Secbstes Buch. ' Zweytes Kapitel. 

1 Banks’ifchen Bibliothek 3i2 Plumier’fche Abbil- 
dungen. 

Die meiften der yon Plumier entdeckten Gat* 
tungen behielt Linne bey, als: 

Maranta Plum. t. 36 . . . Alpinia t. ii. . i 
Oldcnl&ndia daf. ; i Rivina t. 39. . * Broffaea t. 
17. . Cordia t. i 4 - . . Rondeletia 12. * . Twr- 
nera daf. . . Matthiola 6* . . Loniceta 33 . • . 7 a- 

bernaemontana 3 o. . . Carrier aria 29. . * Rautcol - 
/ra 4 o. • . Belonia 3 t. . . Lobelia daf. . . Su~ 

riana 4o. . . Saururus i*2i . . Fuchfia 14. . . 

' Cupania 19. . . Ximenia 21. . • Petiveria 39. . i, 

Pifonia 11. , . Bauhinia 10. . . Parkin/'onia 3 .. „ 
Malpighia 36 . . . Caefalpinia 9. i i Bocconia 25 . 
♦ i Triumfetta' 8. . . Plinia 11. . ; Marcgravia 
29. . . Blagnolia 7. . . Mentzelia 6. . . Mun-, 

iingia daf. . . " Sloanea i 5 . • . Ruellia 2. . . Bruit - 
felfia 22. . . Gefnera 9. . . Columnea 53 . . . 

Besleria 5 . . . Ger&rdia 12. . . Barleria 3 i. . . 

» . 

Bontia 23 . . . Cornutia 17. . Morifonia 23 . . . 

Hernandia 4 o. * . Diofcorea 26. . . Tragia 12. . . 
Dalecharfipia 38 . . • Clufia 10. . • Dorjtenia 8. . . 
Plukenetia 1 3 . 

Anclefe warden von Linne, nach angenomme- 
nen Grundfatzen, verandert: Cainito t. 9., Chryfo • 
phyllum L. . . Caraguata t. 53 i, Tillandfia L . 
ArapabaCa t. 3 i . , Spigelia L . . Rojoc 26., Morin - 
da. . . Mangles i 5 ., Bhizophora . . . Camara 3 ., 
Lantana . > Caapeba 29., Ciffampelos. ■. / Curu- 

ru 35 . , Paullinia . . „ Guazuma 18., Bubromd. . . 
Calaba daf., Calophyllum. . . Iabotapita 32 ., Ochna. 

. . Ceibadaf. , Bombax. . . Guanabanus io., -d/z- 
nona* . . Sapota 4 *> Acktai . . Icaco 5 .j Chlry* 
fobalanus. . . Mamfci 4 * > Mammta. . * Monbin 
22., Spondias. ■. . Nhandiroba 27.? Fevil/ea. * . 
Tapia 2i., Gratae va* * Cujeta 16*, Ctefcehtia. . . 


Ausbreitung botanifcher Kenntniffe durcli Reifen. ig( 

Jfora $7,, Helicteres. . . Koddapail 3 g'. y Piftia. . . 
Courbaril 36 ;, Hymenaea. . . Bonduc 09., Gui* 
landina. , . Manfanilla daf., Hippomane . , . Bi- 
hai 3 ., Heliconia. . . Goa 45 ., .Hippocratiea. '. . 
Erefia 2 5 ., Theophrafta . . . Valdia 24., Ovieda . . . 
Jan* raja 29., Rajania . . . Caftorea 17., Duranta . 
Vanrheedia 18., Rkeedia . . . Mehrere wurden un- 

v * « » 

terdriickt, weil fie zu fchon bekannten Gattungen 
gehorten. Andere find ab$r neuerlich wieder her- 
geftellt: fo Vanilla t, 28. Inga t. 19. Serjania t. 35 . 

Unter der zahllofen Menge yon Artery bemer- 
ken wir ha&ptfachljch folgende; 

' Utricul aria folio fa Vah],, ic. Burm, i 65 . f, 2. . * 
Piper aduncum amer. 77. . • P. reticula turn j 5 . . , 
P. decumanum 76, . . P. umbellatum daf. 73. . . 
P. obtufifolium daf. 70. . . P. acuminatum daf. 71. 
, . P. dif tacky on daf. 67. . . P. maculofum daf. 
66, . . P. pellucidum daf. 72. . . * P. rotundifolium 
daf. 69, . . P. trifolium daf. 68. . . P. quadrifo - 
/iwm ic, Burm. 242. . . Hippocratea ovata Lam. 
v daf. 88, . . Comocladia ilici folia daf. 118. f. 1. . V 
Moraea plicata daf, 46. f. 2. . . Ficus americana 
daf. i 3 2 . f. 1. . . Pavetta pentandra daf. 1 56 . f. 1. 
. . Exacum verticillatum 81. f. 2. . . Cifjus ficy - 
oidf>s 269. f. 2. . . C. cordi folia daf. f. 3 . . . C. mU 
crocarpa daf. f. 4* • • Oldenlondia corymbofa 212.’ 
f. 1, f . Trapa bicornis 67. . . Potlios acaulis 
amer. t. , P, lanceolatus daf. 62. . • P* ma- 

crophyllus daf. 63 , . . * P. palmatus daf. 64 » 65 . , • 
P, crenatus ic. Burm. 39. *. . ‘P* cordatus daf, 38 . 
, . lUivina octandra daf. 24 *• » * v Hex cuneifolia 
daf, 1 18. f. 2. . . Tournefartia hirfutiffima daf. 209. 
. . T'/oetidiffimu 22q. . , J*. fiumilis 227, , f T. 

ferrata 228. . . Theophrafta americana 226.'. . 
Convolvulus macrorrhizus 90. f. 1. . t C# macrocar* 
jus 9 r. f, i\ \ . C; corymbofus 89. f. 2. . * C. ver* 


f 




182 


Sechstes Buch. Zweytes KapiteL 


Burrn. 92/ f. 2. . . 
raefolia 93. f. 5. . • 


ticillatus '94. F. 2. . . C, acctofapfolius' amer. 105. . . 
C, umbellatus daf. 102.*. ’. Ipamoea umbellata- ic. 

I.' digit at a daf. f. x. . . /. hede - 

I. folani folia iy\. f. 1.". . Ronde • 
letia ampricana u\i r f. i..*. Beloniact/pera 47- • > 
Coffea occidental is 156. . Hamel Jia chrysantha 213. 

f. 1. . . H. patens daf. 2. . . Eritlialis fruticofa 249. 
f. 2. . Brojfaea coccinea 64. f. 2. . . Nicotiana 

urens 21 1. . . ‘ Solanum polyacanthon 224* *£ i. . - 
Anguillaria chryfophylla Lam. 30. . . Strumpfia ame - 
ricana 251. f. 1. . . Rauwolfia nitida 236. f. 1/ . . 7L 
canefcens daf. f. 2. . . Allamanda catlnartica 29. . . 
Echites Afperuginis 2 6. . . P. biflora 96. . . Camera - 
Via latifolia 72. f. 1. . (7. dnguflifolia daf. f. 2. . . 

Tabernaemontana citrifolia 24 8* *• 2. . . Cynanchum 
parviflorum 215. f. 1. . . C. crifpiflorum 216. f. 1. . . 
Afclepias nivea 50. . . Achyranthes halimifolia Lam. 
31. f. 2. . Rhus Me to pium 61. . . Aralia arborea 
143. . . Bromelia nudicaulis 62. . . Br,'. lingulata 

&j. . . Tillandfia lingulata 74. . . T. /errata 75. f. 
ix. . . T. paniculata 257. . . T. monoftachya 238- • • 
Tradefcantia geniculata 1 16. f. 2. . . Loranthus ame - 
ricanus 166. f. x. . . Limnocharis emar ginata Hutnb. 

115. , . Petiveria alliacea 219. . . Dracontium per - 
tufum amer. 56. . . Ximenia americana ic. Burm. 261. 
. . Fuchfia triphylla 133. f. 1. . . Coccoloba exco - 
riata 146. f. 1. . . Paullinia curaffavica 111. f. 1. . • 
P, Cururu daf. f. 2. . . Serjana finuata 1 13. f. 2. . . 

Celtis micrantha 206. f. 1. . . Bauhinia aculeata 44. 

* * - 

f. 1.,. . B. por recta d^f. f. 2. . . Caffia Tor a 76. f. 
3. . . C, planifiliqua 77. . . C. bi flora 73. f. 1. . . 
Caefalpinia Crifta 63. . . Juffieva hirta 174. f. 2. . . 
/. octovalvis 275. f. 1. . . Melaftoma fplendens 140. . » 
Samyda ferrulata 146. f. 2. f . . Malpighia urens 167. 
f. 1. M. aquifolia 168. f. 1. . . M. coccifera daf. 


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Ausbreltung botanifcher Renntniffe durcli Reifen. igj 

• • \ 

.* 

4 

f. 2. . . Banifteria dichotoma 13. . . B. coerulea 14, 

. . B. purpurea ,15. . . B. angulofa amer. 92. . . 
Triopteris citri folia ic. Burm. x6. . . Oxalis Plumerii 
213. f. x. . . Cactus parofttinus 197. f. 2. . . *C. mo* 
nilifnrmis 198* . . C. paniculatus Lam. 192. . . C. 
glomeratus Lam. 20 r. f. 1. . . Myrtus virgultnfa aog, 
f. 1. . . M. coriacea daf. f. 2. . . Eugenia angujiifolia ' 
Lam. 207* f. 2. . . Chry fob al anus Icaco 15$. . . Marc* 
gravia umbel lata 173. . . Capparis ampliffima 73‘f- 
2. . . Muntingia Calabura 203. . . Sloanea dentata 
’ 244* • • Mentzelia afpera 174* f. i# • * Corchorus 

hirfutus 104. . . C. filiquofus 103. f. u . • C. hirtus 

daf. f. 2. . . Magnolia Plumerii 161. . . Annona afia* 
tica 143. f. 2. . . • Clujia alba 37. f. x. . . Cl. venofa 
daf. f. 2. .» 

Gerardia tuberofa 75. f. 2. . . Gefneria humilis 
133. f. 2. . . G. grandis 134. • • G. Craniolaria 137* 

* ’. Besleria melittae folia 48* • • B . 49. . . B . 

criftata 50. . Brunfelfia americana 65. . . Bigno - 
ma /tans 54.. . . P. aeqainoctialis 55. f. 1. . . 2$. mi* 

. erophylla daf. f. 2. . . B. paniculata 56. f. x. . . A 

Jtaminea daf. f. 2. . . JB. longiffima 57. . . B. crucU 
gera 58* • • & Unguis amer. 94* . . Lantana trifolia 

ic. Burm.. 70. . . L . odorata 71. f. 2. . . Cornutia py* 

ramidata 106. f. 1. . . Buchner a elongata 17. . * 

Rue Ilia coccinea 43* f* x. . . Barleria Jolanifolia daf. 
f. 2. . . Duranta Plumerii 78* • • Ovieda fpinofa 256. 

. . Columnea Jcandens 89* f* x. • • Pajjijlora rotundi - 
yb/ia 13S. f. x. . . P. heterophylla 139. . . P. pallida 

amer. 89* • • P* /errata daf. 79. . . P . fuberofa daf. 

88* • • - P. rubra daf. 83. . . v P. multijlora daf. 90. . • 
Murucuja ocellata Juff. daf. 87 • • • Eida nudiftora ic. 
Burm. 3. . . «S. americana daf. a. . . S. hederaefolia 

169. f. 3. . . Malachra radiata 19. . . Hibifcus trilo* 

bus 159. . . H unilateral^ 160. f. x. . . Pavonia Spi* 


•• 

184 Secbstea Buch. Zweytes Kapitel, 

1. T ^ 

.1 

nifex 1. . ♦ P. cojccinea 169, f, 2. . , Moriponia am * * 
ricana 205. . , Polygala Pena?a 214. f. i, . , v Secu- 
ridaca volubilis 347, f, 1. ,. f $, virgata 24^, f. i, . t 

Pterocarpus lunatus 201, f. 2', . t Pc, Ecaftaphylluni 
246. f. 2, t , Hudolphia pelcata W. 102. f. t, ♦ , 'Pin 
fcidia Erytlirina 233. ft .♦ ♦ Teramnus volubilis 32*. 

♦ Dolichos articulatus 322. , f tuberofus 230- t « 

✓ * 

Clitoria Plumerii Perf. iotf. . . x Coron’dlu fcandens 
107. f. 3. . tx Aefchynomene Jenfuiva 149* f- 2. . ♦ 
Hedy far urn incanum 149- f- it • » Galega toocicariq 
335. • , Bubroma Guazuma 144. . . Afcyrum hyper 
ricoides 152. f. 4* « * Eupatorium fnuatum i*8* ft i» 

, E, fopkiaefolium daf. f. 3. . , E. macrophyllwn 
129. , , £. repandum 130. f, f. , . Qony^a odoratq . 

97. . f C. alopecuroldes 98. f. |. . . C, virgata daf, 
f. 3. . . Q. arborefcens 130. f. 3. , , Tujfdaga denta * 
ta 40. f. 2- , . T- nutans 41. f. v , Inula aeftuans 
41. f. 2, , , i, primula? folia Lam. 40* f. it, * • Pectis 
punctata £6. f. i. , . P. humifufa 95. f. 2, ♦ t P ♦ ci* 
/jam 151. f. 2. . . Verbefuia gigantea 51, . . V,frur \ 

^icoya 52t t * Buphthalmum frutefcefys 107. f. 1. t • 

B. repens daf- f» 2. *• , Coreopfis chrysantha 53, f. i, , , 

C* coronata daf. f. 2^ • , Neottia lanceolata i£(. f, 3, 

♦ . iV* quadridentata i85» f. 1* » • 2V. elate 190, , , 

Cymbidium qucullatum 179., f. 1, * . C. coccineum 480? 

f. 1, . . C, Vmeare i8$- ft *.. • • C, iuncifolium i84< - 
f, a* • t C, altum 189* » • Epidendrum ciliare 479. f, 

2. , , fecundum 184* f. i. . , E. cochleatum i8^» 
f. . * E. bijidum 48(1. f. 1, f . E. punctatum . . 
Dendrobium poly ft achy on 185* f- |. . t $6eli$ ophio - 
glojfoides 176. f- 3t • * Ariftolochia bilabiata* 32, f t i f - 
4. pelcata Haft ft a* • * A* punctata 34* » * 4* 

bilobata amer. iqG- • * Anguria trilobata ic. Ourm. 22, 

, , 4t pedata ?3* * t' 4- trifoliate am ei% 99* • t Z?or^ 
fienia Gaulejqens j e* Byrmt 4«o- ft i» t • eiliarfc. 


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Ausbreitung bptanifclier JCcnniniffe durch jjleifen. 185 

daf. f, 2. . f Sagittaria lancifoUa u6. f, 1, . * ife- 
gonia mucrophylla 45. f. • B . rotuijdifolia daf, 
infra. . » Arum hederaceum amer. 55. . . Caladium 
auritum Venten. daf, £8* . . C. Seguinum daf. 6 q. . , 
C pinnatifidum W, daf. 5,1. b. 53. . t Pin us occidenta - 
/if ic. Burnn 161. , , Plukenetia volubilis 2.16. , , Da - 
lechampia fcandens amer. ro*. , • Croton cafcarilloi • 
des Lam. ic. Burm. *40. f. 1. , , Cr, citrifolius daf, 
f. a. . , Cr , paluftris 239. f. |. , . Sapium ilicifolium 
lyi. f. . , Trichosanthes amara amer, 100, . • Prj* 
o/?ia americana ic. Burm.' 66. f. j... . Pr. racemofa 
97.. . , , fro phis americana 67. . , Vifcum buycifolium 
358* f* 3* • » P. Jlavens daf. f. 4* • • Rajania haftata 
amer, 98* • • cor data ic. Bur m. 55* f* I. , s * /{, 

quinquefolia daf. f. 2. . . Diofcorea altiffima 117, f. 2. 
v • piperifolia Humb. daf. f. 1. . • Inga Unguis 
cad 4. • . /. circinaUs 5. . . /. latifolia 9. , , /. 
gemina 10. f. 1. . . Acacia latifiliqua 6. , • A, ta- 
piarindifolia 7. . Ceratonia 8* • * 4. muricata u, 
«, , Mimofa poly ft achy a 12, 

Acrojtichum citrifolium fil. ji6. , , A* Ion gif q+ 
Bum \5$f . » -d. villofum 127. med, . . A* mufcofum 
439. . . A crinitum 125. . , A. pels a turn 50. A. , , 
trifoliatum 144. . • alienum 10. . . 4* crucia * 
45. B f . . .d. Calomelapos 40. . , A . chryfophyl - 

lum 44. , . acuminatum VV. 115. . f Hemionitis 
lanceolata 127. . . Poly podium pilofelloides 1 18. » , 

P, Jer pens 121, t . P. heterophyilum 120. t , P. /aa* 
ceolaSum 137. . . P. craffifolium 123. . , P. Phyllis 
tidis 130. , , . P. repens 234. • • P. comofum 131. . , 
P- trifurcatum 153. . . P, aureum 76. * t P, crifpa * 
/wm io2? B, . f P, afplenifolium 102. A. * t P, fus- 
penfum und Jlabelliforme 87* ? < P.incifum 91? * » P. 
Qtites 85* * f P. pectinatum 83* • P» taxifolium 
89* , ♦ P. Struihionis #2, . , P, fquamasum 79- ♦ » 


186 Sechstes Buch. Zweytes Kapitel. 

/ 

I 

^ 1 , 

P. loriceum 78* • . P. rfw/ce Lam. 80. • . P. crerta- 

tum hi. . . P, fafciale Humb. 127. B. . . P. tenui- 

folium Humb. 3$. . . P. cultratum W. 88* • • * 4/Z 7 *" 

» 

dium martinicenfe mihi 145. . . A. articulatum 136. 

• • A . triangulum 72. . . A. femtcordatum 113. . 

A. exaltatum 63. . . - A, cor difolium 7 A . nym - 

phale 38* • • if. villofum 27. . . Afplenium ferratum 
124. • . A. bifolium 133.,. . A . obtuffolium 67. . • 

2!. pumilum 66. A. . .• A. falic if olium 60. . . if. cw/- 
tr folium 59. . . if: dentatum 10 1. . . if. ftriatum 
18. 19. . . if. fquamofum' 103. . . Diplazium undulo- 
fum 107. . . Caenopteris Cicutaria 48- A. . . L0/2- 

chitis repens 12. . . L. aurita 17. . . X. hirfuta 20. 

. . Pteris lanceolata 132. . . Pt. tricuf pidata 140. . . 
P/-. fur cat a 14 1* • . P^. grandfolia 105. . . PX y£i- 

pularis 70. . . Pt^mutilata 51. . . P^. aculeata 5. . . 

p£. caudata 29. . . P^. trichomanoides 75. Pitta* 

ria lineata 143. • • Blechnum occidentale 62. . . 
Adlan turn aculeatum 94. . . if. trapezforme 95. . • 
Cheilanth.es microphylla Sw. 58*. • • Davallia domin - 
genfis mihi 7. . . X). clavata ioj. . . X). trfoliata . 

99. B. . . Cyathea arbor ea 1. . . C. commutata mihi 
14. . . C. afpera 3. . . C. horrida 8* • . Trichoma • 
membranaceum 101. A. . . XV. pyxidferum 50. 

E. . . XV*. alatum daf. D. . . Tr. fcandens 93- • * 

Hynienophyllum hirfutum 50. B. . . X/. fericeum 73. 

. . OJmunda hirta 57. . . 6?. Phyllitidis 156. . . 0. 

cervina 154. . . bipinnata 155. . . 0. adiant folia 

*58* • • verticillata 160. . . 0 . fUiculae folia 161* 

. . 0 . hirfuta 162.’. . Mertenfia furcata 23. . . Da* 

naea alata 109. . . D. nodofa 103. . 7 . Marattia alata 
amer. 12. . . Botrychium virginicum 159. . . Pfilotum 
triquetrum 170. A. • . Ophiogloffum palmatum 163, 

. . 0 . reticulatum 164. . . Lycopodium Uni folium 

166. CC. . • L. rigidum daf. AA. . . L. ftolonfe* 


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/ 


I / . 

. . * 

Ausbreitung botanifcher Kenntniffe durch Rcifen. 187 

rum Sw. 43 « B. • . L. thyoides Humb. 165. B. . • L • 
acerofum 1 66. B. 

Zu demlelhen Orden Her Minimi gehorte Lud- 
wig Fei/z 7 /eV, 1660 in der Provence geboten. Er hatte 
in Marfeille ftudirt, war alsdann in den genannten 
geiftlichen Orden getreten , und hatte fich den Bey- 
fall feiner Obern in folchem Grade erworben, dafs 
man ihn 1700 in den Orient, 170O aber nach Weft- 
indien fchickte.: -Von hier kehrte er in zwey Jahren 
zuruck, und ward, nach PJumier’s Tode> 1707 zutn 
kon. Botanicus und Mathematicus ernannt. Er wo 11 * 
te darauf wieder naeh America abgehn, aber widrige 
Winde hielten ihn im mittellandifchen Meer auf, fo 
dafs er erft 1709 nach Brafilieo gelangte, von da er un- 
ter dem Kap Horn durch nach Chile und Lima ging. 
Zwey Jahre lebte er dort, unaufhorlich mit aftrono- 
mifchen Beobachtungen und Unterfuchungen von 
Pflanzen befchaftigt, bis er 1711 wieder nach Mar- 
feille zuruckkehrte. 1724 ward er auf die canari—, 
fchen Infeln gefchickt, um den Abftand des erften 
Meridians von Paris zu meffen , und ftarb 1732. Das 
Tagebuch feiner Reife erfchien unter dem Titel: 
^Journal d’obfervations faites fur les cotes orientaleS 
de l’Amerique meridionale, tom. 1 — 3 . Paris 1714. 
172,5. 4 * n • Hier flnden wir folgende neue Pflanzen : 

Gratiola peruviana tom. 2. tab. 17. \ . $ar* 
mlenta repens Ruiz, et Pavon. daf. t. 34 . . . Mayte - 
nus Boaria Molin. daf. t. 27. f. 2. . . Calceolaria ' 
pinnata daf. t. 7. . . C. falicifolia daf. f. 1. . . 

. Acaena argentea Ruiz, et Pav. daf. t. 4 l « f* l « • • 
Gunnera Jcabra Ruiz, et Pavon. tom. 3 . t. 3 o. . . 
Bromus catharticus daf. t. 1. . . Rubia chilenfis Mo- 
lin. tom. 1. t. 45 . . . Guevina Avellana Molin. tom. 
3. t. 34. . . Buddlea globofa daf. t. 38 . . . Cyno - 
gloffum limenfe tom. 3 . t. 49 • • • Lobelia Tupa daf. 
t. 29. . . Lonicera corymbofa d af. t. 4^. • « Datu - 


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188 Sccbstei Buch*. Zweytes Kapitel, 

• • V * . 

% 

ra arbore# daf. t. • .* Nicotiana paniculata daf. 
t. 10. , ^. Atropa phyfalodes daf. t, 16. . . Solarium 
chenopodioides Lam. daf. t. 24. . . & quercifolium 

daf, t. 1 5 . * • S. muricatum daf. t. 26. . . S. peru* 
vianum torn, 1. t. 2.5, f. 1. . . S. montanum daf, t. 
46. , . AnagalHs alcernifolia Cav. ib. t, 26. f. 3 . . . 
Viola capillaris Cav. tom. 3 , t. 28. . . Nertera de - 
prefta tom. 1. t. 44 * • • Ceftrum Parqui daf. t. 32 . 

. . C. auriculatum daf. t. 20. f. 2. . . Chironia chi • 
Lenfis tom, 3 . t. 35 . . . Quinchamala chilenfis tom, 

i, t 44 * • • Chenopodium Quinoa t. to. , , Hydro - 

cotyle ? citriodora R. et P. daf. t, 1. f. 2. . . Oeno- 
thera tenuifolia Cav. daf. t. 33 , f. 2. . . Linum aqui - 
linum daf, t. 22. f. 3 . . . Conanthera bifolia Ruiz, et 
Pav. tom, 1, t. 3 . f, i. . . Herreria ftellata tom. 3 . 
t. 7. , . Phalangium corruleum daf. t. 8, , . Ph. 
eccrentorrhizum R. et P. tom.. 1. t. 21, f. 1, . . ,'Ama* 
ryllis tubiflorq. daf. t. 20. f. 1. . . - A , chilenfis Herit. 
daf. t, 21. f. 5 . . A , jlammea R. et P. daf, t. 20 f. 

3 . , . d, bicolor Ruiz. daf. t. 21, f. 2. , . Alfcro • 
rneria Ligtu tom. 3 . t. 4 * > * A . Pellegrina daf. t, 5 . 

. . A • Sa/filla daf, t, 6. . , Pitcarnia coarctata tom. 

j. t. 5 g..f, 2. . , Tropaeolum peregrinum tom. - 3 . 

t. 42. . . Ewhfia coccinea torn. 1. t. 47 * • • Ohio* 
ra fffilis d a(. t. 14- L 2. . . Laurus cauftica Molin, 
daf. t. 2 3 . . . Cafftajiipulacea daf, t. 4 %. • • J u f~ 
fieva peruviana tom, 3 . t-. 9, , , Oxalis rofea daf. t. 
25 . . . 0 conorrhiza Jacqu, daf. t. 24. . . 0 , me* 

galorrfiiza daf. t. 2.5. . . 0 . prenata Jacqu. tom, 1. 

t. a 4 , f, 1. f . Euphorbia laurifolia tom. 3 , t. 2. . . 
E , poruilacoides daf. t. 5 . . . Salpigloffis finuata Ruiz, 
Ot Pav, daf, t. 2\, , , Eugenia buxifolia Lam. tom. 
It t, 5t. f. 2, . . Winter a aromatica daf. t, 6. f, *. 

* , Annona (ripetafa daf. t. 17. f. 2. , , Drawee* 

phalnm (hamaedryoid^ BaJMs daf, t« 1, f, i« , » Bi* 
gnonia raiistta tom. 3 , t, 32, , , Loafa acanthifolia * 


* 

* 

. • • 

< * \ 

Ausbreitung botanifcber Kenntniffe durch Reifen. 1 89 
, . - » 
daf. t. 43 . . . Xuarefia bijlora Ruiz* et Pav. daf. t. 
48. . • Verbena erino'npes R. et P. tom. 1. t. 25 . f. 
2* . . V. chamaedryfolia daf. f. 3 . * 4 Criftaria 
be tonic aefolia Perf. daf. t. 27 . f* 1. . » Fetraria fxi* 
aides W. tom. 1. t. 4 * f* *• • • / Pal/ijlora tiliapfolia 
torn. 3. t. 12. . . P. punctata daf. t» 11. 4 .. Poly* 
gala thefwides W. daf. t. 1 3 . . * Pfotalea glandulofa 
tom. i. t. 3 . f. 2. . * Madia fativa daf. t. 26. f. 2* 
. . CephalophoroL glauca Cav. daf. t. 45 . L 2 * • » 
Flaveria Eup* torioideS Juff. daf. t. i 4 « f. 2. . \ Bac* 
charis ivaefolia tom. 3 . t. 37. . . Galinfngea parvU 
Jlora dal. t.' 32 . . . Neottia diuretica daf. t. 17. 4 4 
CymbUiiim virefcens daf. t. 19. * . C. luteurtt daf. t. 
20. . * Peumus fragrans Perf. daf* t. 6. f. 2. . . 
Morrordica pedata daf. t. 4 l * • . Cotiaria rufclfolia 
tom. 1. t. 12. »• . Inga Ingoides W. daf. t» 19. . . 
Schinus Areira daf. t. 3 o. . . Azolla mogellanica 

t. 35. * 

, Auf Feuillee folgte Amadeus Frezier, Kapitah 
der Feldmeffer, (geb. 1682, f 1773,) der in den 
Jahren 1712 urtd 1713 Chile, Lima und Magella- 
nien befuchte. Seine Reifebefchreibung hat den Ti« 
tel: „ Relation du voyage de la mer dii Sud aux co- 
tes du Chili, du Perou et du Brefil, vol. h 2.* Amft* 
1717. 12.,,. Die Pflan2en werden aber nur oberflach* 
lich beruhrt. 

Vie! konnte von Auguftin Lippis einem ParifeV, 
erwartet werden, da er, 1678 in Paris geboren, auf 
Fagon’s Empfehlung, als Arzt fitter Gefandtfchaft, 

■ die Ludwig XIV. 17 o 3 nach Haoeffinien fchickte, 
Aegypten, Nubien und einen Theil von Habeffinien 
durchreifete. Aber die Hand eines MeuchelmdrderS 
raubte ihm 1704 das Leben* Doch find feine Samrn* 
lungen noch in Paris, und DeJisle hat eine Menge 
neuer Arten beftimmt, wovon ich einige befiUe; als t 


1 


I 


190 Sechstes Buch. Zweytes Kapitel. 

. t 

Helio tr opium eriocarporiy Adonis mar ginat a , Corono - 
pus niloticus , Areemifia LipyjH, Inula crifpa u. f. f. 

Einer der beriihmteften , gelehrteften Reifen- 
den jenerZeit, deffen Reifen auch die mannigfaltig- 
ften und fchonften Fruchte getragen , war Engelbert 
Kcimpfer. In Lemgo i 65 i geboren, ftudirte er an- 
fangs in Konigsberg, dann in Upfala , wo er detn 
fchwedifchen Abgeordneten Lud. Fabricius , der nacli 
Perfien ging, als Reifearzt empfohlen wurde. Er 
begleitete diefen i683, und da der Gefandte im fol- 
genden Jahr zurilckkehrte, fo blieb Kampfer in Per- 
fien, und ward bald vom Fiirften von Tiflis als Arzt 
berufen. Nachdem er Perfien , Georgien und Arme- 
nien durchforfcht, fo ging er an den perfifchen Meer- 
bufen, wo damals die hollandifche Flotte, nach Oft- 
indien beftimmt, lag. Kampfer liefs fich als VVuncJ- 
arzt aufnehmen, und ging mit an die Kiiften Ara- 
biens, nach Ceylan, Bengalen und Sumatra , bis er 
1689. nach Batavia kam,* wo er ein Jahr blieb. Als 
im folgenden Jahr ein hollandifches Gefchwader nach 
Japan gefchickt wurde, ging er ebenfalls mit, und 
befuchte bey diefer Gelegenheit Siam und Corea. In 
Japan blieb er zwey Jahre, und benutzte diefe Zeit, 
die Naturgefchichte des Landes, die Verfaffung und 
Sitten jenes Volkes kennen zu lernen. Endlich kam 
er 1690 nachEuropa zuriick, u/id blieb bis an feinen 
Tod ( 1716) Leibarzt des Grafen zur Lippe. 

Ein fehr wichtiges Werk find feine : „Amoeni- 
tates exoticae, fafc. 1 — 5. Lemgov. 1712 . 4* wel- 
ches die Naturgegenftande der Lander, die er gefehn, 
jnebft den Alterthtimern , Gebrauchen und Sitten der 
Perfer, Araber, Chinefen und Japaner fchildert. 
I)ie japanifchen Pflanzen machen allein den fiinften 
Fafcikel. Sie find ziemlich gut abgebildet und unter 
den einheimifchen Namen befchrieben. JVIehrere Ab- 


\ 


\ 


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I 


Ausbreitung botanifcher Kenntniffe darcn Reifen. 191 

bildungen gab Banks aus KSmpfers Nachlafs 1791. 
fol. heraus. Folgende find , feitClayer, neu: 

Kdmpfera Galanga am. 9 ° 2, • • Ficus pumila 
amoen. 8 o 5 . . . F. erecta ic. 4. ...' F agar a Pipe- . \ 
rita am. 893. • . Skimmi* iaponica ic. 5 . Wei - 

gela iaponica ic. 45 . . . Ophiorrhiza Mungos am. 

532. . . Vaederia foetida. ic. 9. . . . Pittofporum 
Tobira R. Br. am. 797* • • Hovenia dulcis am. 809. 

. . Ferula Afa foetida 536 . . . Rhus Vernix daf. 

-792. . 1 Rh. faccedanea daf. 7 <jf 5 . . . Aralia iapn - 
nica ic. 10. . • Lilium co.rdifolium ic. 46. • • 
fpeciofum ic. 47 * • •- Ophiopogon iaponicus Ker. am. 

824. . . Funkia iaponica Spr. ic. 11. . . Cala- 
mus Rotang am. 552 . . ; Diospyros Kaki 806. . . 
Nandina domefcica ic. 1 3 . 14* . * Daphne odora ic. 

16. . . ( Hydrangea hortenfis var. coerulea am. 854 . 

Si jo. ... Phytolacca octandra am. 829. . . Mefpi- 
tus iaponica ic. 18. . . Ternfcromia iaponica am. 

'874; . . Illicium anifatum daf. 881... Thea viridis 
daf. 6 o 5 . vollftandige Abhandlung. . . Magnolia to- 
mentofa ic. 4^. . . M . obovata ic. 4^- 44* '• • Uvaria 
iaponica am. 477 * • • Bignonia tomentofa am. 860. 

. . B. grandijlora ic. 21. . . B. Catalpa am. 842. 

. . Volkamera Kdmpferi ic. 58 . . . Clerodendrort 
trichotomum ic. 22. . . Dolichos cultratus ic. 2 5 . • • 

D. incurvus Thunb. ic. 39. . . D. angularis ic. 4 °* 

. . £>. hirfutus ic. 4 l * • • F). Soja am. 838 . . . ; 

Citrus trifoliata am. 802'. . . Eupatorium album ic. 

26. . • After hifpidus ic. 29. . . Inula iaponica ic. 

3 o, . . Vanilla an guftifolia am. 869. f. 1. . . A't- 
rides arachnites daf. f. 2. . * Dendrobium monilifor - 
me am. 865 . . . Cymbidium ftriatum ic. 2. . . Ari - 
fcolochia Kumpferi ic. 49 * • • Aucuba iaponica ic. 6. 

52 . . . Begonia grandis ic. 20. • . Qjuercus glauca 
ic. 17. . . Salisburia adianti folia am, 811. . . Cw- 
preffus iaponica ic. 48 • • • Brouffonetia papyrifera 


/ 


/ 




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V )2 Sechstes Buch. Zweytes Kapitel. 

466. . * Acacia Nemu W . ic* 19. * Diofcorea 
quinqueloha in, i 5 . . ^ SmilaX China 782* . . Ta+ 
Xus macrophylla ic. 24. \ * T. nucxfera am. 8 * 5 . . * 

Dryandta cordata ic. 23 * . . Vteris piloftiloides ic* 3i* 

^ » » 

1 -* 

* « • * • 
j 

Der grofse Umfang des ruffifchen Reichs und 
feine Ausdehnung von den warmern Klimaten bis an 
'die Polar- Oegenden, und fiber weit mehr als den 
lialben Umfang der Erde von Abend nach Morgen*- 
Verfpr^ch ffir die Flor die reichfte Ausbeute. Auch 
haben die Beherrfcfyer diefes Reichs es -feit Peter 1 / 
nicht an Aufmunterungen ffir Naturforfcher fehlen 
jaffed. 

Der erfte, der das afiatifche Rufsland tintef- 
. fuchte, war ein Danziger, Dafl. Gotti. Meffirfchmid^ 
if >85 geboren. Die Liebe zur Natur trieb ihn 1716 
nach Petersburg) von wo er *720, durch die Regie- 
rung unterftfitzt, * nach Tobolsk gin g* Ilier traf er 
den Schweden Tabbert, nachmals Stralenberg, mit 
dem er den Obi* Jenifei und die barabinzifche Steppe 
durchreifete? Nach zwey Jahren kehrte Stralenberg 
in fein Vaterlattd zurfick* Mefferfchmid aber blieb 
noch drey Jahre in Sibirien , und befuchte die Tun- 
guika, die Angara, die Lena, den Irtifch, die daau- 
rifchen, Werchoturifchen und Altai* Gebirge* Nach 
feiner Rfickkehr lebte er in Petersburg verbdrgenj 
hlu$liches Unglfick drfickte ihn zu Boden , bis er 
1 ? 3 o ftarb. Er hat nichts herausgegeben : Amriiann* 
J. G. Gmellnmnd Pallas rtiachten zuirk Theil bekannt* 
Was er entdeckt hatte* 

Zu gleicher Zeit Ward ein junger Arzt, Gotti* 
Schobet $ von Peter I. an die.Ufer der Wolga*’ an s 
kaspifche Meer und in das nordweftliche Perfien ge- 
. fchickt* Diefer hinterliefs mehrere Handfchriften, 
die Lerfche befafs* Pflanzen fammlete er* aber ohne 


I 


Ausbreitung botanifcher Kenntniffe d uirch Reifcpk 193 

fie zu befchreiben. ( Lerche in nov. act. nat. cur . 5. 

flpp/p. l^b; f.^ . , - • 

Bertthmter als diefe ward Joh.Chrift. Buxbaum, 
in Merfeburg 1694 geboren, den Fr. Hoffmann deni 
Grafen Romanzow, empfahl, ;als diefer den Gefandt- 
fchaftsp often in Konftantinopel annahm. £r beglei- 
tete den ruffifchen Gefandten nicht allein an den Ort 
feiner Beftimmung v .fondern durchreifete auch die 
Kiiftenlander des fchwarzen Meers, Kleinafien und 
Armenien. Nach feiner Rtfckkehr ward er bey der 
neu errichteten Akademie der Wiffenfchaften in Pe- 
tersburg angeftellti allein eine hafsliche Krankheit 
trieb ihn in fein VaterJand , wo er i 7 . 3 o ftarb. Was 
er im Orient gefunden, und aus andern Herbarien 
kennen lernte , das trug er in einem Werk zufammen, 
deffen Titel ift : . „Plantarum minus cognitarum cen- 
turia 1 — 5 . Petrop., 1728 — 1740* 4 *»> worin ein 
halbes Taufend morgenlandifcher , auch zum Theil 
kap’fcher PHanzen kurz befchrieben und ziemlich 
roh abgebildet find. . ;Die wichtigften find foJgende; 

Salicornia fcrobilacea Willd. cent. 1. tab, 10. f. 
2. . . 5 . cafpicadtf. f. 1. . • Corifpermum [quar* 

rofum 3 . t. 55 . . . C. pungens Vahi. daf. t. 56 #. , . 
Veronica gentianoides * 1 . t. , 35 .^.. . V, biloba daf # 
36 . • . V. orient alis daf. 38 . . . V. pectinata daf. 
39. f. 1. . . V ♦ cymbalariaefolia daf. f. 2. . . V./i* 

liformis daf. 4 o. f. 1. . • V. agrejtis var . byZantina 
daf. f. 2. . . Vejrgl> Sib thorp Jl. graec . t. 8. . . V. par « 
vi/olia V. daf. 41 • f* 2. . . V. pedunculata Vahl. daf. 

f. 1 Ziziphora Muf/ini Adam. 5 . 5 i. f. 2. . . 

Valeriana > alliariaefolia Adam. 2. 11. . , Cyperus 
hamulofus MB. 4 * 60. <f. 1. . . Polypogon monspe* 
lienfis 5 . 66. f. 1. . . Aegilops fquarrofa 1. 5 o. f. 1. 
. . Triticum pectinatum MB. daf. f. 3 . . . Bromus 
Alopecurus 5 . 38 . f. 1. . Br . inermis daf. 40. f. 2. 

. . Br . lanceolatus 5 . app. 19. ,• * Br . confertus 

Gelch. d. Botanik, 2. Bg 1 3 


t 

194 ' ' • Secbstes Buch. Zweytes KapiteL 

MB. 4. 54 * t '*$ ** k‘ Elymus ctinitus Schreb. 1 .> 5 i * 

f. 1. . . A vena fragilis daf. 09. ■. . Hordeum iu • 
batum t . 5 2 . f . 1 . . * Polycnemum oppofitifolium 
Pall. 1. 3 i. f.*»k - *. k' P. fclerofpermum 5 * 58 . . * P. 
malacophyllum MB. 1 . 17. f. 2. .• k Crucianella mol k 
luginoides MB. 2. 5 o. f. 1. *» * ’ Valantia Cuctdlaria 

1. 19. f. 2. k r . Cufcuta monogyna - daL 23 . . * 
cftw/a lutea MB. 3 . 29. \ . Symphytum orientate 5 . 
68. . . Ly cop fit echioides i; 1. » • L* obtufi folia W. 

2. 1 3 . f. 2. . . ‘Onofma coerulea W. dal. l 4 * • ■» -'Ly* 

jimachia dubia 1. 33 . * . Campanula latniifolia Adam. 
5 . 18. • -. C, ruthenica MB. daf. t. 19. . . . Azalea 
pontica 5 > 69. ‘ Salfola glauca MB. u i 3 . . .* . «S. 

rigida i. 14. f. . V S. craffa MB. daf. f. 2. . . . 9 . 

ptoftrata daf. i 5 . . * . S. hyffopifolia daf. 16. % \ «S. 

fedoides 3 . 49 * • • & vermiculata daf. t. i 1. f. 2. . . 

Anab'afis foliofa i. 19. f. t . .* .• -Ferula meoides t* 

^ 4 ^» • • Caucalis orientalis 3 . 28. . . Paftinaca 
pimpinellifolia MB. 3 . 27. . . Lafetpitium aureum 

1. 43 . v . Statice acerofa Willd. 2. 10* . . Linum 

Ititeolum MB. 5 . 5 g. . -. E volvulus lin if olius 2. 3 o. 
f. 3 . . . Allium [ibiricum 4 > • » Afphodelus pro* 

lifer MB. 2. 36 . f. 2. . . Afparagus verticillaris 5 . 
app. 37. . •* * Laehenalia tricolor 3 . 20. k . ' Atrapk a- 
xii fpinofa 1. 3 o. . Prica 4 - 4 * • * * & 

coerulea 4. 43 . . k Polygonum undulatum 2. 3 t. . * 
Sophora alopecur aides 3 . 4 ^« * * .Rata villofa MB. 

2. 28. f. 1. . * JR. linifolia daf. f. 2. . . Reaumuria 

ciftoides Adam; 2. 35 . . . Saxifraga kederacea 2 . 
45 . f. 2. . *. * Gypfophila perfoliata 3 . 61. ... Se~ 
dum fpurium MB. 5 . 61. f. 2. . . Silene fimbria ta 
Spr. 3 . 57. . . Euphorbia tuberofa 2. 23 . . . P. 
denticulata Lam. daf. 27. f. 2. . . 2 ?. micrantha MB.* 

2. 26k « *• Ly thrum acuminatum W. i. 4 ?* t» • * 
Rubus arctiCus 5. 26. ; . Potentilla pimpinelloides 
1.48. . ♦ P. b'furca i. 49 »L i. * *, Helleborus ra* 


Ausbreitung botanifcher RenntnifTe durcb Reifen. 195- 

V 

✓ 

mincutinus 1. 22. Nepeta Muffini Spr. 3 . 5 o. & 

1. . . * Marrubium aftracanicum 3 . 5 o.*fv 2. • s.Phlomis 
tuber of a 1*6*. * . Dracocephalum altaicum 1. 7. . # 
Rhinanthus tripdus 1 . 8. . * . Antirrhinum glaucum 
4. 37* » . Orobanche alba Willd.v 3 . 2. * . O. coe- 
fulea daf. t. 1. f. 2* * * Celfia betonicaefoiia 1 * 21. 

* Digitalis ferruginea 5 - 49 * * * I fat is armeniaca 
1* 4 * * * /* lufitanica daf. 5 . . * Clypeola hfiocar • 

pa Juff. l. 2. f. 2* ♦ . Myagrutn chlorae folium W** 
l* 3 . f. 1. 4 * Pugionium cornutum 1* 9; f. i. . * 

Lepidiurh fpinofurrt 2 * 34 * * • * L. vefwarium 1. 26* * * 
Thlafpi arabicum 1 * 2 . f .1 * * * Cheiranthus cufpida • 
tus 2* 33 . f. . . Hefperis cretacea Adam. 2^ 32 . 
f. i. *. Arabis recta ViJl. 2. 33 . f. 2. * . • Rapha • ‘ 
nus tauricus 3 . 73. . . Cleome ornithopodioides 1. 9* 
f. 2. . Erodium oxyrhinchum MB. 2. 48. f* 1. . • 

'Polygala andrachnoides 3 . Jo. f. 2. « ♦ JP. bracteo • 
fata daf. 71.. * Orobus hirfutus 3 . 4 1 * * * 0 . di» 
gitatus MB. 2. 38 . . Lathyrus angulatus daf. 4 2 * 

f. 2. v '* L* incur vus daf. 44* • * Picia bithynica 
daf* 45 * f. 2. * * Coronilla cappadodca W. 2. 4 o» £ 

2. * * <Hedy farum Buxbauntii MB. 2. 4 2 » ♦ * * Aftra * 

galas virgatus 3 . 37 . A. brachycarpos MB. daf* 

38 . f. t* ♦ * A. longifloruS Pall. daf. 38 , f. 2. . % A • 
contortuplicatus daf. 5 g. . * .. - A * galegiformis daf. 4o* 
*• r, Oxytropis lunata Candoll. daf. 36 . f. 2. * * Do • 
rycnium latifolium Willd. 1. 32* f.. t; * . v * Scorzonera 
graminifolia 2. 21; * * Lactuca fanchifolia W. 5 . 
app. 36 * * * Chry focoma villofa 2* 18. f. t. . . . Py • 
rethrum carneum MB. 2* 20. . * Achillea filicifolia 
MB. 2. 19.. . •*. Siegesbekia orientalis 3 * 62. r * 
Centaurea miens 2. i 5 . f. 1* . ♦ C. .Balfamita irt. 
16. * v Sa/yriam cucullatum Sw. 3 * 8. 7. . : S, corii + 
folium 5 * 10* * . Corydum crifpum daf* it* . * C* 
veftitum daf. 12. * . Pteryg odium cutholicum daf* 
21* * .* Ariftolochia pontica Lam. t. 4 ® kJ ^* - Carex 

. i 3 * - 


n / 


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196 - Sechstes Bach* • Zweytes Kapitel. 

% , , ' 

. * ' 1 ♦ 

Buxbaumii .4. 69. . . ' C. fecalina Hoft. 1. 54* • • 
Smilax ex cel fa 1. 27.';*%’ Acacia Stephaniana W* 

3. 48; - » Tonula fubulata 2. 2. f. 3. .. . * Buxbau * 
aphylla 2. 4 * f- 2. . . Dicranum mulcifetum daf* 
f. 1. .Fucus falicifolius 3. 65. f. 1. . . F. Aphyl* 
lanthor ary. f. r. ..*• F. Serra 2. 8. f. 3; - Hyd* 

num Erinaceus 1. 56. f. t. f. H, Aurifcalpium 1. 

Sobald die Kaiferinn Anna zur Regierung kam, 

fuchte fie die Naturfchatze ihres unermefslichen Rei- 

* a 

ches bekannter zu machen.’ Zu dem Ende fchickte 

■* . 

fie fchon 1732 zwey Gelehrte,. Traug. Gerber und 
Heinzelmanriy in das oftliche Rufsland. • Gerber ging 
an die Ufer des Don und der Wolga, fchickte, feine 
Flor von Mofcau an Haller, ( bibl. hot. 2,3 i 8.), ward 
Feldarzt im finnifchen Kriege,. und ftarb zu Viborg 
1743. Heinzelmann befuchte den Ural, das Gebiet 
von Orenburg und einen Their der TatareyJ Was 
er gefunden, machte zum Theil Ammann bekannt. 

. , . Sehr wichtig war die Sendung, welche Kaife- 

rinn Anna zur Unterfuchung des fernften Oftens ver- 
anftaltete, an deren Spitze ein trefflicher Dfine, Veit 
Bering , ftand, der kaum aus Kamtfchatka zurttckge- 
kehrt war. Denn Bering war . 1728 nach Kamtfc hat- 
ka gegangen, und hatte . von da die Fuchsinfeln, . 
Alafchka und die Nordweftkafte von America bis 
zur Beringsbay befucht. Jetzfr warden Joh.’ Georg 
Gmeliny ein Tubinger, (geb. 1709,) der feit 1727 
in Petersburg gelebt hatte, Stephan Krafcheninnikow . 
und einige Maler und Kttnftler beordert, die Natur- 
gefchichte des oftlichen Afiens zu unterfuchen. Ih- 
nen wurde nach fiinf Jahren Georg WiJfa. Steller , 
aus vWeinsheim in Franken, beygefellt, ein Jttng-*' 
ling von . unglaublichem Eifer, grofser Ausdauer 
und vielen Talenten. Er und Krafcheninnikow 
foil ten Kamtfchatka, und was nach oftlioher liegt, 
unterluchen. «. Sie fegelten aus dem Peter -Pauls** Ha- 


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Ausbreitung botanifcher Kenntniffe durch Reifen. 197 

fen nach den Fuchsinfeln , befuchten die americani- 
fche Kafte, mufsten aber, da fie zurQckkehrten , auf 
der Berings - Infel bleiben , wo Bering (1741) elend 
umkam. ( Neue nord. Beytr. B. 5. 6.) Stelier er- 
reichte, auf einem von feinen Gefahrten erbauten 
Fahrzeug, im folgenden Jahr den Peter - Pauls- Ha- 
fen. In Kamtfchatka blieb er noch einige Jahre, 
kehrte dann zurflck, ftarb aber 1746 zu Tjumen 
am Tura. Er hinterliefs eine Befchreibung der Be- 
rings -Infel, die Pallas bekannt gemacbt bat. {Neue 
nord . Beytr.iB, 2. S. 255. f.) Zweyhundert und elf 
Pilanzen fand er auf jenem oden und traurigen Ey- 
land, worunter intereffant find: Cornus fuecica, San- 
guiforba canadenfis, Heucbera americana, Trillium 
erectum, Andromeda polifofia, Tiarella trifoliata, 
Rubus arcticus und Chamaemorus , Coptis trifolia Sa- 
lisb. , Fumaria Cucullaria, Betulanana, Polypodium 
fragrans, Pteris pedata, Lycopodium rupeftre u. f. w. 

Unterdeffen hatte Job. Georg Gmelin mit fei- 
nen Gefahrten, dem Hiftoriker Gerh. Friedr. Muller 
und dem Matbematiker Ludw. de l’lsle de laCroyere, 
alles angewandt, um Sibirien in feinem ganzen Umr 
fange kennen zu lernen. 1704 durchreifeten fie die 
Gegenden am Ob und Tom bis in die KalmQckey; 
im folgenden Jahr befuchten fie die Landfchaft jen- 
feits des Baical: 1736 und 1737 brachten fie an den 
Ufern der Lena zu, die fie bis zum 62ften Grade hin- 
aufftiegen. Im folgenden Winter verlor aber Gme>- 
lin zu Jakutzk durch eine plotzlich entftandene 
Feuersbrunft alle gefammelte Schatze, alle Bucher, 
alle Handfchriften. und feine fammtliche Baarfchaft 
und Habe. .Dies beugte indefs feinen Muth fo we- 
nig, dafs er, nach erhaltener neuer Unterftatzung, 
fich vorfetzte, alles von neuem zu fammlen. Er be- 
fuchte 1739 den Jenifei.und alles Land, was zwifchea 
dem 5i und 66° N. B. liegt. . Dann ging er 1740 an 


198 Sccbstes Bach* Zweytes Kapitel* 

den Ob zurhck, befuchte iro folgenden Jabr die 
ifchimskifche , barabinzifche and andere Steppen, 
1742 Ifetzkoi und die nahen Gebirge, and endJich 
kehrte er nacb zehnjahrigem Aufenthalt zuriick, Er. 
ward Prof* der Naturgefchichte bey der Akademie in 
Petersburg: doch trieb ibn Rranklichkeit und Sebn- 
fucht nach vi$r Jahren in fein VaterJand, wo er 1755 
ftarb, , 

Zuerft wurden Gmelins Entdeckungen zum 
Theil bekannt gemacht von Joh, Ammann , Paul's 
' (S, 36 ,) Sohn , der Akademiker in Petersburg war, 
(geb. 1707, f 174 i)* Diefer hatte fowohj von 
1 Heinzelmann und Gmelin Saamen und, Pflanzen er- 
halten , ais auch Mefferfcbmid’s Tagebuch benutzt* 
So gab er; „ Stirpium rariorum jn imperio rutheno 
* fponte provenientium icones et defcriptiones, Petrop, 
1739. beraus. Da fich Ammann entweder tro- 
ckener Exemplare bedjente, oder die Pflanzen aus 
Saamen im akademifchen Garten gezogen kannte; 
fo find Abbildungen und Befchreibungen nicbt immer 
die genaueften* Folgende Arten kommen bier zu* 
erft vor;, 

Veronica fibirica t* 4 * * • Fedia fibirica t* 3 , • , 
Corrtus alba t. 32 . . ; Hypecoum erectum t. 9. , , 
MeJJerfchmidia A rguzia p. 19. , . Rhamnus davuri * 
cus t, 33 , • , Gentiana aquatica t, 1 . f, 1 . , , Sta* 
(ice aurea t, 18. f. 2, , . Sibbaldia erecta t, i 5 , . * 

1 

Stellera Chamaejafme t, 2. , • Rhododendron davu- 
ricum t. 27. v * Stellaria radians t. 10. , , Sedwn 
Aizoon t, 11, , , Amygdalus nana t, 3 o. , *- Pru* 
ms fibirica t. 29, , * Pyrus baccata t. 3 x, * . Po* 
tentilla verticillaris t. 16* , . P- fruticofa t, 17, . , 
P.Jloribunda Purfh, t, 18. f, 1. , * Ranunculus reptans 
t. i 3 . f, 1. * . R falfuginofus daf, f. 2. . , Ifopy- 
rum fumarioides t. 12.** * Leonurus fibiricus t, 8, , , 
Cymbaria davurica t. it ; * .* Fumaria fibirica t, 20. 


* . 


i 


Ausbreitung botanifcher KenntniXfe durch Reifen. 199 

4 

* 

v * Orobus lathy roides t. 7. f, 2, , tl Robinia py» 
gmaea t. 35 . , . * Opcytropis lanata t.,1 9. f. a * , Ox. 
myriophylla da f. fc 2/ . .. Cineraria fibirica t. 24. . • 
Artemifia annua t, a 5 .: .• . Cypripedium guttatum t. 
22.. .. C, macranthan W,K 21.' . . Urtica canna • 
t, 25 , . , Ephedra monoftachya t.< 26, * 

Wir erwahnen noch der AbhandJung von Am* 
mann liber yerfchiedene Farrenkrauter,^ (comment, 
acad, petrop. 10, p* 278,), worunter mehrere fehr 
feitene und noch nicht ganz aufgeklarte. 1 

Gmelins flora fibirica 9 tom- 1 4 * Petrop. 

1747 — 1789., roit ungefahr 4 oq Abbildungen, ift 
eines der vorzfiglichften Werke. unferer Literatur. 
Sehr intereffant ift der -V orbericbt liber Lage , Kiima 
Sibirjens und die geographifcbe*. Verbreitung der 
Pilanzen. . Diefe werden in natiirlicher Ordnung auf- 
gefahrt, aucb Stefler’s, Heinzelmann’s , Meffer*- 
fchmid’s, Gerber’s., .Schoher's, Krafcheninnikow’s 
und anderer Mittheilungen benutzt, - Die wichtigftea 
Pilanzen find folgende; . ^ . 

Polycnemum fibiricum . Pall, tom. 3 . tab. 23 , 
f, t, , . Fedia rupeftris Vahl. 5 ,.. 24. • . Iris 
humilis MB, i, 5 . 1. . . Melica pyramidalis Lam. 

1. 19. f. 1, • . Feftuca elatior 1. 21.., . 4 vc- 
na fibirica 1. 22. , . ‘ Elymus arenarius X . 25 , • , 

E. fibiricus 1. 28. , . Triticum imbricatum MB, 

4, 2 5 . . . Scabiofa ucranica 2. 87. . ♦.< . Sc , ijeten* 
fis daf. 88. . , Pulmonaria fibirica 4. 39,;., , k An- 
dr o face filiformis 4* 44* f* 4* ** ^ lactiflora 

Fifcb, 4, 43 . f. 2. A. . . Primula cqrtufoides 4 * 4 - 5 * 
f, 1. , . Pr. fibirica 4 , 48 , f. 1. . : Cor tufa Gmelini 

4 ♦ 43 . f. 1. . , Phlox fibirica 4. 46. f. 2. * , Cam* 
panula liliifolia 3 . 26.V . . . C* grandiflora daf, 28, , 

C fibirica daf, 29. , , C. punctata daf, 3 o, , ♦ C* 
Gmelini mihi daf. 53 , , , Viola uniflora 4 * 48 . f. 5 . , , / 
V> lanceolata daf, 49 * f* su***v f C henopodium arifca* 


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t . 

200 Sechftw Buck. Zweytes KapiteL 

w * 

turn'd. i5. f. li . Atriplex tatarica daf. 14. f. iV 
• # . Salfola verrucofa MB. 3. aV. f. 2. . . 5. ericoi • 

ties daf. f. 1. t. 19. f. 1. '. .. Swertia dichotoma 4. 
63* f. 1. . . ” Sw. corniculata daf. f. 3. . . Gentiana , 
dichotoma daf. 5 1 . G. adfcendens daf. f. A.. .. . 

G. macrophylla daf. 52. . . Ligufticum fibiricum Spn 

I. 46. f. 1. 2. . . Heracleum fibiricum daf. 5o. . . 
Selinum fibiricum daf. 48. . . Anthrijcus nemorofa 
Spr. daf. 49* a. . . Ligufticum vaginatum Spr. 44* 

. . Cnidium apioides Spr. 48. . .* Peucedanum ile- 
tenfe Spr. daf.” 4'2. . .' P. album 4n • . Viburnum 
davuricum 5. 25. . . Statice fuffruticofa 2. 88* f. 2. 
3. . . St. Gmelini daf. 90. . . St. fpeciofa daf. 91. 
ft 1. . . St. fpicata daf. f, 2. . . St. tatarica daf. 
<92. • . Allium obliquum 1.9... A ramofum daf. 

II. f. 1. . . A. nutans daf. 12. . A . linear e d af. 

i3. 14. v . A . tenuiffimum daf. i5. f. 3. . . . A.Stel - 

lerianum W. daf. 16. f. 1. 2. * . . A . globofum MB. 

1 . 10... v Convallaria trifolia 1 . 6. • . luncus 
bottnicus YVahlenb. 1. 17. f. 2. . . Melanthium jibi - 
ricum i. 8l . . Erica bryantha 4. 57. f. 3. . . E. 

S teller iana daf. f. 2... . • ■ Andromeda lycopodioides 
daf. f. 1. • . Polygonum ocreatum 3. 8. . . P. fericeum 
daf. 9.' f. 2. . . P. undulatum daf.. to. . . P. ta~ 
taricum daf.' i3. f. 1. . . ; Rhododendron chrysan* 
tluim 4. 54* • •/ Saxifraga bronchialis 4«'«65. f. 2. .. 
5. craf [folia daf. 66. . . Mitella nuda daf. 68. f. 2. 

. . Arenaria graminifolia Willd. daf. 63* f. 2. . . 
Sedum hy bridum.dat. 67. f. 1. . * S. Jpinofum Willd. 
daf. 67. f. 2.. v.vo Ctraftium maximum daf. 62. f. 2. 

.. . Peganum davuricum daf. 68. f. 1. . . Nitraria 
Schoberi 2 98. . . * Euphorbia procera MB. 2. 94. 
Spiraea forbifolia 3. 46. . . . Potentilla penfylvanica 
3. 34. f. 1. • * P. grandi flora daf. 35. f. 1... . P. 
nivea daf. 36. f. 1. . . P. ftipularis daf. 37. f. 2.-.. . 
P. agrimonioides MB* .daf. 38* * . Paeonia anomala 

1 


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\ 


I 


Ausbreituag botanifcher Kenntniffe durch Reifen. 201 

4 - 72. . . P. tenuifolia daf. 73. . . Delphinium 
grandijlorum 4* 78. . . D. e xaltatum daf. 75. . • 

. D . hybridum daf. 76. • . . D. crajfifolium Scbrad. daf. 
79. . . D. urceolatum daf. 80. • . . Cimicifuga foe- 
tida daf. 70. . . Ranunculus hyperboreus daf. 83 . B. 

. . Caltha natans da(. &2. .. . Nepeta multifida 3 . # 
55 . . . Ballot a lanata 3 . 54 * • Dracocephalum 

pinnatum 3 . 52. . . Dr. nutans daf. 49 *. • • Hr. 
thymijlorum daf. 5 o. . . Scutellaria pallida MB. 3 . 
58 . . . Bartfia pallida daf. 4 2 » • • Pedicularis eu- 
- phrafioides daf. 43 . . . P» refupinata daf. 44 * • • 
P. uncinata daf. 45 . . . Draba repens MB. daf. 56 . 
f. 2. . , Cardamine macropliylla daf. 62. . . 
fymbrium integrifolium daf. 63 . . . . Arabis pendula 
daf. 60. . . Geranium fibiricuni daf. 67. . . Fuma - 
ria paeoniaefolia 4 * 34 * • . Poly gala fibirica daf. 32 . 
, . . 0 rebus anguftifolius daf. 5 . . . Lathy r us pifi • 
formis daf. 1. . . Vida biennis daf. 2. . . Hedy fa - 
ram alpinum daf. 10. . . H. argenteum daf. i 3 . . . 
H. fruticefum daf. 22. . . H. fericeum MB. daf. 3 i. 
. • Aftragalus adfurgens daf. i 5 . . . A* uliginofus 
daf. 17. lS. . .. A. Laxmanni daf. 19.'. . A.fruti - 
*co/w$ daf. 24. A.. . . A. pauciflorus daf. 26. f. 1. . . 
A . baitalenfis daf. f. 2. . .. A . longijlorus daf. 27. . „ 
Oxytropis ambigua daf. 5 o. . . Ox. leptophylla daf. 
24. B. . . Trigonella ruthenica daf. 8 . . . Scorzo- 
nera anguftifolia 2. 1. . . Sonchus fibiricus daf. 3 .V. 
Hieracium erpeeum daf. 8. f. 1 . . . Hi Gmelini daf. 
f. 2. . . H. lyratum daf. 9. , . H. fibiricum daf. 
10. . . Serratula falicifolia daf. 27. . . 5 . multi - 

flora daf. 28. • . 5 . amara daf. 29. . • S, centau - 

roides daf. 17. . . . 5 . xeranthemoides MB. daf. 47 . 
f. 1. .. . Carduus cyanoides daf. i 5 . . . C. poly clo* 
nos daf.. 16. • . Cnicus cernuus daf. 19. ... Cn. 
Gmelini mihi daf. 25 . • .. Cn . unijlorus daf. ’ 38 . . . 
Cacalia haftata daf. 66. . . Chryfocoma dracunculoi - 


♦ 


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f 


/ ' •• 

202 *r . i ' . $echstes Buch, Z wey tes Kapitel. 

• # 

des Lam, daf, 83. f, 1. ] , Chr. villa/a daf. f. 2. , , 
Tanacetum fibiricum daf, 65 .- f. 2. *. . Artemifia in * 
* tegrifolia daf. f. U nitrofa daf, 5o. f. 1. 

. . A. Lercheana da f, f. 2. 3 , . . A. paucijlnra daC, 
52 ./. 1.2. . A. anethlfolia daf. 54 - « * A. palu- 

fcris daf. 55 . . , A> lacihiata daf. 57... A . inodo- 
ra MB. daf. 63 , f. 1, . . A. fericea daf. 64. f. -1. . . 
Erigeron gfamineus daf. 76, f. 2. . . Tufftlago A nan* 
dria daf, 67, f. 1. 68. f. 1. , . T '• lyrata daf. 67. f. 2. 
. . T. laevigata W. daf. 69, . , T> frigida daf, 70. 

. . After fibiricus daf. 80. f , 1 , • , . Cineraria glau • 
ca daf, 74* • • Pyrethrum bipinnatum daf. 85 , f. iv 
. , P. millefoliatum daf, 86. f. 1. . • P. achilleaefo • 
hum MB. daf, f. 2. , . Chrysanthemum arcticum 2, 
84. . . ' Achillea Impatiens daf. 83 . f. t, . A • Qer - 
beri daf. f. 2. , . \ A, filicifolia MB, 2, 19. , . Cen • 
taurea ruthenica daf, 4 i* • • C* fibirica daf. 42. f. 2. 

, , C, ovina PalJ, daf, 43 . , . C, maculofa Lam. 
daf. 44, f. 1. 2. , . C. trichocephala daf. 45 . f. 1. 2. 

. , Orchis cucullat a 1 . 3 . f. 2.'. , 0 . fufr.efcens 1. 

v. 4. f. 2. . . Limodorum Epipogium 1. 2. f. 2, , . 
Axyris amarantoides 3 . 2. f. 3 . . . /f. hybrida daf, 

4. f. 1,. , A* prof tr at a daf, f. 2. : , . Diotis cera* 
toides daf. 2. 1, . , Salix rhumnifolia 1. 35 . A, , . 

5. berberifolia daf, f. 3 . . . S, arenaria 36 , f. 1, 

* Krafcheninnikow ward nach feiner Rttckkehr 
Akademiker in Petersburg* ftarb aber 1754 » als er 
die Herausgabe feiner ruffifchen Befchreibung von 
Kamtfcbatka noch nicht vollendet hatte, Fine eng* 
landifche Ueberfetzung haben wir davon: „The hi- 
ftorv of Kamtfnhatka and the Kurilski islands, Glo* 
oefter 1764* 4 *»* Im fflaften Kapitel kommen die 
Gewachfe vor, worunter Lilium camtfehaticum , Spi* 
raea camtfcbatica, Geum anemonoides, Rhododen* 

- droo camtfehaticum und mehrere Fuci, 


1 


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Ausbreituog botanifcher Kenntniffe durcb Reifem 5103 

» 

• Nordam erica ward ip diefemZeitraum yon Marc, 
Catesby (geb, j 68 q, f 1749) befucht, Grofser 
Eifer fdr Naturgefchichte trieb ihn 1712 each Virgi- 
nien , wo er fieben Jahre blieb und eine Menge Saa- 
men pod Pflanzen an Dale fchickte, Diefe wurden 

t * 

dem edlen Wilh, Sherard, diefem grofsmOthigen Be- 
forderer der Wiffenfchaft, bekannt, Diefer, da Ca- 
tesby zurackgekommen, bot ihm ein Jabrgehalt an, 
wozu auch Sloane einen Beytrag gab, wenn er die 
fttdlichen Provinzen von Nordamerica von peuem be* 
fueben wUrde. Catesby nabm dies Anerbieten an, 
und ging im Jahr 1722 nach Carolina, Georgien , 
Florida und apf die Infeln Bahama und Providence 
( 25 ^ N. B.), Er hielt fich in jenen Gegenden vier 
Jahre auf, fammlete eine zabllofe Menge von Pflan* 
zen pod Vogeln , die er nach feiner Ruokkehr zeich- 
nete , in Kupfer ftach, und mit folcher Kunft aus* 
malte, dafs man bis dahin in unferer ganzen Litera- 
tur noch nicht eine folche Pracht gefehri hatte. She- 
rard foil die Namen dazu gefetzt haben. Das Werk 
erfebien unter dem Titel ; „ r Ehe natural hiftory of 
Carolina, Florida and the Bahama - Islands , tom. 1, 
2. und append,, Lond. 173 1. 1743, fol.„, mit £20. 
Kupfertafeln, worauf 4°7 Pflanzen und Vogel abge- 
bildet find, Es ift indefs mehr Kunft auf die fchone 
Darftellung, als Sorgfalt auf die Cbaraktere verwandt, 
Neu find ungefahr folgende Arten; 

Qlea americana tom.* 1. tab. 6 1* « t Fra sinus ' 
caroliniana daf. t. 80. 4 , Catesbaea fpinofa 2. ioq, 

> , Cornus Jlorida 1. 27. , • Hamamelis virginiana 
app, 3. » » Ilex Cafftne 1, 3 i. , . Ipomqea caroli * 

na 2, 19. , , . Dodecatheon Meadia app* 1. ♦. , Spi* 
gelia marilandica 2, 78, , , Gardenia clufiaefolia 
5 g, , , Vinca lutea 2. 53 , „ . Plumeria obtufa 

2, 93, , , Rhus elegans app. » • Nyffa biflora 

i f 41, , , N> denticulata 1, 6o» « • Punas quin* 


204 • Secbstes Buck. Zweytcs Kapitel., * 

• • 

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$ 

• . % * 

quefolius app. 16. . , Cleditfchia monofperma i . 43 - 

* . Lilium philadelphicum 2 . 56 . ... . L. Catesbaei 
daf. 58 . ... Trillium cernuum i. 45 . . . Orontium 
aquatioum 1.82. . . ' Dracontiumfoetidum 2. 71. • * 
Amyris elemifera 2. 53 . .• . A . toxifera 1. 4 °« • • 
Acer dafy car pum 1* 62. . . Laurus Borbonia i. 63 . 

. . Swietenia Mahogany 2. 8,1. . Haematoxylon 
campechianum daf. 66. . . Rhododendron maximum 
app 17. f. 2. >. . Andromeda arborea 1*71. . . A . 
Catesbaei 2. 45 . . . Silene Catesbaei daf. 54 * . . 
Halefia tetraptera 1. 64 * • • Philadelphus inodorus 
2, 84. . ... Caly can thus Jloridus 1. ^ 6 . . . Magno- 
lia grandijlora 2. 80. .*. M tripetala daf. 6i. . . 

acuminata app. i 5 . . . Fothergilla alnifolia 1. 
66. . . Sarracenia purpurea 2. 72. . . Ann on a 

glabra 2. 64. • • A . triloba daf. 85 . . . Crefcentia, 
jafminoidts Lam. 1. 59. . . Bignonia pentaphylla 
1. 3 . ... J acaranda Carolinian a Juff. daf. 4 2 * • • 
Orobaqche americana daf. 36 . . . Stuartia Malacho- 
dendron app. i 3 . . . Erythrina herbac&a 2. 49 * • • 
Robinia hifpida app. 20. . • Arethufa divarh at a 1. 
58 . . . Epidendrum nocturnum 2. 68. . . Quercus 
Phellos und virens 1. i6. . . v 

Qu. nigra daf. 19. . .. Qu. aquatica daf, 20. . . Qu. 
alba daf. 21. f. 2. . . Qu. falicifolia daf. 22. . . Qu . 
Catesbaei daf. 23 ... . Fagus pumila 1.9... • Juglans 
nigra 1. 67. . . J. alba daf. 38 . . . Croton Cafca- 
rilla 2. 46. • • F if cum rubrum 2. 81. . . F. pur- 
pureum daf. 95. .. • Myrica carolinenfis 1. i 3 . . . 
Populus balfamifera 1. 34 * . Smilax laurifolia daf. 
i 5 . . • Sm. ariftplochiae/olia W. 1. 47 r • • 
tamnoides 1. 52 . . . Wendlandia popqlifolia YV. l. 
5 l. . . Acacia glauca 2. 4 2 * 

Wilh, Houftoun, der lange auf den Antijlen und 
in Neu-Spanieo gelebt hatte , wo er auch 1733 ftarb, 
hinterliefs Beioerkungen uber die Pflansen, die er iu 


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I 


Ausbreitung botanifcher Kenntnlffe durcb Reifen. 205 . 

• ■* ^ 

Cuba, Jamaica und in der Gegend von 'Vera Crufc 
beobachtet. Diefe befitzt Banks in der Handfchrift, 
(Bibi. Banks 1, 187.), und gab aus dem Nachlafs ei- 
Jiige Bruchftiicke heraus* f „Reliquiae Houftounia- 
'iiae, Lond. 178 i. 4 mm mit 26 Kupfern, wo foJgenda 
Pflanzen zuerft vorkommen 

Jufticia fcorpioides t. 1. . . Cordia Gerascai 1- 
thus t. 6. . . • Rii hardia fcabra 9. . , Petrea volu - 
bilis 11. . v Lippia americana 12. • . ? Iatropha 
herbacea i 5 . . . Inula fatureioides 19.V. After 
aurantius 18. . . . Trixis ? ,20. Melampodium 
americanum 21. . . Croton argenteus 22. . . Sckrane 
bia aculeata W. 25 . . . Def man thus plenus W. 23 . • » 
Acacia Jilicina W. 26. ‘ - * 

« »•' Joh. Bapt. Lab at , ein Dominicaner , der febr 
grofse Reifen gemacht, um die katholifche Religion 
auszubreiten , (geb. 1667, f 1738,) befchrieb auch* . 
die nQtzlichen Pflanzen der Gegenden* die er be- 
fucbt hatte, und liefs fie, wiewohl ziemlich roh , 
abhilden.* BerOhmt ift fein: ,, Nouveau voyage aux 
isles de l Amerique, Paris 1722. S. vol. 1 —6.,,,. 
Ivorin man eine ziemlich vollftandige Gefchichte des * 
Kakao, Tobaks, Indigo, Orleans, Zuckerrohrs 
und der Baumwoilenftauden findet. Auch gab er ei- 
ne Sammlung von Reifen heraus , die Brue, Vorfte- 
her einer ? Handels - Gefellfchaft far die Weftktiften 
von Africa, unternommen* „ Nouvelle relation de 
I'Afrique occidentale, Paris 1728. tom. 1 — 5 .,, ift 
der Titel diefer Sammlung. Man findet bier tom. 2. 
p. 44. den Weihrauchbaum (Amyris Kafal), Cre- 
fcentia Cujete p. 317., Acacia vera tom. 4 « P» 162., 
Iatropha Manihot tom. 5 . p. 80. und mehrere andere 
Pflanzen gefchildert. - 

Joh. Ernft Hebenftreity den wir fchon oben an- 
fflhrten, ward 1751 vom Konig Auguft II. von Po- 
len aach Africa gefchickt; tun felt fa me Thiera und 


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V 


I 


20 6 Sechstes Bach* Zweytts Kapitel. ; ' 

\ , 

» * i 

Pflanzert' zth fammlen tind aufzukaufen. Er nahrrt 
Ghrift. Gotti. Ludwig mit, und ging mit diefem von 
MarfeiJJe nach Algier, Tonis, Tripoli tind andem 
Gegenden des nordlichen Africa* ' Nach erhaltenef 
Nacbrichfc von. des KonigS Tode mufsten beide aber 
1733 2uriickkehren , und die gelehrte Welt hat 
nichts von den Fruchten diefer Reife erfahren. 

Etwas mehr Nutzeh ftiftete die fteife eines gei* 
lehrten Theologen und Kenners des Alterthums* 
Thom. Shaw , der, >um die heiligen und profaned 
Alterthamer zu unierfuchen , nach Aegypten, Nordn 
africa und Syrien reifete. In feiner Reifebefchrei* 
bung. 4 , t Travels, or obfervations relating to feveral 
parts of Barbary and the Levant* Oxf. 1738* foL„* 
findet man auch ein Verzeichnifs von 632 Pflan2en, 
welches Dillenius angeordnet. Auf fechs Kupferta- 
feln find einige Pflanzen, aber fchlecht, abgebildet, 
als! Telephium oppofttifolium ik 572. , Sedum coeru* 
leum n* 55 o., Rameau rofeus n* 5 *, Fagonia arable a 
ik 229., Zyguphyllum coccineum n. sSl., Ranuncu • 
lus fpicatus Desf. n. i 49 * Pjy chine ftylofa Desfont* 
xi. 91., Bifcutelta montana Cav. n* 583 ., Turritis 
pubefeens Desf. n* 228., Cleome arabica n.. 557 * > 
Er odium gut tatum W. n. 260*, Prenanthes fatmento * 
fa W. n. i 4 b* > Centaurea acaulis n. 542. 

Hochft denkwiirdig war die Reife, welche ge* 
lehrte Franzofen und Spanier, an ihrer Spitze Graf 
Maurepas, in das tropifehe America unternahmen* 
um einen Grad der Breite unter derrt Aequator zu 
tneffen , und fo die eigentliche Geftalt der Erdkugel 
beftimnlen zu kdnnen. Die franzolifehen Gelebrten* 
Karl Maria de la Candamine y Bouguer \xndGodin , gin* 
gen a Is Aftronomen und Feldmeffer, Jofeph> Juffieit 
als Botaiiiker und MorainPitle als Maler mit. : Sie 
reifeten §735 ab, und trafen zu Carthagena die Spa* 
nier Georg Juan und Anton Vlloa * in deren Gefell* 


\ 


Ausbrei tung botanifcher Kenntniffe dutch Reifen. £07 

< 1 

fchaft fie die Andes - Gebirge von Sttdamerica erftie- 
gen. Juffien bewies gleichen Eifer, den AftronO* 
men halfreiche Hand zu leiften > als Pflanzen 2 u fam- 
meln. Ja,/er war gezwungen, fich diefen Studien 
zu entziehn^ da die Spanier, bey ausgebrochener 
Volkskrankheit, ihn nothigten , das Gefchafft eines 
ArzteS Ztt tibernehmen* Endlich machte er fich 1747 
loS) und durchwanderte drey Jahre lang allein die 
unermefslichen Paramos jener GebirgslandeV bis an 
die QueMeh des Plata. 1750 kehrte er ilber Potofi 
nach Lima zurflck, um endlich wieder in fein Va* 
terland ziireifen*; Aber in Lima ward er wieder ge- 
zwungen, beym Brtickenbau zu he!Fen>> Furchtfaui 
wie er war^ qualte ihn die Sehnfucht nach der Hei- 
math fo febrj dafs. endlich Fein Verftand fiqh ver-wirr* 
te. In-diefem traurigen Gemfithszuftand blieb er 
auch, nach feiner Rackkebr, bis an feinen Tod. 
Sein NeFfe, Ant. Lorenz^ befitzt feine Sarnmlungen: 
. er felbft hat nichts drucken laffen. 

Der glflcklichere Condamine reifete 1743 von 
Loxa aus, an : die Ufer des Amazonen- Fluffes, und 
ging von da durch die ungemeffenen Ebenen von 
Neu • Andalufien , Cumana und die Caraccas nach Ca- 
yenne. Diefe einjahrige Reife hat er befchrieben: 
„ Relation • abregee d’un voyage, fait danS Pinterieur 
de i’Amerrqne meridionale, Paris 1745. 8 .,,*. Auch 
verdanken wir ihm die erfte umftandJiche Nachricht 
von der Cinchona Condaminea Humb., (mem. de 1 ac. 
de Paris 1738. p. und von der SiphoniaCa* 

hucha Richard., (m£m, 175 1* p. 488. f.)» .. 

Ulloa und Juan durchreifeten Peru und Chile, 
felbft die Infel Juan Fernandez: indefs enthalt ihre 
Reife* Befchreibung wenig Intereffantes fiir den Bo* 
tamker. (Relation del vidge % - qua hitieron, Madr. 

1748. Vol/i 4*) 


20$ ! ' Sechstes Buch. Zwey tcs Kapitel, 

9 

9 

Etwas fpater ( 1756) ward Renatus Moreau de 
Maupertuis nach d$n Polar- Gegenden gefchickt, urn. 
auch dort Gradmeffungen anzuftellen. Allein diefe 
Reife fiel ganz unfruchtbar fflr die Botanik aus: denn 
der Begleiter Maupertuis, Outhier war ein Geiftli- 
cher, ohne grOndliche Natur-Kenntnifs. Was er 
von Pflanzen in Lappland anmerkt, find bekannte 
Dinge. ( Journal d’un voyage au Nord ,< p. 191 — 
ig 3 ., Amft. 1746- 8 .) ' 

Endlich gab es auch in diefem Zeitalter Gelehr- 
te f die die Sammlungen anderer Reifenden beichrie- 
ben.- Dies Verdienft erwarben fich vorzilglich die 
Hollander, die aus ihren reichen Anfiedelungen eine 
Menge vegetabilifcher Schatze bekamen. . 

- r • So bearbeitete Johi Bunn an n , Prof, zu Amster- 
dam , (geb. 1707:, f 1780,) ein Mann von kriti- 
fchem Geift und ungemeiner Kenntnifs, fowohl Paul 
Hermann’s Herbarium, (S. 37. 38 .), als auch die 
Sammlungen, welche der Statthalter van der Stel* 
durch Hartog auf dem Kap hatte machen laffen, und 
befouders Witfen's treffliche Pflanzen 4 Gemalde. Die 
zeilan’fcben Pflanzen erfchienen zuerft unter dem 
iLiteli Thefaurus ceilanicus, Amft. 1737. mit 
1 10 Kupfern. Hier bemerken wir folgende neue; 

Jufticia Moretiapa tab. 3 . f. 1. . . /. repens daf. 

£ 2. . .. Scirpus t rife achy os 47 * 2#. • Mo Hugo 

pentaphylla 7. . . Samara laeta 3 t. . . Oldenlan • 
dia bijlora 11... Elaeagnus latifolius 3 g.^ 2. • . 
Spermacoce articular is 20. 3 . • . Anguillaria zeyla - 
nica Gartn. io 3 . . . Chironia erinervia 67. . *. Zi«. 
zyphus Oenoplia 6u . . Ceanothus afiaticus 48. . • 
lmpatiens comma 16. 1. . . Celofia corymbofa 65 . 

2. . . Apocynumfrmefcens 12. v. . . Nerium zey * 

lanicum 12/2 Dr of era Burmanni 94. 2. . . x 

Burmannia di ft inha 20. 1. . . Ajparagus falcatus i 3 . 

2. . . Memecylon c apitellatum 3 o. « . Tribulus 


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Ausbreitung botanifcher Kenntniffe durch Reifen. 209 

• % 

lanuginofus 106. 1. . . Limonia monophylla 65 . 1. . 
Euphorbia parviflora io 5 . 2. . . . Ochna fquarrofai 
56 v . /. Ciftus aegyptiacus 36 . • . ,Marrubium i/i- 
dicum N* L.'Burm. 71 • l«ai • Phlomis bijlora 63 . 1. 

. «. v Ocimum gratiffimum 80.. 1. . • Cleome icosan* 
dr a 99.' CL) dodecandra r <\ 00. 11 . . Walthera 
indica 68. . . 1 . . Connarus afiaticus 109. , ». Polyga?l 
la theezans 85 . . c >- Dolichos medicagineus 84. 2. . .*■ 
Seylqsantkas mucronata 406. 2... . , Hedy far urn vary 
g\nale\\^. Hi hiarticulatum 5 o. 2; . H ’. 

umbellatum 5 i. i heterocar pon 53 . 1. . • H* 

heteraphyiium i H. trijlorum d af. 2. . . /f. 

triquetrum 81. . , . Indig of era hirfuta 14. • c v 

lega purpurea 33 . . . . G., maxima 108. 2. . • 
patorium zeylanicum 21. . , Inula indica 55 . 2. . ^ 
Antidefma zeylanica 10. Ophioxylon fprpentinum 
64 * - - Acacia^pennata t. . .. Afplenium falcatum^ 
43 .. i. . Pteris crenatqs.&y* . . Adiantum caudatum 

5 . 1. . ' ^ . . . 1. . . 

-'.i\ Dann folgte die kap’fche Flor: Rariorum afri • 

' eanarum plantarum dec. 1 — 10., Amft. 1758# 
1-739. 4* Hier finden wir: * 

Exacum albens t. 74 - f. 4 * • • V Ex. hyfjopifo* 
lium daf. f. 3 . . . Struthiola longijlora Lam. 47 * >• 
/. * Scr* anguftifolia da(. 5 .- . . , Lobelia lutea 09. 1. 

. ’ L. hirfuta 40. 2. . . Cyphia bulbofa 38 . \. . • 

Rhamnus Prinoides 88. ... Phylicajhipularis 43 . 2. 

. . P/r. bux folia 44 - l# . • P/i ♦ capitaca daf. 3 . . • 

Plectronia vtntofa 94. . • Diofma upijlora 46. 2. . •. 

D. pulchella daf. 3 . . . Afclepias arborefcens i 3 . . ♦ 

Stapelia mammil laris it. . . St. incar nata 7. i. • . 

» Rhus rosmar in if olia 91. 1. . . Arctopus echinatus 
1. , . Drofera capenfis j 5 . 1. . . Craffula columnar, 
ris 9. 2. . . Cr. alter nif olia 24. 1.. . ** Daphne 
fquarrofa 49 - l * • • Gnidia fericea daf. 2. • . P<*fz 
ferina capitata 48. 3 . . . P. ciliata 47. 2. . . P. 
Gelch. d. Botanik. 2 . B. 1 4 


, 210 Secbstes Buch. Zweytes Kapitel. 

unijlora daf. 1.2... Zygophyllum fpinofum 2. 2. . . 
Cunonia capenfis 96. . . . Cotyledon caryophyllacea 
N. L. Burm; 17. . . CL fafcicularis 18. . '. C. mw 
cronata Lam. 19. 2. . . . C. tuber culo fa Lam. 20.1. 

. . C. papillaris daf. 2. . * C, ungulata Lam. 22. 1. 

. * Qrielum tenuifolium 53 . . . . Oxalis poly phylfa 
Jacqu. 27. 1, .* ; O.jlava daf. 4 * • - 0 * rubella 28. 

2. .. .* caprina daf. 3 . . x 0 . Burmanni 29* ... 

0 ) pectinata 3 o. 1 .. . Euphorbia Anacantha >7;' 2. 

Anamenia gracilis Veriten»\ 5 i. . . A. kirfuta 
Vent. 52 . . . Selago rnpunculoides .42. 1. . . . 5 # 
Jpuria daf. 3 . . . Antirrhinum bicorne .7 5 . * 3 . . .. 
Haller a elliptiea 89. 1. .. H. lucida daf. 2. . # 
Hebenftreitia ciliata 4 1 • 1 . J • . • Erinus fragrant W. 
49 # 4 . . * E . africanus 5 o. 1. . . . Biichnera capen - 
yfo daf. 2. . . Pelargonium bifolium 35 . U ; .. P. - 
Ibngifolium 32 . 2. .. P ferulaceam 36 . i. * .P* 

tdmofiffimum 34 * 2. . . Monfonia tenuifolia 34 . .1. 

. . Aitonia capenfis 21. 2. . . Geranium fpinofum 
3 i. . . Poly gain umbellata 73. 5 . . . Pentiia fla- 
btlliformis 68. 3 . . . Gnaphalium mucronatum 66 + 
5 . . . (7/2. coronatum 69. 3 . Git grandiforum 

76. 1. . . Gn . petiolatum daf. 2. . • Gn. mariti - 
wum 77. 2. . . C?/z. auriculatum 78. 3 . . . dis- 

co/or 79. 4 * . • Gn. ftellalum 80. 1. . . G/f. imbri - 
eatum daf. 2. . . G«. notatum daf. 3 . . . Elichry - 

paniculatum 67. 1. . . P. fpinofum daf. 3 * * 

P. canefcens 68. i. . . Arnica tabular is 55 . . if.' 
Gerber a 56 . 1. . . if. pyrolaefolia Lam. daf. 2. . . 
Arctotis anthemoides 63 . 2. . . if. dentata 64. .■*. 
A.'paleacea 65 . i.‘\ . Ofteofpermum ciliatum 61, 1. 

; 0. pififerum daf. 2. .. . 0 . ilici folium 62. • . 

Othonna denticulata Tbunb. 5 g. . '. Stoebe gnapha* 
lodes 77. ik\ . Euclea racemofa 84 * 2. . . * Hermas 
depauperata 71.2. • • 


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Ausbreitung botanifcher Kenntniffe durch Reifen. j 

Weniger Lob verdient das Werk Albert Seba’s, 
eines Oftfriefen und Apothekers in Amfterdam, (geb. 

1 665 ? f 1736 )• ' Eine kdftliche Sammlung aus ai- 
led drey Naturreichen , die er zufammengebracht, 
verkaufte er an Peter I., aber er erfetzte fie durch 
jeine neue, deren Befchreibung: LocupletHfimus re • 
rum naturalium the Taurus , vol. 1 — 4 *> Amft. 1734—* 
1765. fol., mit; 449 Kupfern, der Zoologe weniger 
entbehren kann, als der Botaniker. . Denn diePflan- 
zen find grdfstentheils nach trockenen Exemplaren 
fchlerbt abgebildet: die meiften hatte er aus dem 
Beaumont’fchen Garten* Aber er verftand fie nicht 
zu beftimmen, und wufste noch weniger, was neu 
und was bekannt fey. Dock mogen folgende neue 
darunter feyn : . , 

Blairia glabella tom. 1. tab. 20. f. 1. * • Mo* 
netia barlerwides daf* tab. i 3 . f. 1 . . . Amaryllis Bel* 
ladonna daf. 17. f. 1. ,. .. Erica urceolaris daf. 2 1. £' 
'-1 . . . E, baccans daf. f. 3 . • . £• Sebana daf. if. 4. 

. . E. capitata daf. 20. f. 1. . • E. nigrita tom. 2. t. 9. 
f. 7. . E . tenuifolia daf. f. 8. . . E, calycina daf. 

11. f. 7. . . E. curviflora daf. 19. f. 5 . . . Gnidia 
pini folia daf. 32. f. 5 . . . Podaliria calyptrata daf. 
99. f. 3 . . . Oxalis grandiflora tom. 1 . t. 22. f. 10. . . 
Mesembrianthemum pomeridianum daf. 19. f. 5. . . 
Pelargonium melananthon daf. 18. f. 4 * * • Rafnia 
amplexicaulis daf. 24. f. 5 . . . Liparia villofa daf. £• 
1.2... . Elichryfum fpeciofijjimum tom. 2 .t- 43 . f. 6. . . 
E. proliferum daf. 89. f. 8. , . Leyjfera gnaphalodes 
daf. 66. . . Matricaria capenfis tom. 1. t. 16. f. 2. . . 
Of mites afterifcoides daf. f. 4 - •• & camforina daf. 

90. f. 2. ; . Senecio dentatus daf. 22. f. 1. . . Adian - ' 
turn lanceum tom. 2. t. 64. f. 7* 6. . . • Fucus caulefcent 
Gmel.tom. 3 . t.92. f. 1 1. . . F. penicilliformis daf. 98. 
f. » . . . : F. Acinaria daf. 1 o 1 . f. 3 . . . F verficoior 
daf. io2. f. 1. 2. . . . Ft bracteatus daf. io 3 . f. 1.2. 

14 * 


* I ■ 4 | 


> 


Secbf tes Bach. Dritto Kapitel, 

Drittes Kapitel. 

, * 

* % 

Unterfuchung vaterlandifcher 

Pfianzen. 




' Unter den Deutfchen diefer Zeit ward das Stu- 
dium vaterlandifcher Pfianzen mit nicht fooderlichem 
Gldcke betrieben. Die mark’fcbe Fior bearbeitete 
Bach Tournefort’s Syftem Mart. Dan. J ohrenius , Prof, 
an Frankfurt an der Oder, (•{• 1718). Sein Vademe* 
cum botanicwn. Colb. 1710. 8., ift eine fur die da- 
malige Zeit ganz gute Anleitung, Gewacbfe zu er- 
kennen und zu beftimmen. * 

* Thuringen und felhft den Harz batte ‘Henr. 
Bernh. Rupp aus Giefsen , fleifsig durcbforfcht. «Ob* 
ne ein Amt anzunehmen, bracbte er fein Leben ia 
Nierlrigkeit and Armuth bin, bis er zu Jena 1719 
ftarb. Auch batte er nie etwas herausgegeben. Sei- 
ne febr nutzlichen Bemerkungen uber die Jenaer Flor 
liefs zuerft Job. Henr. Schutte 1718, dann vermebrt 
Frdlich 1726 drucken. Vorzuglicb bereichert und 
mit fchonen Kupfern verfehn, gab -fie Haller Jen. 
1745. 8. heraus. Man lindet bier abgebildet: Myr» 
rhis aurea , A Ilium a renarium , Gypfophila . faftigiata , 
Ly thrum Hyffopifolia , Limo fella aqua tic a , Hefper is 
inodor a , Laccuca [align a, Senecio fylvaticus , Orchis 
variegata . ... 

- Die hallifche Flor ward von -Abr. Rehfeld Sm 
,,Hodegus botanicus, Hal. '17 \ 7. 8. j,, und Job. Chrift. 
Ruxbaum in der „ Enumeratio plantarum, Hal. 1721. 
8 bearbeitet. * Der letztere leiftete mebr als feine 
Vorganger, fQgte auch Abbildungen von Chenopo* 
Jium urbicum , Geaftrum rufefcens u. f. w. bey. 

Unbedeutend find Dav. Wipacher’s flora iipfiea- 
fis, 1726. 8. r und Henr. Jul. Meyenberg's flora ein- 
beccenfis, Gott. 1712. 8. Die Pflanzen urn Karls* 


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Unterfuchung vaterlandifcher Pflanzen. 013 

t 

bad zahlteChrift. Henr. Erndtel , polnifcher Leibarzt, 
(f 1754,) auf. (Act, nat . cur . 3 . app. p. i 35 . J*.) Ei« 
xien magern Katalog der um Warfchau wild wach<* 
fenden Pflanzen gab derfelbe im Viridarium warfa- 
vienfe, 1700. 4 * ‘Jefuit, Gabr. Rzaczynski , trug 
viel fabelhaftes von polnifchen Pflanzen in der „Ht- 
ftoria naturalis regni Poloniae, Sandomir. 1721. 4 *, 
Auctarium Gedan. 1736. 4 *»>> vor. Sogar Cedera 
.und Ingwer giebt er als einheimifche Pflanzen an. 

Die preufsifche Flor unterfuchte nach LUfel 
Georg Andr. Hellieing , Prediger zuAngerburg, (geb, 
1666, f 1748). Seine „Flora quafimodogenita, 
Gedan. 1712. 4 *»> erlautert manche Pflanzen durch 
Kupfer: als Chara vulgaris p. 3 t.^ Evonymus latifo - 
lius daf. , Pcdicularis Sceptrunt p. 59. , Poly gala ama - 
ra p. 4 o. Dann gab er ein : : „ Supplementum florae 
pruiflcae , Gedan. 1 7.26*4. »» wo, aufser vielen Moo* 
fen, auch Campanula pyramidalis, Dracocephalum 
Ruyfchiana 9 Cnicus Erifu hairs vorkommen. 

Ueber die elfaffifche Flor erhielt man, nach 
Mappi, von Franz Balth. Lindern einen „Tournefoi> 
tius alfaticns, Argent. 17*8. 8.,,, und einen „Hor- 
tus alfaticns, 1747* 8 .,,. Zu den feltenern Pflanzen 
gehdren: Ifnarda paluftris 9 Tournef. alfat., p. 11 5 . 
b., M&hringia mufcofa r hort. t. 8 ., Lindernia Pyxi • 
daria , Tourn. alfat. p. i 56 . g., Myagrum dene a cum , 
p. 94. a., Lathy rus Ni£ folia , hort. t. 3 . , 

Mittelmafsig find Job. Georg Duvernoi's, Prof, 
in Tubingen, „Defignatio plantarum circa Tubin^ 
genfem arcem nafeentium , Tubing. 1722. 8. „, und 
Joh. Dieter. Leopold's „ Deliciae filveftres florae ul» 
menfis, Ulm. 1728. 8.,,. 

Trefflich ward die herrliche Flor der Schweiz 

# » r 

unterfucht. Joh. Jac. Scheuchzer , des oben ange- 
fiihrten Johann Bruder, Prof, zu Zorich, (geb. 1672, 
+ 1733,) hatte feit dem Jahr 1702 alJjahrlich Reifen 


1Y4 * Secliites Buck. Drittes Kapitel. 

« 

— • • 9 * 

durrh HelVetien unternommen, und gab die Be-* 
fchreibung derfelben *725 unter demTitel: „Ou’f£<rJ- 
<poiV w heiveticus f. Itinera per Helvetiae alpinas re- 
giones, LB. 4 *>»* Es find bier mehreqe Pfianzen 
befchrieben und abgebildet, als: Poafupina it. 6 i p. 
458 . t. 17., Phyteuma S hew hzeri p. 460., Ph. ova- 
turn p. 5 i 8 ., Junrus Jacquini it. 1. t. 5 . f 2., Ra- 
nunculus glacialis it. 2. t. 20. f. 1., Artemifia valkfia - 
ca it. 1. t. 3 . Achillea mofchaea it. 2. t. 21. f. 

3 . Er wollte eine vollftandige Gefchichte der helve- 
tifcben Fior bearbeiten, und Abbildungen in blofsen 
Umriffen dazu geben; aber es ift nichts herausge- 
kommen. 

Die grdfsten Verdienfte um die helvetifche Fior 
erwarb (ich der grofse Alb. von Hqller , (geb. 1708, 
+ , 777 )« Um feine fchwachliche Gefundheit zu be* 
feftigen und aus Hang zur herrlichen Natur feines 
Vaterlands unternabm er von feinem zwanzigften bis 
in fein acht und zwanzigftes Jahr all jahrlich Wande- 
rungen auf die Alpen: feine Begleiter waren Joh. 
Gesner, Bened. Stahelin und der treffliche Sammler 
Thomas. Auch Joh. Jac. Huber, Abr. Gagnebin 
und Werner de la Chenal theilten ihm jhre Samm- 
lungen mit. So brachte er einen faft vollftandigen 
Vorrath helvetifcher Pflanzen zufammen , die er kri* 
tifch prufte, die Synonymieen verglich , und fie nach 
einer eigenen natQrlichen Methode ordnete. Aufser 
der natftrlichen Verwandtfchaft dienten ihm die Ver- 
haltniffe der Staubfaden zur Norm der Eintheilung. 
Die Arten unterfchied er auf das forgfialtigfte, und 
gab fo trefflich die Charaktere an, dafs diefe als Mu* 
fter aufgeftellt werden konnen. Aufser dem Progr. 

De methodico ftudio botanices absque praeceptore, 
Gott. 1736. 4.,,, in Opusc. bot. p. 55. f. , den Ob- 
ferv. botan. ex horto et agro gottingenG in Commen* 
tar. foe. gott. 1. p. 201; f. 2. p. 307. f., der Enume* 


Unterfuchung vateriindifcher Pflanzen. ai5 

ratio plantarum horti <et agri gottingenfis , daf. 175$* 
8. , feinem Iter helveticum, Gott. 1740. 4 *> und in 
Opusc. bot. p. 167. , feiner Reifebefchreibung (lurch 
den Harz in Opnsc. bot. p. 75. f. , feinen Program* 
men fiber die Veronicas alpinas, Gott. 1737. 4 « > fei- 
*uer Abhandlung fiber die Aiiia , in Opusc. bot. p. 
< 32 i. fi, und feinen Beobachtungen fiber Bartfia alpioa 
( Sedhelina montana , Commerc. lit. Nor, \ya 5 . p. 92. 
f.) und die PedicuJaris Arten , ( Disf. de Pediculari - 
bus refp. Rickers , Got t. 1737. 40 » mfiffen wir vor- 
zOglich fein unfterbiiches Werk fiber die helv6tifchen 
Pflanzen ( Hiftoria fcirpium Helvetian indigene rum , 
tom. 1 5 . , Bern. 1768. fol.) nennen, in welchem 

fich die umfaffendfte Kenntnifs mit dem rfihmJichften 
Scharffinn , die feinfteBeobachtung mit der feltenften 
Gelehrfamkeit verbinden, um es zu einem unver- 
ganglichen Denkmahi des grofsen Geiftes zu macben. 
Es find 2486 Pflanzen befehrieben , darunter mehre- 
re Orchideen mit aufserordentlicber Kunft darge- 
ftellt find. Aucb mufs man die Abbildungen folgen- 
der Pflanzen tfihmen : 

Veronica frueicofa tab. 16. . ., Aretia Helvetica 
und alpina tab. 11. . • Laferpidum hir/utupt 19. . . 
Arenaria tenuifolia (? Alfine mucronata L.) und A% 
muldcaulis 17. . . Saxifraga mutnta 16. . . < 9 . 

mufeoides Wulff. ; it. helv. 1. t. 1 . . . Cherleria Se» 
doides daf. . . Pedicular is recutita 8. f. 2. . . P. 
verticUlata 9. f. 1. . . P. tuber ofa vo. . . P. gyro* 
Jlexa 11. . . Oxytropis campeftris Candoll. i 3 . * 
Ox. uralenfis 14. • • Inula Vaillantii 2. . . Cnicus 
fpinofiffimus 5 . 


Frankreicbs Pflanzen wurden in diefem Zeital- 
ter, aufser von JoC. Garidel , Prof, zu Aix, (geb. 
t £59 , i* 1737,) von Niemanden luiterfucht. Die 


21 6 Secbstes Buch. Drittes Kapitel. J 

« 

an Pftanzert reicbe Provence war fchon vielfahig 
durcbforfcht , und Garidel fammJete blofs in alpha- 
betifcher Ordnung das Bekannte. „ Hiftoire ; des 
plantes, qui naiffent autour d’Aix. 171.5. foP„* i£t 
der Titel des VVerks, worin man blofs Euphrafia 
vifcofa t. 80., Quercus coccif*ra t. 53 . und Iberis li • 
nifolia t. io5. , als zum erftenMahl dargeftellt, findet. 


Was die italienifchen Botaniker betrifft, fo be- 
fchrieb zuvorderft Job. Hieron. Zannichelli , Apothe- 
ker in Venedig, (geb. 1662, f 1729,) die Pilanzen 
um Venedig, Verona, lftrien und auf den euganei- 
fchen Bergen. Nach feinem Tode kamen : -„lftoria 
delle piante, che nafcono ne* lidi intorno a Venezia, 
1735 . fol.„, und „Opuscula botanica pofthuma, tom. 

1 — 5 ., Venet. 1730. 4 m>> heraus. In* jenem Werke 
werden die Pflanzen in alphabetifcher Ordnung, nach 
Tournefort’s Syftem aufgefiihrt, und durch ziemlich 
fchlechte Kupfer erlautert. 

Auch Jui- Pontedera hatte fleifsig die Gegenden 
um Verona, Mantua, den Baldo und dje euganei- 
fchen Berge durchfucht. Das Refultat f-einer Unter- 
fuChungen rnachte er in „ Compendium tabularum 
botanicarum , Patav. 1718. 4 «» bekannt. 

Ant. Tica> Vorfteher des Maurocenifchen Gar- 
tens, befchrieb im ,, catalogus horti Mauroceniani , 
Patav. 171 5 . 8.,, mebrere Pilanzen, die er auf den 
AJpen von Trident gefunden. 

/ s ** 

I 

Auch in Grofsbritannien rnachte das Studium 

• * 

der vaterlandifchen Pilanzen keine bedeutende Fort- ■ 
fchritte. 

Kaleb Threlkeld , Arzt zu Dublin, (geb. 1676, 
TJ l 728,) gab eine: „Synopfis Jtirpium hibernjca- 


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Unterfuchung vaterlandifcher Pflanzen* 517 

rum, Dubl. 1727* 8.,,, worin >zwar die irlSndifchen 
Pflanzen, mit G. Bauhin’s Renennungen aufgezahlt 
werden, aber unangenehm find feine Kritiken iiber 
Ray und Dillenius. 

Joh. 'j Black/tane, Apotbeker in London, (f 1753,) 
benutzte die Hiilfe feiner«Freunde Dawfon, Watfon 
und Vernon, um die feltenern PflanzenEnglands 7.11 
befchreiben. In dem „ Specimen botanicum, quo 
plantarum plurium rariorum Angliae indigenarum 
loci natales illuftrantur , Lond. 1746* 8.,,. . Epime-> 
dium und Statice reticulata kommen hier zuerft vor. 
Auch die Pflanzen um Harefield in Middiefex be- 
fchrieb er in dem: „Fafciculus plantarum circa Ha- 
retield fponte nafcentium , Lond. 1737. 12,,,. ■ 

' Karl Deering endlich, ein Sachfe, Arzt zu Not- 
tingham, (f 1749 >) unterfuchte die Pflanzen jener 
Gegend. . Es erfchien: „ A catalogue of plants grow- 
v ing in diverfe parts o£ England , 1708. 8.,,, und 
nach feinem Tode: „ Nottinghamia vetus et nova, 

•1751. 4- ' 

» » 

In Schweden erfchienen zwey dflrftige Katalo- 
ge: von Job. Linder, (Edlem von Lindenftolpe, Arzt 
zu Stockholm , (geb. 1678, f 1724,): Flora Wiks- 
bergenfis, Stockli. 1728. 8., und 01. Celfius , Prof, 
zu Upfala, (geb. 1670, f 1766,) Verzeicbnifs der 
Pflanzen jener Gegend, {Act. liter, fuec. 3. p.9. Stock- 
holm acad. handL 1740. p. 3o5.). 

Endlich erfchien eine Naturgefchichte von Nor- 
wegen von Jonas Ramus , Prediger zu Norderhaug: 
„Norriges befkrivelfe, Kiob. (1705.) die Pon- 

toppidan und Gunner benutzt haben. 


i * 


\ 



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jkg * r Sechstes Bach, yiertes Kapitel/* 

V i*e rtes Kapifel. • 

J-* : * b /.' * * j< " . 

i.Botanifche Garten.- 
* » * .* * 

Die herilhmteften GSrten in diefer Zeit waren 
di# englandifchen. Wir haben des Chelfea- Gartens 
fch on erwahnt. (S. no. ill.) DefCem Vorfteher 
war von 1722 — 1739 Ifagc Rand , der alljahrlicb 
der Societat der Wiffenfchaften ein Veirzeichnifs der 
dort gezogenen Pflanzen einreichte. {Phil, transact • 
vol. 52 . n. 376. 33 . n. 388 . 34 n. 3 ^ 5 . 35 . n. 399. 
40. n. 445 . 447 * 4 l * P* 1 • 291. 4 o 6 .) Auch kamen 
dergleichen Verzeichniffe 1730 und 1739 einzeln 
heraus. Ihm folgte Jof. Miller , von dem gleichfalls 
Kataloge in den Philof. transact . vol. 43 * n. 474 * 
47b. vol. 44. n. 480. 484.; dann Joh. Wilmer y def fen 
Kataloge ebenfalls in den Philof. transact, vol. 46 . 
p. 53 1. 47* p. i 65 . 396. vol. 48. p. 110. ftehen,’ und 
endlich der bertthmtefte Gartner feines Jabrhunderts* 
Phil. Miller, (geb. 1691, f 1 77 l y) deffen „Garde- 
ners dictionary,, zuerft 1731 herauskam , und noch 
heute, in immer neuen Auflagen das vorzOglichfte 
Werk diefer Art ift. Befonders find die Kupfer der 
feltenern Pflanzen ganz vorziiglich : „ Figures of plants^ 
- deferibed in the gardeners dictionary , vol. 1. 2. Lond. 
1760. fol.„. Wir heben.folgende Pflanzen aus: 

Salvia paniculata t. 2 z 5 . f. 1. . . Ixia grandi - 
flora t. 237. . . J. bulbifera t. 2 56 . f. 2. . . /. //e- 

xuofa i 56 . 2, . . /. erecta i 55 . 2. . . L crocata 

2. , . Gladiolus Cunonia Gartn. 11 5 . • . GL 
renurvus 235 . 2. . . GL anguftus i 4 ^. 2. . . GL 
Mdleri Ker. 4 o. . . Babiana ftricta Ker« 1 55 . 1. . . 
Moraea iridioides 209. 1. . . Iris ochroleuca 1 54 * 

. . Polemonium reptans 209. . . Verbafcum Buer- 
haavii 273. . . Nicodana pufdla i 85 . 2. . . Phyfa • 

arborefeens 206. 2. . . Arduina bifpinofa 3 oo. • . 

< • 




•• Botanifche -Garten* 219 

* \ 

Vinca r ofe a 188. . . Paftinaca Secacul 268. . Vi- 
burnum nudum 274* * • . * Linum perenne 166. 2.. . i 
Hypoxis deciimbens 3 g. 2. ■ . . Ornithogalum thyrfoi* 
des 192. . . Anthericum datum 56 . . . Alo't ma * 
culata 292. . . Oenothera parvijlora 189. 1. . % 

Oen. pumila -188. 1. . . Rheum compactum 2 » 8. . , 
Saxi/raga umbrofa -141. 2. . • Phytolacca irosandr a 
207. . . Bauhinia aurita 61. . . Ref*da odoraea 
217. . . Triumfetta annua 298. . . Prunus pumi* 
la 89. 2. . . Pyrus prunifolia 269. . . Tetrago* * 
nia decumbpns 263. 1. . . Rubus canadenfis o. f zZ. . . 
Hydraftis canadenfis 281: . . Phlomis Niffolii 204* 

. . Phi. Leonitis 162.' . . Marty ma probofcidea 
286. . . Vitex incifa 1 . . . Ricotia aegyptia • 
ca 169. . . Melochia depreffa 3 . 2. . . Polygala 
Senega daf. 5 . . . Ajtragalus alopecuroides 58 . . . , 

Hypericum olympicum i 5 ». i.‘. . H. monogynum 
*daf. 2. . .* Andryala lanata 146. 1. . . Conyzapa - 
. tula 247 * ’• • Cineraria Amelloides 76. 2. . . Gor • 
lerza rigens 49 « • • Rudbekia anguftifolia 224. . . 
Calendula fruticofa 283. . . Othonna cheirifolia 245 . 

. . Pinus halepenfis 208. 

Alle feine Vorganger fibertraf aber Job. Jac. Oil- 
lenius in Befchreibung, kritifcher Beftimmung und 
Abbildung der Garten* Pflanzen. Wir wiffen,(S. 167.) 
dafs Dillenius Auffeher des Sherardfchen Gartens in 
Eltham war. Er lieferte einen : Hortus Elthamenfis 9 
Lond. 1752. fob, der a lies iibertraf, was man bis 
dahin in der Art gefehn batte. Richtigkeit der Zeich- 
nungen , Sauberkeit des Stichs, den er felbft beforg- 
te, Genauigkeit der Befchreibungen , Sorgfalt in der 
Auffuchung der Synonyme; alles vereinigte fich , um 
dies VVerk zu 'Hem vorzflgiichften feiner Art zu, erhe- 
ben. Der Umfang der YViffenfchaft ward durch die 
Kenntnifs folgender Pflanzen erweitert: 


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' 2io Sechstes Biicb. Viertes Kapitel. 

* \ ' * * 

» • * 

Canna glaucat. 5 $. . , ~ Olea capenfis t. 160. ; . 
Salvia mexicana t. 254 . • • /ril verficolor i 55 . f. 
.. 187. ... \ Pt^lea trifolia t a 122. . . Heliotr opium 
parvijlorum 146. . Phlox paniculata 166. f. 2o3. 
. . Phi. glaberrima daf. 202. . . * Convolvulus obfcu~ 
rus 83 . f. 95.,. .• ' C. hederaceus daf. f. 96. . . C. 
carolinus 84. f. 98. . .. C. panduratus 85 . f. 99. . . 
Ipomo»a glaucifotia 87. f. 101. . . /. lacunoja daf. 

f. 102. . . L tamnifolia 3 i 8 ,f, 4 l 4 * • Ipomopfis 
elegans Michaux. 241. . . , Lonicera Symphoricarpos 
278. . . Triofc^um perfoliatum 2 C)Z. . .* Phyfalis 
pruinofa 9. . * Ph. vifcofa 10. • . Solanum cam - 
pechienfe 268. • & carolinenfe 269. . . *$. bona - 

rienfe 272. . . Ceftrum diurnum i 54 * • • Jacqui - 
nia rufcifblia 123 . . . Cordia Patagonula 226. . . 
Sid* roxylon inerme 265 . . • Ribes Jloridum 244 * • • 
jR. oxyacanthoidrs 109. . . Achy ranches radicans 

Cav. 7. * •. ; Cynanchum Juberofum 229. . , Afcle • 

• pias purpurafcens 28. . . Chenopodium anthrlmin • 

, thicum 66. 76. . . Ch. multifidum daf. f. 77. \ . 
Qomphrena perennis 20. f. 22. . . Phyllis Nobla 
299. . . Rhus radicans 291. . . Portulacaria afra 
101. ••• Craffula culcrata 97. . . C. ciliata 98. f. 
116. . C. nudicaulis daf. f. 11 5 . . . C. orbicula- 

ris 100. f. 118. . . C. pellucida daf. f. 1 19. . . Hae~ 
man thus puniceus i 4 o. . . Pancratium mexicanum 
222. . . Eucomis regia 92. 93. . . Hypoxis feffilis 
220. Anthericum frute/cens 2 3 i. . . A. aloides 
232 . f. 3 oo. ; . Atraphaxis undulata 32 . . . 
mex dentatus i 58 . f. 191. . . Oenothera molliffima 
219. . . Rheum Ribes i 58 . f. 192. . . Saponaria 
orientalis 167. . . Saxifraga gronlandica 253 . f. 
529. . . Dianthus caefius 298. f.. 585 . . . Silene 
~ ceraftoides Sog. f. 397. . . $. anglica daf. f. 398. . . 

iS. pendula 3 12 . • . 5 . antirrhina 3 i 3 . . . & ru • 

bella 5 i 4 *f* 4 o 6 * • • S. cretica daf. f. 4^4* • • & 


, Botanifche Garten. ' * *' <■ Ct2L 

i 

• . v # i * 

inaperta 3 i 5 . f. 4 ° 7 * • • ^ Behen 317. f. 409. • * ' 

Cotyledon hemifphaerica q 5 . f. in. . . C. /errata 
daf. f. 1 1 2. . ' Sedum hijpanicum 266. f. 332 . . *. 
Oxalis Dillenii Jacqu. 221. . . Ceraftium per/oliatum 
217. V . * Euphorbia mauritanica 289. i' . * Cactus 
Tz/wfl 2 q 5 ; f. S80. . . Mesembrianthema linguae/or- 
me i 83 ; . . latum 184. f. 225 . . »■ • obliquum 1 85; 
f. 226. . . lungum daf. f. 227. . ; * rojtratum 1 86. 
f. 229. ; • bellidijlorum 189.' f. 233 . nocti/o- 

rum 208. . . s tubero/um 207. . . ftipulaceum 209, 

. . loreurh 200. . . verruculalum 293. • .-* . hi/pi- 
dum 214. • • glomeratum- 21 3 . f. 276. . • ' /erra- 
tum 192. . . fcabrum 197. f. 25 1 ; . . . bracteatum 
daf.” f. 249'. . *•* filamentojunt 212. f, 273. •• » aci - 
naciforme 21 1 . 212. Aizoort hifpanteum $17. . ; 

Ro/a lucida 24 5 . f. 3 iff. . . R. pendulina daf. f. 5 17* 

. . Rubus occidentalis 247. • • Fragaria chiloenfis 
1 20. * Papaver nudicaule 224. *. *. *’> Ciftus furreia- 
nus i 45 . f. 172. . . • C. marifolius daf; f; 170. . . 
Clematis Viorna 118. . , Cl. crifpa yZ. . : ‘ CL orien • 

119. . . • Cimicifuga Serpentaria Gy. f. 78. 

Aiuga orientalis 53 . . . ’ Hyptis radiata yZ, . . 
Trichoftema brachiatum 205 . . . Lantana melilfae- 
folia 5 y. f. 66 . . . Verbena bonarien/is 3 oo. . . V. 
caroliniana 3 oi. . . V • mexicana 3 o 2 . . .»• Ruellia 
ftrepensz^d * • R* clandeftina 248* Lepidium 
bonarienfe **86. . . Iberis gibraltarica 287. . . 
fymbrium burfi/olium 148. f. 177. . «S. monenfe 

111.,.*, Herman nia lavandulif oli a i 47 .* .* & Bajfi* 
Jlora Vefpertilio 137. . . Er odium glaucophyllum 
124. . . Pelargonium hybridum 126. . . *«P. carno- 
fum 127.. . P. odoratiffimum i 3 i; . . Geranium 
maculatum i 32 . . . G. bohemicum i 33 . . . : G. ca- 
rolinianum i 35 . . . Sida Dilleniana 2. . «, 5 . occi- 
dentalis 6. . . 5 . alnifolia 172. f. 211. . . Malva 

abutiloides 1. . . Ai. virgata- 169. f.’ 206. . . Af, 


32 a ' Sechstes Bueh> Viertes Kapitel. , 

groffulanaefolia daf. f. 207. . • Hibi frits ficulneus 

* 57 . . . Rafnia p?rfo\iata 102. f. 12*%, . vP/ia- 

Jeohis helvofus 233 . f. 3 oo. . . Ph. v^xillatus 234 * 

. . 1 Ph. alatus 235 . f. 3 o 3 , . . Ph. radiatus daf. f. 
3 o 4 . . . Glycine tomentoia 26. f. 29. . . Clitoria 
Virginian*, 76., . . Hedyfarum maculatum 14*. . 

H. repens i 4 a. • . volubile i 43 . . . H. mart • 

landicum ' y 44 * • • Aftragalus carolinianus 39. . . 
Hypericum olympicum 1 53 . f. t8i. . . Vernonia 
glauca 262. Cnicus altiffimus 69. . . Bidens 

pilofa 43 * • • & nodijlora 44 - • • Melananthtra 

ha rata Mich. 46. f. 54 - • • C pc aha papillaris 55 . . . 
Chryjocoma fcabra 88. f. 10 3 . . Kuhnia eupatorioi- 

des 89. . Artemifia tenuifolia 33 . . . Gnaphalium 
rutilans, 107. f. 127. . .- Gn. undulatum 108. & 1 3 o. 

* Gn. purpureum 109. f. ,i 3 a. . , Elichry fum re' 
tor turn 32 2. . . Erigeron carolinianum 5 o 6 . • . E. 
bonanenfe 2 . 5 y. . . Conyza marilandica Mich. 88,. 

' f . 104. . . C. camforata Purfh. 89. f. jo 5 .*.. t 
Senecio p/eudo* china a 58 . f. 535 . . . haftatus 
i 52 .f. 184. • r. S coriareus io 5 . . . S hattmifo- 
fius 104.. . ... . After chinenfis 34. . . A v foliolofus 
55 . . . A. multijlorus 36 . f. 4 o. . . Solidago afpey 
fa 3 o 5 .f. 392. . . S. cambrica 3 o 6 . 095. . . S+ . 
lanceolata daf. f. 594. . . . caefia 3 o 7 « , ... 5 . rw- 

goja 3 o 8 . 096. . . Tetragonotheca helianthoides 283 . 

. Tageles minuta 280. Silphium Afterifcus 
37. . > . Othonna arbor efeens io 3 . . . Bryonia fici - 
folia 5 o f . MeniJ'permum virginicum 178. . . Clif '• 
fortia ilicifolia 3 i. 

, Der^Univerfitats - Garten zu Cambridge blQhte 
unter der Aufficht Job. Marty ns, (geb. 1699, *j* 1768) 
vorzilglich. Martyn hat fich nicht blofs durch feine 
Erklarungen des Virgil, als einen gelehrten Kenner 
des Alterthqms, fondern auch durch feine „ Hiftoria 
plantar urn rafriorum, dec. 1 —5. 1728— 1733.I0I, 


. Botantfehe G 3 rt$n. > 223 

/ * 

als einen feinen Kenner der Pflanzen gezeigt. Dies 
Werk enthSlt koftJiche Abbildungen von Gewacbfen, 
die Huyfum gemahlt und Kirkall geftochen. 6 * Darun* 
ter find mebrere neue: v . v 

Mar ant a arundinacea p. 39. . . Parietaria po - 
lygonoides W. p. 8. ... Phlox Carolina 10. . . Gro - 
novia fcandens 4 °» • • Turner a ulmifolia 49 * • 

Ctaffuia fcabra 2 . 4 * * • s Pancratium caribaeum 27. 
v *i. Podaliria alba 44 * • •[ £«//*<* Uguftrina 21. . . 
C. v marilandica 23 . • . Mesembrianthemum felinum 
3 o. . . Prunella penfylvanica W. 4 * Antirrhi - 
cz/m fn/ie 35 . f. 2. . . f Marty nia diandra 4 2 - • • 
Clfiome vijcofa 25 .,. . CL aculeata 45 . • . Pa//** 

flora ferradfolia 56 . • • .P. cuprea 57. > ^ ,.P. /zo/o* 
fericea 5 i. • . P.lunata 52 . . . Er odium chium 
4 . . . F. laciniatum 19. . . Pelargonium inquinans 
3 . . . P. papilionaceum i 5 . . . P > oucullatum 28. 
. . Sida crifpa 29. . • Malva carol'iniaua 34 - 
After grandijlor us 19. . . Solidago altijfima 14. • . 
Helianthus. atrorubens 20. , . jCoreopfis lanceolata 
26. . . Millera qiiinqueflorp. 41. . . biflora 47. 
f. 1. . . Cymbidium vergcundum 5 o. . Croton lo- 
batus 46. . . Phyllanthus JSiruri 9. # . Fucus po • 
lypodioides 32 . f. n . • P felaginoides daf. f. 3 . . . 
F. ceranoides f. 6. 


Unter den italifcben Garten waren die zu Pifa 
und zu Florenz "die berQhroteften. Jenem ftandMich. 
Angel* FiW vor, der einen Theil von Alien und Afri* 
ca gefehen , und unermUdet/dn der Sammlung frem- 
der Gewachfe war. Sein „ Catalogue plantarum hor- 
ti Pifani, Flor. 1723. fol. enthalt , ohne genaue 
Befchreibungen , doch einige neue Pflanzen: 

Kriautia propontica 48. . . Rumex aegyptiacus 
37. f. 1. . . Medeola anguftifolia 12. f. 2. . . . Fu- 


224 


Sechstes Buch. r Viertes Kapitel. 


* t | 

genia uAijlora 44 -' • • 4 Antirrhinum cirrhofum 38 . f. 
2. . *. 'Pelargonium fulgidum 2 6. . ; Malva She • 
tardiana 55 . f. 2.‘ . P/iaca Gerardi Vili. i 4 - f. l. 
* . Pli , alpina daf. f. 2. . . Cynara acaulis 20. • . 
Anthemis alpina' 19. f. 1. . . CentaUrtea cichoracect 
27. . / Zamia pungens 45 * • Acacia pedunculata 
,\V. l.f. 2. . v Woodwardia radicans ?- 24. ' ‘ 

Vom Garten zu Fiorenz hatte der treffiiche 
c/te/£ einen „Catalogus plantarumv horti ' florentini,, 
hinterlaffen , v den Tdrgioni nach M’s Tode heraus- 
gab: Flor. 1748. fol. ** 

Eirien reichen Garten batte der Senator Job* 
Franz Mauroceni zu Padua eingerichtet, deffen Ver^ 
zeichnifs Ant. Tita I7i3. 8. herausgab. v 


V 




*» » ^ 

Die Gafcten Deutfchlands waren unbedeutend. 

Die Pflanzeri des Wittenberger Univerfitats - Gartens 
wurden von Johi Henrv Heucher, Prof* dafelbft , (geb* 
1677, f 1747,) dreymal veffceicbnet. Index plan* 
tarum, Witteb. 171-1; »Novi proventus, 

1713. 4 .,, find die Titel diefer Verzeichniffe. Auch 
HeuchersNachfolger, Abr.^a^er, (geb. 1684, fi 75 i,) 
gab dreyrnahl V-erieichniffe (1721, 1724 und 1738) 
heraus. „ 1 \ ' ' * 

• In Leipzig machte ein Prx>f. derMedicin, Au* 
guft Friedr. Walther , (geb. 1688, f 1746*) feinen 
Garteir bekannt, indaft* drfeine „ Defignatio planta- 
rum horti, Lipf . ijZSl 8.„ herausgab. ‘ *Hier Cnd: 
Vagara tragodes t. 5 . fi t.', Parkinfonia aculeata t. 1 3 ., 
Schotia fpeciofa t. 2., Silene gigantea t. 11., Sifym - 
brium altiffimum t. 22 < Berkheya fruticofa t. 7., 
Eriocephulus africanus t. i., Bofea Tervamora t. io., 
Cucumis Dudaim t. 21. und Anthofpermum atchiopi * 
cum L 9. abgebildet. - . 


Botanifche Garten. 


22 $ 


t 

Ein grofses Werk, welches ausgemahlte AhbiL 
dungen von Garten - Pflanzen enthalt, unternahm 
Job. Wilh. IVeinmanriy • Apotheker in Regensburg. 
Er gab ihm den Titel: „ Phvtantboza - iconographia, , 
vol. i — 4 » Ratisb. 17^7 — 1745. fob Den Text 
fchrieben Joh. Georg Nicol. Dietrich und Ambrof. * 
Karl BieJer: die Kdnftler, unter denen Ridinger der 
bekanntefte, fahen mehr auf Glanz der Farben, als 
auf Treue Her Zeichnung. Der Wiffenfchaft hat dies 
Unternebmen keinen Gewinn gebracht. 

Zu gleicher Zeit fuchte Job. Hieron. Kniphof, 
Prof, zu Erfurt, (geh. 1704, *j* 1762,) die aJte Kunft, 
Pflanzen • Abdrcicke mit Buchdrucker Schwarze zu 
liefern, wieder hervor. Beckmann findet Spurea 
diefer Kunft im fecbzehnten Jahrhundert. ( (icfch . der 
Erf \ 1,517.) Kniphof ftelJte auf diefe unvoiikom- 
jnene Weife, in Verbindung mit dem Buchdrucker 
Trampe in Halie, eine Menge Pflanzen dar. Das 
Werk fflbrt den Titel: „Botanica in originali, cent. 

1 — 12.. Hal. 1757 — 1764* fol. 

Fiinftes Kapitel. 

Unterfuchungen iiber den Bau und 
die Verrichtungen der Theile. 

4 

Die grofsen Meifter in derZergliederung derGe- 
wachfe, Grew, Malpighi und Leeuwenhoek, fanden in 
diefem Zeitraum wenig Nachfolger. Man begnugte fich 
faft nur mit chemifchen Erlauterungen , mit Beftim- 
mung der Gefetze, der Bewegung und mit Beobach- 
tungen einiger Vorgange in der Pflanzenwelt, welche 
zur Erlauterung der Gefetze dienen konnten. Der 
Gebrauch der Mikrofkope kam in Verfall , und wur- 
de fogar fo verdacbtig, dafs Fontenelle, der berflhm- 
te Wortftihrer der parifer Akademie , im Jahr 1711 
Gelch, d. JBownik. a. B, 1 5 


I 


226 Secbstes Buch. Fiinftes Kapitel. Unterluchungen 

* * r • 

* 

fagen konnte , die Lehre von den Tracheen der Ge* 
wachfe fey fehr zweifelhaft: denn die Mikrofkope 
zeigen oft nur das, was der Beobachter fehn wolle* 
(Hift. de tacad. deParis, 171 1. p. 43 .) Joh. Hieron. 
Sbaraglia 9 Prof, zu Bologna ^ (geb. 164*, f 1710,) 
fuchte ebenfalls nicht blofs Malpighi’s Entdeckungen, 
fondern iiberhaupt den Gebrauch der Mikrofkope 
verdachtig zu machen, um fogar das Dafeyn der 
Schraubengange und der Strahlengange von der Rin** 
de zum Marke zu laugnen. (Oculurum ,et mentis vi - 
giliae , Bonon. 1704* 4 -) Und> da Malpighi’s SchiU 
ler, Lucas Ferranuova und Horaz de Florianis, ihren 
Lehrer vertheidigten , ( Epiftola , in qua err ores Sba~ 
ragliae oftenduntur , Rom. 1705. 4 *)> fo verantwor- 
tete fich Sbaraglia auf eine nicht fehr wttrdige Weife. 
( Raccolta di queftioni intorno a cofe di botanica etc. 
agitate gia tra 9 1 Malpighi e lo Sbaraglia , Bologn. 
1723. 4») " 

In Deutfchland wurden Grew *s und Malpighi’s 
herrliche Entdeckungen nicht leinmahl allgemein be- 
kannt, gefchweige, dafs man fie hatte weiter verfol- 
gen oder berichtigeqi follen. 

Joh. Georg YVilh.Srarcfo/i vertheidigte zu ttelm- 
ftedt eine Differtation: „ Gyros convolvulorum evol- 
vere tentahit, Helmft. \yo 5 . 4 * worin er den fchie- 
fen Stand des Pflanzchens zwifchen den Kotyledonen 
* als Grund des Schlingens der PUanzen angiebt, ohne 
zu bedenken, dafs bey den Chenopodeen und Atri- 
pliceen der Embryo fogar gekrttmmt und das Pflanz- 
chen, wie auch bey Jufticia> ganz fchief geftellt ift, 
obgleich die Pflanzen gerade aufrecht wachfen: dage- 
gen eine Menge Schlingpflanzen einen geraden Stand 
• des Embryons zwifchen den Kotyledonen zeigen* 

' Der grofse Philofoph, Ghriftian Wolff , Prof, 
zu Halle, (geb. 1^79, f 1754 >) war der einzige 
Deutfche, der Beobachtungen und Verfuche ttber 


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* ubcr den Bau und die Verrichtungen der Theile. 227 

die Natur der Gewachfe anftellte. Seine „ Vernftnf- 
tige Gedanken von den Wirkungen d^r Natur, Hal- 
le 1723. 8. enthalten.'auch eine Theorie vom Rau 
der Gewachfe. Die fcheinbaren Fafern der Gewaoh- 
Je halt er far zufammengefetzt aus Zellen und Schlau- 
chen. Die eigenthiimlichen Saftbehaiter in der Rin- 
de kennt er , und oimmt die eigentlichen Schrauben- 
gange im Splint an. Diefe ftthren Luft, fo wie die 
Strahiengange von der Rinde zum Marke dje Nah-, 
rungsfafte* Diefe vergleicht er daber mit den Blut- 
gefafsen, die SchraubengSnge mit den Luftrohren, 
und die Zellen mit den Driifen derThiere. Welcha 
Urfache die Safte anlocke, auf welche Weife fie zu-* 
bereitet werden, gefteht er nicht zu wiffen: eine Art 
von Gahrung moge wohl dabey vorkommen. Auch 
das, was die Pflanzen ernahre, fey ein Urftoff der 
Erde und der Luft, der nicht bekannt fey: wenig- 
ftens feyn es keine Salze.- In der Markfubftanz lie- 
gen Keime zur ktinftigen Pflanze verborgen, die man 
mit dem Saamen vergleichen konne. , 

Wolff wandte auch die Luftpumpe an, um den 
Gehalt an Luft in jedem Theile der Pflanze zu ent- 
decken. Bernhard Nieuwentyt hatte lie zuerft in der 
Art angewandt, dafs er Aefte von Riiftern in Seifen- 
fieder-Lauge tauchte, weil diefe keine Luftblafen 
bildet*, und dann die Luft auszog. Da fanrf er denn, 
und Wolff beftatigte es, dafs nur das Holz, nicht 
die Rinde, Luft entwickelte. Auch ftelite Wolff zu- 
erft Verfuche flber Vervielfaltigung der Getreide- 
Halme an , wenn die Knoten unter die Erde gebracht 
werden. ( Entdeckung der ivahren Urfanhe'^von der 
wuuderbaren V ermehrung des Getreides, Halle 1 728. 4 *) 
Ludw. Phil. Thilmmig ftelite, nach Wolff fchen 
• Grundfatzen, ahnliche Unterfuchungen an. ( Verfuch 
einer griindlichen Erluuterung der merkwiirdrgfren Be» 
gtbenheiten in der Nacur , Halle 1722. 8.) Das Dsl~ 

i5 * 


1 


228 Sechstes Buck. Fiinftes Kapitel. * Untcrfuchungen 

✓ 

feyn der Luftrohrert in den Pflanzen fuchte er nicht 
allein durch die Luftpumpe, fondern auch durch das 
Mikrofkop darzuthun : durqh jene bewies er aber 
die Spaltoffnungen auf der Rackfeite der Blatter. 
Die Keime und Knofpen erzeugen fich in WaJften, 
felbft in Blattftielen , wenn ein gedrangtes Zellgewe- 
be zur Entftehung der Schraubengange und Saftroh- 
ren Gelegenheit gebe, Es konne ein wabrer Kreis- 
lauf der Safte in den Pflanzen angenoinmen werden: 
denn die durch die Blatter eingefogenen Stoffe fteigen 
zur Wur2el ab, und die von der Wurzel aufgefoge- 
nen vertheilen fich in die Blatter. 

t 

Die Schraubengange fah auch Georg Bernhard 
Bulffinger, Akademiker in Petersburg, in MeJonen* 
Ranken. (Comment, petrop. 4. p. 182.) Was bis auf 
feine Zeit vom Bau der Pflanzen bekannt war, fuchte 
Ant. Wilh.P/as, Prof, in Leipzig, (geb. 1708, f 1784,) 
zu fammeln und in guter Ordnung vorzutragen. So 
entftand feine „Hiftoria organicarum in plantis par- 
. tium, Ljpf. 1751, 

Hochft wichtig und klaffifch waren die Unter- - 
fuchungen eines englandifchen Geiftlichen, Stephan 
Hales , (geb. 1677, f 1761,) fiber die Kraft , womit, 
die Anziehung und AusdUnftung der Gewachfe ge- 
fchieht. Man findet diefe denkwfirdigen , rnit der 
grofsten Sorgfalt angeftellten , lehrreichen Verfuche 
in feinen „ Vegetable fta tics, Lond. 1727. 8.,,, de- 
ren deutfche Ueberfetzung Ghrift. Wolff zu Halle 
1748. 4 * beforgte. Die Verfuche beziehn fich vor- 
zuglich auf die Ausdfinftung der Gewachfe , auf die 
Kraft, womit fie die Safte anziehn und forttreiben , 
auf die Einfaugung der Luftftoffe und Dfinfte, und 
auf die Bewegung der Safte in den Pflanzen, wobey 
er den Riickgang des Safts zwifchen Baft und Rinde 
darzuthun fucht. Auch in den Haema!tatics , Lond. 
1733. 8., fiihrt er noch Verfuche an, die c!en Riick- 


\ , 


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X 

liber den Bau und die Verricht ungen der Theile. 229 

v 

> * * 

gang der Safte erlautern, und fucht zu 'beweifen,' 

dafs* die Schraubengange blofse Luft fflhren, dafs 
man aber Urfache hat, mehr auf die Stoffe , als 
auf das Dafeyn der atmofpharifchen Luft felbft zu 
achten.' ' 

Ein Jefuit, P. Sarrabat , genannt de la Baijjfe> 
gewann den von der Akademie zu Bordeaux ausge- 
fetzten Preis liber die Bewegung der Safte in den 
Pflanzen. Seine „ Differtation fur la circulation de 
la feve des plantes, Bordeaux 1733. 8 .,,, entbalt die 
erften Verfuche mit gefarbten FlQffigkeiten , derea 
Auffteigen in abgefchnittenen Zweigen die Organe 
vor Augen bringen foil, in welchen das naturgemafse 
Auffteigen der Safte erfolgt, Er bediente fich dazu 
des rothen Safts der Phytolacca, und fand, dafs die- 
fer in den Holzfafern auffteige, fich durch die Ner- 
ven der Blatter und felbft in den Staubfaden zeige # 
Werde die Rinde gefarbt, fo gefchehe dies durch die 
Strahlengange , welche zwifchen Rinde und Mark die 
Gemeinfchaft eroffnen. Das Abfteigen der Safte 
fucht er dadurch zu erweifen , dafs, wenn man ein- 
zelne Aefte der Wurzel ins Waffer fetzt und andere 
draufsen lafst, die letztern eben fo gut fortwachfen 
als die erftern. , 

Diefer Gegenftand, das Abfteigen der Safte,’ 
befchafftigte auch die fchon angefohrten Schriftftel- 
ier, Richard Bradley und Patrick Blair . Beide be- ' 
rufen fich auf das Wachsthum der Wurzeln und auf 

s 

das Dafeyn eigenthiimlicher Safte in denfelben. Auch 
fuhren fie beide die Erfcheinung an , dafs das edle 
Impfreis dem Wildling, auf den es gefetzt worden, 
bisweilen feine Eigenfchaften mittheile. ( Henr . Cane 
in Phil, transact, vol. 3 i. n. 366 . p, io 3 . Laurence 
clergyman s recreation p. 27. Hales Statik der Gew . 
S. 86. Bradley obf. fur le jardinage , p. 1 1. P. Blair s 
botan . effays p. 384 *) Dafs auch ein Zweig, der 


330 Sechstes Bucb, Fiinftes Kapitel. 

xnit zwey benachbartert Baumen durch Kunft verbun- 
den fey, durch tie ernabrt werde, war Beiden wobl 
bekannt. . 

D»e Chemie der Gewacbfe machte unbcdeuten- 
de Fortfchritte. Der erfte , der dieFarben derPflan- 
zen zu erklaren fuchte, war der fchon genannte 
Steph. Franz Qpofpoy. (M 4 m. de l'ac t de Paris , 1707. 
p. ^94.) Er leitete fie aus wefenilichem Oehl und 
fluchtigen Salzen her. Die griine Farbe der Blatter 
gehe durch Sauren in die rothe uber. DieOeble und' 
Salze fpielten auch in derTheorie der Ernahrung der 
damaliff^n Zeit eine bedeutende Rolle, So meinte 
Patr. Blair , dafs die verfchiedene Geftalt diefer Oeh- 

^ * V 

]e und Salze eine verfchiedene Auswahl derPoren, 
durch die fle aufzufaugen feyn, nothwendig mache. 
Ja, man war fo befangen in den materiellen Anfich- 
ten, dafs Joh. Friedr. blench Bergarzt zu Freyberg, 
(geb. 1679, f 1744,) die ganze Vegetation aus Gah- 
yung und KryftaJJifatton ableitete. ( Flora faturnizans , 
Lipf. 1722, 8.) 

Endlioh unterfuchte man die Erzeugung unvoll- 
kommener Pflanzen, und glaubte, auch obneSaamen, 
durch langfame Faulnifs des Schleims die Entftehung 
der Schwamme erklaren zu konnen, Diefe Meinung 
trug Ludw. Ferdin. Marftgli (geb, zu Bologna i 658 , 
f 1700) vor. (De generatione fungorum % Rom. 
1714* fol.) Dagegen bemerkte ,Joh. Maria Lancifi> 
papftlicher Leibarzt, (geb. i 654 i f 1720,) dafs 
doch immer noch ein Mutterftoff hinzukommen muf- 
fe, wenn (ich auf folche Art Schwamme erzeugen 
follten, (De ortufungorum> Opp. ed.Genev. 1718. 4 «) 


- 


V ' r * * • • - 

Siebentes Bach. 

• . ; , 

m 

Das Linn6‘*fche Zeitalter. 

♦ 


Etftfea Kapitel. 

Karl Linae. 

Die Umanderung und Verbefferung , welcbe die 
ganze Naturgefchichte, befonders die Botanik , durch 
diefen grofsenGeift erfahren, ift zu wichtig, als dafs 
wir bey detn Stifter diefer Reform nicht langer ver-'. 
weilen follten. Das Leben diefes Mannes, innig * 
mit dem Schickfal der Wiffenfchaft verwebt, dient 
zum ftarkften Beweis , dafs des Menfchen fefter Wil- „ 
le hinreicht, um grofse Schwierigkeiten zu ftberwin- 
den und des Schickfals Harte zu heiiegen. Auch ift * 
dies Leben ein lehrreiches Mufter fiir alie Gelehrte, 

denen ihr wahrer und dauernder Ruhm eben fo febr 

• * 

am Herzen liegt, als die Beforderung der Wiffen- 
fchaft. # 

Linne brachte feine Kindheit und Jugend in gro- 
fser Diirftigkeit hin. Denn fein Vater T ,S ein armer 
Landptediger zu Roshult und dann zu Stenbrohult 
in Smaland, konnte ihm kaum nothdQrftigen Unter- 
halt geben, gefchweige einen gewiffen Aufwand bey 
feiner Erziehung und Geiftes* Bildung machen, Im 
Jahr 1707 befucbte er bis in fein fiebzehntes Jahr die 
Stadtfchule zu Wexio, blieb aber in den Schulftu- * 
dien, weil ihn feine frilh erwachte Liebe zu den i 

i . ' 

Pflanzen davon abhielt, fo fehr zurQck, dafs er Zeit 

* » - * ' 


/ 


% 1 % Siebentes Bucb. Erftes Kapitel. 

» • V 

4 « 

feines Lebens die Folgen der vernachlaffigten gelelir* 
ten Sprachen fablte: ja, dafs ihn fein Vater, Ha er 
gar keine Fortfchritte bemerkte, zu einem Schufter 
in die Lehre gab. Allein ejn Arzt zu Wexio, Joh. 
Rothmann, erwarb (ich das grofse Verlienft, diefen 
friih aufftrebenden Oeift vor der Unterdrilckung zu 
. fchatzen. Er aberredete den Vater, den Jangling 
feiner Neinung nachhangen zu laffen, und theilte 
diefem mitzliche Bacher mit , unter denen .Tourne- 
fort ihm die erfte idee von fyftem^tifcber Anordnung 
des Gewachsreiches gab. 

Im zwanzigften Jahr feines Alters ging er auf 

die Univerfitat Lund , um Medicin und Naturbiftorie 

* # r 

zu ftudiren. Kilian Stobaus nahm fich feiner an; 
alieio Linne fehnte fich nach Upfala, wo dazumal 
Ol. Ru ibek uni 01 . Gelfius blahten. Trotz ,fei- v 
ner Darftigkeit fahrte er feinen Vorfatz aus, und 
feine Beharrlichkeit ward dadureh belohnt, dafs Rud- 
bek ihm die Aufficht aber den botanifchen Garten 
anvertraute. Das Lefen der Schriften von Vaillant 
und Patr. Blair, (vielleicht auch der Burkhard’fchen 
Epiftel,) brachte ihn auf die Idee des Sexualfyftems, 
und fchon \j?n , in feinem vier und zwanzigften 
Jahr, gab er in feinem Hortus uplandicus die .erfte 
Probe deffeiben. ( Hamb . berichce , 1732. N. VI. 

s. 45.) • 

« * - 

"Von den Freunden der Wiffenfchaft in Upfala 
zu einer naturhiftorifchen Reife nach Lappland era- 
pfohlen, unternahm er diefe , mit der geringen Sum* 
me von hundert fchwedifchen Plotar, im Sommer 
1732, Das Tagebuch diefer, denkwardigen Reife 
5ft, englifch aberfetzt, von Smith herausgegeben, 
{Lachefis lapponica or a tour in Lappland. by Linnaeus, 
vol. 1. 2. Lorid. iSii. 8.) Linne felbft gab den er« 
ften Bericht von diefer Reife fchon in den act. lit • 
fuec . 1732. p. 46. und 1735. p. 12. Seine vollftair- * ‘ 




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* • 

Karl Linn 4 « 233 

# - - v 

• f 1 

dige flora lapponica erfchien zu Amfterdam 1735 , 
und in der nenen Auflage von Smith, Load. 1792. 8* 
Diefe mufterhafte Flor enthalt zuvorderft cine 

% ^ * v r * • < 

fehr intereffante Ueberficht des Bodens und Klima’s 
jener Polar • Gegenden. Die Pflanzen, 534 an der 
Zahl, find n^ch dem Sexualfyftein aufgeftihrt, die 
Synonyme forgfaltig gepriift, die Spielarten befchrie- 
ben, der Nut/.en angegeben, und die neuen oder 
intereffanten Cewachfe abgebildet. Man findet hier 
folgende Pflanzen zuerft: 

Pinguicula vi/lofa t. 1 2. f. 2. , • P- alpina daf. 
f. 3 , . .7 Diapenfia lapponica tab. .1. f. 1. . . Aza- 
lea lapponica t. 6. f. 1. , . Campanula uniflora t. 9. 
f. 5 : 6. . . luncus fpicatus t. 10. f 4 * * • /* palle - 

fcens WahJenb. t. 10 f. 2 , . . Andromeda hypnoi • 
des t. .1 . f. 3 . . . A - tetrngona daf. f. 4 * • • Rhodo* 
dendron lapponicum Wahlenb. t. 6 . f. 1. . . NIenzie - 
fia voerulea Sm, t. 1. f. 5 . . .. Sax fraga cernua t. 2. 
f. 4 * • • & rivuiaris daf. f. 7. . . Lyrhnis apetala 

t. *2. f. l. . . , Ranunculus nivalis t. 3 . f. 2. . . R. 
pygmaeus t. . 3 . f 3 . . , R. lapponicus daf. f. 4 * •< • 
Pedicularis lapponica t. 4 * f» i* • • flammea daf. 
f. 2. . P. hirfuta daf. f. 3 , . . CarUamine bellidi - 
folia t. 9. f. 2. . . Aferagalus alpinus daf. f. 1. . * 

Salix glauca t. 7. f, 5 . . . S Myrfinites daf. f. 6. . . 

5 . latiata daf. f 7. . 5 nigri ans t. 8. f. c. . . S'. 

phy/icifolia daf., f. d. . . S. t&nuifolia daf. f. e. . . 

«S. haftata daf, f. g. m. . . 5 . myrtilloides daf. f. k. 

. , S. Arbuscula daf. f. e. . . 5 arenaria daf. f. o. 

q. . . S, fufca daf. f. r. . . 5 lapponum daf. f. t. 

. . obtufifalia Wiild. daf. f. u. . . *S. reticulata 

t. 7, f. 1 . 2. t. 8. f. 1. . . Cetraria nivalis t. 11. f. 
l. . . Parmelia centrifuga daf. f. 2. . , . Pelt idea 
croce a daf. f. 3 . . . Baeomyces deformis daf. f. 5 . . • 
Andeutungen kommen vor von Aira bottnica Wah- 


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234 


Siebentes Buch< Erftes Kapitel. 


lenb. (fl. lapp. n. 49-) > luncus arcticus n. i i 6 , y Dra» 

* ba alpina n. 255., Tuffilago frigida n..5o3, 

Nach feiner Ruckkehr aus Lappland hielt Linne 
5n Upfala Vorlefungen; al]ein Eiferfucht zwifehen 
ihm und Rofen, und Groll gegen diefen vertrieb 
ihn. Er ging nachFahlun, um dort Unterricht in 
der Mineralogie zu geben. Die Tochter des dafigen 

Arztes Moraus, in die er fich verliebt, fchofs das 

^ , *• • 

Geld zu feiner Promotion her, zu welcher er fich 
in Harderwyk vorbereitete. Nachdem er dort feiv 
nen Zweck erreicht, ging er 1705 nach Leiden und 
Amfterdam, wo ihm Boerhaave’s und Job. Burmann’s 

1 » - t 

Bekanntfchaft zu der Stelle eines Auffehers. des herr- 
lichen Gartens verhalf, den Georg Cliffort in Har- 
tecamp unterhielt*. Hier war es, wo er den Grund 
zu feiner nachmaligen Grofse Jegte. In den zwey 
Jahren feines dortigen' Aufenthalts lieferte er neun 
Werke, worunter feinSyftema naturae, LB, 173.?. fol., 
durch den Scharffinn der Beobachtungen,,. durch die 
glQckliche Verbindungsgabe und durch die Klarhfcit 
der fyftematifchen Ueberficbt die Welt in Erftaunen 
fetzte. DasSexualfyftem ift imSyftema naturae fchoa 
in feinem ganzen Umfang angewandt. Die erfte 
Kenntnifs gefteht er ausdrucklich den ItnglSndern' 
Grew und Morland zu verdanken. Die Gattungen 
und ihre Charaktere find indefs grofsentheils nach 
Tournefort bearbeitet;. daher hier noch Abies und 
Larixj unterfchieden werden. In der Polyadelphie 
fieht man blofs Lafianthus ( eine Art Althaea), 

Dann gab er faft zu gleicher Zeit feine Funda- 
mental botanica, Amft. 1736, 12,, und feine Critica 
botanica, LB. 1737.8., heraus, worin er die GefetZe 
der Beftimmung und Benennung der Pflanzen fehr 
geiftreich entwickelte. Zwar hatten Rivinus und 
Tournefort fchon, nach Jung’s Mufter, mehr Be* 
ftimmtheit in die Kuuftfprache zu bringen gefucht. 


V 


* \ -* 

Karl Linne, 235 

t 

\ 

Allein Linne fchuf die Trivialnamen und gab wahr- 
haft ' pbilofo.phifche Gefetze fttr die Charaktere der 
Gattungen und Arten. Die Gattungsnamen unter- • 
warf er eben fo ftrengen Regeln, welcbe man zwar 
nicht mehr allgemein beobachtet, die aber aus den 
wichtigften Griinden abgeleitet find. . ^ , 

Der Hortus Cliffortianus konnte nicht ander$ 
als feinen Rubm ungemein erhoben. Denn in Rttck- 
ficht des Reichthums an Arten, der neuen Entde- 
ckungen , der genauen Befchreibungen , der forgfal- 
tigen Kritik der SynOnyme und der trefflichen von 
Ehret beforgten Abbildungen kann nur DUJenius hor- 
tus Elthamenfis damit verglichen werden. Man fin- 
det hier fojgende intereffante Pflanzen abgebildet; 
Kumpfera Qalanga t. 3 ., Collinfonia cqnadenfis t* 5 ., 
Piper peUucidum t. 4 m Lobelia Ciiffortiana 2b., Ca * 
narina Campanula 8. , Bauhinia divaricata i 5 ,, He • 
liocarpus americanus 16., Broivallia elata 17.,, Gloxi + 
nia maculata 18., Amorphafruticofa 19., Dale a Clift 
fortiana 22., Sigesbekia orit'nealis z'S., Kiggelaria 
africana 29., Cliffortia ternata 32 . Zu gleicher 
Zeit erfebien die Mufa Ciiffortiana, LB. 1736. 4 *» 
eine vollftandig^ Gefchichte des Pifangs, der zu den 
Palmen gerechnet wird, uftd wo bey diefer Gelegen- 
heit die Charaktere der Palmen* Gattungen und Sci- 
tamineen entwickelt werden. Den innern Bau des 
Gewachfes ubergeht er abfichtlich, 

Wie vollftandig Linne fchon damals mit der 
ganzen botanifehen Literatur bekannt war, fieht man 
aus diefer Schrift, noch mehr aus der Bibliotheca 
botanica, Amft. 1736.8., und aus den Claffes plan- . 
tarum, LB. 1708. 8. In den letztern ftellt er alle 

X » 

bisherige Syfteme zufammen, und maebt einen Ver- 
fuch der natQrlichen Methode, fo wie des verbeffer- 

' jr 

ten Kelchfyftems , welches Magnol erfunden. Hier 
findet man auch Pet. Artedis , eines Schweden, (geb, 

* 4 I 

\ 

« » • 

V 


1 


* 4 

236 Sicbentes Euch. Erftes Kapitel; 

* 

y ‘ 

17o5, •}* 1 ^ 35 ,) Entwurf der Abtheilung der Dol* 
den Gewachfe nach den Hiillen, welche Linne an- 
nahm, und die noch zum Theil geblieben ift. 

Die Genera plantarum, LB. 1737. 8 ., enthal- 
ten die Charaktere von 935 Gattungen, aufserft ge» 
uau und fo entwickelt, wie Linne es von dem natflr- 
, lichen Gharakter forderte, dafs er namlich alle und 
jede wefentliche Merkmahle umfafste, und ficb in 
jedem Syftem anwenden liefs. Viel freylich ver- 
dankte er, wie er felbft gefteht, Tournefort und 
Plumier ; aber doch erftaunt man Ober die Menge Von 
Beobachtuhgen , die vorausgehn mufsten, ehe Linne 
wenigftens 5 ao , und mehr Gattungs Charaktere an- - 
geben konnte. Zwar ift wahr, dafs mehrere derfel- 
ben nach einer Art gebildet find, und'daher nicht 
auf alle Arten angewandt werden kdnnen, dafs viele 
Von andern entlehnt find, und nicht auf eigenen Be- 
Obachtungen beruhn, dafs manche Gattungen ganz 
unrechte Platze haben , wie Kleinhovia Helicteres, 
Xylopia, Grewia und die Aroiden in der Gynahdrie; 
Wahr ift, dafs die ganze Polygamie zwar eine folge- 
recht gebildete, aber durchaus der Natur widerfpre- 
chende Klaffe ift, dafs die kryptogamifchen Pflanzen 
von Linne fchlecht unterfucht und geordnet worden, 
trnd dafs er nicht einmahl Micheli’s undDillenius vor 
ihm liegende Beobacbtungen benutzte. So haben 
diemeiften Kryptogamiften eine mannliche und weib- 
liche Bliithe : Chara fteht zwifchen Lichen und Fucus. 
Die Palmen bilden fehr unfchicklich einen Anhang > 
da fie doch eben fo itn kOnftlichen als im naturlichen 
Syftem fehr wohl ihren Platz gefunden hatten. 

NachJem Linne ficli zwey Jahr in Hartecamp * 
.aufgehalten , und inzwifchen auch England befucht 
Latte, trug ihm Adrian van Royen , Boerhaave’s 
Nachfolger in Leiden, (geb. 1705, f 1779,) gegen 
ein Jahrgehalt an , den Leidener Garten , der nach 


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1 ' • 

- ' . 

Karl Lmne* 237 

Hermann’s und Boerbaave’s Metbode eingericbtet 
war, nach dem Sexualfyftem zu ordnen. Da der 
Antrag aus Hafs gegen Boerhaave gefchehn , fo lehn^ 
te Linne, dem Dankbarkeit Boerhaave’s Andenken 
tbeuer machte , denfelben ab. Aber er anderte dia 
Ordnung der Pflanzen, und fchuf ein eigenes Syftem, 

• welches mit, Unrecht Royen’s Namen tragt. Diefer 
gab nicht iange darauf: ,, Florae leidenfis prodro- 
idus, LB. 1740. 8.,,, heraus, wo in der Vorredo 
Linne’s Gefetze fiber die Aufftellung der Gattungen 
und Arten wiederholt werden* Das Syftem felbft foil 
ein natflfliches feyn. Es feblt aber an aller Norm: 
dock find die meiften Klaffen nach Ray gebildet. 
Palmen , Lilien, Grafer, Katzchentragende, Dol- 
den-Gewachfe, GompoGtae, Aggregatae, Tricoccae, 
Incompletae (ein Chaos!), Fructiflorae (deren Blii- 
then fiber der Frucht ftehn), Calyciflorae, Ringen- 
tes, Siliquofae, Columniferae , Leguminofae, Oli- 
gantherae, Diplosantherae, Polyantherae, Cryptan- 
therae. Man fieht leicbt, dafs dies Syftem, des Lin- 
ne’fchen Namens unwfirdig, kfinftliche Klaffen mit 
nafurlichen Familien zufammenwirft, gleichartige 
trennt, ungleichartige verbindet, obgleich die Zahl 
, der Kotyledonen dabey zufa Grunde liegt. So fteht 
Sagittaria zwifchen Myosurus und Magnolia, wie- 
wohl jene offenbar zu den Hydrocbariden, Myosurus 
aber zu den Ranunculeen gehort. Wie die Oligan- 
therae, unter ihnen Amarantus, von den Incomple- 
tis getrennt werden, begreift man nicht leicbt. Doch 
gab Phil. Friedr. Gmelin> Prof, in Tfibingen, (geb. 
1721, f 1768,) in denOtiis botanic is , Tubing. 1760. 
8., eine Einleitung und Ueberficht diefes Syftems, 
und deffen Bruder, Joh. Georg Gmelin, befolgte es 
in feiner herrlichen flora Cbirica. 

Die Neuheit und Eigenthfiinlichkeit des Linne’- 

fchen Syftems erweckte bald heftige Widerfacher, 

* 

• 9 
1 

1 • 


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238 ' Siebenfces Buck. Erftes KapiteL 

s 

tinter denen der erfte Joh. Georg Siegesbekf Aka* 
demiker zu Petersburg, war. Diefer hatte 2 uerft: « 
Primitiae florae petropolitatiae , Rig. 1706. 4 * > her- 
ausgegeben , worin die Pflanzen des akademifchen 
Gartens aufgezahlt werden. * Jetzt gab er die erfte 
Kritik des Sexualfyftems: Botanofjphiae verioris fcia- 
graphia, nebft Epierifis in Linnaei fyftema plantarum 
fexuale , Petrop. 1737. 4 - Er bekennt fich als An* 
hanger des Rivinifchen Syftems, obgleich er auch 
auf alle tibrigen Theile, befonders auf das aufsere 
Anfehn und die Blatter, achtet. Die von Linne auf-, 
geftellten Gefetze derSprache und der Charakteriftik 
verwirft er faft alle. Das Gefcblecht der Pflanzen 
laugnet er aus dem Grunde, weil viel diocifche Ge* 
wachfe, ohne Zuthun mannlicher Exemplare, voll- 
kommene Saamen tragen. , Ein Einwurf, der durch 
das Vorkommen der Zwitterbliithen auf vielen dioci- 
fcben Pflanzen widerlegt wird. Seltfam genug greift 
er das Sexualfyftem auch aus dem Grund an , weil 
viele Pflanzen fich durch Knofpen vervielfaltigen : 
eben fo widerfinnig ift, wenn er den Nutzen des 
Pollens zur Befruchtung verwirft, weil derfelbe we- 
gen feines medicinifchen Gebrauchs bekannt fey. 
Abgefchmackt ift fein Spott fiber die Lehre Aron der 
Befruchtung, weil fie zu unztichtigen ldeen fiihre. 
Auch ift der Vorwurf, den er dem Linne’fchen Sy- 
ftem macht, dafs es nicht natilrlich fey, durchaus 
nichtig. 

Linne unterdriickte feinen Unwillen fiber diefen 
unwiirdigen Gegner. Doch ward ihm von Joh. Bro* , 

7val 9 nachher Bifchof von Abo, (geb. 1707, f 1755 ,) 
geantwortet. [Examen epicrifeos in fyftema planta * 
rum fexuale , * Aboae 1739. 4 * > nochmals abgedruckt 
bey Linn6’s 0 ratio de necejfitate peregrinationum in 
patria t LB. 1743.4*) Hier werden die bekannten 
Grflnde fflr das Sexualfyftem wiederholt, und die 


f 


* ' * Karl Linn£. / " 239 

ktinftlichc Eintheilung des Linne’fchen Syftems ver- 
theidigt. • , ' 

Ein Jahr fpater zeigte fich auch Joh. Gotti. Gle- 
ditfchy damals Stadtarzt zu Lebus, dann Akademi- 
ker in Berlin, (geb. 1714* f *786,) als Vertheidi- 
ger Linnet. ( ConfideratiO epicrifeos Siegesbeklanae , 
Berol. 1740.8.) Sehr gut werden hier Siegesbek’s 
Einwurfe beantwortet. Ernfthaft widerlegt er den 
Einwurf von der Unfittlichkeit der Befruchtung der 
Pllanzen: die Begriffe von Sittlichkeit, fagt er, beym 
menfchlicben Gefchlecht , laffen fich nicht einmahl 
. auf die Thiere , % gefchweige auf die Pflanzen ausdeh- 
nen. Sehr richtig bemerkt er, dafs die Unterfuchung 
der kleinften Theile nie vernachlaffigt werden ditrfe, 
auch wenn dazu Mikrofkope erforderlich feyn. Die 
Linne’fche Nomfcnclatur vertheidigt er mit fehr gu- 
ten Grtinden. Den Vorwurf, welchen man dem 
Linne’fchen Syftem gemacht, dafs es nicht natiirlich 
fey, befeitigt er nicht ganz fo paffend dadurch , dafs 
er dem Rivinilchen den gleichen Vorwurf macht. 
Eben fo wenig weifs er darauf hinreichend zu ant- 
worten, dafs die diocifchen Pflanzen oft Saamen tra- 
gen, wenn fie gleich von den mannlichen Individuea 
weit getrennt feyn. Es fey kein vollkommener Saa- 
me, fagt Gleditfch. Zwar antwortete Siegesbek in 
dem: V aniloquentiae botanicae fpecimen> Petrop. 

1741. 4 m aber der unwflrdige Ton und der Mangel 
an Griinden zog ihm nur*Verachtung 2 u. 

Unterdeffen war Linne aus Holland tiber Paris 
und Gottingen in fein Vaterland heimgekehrt, f In 
Gottingen gewann er Haller’s Achtung in folchem 
Grade, dafs ihn diefer zu feinem Nachfolger beftimm- 
te. Allein der Brief, worin ihm dies angezeigt ward, 
kam zu fpat. Linne hatte fchon die Stelle als FJot- 
ten • Arzt angenommen , und ware in diefem fremden 
Wirkungskreife fur die Botanik verloren gewefen , 


t 


_ _ I 

240 Siebentes Buck. Erftes Kapitel. 

• # 

wenn die Reichsrathe, Grafen Teffin und Hopken, 
ihn nicht Hem Konig empfohlen hatten. So erhieit 
er 1759 den Titel eines komglirhen Botanirus und 
ward Prafident der ftockholmer Akademie der Wif* 
fenfchaften. (1739.) Im folgenden Jahr befcblofs 
der Reichstag die natQrlichen Schatze des Landes un- 
• terfuchen zu laffen . um der nachtheiligen Einfuhr 
fremder Fabricate entgegen zu arbeiten. Man fchick- 
te zu deni Ende Linne auf die Infeln Oeland und 
Gothland. Diefe Reife war fur die Naturkunde und 
fur die Gewerbe nicht ohne Nutzen. Linne befchrieb 
fie unter dem Titel: Oelanfka och Gothlanfka refa, 
Stockh. 1745. 8 Es wurden unter andern Schoe- 
nus nigricans, Tofieldia calyculata, Draba incana, 
jnuralis und Artemifia rupeftris bekannter. 

Nach der Riickkehr von diefer Reife erhieit er 
1741 die Profeffur der Medicin und Anatomie in 
Upfal. Doch taufchte er bald mit Piofen , der die 
Botanik lehrte, und ftbernahm 1742 diefe Profeffur, 
nebft der Aufficht Qber den botanifchen Garten, wel- 
1 che Aemter er 36 Jahre lang, mit aufserordentli- 
chem Ruhm und dem grofsten Nutzen fur die Wiflen- 

fchaften bekleidete. Schon 1748 gab er Hortus upfa • 

. » 

lienfis heraus, wo man einen feltenen Reichthum 
. auserlefener PHanzen bemerkt. Hier kommen vor: 
Craffula rubens (Tillaea erecta), Mefferlchmidia Ar- 
guzia, vier Ferulae, Artedia fquamata, Campanula 
pentagona, Ludwigia alterqifoba , Hymenaea Cour- 
baril, Malpighia, Mimulus ringens, Celfia orienta- 
ls , Tuffilago Anandria. 

Im Jahr » 74 *> erfchien feijie Flora fuecica , ein . 
klaffifches Werk, mit genauer Angabe d^r Synony- 
me, der Standorte, der Provinzialnamen und des* 
Nutzens der Pflanzen. Im folgenden Jahr machte er, 
auf Koften der Regierung, eine Reife narh Weftgoth- 
land, deren Befchreibung (ll/ajigucha rtj'a, Stockh. 


1 




f 


t 


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Karl Linne. 


241 


.1747. 3.';)^ ebenfalls „ durch Entdeckung mancher 
Pflanzen rrverkwUrdig ift. Ruppia maritima , Zoftera 
marina, Potent)!]* rupeftris, Lathyrus heterophyl- 
Jus, Pifum maritimum und arvenfe undandere, wur- 
den genauer beftimmt. Jn demfelben Jahr verthei- 
digte er feine Theorie von Her Befruchtung mit den 
tnftigften GrQnden. ( De fponfalibus plan tar um in 
Amoen. acad. 1,327. f.) 

. • Durch P. Hermann’s Herbarium, welches in 
den Befitz eines Apothekers Gflrtther zu Kopenhagen 
gekommen, ward Linne in den Stand gefetzt, im 
Jahr 1747 fein * flora Zeylanicay Holm. 8/, herauszu- 
geben. Es find hiejr vierzig neue Gattungen , mit ih* 
ren Charakteren aufgeftelJt, unter denen 01 ax , Pa- 
vetta , Tornex, Cijfus > Hedy ot is , Coldenia , Muffaen - 
da , Nama , Creffa » B a fell a , Flag ell aria , Mimusops , 
Allophyllus , Jambolifera , Memecylon , S a my da , De- 
lima , Uvaria , Connarus 9 Pentapetes, Pothos , Ster • 
cu/ia die wichtigften find. - 

Im Jahr 1749 unternahm Linne feine bekannte 
Reife durch Schonen, dieter auch befchrieben hat. 
( Skanfka re fa, Stockh. 1751. 8.) In demfelben 
Jahre gab er feine Materia medica 9 Holm. 1749* 8., 
heraus, worin die Arzneymittel ebenfalls nach fei- 
nem Sexualfyftem aufgeftihrt find. Hier erfcheint 
zuerft Poly gala Senega , Im Jahr 1760 befchrieb er 
mehrere Pflanzen aus Kamtfchatka, welche, von 
Steller gefamraelt, von Gregor Deiflidofihm mitge- 
theilt waren. [Amoen. acad. 2,532.) Iin folgenden 
Jahre machte er nordamericanifche Pflanzen bekannt* 

« ’ » * r 

welche P. Kalm gefaromelt und ihm gefchickt hatte, 
( Amoen . acad 5. 1.), und gab feine Phiiofophia bota- 
nical Holm. 8., heraus. 

► * Im Jahr 1753 erfchien die erfte Ausgab,e feiner 
Species plantarum , worin 7000 Arten aufgefiihr£ 
werden. Drey und vierzig neue Gattungen tjretep 
* Gelch. d. Botanik. a. B. 16 


244 Siebentcs Buch. iZweytes Kapitel. 

Einer der erften, die die Sexual -Theorie ver* 
theidigten* und zu mehrerer Ausbreitung derfelben 
beytrugen, war Chrift. Gotti. Ludicigy Hebenftreit’s 
Begleiter auf deffen Reife nach Africa (S* i 75 .),und 
•nachmals Prof, in Leipzig, (geb. 1 709, f 1773). “ Die* 
fer hatte die Befruchrung der Palmen und der Pifta* 

oien in Africa beobachtet. Aus diefen und andern 

* • 

OrOnden Vertheidigte er das Gefchlecht der Pilanzen 
in feiner: Disf. de fixu plantarum , Lipf. 1737/4.* 
abgedruckt in Richard fyllogef p. 1. f. In einer an- 
dern Schrift ( Obfervat . in methodum Linnaei , 1739. 
4.) machte er fcbon die Bemerkung, dafs die Ver- 
fchiedenheit der Gefchlechter keinesweges wefent- 
lich, fondern oft zufailig fey, indem mehrere Arten 
derfelben Gattung baldZwitterblttthen , bald getrenn- 
te Gefchlechter zeigen. Ferner bemerkt er, dafs 
im Linne’fchen Syftem manche Klaffen natQrlich, aber 
nicht folgerecht kiinftlich feyn. So gebe es in dep 
Diacfelphie eine Menge Moriadelphiften : Genifta, 

Spartium, Anthyllis, Lupinus , Ononis* Grotalaria 
u. f. f. ' Wiederum gebe es viele andere, die deri 

kiinftlichen Charakter einer Klaffe haben , aber doch 

? . , » '■ 

wegen natQrlicher Verwandtfchaft zu einer ganz an- 
dern gerecbnet werden: z. B. Lobelia und Jafione, 
die freylich zur Syngen$fie gehoren , wenn man fol- 
gerecht im kiinftlichen Syftem feyn will, aber, we- 
gen ihrer* Verwandtfchaft mit den Gampanuleen, 
eher zur fiinften Klaffe gezogen werden.* Grewia 
und Paffiflora werden mit Unrecht zur Gynandrie ge- 
zahlt. Es ift zu bedauern , dafs Ludwig nicht mehr 
dergleichen Unterfuchungen angeftellt: er warder 
wann dazu, das Linne'fche Syftem, in feinem Ent- 
ftehn , .auszubilden und zu verbeffern. Dies Geht 
man auch aus feinen: Dejinitiones plantarum , Lipf. • 
1737. 8. 1747* 1760., worin er das Rivinifche mit 

dem Linne’fchen Syftem zu vereinigen fucht, und 

*J i ' , 

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Fern ere Ausbildung und Befchrankung des Syftems. 245 

die Charafctere der Gattuogen grOndlich entwickelt^ 
Er theilt das. Gewaobsreich. allgemein ein in voll- 
kommene und unvollkommene Pflanzen. . Zu den, 
letztern rechnet,er die Pulverulentas (Kryptogami* 
£ten)>tfie Amentaceen and die Stamineas (Grafer)*, 
Die vollkommeneri jind entwdder Apetalae oder Pe\ 
ialod.es* ; Die erftern gehdften : aber fchon zu den Sfa- 
mineis* Die letztern find mit regelmafsiger oder un*. 
regelmafsiger , mit einfacher oder zufammengefetzter 
Blume verfehn. Die , Unterabtbeilungen werden 
theils von den Frdchteny theils von den Gefchlechts- 
theilen entlebnt. . ...» >*» 

* Ferner gehoren Za den erften Vertheidigern des 
Linne’fchen Syftetfns;. Joh. Gesner t Prof, in Zilrich, 
(geb. 1 709 , f 1 790 >) deffen Disfertationes phyficqe r 
P.-ii. 2. Tigur. 1740- I 74 l « 4 * (abgedruckt in Lin\ 
naei fundam, hot Hal. 1747* 8 .) die Grande wieder- 
iroLen^v welch e far das Sexualfyftem fchon vorgetra-. 
g en> waren. Auch Job. Ernft Stieff, ( Disf. de nuptiis 
plantarum in Reickard felect. opusc. p. 40. f.), Karl 
Aug. von Bergen, Prof, zu Frankfurt an der Oder,, 
(geb. 1704* T , 7 ‘>&>) einem Programm: Utri 

fyftemati , Tournefortiam an Linnaeam , primae par* 
les deferendae fine ? Frcf. 1742. 4 *> und Joh. Mar* 
Schiera in Disf de plantarum fexu , : Mediof. iy 5 o. 8 ., 
gehoren zu diefen frtihern Anhangern Linne’s. 

Etwas freyer dachte fchon Phil. Conr. Fabricius , 
Prof, in Helmftedt, (geb* 17141 f l 774 )« 80 fehr 

er Linne’s Verdienfte ehrte , foglaubte er doch, dafs 
wefentliche Aenderungen in deffen Syftem nothwen- 
dig feyn , da die Staubfaden nicht allein die Norm 
abgeben konnen. ( Primiciae Jlorae> butisbacenfis , 
Wezlar. 1743. 8 .) < 

- Haller , wie aus feiner Rede de methodo bota- 
nica (opusc, bot, p. 43 .) erheJlt, wollte dem Linne’- 
fchen Syftem nicht haldigen; weil we der die SUub- 




34 6 ,r BlfcSentes Buck* ^wreytes Kapitel. t.-A aisn . 


/ 


faden allein , nofcb irgend eifr knderer^Tbeil , 'fftr. 
fich genomnleny die l^rih der CJaffificatidn - 
konne. • Als fpaterbin Job. Wolfg.fFedeiy(geb. 1708,- 
f *1 757,) * ' im Terilamen > botanicum , Jen .» 1747* 1 4 * * 
die Frucbt als Norm verwarf/'Utid fich blofs mifc 
der Blume begnfigte , Ha m be rger^aber / Hauler’s Geg«t 
jler, in der Vorrede das Lin!n6’fche Syftesrii verthei^ 
dfgte, fo gab Haller fiber diefenSehrift^’ wi (S fiber das. 
Linne’fche Syftem eine* etwas? fcharfe Kritik , {Goto. 
Anz. 1748, S. 1 5 oo.): worau£ Wedel in idem Send* 
Jthreiben an Herr n Haller fiJe l n; , i y ? 4 &*’ 4 J i antwortete* 
Haller’s Empfindlichkeit gegen Linne zeigt6:fich auck 
dadurch, dJfs er feineiV’Sahri, Gottlieb Emanuel^ (geb. 
t735, ft786,) einen lSJaliHgen^Burfchea^eiiiejKri-f 
tik gegen-LiftneN> Gefetze fchreiben liefs, (Dubia ex 
Linnaei fundamentis haufca y ‘ Gott. rj 5 i. 4 * Nuper 
p ropofita, dubia iiluftrata , 1762. .4* Dubiorum contra 
fectionem ytnam fundamentotuni Linnaei maaip f .\j> 2^ 
i 753/4*) tadelt befoTi 3 er$ f die Nomenclatur imd 

den Gebraucb '{des Worts !Nectar(um.. N Der * Vater 
griff Linne *bey anderer Gelegenheit defswegen an, 
weil er fefne (Haller’s) Charaktere '• vernachlaffigt, 
llnd willkObrlich die Namenrverandert babe. (Hal* 
lers Tagebuch * 2, S. 200. 201;) < - *.s V*i 

Scharfer zugleich und ungerech ter war die Rtf* 
ge, welche fifch Lor. Heifter % Protf. zu Helmftedt, 
(•geb. i 683 , f 1708,) zwar ein grofser und- gelehr- 
ter Wundarzt, detn aber grfindliche botanifche 
Kenntniffe mangelten , gegen Linne erlaubte.V Nicht 
allein fchrieb er: Meditationes et animadverfiones in 
ftovtim fyftema botanicum fexuale Linnaei , Helmft. 
1741. 4 ’ » worin er die Schwierigkeiten des neuen 
Syftems und die Unficherheit des Zable n - Verb altnif* 
fes zur Spracbe brachte; fondern er gab anch Burk* 
liard’s oben erwahnte Schrift in der Abficht beraus, 
nm Linne das Verdienft der Erfindung diefes Syftems 


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Fernere Ausbildung und Befchrankung des Syftems. 247 

I ' 

abzrtfpfechen.' In einer andern akademifchen Schrift; 
De nominum plant arum mu t a done , Helmft. 174 1 « 
wirft er dem Stifter des Syftems unnutze Veranderung 
dec IJJamen vor, und fucht die Benennungen, welchn, 
von AebnJichkeit mit andern PHanzen entlehnt wor-» 
den, zu rechtfertigen. * Dann gab er ein: Syftems 
plan tarum generate, Helmft. 1748. 8., welches,, auf 
die Frucht gegrundet, • fchlerht durchgeftthrt ift*' 
Penn er fucht die Rivinifche Anordnung mit dec 
Hermann’fchen Methode zu vereinigen, .rechnet die 
Orchideen zu den Perfonaten, die Aroideen zu den 
Monopetalis. Er fangt mit den Zwiehel- Gewachfea 
an, weil die Lehrlinge durch die Schonheit diefer 
Blumen angelockt warden. Den vdlligen Mangel 
an wiffenfchaftlichem Geift bekraftigte er noch da* 
durch, dais er in feiner Dissertation: De gen eributt 
plant arum potius augendis quam minuendis , Helmft; 
,1751. 4 * > behauptete, die Gattungen der Pflanzen 
mQfsten, wegen ofiicinellen Gebraucbs, . vermehrt 
werden.- So fcheidet er. Artemifia und Abrota* 
num v Caff] a und Senna, Foeniculum und Anetbum* 
Piefer Gegner verdiente nicht im geringften Auf- 
merkfamkeit, dereo ihn auch Linne nicht wurdigte. 1 
. . Job. Mitchell , Arzt in Virginien, bereicher-fc* 
das Syftem mit mehrern neuen Gattungen , derea 
Namen zum Theil geblieben , zum Theil wieder ge- 
andert find. {Act. nat . cur . vol. 8. app. pj.^87.) Zu 
jenen gehoren : Zizania , Diospyros , Pentaftemon , 

Acnida , Trixis und Panax. Zu den letztern; Cha- 
maedaphne, welche Mitchella , Memecylon , ..wet- 
ches Epigaea , Hedyosmos, welches Cunila t LeptOK 
ftachya, welche Phryma genannt worden. \\ 

.Eine neue Methode erdachte Eberh. Jac. Wa- 
chendorf. Prof, in Uetrecht, (geb. 1702, f iy 5 S). 
Man findet fie im Horti Ultraiectini index , 1747* 8* 
Aus dem kanftlichen und naturlichen Syftem zufam^ 


248 ; "SiebfclatcS Buch. Zweytes Kapitel. *• * •• 

I i ’ 

meogefetzt enthalt fie zwey allgemeine Abtheilun* 
gen : Pkaneranthae und Cryptanthae, Jene werdert 
eingetheilt in die Poly- (Di-) cotyledones und Mono* 
cotyledones, Die erftern find wieder Teleianthae , mit 
vollkommener, und Ellipanthae , mit unvoilkomme* 
ner Bliitbe, (mondcifche und diocifche). Die Te* 

~ leianthae find Diperianthae und Monoperianthae: did 
letztern haben entweder nurCorolle oder nur Kelcb; 
Dann fieht er auf die Verhaitniffe der Staubfaden zu 
den Theilen der Corolle, wo fie entweder mit den 
Jetztern Gbereinftimmen , oder das Doppelte betra^ 
gen:'fetner auf den Stand der Bjtfthe und der Staub* 
faden gegen die Frucht und auf die Verfchiedenhei-teii 
der Frucht feihft. * Es find viel glGckJiche und fcliarf* 
ftnnige Oedanken in diefem Syftem : doch Jiefs die 
Vielfache, 'Theihtng. keinen allgemeinefc. Beyfail 
boffen. \ ' f 

^ \ Grofse Verdienfte um die Wiffenfchaft erwarb 
fich del* treffJiche Beobachter, Kafim. Chriftoph Schmi * 
del x Prof. zu'Erlangen, damn anfpach’fcber Lei bar zt, 
(geb. 1718, *i* U793). Die unvollkommenen Ge- 
wachfe unterfuchte er mit unGbertrefflichem Scharf- 
finn : die Fortpflanzungs- YVerkzeuge der Jungerman* 
i*ien, Marchantien, der Biafia, Riccia und des An- 
thoceros find von ibm fo genau und treu dargeftellt 
•worden, da fs faft nichts zu wGnfchen Obrig bleibt. 
Seine Icoaes et analyfes plantarum , Norib. 1782. fof. 
<n it 75 Kupfertafeln , warden immer eines der erften 
•Meifterwerke unferer Literatur bleiben. Auch Ober 
Buxbaumia und Diphyfcium machte er unvergleich- 
lie be Unterfuchungen bekannt. ( Disfertationes bota* 
nici argumenti , Erb 1783. 4 «) < ' v 

- - Job.. Gotti. Gledufoh dehnte , wie Mi crbeli fcbon 
verfucht hatte * die Sexual -Tbeorie auch auf die 
SchwSmme aiis. Die Antheren glaubte efinden 
aus den Lamellen des Blatterfchwamms bisweilen 




Fernere Ausbildang und Befchrankung dcs Syftems. 249 ' 

1 * , 4 % 

vortretenden und oft fproffenden SchlSuchen zu fin- 
den, Die Keimkdrner, von ihm far Saamen gehal- 
ten, fah er fchon deutlich. {M 4 m. de Vac. de Berlin, 
1748, p. 60.) Berflhmt ward auch fein Verfuch, eine 
weibliche Palme durch den Pollen einer entfernten 
mannlichen zu befruchten. (daf. 1749, p. io3.) 

Auch er ward der Erfinder eines Syftems, wel- 
ches mit grofser Folgerichtigkeit von ihm durchge- 
fahrt wurde,; und fich blofs auf den Stand der Staub- 
faden und A nth ere n grOndete. ' {Syftema plant arum 
a ftamimim fttu, Berol. 1764* 8.) Die Standhaftig* 
keit der Natur in der Anheftung der Antheren he- 
wog ihn , folgende vier allgemeine Klalfen feftzufe- 
tzen: Thalamoftemones > * wo fie auf dem Fruchtbo* 
den, Calycoftemones , wo fie auf dem Kelch , Beta * 
loftemones , wo fie auf der Co roll e , und Styloftemo - 
nes , wo fie auf dem Piftill ftehn. Freylich giebt es 
mehrere Familien , wo, wie bey den Melieen und 
Samydeen, die Staubfaden auf den Nektarien ftehn. 
Allein Gleditfch kannte fie zum Theil nicht, zum 
Theil brachte er einige derfelben unter die fibrigen 
Klaffen. Die Unterabtheilungen nimmt er von der 
Zahl der Antheren, von der Geftalt der Blume und 
der Frucht her. Sein Methodus fungorum, Berol. 
17.53.8., ift unbedeutend. 

Wie Reaumure fchon verfuchte , fo brachte Vi- 

• t 

talian Donati die Sexual -Theorie auch bey den Tan- * 
gen an.” DieferMann hatte wichtige Reifen^emacht. 
Von dem Papft ward er zuerft nach Sicilien gefchickt: 
der Ausbruch der Peft in Meffina hemmte fekieThfi- 
tigkeit. Dann ging er nach Dalmatien, Albanien 
und Bosnien, ward darauf Prof, in Turin, und ier- 
hielt vom fardinifchen Hofe Unterfttttzung zu einet 
Reife nach Aegypten. Hier und in Syrien machte 
er bedeutende Sammlungen: ward aber auf der Rack- 
reife, nachdem er Schiffbruch gelitten, ton deni 


' 25 ® ’ Siebentes Bach. Zweytes Kapitelj ' 

. » 

Brurier eioes Madchens, in das er fich v^rliebt hatle, 
17^3 ermordet. Ein Theil feiner Jrefflicben Samm- 
lungen kam an Linrie: einen andern befitzt die Aka* 
demie zu Turin, und man fagt: Micb; Buniva werde 

diefe Schatze bekannt machen. - Als er fich in Dal- 

• • * ' - 

matien aufhielt, gab Carl Rabbi fein ,Werk: Della, 
fturia naturale marina dell * Adriatico y Veaez. 1770. 
fol , heraus. Hipr hndet.man AnJeutungen der 
GefcbJechtstheile , obvvohl undeutlich abgebildet. 

In den Frucht- BebaJtniffen des Fucus ceranoides (t. 

* < 

3 . f. H.) giebt er namlich tfaden an, welnhe zwifchen 
. den Reimkornern ftehn. Dies hat feine Richtigkeit: 
aber er findet diefelben auch aufser den Fruchtbebalt- 
niffen an der aufsern Flache des Gewachfes, und die- 
fe durften wenigfrens keine ahnliche Verrichtung . 
als die Antheren uben. Auch wagte er den eriten 
Verfuch, die zahlreichen Arten Fucus in mehrere 
Gattungen zu. theilen. ,/Indeffen ift es fchwer, *ve- 
gen mangelhafter Syrronymie, dariiber zu urtheilen: 
auch haben die neueften Verfuche einer folchen Ein- 

0 * • f * * r 

theilung.eben fo gut fcheitern mjttffen, da genaueUn- 
terfuchungen gelehrt haben, dafs der Unterfchied 
der Frtiqhte.bey den Tangen wirklich nicht fo grofs 
ift, als ihn Einige angenommen. - Donati , und die 
ihm gefolgt find, fehn namlich die unvolikommenen 
Frftchte,. die man als Korner in und auf dem Laube 
Jiebt, falfphlich fttr ausgebildete an. So ift das An- 
giftrelico Donati’s offenbar Fucus Hypogloffum, der 
zu beiden Seiten der Mittelrippe Reihen von Keinv* 
kornern tragt K die bey ihm, wie bey F. rubens und 
finpofus, in Blattchen ausfproffen , und nicht eherzu 
FrUchtpn werden, als bis lie fich in grofsern Maffen 
jjind eigenen fchotenformigen Behaltniffen , wie bey 
F. ceraqoides , angehauft, fich mit einer* eigenen 
durcljfichtigen Haut umgeben haben, und Saftfaden 
zwifchen ihnen aufgetreten find. Donati beging noch 


t 


/ 


Fcrnerc Ausbildung und Befchr&iktmg desSyftems. 2$l 

das Verfehn, mebrere Thierpflanzen unter die Tange 
aufzunehmen. r . 

j* Seine Theorie von der Befruchtung der Tanga 
wurde vom Grafen Jofeph Ginanni aus Ravenna (get)# 
1692^ f 1765) widerlegt. (Opere poftume, tom. 1. 
2., Venez. \y55. 1757. fol.) Er hieJt die pinfelfdr«* 
migen Harchen oder confervenartigen Faden dec 
Tange far ernahrende Werkzeuge, und warf, wie 
Donati, die Zoophyten jnit den Tangen and Confer^ 
ven zufammen.' 

. . Ueber den Unterfchied beider . Familien wac 
man im Anfang diefes Zeitraums noch nicht im Kia- 
ren. * Boccone bielt die Zoophyten far Gewachfe., 
die aus niedergefchlagenem Schleim ficli entwickela 
und einen Milchfaft in den Zellen enthalten. ( mufio » 
p. 262.) * MarGgli hatte fchon bey den Zoophyten 
die polypenformigen Organe, einen achtblattrigen 
Kelch gefehn , der jbm fchien endlich die Frucht zu 
enthalten. (Hiftoire phyfique, de layer , Amft.,1725. 
fob) ',Dafs diefe Organe .poly penartig* feyn , ahnte 
Reaumure zuerft, und, gab die ganzen Gewiichfe far 
ein fteinhartes GerinofeiaMS. (Mdnu de lac. de Paris , 
1727,' p. 378*) Um die Streitfrage zif lofen, unter- 
nahm Bern. Juffieu 1741. cine Reife ; an die Koften 
der Normandie: er unterfuchte die Zoophyten; grand* 
lich, ’fand,die thierifche Natur derfelben t| beftatigt, 
und theilte he fchon in Gattungen. < (M4m. de lac. de 
Paris, 1742, p. 592.) Aber Linne hielt doch noch 
feinen Beyfall zurttck.. In den erften Ausgaben fei- 
nes Syftems hatte er die Zoophyten geradezu den 
Thieren heygezahlt: 1745 ftand er noch an, wohin 
> er fie rechnen follte. ( Amoen . acad. 1. p. 83.) 

Dann aber trat Joh. Andr. Peyffonel mit deft 
triftigften Grunden fur die thierifche Natur der Zoo- 
phyten auf* ' ( Philojl transact . vol. 47* p. 445. f. Tra- 
duction d'un article deb transactions phdofophiques fur 

% 


1 




• . * 

252 Siebentes Buch. Zweytes Kapitel. 

/ 

le Corail> Lond* 1756 . \2.) ‘ Und doch fuchte Jac^ 
Parfons noch Marligli’s Meinung zu rotten.' (Philo/ 
» transact . 1 1 ^ 52 , p. 5 o 5 . i.) ‘ Joh. £T// 2 , ein Arzt 
in London, (f 1775,) glaubte Juffieu’s Meinung da* 
durfch zu widerlegen, dafs er in den Zelleo - Blasehen 
der GoralJinen drey Staubfaden und drey Ffoehtkno- 
ten angab.' (Effays in natural hiftory , p. 3 o.) • Der- 
'felbe glaubte in der Botrytis und in andefn Kopffa- 
denpilzen <tie Keirok&rner^als Antheren anfehn zu 
miiffen, von welcben die Enden der Pilze befruchtet 
werden. (daf. p. 120.) Bey der Lefkea ferfoea Hedw. 
unterfchied er fehr gut die beiden Periftome: das in- 
nere fab er als die Staubfaden, Jda^Saulcfoen als das 
Piftill an.' (Philo f: transact . vol. 44 * P* Bo. fi) «■ 

Genaueie Unterfuchungen ; fiber die Natur der 
Zoophytert ftellte Joh.* Ellisy ein Kaufmann in Lon* 
don, an, 1776); . Diefer bewiesrdie thierifche 
Natur derfelben und nahm die Franzen als eigene 
Thiere an , * die in diem *gemeinfehaftlicheir Stamm , 
wie in einer Pflanze, leben. (Philo f. transact* vol. 5 o. 
p‘. 280. f. vol. 55 . p. 280. L vol. 57. p. 4 o 4 ’VoI. 66. 
p. 1.) ^Hiob Baft*r> ein Arzt in Holland, (geb* 
*171 1 f 1775,) geftaoddies mit der Einfchrankung 
zu , dafs die Thiere blofse Gafte und gar nicht we* 
fentlich eins mit der Pflanze feyn. (Philo/, transact . 
vol. 5 o.'jp.‘z 58 .) Spaterhin unterfuchte derfelbe die 
Bedeuttfng der Pinfelfaden bey den Tangen; - die be** 
fruchtende Kraft fpra'cb er ihnen ab,'' weii fie nur' 
bey einigemgefunden werden , weil fie bey den noch 
ganz jungen vorkommert, und weil man nicbts dem 
Pollen abnhches an ihnen bemerkt habe. ( Opuscula 
fubfeciva) ‘VOh 2. p. 118.) Doch verbindet er die 
Sertularien mit den Conferven, und rechnet beide 
zu einer Familie. Treffliche Unterfuchungen zur 
Anwendung der Sexual *Theorie auf niedere Pflan- 
Zen * Familien fiqdet man auch in einer andern Schrift 


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. 1 

Fernere Ausbildung und BefchrHnkung des Syftems. 253 

t . 

von ihm : Per hand . over de voortteeling der dieren en 
planten , Harlem. 17 1>8. 8. . 

Reaumure’s Meinung trat noch loh, Targioni 
Tozzetti , Prof, in Florenz, (geb. 1712, f 1782,) 
bey. Er hielt die confervenartigen Fallen far die 
- mannlichen Theile, warf aber auch dje Thierpflan* 
zen mit den Tangen zufammen, und glaubte, dafs, 
wie bey diefen, durch AusJeerung der Saamen , die 
Fruchte blafenahnlich erfcheinen; fo . niften fich 
Warmer in die, leeren 1 KapfeJn der Zoophyten ein. 

( RelaZioni di alcuni viaggi* vol. 2. p. 469. f.) 

Am umftandlichften ward ReaumureVTheorie 
von Sam. Gotti. Qmelin , Akademiker zu Petersburg, 
(geb. zu Tabingen 1743, t *774>) widerlegt, unci 
zugleich treffliche Winke aber die nothwendige Be* 
fchrankung der Sexual -Th^eorie gegeben. Man kann 
nicht laugnen, dafs in diefer Hinlicht feine Hifto/ia 
fucorum , Petrop. 1768. 4«> ein neues Licht auffteck* 
te, welches die Dunkelbeiten zertheilte, die durch 
dies Vorurtheil von der nothwendigen Aligemeinheit 
der Sexual -Theorie entftanden waren. Auch ift das 

1 

Werk hochft wichtig, wegen genauer Befchreibun* 
gen fehr feltener Tange, die Gmelin von Pallas aus 
den Sammlungen Steller’s und Krafcheninnikow’s er* 
halten hatte. 

Spaterhin ward die Natur der Zoophyten von 
Joh. Steph. Guettard , (m£m. tom. 2. p. 28. f.), von 
Leendert Bomme , ( Verhand . van het gmootfnh. te 
Vliffingen , 2. p. 277.), von J0I1. Alb. Henr. Reima * 
ru5 y Prof, in Hamburg, (geb. 1729, f 1801,) treff- 
lich unterfucht. , (Bey H. S. Reimarus Abh . uber die 
thierifchen Kunfttriebe , S. 11 5.) Auch Pet. Sim. 
Pallas , aus Berlin , Akademiker zu Petersburg, (geb. 
1740, f 1810,) trug fehr viel zur Aufklarung der 
Natur diefer Fa mi lie bey. (Elenchus zoophytorum 9 
Hag. Com. 17 b6. 8.) Und Joh. Ellis gab eine voll* 




t 


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254 ! ^ Siebentes Buck. Ztveytes Kapitel. - - . 

ftandige Naturhiftorie derfelben, worin die Haushal- 
tung diefer Gefchopfe aufgekl&rt wird. {The natural 
Ihiftory of many curious zoophytes 9 Lond. 1786. 4 -) 
Das Meifte aber verdanken wir den trefflichen Un« 
terfuchungen von Phil. Cavolini , {Memorie per fervid 
re alia ftoria de polipi marini, Napol. 1785.4*) Er 
fuchte zu beweifen: dafs die polypenartigen Franzen, 
•welche aus der Rinde der Zoophyten hervortreten, 
nicht felbftftandige Thiere, fondern Organe eines 
grofsen Ganzen, und fowohlzur Ernahrung als zur 
Fortpflanzung beftimmt feyn: dafs die Rinde derGor- 
gonien einen faferigen Ban habe, der fie mit dem Ba- 
fte der Baume vergleichen Jaffe: dais das eigentliche 
Leben der Zoophyten in dfer Rinde liege, und fie 
£ch einen kalkartigen Kern bilden , wie dieSchaalen- 
thiere eine Kalkdecke. Zugleich machte er treffii- 
che Einwendungen gegen die allgemeine Annahme 
der Duplicitat der Gefchlechter im Pflanzenreich, und 
fpracb unter andern den Antheren der Moofe das 
- Befruchtungs- Gefchafft ab. 


Was die Schwamme betrifft,' fo fetzte ibre 
fchwankende Natur viele in Erftaunen , und es au- 
fserten fich zu Linne’s Zeit und nachher manehe ganz 
widerfprechende Meinungen. Otto von Munchhau « 
/en,Erbherr auf Schwobber im Hannoverfchen, fchriebr 
fchon ij 5 y an Linne: ihm fcheinen die Schwamme 
ErzeugniHe von Polypen zufeyn, da er durch Auf- 
gftffe beftandig eine Menge von polypenartigen Tliie- 
ren erhalten habe. Linne trug diefe Meinung bei- 
fallig 1767 in feiner Disf. Mundus invifibilis ( Amoen » 
acad, 7. p. 395 .) vor, und Miinchhaufen bekannte 
fich noch 1775 zu derfelben. {Hausvater , B. 2. S. 
772.) Otto Friedrich Muller 9 Prof, zu Kopenhagen, 
dann danifcher Staatsrath , (geb. 1730, f 1784;) ua*> 


Fernere Auibildung und Befchrankung des Sy Items. 255 

»w 

terwarf diefe Meinung einer befonclern Priifung. Er 
fand, dafs die kryftallhellen Keimkorner der BJat- 
terpilze durch Aufgttffe allerdings in Bewegung ge- 
riethen; allein er vergleicht die Jetztere mit der Be- 
wegung der Pollen- Kugelehen in Waffer. (Pi/e-Lar- 
1 ten med dobbelt hale y iiiob. 1772. 40 -Dot, Siegm. 
Aug. Btictner, Prof, in Gottingen, (geb. 1724, f 1 7GB,) 
machte feinen Zuhorern ahniiche Verfuche bekannt, 
wo er unter dem Mikrofkop das Auskriechen der 
Fliegen • Larven aus den Keimkornern der Pil/e woll* 
te bemerkt haben. Daher einer feiner Zuhorer, 
Friedr. Willi. Weis , die Schwamme ganz aus dem Ge- . 
wachsreiche ausfohlofs, und fie fiir die Wohnungen 
von Aufgufsthieren und Infekten erklarte. ( Plantae 
cry ptog .florae (jotting, p.2.0. ). Auch Joh. Ant. Sco- * 
poli , Prof, zu Pavia , »(geb. 1723, f 1788,) zeigte 
fich als Anhanger diefer Meinung, indem er die thie- 
rifcbe Natur der Schwamme aus ihrem chemifchen 
Gehalt und aus dem fchnellen Faulen ableitete. (De- . 
lie . infubr . vol. 1. p. 4 1 * f.) Jonas Dryander t Biblio- 
thekar des beruhmten Banks, (geb. 1748, f 1 8 i 1 , ) 
fuchte dagegen die Pflanzen - Natur der Schwamme 
zu retten, wenigftens ihre ErZeugung durch Thiere 
zu \yiderlegen. ( Disf. fungos regno vegetabili vindi • 

cans , Lond. Goth. 1776. 40 

Noch einmahl ftellte G. F. Mdrcklin 9 Apotbe- 
ker zu Wiefsloch, die altere Meinung 'auf, dafs die 
Schwamme fich aus verwitternden oder gahrendeu 
Pflanzen - Theilen erzeugen, dafs fie Spiele der Na- 
tur feyn, dafs man alfo vergeblich fie in Gattungea 
und Arten theile, oder ihre Fortpflanzung durch 
Saamen behaupte. ( Ufcens Mag. fur J Bot. 3 , 137.) 
Eine ahnliche Meinung, dafs na’mlich die, Schwamme 
durch vegetahiiifche Kryftallifation enlftehn, ftellten 
Natal. Jof. von Necker , kurpfalzifcher Botaniker, 
(geb. 11700, f 1793,) in feiuem Traice Jur la myci* 


f 


256 Siebentes Bucb. Zweytes Kapitel. 

* * 1 

, * ' ' / 

tologie y Manul. 1 7S3. 8 ., und Friedr. Kafim. Medi* v 

cits 9 Necker’s Nachfolger, (geb. 17^6, f 1809,) 
auf. ( Forlef. der ki+rpfulz> phyf. okon. Gefellfch. B. 3 . x 
S. 33 1. f.) - • 

Dagegea ward die, Sexual -Theorie auf die 
Schwamme von Jof. Gotti. Kolreuier , Prof, in Karls- 
ruhe, (geb. 1733, f 1799,) aogewandt. Ueberall 
bey den Kryptogamif^en glaubte erin der die Fruchte 
bedeckenden Haut das befruchtende Princip anneh- 
men zu miiffen; daher auch bey den Schwammen die 

Halle (volva) far den mannlichen Theil gehalten 

• • 

wurde, obwohl diefe blofs bey den BJatterfchwam- 
men vorkommt. ( Das entdeckte Geheimnifs der Krypto- 
gamie , Karlsr. 17S7. 8.) Laz. Spallanzani , Prof, 
zu Pavia, (geb. 1729, f 1801,) wiederholte die Mi- 
cheli’fchen Verfuche, die Keimkorner der Pilze aus- 
zufaen, und das Aufgehn derfelben gelang ihm voll- 
kommen. ( Opuscoli di fifica anim. e veget . 2. p. 2.57. 
f.) Auch Bulliardy (geb. 1761, f 1793,) trat auf 
die Seite der Sexual -Theorie. Die befruchtende 
Kraft glaubte er in der Flflftigkeit zu finden, w6mit 
die Blaschen und Zellen der Schwamme angefallt 
find, und die mit Schnellkraft von ihnen ausgefpriibt 
wird, dagegen die Keime oder Saamen felbft uover- 
andert bleiben. Die verfchiedene Geftalt und Lage 
der letztern befchrieb er forgfaltig, und glaubte, dafs 
ihre Fortpflanzung durch anhangende klebrigeFeuch- 
tigkeit begun ftigt werde. {Hift. des champignons de 
• la France , pref. vol. 1. t. 5 . f. 4 ^*) Auch ein Herr 
von Beauvois vertheidigte diefe Meinung. ( Journ . de 
'phyf. v ol, 36 . p. 81.) Joh. Hedwig , Prof, in Leip- 
zig, (geb. i 73 o, f 1799,) dehnte ebenfalls die Du- 
plicit,at der Gefchlechter auf die Schwamme aus. 
Was er far die mannlichen Theile hielt, find die ge* 
ftreckten Zellen zvvifchen den Keimfchlauchen , die 
fich als Saftfaden in einigen Pilzen darftellen. ( Theor • 


* 


% 




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t 

Fernere Ausbildurig und Befchrankung des Syftems. 257 

\ 

generat. p. 227. t. 4 2 « 40 Derfelben Meinung 

trat Karl Ludw. W Hide now , Prof. v zu Berlin, (geb* 
1765, f 1812,) bey. (Ufteris Anna] . d<?r Bof. 3 , 
S. 58 . Vorrede zur Ueberf. von Boltons Werk iiber 
die Pilze.) 

Noch einmabl erhielt die altere Meinung von 
der fchwankenden Natur der 'Pilze einen treffliGhen 
Vertheidiger an O. F ;Miiller, Er beobachtete in den 
Warzchen derClavaria rufa und purpurea kleine wei* 
fse Korperchen, welche fich bewegten und endlich 
in ein dichtes faferjges Gewebe zufammentraten* 
Aehnliche Korperchen fall er in der oberflachlichen 
Schicht der Spathularia flavida und anderer Schwam* 
me. Er befchreibt das Fortftauben einer Menge 
glanzender Funkchen aus den Schwammen, gerada 
wie man es bey volliger Reife der grofsen Pezizen 
(P. aurantia , leporina , grandis) bey trockenem 
Wetter beftandig bemerkt. Er halt daher die von 
ihm fogenannten Keulenfchwamme fur Zoophyten, 
(Prodr. zoolog. dan • p. 256 . BeJ chafe, der berl . (ze* 
fellfih. ISaturf. Freuhde , B. 1. S. \ 5 y. 164.) Die* 
felbe Erklarung gab, als ob es feine Entdeckung fey, 
Ant. Aug. Henr. Lichtenftein 9 Prof, zu Helmftedt, 
(geb. 1753, f i8i4») und ftiitzte fich befondets auf 
vorgebliche Beobachtungen von der Verwandlung 
der Schwamme, vorziiglich der Tubulina Perf* 
(Voigt's Mag. fur Naturk. B. 6. S. i 38 .) Gegen dia 
Einwendungen , die Ranzani, Prof, zu Bologna, da* 
wider machte, fuchte Remer diefe Theorie zu ver* 
theidigen. [Voigt s Mag. B. 7. S. 408 — 4 1 ^*) Gottfr, 

Reinh. Treviranus , Prof, in Bremen, rechnete dia 
Schwamme und andere Kryptogamiften zu den 
Pflanzenthieren , fowohl ihres Baues als ihrer Mi* 
febung wegen. (Biol. i, 4 i 7 *) 

Dagegen machte fich Henr. Friedr, Link , Prof, 
in Berlin, (geb. 1767,) durch treffliche Unterftt* 
jQ^cht d, Bptanikj a* 


258 Siebentes Buck* Zweytes Kapitel. 

t 

4 

chungen fiber die unvollkommenften Gewachfe un d 
durchClaflifikation de^felben aufserft verdient. ( BerL 

Magaz , B. 3 . S. 1 — 42. B.7. S. 25 — 45.) So berei- 
tete er das Syftem der Pilze und Schwumme vor , wel- 
ches C. G. Nees von Efenbeck 1817. Wfirzburg 4 - 
herausgab, worin die ftufenweife Entwickelung die- 
fer Formen aus hohern Principien nacbgewiefen ift. 


Die Algen, welche zu Linne’s Zeit wenig un* 
terfucht waren, wahlte Albr. Wilh. Roth, Arzt zu 
Vegefack, (geb. ij 55 >) zum Gegenftand feiner Be* 
obachtungen. Zwar hatte Job. Hedivig auch bey den 
Tremellen und Conferven doppelte Gefchlechtstheile 
angenommen. ( Theor. generate p. 220.) Aber Roth 
fah davon ganz ab, ftellte die Tange und Conferven# 
racb ihrem Bau, in Gruppen und Arten, fcbuf neue 
Gattungen Rivularia und Linckia , deren Fortpflan- 
zung durch Keimkorner er forgfaltig beobachtete, 
und babnte fo den Weg zu genauerer Unterfucbung 
diefer zahlreichen Familie. (Catalecta botanica, fafc# 
1—3. Lipf. 1797 — 1806. 8. Neue Beytrage Zur 
Botanik , Frankf. am Main 1802. 8, Botanifche Be* 
merkungen , Leipz. 1807.8.) . . 

Indeffen waren fchon frfiher in einigen Algen, 
ja fogar in der Chara, Bewegungen beobachtet wor* 
den, die man mit den thierifchen verglich. Der be-' 
rubmte Mich. Adanfon bemerkte dies zuerft in einer 
von ihm fogenannten Tremelle (Ofcillatorie Vau-, 
cher’s). (Mem, de V ac. de Paris , 1767. p. 564 - C) 
Bonaventura Cord beobacbtete die circulirende Be- 
wegung des Safts in den Gliedern der Chara* ( Offer - 
vazioni microfcopiche fulla Tremella p. 125 . Luce. 
1774. 8. Journal de phyj tom. 8. p. 232 *.) Was Col • 
lomb ( Journ , de phyf. tom. 39. p. 169. f.) und Jof. 
Otivi beobachteten {mem, della foe • ital, tom. 6 . p # 


/ 


Fern ere Ausbildung und Befcbrankung des Systems. 259 

161. f.), war blofs die Annaherung der Prieftley'- 
fohen grtinen Materie an das Sonnenlicht, und das 
Zurttckfinken derfelben, wenn das Sonnenlicht ent- 
zogen wordent Diefe Erfcheinung fuchte Franz von 
Paula Schranki Akademiker zu Miinchen, (geb. 
1747,) blofs aufr der durch das Sonnenlicht entwi- 
ckelten Luft und der dadurch bewirkten grofsern 
. Leichtigkeit der griinen Materie herzuleiten. 

Ganz eine andere, wirklich thierifche Bewe- 
gung war es, die Turberville Needham, Kanonikus 
zu Soigny, Director der Akademie zu Briiffel, (geb, 
.1713, f 1781,) an der Prieftley'fchen griinen Ma- 
terie bemerkte. Es fonderten fich namlich Theil- 
chen ab, die fich , dem Anfchein nach, eine Zeit 
lang ganz frey bewegten. ( Nouv . obf. micro/ cop. jr. 
192 — *99-) Diefe gingen in der Folge wieder in 
die Pflanzen • Natur iiber: andere verwandelten fich 
in andere Aufgufsthierchen : daraus fchlofs er 

fchon, dafs fich eine Gattung Aufgufsthiere mit der- 
jenigen, welche ihr unmittelbar vorangeht, verei- 
nige. Diefe Beobachtqngen beftatigte Henr, Aug. 
Wrisberg , Prof, in Gottingen, (geb. 1739, f 1809,) 
indem er fogar das Zufammenfchmelzen zweyer Auf«» 
gufsthierchen in ein einziges bemerkte. ( Obfervat . de 
animalculis infuforiis fatura,- Gott. 1 765. 8. ) Auch. 
O. Fr. Muller gehort zu den Beobachtern , die Need- ' 
ham's Bemerkungen bekraftigten. ( Vermium hi/ioria, 
vol. 1. p. 11.) Laz. Spallanzani laugnete indefs den 
Uebergang der Aufgufsthiere in Pflanzen, und wollte 
die Entftehung der erftern in der Prieftley’fchen Ma- 
terie aus vorher dafeyenden Eyern herleiten. ( Obferv . 
fujr les animalc . des infuf. p. i 4 #.f. ) Genau aber und 
• vollftandig berichtigte Joh. Ingenhoufs , ein Belgier, 
Oftreich’fcher Hofarzt, (f 1799,) j ene Beobachtun- 
gen, indem er das Schwanken der Prieftlej’fchen 

.Materie zwifchen zwey Reichen fehr gut darthat, 

t09 « 
l 7 


r . 


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. 260 . Siebentes Bucb. . Zweytes Kapitel# *. £ 

(Verm. Schriften , B. 2. S. i 47 * f*) Auch G. R. Tre- 
viranus beftatigte dies durch treffliche Verfi^che- 
(Biol. 2. S. 319. f. 3 . S. 317. f.) 

Die zuckende Bewegung der Ofcillatorlen ward 
genauer von Horaz Benedict von Sauffure ( Journ . de 
phyj. t. 37. p. 4 oi. f. ) beobacntet, und vom Einflufs 
des Lichts hergeleitet. VolJftandig wurden diefe Be- 
merkungen von Job. Pet. Voucher, Prediger und Prof, 
in Genf, ( Hiftoire des conferves d'eau douce 9 p. 170. 
f.) angeftellt. Dafs zwar im Ganzen die Richtung 
der Bewegungen gegen das Licht ftatt findet; aber 
dafs eine mannigfache Abanderung diefer Bewegun- 
gen beobachtet wird, und dafs man fie daher recht 
wohl mit den willkuhrlichen Bewegungen der Thie- 
re vergleichen konne, dies fuchte Vaucher zu er- 
weifen. Er glaubte felbft ein Kopf* und Schwanz- 
ende in den OfcilJatorien zu entdecken, und zu be- 
merken, dafs fie die Ringe verkilrzen und verlan- 
gern. Auch glaubte er die Fortpflanzung diefer Con- 
ferven durch blofse Tbeilung der Scheinringe beob-. 
achtet zu haben. Die ubrigen Mitglieder derConfer- 
venfamilie unterfuchte Vaucher ebenfalls aufs forgfal- 
tigfte. Bey den von ihm fogenannten Ektofpermen 
fand er neben den Keimkiigelchen noch befondere 
Hornchen, die fich kriimmten, und die ihm fchie- 
nen die Verrichtung der Antheren zu iiben., (a. B. 
p. 17.) Die Verbindung zweyer Rohren in den Con- 
jugaten, und die dadurch erfolgende Erzeugung der 
Keimkiigelchen aus der kornigen Maffe, das Zufam- 
mentreten der letztern in den verengten Stellen der 
Polyfpennen, und die eigentliche Bildung der Hy» 
drodiktyen beobachtete Vaucher auf das forgfaltigfte. 

Faft zugleich mit ihm hatte Girod • Chantrans 
die Conferven aus einem andern Gefichtspunkt be- 
trachtet. ( Recherches chimiques et microfco piques fur 
Ids conferves , les biffes et les tremelles , Paris 1 802. 


1 


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4 • 9 

' I 

Fernere Ausbildung und Befchrsinkung des Syftems. 

• ■ 

% 

8.) : Die thierifche Natur der Conferven flberhaupt 
leuchtete ihm fo fehr ein , dafs er fie entweder als 
Polypen oder als Polypen ~ Wohnungen , oder end- 
, • 2 ich als Haufen vont thierifohen Korpern anfah, die, 
unbeweglich, wenn ihrer mehrere zufammenhangen, 
einzeln willkuhrliche Bewegung zeigen. Dafs fich 
in dem Waffer, worin Gonferven find, Aufgufsthiere 
erzeugen, fah er als Beweis ian, dafs fich die Con- 
ferven in diefe hiere verwandeln. Aber vortreff- 
lich beobachtete • er fchon das Zufammentreten der 
• kornigen Maffe, welche die Ofcillatorien erfiillt, zu 
ovalen Keimkiigelchen , den Anfangen der kiinftigen 
Conferven. (a. B. p. 216.) Dies ift eine Beobach* 
tung, (die zuin Theil fchon Fel. Fontana ( Journ . de 
phyf. 7. p. 4 ?.) gemacht, und die von G. R. Trevi - 
ranus (verm. Schrif ten, ,S. 167.) vortrefflich befta* 
tigt worden. 

t: Die Erzeugung von Aufgufsthierchen aus den 

Keimkiigelchen der Ektofpermen (Conferva dilatata 
Roth.) bemerkte auch Joh. Friedr. Trentepohl , Pre- 
diger zu Oldenbrok im Oldenburgifchen, ( Roth's 
botan . Bemerk . S. 180.) 

Ludolf jChrift. Treviranus machte mehrere in* 
tereffante Beobachtungen bekannt, welche bewiefen, 
dafs die fcheinbaren Ringe und Scheidewande der 
Conferven eigentlich aus Reihen von Kornern befte* 
hen, die offenbar in den Conjugaten zu Keimkiigel- 
chen zufammentreten. (Weber's und Mohr's Bey tr. zur 
Naturkunde , B.1.S.176.), wohin auch M. H. Mohrs 
Bemerkungen uber die Anhaufung der Keimkorner 
in den Stricturen der Conferva torulofa und fluviati- 
lis gehoren. (Schrader s Journ. 1801. B. i.S. 3 i 3 .) 

Alle diefe Unterfuchungen , die die Unmoglich- 
keit der Anwendung des Sexualfyftems auf die Con- 
ferven beweifen, wurden aber blofs an den Confer- 
ven des fufsen Waffers angeftellt. Den innern Bau 


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262 . . Siebentes Bucb. Zweytes Kapitel. 

I 

der Meer-Conferven, die ich Synemmenen nenne^ 
haben, meines Wiffens, Jak. Sowerby und Jak. Ed, \ 
Smith zuerft in der Englifh botany > t. 1764. 1814* 
i 8 i 5 . 1916. 2101. 2328. 234 o. 2365.2429. recht 
genau angegeben, obgleich fchon Alb. Wilh. Roth 
und Lewis Wefton Dillteyn ( Synopfis of the britifh 
confer vae , t. 44 - 81. 85 . 104.) den zufammengefetz* 
ten rohrigen Bau andeuten. 

Andere Bildungen, die man bisber auch zu den 
Conferven gerechnet, wi eC.focculofa Roth, catal. 1, 
s p. 192. f 1 . dan. 1487., C. pectinalis Dillw. t. 24. engl., 
bot. 1611., C. taeniaeformis engl. bot. i 883 ., C. Bid- 
, dulphiana engl. bot. 1762., C. ftipitata engl. bot. 
2488., C. obliquata daf. 1869. und C. ftriatula daf. 
*928., wurden von Gbrift. Ludw. Nitzfch , Prof, in 
Halle, zu den Bacillarien Gmelin’s, oder wahren 
Mittelgliedern zwifchen Pflanzen - und Thierreicb, - 
gerechnet. ( Bey t rag zur Infuforien- Kunde 9 Halle 
1817.8.) ~ 

. » f t 

.Was die Flecbten betrifft, fo gab Hedwig den 
Keimhaufchen das Gefchafft der mannlichen Theile, 
und fah die Scheinfaamen in den Apothecien fur 
.wahre Saamen an. ( Theor . generate t. 33 .) Erich 
Acharius aber, Provinzial- Arzt von Oftgothland in 
Vadftena, erklarte fich fchon 1798 (Lichenograph* 
fuec. prodr . p. x.) dafdr, dafs jene Keimhaufchen die 
Fortpflanzung bewirken , dafs dagegen die Korner in 
den Apothecien nur Scheinfaamen feyn. Er ftiitzte 
fich befonders auf Jof. Gartner’s treffliche Bemer- 
kung, dafs das Keimpulver der Flechten das einzige' * 
Tvlittel der Fortpflanzung der Flechten fey, und die 
fogenannten Fruchte keinesweges wahre Saamen ent* 
halten. Diefe Idee fQhrte er neuerlich vortrefflich 
aus. ( Acharii lichen ogr a ph> univ . p. 7, Synopf me • 

• thod. lichen . p. 1 1 . 1 1 1 . ) 






\ 



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Fernere Ausbildung und Belchrankung des Syftems. 263 

\ 

Auch in den Leber - und Laubmoofen, wo be* 
bonders in den letztern die Antheren fo unlaugbar 
fcheinen, dafs Hedvoig die Allgemeinheit des Sexual* 
Syftems dadurch vorzilglich begrQnden zu konnen 
glaubte, fchienen dem unfterblichen Jof. G&flner die 
Keime eine viel wichtigere Rolle zu fpielen. £r ftritt 
geradezu gegen die mannliche Verrichtung jener 
Schein- Antheren, und glaubte, dafs weit eher im 
Deckelchen der Kapfeln die befruohtende Kraft zu 
fuchen fey. ( G&rtn . de fruct . i.p. xxxv. ) Dafs die 
Antberen der Moofe keinesweges die Befruchtung 
bewirken, fuchten auch Alb. Wilh. Roth ( Botan. 
Bemerk. S. 22.) und icb ( Anleit . zur Kenntn • der Gent* 
£. 3 . S. 223 . f.) darzuthun. 

Zu den Vertheidigern der mSnnlichen Theile 
bey den Jungermannien gehort noch Ott. Fr. Miiller 9 
der die Parapbyfen oder fehlfchlagenden Piftille. fiir 
Staubfaden bielt. (Flor. FridrichsdaL p. 188. t. 2. f. 
5 . 6.) Natal. Jof. Necker aber verwarf jede Fort* 
pflanzung der Modfe durchSaamen, und fchrieb dies 
ganze Oefcbafft den Keimen und Knofpen zu. (dee, 
theodor . palat . 2. p. 4 2 4 « PhyfioL mufcorum y Mannb. 
*774.8.) ■ 

Wie Job. Hill in den Wimpern der Mooskapfeln,' 
fo batte er in dem gegliederten Ringe der Kapfeln 
der Farrenkrauter das befruchtende Wefen gefucht. 
( Vegetable fyfc . p. i 44 «) Kolreuter fchrieb diefe 
Kraft dem Schleyerchen , (Entdeckt. Geheimnifs der 
Kryptog . S. 79.)) Gleichen den Spaltoffnungen auf 
der Rtickfeite der Blatter zu, (Das Neuefee aus dem 
Reiche der PJlanzen , S. 24.)* Diefe Meinungen 
verdienten fo wenig umftandliche Widerlegungen , 
als Hedwig's Idee, dafs die Haardrttfen der unent* 
wickelten Wedel die Antheren feyn, ( Theor. gener . 
p. 94. 97 *) Job. Franz Maratei, der bald das Schley- 


. 264 *" Siebentes Bach. Zweytes Kapltek ■. 

• * » 

erchen* bald die Saamen- Kapfeln felbft fur die Be* 
fruchtungstbeile erklarte, konnte ebenfalls auf kei* 
nen Beyfall Anfpruch machen* ( Defcriptio de vera 
Jlorum exifcenticij Rom. *760. 8. Huperz de filicum 
propagatione , Gott. 1798. 8.) AuchJ0h.Jak.JBer/2- 
hardis Meinung, dafs die verdickten Enden der Ve- 
nen in den Blattern der Farrenkrauter , uber denen 
iich die Oberhaut in Schuppchen lofet, Antheren, 
feyn, ift bald in Vergeffenheit gerathen. ( Schrader's 
Journ. 1801. B. 1. S. 9.) Nach Gartner's Meinung 
(a. a. O. p. xxxvii.) war Hill's Idee um defswillen die 
wahrfcheinlichfte, weil man bey verwandten unvoll* 
kommenen Gewachfen, wie bey Pilularia unci Mar* 
filea, das befruchtende Princip in unmittelbarer Nach* 
barfchaft der Fruchte bemerke* 


Wahrend die Sexual -Thedrie auf die vollkom* 
menern Pflanzen befchrankt wurde, blieb auch det 
Grund derfelben nicht unerfchuttert. Karl Alfton > 
Prof, in Edinburgh , (geb* i 683 , f 1760,) bezwei* 
felte die Nothwendigkeit des Zufammenwirkens 
zwiefach gebildeter Theile zur Erzeugung der Saa- 
men, weil der Pollen aus den Antheren , dem Stigma 
gegen flber (wie bey' den lrideen) atisgefchieden 
werde, weil Stigma und t Antheren oft wenigftend 
zu verfchiedenen Zeiten reif werden , und endlich, 
weil das YVegfchneiden der Antheren nach volliger 
Entwickeluhg der Blume nichts fchade. ( Edinb. neue 
Verfuche und Bemerk,, i * 234 * f*) 

Nicht unbedeutend waren dieEinwOffe) welchtt 
Georg Friedn Mbller> Kammergerichts - Ad vocat in 
Berlin und Gutsbefitzer in Sauen , gegen die Sexual * 
*Theorie machte. (Hamb> Magaz> 2 > 4 ^ 4 * 3 , 4 to* 

% 4 2 ^.f.) Dafs, riach ausgeriffenert mannlichen Pflan* 

Bert* Spinal und Hanf dennoch volikotnmene Saa* 


Fernere Ausbildung und Befcbrankung des Syftems. 265 

meiii : tragen , fchien ihm ein ficherer Beweis gegen 
die Nothwendigkeit der zwiefacben Gefchlechtsthei* 
le zu feyn. Auch, glaubte er, habe die' Natur viel 
einfacher und leichter zu ihrem Zwecke gelangen 
konnen, wie fie denn diefen auf die einfachfte Weife 
in unvollkommenen Pflanzen erreiche* Abr. Gotth* 
Kcifcnery nacbmals Prof, in Gottingen,. (geb. 1719, 
•J* 1800,) fuchte die Sexual -Theorie gegen Hiefe Ein- 
wilrfe dadurch zu retten, dafs er das zufaJlige Da- 
feyn der Zwitterbliithen in den diocifchen Pflanzen 
darthat, und durch das Beyfpiel der VVeiden bewies. 
( Hamb . Mag . 3 , 1 1. 6, 529*) 

Sehr wichtig fiir die Lehre von der Befruchtung 
waren die Unterfuch ungen von Kafp. Firiedr. Wolff \ 
Akademiker in Petersburg, (f '1794). «• Er bewies 
namlich, dafs die Organifation des Embryo keines* 
weges der Befruchtung vorausgehe, und eben fo we* 
nig mit ihr zufammenfalle , fondern dafs nur organi* 
firbare Theile '.abgefondert, durch die Kraft des Pol* 
lens belebt, und allmiihlig organifirt werden. Er 
unterfuchte die unbefruchteten Eyer, um zu zeigen, 
dafs fie blofse Blaschen mit kiarem Waffer angefiillt, 
Feyn und dafs keinPorus in denfelben eine Oeffnung 
bilde. ( Theoria general p. 170. f. t. 1. f. 23 . f.) * 

Auch durch Wilh. Friedr. von Gleichen , mark* 
grafl. anfpach’fchen geheimen Ralhs, (geb* 1717, 
•f 1783,) mikrofkopilche Unterfuchpngen gewann 
die Lehre von der Befruchtung* Obgleich far die 
Evolutions ^Theorie eingenommen, bewies e'r docb, 
dafs die Harchen und Warzchen des Stigma’s ge» 
fchloffen feyn , alfo kein unmittelbarer Uebergang 
des Pollens Statt finde, und hob die Zweifel gegen 
die Sexual -Theorie , von dem Anfetzen der Saamen 
in diocifchen Pflanzen hergenommen* dadurch, dafs 
er Zwitterbliithen im Spinat nachwies. ( Das Neuefce 
a us dem Reiche der PjlaaZen> T. A* Anh% T. 1 o.) 


1 66 ' Siebentes Buch. Zweytes KapiteL 

/ 0 * . * * 

Vorzflgliche Verdienfte erwarb fich in diefer 
Hinficht Jof. Gotti. Kolreuter. Er bewies, dafs die 
Pollenkugelcben nicht unmittelbar in den Everftock 
flbergehn konnen, dafs auch das AusfpriShen der 
Maffe aus deri Pollen- Korperchen nicht in der Natur 
Statt finde, fondern jene ganz einfach in der Feuch- 
tigkeit des Stigma’s aufgeldft werde. Er zeigte, 
welcher HftlfsmitteL fich die Natur bediene, um die 
Befruchtung zu bewirken , der mechanifchen Anftal- 
ten bey einigen,der Infecten bey andern Pflanzen. 

( Porlaufige Nachricht von einigen das Gejchlecht der 
PJlanzen betreffenden Verfuchen und Beobachcungen 9 
Leipz. 1761. 8.) Hochft wichtig waren feine fort- 
gefetzten Verfuche mit Baftard- Erzeugungen, wo er 
entweder zweyArten mit einander befruchtete, oder 
wenigftens den Pollen der einen Art zu Hfllfe nahm, 
um Veranderung der Geftalt in der andern Art her- 
vorzubringen , eder endlich blofs zwey Spielarten 
mit einander verband. Er bemerkte, dafs manche 
diefer Baftarde fruchtbar waren, andere nicht, ja 
dafs einige in fpatern Gefchlechtern wieder zu der 
alten Form zurGckkehrten. Dafs aber von felbft der- 
gleichen Baftarde entftehn, ward fchon von ihm gro- 
fsentbeils gelaugnet. Durch diefe Beobaehtungezt 
widerlegte fich die Vorbildung der Embryonen , fo- 
wohl im Eyerftock als im Pollen vcillig. Kolreuter . 
ftellte fie aber vorziiglich an Tobak und Verbafcum- 
Arten an. ( Fortfetzung der vorl&ufi gen- Nachricht , 
Leipz. 1763. Zweyte Fortfetzung , 1765. Dritte 
Fortfetzung , 1766.) 

Mein Oheim , Chrift. Konr. Sprengel , (gebr zu 
Alt- Brandenburg 1760, eine Zeit lang Rector in. 
Spandau , und dann Privat* Gelehrter in Berlin, 

•j* 1816,) fetzte durch feine Beobachtungen die Be* 
ziehung derNektarien auf die Befruchtung in das hel* 
lefte Licht. ( Das entdeckte Geheimnifs der Natur im 


Fernere Ausbildung und BefchrSnkung des Sy ftems. 267 

Bau und in der Befruchtung der Blumt»n, Berlin 1793. 

4.) Nicht allein unterfchied er die verfchiedeneil 
Werkzeuge zur Aufbewahrung und SchiUzung des , 
Nektars, fondern er lehrte auch die Bedeutung der 
Saftmaler kennen, und zeigte, warurp fich die An- • , 
theren bey felir vielen Pflanzen gerade an der, dein 
Stigma entgegengefetzten Seite offnen, weil hier 
namlich der Zugang zu den Nektarien den Infectett 
frey fteht, und fie fo den Pollen abftreifen konnen. 

Er ftthrte ferner den Begriff der Dichogamie ein , die 
fonft den Naturforfcbern viel Bedenken erregt haite. 

Die Erfabrung lebrt namlich, dafs in derfelben Bfu- 
me beiderley Gefcblechtstbeile nicht zu gleicher Zeit 
ihre Vollkommenheit erreichen, dafs entweder die 
Antberen, oder die Stigmen frflber reif werden. 

Daher kann auf mechanifehe Weife nicht die Be- 

» , 

fruchtung erfolgen, fondern es mufs durcb Infecten 
aus andern . Blumen der Pollen auf das eben reife 
Stigma gebracht werden. Man bat meinem Oheim 
mit Unrecht vorgeworfen, dafs er die Befruchtung 
durch Infecten zu allgemein annehme, Er gefteht 
felbft, dafs Grafer, Katzchen tragende und Zapfen- 
baume davon ausgenommen feyn. Ja, die Orchi- 
deen nannte er fogar Scheinjaftblumen , weil hier 
zwar der Apparat der Nektarien da fey, aber kein 
wahrer Nektar abgefchieden werde, 

Nbch eineErfchOtterung erlitt die Sexual -Theo- • 
rie durcb die Einwttrfe und gegenfeitigen Beobach- > 
tungen, welche Laz. Spallanzani bekannt machte. 
Zuerft bemerkt er, dafs vor der Befruchtung fchon 
die Saamen in der Frucbt von Spartium iunceum vor- 
banden feyn; und, da er felbft gefteht, dafs weder 
Saamenlappen noch Pflanzchen zu entdecken, fon- 
dern dafs das Ganze eine gleichformige , etwas 
fchwammige Maffe fey, die einer geronnenen Galler- 
te gleiche , fo konnte kein Anhanger der Sexual - 


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> « 

/ ' 

268 Siebentes Bucb. Zweytes Kapitel; 

. . * J. - r 

Theorie mit ihm darfiber ftreiten^ Diefe Bemerkung 
beftatigte fich bey mehrern Pflanzen , und ward von v 
ihm als Naturgefetz mit Recht angefehn. ( Della gene - 
Tazione di diver fe plant e nella Fifica ariimale e vegeta - 
bile, p. 009 — 334.) Dann machte er Verfuche am 
Bafilicum und am Hibifcus fyriacus, die ihn lehrten, 
dafs der Embryo fich allerdings ohne Zuthun des 
mannlichen befruchtenden Princips zeige, aber dafs 
er nicht entwickelt werde, folglich der Saame auch 
anicht aufgehe. (daf. p. 34o.) Schon diefer Satz wi- 
derfprach .den bisherigen Erfahrungen,. aber noch 
xnehr die folgenden Beobachtungen , nach welchea 
Kiirbiffe und Angurien , denen man alle mannliche 
Bliithen geraubt; Spinat, Hanf und Bingelkraut, von 
denen man alle mannliche Exemplare entfernt hatte, 
-guten fruchtbaren Saamen trugen. (daf. p. j 349 — “ 
394.) Dtefe vorgebliche Beobachtungen ftiefsen fo 
fehr gegen alle Erfahrungen Anderer an, liefsen fich 
zum Theil aus dem Vorkommen der Zwitterbliithen 
in weiblichen Spinat r und Bingelkrautpflanzen er- 
klaren, und Spallanzani felbft hatte fich zu wenig 
Glauben bey denen , die ihn naher kannten , zu ver- 
fchaffen gewufst, als dafs man jeneEinwiirfe gegen die 
Nothwendigkeit doppelt gebildeter Gefchlechtstheile 
bey- vollkommenen Pflanzen auf irgend eine Weife 
gilltig oder hinreichend zur Widerlegung des Syftems 
anfehn konnte. Dennoch wagte Franz Jof. Schelver , 
Prof, zu Heidelberg, fich gegen die Sexual - Theorie 
' aus feltfamen GrQnden zu erklaren. Ohne Kenntnifs 
des Pollens behauptete er, dafs diefer vielmehr ein 
. todtliches Gift fiir das Stigma fey. Es zeugte von un- 
glficklichem Hang zum Grubeln aus Begriffen, wenn 
er die Zwitter- Natur der Gefchopfe laugnete, und 
den Satz aufftellte, Kolreuter’s Verfuche beweifen 
blofs eine Art von Inipfung, und die Befruchtung 
durch Infecten fey nicht dargethan. ( Kritik der Lehr e- 


/ 


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V 


Fern ere Ausbildung und Befchrankung des Syftems. 269 

' ■ » 

von den Gefchlechtern der PJlanze> Heidelb. 1812. 8.) 
Diefe Schrift verdient die Vergeffenheit, der man 
fie iibergeben hat* 


Es fehlte feitLinne’s Tode nicht an Verfuchen, 
feinem Syftem mehr Folgerichtigkeit zu geben, den 
Gattqngen beffere Platze anzuweifen , fie richtiger zu 
charakterifiren und einzelne Theile des Syftems 
grfindlicher zu bearbeiten. 

Einer der altern und wfirdigen Schriftfteller, 
die/hierher gehoren, ift der gelehrte Gartner zu 
Franeker, David Meefe , deffen Arbeit fiber die neun- 
zehnte Linne’fche Klaffe, ( Het XIX. claffe van Lin - 
naeus opgeheldert en vermeerdert ,, Leeuward. 1761. 
8.). ein fehr forgfaJtig ausgearbeiteter Schlfiffel zu 
diefer Klaffe ift. Die Gattungs - Charaktere find nach 
eigenen Unterfuchungen angegeben, und es wird 
richtig bemerkt, dafs die Ordnung der Monogamie 
keinesweges zu diefer Klaffe (nach der natfirlichen 
Verwandtfchaft) gehore. Uebertroffen ward diefe 
Arbeit durch Job. le Francq van Berkheys Schrift: 
Expofitio character if tic a Jlorum 9 qui dicun tur compo~ 
fiti 9 . Leid. 1760. 4 * Hier findet man die feinften 
und genaueften Unterfuchungen fiber den Bau des 
Antheren-* Cylinders, fiber die Verfchiedenheiten 
des Fruchtbodens, der Saamenkrone und des Kel- 

V 

ches, durch gute Kupfer erlautert. , 

Die Familie der Dolden wahlte Henr. Job. Ne- 

' ^ 

pomuk CrantZy Prof, in Wien , (geb. 1722, f 1799,) 
zum Gegenftand feiner Unterfuchungen. ( Claffis um - 
helliferarum emendata , Vienn. 1767. 8.) Bekanntlich 
hatteLinne die Gattungen diefer Familie nur mangel* •, 
haft bearbeitet, und, ftattfeften Grundfatzen zu fol- 
gen, bald auf das eine bald auf das andere Merkmabi 
gefehn, fich aber hauptfachlich durch das Aofehn 


» 


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*70 Siebentes Buch. Zweytes Kapitel. 

leiten laffen. Crantz tadelte dies mit Recht, und 

ftellte die verfchiedenen Formen der Frucht als Ein- 

» 

theilungsgrund auf. Es kommen hiebey febr viele 
gute Und durchdachte Aenderungen vor. So unter- 
fcheidet er zuerft Siler aquilegifolium Gartn. von La- 
ferpitium. So verbindet er Athamanta und Bubon 
zu einer Gattung, die er Libanotis nennt: Ligufti- 
cum vereinigt er mit Meum« Heracleum auftriacum 
und Imperatoria Chabraei ftellt er zuerft auf* Aber 
natiirlich fehlt es nicht an Veriehn , befonders an 
Verbindungen mehrerer Gattungen, die nicht zu- 
fammengehoren. 

Auch die Siliquofen fuchte derfelbe beffer dar« 
2uftellen in feiner: ClaJJis cruciferarum emendata , 
tipi. 1769. B. Er unterfcheidet hier von der filiqua 
und filicula noch den fructus filiqua tus, der abiang 
und gegliedert fey, wie bey Raphapus: doch trennt 
er den Raphanus fativus von diefer Gattung, und 
bringt ihn mit Sinapis und Braflica zufammen. Eine 
Gattung NaftUrtium ftellt er auf, deren Frucht kugel- 
rund und ausgerandet ift, dazu reohnet er Cochlearia 
faxatilis R. Br. und einige andere Arten derfelben 
Gattung. Unter Clypeola vereinigt er Peltaria,' 
Bifcutella und Alyffum maritimum. Petrocallis py - 
fenaica R. Br. und Camelina aujtriaca deffelben wer- 
den gut eriautert, letztere als Cochlearia. An 
Grantz war der von den Feffeln des AnfehnS freye 
Geift zu riihmen; aber zu tadeln der Hafs gegen Lin- 
ne und Jacquin. 

% «• 

; ■■ ■ ■ •* 

. X 

Ein ungleich wtirdigerer Nachfolger Linne’s, 
der nicht allein einzelne Theile feines Syftems , fon- 
dern die meiften Gattungs • Charaktere zu berichti- 
gen und zu verbeffern fuchte, war Job. Chrift. Dan. 

- Schreber , Prof, zu Erlangen, (geb. 1739, f 1810). 
Vorzdgliche Sorgfalt wandte er auf die Grafer, die 


Fernere Ausbildung und Befchrlnkung des Sy ftemi. 371 

i 

er mit unflbertrefflicher und faft zu weit getriebener 
Genauigkeit unterfuchte und befchrieb. Seine Be* 
fchreibung der Grdfer , Th. i — 3 . Leipz. 1769 — ^ 
1810. fol. , ift ein eben fo riihmliches Oenkmahl fei- 
nes Beobachtungsgeiftes, als feine Ausgabe der Gene* 
ra plantarum , voL 1.2. Frcf. 1789. 1791, 8 ., fttr fei- 
ne umfaffende Kenntnifs des Gewachsreiches zeugt. 
Auch einige kleinere Schriften : leones et deferiptio * 
nes plantarum minus cog nit arum, dec. 1. Hal. 1766* 
fol. Plantarum verticillatarum unilabiatarum genera 
et fpecies , Lipf. 1774* 4 m fo wie mehrere Disferta- 
tionen, welche durch feine Beyhttlfe entftanden, wie 
• Jo. Aloyf. Frolibh de Gentiana libellus , Erl. 1796. 
8. Jo. Lud. Cbrift. Kvlle fpicilegium obfervationum de 
Aconito , Erl. 1788. 8. Andr. Ern. Etlinger de Sal - 
via, Erl. 1777. 4 * Wilh . Drefky de Valeriana'offici* 
nali , Erl. 1776. 4 m verdienen eine ausgezeichnete 
Stelle in unferer Literatur. ' 

Wenn wir Schreber’s Befchreibung der Grafer 
unflbertrefflich nannten , fo wurden doch die Abbil- 
dungen, feinem Werke beygefiigt, von den Darftel- 
lungen flbertroffen , die Nic. Thom. Hofe , oftreich- 
fcher Leibarzt, feinem grofsen Prachtwerke: hones 
et deferiptiones graminum auftriacorum Vienn# 
1801 — 1814. vol. 1— 4 m beyfttgte. Nicht blofs 
eine Menge neuer Arten, fondern auch die hochfte 
Genauigkeit in der Darftellung der kleinften Theile 
erregen eben fo viel Bewunderung als die bedeutende 
Zahl von eigenthfimlichen Beobachtungen , wodurch 
die Gattungs- Charaktere berichtigt werden. Auch 
3 . Gaudins, Pred. im Waadtlande, Agroftologia hel* 
vetica , vol. 1. 2. Parif. 1811. 8., verdient rOhmli- 
che Auszeichnung. Weniger G. Lud. Kdlers, Prof, 
zu Mainz, deferiptio graminum in Germania et Gallia 
f ponte nafeentium^ Frcf. 1812.8. 


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V < 


572 Siebentes Bucb. Zweytes Kapltel. 

i ' 

Den RiedgrSfern widmete Chrift; Schkuhr , Me* 
cbanicus zu Wittenberg, (geb. 1740 , f 1811,) fein 
Studium und Kiinftler -Talent. Seine Befchreibung 
und Abbildung tier Riedgr&fer , Wittenb. 180 1. 1806. 
S., enthalt auf 90 Kupfertafeln ungemein , richtige 
Darftellungen der meiften bekannten und vieler 
neuen Arten. Es bleibt, nebft lioft’s angefiihrtem 
Werk das vorzQglichfte Hiilfsmittel beym Studium 
diefer Familie. Fruher fchon hatte Sam. Goodenough , 
Bifchof von Carlisle, die brittifchen Riedgrafer neu 
unterfucht und trefflich berichtigt. ( Transact . of 
the Linn . foe., vol. 2. p. 126 — 211. vol. 5 . p. 76 — 
79.) . Und Georg Walilenberg , Adjunct der Uni- 
verfitat zu Upfala, charakterifirte um diefelbe Zeit 
142 Arten Riedgrafer genau, und verbefferte die 
Kunftfprache bey diefer Familie, ( Stockli . acad. handl. 
i 8 o 3 . p. i 58 . f. Annals of botany, vol. 2. p. 1 12 — 
i 44 .) Georg Wolfg. Panzer , Arzt zu Herfpruck 
bey Niirnberg, gab in feinen: Ideen zu einer kiinfti- 
gen Revifion der Gattungen der Grdfer , Munch en 
181 3 . 4 *> fehr.gute Beytrage zu^ Berichtigung der 
Charaktere. Endlich wurde die ganze Familie der 
Grafer in 210 Gattungen, nach ganz neuen, oft eben 
fo fchwer einzufehenden als zu rechtfertigenden 
Grundfatzen getheilt, und fo eine Reform gegrundet, 
wodurch freylich viel Irrthiimer berichtigt und neue 
Ideen geweckt werden, wenn auch das Syftem im 
ganzen Umfang nicht angenommen werden diirfte. 
Dies that A. M. F. J. Palifot - de * Beauvois , Akade* 
miker in Paris, in feinem Effai d'une nouvelle agro - 
ftographie , Paris 1812. 8., mit 26 Kupfern. 

Die Scitaminen wurden zuerft von Joh. Gerh. 
Kdnig , Miffionsarzt auf der malabarifchen Kafte, 
(geb. 1728, f 1785,) gut unterfucht. {Retzii obferv, 
botanic . fafc. 3 . p. 45 "7 6,). Dann aber erwarben 
fich Wilh, Rofcoe , ( Transact , of the Linn * foe. vol. 8, 



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Fernere Ausbildung und Befchrankung desSyftems. 273 

« 

•p. 33 o. f.) und Wilh. Roxburgh ( Afiatic refearch, 
voJ. 11. p. 200. f. ) bedeutende Verdienfte um dia 
Berichtigung der Charaktere. Nicht unrflhpilich 
fchJiefst Gch ihnen Ferdin. Fifcher , Auffeher des Ra- 
, zumofsky’fchen Gartens zu Gorinka bey Moscau, an* 
( Commentat. fociet. phyf med. Mosqu . vol. i. p. 12. f.) 

Die Orchideen erhielten in OJ. Swartz , Prof, 
und Akademiker in Stockholm ,, einen trefflichea 
Bearbeiter. {Act. foe. feient. upfal. 6. p. 5 9. f. Stockh • 
acad. handl. 1800. p. 202. f. Schrader s J ourn. 1799. 
St. 2. S. 201# und neues J ourn. i* S. 1 — 108.) lhm 
verdanken wir eine Menge neuer Gattungen, fo wie 
die Berichtigung der frQher bekannten. Rob. Brown’s 
und Humboldt’s Verdienfte um diefe Familie werden 
wir bey andern Gelegenheiteh ruhmen. 

Die Coronarien , Liliaceen und Spathaceen wur- 
den von Aug. Pyr. Decandolle und P. J.; Redoute be- 
arbeitet. ( Hi/ioire des plantes graf/es , ' 1 — 22. Paris 
1799 — 181 1. fol. und Les liliacees , 1 — 80. Paris 
1802 — 18 \ 5 . fol.) Adrian Hardy Haworth be- 
fchrieb die bekannten Arten von Aloe, und theilt 

» 1 

fie in drey Gattungen: Haworthia 9 mit zweylippi- 
ger, Gafteria mit gekriimmter und AloV mit regel- 
mafsiger Blume. ( Transact . of the Linn . foe . vol. 7. 
p. 8. f. Synopfis plantarum fucculentarum , Lond. 1812.) 
K. L. Willdenow theilte zu gleicher Zeit diefelbe Gat- 
tung in vier befondere: Rliipidodendron , LomatophyU 
lum , Apicra und Aloe. (Berl. Mag. 5 . S. i 65 . f.) Aber 
G. Fiirft und Altgraf zu Salm-Dyck vereinigte Api- 
cra, Haworthia und Gafteria wieder mit der alten 
Gattung Aloe, und brachte mit kritifehem Scharf- 
finn in die , Synonymie Ordnung und Harmonie. 
( Verzeichnifs der verfehiedenen Arten und Abarten des 
Gefchlechtes AloV , 1817. 8.) Die Gattung Crocus 
erhielt einen Bearbeiter an Karl Ludw. Goldbach , 
( Disf Croci hiftoriam fiftens , Mosqu. 1816. 8.) Karl 
Gelch. d. Botanik. 2. B, 1 S 


i 


274 


Siebentes Bach. Zweytes Kapitel* 


Pet. Thunberg, Prof.* in Upfala, ftellte die Gattun* 
gen Ixia (1783), Gladiolus (17S4), Iris (1782), 
Moraea (1787), Aloe (1785), und Melanthium (1797) 
auf. {Thunb. DisJ. acad. vol. 2. p. 101. i 35 . 167. 
181. 277 . 391.) Auch gehdrt feine Befchreibnng 
der Gattung Dilatris hieher. ( Schrifcen der BerL Ge~ 
fellfch.-Naturf. Fr. B. 4 « S. 4 2 « f« ) Job. Bellenden 
Gawler , fpater Ker genannt ; theilte die Irideen oder 
Enfaten , in zu viele kunftliche Gattungen, von de- 
nen indefs einige beybehalten werden muffen. ( An - 
nals of bot. 1 . p. 2 1 9. f. ) 

Die Proteaceen prtfften Pet. Jon. Bergius , Prof, 
in Stockholm, (f 1790), {Stockh. acad. handl. 1766. 
p. 3 16. f.), und Karl Pet. Thunbtrg, (Disf de Proeea, 
1781. und in Disf. botan . 2. p. 21. f.) R. Brown aber 
unterwarf die ganze Familie einer hochft intereffan- 
ten Revifion. {Transact, of the Linn. foe. vol. 10, p. 
i5 — 226.) • . , 

Derfelbe fichtete die Contorten , und theilte fie 
auf mufterhafte Weife in Gattungen. {Transact, of , 
the Werner . fociet. vol. 1. p. 4 <>- f*) Fruher fchon: 
hatte Nic. Jof. von Jacquin die Gefchlechtstheile der 
Afklepiadeen vortrefflich unterfucht. ( Mifcellan . 
auftr.'v. p. 1 — 5 i ., Genitalia Afclepiadearum con - 
troverfa y Vienn. 1811. 8.) Franz Moffon befclirieb 
in einem Prachtwerk die Arten der Gattun gStapelia, 
die er im innern Africa gefunden, {Stapeliae novae, 
Lond. 1796. fol.), und Nic. Jof. von Jacquin ftellte 
eine Menge Arten derfelben Gattung, die in den 
Wiener Garten gezogen worden, meifterhaft auf. 

( Stapeliarum deferiptiones figuris color atis illuferatae, 
Vienn. 1806. fol.) 

Unter den Zapfenbaumen wurde die Gattung 
Pinus von Aylmer Bourke Lambert in einem klaffi- 
fchen Werke befehrieben. {A defeription of the genus 
Pinus y Lond. looa, fol.) , Rich. Ant. Salisbury ft ell* 


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Fernere Ausbildung und Befchranlcung des Syftems. 275 

' % * 

te die neuen Gattungen: Agathis, Eutaffa, Colym- 
bea und Belis, auf. ( Transact . of the Linn, foe. vol. 8. 
p: 008 — 017.) . 

Unter den Amentaceen zog die Weide vorztig- 
lich die Aufmerkfamkeit neuerer Botaniker an. 
Georg Franz Hofmann , Prof, in Moskau, war der - 
erfte, der die deutfehen Weiden forgfaltig unterfuch- 
te. (Hiftoria falicum iconibus illuftrata y vol. 1. 2. 
-tab. 1 — 3 i. Lipf. 1785 — 1791- fol.) Da fpater 
Joh. Edw. Smith und Karl Ludw. Willdenow faft zu 
viele Arten anfftellten , ' fo unterwarf W. C. Seringe y 
Lehrer in Bern, die fchweizerifchen und deutfehen 
Weiden einer neuen Priifung, worin aber oft zu viele 
, Befchrankungen vorkommen. {Effai d'une monogram 
phie des faules de la Suiffe , 18 15 . 8.) 

Unter den Primuleen wurde die Ilauptgattung 
von J. G. C. Lehmann vortrefflich bearbeitet. ( Mono - 
grapliia generis Primularum , Lipf. 1817. 4 -) Der- 
ielbe wird eine Ueberficht der Afperifolien liefern. 
Die Gattung Solanum und einige verwandte befehrieb 
M. F. Dunal, Prof, in Montpellier , meifterhaft. (Hi- 
Jioire des Solanum , Montp. 18 10. 4 -) s * • 

Unter denEriceen reizte die Hauptgattung durch 
Schonheit der Formen und Farben. K. P. Thunberg 9 
(Disf botan. 2. p. 196. f.) , Iienr. Andrews , (Engrav- 
iugs of heaths , vol. 1 — 3 . Lond. 1800— 1809. 
The heathery , n. 1 — 17. Lond. 1804 — 1807. 8.), 
und Joh. Chriftoph Wendland , Auffeher des Gartens 
in Herrenhaufen ,• ( Ericarum iccnes y fafe. 1 — - 17. 
llannov. 1798 — »8o6. 4 -)> gaben treffliche Ab« 
bildungen. F r.’Waitz, Kammerfekretar in Alten- 

btirg, ftellte die bekannten Arten zufammen. (Be-* 
J'chreibung der Gattungen und Arten der Heiden y 
Altenb. i 8 o 5 . 8.) Richard Ant. Salisbury aber gab" 
in feinem reichen Verzeichnifs vielen bekannten Ar- 
ten ohne Noth neue Natnen* und trennte die Gat- 


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276 Siebentes Bucb. Zweytes KapiteL 

" 1 

/ 

tung Erica in mebrere. ( Transact . of the Linn . foe, 
vol. ft* p. 3 i 6 — 588 .) * ' 

Um die Gompofitas erwarb ficb Aug. Pyr. Decan *. . 
doll e ein grofses Verdienft, indem er, wie Marian 
1 Lagafca zu gleicher Zeit gethan, ( Variedades de ci- 
encias , ann. 1. 2.), eine neue Gruppe der Labiati - 
foren, oder Perdicieen, aufftellte; Syngenefiften, die 
durch zweylippige Bliimcben ficb auszeichnen und faft 
durchgangig in Siidamerica zu Haufe find. (Ann* du 
muf. 19. p. 59. f.) Henr. Caffini machte iiber diefe Fa- 
miJie , die er Synanthtrdes nannte, Grundfatze be- 
kannt, welobe ficb fchwerlich allgemein anwenden laf- 
fen, da fie zufpitzfindig find. (J ourn. debot. 4. p. 201 .f.) . 

' Die Cruciferae oderSiliquofen warden neu bear-, 
beitet von R. Brown (in Alton hort.kew . ed. 2. p.71 — 
i 3 o.) und von Desvaux ( Journ . de hot,, 3 . p. i 45 . £)>,. 

Die Dolden - Gewachfe hatte Vet.-Cuffon , Prof, 
zu Montpellier, (geb.1727, f 17S3,) trefflich zu 
bearbeiten angefangen. ( Hiftoire et mem. de la foe. 
roy. de mSdec. a. 1782. 1783. p.275. f.) In neuern 
Zeiten widmeten G. F. Hofmann ( Genera umbellifera .• 
rum , ed. nov. Mosqu. 1816. 8.) und ich ( Plantarum 
um bell if er arum denuo disponendarum prodromusi Hal. 
181 3 . 8.) diefer Familie mehr Aufmerkfamkeit. { 
Die Ranunkeln bearbeitete J. A. J. Biria, (Hi- 
ftoire naturelle et medicale des Renoncults , Mont pell. 
181 1. 4 ) > die Potentillen G. G. Neftler , Prof, in 
* Strasburg, (. Monographia de Potentilla , Paris 18 1 6. 4 ») > 
,die Gattung Oxalis N. J. von Jacquin 1794$ Melafto- 
ina A. von Humboldt / Papaver Viguier, ... 

Die Malvaceen , Melieen, Paffifloren und Mai- 
pigbien bearbeitete Ant. Jof. Cavanilles , Prof, zu Ma- 
drid , (geb. 1745, f 1804,) in einem unfterblichen 
Werke, ( Monadelphiae claffis disfertaiiones decern, 
Matrit. 1790. 4 -) mit 298 Kupfertafeln.- Die Mes- 
embrianthema erhielten einen trefflich en. Bear beiter 


1 


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X 

Fernere Ausbildling und Befchrankung des Syftems. 277 

' . ✓ 

an Adrian Hardy Haworth ( Obfervatioris on the ge • 
nus Mesembryanthemum, Lond. 1794* 8 ,) ; die Aftra- 

galen an A. P. Deeandolle und P. S. Pallas 1802. 

* 

• , . * J * 

Die Anordnung und Bereicherung derkryptoga* 
mifchen Familien machte in neuern Zeiten das Lieb- 
lingsgefcbafft mehrerer ausgezeichneten Manner aus. 

Gepauere Kenntnifs der Farrenkrauter verdan* 
ken wir Jak. Ed. Smith,' (Mem.* de Vac. de Turin , 
vol. 5 . p. 4oi — 422 ), Jak. Bolton, ( Filices Britan - 
niae, ,vol. 1. 2. Leeds. Huddersfield 1785. 1790. 
v 4 « tab. 1 — 48 . fol.), 01 . Swartz, ( Synopfis filicum , 
Kilon. 1806. 8.), und Chrift. Schkuhr , t (Fier und 
zwanzfigfte KlaJJe des Linndfchen Pfanzenfyf terns, 
B.i. .AVittenb. 1809. 4 *)« - 

Ein neues Syftem der Moofe fchuf Joh . Hedwig, 
xiach der Form des Periftoms und dem Stande der 
mannlichen Bldtben. (Fundamenta hiftoriae naturalis ' , 
mufcorum frondoforum, vol. 1. 2. Lipf. 1782. 4 - De- 
fcriptiones et adumbrationes mufcorum frondoforum, ■ 
vol. 1. 2. Lipf. 1787 — .1797* fol. Species mufco- 
rum frondoforum, Lipf. 1801. 4 -) Diefem Syftem 
gemafs bereicherte F. Schwdgrichen die Kenntnifs 
diefer Familie durch eine zahllofe Menge nquer Ar- 
ten. (Supplementum ad fpecies mufcorum , vol. 1.2.1 
Lipf. 1811. 181 6 . 4.) Auch Sam. El. vomBridel , (Mu- 
fcologia recentiorum , vol. 1 — 4 - Goth. 1797— ~ 
1817. 4 -) 5 Friedr. Weber und M. H. Mohr, ( Deutfch - 
v lands krypcogamifche Geivdchfe , Kiel 1807. 12.), 
fucbten, jeder auf feine Weife, die Kenntnifs der 
Laubmoofe zu erweitern. 

Die Jungerinannien , feit Dillenius faft vernach- 
Jaffigt,. bearbeiteten VVilh. Jackfon Hooker (Junger- 
manniarum icones, fafc. 1 — 20. Lond. 181 3 . -fol.) 
in einem Prachtwerk j Fr. Schw&grichen ( Hiftor . 
mufcorum hepaticorum prodromus , Lipf. 1814. 8.) 


f 


I 


378 •* Siebentes Buch. Zv/eytes Kapltel* 

t 4 

und Fr.* Weber ( Hifeor . miifcor , hepaticorum prodro - 
mus t Kil. i 8 i 5 . S.) in kurzen Ueberiicnten; Karl 

Friedr. Phil. Martius aber durch vortreffliche Dar- 

• » * 

ftell ungen, ( Flora cryptogamica Erlangen fs , p. 127 
• 19b. Norib. 1817.8-). • - 

Die Flechten liefs Georg Fr. Hofmann gut ab- 
. bilden. ( Plantae lichen of ae , vol. 1 — 5 . Lipf. 1789 
— 1801. fol.) Erich Ac] Larins aber fteilte ein Sy- 
ftem auf, deiTen neuefte Abiinderung befonders fei- 
nem Erfinder zu grofsem Ruhm gereicht. ( Metliodus 
lichenurn , Stockh. iSo 5 . 8. Lichenographia univer - 
falisy Gott. 1810. 4 - Synopfis metkodica livhenum t 
Lund. 18 14 * 8.) Doch mufs man Henr. G u ft. F/or- 
keSy Prof, in Roftock, ganz abweichende Anfich- 
Xen. (fieri. Mag. B. 1, 5 . f. 80. f. B. 2, 102. 212. f.) 
nicht vernachlaffigen. 

Syfteme der Algen fehlen tins nocb. Zwar ba- 
ben J. V. F. Lamouroux y Prof, in Caen, ( Disferta - 
tions fur plufieurs efpeces de Fucus , Agen i 8 o 5 . 4 * 
und Effai fur les genres de la famille des Thalaf/iophy - 
tes non articuUes in Ann . du muf. 20. p. 2 1 — 47 * * 
116— 109. 267 — 29$.), und Job. Stackhoufe ( Ne- 
reis britannica , ed. 2. Oxon. 1816. foJ.) die GattUn- 
gen der Tange aufzuftellen verfucht; allein die an- 
. geblichen Unterfchiede beruhen grofsentheils auf der 
mehrern oder wenigern Ausbildung der Keimkorner 
und der eigentlichen Friichte, fo wie auf dem Ge- 
webe. Grofs find Dawfon Turner s Verdienfte um 
die genaufere Beftimmung diefer Familie. (A fynopfis 
4 of the britipi fiici. . Lond. 1802. 8. * HiJtory of the 
fuel. vol. 1 — 4 * Lond. 1807 — -1811. fol.) 

Die jConferven unterfuchten Alb. Wilh. Roth 
und Vaucher in den angefuhrten YVerken. Lewis 
Wefton Dillwyn (Synopfis of the * britifh Confervae , 
fafe. 1 — 20. Lond. 1802. fol.) und Jak. Sozverby 
(englifh botany ) ftellten die Arten vortrefflich dar. 


/ 


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I 


Fernere Ausbildung.und Befchriinkung des Syftems. ^79 

* ■* 1 . * 

Um die Anordnung der Pilze und Scbwamme 

erwarb fich Henr. Jul. Tode , Prediger zu Pritzier im 
Mecklenburgifchen, (geb. 1700, f 1797,) die grofs- 
ten Verdienfte. ( Fungi meklenburgenfes felecti , fafc. 

I. 2. Luneb. 1790. 1791. 4 «) 'Frtther batten indafs 
Jak. Chrift. Schaffer, Prediger zu Regensburg, (geb. 
1718, f 1790,) ( Fungorum , qui in Bavaria et Pa- 
latinatu circa Ratisbonam no fcuntur , icones } tom^ 

1 — 4. tab. 1 — 33 o. Ratisb.. 1762 — 1770. 4 *)» 
und Bulliard ( Herbier de la France: 2 de divifion, 
1791. fol.) in Prachtwerken die Scbwamme darge-. 
ftellt. Joh. Ant. Battarra (f 1789) hatte die 
Scbwamme um Rimini abbilden Jaffen. ( Fungorum 
agri Ariminehfis hifeoria> Favent. 1759. 4 *) Aug. ' 
Joh. Georg Karl Batfch , Prof, in Jena, (geb. 1761, 

1802,) hatte treffliche Abbildungen der Pilze und ' 
Scbwamme um Jena gegeben, ( Elenchus fungorum 9 
tab. 1 — 3 o. Hal. 1780. 1784* 4 *)> und Theodor 
Holmfkiold , ein danifcher Edelmann, (geb. 1702, 
i* l 794 >) die Keulenfchwamme in einem Prachtwerk 
dargeftellt, ( Beata ruris otia , fungis danicis impenfa , 
Hnvn. 1790. fol.). Aber Tode’ns Verdienft bleibt der. 
Verfuch einer beffern Anordnung: worin ihm Chrift. 
Henr. Per foon rfthmlich folgte. ( Synopfis methodica 
fungorum , Parif. 1801. 8. Obfervationes mycologi • 
cae , vol. 1. 2. Lipf. 1796. 1798. 8.) Die Englan- 
der, Jak. Bolton ( Hiftory of funguffes y vol. 1 — 3 . 
tab. 1 — 182. Huddersfield 1788 — 1791. 4 .) und 
Jak. Sowerby (Englifh fungi ormufhroomSy N. 1 — 
29. Lond. 1799. fol.) gaben treffliche Abbildungen. 

J. B. von Albertini und L. D. von Schiveinitz entdeck- 
ten und befchrieben eine Menge neuer Arten. (Con* 
fpectus fungorum in agroNieskienfi crefcentiumy Lipf. 

i 8 o 5 . 8.) s , - 

' In den neueften Zeiten wurden von dem Frey- 
berm von Straufs die Staubpilze und befonders der 



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*8o t Siebentes Buch. Zweytes Kapitel* ' ' , 

* * i 

Staubbrand, grilndlich unterfucht. (Annalen der Wet* 
ter . Gefellfch. 2, 79. f.) Henr. Friedr. Link bereitete 
cin befferes Syftem vor, und fteJJte eioeMenge neuer 
Gattungen auf, ( Berl . Mag . 3 , 1 — 7 ,25 — 45 .), 
iind G. G. Nees von Ejenbeck lieferte endlich ein Sy- 
ftem diefer Familie, welches auf eben fo feine und 
richtige Unterfuchungen als auf treffliche Anfich- 
ten von der Entwickelung der Natur Korper fich 
grflndete. Die neueften Bereicherungen verdanken. 
wir E. M. Fries ( Ob/ervationes mycologicae , Havn. 
18 1 5 . 8.) und den vorzilglichen Beobachtern , Guft. 
Kunze und J. G. Schmidt ( Mykologifche Hefte , 1. 
Leipz. 1817. 8,). . 


Fflr die Erweiterung und Bericbtigung des Lin- 
n^fchen Syftems im Ganzen gefchah in neuern Zeiten 
ungemein Friedr. Ehrhart , kon. hannover- 

fcher Botanicus, (f 1795,) verbefferte mit grofser 
Freymiithigkeit viele Gattungs* Cbaraktere, und ent- 
deckte eine Menge neuer Arten. (Bertruge zur iVa- 
turkunde , B. 1 — 6. Hannov. 1787 — 1792. 8.) 
Diefelben Verdienfte erwarben fich Anders Job. jRe- 
tziusy (Ob fervat* hot. fafc. 1 — 6. Lipf. 1771 — 1791. 
fol.), Albr. Wilh. Roeh % (Beytrage Zur Botanik, Th. 
1. 2. Bremen 1782. 1783. 8.), und ganz vorzuglich 
Chrift. Schkuhr in feinem botanifchen Handbuchy Th; 

1 — 3 . Wittenb. 1791 — i 8 o 3 . 8., mit faft 5 oo Ku- 
pfertafeln. Ohne im Ganzen von Linnets Syftem ab* „ 
zuweichen, prOfte er die Gattungs - Charaktere der 
bekannteften Pflanzen aufs forgfiiltigfte , und ftellte 
fie richtiger dar, als bisher gefchehen war. 

Nicht fowohl Freymilthigkeit, als Jeidenfchaft- 
licbe Partheylichkeit leitete .Friedr. Kafim. Men 
dicusy pfalzifchen Botanicus, dann Auffeber des 
Gartens zu Schwezingen, (geb. 1736, f 1808,.) in 


Fernere Ausbildung undBefchrankung des Syftems. a8i 

feioen Berichtigungen des Linne’fchen Syftems : doch» 
kann man nicht laugnen, dafs er manche Wahrheiten 
von Bedeutung gelehrt. (Botanifche Beobachtungen, 
Th. i. 2. Mannheim 1783. 1784* 8. Ueber einige 
kiinftliche Gefchlechter aus der Malven - Families 
Mannh. 1787. 8. Philofophifche Botanik , Th. 1. 2; 
Mannh. 1789. 1791. 8. Kricifche Bemerkungen iiber 
Gegenftande aus der PJlanZenkunde, St. 1 — 3 . Mannh* 

1793. 8.) ’ . x _ ( , 

Moritz Balthaf. Borkliaufen zu Darmftadt, ( 7 V/z- 
tamen dispofitionis plantarum Germaniae feminifera * 
rurriy Darmft. 1792. 8.), und Konr. Monch, Prof, 
zu Marburg, (geb. 1744 ) f 1 8 o 5 , ) erneuerten das 
Gleditfchifche Syftem, vom Stand derStaubfaden ent-. . 
lehnt, und erweiterten daffelbe, indem jener den 
freyen Stand oder Verwachfung, diefer die Einffl g lin g 
der Staubfaden in dieNektarien ( Parapetaloftemones), 
die abwechfelnde Stellung auf dem Kelch und der 
Corolle (Allagoftemones) , fogar die Einfttgung auf 
dem Stigma als Grund der Eintheilung anfah. (Me- 
thodus plantas horti botanici et agri marburgenfis a 
ftaminum fitu defcribendi , Marb. 1794* 8 .) Wie? 
wohl diefe Eintheilung nicht immer der Natur ge- 
mafs ift, fo hat doch Monch das grofse Verdienl’t, 
eine Menge Gattungs- Charaktere berichtigt und neue 
Gattungen beftimmt zu haben. So verdanken wir 
ihm die Abtheilung der Valeriana undFumaria, des 
Giftus und Polygonum in mehrere, der Natur gema- 
fse, Gattungen. 

Die Linn e’fchen Species plantarum gab nach dem 
Tode des grofsen Mannes zuerft Joh. Jac. Reichard , 
Arzt zu Frankfurt am Main, (geb. 1743, *J* 1789,) 
lieraus. ( Syftema plantarum , edit, noviffima * P. 1 •— 

4. Frcf. 1779. 1 78 o. 8.) Doch ift hier nichts wei* 
ter gefchehen, als dafs der lnhalt von Linne’s Man- 
tiffen in die altere Ausgabe der Species aufgenommen 


\ 


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282 Siebentes Bach. Zweytes Kapitel. 

' •* 

- l 

worden. Berichtigung derCharaktere, Bereicherung 
der Gattungen durch neueArten, oder nur genaue 
Durchficht der Synonyjnie, alles dies war von diefem 
Herausgeber nicht zu erwarten. Einen Auszug aus 
den Species plantarum y mit neuern Entdeckungen 
bereichert, gab Joh. Andr. Murray, Prof, in Gottin- 
gen, (geb. 1740* f 1 79 1 >) unter dem Titel: Syjbe - 
ma vegetabilium , ed. i3. Gott. 1774* 8. und ed. i4«* 

,1784* 8. 

Eine vollftandige Gefcbicbte aller bekannten 
Pflanzen, grofsentheils nach dem Linne’fchen Syftem, 
bearbeitete Martin Houttuyn> Arzt zu Amfterdam. 

( Natuurlyke hiftorie , oft uitvorige \efchryving der 
dieren , planten en miner aalen y D. 2. Stuk 1 — i4- 
Amft. 1774“"" 1783, 8. Ueberfetzt von Chrijtmann 
und Panzer , Th. 1 — i4- Niirnb. 1777 — 1788. 
8.) Diefe Arbeit erhalt ihren vorzuglichen Werth 
durch Sammlung aller Nachrichten , die von jeder 
Pflanze bekannt find, fo wie durch mehrere Abbil- 
dungen neuer oder feltener Gewachfe, worunter 
manche noch nicht hinlanglicli aufgeklarte aus In- 
dien, Japan und vom Kap find. 

Fulgentius Vitmann , ein Geiftlicher in Italien, 
fetzte die Murray’fche Ausgabe des Syftema vegeta - 
bilium fort, dock gab er bey vielen Pflanzen auch 
kurze Befchreibungen , und es wurde feine Arbeit 
mehr Beyfall gefunden und Nutzen geftiftet haben, 
wenn er eine ausgebreitetere Kenntnifs gehabt hatte. 
(Summa plantarum , quae hactenus innotuerunt , tom. 
x — 6. Mediol. 1789— 1792. 8.) ' 

Denfelben Vorwurf mufs man der Ausgabe ma- 
chen, die Joh. Friedr. Gmelin , Prof, in Gottingen , 
von dem Syjtema vegetabilium , P. 1.2. Gott. 1791. 
8., beforgte. Zwar ift nicht zu laugnen , dafs er oft „ 
gliicklich genug die Gattungen unterfchieden. Al- 
lein es war vorauszufehn, dafs diefejbe Pflanze un* 


I 


I 


Fernere Ausbilduqg unci Befchraukung des Syftems. 283 

V 

« 

ter mehr Namen an verfchiedenen Orten vorkom* 
men wiirde, wie Dryander , hauptfachlich durch 
Vahl's und Swartz’es Bemerkungen b$lehrt, aus ein- 
ander gefetzt hat. ( Transact . of the Linn, foe . vol. 2. 
p. 212. f.) Eine ahnliche Kritik erfehien von Job. 
Eapt. Lamarck , ( Act . de la foe. d'hift. nat. de Paris , 
tom. 1. p. 81. f.), und von Franz Wilib. Schmidt , 
( Samml. phyfikal. Auffdtze , B. 1. S. i 85 . f.). Auch 
> fand es wenig Beyfall , dafsGmelin, nach Thunberg's 
Vorgang, das blofse Zahlen * Verhaltnifs zum Grun* 
de legte, und Z. B. die Orchideen zur zweyten Kiaf- 
fe zog, dagegen die Didynamiften und Tetradyna- 
miften beybehielt. » 

Einige Jahre fpater fing Karl Ludw. IVilldenow , 
Prof, in Berlin , (geb. 1765, f 1812,) an, die Spe* 
cies plantarum zu bearbeiteii. Es erfehienen zehn 
Bande diefes Werkes von 1797 bis 18 10, welcho 
bis zu den Farrenkrautern ziemlich alles umfaffen, 
•was bis dahin von Pflanzen bekabnt war. Sehr fchiitz* 
bar ift der* Fleifs, womit der Verf. zufammengetra- 
gen, noch mehr fein Scharffinn und feine richtige 
Beurtheilung der Beobachtungen Anderer; aber mehr 
als ayes bewundert man den Reichthnrn an neuen 
Arten, die die letzten drey bis vier Bande enthalten. 
Dagegen hat man mit Recht getadelt, dafs der Vf. 
zu genau dem Linne’fchen Syftem anhangt, auch fo* 
gar die Polyg’amie noch weiter ausdehnt, als der LJr- 
heber jenes Syftems; dafs er die vorgefundenen Cha- 
raktere wenig verbeffert, dafs feine Synonymie gro** 
fsentheils abgefchrieben oder tibel gewahlt ift. Ge- 
wifs hatte mehr als ein Drittheil des Raums erfpart 
werden konnen, wenn W. fich in Anfiihrung der 
Synonyme auf die nothwendigften befehrankt hatte. 

Wichtiger noch und riihmlicher war die Arbeit,- 
worin Martin Vahl , Prof, zu Kopenhagen, (geb. 
1749, f i8o4>) durch den Ttfd unterbrochen \vur> 


^ s 


284 Siebentes Buch. Zweytes Kapitel. 

\ 

* / 

de. Im Befitz einer der reichften Pflanzen -Sammlun- 
gen, hatte er auch vori feinen Reifen durch das fiid- 
jiche Europa und die Barbarey eine fo grUndliche 
Kenntnifs der Pflanzen raitgebracht, und war mit fo 
Icharfem Blick und fo richtigem Urtheil begabt, dafs 
feine Enumeratio plantarum , vol. 1. 2. Harn. i 8 o 4 * 
i 8 o 5 . 8., hatte er lie vollenden konnen, ungemein 
weit brauchbarer als YVilldenow’s Ausgabe gewefen 
ware. So aber enthalten die bqiden Bande nur die 
Pflanzen bis zur zweyten Ordnung der dritten Klaffe. 

Verdienftlich ift die Ausgabe, welche Chrift. 
Henr. Perfoon von dem Syftema vegetabilium unter 
demTitel: Synopfis plantarum , vol. l. 2. Parif. i 8 o 5 ^ 
,1807. 12., beforgte. Durch Zufammentragen aller 
neuern Entdeckungen der Franzofen und Spanier, 
wie durch Hinweifung auf naturliche Verwandtfchaft 
und durch Verbefferung mancher Gattungs • Cbarak- 
tere ward diefe Ausgabe eben fo brauchbar, als durch 
die Zufammendrangung auf einen engen Raum. 

Diefe fpatern Bearbeiter machten eS fich zum 
Gefetz, der Frucht und ihren Verfchiedenheiten 

n 

mehr Werth beyzulegen, als Linne gethan. Daher 
natttrlich die Gattungen vervielfaltigt wurden. Doch 
kann man nicht fagen , dafs wir im Verhaltnifs mehr 
Gattungen hatten als Linne, weil die Zahl der Arten 
weit mehr zugenommen. Denn viele Linne’fche Ab- 
arten haben wir als wahre Arten ' kennen gelernt. 
Wenn Linne in der zweyten Ausgabe feiner Species 
754° Arten und 1260 Gattungen aufftellte, fo hatte 
Perfoon (die letzte Klaffe nicht gerechnet) vor zehn 
Jahren etwa 22000 Arten und 2280 Gattungen. Al- 
fo kommen 10 Arten auf eine Gattung, da bey Lin- 
ce nur 6 Arten zu einer Gattung gehoren. 

In der letztenZeit erfchien der Anfang der Aus- 
gabe, die Joh. Jak. Romer , Prof, in Zurich, und 
Jof. Aug. Schultes , Prof. in Landshut, von dera Sjr- 


Feraere Ausbildung and Befchr&nkung des Syftems. 28$ 

Jtema vegetabilium , vol. i. Tubing. 1817. 8., be« 
forgten. Mochte man, wie den Fieifs im Zufam- 
mentragen , fo apch die richtige Beurtheilung riih- 
men konnen ! 

Drittes Kapitel. 

JMeuere Verfuche, die natiirlichen Ver- 
wandtfchaften der Pflanzen metho- 

» 

difcjb abzuhandela. 

* • . 

Die Ueberzeugung, dafs jedes klinftliche Sy- 
ftem, wegen Einheit des Princips, fich von der Na- 
tur entfernen , und dafs das hochfte Streben des Bo- 
tanikers dahin gehen miiffe, die naturlichen Ver- 
wandtfchaften zu erforfchen, drangte fich fchon detn 
unfterblichen Linne in dem Grade auf, dafs er im 
Jahr 1738 ( Clajfes plant . p. 4 ^ 7 *) die wahren Grund- 
fiitze der natiirlichen Methode aufftellte. Nicht ein 
Theil allein konne die Norm der Eintbeilung aus- 4 
inachen, fondern es komme auf Uebereinftimmung 
aller Theile, vorztiglich aber auf die Befchaffenbeit 
der Frucht und der Theile des Saamens, feJbft auf 
die Lage desEmbryons an. Dasfah der grofseMann 
fo lebhaft ein , dafser, wie Gijeke ( praelect . in ord. 
nat . p. xxxvii.) bezeugt, fchon 1771 ein neues Sy- 
ftem nach der Frucht zu errichten vorhatte, und 
mehrmals Vorlefungen iiber natiirlicheFamilien hielt, 
worin gleichwohl nur die OberflSche der Verwandt- 
fchaften beruhrt wurde. Aber felbft in feinem kiinft- 
licben Syftem ftellte er .gem die Gattungen,' nach 
natiirlichen Verwandtfchaften zufammen: daher fo 
yiele Monadelphiften unter Diadelphiften vorkom- 
men. Seine Nachfolger ahmten ihm hierin nach, 
und warfen unter andern dieMonogamie aus derSyn- 
genefie in andere Kiaffenj Uberzeugt, dafs zum Be- 


486 ' /Siebentes Buch. Drittes Kapitel. 

• 4 

griff der Syngenefie auch die zufammengefetzte Be- 
Xchaffenheit der Bltime gehore. Ja Jak. Edw. Smith 
aufserte lich zuerft 1797 ( preface to engHfh bot. vol. _ 
7. p. iv. v.) iiber die unnatiiriichen KlaiTen der Mo- 
n5nie, Diocie und Polygamie dahin , dafs die Dikii* 
nie nur angenommen werden;tnflffe, wenn wirkliche 
Verfchiedenbeit wefentlirher Theile mit der Tren- 
nung* der Gelchlechter verburrden fey. Dies ffihrte 
' er 1814 umftaodiicher und uberzeugend aus. (Intro- 
duct. to fyftem. et pliyfiol . botany , ed. 5 . p. 357 -) 

Aber in Frankreich, wo das Linne fc^e Syftem 
nie bedeutenden Eingang gefunden, wurden zutn 
Theil glanzende; Verfuche gernacht, die natOrliche 
Verwandtfchaft der Gewachfe methodifch darzuftel- , 

len. > Der erfte, welcher fich durch folchen Ver- 

■ * * 

fuch auszeichnete, war Mich. Adanfon> AkademiJker 
zu Paris, (geb. 1725, f 1806,) ein geiftreicher , 
kiihner, aber das Seltfame iiebender Schnftfteiier; 
ein grofser, fcbarffinniger Beobachter, der durch 
feine Reifen und feinen Aufentbalt am Senegal fei- , 
ne feufige Liebe zur Natur hinlanglich beurkundet. 
Families des plantes, Paris 1765. 8. vol. 1.2., ift 
der Xitel eines der Unfterblichkeit wiirdigen , doch 
wenig benutzten Werkes, worin Adanfon feine 
Grundfatze darlegt und die natiirlicben Familien 
felbft aufftellt. Er nimmt die Merkmahle der Fami- 
lien von alien und jeden Theilen her, und gruppirt . 
die Gattungen fo trefflich zufammen, dafs viele fei- 
ner Familien nocb jetzt beftehn und immer beftehn 
werden. Die Gattungen Tfelbft bebt er aus denen 
Arten aus, die fich durch wefentliche Merkmahle 
. auszeichnen , obne fich auf Beftimmung der Arten 
einzulaffen: denn umftandJich fucht er zu beweifen, 
dafs, was wir Arten nennen, keijiesweges unveran* 

- derliche Formen feyn. Marchant’s Beobachtung von 
der Ausartung der Mercurialis annua, die im erftea 


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Natutliche Methoden. 


287 


JaKr haarformige, darauf gefchlitzte Blatter hervor- 
gebracht, {/nem. de Vac . de Paris, 1 7 1 9. p. 77. f. 1 769. 
p. 584 * f.), und J. G. Gmelin’s Bemerkung von der 
Vermehrung der Formen der perennirenden fibiri* 
fcben Delphinien , (Gmelin de novo plantarum exor • 
tu. Tubing. 1749* 8.) , mufs ihm zur Beftatigung fei- 
ner Meinung dienen. So entftehn mebrere Baftarcle. 
Aber, folche Arten, die wirklich unveranclerliche 
Merkmahle wefentlicher Theile zeigen , fuhrt er als 
eben fo viele Gattungen auf. So macht'er aus der 
Lin ne’fchen Gattting Polygonum folgende Gattungen: 
i # Tovara (Perficaria virginiana Morif.) , 2 . Perfica* 
ria , 3 . Polygonum, 4 * Fallopia ( Fagopyrum Sloan. )> 
. 5 . Bifcorta . Die Benennung der Pflanzen ift nunr bey 
ihm ganz willkiihrlich , befonders liebt er t die ur- 
fpriinglichen , barbarifchen Namen. Statt Gomphre- 
na L. fetzt er Coluppa hort. malab f , ftatt Scoparia 
L. , Kreidax fenegal. So fteht Draba verna bey ibm 
unter dem Namen Gansblum. Grimmia apocarpa,' 
Phafcum fubulatum und Diphyfcium foliofum fafst er 
unter dem Namen Green zufammen. Die ausgezeich- 
neten Arten, welche Aehnlichkeit mit andern ha- 
ben, belegt er mit zufammengefetzten Namen, ( /Ipa - 
vine* Rubia, Aparine* Mollugo). So fteJlt er acht 
und funfzig Familien auf,' die aber durch kein ge- 
raeinfchaftliches Band zufammenhangen. Ueberall 
bewundert man indefs den Reichthum eigener Beob- 
acbtungen, welche fich auch auf die feinften Theile 
der Frucht, des Eyweifskorpers und der Kotyledo* 
nan erftrecken. Die Nachkommen nahr.en lich von 
den hier aufgehauften Schatzen, oft ohne der Quelle 
zu erwahnen. 

Weniger bedautender Verfuche, eine natQrliche 
Methode zq erfinden, mQffen wir noch erwahnen. 

Georg Ghrift. von Oeder , Stiftsamtmann und 
Landvoigt in Oldenburg, (geb. 1728, f 1791,) 


288 Siebentes Bucb, Drittes KapiteL 

t * 

i y ' * 

grttnrlete in feinen Elementis botanices , Havn. 17 f$ 4 * 
£., eine natiiriiche Methode, Hie wenigftens das 
Verdienft der Einfacbheit hat, wenn fie gleich nicht 
auf aile Pflanzen - Gattiingen angewendet werden 
karm. Auf die Monokotyledonen folgen die Amen* 
taceen, auf diefe die lncompleten, die Calycicarpae, 
die Calycanthemae, wozu die RoCaceen , die Mono* 
petalae ( Afperifoiien , Labiaten und Ericeen), die 
offenhar den Rofaceen vorangehn mufsten, und end- 
lich die Polvpetalae. 

Auch Henr. Joh. Nepom. Crantz verfuchte fich 
in, einer ahnlichen , ganz unvolJftandigen , Methode. 
( Inftitut . rei herbariae , vol. 1. 2. Vienn. 1766. 8.) 
Sie ift eine Wiederholung der altern von Morifon 
und Ray. Ein gleiches gilt von der Anordnung, die 
Joh. Hi//, Arzt zu London, (f 1776,) in feineru 
grofsen Prachtwerke machte. ( The vegetable fyftem> 
vol. 1 — 2 6. Lond. 1769 — * 775 . fol.) 

Andere Verfuche verdienen kaum der Vergef- 
fenheit entriffen zu werden. 

Nach den Blattern die Pflanzen zuordnen, die- 
fe feltfame Idee ftihrte Franz Boiffier de Sauvages , 
Prof, in Montpellier, (geb. 1706, f 1767,) "aus. 
Methodus foliorurn, Hag. Com. 1751. 8 ., ift der Ti- 
tel der Schrift. Er fiingt von den a phyllis an: dann 
folgen die caefpiticiae , mit blofsen Wurzelblattern : 
bierauf die mit fchmalen, dann die mit breiten Blat- 
tern, welche zerftreut ftehn: ferner die mit entge- 
genftehenden , mit ivirbelformigen , gefingerten , ge- 
iiederten , zufammengefetzten und gefchlitzten Blat- 
tern. Wie wenig diefes Syftem guitig feyn konne, 
fieht auch der Anfanger ein. , 

Eben fo wenig verdienten Jak. Wernifckek's Ge - 
nera plantarum , Vienn. 1764 8 ., eine riibmliche 
Erwahnung, da hier das Rivinifche Syftem blofs wie- 
derholt wurde. 


\ 


1 


Naturliche Methoden. a 89 

9 * ♦ , » 

r *' Auch Job.,- Ant. Scopoli , Prof, zu Pavia, dana 
Bergarzt zu Idria, (geb. 1723, f 1788,) war in Ern 
richtung eigen er Syfteme nicht gliicklich. Sein Me* 
thodus plantarunty Vienn. 1764* 4 m enthalt blofo . 
das Corolliften-Syfteqi : tntd imfeinen Fundamentis 
kotanicis , Par. 1785*8., ftellt er zwar natilrlicha 
Familien, aber ohne gemeinfchaftliches Band, und 
lpit dem jeder Familie zugetheilten Namen eines be* 
ruhmten Botanikers, auf. So werden Dillenii mufcoi * 
deae, Tournefortii afperifoliae , Halleri perfonatae 
genannt. Aber im Annus IF. hifiorico • naturalis , p.: 
48. f. , giebt er eine grttndliche Kritik des LinneV 
lichen Syftems , die voli trefflicher Bemerkungen ift. 

Die Rtickficht auf die Frucht erfchien immer 
nothwendiger. Schon David Meefe prQfte die wet 
fentlichen Verfchiedenheiten der Kotyledonen und 
ihrer Verbindung mit dem Embryon. pr fah beynt 
Keimen der Palmen. und der Coronaries /die Seiten V 
", YerlSngerung des Envbryons, die fich ,nrft in eine 
Knolle verdickt, e.he das Pflanzchen daraus entfteht. 1 ' 
Aber er unterfchied den Eyweifskorper noch nicht 
- deutlich von den Kotyledonen. ( PI ant arum rudiment 
t& 9 . n. 1.2. ^Leeuward. 1763. 40 * « v 

~ Dem unfterblichen Jof. Gartner , Arzt zu Calw. 

/ im Wurtembergifchen , ein Jahr lang Prof, in Peters-' 
burg, (geb. 1732, f 1791,) war es aufbehalten Y 
Licht in diefe Materie zu bringen, und fo eine Re- 
form in der Botanik vorzubereiten , die der Wiffen-. 
fchaft den grofsten Gewinn bringen mufste. : Sein, 
Werk: De fructibus et feminibus plantarum, vol. 1. 

2. Stuttg. 1788 — 17.9n.-4* «oit 180 Kupfertafeln,, 
ward fchon 1769 in Petersburg angefangen, und 
fein Sohn Karl Friedrich fetzte es fort. (Supplement 
turn, carpologiae Lipf., i 8 o 5 . 4 * Taf. 18 » — 225 .) ' 
Sein dreymaliger Aufenthalt in England, feine Ver* 
bindungen mit den orften Botaniftcn feiper Zeit und 
Geich, d, Botanik* a, B, 19 



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4£o . Siebentes Buch. Drittes Kapitel* 

feine Fertigkeit im Zeichn en machten ihnebea 
fo gefchickt zur Ausfflhrung des grofsen Zwecks £ 
als feih uniibertrefflicher Eifer far Wahrbeit, fein 
genauer Beobachtuogsgeift und Cein Scharffinn in 
Unterfcheiden der Merkmahle. Wohl hatte di«> 
Akademie der Wiffenfchaften in Paris Recht, wenn 
fie, bey Beurtheilung derSchriften, die der Wif- 
fenfchaft in neuern* Zeiten den meiften' Gewina 
gebracbt, dem Gartner’fchen Werke den zweytea 
PJatz anwies. Denn wenig neuere Schriften ent-* 
halten einen foJcben Reichthum eigenthflmlicher 
Ideen und trefflicher Beobachtungen : in wenigen find 
fo viel IrrthQmer berichtigt imd der Weg zu fo vie- 
len wahren Verbefferungen gebahnt, als im G5rt« 
ner’fchen. Wenn man noch nach Jahrhunderten aus 
diefeni Werke lerneo wird, fo wird man auch dank- 
bar geftehn-, dafs das wohltbatigfte Licht far die 
Wiffenfchaft von ihm ausgegangen* 

Gartner hatte die FrUchte von mehr aJs taufend 
Pflanzen*Gattungen zergiiedert, die Verfchiedenhei- 
ten ihres Baues bemerkt, und war dadurch zur Ent- 
deckung des Qbereinftimmenden Baues in naturJichea 
Familien gekommen, weiche ibm den Weg zur Att- 
na lime gewiffer leitender Grundfatze bahnte, die er 
in den Vorreden zu den beiden Theiien femes Wer- 
kes darlegt. Es ift befonders der Unterfchied der 
achten Saamen und der Keimkorner, von welchem 
Gartner ausgeht, und den er zuerft vortrefflich aus 
einander fetzt. Bey unvotfkommenen Gewachfen 
namlich, denen doppelte Gefchlechtstheile » fehlen , 
bilden fich auch keine wabre. Saamen, fondern nur 
durch Zufammendrangen derMaffe, fieimkorner aus f 
denen die Theiie des Saamens fehlen. Diefe findea 
fich allern bey den Pilzen, Algen, Lichenennnd 
JVIoofen. Wahre Saamen theiien fich wieder ab, 

nen oder entwi- 

4 * 

A » 


nachdem fie unentwickelte Embryo 


Naturli che Me thoden. 09 j 

i 4 

* y ' * , 

, * * • * 

ckelte haben f Jene enthalten grofstentheils Eyweifs* 
k6rper (albumen),- oft auch einen Stellvertreter dev 
Kotyledonen, den Gartner Dotter (yitellus) nann- 
te, und deffen merkwtlrdige Verfchiedenheiten bey 
den Grafern und Scitaminen er zuerft aufdeckte. Bey 
den Farrenkraufern glaubte er den ganzen Saameo, 
als aus Dotter beftehend, annehmen zu muffin. Er 
• zeigte, dafs mit der Entwickelung des Embryon$ 
und dem Vortreten der Kotyledonen der Eyweifs- 
kdrper fich yerzehre, und grofstentheils in die Le T 
derhaut ubergehe. Doch hatte das letztere fchont 
Malpighi forgfaltig beobachtet. (S. 17.) Gartner 
v zeigte die Unterfcbiede der Keimgrube, des Keim-. 
ganges und des Hagelflecks (chalaZa) , die Art, wie 
die Entwickelung mancher fogenannten Monokoty- 
ledonen erfolgt; er nahm wirklich mehr, als ?wey\ 
Kotyledonen beym Nadelholz an. Er zeigte depi 
Unterfchied der Bildung und des Baues unbefruch? 
teter Eyerftocke , unvollkommener und vollkomme- 
ner Saamen. VorzOglich nahm er zuerft auf die 
Bichtung des Wiirzelohens Riickficht, urn daraus 
Familien- und Gattungs • Charaktere zu : entlehnen* 
Mehrere Familien bearbeitete Gartner mit befonderer' 
Vorliebe, und diefe haben unftreitig am meiftep 
durch feine. Unterfuchungen gewonnen, tyie die 
Compofitae, die Palmen, die Rubiaceen, .Caryo- 
phylleen und Siliquofen. Deberhaupt aber lehrte 
ihn die forgfaltigfte Unterfucbung, dafs viele pami? 
lien fich hauptfachlich durch die Lage des Embryons, 
durch die Richtung feines Wdrzelchens , durch die 
Form der Kotyledonen und des Eyweifskorpers ,un« 
terfcheiden. Darum trennte er z. B. die Malyaceeflt 
von den Geranien und Tiliaceen , mit depen fie von 
LinnS und andern verbundep worden waren, 
fah er bey Melampyrum und Pedicularis dep Embryp 
in verkehrter Stellung an der S^pitze des Eyweifsl^of; 

- >9 * 


N 


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*92 Siebentes Bach. Drittes Kapitel. 

•> * • * * — 

persv da doch bey den Scrofularinen der Embryo 
aufrecht fteht. Daher jene eine eigene Gruppe , die, 
Rbinantheen , bilden. 

Hochft jntereffant ift feine Ueberficht der Gat- 

** * • * 

tungen nach der Bildung der Saamen, die er in der 
Vorrede zum zweyten Theile giebt. Dafs hier und 

, da lrrthflmer vorkommen; dafs Gartner z. B. dem 

* % 

Butomus den Ey weifskorper abfpricht, der ihm doch 
zukommt; bisweilen auch die Zahl der Gattungen 
ohne Noth vervielfaltigt, das find unbedeutende 
Mangel, die bey der uberwiegenden Vortrefflichkeit 
verfchwinden. * ' 

Auch wurde diefe allgemein anerkannt : leider 
in Deutfchland fpater, als in Frankreich , wo maa 
durch Adanfon fchon mehr vorbereitet war. Nie- 
xnand aber verftand die grofsen Verdienfte Gartner’s 
beffer zu wtirdigen, als der Verwandte feines Gei- 
ftes, der treffliche Anton Lorenz vonJuffieu , Prof, zu 
Paris. Wir nennen ihn fpater als Gartner, weil Juf- 
fiefi’s Syltem zwar frtthef vorbereitet war, aber Gart- 
ner’s Arbeiten doch alter find, als Anton Lorenz fein 
Syftem ausbildete, und fein Werk urn ein Jahr fpater 
erfchien, als der erfte Theil von Gartner’s Buch. 

Bernard von Jujfieu , Anton’s Bruder und des 
noch lebenden Anton Lorenz Vaterbruder, warder 
eigentliche Grttnder des Syftems, welches fein Neffe 
finnreich und herrlich ausbildete. Zu Paris 1699 
geboren , ward er Prof, in feiner Vaterftadt, und 
Auffeher des kon. Gartens zu Trianon, und ftarb 
1777. Im Garten zu Trianon machte er auch die 
erfte Probe einer neuen Anordnung, deren allgemei- 
nes Princip zwar die Bildung des Saamens, und das 
** Dafeyn oder die Abwefenheit der Kotyledonen war; 
aber deren Unterabtheilungen von dem verbaltnifs- 
maisigen Stande der Staubfaden entlehnt wurden. 
Bernard hatte felbft nichts, als treffliche Beobach- 


/ » * • ' T * / .. • > 

I f ’ « I w 

Naturliche Metbodea. $93 

» ^ ' M f 

j * * „ % 

fcungen flberpjlularia undMarfilea, bekannt gemacht. 
\Micn. de tacad . de Paris , 1739. p. 240. f. 174°* P* 
263 . f.) Aber fein Neffe trat zuerft mit Bemerkun- 
gen aber’die Ranunculeen auf, ( Mim . de tac.de Pa* 
risy 1770. p. 21 4 * f.)> woraufdie Abhandlung Ober 
die Anordnung der Pflanzen im Garten zu Trianon 
folgte, {Mim. de tac. de Paris 9 1774* P* 176 — 1 97.). 
Hier entwickelt er zuerft die Grundfatze, die feineri 
Oheim geleitet, und zu denen er felbft fich bekennt. 
Das urfpriingliche Syftem von Trianon, wie man es 
nennen konnte, lafst fich in folgender Tabelle dar- 
ftellen: 

t * • * 

Akotyledonen . • . • . 

Monokotyledonen . 

a. Staubfaden auf dem Fruchtboden • 

t t 

b. . — — — Kelche • • 

c. — Piftill • 

Dikotyledonen . 

a. Apetalen. 

u. Staubfaden auf dem Kelche , 

4 

1 8. — — — Fruchtboden 

b. Monopetalen. 

a. Corolle auf dem Fruchtboden . • 

/ 3 . — — — Kelche ♦ - 

y. — — — Piftill 

a. Antheren verwachfen • , . 

5 . Antheren frey . • • 

c. Polypetalen. 
a. Staubfaden und Corolla auf dem Piftill — 1 u 

— — . — Fruchtboden^ — 12. 

y. — — Kelche — 1J, 

d. Unrcgelmafsige Staubfaden vom Piftill 

getrennt • . . . . — -i4* 

Untel* diefen vierzehn Klaffen begreift die erfte alle 
Linne’fche Kryptogamiften, die zweyte die Grafer, 
die dritte die Coronarien, die vierte die Orchideen^ 



*94 


. • 

Siebentet Buck* Drittes KapiteT. 


die filnfte die Proteaceen und Polygoneen die fechs* 
te die Amaranten, die fiebente die Labiaten und Per- 
fonaten, die achte die Ericeen, die neunte die Com* 
pofitas, die zehnte die Rubiaceen und Dipfacefcn, die 
elfte die Umbellaten, die zwolfte die Ranunculeen, 
die dreyzebnte die Rofaceen und Leguminofen, und 
die vierzehnte die Dikliniften. 

jeder Unbefangene mufs geftehri, dafs im Gan- 
ien diefe Eintheilung eben fo viel Scharffinn verratb, 
ills fie in vielen Fallen der Natur entfpricht. Allein 
fie hat den Hauptfehler, dafs fie ein kflnftliches Sy- 
ftem mit der natlirlichen Anordnung verbindet, und 
darurn weder das eine, nocb das andere ift. Wahr 
ifts, dafs viele Farriilien nicht’beffer geftellt werdeii 
konnen, als nach der angenommenen Norm. Allein, 
dafs die Leguminofen bey den Rofaceen in einer 
Klaffe ftebn, ift eben fo unnatilrlich , als dafs die Tri- 
kokken , Urticeen, Amentaceen und Zapfenbaume 
den SchJufs*machen , da fie doch offenbar zu den un- 
trollkommenern Pflanzen sehoren. 

u • * 

Das Syftem von Trianon war alfo eine Verbin- 
dung des Gleditfcbifchen mit der natQrlicben Anord- 
nung. Anton Lorenz veranderte es dergeftalt, dafs 
er den verha)tnifsm§fsigen Stand der Staubfaden ge- 

{ en das Piftill als Norm der Unterabtheilung annahm. 

)aber, wo fein Oheim die Staubfaden auf detai Piftill 
angefetzt, ftellte Anton Lorenz die Epigynie ,* wo 
jener die Staubfaden aus dem Fruchtboden entftelm 
laffen, da fetzte diefer die Hypogynie ; und wo Ber- 

nard die Staubfaden aus der Corolle oder dem Kelch 

» * - * » • 

abgeleiiet, da nahm Anton Lorenz die Perigynie an, 
weil die Staubfaden darin mit den Piftil len in einer 
Ebene ftehn. So hdchfr fcbarffionig diefes ausgefohrt 
\yurde, fo erregt doch die genaue Unterfiichung und 
Verbefferung der Gattungs- Gbaraktere noch mehr 
Bewunderung, da fie Tick auf diePrUfung aller, auch 


\ 

> 

NaturKche Metbodeiu • . v 695 

. • * , * * 
, • » 

der feinften, Theile des Saamens grQndetfe. In je- 

der Riickficht werden die Genera plantarum fecun • 

dum or dines natur ales dispofita, Parif. 1789. 8., ein 

ewiges Denkmahl desGeiftes ihresUrhebers, und der 

glanzendfte Beweis feyn , welche Hohe die Wiffen- 

fchaft gegen Ende des achtzebnten Jabrhunderts er- 

reicht habe. ' g * 

Gartner’s Werk ward von Juffieu mit Begeifte* 

rung aufgenommen, feine Ideen mit Liebe gepflegt 

und mit richtigem UrtheiJ gepruft, und er ift feit faft 

dreyfsig Jahren nicht mtide geworden, den Charak* 

teren feiner Familien und Gattungen mebr Sicherheit 

2u geben, die Verwandtfchaften zu zeigen und felbft 

, neue Gruppen und FamiJien zu bilden. So unter- 

fuchte er die Amaranteen von neuem, und deutete 

Shre Verwandtfchaft mit den Caryophylleen an, {Ann* 

du muf 2, 1 3 i .) So unterfuchte er die Nyktaginen, und 

wies derOpercularia ibren Platz unter den Rubiaceen 

an. (daf. p. 269.) Ferner unterfuchte er die Pole- 

monieen {ann. du muf 3 , p. 1 10.), dieOnagTen (daf, 

p. 3 i 5 . f. 47 ^*)> die Loafen und Mentzelien (ann. du 

muf. 5 , p. *8. f.) , die Paffifloren und Laurinen {annm 

du muf. 6, p. io2. f. 388 . f. 197. f.) , die Verbeneen 

{ann. du muf. 7, p. 63 . f.), die Gaprifolien und Lo- 

rantheen {ann. du muf 12, p. 285. f. ), die Moni- 

mien {ann du muf .14, p. 1 16.) , die Primuleen , Per- 

fonaten und Jafmineen (daf. p. 385 . f. ), die Mare- 

gravien (daf., p. 397. f.), dieSolaneen, Convolvu- 

leen , Bignonieen , Gentianeen , Contorten und S a- 

poteen {ann. du muf. i 5 , p. 536 . f.), die Umbellaten 

{ann. du muf 16, p. 169. f.), die Anoneen (daf. p. 

538 . f.), die Lobelieen und Stylideen (ann. du muf. 

18, p. t. f.), die Hypericeen und Guttiferae {ann. , 

du muf. 20) p. 459 . f.). Allgemeine und ins Einzelne 

gehende Unterfuchungen tlber das Gartner’fcbe Werk 

und die Gattungs* Charaktere* welche aus demfel- 

* t 

I 


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296 Siebentes Buch. Drittes Kapltel. 

ben zu berichtigen find, ftellte Juffieu auf hochft 
lehrreiche Weife an. (Ann. du muf. 5 , p. 216. f. 246. 
f. 4 l 7 tom. 6 . p. 307. f. tom. 7. p. 373. f. 478. f. 
tom. 8 . p. 170.fi. tom. 10. p. 307. 587. f. tom. 18. 
p. 47 2 • f.) So machte er es fich zur Pflicht, die 
Pflanzen imLoureiro zu berichtigen, und dieCharak- 
tere bekannter Gattungen nach diefen zu verbeffem. 
(Ann. du muf. 11, p. 74. f. i 5 a-f. 23 i. f. 327. f. tom. 
12. p. 68. f. tom. 16. p. 358 . f.) Unverganglich find 
diefe Arbeiten: denn fie zeugen von eben fo grofsem 
Geift, als von fcharfer Beobachtung, und find als 
Mufter anzufebn , wie die Botanik bearbeitet werden 
mfiffe, wenn die Wiffenfchaft wirkliche Fortfchritte 
machen foil. 

Juffieu’s grofses Beyfpiel feuerte die Franzofen, . 
fpater die Deutfchen und Britten, zur Nachfolge auf 
diefem ruhmlichen Wege an. 

Unter den erftern hat fich Joh. Bapt. Lamarck , 
Akademiker in Paris, als denkenden Kenner der 
natfirlichen Methode und des kfinftlichen Syftems 
gezeigt, obgleich er feit zwanzig Jahren die Botanik 
mit andern Zweigen der Naturgefchichte, befonders 
xnit der Konchyliologie, vertaufeht hat. 

Schon in der Einleitung zur Flore frangai/e y 
tom. 1 — 3 . Paris 1778. 8., fpater in den Mim. de 
iac . de Paris , 1785. p. 4 ^ 7 « f« und im Journ. d'hift. 
nat. tom. 1. p. 9. f. 81. f. i 36 . f. 3 oo. f. 36 1. f., trug 
er feine Grundfatze fiber Methoden und Syfteme, 
fiber Anordnung der Pflanzen nach irgend einerNorrti- 
und fiber Gattungs - Charaktere yor. Weder ftren- 
ger Anhiinger des Sexual -Syftems noch blinder Nach- 
beter der JufGeu’fchen Methode tadelt er an diefer 
narnentlich das Princip , welches die Kotyledonen 
als die erfte Norm anerkennt-, ; wobey gleichwohL 
Mifsverftandniffe nicht zu verkennen find. Er ftellt 
als dea Hauptgrundfatz auf, dafs kein einziger, 


' ' / ' ' Naturliche Methoden. ' 297 

* • % 

* / 

* t , . , / 

auch noch fo wefentlicher Theil der Pflanze hinrei* 
che, um Norm der Claffification zuwerden: daher 
man die Charaktere von $]len und jeden (wefentlich 
mit dem Zweck der Befruchtung zufammenbangen- 
den) Theilen entlehnen mfiffe. Dann giebt er eine 
analytifche Methode an, wie man Pilanzen einthei- 
len und ihre Charaktere beftimmen muffe. Es wird 

1 

ein Jeder geftebn, dafs man alles, was Lamarck fiber 

den Werth der Merkmahle und iiber die wiffenfchaft- 

» 

liche Anordnung der Pilanzen fagt, mit Beyfall und 
Vergnfigen Jieft,* weil es ohne Vorurtheil, mit Geift 
und Witz gefagt ilt. . * 

Von der Encyclopidie mhhodique arbeitete La» 
marck die vier erften Bande. (Paris 1783 — 1796. 
4 *) Da das Werk in alphabetifcher Ordnung ge- 
fchfieben, fo bedurfte Lamarck keiner fyftematifchen 
Anordnung; aber fiberafl leucbtet das Beftreben , die 
Gattungs- Charaktere zu verbeffern und den Vorrath 

von Arten zu vermehren , hervor. Ihm ftanden die 

• 

grofsen Sammlungen in Paris zu Gebot, und diefe 
verftand er vortrefflich zu benutzen: daher ift das 

1 

Werk eine der vorzugbchfren und unentbehrlichften 
Quellen des tiefera Studiums fiir jeden Pilanzen -For- 
fcher. 

^ Auch Stephan Peter Ventenat , Prof, in Pa- 
ris, (geb. 1757, f 1808,) verdient als Verbreiter 
befferer Anfichten fiber die naturliche Methode 
fehr ruhmlicbe Erwahnung. Sein Tableau du regne 
vig&tal, tom. 1 — 4 * Paris 1799. 8., ift eine un- 
gemein durchgedachte und nfitzliche Darftellung des 
JutTieb'fphen Syftems. 

Aug. Pyram. Decandolle , eine Zeit lang Prof, 
in Montpellier, hat grofses Verdienft um die Verbef- 
ferung der natfirlichen Methode. Seine neue Aus- 
gabe der Flore frangaife, vol. 1 — .6. Paris i 8 o 5 — 
1816. 8., enthalt mehrere fehr wichtige Auffchlfiffe 


I 


298 Siebentes Buck. Drittes KapiteL 

\ 

# 

find Berichtigungen der natfirlichen Familieo# Aber 
ganz vorzfiglich mfiffen wir in diefer Rfickficbt feine 
Thcori e dlementaire de la botanique , Paris 181 3 . 8,. 

rnhmen, vvorin die wahren Grundfatze der natQrli- 

» * • • « 

cben Anordoung geiftreich vorgetragen find. 

Jof. Correa de Serra , portugieGfcher Gefandter 
bey den vereinigten Staaten von Nordamerica, hat 
durch feine trefflichen Beobachtungen fiber den Ey- 
weifskorper und den Saamen, ( ann* du muf 8, 5 g. 

€9.. 0*9. rom. 9. p. 283 288. f. tom. 18. p. 206.), 

. fo wie .lurch feine Unterfuchungen fiber die natQrli* 
che Famiiie der Aurantien, (a/i/». du muf. 6 , p. 376, 
Transart. of the Linn. foe. 5 , p. 21 8.), viel zur Berich- 
tigung der natfirlichen Methode beygetragen. 

Hocbft wichtig find in diefer Hinficht die Ar- 1 
beiten Claud. Lu d w. Richard's, Prof, in Paris. Seine 
Demon ftrations botaniques , ouanalyfe du fruity co/i- 
fidiri en giuiral. Paris 1808. 8., fo wie einzelne 
Abhandlungen in den Annal • du muf. tom. 16. p. 296. 
tom. 17. p. 223 . f. 442. f., en'thalten meifterhafte Un- 
terfuchungen der Frficbte, mit Beziehung auf die 
natfirlicbe Anordnung. 

Weniger wichtig ift die Expofition des families 
naturelles , vol. i#2. Paris i 8 o 5 . 4 «> von Aug. Jau* 
me Sc* Hilaire { Erlauterungen der Juffieu’fchen Me* 
thode, aber obne grfindliche Sachkenntnifs, und 
die Kupfer mehrentheils copirt. 

In Deutfchland machte Aug. Joh. Georg Karl 
Bntfch, Prof, zu Jena, die natfirlichen Verwandt- 
fchaften zu feinem Hauptftudium. Seine Tabula af ’• 
Jinitatum regni vegecabilis 9 Vinar. 1802. 8., enthalt 
eine fehr verftandige Ueberficht des Gewachsreiches 
aiacb natfirlichen Verwandtfchaften , wo, ohne dafs • 
die einzelnen Gattungen charakterifirt werden, die 
Charaktere der Gruppen und Familien, auch ihre 
(Jnterfchiide , aufserft fcbarfiinnig bezeichnet find. 


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, Naturliche Method enc.: 5 - *. 399 

Er farigt mit den vollkommenften Formen, den Ro - 
faceei 2, an: unter diefe bringt er auch die Malvaceen, 
Caryophylleen , die Uinbellaten , ja fogar die Tere- 
binthaceen. Dann folgen die Cruciaten , zu denen 
die Onagren, Siliquofen, Cappariden und Guttiferae; 
die Ringentes , zu denen die Leguminofen , Orchi- 
deen und Scitaminen ; die Liliaceen , zu wel^hen die 
Palmen, Menifpermeen > Laurinen und Anoneen ge- 
zahlt werden. Die Incompletae begreifen die Jun- 
ceen, Cyperaceen, Grafer, Najaden, Aroidetfn, 
Amentaceen, Trikokken, Urticeen, Proteaceen. 
Zu den A lonopetalis Tverden die Labiaten, Afperifo- 
lien , Perfonaten, Jafrnineen, Gentianeen, Contor- 
ten, Primulean, Solaneen, Ericeen, Cucurbitaceen, 
Rubiaceen gerechnet. Dann die Compoficae und end- 
lich die kryplogamifchen Pflanzen. Freylich fieht 
man, dafs die Anordnung im Ganzen fehJerhaft ift, 
tv ei 1 die Incompletae, befonders die Najaden, den 
kryptogamifchen Pflanzen am nachften ftehn: frey- 
lich werden zu derfelben Klaffe oft die fremdartig- 
ften Familien geziihlt. Aber im 'Einzelnen findet 
man treffliche Aufklarungen und Andeutungen, 

Auch F. Fifcher aufserte gute Gedanken iiber 
naturliche Anordnungen, (Weber s und Mohr s Beyer, 
zur Nacurkunde, B. 1 . S. 79. f.), und Leop. Trattinick 
arbeitete nach einem vollftiindigen Plan, ( Genera plan - 
tarum methodo naturali dispofita. Vindob. 1802.). 

F. P. Caff el , Prof, in Kolln, gab wenigflens all- 
gemeine Andeutungen , oline die einzelnen Familien 
und Gattungen genauer zu prufen. ( Ferfuch iiber die 
naturliohen Familien der Pjlanzen , mic Ruckficht auf 
Hire Heilkrafe , Kolln 1810. 8. Lelirbuch der nadir - 
lichen Pjlarizenordnung , Frkf. 1847. 8.) 

L. Oken , Prof, in Jena, verfuchte fowohl in 
feinem Lchrbuch der Naturphilofophie II. Jena 1810. 
.8., als auch in Dietrichs bot. Journ\ St. t., eine An- 
ordnung der Pflanzen, nach der Ausbildung einzel- 


3 00 Siebentes Buch. Drittes Kapitel. 

i 

uer Orgrane. Wurzel, Stengel und Laub nabm er 
- *1$ die Hauptorgane des Gewachfes an. Die Ge- 
fchlechtlofen feyn nichts als Wurzel, und beftehn 
nur aus Zellgewebe: die Laublofen > Grafer, Lilien 
und t’almen haben nichts als die Stengel auf die Wur* 
zel gefetzt. In den hohern herrfcht das Laub, dann 
die Bliithe und endlich die Frucht vor. Alfo giebt es 
fttnf Hauptklaffen : Wurzel-, Stengel-, Laub-, Blu- 
men- und Fruchtpflanzen, Jede diefer Klaffen wird 
wieder in vier bis fiinf Ordnungen gethetlt: die Wur» 
zelpflanzen, nachdera fie der Erde, dem Waffer, der 
Luft oder dem Licht angehoren, (Flechten, Pilze, Moo- 
fe, Farrenkrauter) ; die Stengelpflanzen, nachdem Er- 
de, Salz, brennbare Stoffe oder Metalle fich in ih- 
nen ausbilden, (Grafer, Lilien, Gewftrzpflanzen und 
Palmen); die Laub-, Blumen-und Fruchtpflanzen, 
nachdem Wurzel, Stengel, Laub, Bluinen und 
Friichte in ihnen vorherrfchen. Laubpflanzen z* B., 
in ‘denen das Laub vorherrfcht, find Zapfenbaume 
und Urticeen. BJumenpflanzen , in. denen die Blu- 
me vorherrfcht, find Papaveraceen und Siliquofen. 
Fruchtpflanzen, in denen die Frucht vorherrfcht, 
find die Rofaceen. Der Scharffinn, mit dem dies 
alies entwickelt ift, erregt Bewunderung, doch 
mor hte man wunfchen , dafs weniger Willktthr und 
tiefere Kenntnifs fich zeigte. . [ 

Was ich in diefer Hinficht* gethan, ( Anleitung 
Zur Kenntnifs der Gew&chfe, Zweyte Auf l . Th. 2. 
Halle 1817. 8.), iiberiaiTe ich der Beurtheilung fach- 
kundiger Richter. , ' ' i 

In England, wo man dem Linne’fchen Syftem 
noch immer huldigt, und wo Wilh. Rufcoe neuer« 
lich den Werth der natOrlichen Methode zu gering 
anfchlug, ( Transact . of the Linn, foe, vol. 11.jp. 5 o. 
f.), erbielt die letztere zwey Bearbeiter an Rich. Ant. 
Salisbury , der die Perigynie der Staubfaden prQfte, 
und den Satz auffteilte, dafs aus dem Kelch, als fol* 


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Naturlicbe Methoden. 

* •- I 


301 


* *• 

chem, wenn er nicht einen corollinifchen Ueberzug 
habe, die Staubfaden nie entftehn , (Transact, of the 
Linn.' Joe. vol. 8. p. .1 . f. ), und der die Zapfenbaume 
mit neuen Gattungen bereicherte, (daf. p. 3 o 8 . f.); 
und an Robert brown , deffeo Prodromus forae novae 
Hollandiae , Lend. 1810. 8., und deffen General re - 
marks on the botany of Terra auftralis , Lond. 1814. 

* 4 * | 

4 .* die helieften Anfichten fiber natUrlicne Familiea 
r * * ^ * ? 
und die feinften Unterfuchungen iiber die Gaitungs- 

Charaktere enthalten. 




• • ♦ * * V • l« ' ' J 

■ Viertes Kapitel. 

I * 

Fortfchritte in der Lehre von dem Bau 

9 4 

und der Katur der Pflanzen. 


-1. 


< * t * 

• • *4, ^ • *4 X 4 f l 

I* * 

»' • A » / ♦ * I 1 

Lehre vo.n der Entwickelung und 
, Metamorphofe. 

A ■ ( ’ 1 . • . 

Nicht gewdhnliche, glanzendeFortfchritte mach- 
te die Anatomic und Phyliologie der Pflanzen in neuern 
Zeiten , fo wenig Linne’s Beyfpiel dazu aufmunterte. 
Denn er und feine eifrigften Anhanger vernachlaffig- 
ten fo fehr alle feinere Unterfuchungen des Baues der 
Pflanzen, dafs nur lrrthiimer fich durch Linrte’s An- 
fehn fortgepflanzt haben. • Er rechnete die Phytoto- 
men zu den biofsen Liebhabern der Botanik. {Phil, 
hot. §. 43 . 44 *) Das Mark der Baume hielt er ftlr 
den wichtigften Theil der Gewachfe; es vertrete die’ 
Stelle des Gehirns bey den Thieren : die Rinde ent- 
halte die Nahrungsgefafse , aus diefer fetze fich der 
Baft in jahrigen Schichten ab: dergeftalt entftehe das 
fefte Holz: aus diefen TheiJen entwickele fich die 
Blume, deren Kelch aus der. Rinde, die Corolle aus 
dem Baft, die Staubfaden aus dem Holz und das Pi- 


3'0j Siebentes Buch. Viertes Kapitel, 

i 

, * •* 

ftill mit dem Eyerftock aus dem Mark entftehe. 

{Amoen. acad. vol. 4* p- 072 . f.) Zwar fchon fiber* 
zeugt, dafs es Grundgefetz der Pflanzen- Natur fey, 
dafs fich aus jedem Theil ein jeder anderer entwickeln 
konne, trug er dennoch diefe Lehre zu befcbrankt 
vor. Es fey eine Art des VorJaufens (prolepfis) y wenn 
die Blatter, als Erzeugniffe des Jahrs, fich in Bracteen, 
diefe in den Kelch, der Kelch in die CorolJe, diefa 
in die Staubfaden, und die letztern endlich, wena 
fie erfchopft feyn, fich in das Piftill umwandeln. 
(jAmoen. acad. vol. 6 . p. 324- f. 365. f.) 

Diefe Theorie der Anticipation, eigeatlich ab* 
gezogen von den Baumen, ift nicht anwendbar auf 
Sommer* Gewachfe, wenn man ni,cht annehmen will, 

♦ • • r . 

dafs fie dazu beftimmt feyn, eigentlich fechs Jabre zu 
wachfen, aber durch Vorlaufen alle frfihere Bildun- 
gen in dem Blfihen zu vereinigen. 

JJ Kafp. Friedr. Wolf , deffen gelftreiche Be- 
merkungen fiber Entftehung der Pflanzen wir fchon 
oben angefuhrt, fafste die Entwickelung der Pflan- 
zpn ailgemeiner auf. Gleichfam beylaufig fpracb ep 
bey anderer Gelegenbeit, {Nov. comment, acad. pe~ 
trop. tom. 1 2 . p. 4o3. tom. 1 3. p. 478 . f.)> fo beftimmt 
von dem Uehergang der Blatter in den Kelch, in die 
Corolle, in die Staubfaden und felbft in den Saamen, 
dafs er als Beweis der Grundlage der Blatter bey al- 
ien fpatern Bildungen die Saamenlappen, als die er- 
fien Blatter , anfuhrte^ In der ganzen Pflanze , fagt 
er,, fieht man nichts als Blatter und Stengel , indeni 
die Wurzel zu diefem gekort. Er batte noch weitejf 
gebn, und die Entwickelung der Blotter aus denj 
Stamm darlegen konnen, was bey den Jungerman- 
nien, bey den Acacien und bey den Cactus -Artea . 
augenfcheinjich ift. 

JJnbekannt mit diefen Andeutungen trug Job. 
Wolfg. von Guthe die Entwickelung der fflanzenthe^ 

» * V 


Lehre vom Bau und von der Natur der Gewirchfe. 303 

]e aus einander ungemein kJar und einnehmend vor. 
(Vrrfuch, die Metamorphofe der Pflanzen zu erklciren , 
Gotha 1790. 8. Zur Morphologie , B. 1. Stuttg. und 
Tfibingen 1817.8.) Durch Zufammendrangen der 
Formen wird die Entfaltung vorbereitet: diesGruiid- 
geietz der Vegetation ffihrt Gothe auf flberzeugenda 
und lehrreiche Art aus. Darum find die Kotyiedo- • 
jien meiftens fo einfach, auch bey den zufamrpenge- 
fetzteften Stammblattern : darum ftehn dieftf einander 
gegen fiber, wenn auch die folgenden Blatter mil 
einander abwechfeln. Darum drangen fich die Blat- 
ter, je hoher fie am Stamm ftehn, defto mehr in ein- 
facbere Formen zufammen, und, ’wenn fie vorher 
abwechfelten , fo fteilen fie fich einander gegen fiber, 
bis fie endlich zum Kelche werderi. Die vieifache 

1 

Ausbreitung und Fiederung der untern Blatter man- 
cher Waffer Gewachfe, des Ranunculus aquatilis, 
Sium latifolium, und die gering ere Breite derfelbent 
bey andern, v z. B. bey Potamogeton heterophyllus * 
und liicetvs, als der obern auf dem Waffer fchwim- 
menden, fcheint zwar hiemit im Widerfpruch zi* 
gehn; alletn bey diefen Waffer* Gewachfen find die 
Blatter Uebergangs Formen zu der Wurzel und ver- 
tichten hochft wahrfcheinlich das Gefchafft der letz- , 
fern, wie bey Hottonia/paluftris , Myriopbyllum, 
Geratophyllum u. f. w. . . Dafs die Nektarien meift * 
folche Uebergangs - Formen von den Corollenblattem 
zu den Staubfaden find; dafs felbft das Piftill und 
das Stigma durch Rficktritt den Corollenblattem ahn- 
licb werden , und nur durch Zufammendrangung aus 
diefen entftehn , wird 'einleuchtend gemacht , wenn 
die Staubfaden, wo die Corolienbiattchen fehlfchla«- 
gen, (bey einigen Thalictrum • Arten,) diefen ahnlicii 
’ werden. Der treffliche GeMt ffihlte wohl , daf6 die 
Mifsbildungen und die Ffillung der Biumen feinejc 


J04 Siebentes Bucb. Viertes KapUe|. nr -, , 

Theorie fehr forderlich find: daher kommt er auch 
auf diefe zuruck. 

Gothe’ns Met,amorphofe batte einen zu tiefen 
Sinn, fprach durch Einfachheit fo fehr an,, und war 
fo fruchtbar an den niltzlicbften Folgerungen, dafs- 
man fich' billig nicht wundert, wean v fie weitero 
Erorterungen veranlafste , obwohl Mancher fich 
ftelite, fie nicht zu achten. Einer der erften, der 
Gothe’ns Ideen in ein Lehrbuch aufnahm, warFriedr. 
Siegm* Voigt, Prof, in Jena. ( Syfcem der Botanik , 
Jena 1808.8.) Sehr intereffante Ideen fiber die Yer- 
wandtfchaft der Staubfaden und der Corollenblatter, 
lo wie liber das vorherrfchende Zahlen- Vephaltnifs, 
trug Joh. Ludvv. Georg Meinecke vor. ( Abliandl . der 
naturf. Gefellfch. in Halle , H. 1. 1809.) Auch 
Oken ffihrte die Metamorphofe in feinerNatur -Philo- 
fophie weitef aus. f t t .\ . • / ^ 

Aber ganz vorzuglicli mfiffen wir die geiftreiche 
, Theorie der Entwickelung rfihmen, welche A. -P. ; 
Decandolle vortrug. {Theorie elementaire dela bota* 
nique, p, 94 — 123 .) Er nimmt zwev Principe: 
das Fehlfchlagen ( avortement ) und das Verwachfen 
{adherence) als Urfache der Abweichungen in dec 
Bildung an , und erklart daraus aufserft glucklich die.: 

, mannigfaltigften Bildungen. Nur darin ftimmen wir 
nicht mit ihm ein, diefe Abweichungen erreurs zu , * 
nennen, weil fie zu allgemeii? find , und nach feften : * 
Gefetzen erfolgen. Dafs z. B. in der ganzen Familie 
der Cruciferae aus zehn Staubfaden Techs werden* 
welches Meinecke durch Veryiracbfung erklart, wir. 
aber lieber vom Uebergang der Staubfaden in die Go*, 
rollenblatter herleiten mochten. , 

Endlich fammlete Georg Friedr. Juger,^ Arzt in 
Stuttgart, alle Erfahrungen fiber die Mifsbildungeu 
der Pfianzentheile, und brachte fie unter gewiffe Ge*. 


< 


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* « • 

Lehre to m Bau und von der Natur der Gewachfe. 305 

0 » 

fetze, wodurch dann die Lehre von der Metamor- 
phofe ungemein gewann. ( Ueber die Mifsbildungen 

det Gewuchfe, Stuttg. 1 S 1 4 - 8*) 

> % 

11. 

Unterfucliunsren fiber den Bau der 

i ‘ , 

- Pf la n ze n . 

« , * 

In der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts war 
.man in der mikrofkopifchen Unterfuchung der Ur* 
formen des Banes noch fo weit zurQck, dafs Aug. 
Friedr. Walther die Spiralgefafse laugnete, und fie far 
einerley mit den Saftrbhren hielt. (progr. de ftructu • 
ra partium , §. 3 . Lipf. 1740. 40 AuchChrift. Friedr. 
•Jampertj Arzt in Halle, (geb. 1727, f iy 58 } ) ver- 
warf alle Pflanzen - Gefafse, und liefs die Safte in den 
Zwifchenraumen der Fafern auffteigen. (Specimen 
phyfiologiae p!antarum> Hal. 1755.4O Eben fo ur- 
theiite noch fpaterhin Friedr, Kalim. Medicus, (Beytr* ’ 
zur Pflanzen • Anatom. S. i8i.)> und felbft Joh. Se - 
nebier gefteht, die Spaltoffoungen nicht gefunden zu 
haben, Und fpricht von den Schraubengangen derge- 
ftalt, dafs man fchliefsen mufs, er habe fie nicht 
felbft gefehn. (Phyfiol. v£g£t. tom. 1. p. 91. 456 .) 

Joh. Stephan Guettard , Akademiker'^zu Paris, 
(geb. 1715, f 1786,) war nicht ohne Verdienft um die 
Anatomic der Pflanzen," wenigftens einigef Neben- 
theile , als der Drufen, Haare und Dornen. (Mcmoi* 
res fur diffSrentes parties des faiences et arts , tom. 

1 — 5 . Mit 258 Kupfertafeln. Paris 1768 — 1783. 

40 Den Bau der Haare fetzte fpater Franz de Paula 
Schrank aus einander, obwohl er die irrigeMeinung , 
hegte, dafs die Haare nur einfaugen, nicht ausdQn- 
ften konnten. (Fon den Nebengefdfsen der Pflanzen, 

Halle 1794* 8 .) • \ ' 

• * > 

Crelch. d. Botinik. a. 20 ' 

«. 

. 

' A 


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306 


Siebentes Bach, Viertes Kapitel. 


Der erfte indefs, der nach Grew und Malpighi 

die Spiralgefafse beffer unterfuchte und genauer be- 

ftimmte, war Georg Chrifl. Reichel, Prof, in Leipzig, 

(geb. 1727, f »77»)* Er widerJegte zuerft Mai* 

pighi’s Memung von Bandern, die fich fpiraiformig 

winden: er fanri, dafs diefe vermeioten Bander aus 

doppelt und dreyfacb zufammenhangenden Fafera 

beftehn. Er laugnete die Klappen in diefenGefa- 

(sen, und fuchte durch Verfuche zu widerlegen , 

dafs diefe Gefafse blofse Luft fuhren. Die Einfau- 

gung gefarbter Safte durch die Wande der Spiralfa* 

fern fchien ihm zu beweifen , dafs fie die Pflanzenfaf- 

* 

te wirklich auffiihren. Zwar waren ihm nicht meh* 
rere Formen der Schraubengange bekannt, als die 
urfprdngliche: allein diefe ft elite er auf einerKupfer- 
tafel fehr richtig dar. ( Disf de vafis plantar um Jpira - 

libus, Lipf. 175S. 4.) 

Das Zellgewebe unterfuchte Georg. Rud. Boh* 
mer , Prof, in Wittenberg, (geb. 1723, f i 8 o 3 ,) 
in alien feinen Beziehungen: dorh mehr durch die 
fruhern Schriftfteller als durch eigene Unterfuchung 
geleitet. ( De vegetabilium cellulofo contextu, Witteb. 
1753. 4 - Lipf. 1785. 8 .) Daher er die Wande der 
Zellen noch far fibrdfe angab. 

Horaz Bened. von Saulfure , (geb. 1740, f 1799,) 
machte gute Bemerkungen tiber die Spaltoffoungen. 

( Obfervations fur Vicorce des feuilles ec des pe tales , 
Geneve 1782. 12.) 

Aber Joh. Hill verdanken wir mehrere gute 
Aufklarungen Qber den Bau der Pflanzen. ( The co/i- 
J truct ion of the timber , Lond. 1770. 8.) Die eigen* 
thflmlichen Saftgange unterfehied er forgfaitig, nach* 
dem He in der Rinde, oder im Bafte vorkommen. 
Er fah in den Saftrohren des Baftes Oeffnungen oder 
Poren, wie wir fie im Nadelholze linden, und be- 
merkte fchon, dafs das Mark nicht unmittelbar von 


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/ 


Lehre vom Bau und Ton der Natur der GetoSchfe. 307 

• *' 
dem Stammei'n die Aefte fortgehe, fondern dafs fich 
ein Wulft erzeuge, der aus der mannichfachen Ver- 
bindung der Urformen entftehe. 

Joh. Henr^ Dan. Moldenhawer befchrieb die 
Schraubengange gut, ftritt gegen ihre Zeraftelung, 
und verglich fie in diefer Hinficht mit den Nerven. 
.Seine Markgefafse find wahrfcheinlich die Zwifchen- 
zellengange im Marke der Rofen. ( Disjl de vafis plan * 
tarum , Traj. ad. Viadr. 1779.4*) 

lhm folgte Eberh. Pet. Sivagerman, der den 
Bau der Schraubengange griindlich und ohne Vorur- 
theil unterfuchte, den Mangel an Zeraftelung in ih- 
uen zeigte, ihren Urfprung in den Zwiebeln, ihre 
Verbreitung bis in die Blumenkrone nachwies, die 
punktirten Rohren fehr gut unterfuchte, aber, da 
er Flaffigkeiten aus ihnen hervortreten fah, fie far 
Jaftfahrende Gefafse hielt. ( Verhandel . van de maatfclu 
te Harlem , 20. P. 2. p. 1 7 1 . f. tom. 2 1 . p. 86. f. ) 

Nun trat Joh. Hedwig auf, deffen Entdeckun- 
gen und Meinungen eine Zeit lang Epoche gemacht 
baben, weil fie mit rtihmlicher YVahrheitsliebe vor- 
getragen wurden. Schon in feinem Fundamentum 
hiftoriae natur alls mufcorum J rondo fo(um 9 P. 1. 2. 
Lipf. 1782. 4., noch mehr in feinem Progr . de fibrae 
vegetabilis et animalis ortu> Lipf. 1789. 8., dann in 
der Sammlung feiner zerftreuten Abhandlungen , Th. 
1. 2. Leipz. 1793. 8., ferner in den Zufatzen zu 
Alex . von Humboldt's Aphorismen aus der chemi/chen 
Phyfiologie der PJlanzen , Leipz. 1794* 8 ., und end* 
. lich in feiner Theoria generations , Lipf. 1798. 4«> 
trug er feine Meinungen tiber Pflanzen - Gefafse , ttber 
die Oberhaut und ihre Spaltoffnungen , und tiber an- 
dere Theile des Pflanzen - Baues vor. Die Schrau- 
bengange hielt er ftir hautige Rohren, um die fich 
die Spiralfafern winden: die letztern hielt er ftir hohl 
und faftfuhrend. So wie er von eigentlich zu - und 

20 * 


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30 S Siebeates Bach. Viertes Kapitel# 

A I 

zurflckfilbrenden Gefafsen fprach, und unter den letz- 
tern die Moldenbawerfchen Markgefafse, wahrfchein- 
.lich auch die eigenthumlichen Saftgange, verftand; fa 
nahm er aucb in der Oberhaut befondere Lymphge- 
fafse an, deren Mundungen die Spaltoffnungen feyn. 

Job. Cbriftoph Andr. Mayer , Prof, in Frank- 
furt und dann in Berlin, (geb. 1747, f l 799 i) wie- 
derholte faft nur das Bekannte, felbft mit einigen 
. irrigen Zufatzen : z. B. dafs fich die Schraubengango 
im Marke linden; doch fprach er fcbon von fibrofea 
Rohren, die die Schraubengange begleiten denen 
er aber einen eben fo ftarken Durchmeffer gab, als 
den letztern. Er ervvahnte der Markgefafse , oder 
der Zwifchenzellengange, weJche man mil geiarbten. 
Fiulfigkeiten anfiilien konne, und der Nahrungsgefafse, 
die, wegen aufserordentlicher Kleinheit nicht ieicbt 
erkannt werden. Mao fieht aus den heygefdgten Fi- 
guren (T. 3 . f. 14. i 5 .), dafs Mayer die Zwifchen- 
wande des Zeilgewebes fur Gefafse genommen. . Die 
Abbildungen find unrein und undeutlicb. (Mdm. dc 
tac.de Berlin , 1788. 1789. p. 02 — 63 .) 

Andr. Comparetti , Prof, zu Padua, fah vieles 

t / 

beffer als feine Vorganger. ( Prodromo di fifica vege* 
labile , Pad. 1791.8.) Er erklarte fich ausdrucklich 
gegen die hautige Wand der Schraubengange, und 
bemerkte fehr richtig, dafs diefe blofs durcb die 
Windungen der Fafern gebildet werde. Mit den be* 
uachbarten Rohren ftehn fie durch Queerfaden in 
Verbindung. Aber irrig behauptete er die Zerafte- 
lung der Schraubengange / von der er fogar dieSchei- 
dewande des Zeilgewebes herleitet. Ja die Einfau* 
gung der Tinte, welche Andern nie gelingen woll- 
te, diente ihm dazu, den Uebergang der Fltiffigkeit 
aus den Schraubengangen in das Zellgewebe anzu* 
nehrnen. Die Entftehung der Schraubengange aus 
dem Wulft des jrngen Pfianzchens an der Stelle, wo 


^ • » 1 

Lehre vom Bau und ron der Natur der GewSchfe. 30} 

j 

die Kotylecfonen fich anlegen , beobachtete er genau* 
Audi die fchwammartigen Schlauche und Mutzchen, 
womit die Enden der Wfirzelchen umgeben find, bqf- 
merkte er richtig. SpSterhin unterfuchte er den 
. Nutzen der Kotyledonen ; , und fand, dafs fie die Nah- 
rung allererft aus der Wurzel anziehn, fie verarbei- 
ten, und dann wieder dem Pfianzchen zuffihren. (ild- 
mers Archiv , B. 1. St. 2. S. i 5 . 17,) 

Die Irrthflmer Hedwig’s, in Ruckficht der Spalt- * 
dffnungen und der fogenannten Lympbgefafse fuchte 
Ant. Ksocker zu widerlegen. ( De plant arum eplder - 
mide , HaJ. 1800. 8.) Ich habe gleicbfalls mehrere 
Punkte desBaues der Pfianzen zu berichtigen gefucht. 

( Anleitung Zur Kenntnifs der Gewdchfe , Th. 1. HaJJe 
1802. 8. Zweyte Auflage, 1817, 8. Von dem Bau und 
der Natur der Geiviichfe> Halle 1812. 8.) I 

Zu gleicher Zeit mit meiqem Ruche erfchien C. 

F. Briffeau- Mirbel’s , Akademikers zu Paris, Traitc 
- d'anatomie et de phyfiologie vcg^tales , tom. 1. 2. Pa- 
ris I802.8., worin ganz andere Anficbten herrfcbten, 
und wodurch bedeutende YViderfpruche entftanden. 
Indeffen fah erdochdie punktirten Gange und die Po- * 
ren in manchen Zellen fehr richtig, nur dafs er die- 
felben zu allgemein annahm, und unrichtige Dar- 
ftellungen davon gab. Auch hielt er die Treppen- 
gange {fauffes trachSes) ftir frfiher und urfprfingli- 
cher, als die eigentlicben Schraubengange. 

. Joh. Jak. Bernhardi > Prof in Erfurt, machte 
feine Beobachtungen ilber Vjlanzengef&fse > Erf. » 8 o 5 . 
8., bekannt, worin abweichende Bemerkungen fiber 
das Vorkommen achter Schraubengange in der Nahe 
des Markes, fiber die innere Haut der Schrauben- 
gange, fiber ihre - Abanderungen in Ringgefafse, 
Treppengange und punktirte Rohren vorgetragen, 
und das Netz in det Oberhaut auch als Gefafsnetz ge- 
laugnet wird* 


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310 Siebentcs Bucb. Viertes Kapitel. 

' 

Diefe WiderfprQcbe verarilafsten die Societat der 
Wiffenfchaften in Gottingen, einen Preis auf die be* 
fte Auseinanderfetzung der ftreitigen Punkte auszu- 
werfen, der fil r den November i 8 o 5 beftimmt war, 
Henr, Friedr. Link und Karl Afmund Rudolphi y Pro- 
fefforen in Berlin, gewannen durch ihre Arbeiten 
den Preis. Jener ( Grundlehren der Anatomie und 
, Phyfwlogie der Pjlanzen , Gott. 1807. 8.), trug mit 
grofser Klarheit feine Anfichten vor, und erlauterte 
fie durch gute Kupfer, Er wies auch in unvoHkom- 
menen Gewachfen das Zellgevvebe nach, klarte die 
Natur der vorgeblichen Poren des Zellgewebes auf, 
laugnete die innere und aufsere Wand der Schrauben- 
gange, fchrieb den letztern das Gefchafft des Saft- 
fuhrens zu , ftellte die eigenthumlichen Saftgange 
, und die Zwifchenzellengange richtig dar, wollte 
Spaltoffnungen auch in den Blumen gefehn haben, 
und gab von der Bildung des Holzes eine eigene An- 
fioht, dafs namlich die innerften Ringe die jttngften 
feyn, worin er keinen Beyfall gefunden. 

Rudolphi ( Anatomie der Pjlanzen 9 Berl. 1807. 
8.) verdanken wir befonders eine fehr forgfaltige 
Unterfuchung des. Vorkommens der Spaltoffnungen: 
in den Obrigen Punkten ftimmte er mit meinen An- 
fichten Oberein, T 

FrOher fchon liatte L. G. Treviranus , Prof, zu 
Breslau, {Vom imcendigen Bau der Gewachfe 9 Gott, 
1806. 8.), durch die Gottinger Preisfrage veranlafst, 
feine Unterfuchungen bekannt gemacht. Er zeigte 
zuerft den wahren Bau der Zwifchenzellengange und 
der eigenthumlichen Saftgange, unterfcbied grOnd- 
' lich und genau die Treppengange und. punktirten 
Kanale als Abarten der urfprilnglichen Schrauben- 
gange. Die Anfiinge cter letztern fall er als wurm- 
fftrraige Korper. Befooders mufs man die Richtig- 
keit und Tre.ue feiner Zeichnungen rUhmen. 


» 

' < • 


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Lehre vom Bau und yon der Natur der Gcwiclifc. 3 r r 

/ % • 

Um feine Anfichten gegen di^fe Widerfprflche 
der Deutfchen zu retten , fchrieb Mirbel nun: Expo- 
fition et difenfe dp ma thkorie de l' organization vigi* 
tale , Amfterd. »8o8. 8., die, neben einer Menge 
IrrthUmer, docb auch mehrere gute Bemerkungen 
liber die eigenthiimiichen Saftgange u. f. f. enthalt. 
Darauf foJgten L. C. Treviranus Beyer, zur PJlanzen- 
Pkyfiologie Gott. 1811. 8., worin die fogenannteu 
Poren des Zeilgewebes von neuem unterfucht wur- 
den * Auch machte der Vf. zuerft aufmerkfam auf 

f 

den Unterfchied der beiden Blattflachen. 

Drfnn aber trat Joh. Jac. Paul Moldenhawer mit 
feinen wichtigen Beytriigen zur Anaeomie der PJlan- 
zen, Kiel 1812. 4 • > auf. Er bewies hier zuerft das 
Dafeyn der fibrofen Rohren, zeigte fehr genaudie 
Entftehung der Treppengange und punktirten Roh- 
ren, aus der AnJage der Schraubengange durch fenk- 
rechte Fafern Verwachfung der Queeroffnungen zu 
erleiden. Auch zeigte er das wirkliche Dafeyn der 
Poren in den Zellen des Nadelbolzes, und erlauterte 
dies durch ungemein zieriiche Kupfer. Die fonder- 
baren Zellen im Umfange des Stengels und felbft in 
den Blattern des Sphagnum obtufifolium hielt er far 
wirkliche Schraubengange, und hatte von den Spalt- 
offnungen eine unrichtige Anficht. 

Faft zugleich erfchien Dietr.~ Georg Kiefer s. 
Prof, in Jena, Mimoire fur Corganijation des plantes y 
Harlem. (181 5 .) 4 * Es ift uber den allgemeinen Bau 
der Pfianzen das voilftandigfte und belehrendfte Werk, 
welches den Preis von der Harlemer Societat gewann. 
Die Kupfertafeln enthalten aufserft zieriiche und 
treue Darftellungen des Beobachteten. Als eigen- 

thftmliches’Verdienft des Vfs. mufs man die forgfal- 

« « 

tige Unterfuchung des Baues der Nadelholzer anfe- 
hen: eigenthtimlich ift ihm die Meinung, dafs das 
Netz in der Oberhaut nicht blofs durch die Wande 


312 


Siebentes Buch. Viertcs Kapitel. 


desZellgewebes gebildct werde, fonderu wahrlcbein- 
lich docb durch Gefafse entftebe. Auch hat er voa 
den punktirten Gangen die VorfteJIung, dafs die fieb- 
formig durchbrochene Haut noch a us wen dig von 
fchrage gewundenen Fafern umgeben werde. Einen 
Auszug aus diefera Werke iieferte der Vf. in den 
Grundzugen der Anatomie der PJlanzen , Jena 1 8 1 5 . 8. 

Gottfr. Reinh. Treviranus zeigte durch 'trefflicho 
xmkrofkopifche Beobachtungen , dafs Kfigelchen und 
Elementar * Cylinder die Urformen aller organifchen 
Korper feyn, {Perm. Schrifcen , S. 117. f. ), und Lu-f 
dolf Chrift. Treviranus unterfuchte die Veranderun- 
. gen forgfaltig, welche die innern Theile des Saa- 
mens erleiden , {Von der Entioickelung des Embryo , 
Berlin 18 15 . 4 *)* ' 


III. 

Lehre von der Ernahnung der Pflanzen, 
und allgemeine Begriffe von der Na- 
tur der Gewachfe. 

Im Anfange diefes Zeitraums herrfchten fiber', 
die Ernahrung der Pflanzen und fiber die Art, wie 
fie die Flfiffigkeiten anziehn, noch dunkle Begriffe, 
Guido Augufdn . Bazin , , Arzt zu Strasburg, 
(f 1754 ») ftellte fich vor, dafs die Safte in den Pilan- 
zen auffteigen, weil fie in elaftifche BJaschen ver- 
wandelt werden. Dazu dienen befonders dieSchrau- 
bengange. {Obfervations fur les plantes et leur analo- 
gic avec les infectes , Strasb. 1741. 8 . Ueberfetzt im 
Hamb . Mag. 4. S. 4 X 9 « L 4 ^ 5 . f. 9. S. 597. f.) 

♦ Ilochft wichtig fur die Lehre von der Natur der 
Gewachfe wurden Karl Bonnet’s , Genfer Bttrgers, 
(geb. 1720, f 1793,) Recherches fur I’ufage desfeuil - 
les dans les plantes , Gott. 1754 * 4 « Nicht blofs das 
Gefchafft der Einfaugung und Ausdfinftung der Blat- ’ 


N 

% Lehre vom Bau und von dcr Natur der Gewachfe. 313 

» • * * # 

.ter wurde hier in helles Liclit gefet2t, fonclern vor- 
ziiglich die Ernahrung der Pflanzen au$ hohern Ge- 
; fichtspunkten gezeigt, da er Pflanzen in Moos, Baum- 
wolle, Sagefpanen, alten Bdchern und andern Ma- 
terien erziehn lehrte, und zeigte,~dafs folche Ge- 
'Wachfe diefelben Beftandtheile geben , als wenn fie 
in Erde geftanden. Diefe Verfuche wurden von 
Georg Wolfg. Kraft , Prof, in Tubingen, (geb. 1701, 
f 1754 ,) beftatigt. (Nov. com. petrop. 2. p. 23 1. f.) 
Daber fchlofs fchon Joh..Gottfch. WalleriitSy Prof, in 
Upfal, (geb^ 1708, f 1785,) dafs die Gewachfe aus 
dem blofsen Waffer ihre Beftandtheile bereiten. (. Agri - 
cult, fundam. chem. p. 55 .) 

Aber genauer nocb und forgfaltiger ftellte 
Henr. Ludw. du Hamel du Monceau , Auffeher des 
franzofifchen Seewefens, (geb. 1700, f 1782,) jene 
Verfuche an, indem er durch Sand filtrirtes Flufs- 
waffer, was fehr Jange in KrQgen geftanden , als die 
einzige Nahrung folchen Gewachfen beftimmte, die 
er in blofsen Glafern erzog. Unzahlige andere un« 
gemein wichtige Verfuche. aber das Wachsthum der 
Bourne legte er in feinem wahrhaft unfterblichen 
Werke: La phyfque des arbres , vol. 1. 2. Paris 1758. 
4*> dar. 

Dafs die Kohlenfaure es fey, welche das' Waffer 
allein nahrhaft far die Gewachfe inachte, bewies 
Thorn. Percivall zuerft 1775 durch einleuchtende 
Verfuche, (Hunter's georgical effays 9 vol. 5 . p. 17. f.), 
die durch Joh. Ingsnhoufs noch mehr beftatigt wur- 
den, (Verfuche iiber die Ernuhrunjr der Pfanzen : 
uberf. Leipz. 1798. 8.). Spaterhin kam man dahin , 
den'Kohlenftoff felbft als Produkt der Vegetation 
anzufehn. (Lor. v. Crell in Gehlens Journ. B. 9. S. 
100. Braconnot in Landwirthfcheftl. Zeit. iSii. S. 
19. Trevir anus Biol. B. 4 * S. 93. f.) Und es vjrard 
durch Dobereiner s (Schioeigger s Journ. B. 12. S. 4 2 4 * 


3*4 


»’ 

Siebentes Buch. Viertes Kapitel. 

♦ 

f.) und Brugnacelli s Verfuche {Gilbert's Ann. B. 4 . 9 * 
S. 09 . f . ), hroder's Meiriung ( Hermbft&dts Mu • 

feum , Heft .) fehr wahrfcheinlich, dafs. die Metalle 
. in der Mifchung der, Pflanzen Abanderungen «des 
Kohlenftoffv feyn. 

Dafs die grilne Oberflache im Sonnenfchein 

v * ^ * 

Sauerftoffgas aushaurht, ward zuerft vpn Jof. Priefc 
ley eut b»ckt. ^l^^rfuche und Beob. iiber verfchiedene 
Iheile d*r IMaturl. B. 1. $. 229. B. 2. S. 1. f. ) Da er 
zugleich behauptet hatte, dafs die Pflanzen beffer in 
ver orbener, als in gemeiner Luft fortkommen, und 
Franz Karl A (hardy Akademiker in Berlin, die 
Prieftley’fche Behauptung zum Theil beftatigte, nur 
dafs er der Salpeterluft die Kraft zufchrieb, die Keim- 
fahigkeit zu zerftoren, (M£n. de Cac. de Berlin, 1778. 
p. 3 i .) i • fo bezogpn (icb hierauf Job. Ingenhoufs Un- 
terfuchungen, nach denen die Pflanzen, fowohl beym 
Keimer., als bevm Wach^thum , eines beftimmten An- 
tbeils an Sauerftoff der Atmofphare bedQrfen. Das Son* 
nenlicht ift die aufsere, die Lebenskraft der Gewach- 
fe die inhere Bedingung, wodurrh die Kohlenfaure 
der Gewachfe .n Sauerftoff und KohJenftoff zerfetzt 
und jener beftandig ausgehaucbt wird. 1m Schatten 
aber und zur Narhtzeit hauchen fie kohlenfaures Gas 
aus; daher die Luft durch Pflanzen verdorben wird. 
( Verfuche wit Pflanzen , S. 5 i.f.) Die letztere Be- 
hauptung ward in einer eigenen Schrift von Job. Se- 
nebier , Prediger und Bibliothekar in Genf, (geb. 
1742, f *809.) widerlegt. (Experiences fur V action 
de la lumiere folaire dans les vigitaux^ Geneve 1782. 
,8.) Er behauptete, dafs die Pflanzen im Schatten 
und zur Nachtzeit gar nichts aushauthen: doch ka* 
men ihm fchon Erfahrungen von Trfibung des Kalk- 
waffers durch die von Pflanzen im Schatten ausge- 
hauchte Luft vor, welche er indefs vorzflglich aus 
der Verderbnifs abgeriffener Pflanzentheile erklarte. 


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V 


% 

% 

Lehre vom Bau und von der Natur der Gewachfe. 315 

» , 

Berichtigt wurden diefe Erfahrungen von Theod. de 
Sauffure , der zugleich hochft wichtige Auffchlfiffe 
liber den Verbrauch und die Aushauchung der Koh- 
■ lenfaure und des Sauerftoffs durch und vermittelft 
der Piianzen gab. ( Recherches chimiques'fur la vigitcf 
Sion , Paris } 8 o 4 « 8.) 

Frflher fchon hatte Georg Adolf Suckow, Prof, 
in Heidelberg, die Nothwendigkeit des Sauerftoffs 
in der AtmofphSre *zur Vegetation dargethan, und 
dadurch Prieftley’s und Ingenhoufs Verfuche befta« 
tigt. (Act. acad. Theodor . palat. 5 . p. i 65 . f.) Aus 
jenen Erfahrungen zog Chriftoph Girtanner den 
Schlufs, dafs der Sauerftoff das eigentliche Lebens- 
princip allet organifirten Korper fey. (Journal de 
phyf. 36 . p. 422. f.) Und Alex, von Humboldt zeig- 
te, dafs das Keimen vorzflglich durch fibergefauerte 
Kochfalzfatfre befordert werde. (Magaf. encyclop . 6. 
p. 462. f. Aphorifmen aus der chemifchen Phyfiologie 
der PJlanzen , Leipz. 1794* 8 .) Diefe Verfuche wur- 
den von J* von Uslar nicht allein beftatigt, fondern 
v erfandauch, dafs die Saamen in Bleyglatte und ge- 
jpochtem Quarz, den er mit fibergefauertem Waffer 
begoffen , vortrefflich keimten und die Pflanzeri fehr 
gut gediehen. (Fragmente neuerer Pjlanzenkunde , 
Braunfchw. 1794* 8 .) Auch Karl Gotti. Rafns Ar- 
beit fiber Pflanzen - Phyfiologie (Danmarks og Hoi - 
fteins Jlora 9 D. 1. Kiobenh. 1796. 8.) erhalt ihren 
vorzfiglichen Werth durch die Beobachtungen fiber 
den Einfiufs des Sauerftoffs, des Lichts und felblt 
einiger Gifte, auf die Vegetation. * 

E. A. Lefebure s Verfuche fiber das Keimen be- 
ftatigten zwar im Ganzen Humboldt’s und Uslar’s 
Erfahrungen, aber es ward uoch naher beftimmt, 
dafs, wenn die Saamen in gewiffenrSubftanzen weni- 
ger keimen, dies der Aufloslichkeit der Salze zuzu- 
fchreiben fey, indem fie xnehr Waffer zu ihrer Auf- 


/ 


/ 


Siebentes Bach, Viertes Kapitel, 


4 


316 


lofung brauchen und es alfo den Saamen entziehn. 
{Experiences fur la germination des plantes % Strasb. 
1801. 8.) Franz Huber und Joh, Senebier fetzten 
diefy Verfuche fort, um zu zeigen , dafs Sauerftoff 
nur als Reizmittel wirke, und dafs eigentlich die 
atmofpharifche Mifchung des Sauer- und Stickftoffs 
das noth wendigfte Erfordernifs zum Keimeri ift. (Md- 
moires fur ( influence de fair et de diverfes fubftances 
gazeufes dans la germination de differences graines 9 
■ Geneve 1801. 8.) W. A. F. Lampadius , Prof, in 
Freyberg, beftatigte diefe Wirkung des Sauerftoffs 
durch Verfuche im.Grofsen, mit Ddngefalzen ange- 
ftelit. (Hermbftudts Archiv der Agriculture Chemie 9 
B. 2. S. 370. f.) 

Die Wirkung des Sauerftoffs, als dynamifclien 
Re izes, auf die Pflanzen ward hiedurch ins Licht ge- 
, fetzt. So hatte man die Elektricitat fchon feit Joh. 
A,nt. Nollet (Recherches fur , fSlectriciti , p. 353 .) 
und Runebergy ( Stockh , acad , handl . 1767. p. 17. f.), 
als einen machtigen Agenten in der Natur zur Befor- 
derung Her Vegetation anfehn gelernt: obgleich In- 
genhoufs ( Verfuche , B. 3 . S. 117.) und Volta (Me- 
teoroL Brief <?, B. 1. S. 160.) diefer Kraft keinen be- 
deutenden Einflufs geftatten wollten. Selbft mit der 
Galvanifchen Elektricitat warden von Giulio (Gehlens 
Journ . B. 6. S. 45 l.)> Vaffali* Eandi (Voigt's Mag . 
B; 11. S. 358 .), Klotz (daf. B. 9. S. 495 .)* Humphr. 
Davy (agricult, chemif try 9 p. 37.), Ritter ( Schiceig - 
ger s Journ, B. 1. S. 4 Q 9 -) un< ^ Naffe (Gilbert's An- 
nul* B. 41. S. 392. f.) Verfuche angeftellt, die dea 
Einflufs diefer Kraft auf das Keimen und die Bewe* 
gungen der Pflanzen bewiefen. t 

So ward die Lebenskraft der Gewachfe, die 
fich durch Verahnlichung und Bewegung aus innern 
Urfachen aufsert, immer klarer. Von ihr hatte 
Mart, van Marum fchon das Auffteigen der Safte her- 


I 


I 


t \ 

Lehre vo^m 6au und von der Natur der GewSchfe. 317 

» 

geleitet. (Disf de motu Jluidorum, Groning. 1770. 8.) 
Georg Bell [Mem, of the foe . of Manchefter , vol. 2. | 
p. \oj.) und Jul. Vitr. Coulon fuebten ebenfaJls die 
Reizbarkeit der Pflanzen aus verfehiedenen Grfl^iden 
darzuthun. . ( Disf. de mutata humorum in regno orga* 
nico indole • Lugd. Bat. 1789. 8.) 

Deflen ungeachtet blieb in den meifteo Handbtt- 
cliern diefer Zeit noch die mechanifche Erklarungs- 
art die berrfehende. 

, . Mu feels, eines franzftfifchen Officiers, . Werk 

liber die Pflanzen - PhyfioJogie ( TraiU thiorique et ** 
pratique fur la vegetation* tom. 1 — 4 * Rouen 1781. . 
8.) entbalt vor2iigiich Anwendungen der bekannten 
Lehren der Pflanzen - Pbyfiologie auf die Kiinfte des 
Garten • und Ackerbaues. Das Auffreigen der vSafte 
in den Pflanzen gefehehe nur in den Zwifchenraumen 
der Zelien , ohne dafs eigene Saftrohren da feyn. 
SeJbft dieScbraubengange fchienen ihm nur unentwi- 
ckelte, zufammengerollte Fafern zu feyn. Die War* 
xne halt er ftir den einzigen Grund des Auffteigens 
der Safte; worin ihm auch Alex. Hunter beyftimmte. ' 

( Georgical effays, vol. 1. p. 170. f.) Das Abfallen 
der Blatter erklarte Muftel aus clem durch verhinder- 
te Ausdtinftung bewirkten AnfcbwelJen der Blattftie- 
]e, wie Job. Andr. Murray ( opusc . 1, i 38 .) durch 
Auftreten der Knospen , welpbe die Blattftiele ver- 
drangen. Erft 1 Ger. Vrolik,-' Prof, in Amfterdam, 
fah das Ausfchlagen und Abfallen der Blatter aus dem 
richtigen Gefichtspunkt an, dafs es Wirkungen der 
errejuten und erfehopften Reizbarkeit feyn. ( Disf de 
defoliaiione vegetabilium , Amft. 1796. 8.) Es kam 
alfo Jof. Mar. Gwvene's Erklarung , die fich blofs auf 
den Unterfchied des parenchymatofen Baues der Blab* 
ter und der holzigen Structiir des Stamms bezog, zu 
fpat. ( Memorie della foe • Italian . vol. xZ. p. 161. f.). 


1 


1 


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I 

. * 

318 Siebentes Bucb. Viertes Kapitel. . 

« * 1 

, Fr. Kafim. Medicus Unterfuchungen tlber Pflan- 
zen- Phyfiologie ( Beytrage zur PJlanzen - Anatomic 
11. f. w. H. 1 — 7. Mannh. 1799 — 1801. 8. Pjlan* 

zen* phyfiologifche Abhandlungen , B. 1 3 . Leipz. 

i 8 o 5 . 12.) bezogen fich hauptfachlich auf die BiJdung 
und Verhaltniffe der Knospen, auf das Wachsthum 
. des Holzes, die Verhaltniffe des Marks und der Schei- 
, dewande deffelben. 

Das eigene Leben der Knospen, und die hohern 
Krafte, felbft die des Gefilhls, des Appetits, fogar 
die Willens - Thatigkeit und die Leidenfchaften der 
Pflanzen darzuthun, fcheint die hauptfachliche Ab- 
ficht Erasmus Darwins ,, Arztes zu Derby, gewefen 
zu feyn. [Phytonomie , uberf. B, 1. 2. Leipz. 1801. 

8.) In feinen Vergleichungen des Pflanzenbaues mit 
dem thierifchen ging er fo weit, die eigenthttmlichen 
Saftgange fur den Magen und die Milchgefafse der 
Pflanzen zu halten. 

Joh. Senebiers grofseres Werk iiber die Phyfio- 
logie der Pflanzen ( Phyfiologie vigetale , tom. 1 — 5 . . 
Geneve 1800. 8.) hat das grofse Verdienft, dafs 
die chemifchen Verhaltniffe der Vegetation vortreff- 
lich und nach eigenen Verfuchen erortert werden. 
Aber fo wenig der anatomifche , als der dynamifche 
Theil der Pflanzen * Phyfiologie hat dadurck gewon- 
nen. y. 

Zu den einzelen Beytragen zur Pflanzen* Phyfio- 
logie, die nicht zu Qberfehn find, rechnen wir Franz 
Juftus Frenzets, Predigers zu Osmanftedt bey Wei- 
mar, phyfiologifche Beobachtungen iiber den Umlauf 
des S aft s in PJlanzen und Baumen, Weimar i 8 o 4 * 8. 
Obgleich diefe Schrift von der Akademie der Natur- 
forfcher in Erlangen denPreis erhalten, ift ihrWerth 
doch nur geringe. Das Auffteigen derSafte im Holz- 
k6rper und Bafte wird duroh Einfaugung von Tinta 
„ dargeth?n , den Schraubengangen die Verrichtung 


t 


f 


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/ 


Lehre vom Bau und von der Natur der Gewachfe. 319, 

• 

des Saftffihrens abgefprochen , auch das Abfteigen 
der Safte in der Rinde gelaugnet. Aber weder mi- 
krofkopifche Beobachtungen , noch ein kJarer Vor- 
trag zeichnen diefe Schrift aus. 

Tbeod. Andr. Knight fteJlte intereffante Verfu- 
che fiber das Auf- und Abfteigen der Safte, fiber die 
Veranderung des rohen Pflanzen- in den Bildungsfaft, 
fiber die fenkrechte Richtung des Wiirzeichens und 
fiber die Bildung des Splints an. (Philof. transact. 
1 80 1 . p. 335 . f. i 8 o 3 . p. 277. f. i 8 o 4 * p* » 83 . f. i 8 o 5 . 
p. 88. f. 267. f. 1806. p. 99. f. 293. f. 1807. p. 2o3. 
f. 1808. p. i o3. f. 2 1 5 . f. » 8 1 1 . p. 209. f.) 

Gute Beobachtungen und intereliante Verfuche 
mit gefarbten Fiaffigkeiten , wodurch das Auffteigen 
'des Safes im Holzkorper und im Bafte , die Entfte- 
hung neuer Rinden und Baftlagen und der Einflnfs 
der horizontalen Strahlengange ins Licht gefetzt wur- 

de, machte Henr. Cotta, Vorfteher der Forft L^hr- 

\ 

anftalt zu Tharand, bekannt. (Natur • Beobachtun* 
gen Uber Be we gun g und Function des Softs in den (/£• 
jv&chfen, Weimar 1806. 4 *) 

Auch Siegm. Friedr. Hermbftudt's, Prof, in Ber- 
lin, Verdienfte.um den chemifchen Theil der Natur- 
lehre der Pflanzen find nicht geringe.. Er beurkun- 
dete fie nirht allein in der Anleitung zur Zergliede - 
rung der Pegetabilien nach phyfifeh - chemifchen Orund • 
fiitzen , Berlin '\ 807., 8. , fondern auch^ vorzflglich 
durch fein Archiv der Agricultur • Chemie , Th. 1 — 
6. Berlin i 8 o 3 . f. In dem ietztern find die interef- 

fanteften Auffatze von Joh. Chrift. KarJ Schrader, 

% 

Apotheker in Berlin, fiber die Erziehung des Ro- 
ckens in Porzellan - Gefchirren , mit blofsem kohlen- 
fauren Waffer, wodurch erwiefen wurde, dafs die 
Pflanzen ibre Grundftoffe nicht aus dem Boden an- 
ziebn, fondern fie feJbft aus den Urftoffen der Natur, 
bey EinwirJkung des Sonnenlichtes, bereiten. ( 4 r- 


• , ' 


Siebentes Bach. Viertes Kapiteh 


$20 


✓ 


chiv t B. 1. S. 85 . f. B. 2. S. 189. f.) Aoch Henr. 
Einhofsi Lebrers an der Landwirthfchafts -Schule 
zu MoggeJin, (f 1810,) trefflicbe .Unterfuchungea 
fiber den chemifcben Vegetations* Procefs, (Archiv M 
B. 2. S. 217. f.), feine Anleitnng zur Kenntnifs der 
chemifchen Befchaffenbeit des Bodens, (daf. S. 5 o 4 * 
f. B. 5 . S. 67. f.), feine Bemerkungen fiber die Wir* 
kung verfchiedener Saaren und Saize auf die Vegeta* 
tion, (daf. B. 4*S. und feine Unterfuchung des 

Humus, (daf. S. 27$. f.), gehoren zu den vorzfiglich- 
ften Auffatzen diefer Sammlung. 

Joh. Chrift. Friedr. Meyer, Lehrer an derForft- 
liehranftalt zu Dreyfsigacker, lieferte fiber die Bewe- 
gung der Safte in den Pflanzen gute Bemerkungen. 
( Naturgetreue Darftellung der Entzcickelung , AusbiU 
dung und des Wachsthums der PJlanZen, Leipz. 1808.8.) 

A. Aubert du Petit - Thouars hat befonders fiber 
die Bildung der Knospen , fiber die Bewegung der 
Safte und fiber die Entftehung des Holzes einzelne 
Beobachtungen bekannt gemacht. (Effai fur V organU 
fation des plantes , Paris 1806. 8. Melanges de bo~ 
ianique et de voyages, Paris 181 1. 8. Hiftoire d'un 
morceau de bois , pricidie d'un effai fur la Jive , Paris 

i8i5. 8.) , 

Ciro Pollini in Verona machte das Wachstbum 
des Holzes zum Gegenftand feiner Unterfuchangen, 
die Gch durch einige gute Beobachtungen empfehlen. 
(Stfggio di offer vazioni e di fperienze fulla vegetazione 
degli alberi, Verona 18 15. 8.) Auch feine Element l 
di botanica, tom. 1. 2. Verona 1810. 18 1 1.8., zeich- 
nen Gch durch guten Vortrag der bekannten Wahr* 
heiten der PhyGologie aus. 

Weniger wichtig ift in diefer RflckGcht Joh. Ed. 
Smith* s Introduction to phyfiological and fyftematical 
botany , ed. 3. Lond. 1814. 8.; Den Bau der Ge- 
wachfe tragt er nach Mirbel und Knight vor, und die 


Lebre Tom Bau und ron der Natur der GewSchfe. 3JI 

dynamifchen Grundfatze neuerer SchriftfteJIer find 
ihm unbekannt. 

. Trefflich erlauterte Gottfr. Reinh. Treviranus 
( Biologie , B. 4. S. 7 —124.) rlie Ernahrung der Ge- 
. wachfe, obgleich feine Ideen liber den Bau der Pfl dn - 
zen nicht allgemeinen BeyfaJI gefunden. Sein Bru- 
der, Ludolf Chriflian , machte interefiante Verfuche 
bekannt, wodurch den Spaitoffnungen das Gefchafft 
der Ausdiinftung zugefchrieben wurde. ( Ferm.Schrif. 
ten, S. 17S. f.) Chrift, Friedr. Harles ftelite endlich 
alle neuere Beohachtungen Ober Ernahrung der Pflan- 
zen gut zufammen. (0puscu/a aeademica, Lipf. i8i5.8.) 

Fiinftes Kapitel. 

Botanifche Reifen, und Kenntnifs 

auslandifcher Pflanzen. 

. 1 

In keinem Zeitalter hat die Kenntnifs des Pflan- 
zenreichs entfernter Lander fo aufserordentiiche 
Fortfchritte gemacht, als in den letzten fiebzig Jah- 
ren. Nicht biofs unterftiitzt von Fiirften, fondern 
auch auf eigene Koften unternahmen mehrere Gelehr- 
te wichtige Reifen, weiche der Kenntnifs des Pflan- 
zenreichs ungemein forderlich waren 

: 

• 1 ' * ■} 

Kenntnifs des Morgenlandes. 

* \ 

, - ^ er erffe > der in diefer Periode einige Gegen- 
ftande des Pflanzenreichs im Morgenland aufkJarte 
war Richard Pococke, Bifchof von Offory , obgleich 
der Hauptzweck feiner Reife Aufklarung h^iiiger 
Alterthiimer war. In feiner Defection of th* Ea% 

r l - 2 . L ° nd - 1743 ~ *745. fob, findetman dia 
«rfte Nachncht von der thebaifehen Paime ( Hypha - 
•.Gelch. d. Boiamk, 2 . 


/ 


32a Slebentes Buch. FunFtes Kapitel. 

< ’ v - 

ne coriacea Gartn.), und von mehrern Pflanzen , die. 

, Phil .'Mil'er beftimmte. 

* 

Alex. Ruffel , der vi^le Jahre in Aleppo als Arzt 
gelebt, (f 1768,) hinterliefs eihe Naturgefchichte 
Von Aleppo , Th. 1. 2. Gottingen 1798. 8., woria' 
aber die Flor nu'r oberflachJich abaehandelt wird. 

♦ • „ K? » 

Grofs'war die Ausbeute auch nicht, die Frie* 
dricb HaffelquiJt Sy aus Oftgothland , (geb. 1722, 
f 1752,) Reife in das Morgenland trug. Der Ein- 
flufs L.inne’s, feines Lehrers, auf vermogende Srhwe- 
den brachte bald die notbigen Summen zu .diefer 
Reife zufammen , und Haffejquift durchreifete Aegy* 
pten und Palaftina. Da fein fruhzeitiger Tod zu Smyr- 
na alien vveitern Unternehmungen ein Ende maehte, 
fo gab Linne felbft aus feinen Papieren das Iter palae • 
Jiitnim , eller refa til heUga landet , Stockh. 1757. 8 ., 
heraus. 

Ein Kaufmann aus FJorenz, Job. Mariti, der acht 

» * 

Jahre lang im Morgenland gelebt hatte, und fich 
Kanzler des florentinifchen Confuls auf Cypern nann* 
te, befchrieb in feinem Viaggi per Cifola di Cipro e per 
la Soria e Palefdna , vol. t — 5 . 1789. 1770. 8., meh- 
rere morgenlandifche Handelspflanzen. 

Wichtiger und erfpriefslicher fUr die Kenntnifs 
des Morgenlandes , als die fruhern Reifen, ward 
das Unternehmen der danjfchen Regierung, die auf 
Job. Dan. Michaelis Antrieb , im Jahr 1761 eine Ge- 
fellfchaft von Gelehrten nach dem Morgenland ab* 
fchiGkte. Carften Niebuhr , (geb. 1733, f 181 5 ,) 
ftand an der Spitze der Gefellfchaft; Pet. Forskol 9 ejr* 
Schwede und SchOler Linne’s, (geb. 1732, f 1763,) 
ging als Naturforfcher •unit. Nachdem die 45 efell» 
fchaft Aegypten durchzogen, ging he nach Arabien, 
wo aber Forskol zu Jerim im gliicklichen Arabien, 
(20 Meilen nordoftiich von Mockha,) ein Opfer fei- . 
ner Anftrengungen wurde. Aus feinem Nachlafs gab . 

~ - / » 


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Botanifche Reifen , und Kenntnifs ausland. Pflanzen. 323 

1 

Niebuhr die Flora aegyptiaco- arabica , Havn. 1775, 
4., und leones rerum naturalium % quas in itinere 
orientali depingi ciiravit , Havn. 1776. 4 *> heraus. 
So viel neue und wichtige Bemerkungen auchFors- 
kol uber die agvptifchen und arabifehen Pflanzen 1 
machte, fo fchwach fcheiflt feine Kenntnifs gewefen 
zu feyn, daher wir dem trefflichen Mart. Fahl Dank 
wiffen, dafs er in feinen Symbolae botanicae , P. 1 — 
3 . Havn. 1790 — 1794 - f°l*> die Forskol’fchen Pflan- 
zen unterfuchte, beftimmte und ihre Beftimmungen 
berichtigte. 

Auf des franzofifehen Leibarztes Vorfchlag, votn 
Minifter Vergennes unterftUtzt, wagte Jak. Jul. la 
Billardiere im Jahr 1787 eine Reife nach Syrien und 
dem Libanon > deren Frucht die Kenntnifs mancher 
vorher unbekannt'er Pflanzen war. {leones plantarum 
Syriae rariorum 9 dec. 1, 2. Parif. 1791. 4*) 1 " 

Der Feldzug Buonaparte’s »ach Aegypten und 
Palaftina im Jahr 179S hat der Wiffenfchaft genutzt, 
da unter mehrern Gelehrten auch Botaniker, als De- 
lile , Savigny und H. Nectoux , ihn begleiteten. Von 
dem letztern haben wir: Foyage dans la haute Egypte, 
Pans 1008. fol. Das grofse Prachtwerk : Defcription 
de I'Egypte. Hiftoir* naturelle. Paris i 8 i 3 . fol., ent- 
halt ebenfalls Aufkliirungen fiber agyptifche Pflanzen. 
Hieher gehoren auch K. S. Sonninis Reifen in Ober- 
und Niederiigypten , B. 1 . 2. Gera 1800^8., und 
Viv. Denons Reife in Nieder - und OberCigypten } Ber- 
lin i 8 o 3 . 8. ' 

n. 

Kenntnifs von Africa/ 

s 

Das nordliche Africa ward in den Jahren 1783 
bis 1785 von Renatus Qesfontaines , Prof, in Paris, 
in botanifeber Rfiokficht durobfucht. Durch die 
Akademie der .Wjffenfchaften in Paris uuteritfitzt , 


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324 . Siebentes Buck. Fflnftes Kapitelj . . . 

m t 9 

% 

uiid von dem Conful Kercy in Algier eingeladen, , 
brachte Desfontaines zwey Jahfe in der Barbarey mit 
Samrneln und Beftimmen neuer Pflanzen zu. Die 
reichen Frilchte diefer Pveife roachte er in der Flora 
atlantica , voki.2. Paris 1S00. 4 *» bekannt. 

In den Jahren 1785 und 1788 durchreifete ein 
kenntnifsreioher Geiftlieher, J. L. M. Poiret , das 
alte Numidien , und die Botanik. trug einen reichen ; 
Gewinn von diefer Reife. {Voyage en Barbaric , Pa- 
ris 1789. 8.) ' . t 1 

Der danifche Conful in Marokos, P. K. A. S chous • * i 

hoe , machte auf einer Reife durch das Land treffliche 
Entdeckungen iin Pflanzenreiche. ( Beobachtungen . 
fiber das Gewdchsreich in Morocco. Aus dem Dani- ' * 
fchen von J. A. Markuffen , Leipz. 1800. 8.) 

Das mittlere Africa blieb, die Iviiftenlaader und 
einen Theil von Habeffinjen ausgenommen, noch 
unbekanntes Land, da die Bemuhungen der britti- 
fchen Gefellfchaft zur Beforderung der Kenntnifs des 
jnnern Africa’s durch den Tod der Reifenden, Le- 
dyard, Hornemann und Mungo Park % vereitelt wur- 
den. Doch waren Jak. Bruces von Kinnaird Reifen 
in Habeffinien , {Travels to discover the fource of the 
Nile> vol. 1 — 5 . Edinb. 1790.4* uberf. Leipz, B. i 
—— 5 .* Leipz. 1791. 8.) und WV G. Browne's Reifen 
im mittJern Africa {Travels in Africa , Lond.-i799* 

4.) fur die Botanik nicht ohne Nutzen. 

Die weftlichen Kiiften von Africa waren den 
Europaern, wegkn der dortigen NiederJaffungen, zu- - 
ganglicher. Mich. Adanfon nutzte fchon feinen vier- 
jahrigen Aufenthalt in Senegambien (1749 —1763) 
flberaus treffiich fiir die Bereicherung der Pflanzen- 
kunde. {Hiftoire naturells du Senegal, Paris 1757- 4.) 

Paul Erdm. Ifsrt entdeckte in Guinea eine Men- 
ge neuer Gewachfe , die Vahl und Willdenow be* 
fchrieben* * {Reife nach Guinea ^ Kopenh. 1790. 8.) 

. ‘ .* ■ i K 

% « 

1 



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Botanifche Reifen, undKenntnifs ausland. Pflanzen. 3:5 

Eben 'dies Land befuchten Adam Afzelius. ( Genera 
plan tar um guineenfium> Upfal. 1809. 4 *)» der Dane 
Thonning und Palifot- Beauvois , \Flore d'Oware et da 

Benin , Paris i 8 o 5 — 1810. 4 *)* 

• / 

Am meiften gewann die Kennfnift ! des fildlichen 
•Africa’s, da der Reichthum und die Schonheit^der 
Formen der kap’fcben Flor ungemein anlockte. •• » 

f Peter Jonas Bergius % Prof, in Stockholm, (f 1790,) 

war der erfte, der aus den vom Vorfteher der oftin- 
'difcben Gefellfchaft , Mich. Grubb , * mitgebracbten. 
•Schatzen eine kap’fche Ffor bearbeitete, die immer 
noch bedeutenden Werth behalt. ( Defcripeiones plan* 
<tarum e capite bonae fpei, Stockh. 1767. 8. ) 

Andn S parr man war im Jahr 1765 mit dent 
Kapitain Guft . 'Bkebirg riach Oftindien gegangen , 
*1771 und 1772 hielt er fich am Kap auf, und karo 
•bii " 7 Um Sonntagsflufs und zur Agter • Bruyntjes- 
Hoogte. Doch enthalt feine Reife - Befchreihung 
( Re/a til goda hopps-udden y Stockh. 1783. 8.) riuc 
wenige Beytrage zur Botanik. 

Aber unendlich reich war die Ausbeute fflr die 
‘ Wiffenfchaft, welche Karl Peter Thunberg's Aufents 
halt am Kap im Jahr 1772 und 1778 gewahrte; So- 
woh) in feiner Reife ( Reifen in Africa und Aft? n , vah 
< niir i'tberf Berl. 1792. 8.) als auch in feinem Prd* 
d'omus plantarum capenfium, P. t . 2. Upfal. 179^. 
<1800. 8., und in der Flora capen/is, vol, 1. Upf. 
181 3,7 12.*, fo wie in einer Menge akademifcher 
Schriften befchrieb er die gemaohten Entdeckungen/ 

Auch Wilh. Patter / on s Reifen in das Land der 
Hottentotten , flberf, von J. R. Forfter , Berk 1790* 
•8., und Hear. Lichtenfteins , Prof, in Berlin, treff- 
*]iche Reifen im fudlichen Africa , Tb. 1. 2. Berk 
1811. 1812. 8., blieben nicht ohne Gewinn ftir die 
Pflanzenkunde* ' --hi’ * 


326 Siebentes Buch. Funftes.Kapitel. — 

* . 

Unter den Infeln bey Africa wurden die Cana- 
rien , befonders Teheriffa , von Peter Maria Auguft 
Brouffonet treffJich durchfortcht, der feine Schatze 
Willdenow untl Andern freygebig mittheilte. Bropf- 
ionet (geb. 176* , f 1807) war friiher Akademiker 
in Paris. Mit in die Partey der Gironde verwickelt, 
entfloh er dem Mordbeil, indem er nach Spaniel 
ging. Von., Banks aufs grofsmuthigfte untetftfltzt, 
v/andte er fich nach Marokos, wo er Arzt des ame- 
ricanifchen Confuls wurde. Vpn da begab er lich 
auf die canarifchen Infeln, und ward endlich >zu?ti 
Prof, in Montpellier ernannt. Auch J. B. G. Bory 
Vincent gab eine Befchreibung derfelben Infeln, 
(Effai Jur les ties fortitudes , Paris 1803.40- 

Die Mafcarenhas batten .bis zum Jahr 1775 ei- 
.nen trefflichen und einfichtsvollen Statthalter, Peter 
Poivret der nicht allein far die Einkiinfte feiner Re- 
•gierung und * c flr den VVohlftand der franzofifchen 
Pflanzorte forgte, indem er durch Sonnerat aus Neu - 
Guinea den Muscatennufs * und GewQrznelkenbaum 
radf die Mafcarenhas verpflanzen liefs, fondern auch 
einen herrlichen botanifchen Garten auf der Infel 
Erankreich anlegte, worin die Gewacbfe des heifsen 
Erdftrichs gefaunmlet und gebaut wurden. Er hinter- 
liefs eine nutzliche Schrift: Voyage dun philofophe , 
Yverdon 1767. 12. . • 

> Nach Poivre’s Abgang ward Joh. Nicolaus Von 

• • t 

C*rS Auffeher des botanifchen Gartens auf der Infel ' 
Fjrankreich, (f 1810). Ei*, ein reicher Gutsbefitz^r • 
auf der Infel, war viele Jabre hindurch der aufmerk- 
famfte Beforderer der Pflanzenkunde und der freyge- 
.bigfte.Gaftfreund reifender Botaniker: der oftreich- 
fche Garten zu Schonbrunn verdankt ihm vorzQglich 
.Vieles. , . . 

Poivre war der grofsmtithige Gaftfreund des 
trefflichen Philibert Commerjon , der im Jahre 1787 


/ 


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Botanifche Reifen , und Kenntnifs auslancL Pfianzen. 327 


mit BougainvilJe nach Sudamerica , von da nach den 
Sutlfee* InfeJn gegangen, und endlich auf der Infyl 
Frankreich geblieben war, wo er fich fflnf Jahre auf* 
hielt, zweymahl Mad3gafcar befuchte, aber, nach 
Poivre’s Abgang, vor Yerdrufs flber die fchlechte 
Begegnung des foJgenden Statlhalters , krank wurde 
und 1773 ftarb. Seine Schatze wurden dann nach 
Paris gebracht, wo fie noch unter Aufbcht JuffieuV 
ftehn, der fechzig neue Gattungen bekannt gemacht 
hat. Commerfon brachte nicht alJein mit unfagli- 
chem Fleifs an 25 ooo Arten zufammen, fondern er 

> , t > 

priifte auch die Charaktere mit fo ruhmlicher Kriti^, 
dafs der Verluft feiner Handfchriften unerfetzlich flip 
die Wiffenfchaft ift. 1 1 * 

Cere’s Gaftfreund war Aubert Aubert du Petit - 
Thouars . Er war aJs Seeofficier nach dem Kap ge- 
gan'gen, um feinen Bruder Ariftides zutreffen, der 
den verungliickten la’Peroufe aufzufuchen, in deb 
indifchen und fiidiichen Ocean gegangen war. Sei- 
nen Bruder fah er nicht wieder: er ging darauf nach 
der Inlel Frankreich, wo er zehn Jahr blieb, und von 
da aus Madagafcar befuchte. Von diefen Reifen und 
jenem Aufenthalt haben wir folgende Friichte : HU 
Jioire des v^gdcaux recueillis dans les isles auftrales 
d'Afrique , Paris 1806. Genera nova madogafcd * 
renfia in Romer collect . p. 195 — 218., und A idlan* 
ges de botanique et de voyage , Paris 1811.8.’ Ueber- 
all zeigt er eben fo tiefe als umfaffende Kenntnifs der 
Natur./ • : ' . •; 

*. J. B. G. Bory-S. Vincent , ein franzofifcher Offi- 
cier, der mit dem Kapitan Baudin die Reife um dia 
Welt zu machen * beftimmt war, blieb zwey Jahre, 
1801 und 1 802, auf der Infel Frankreich, wo er eine 
Menge neuer Pfianzen entdeckte, und treffliche Be- 

**’•* - t \ V •” • . 

merkungen machte. ( Voyage dans les principals ties 
des mers d' Afrique , Paris i 8 o 4 «) 


f 


328 


1 * 

Siebentes Buch. Funftes Kapitel, 


III. 

\ 

Kenntnifs des oftlichen Afiens* 

1 

• # * 

Einer der erften Naturforfcher, die in diefer 

' * - i 

Periode Java und China befuchten , war Peter Osbek , 
fchwedifcher Schiffsprediger , nachmals Prapofitus 
zu H as! of. In feinem Dagbok ofver en oftindifk refa , 
Sto'kh. 1757. 8 ., kommt die Befchreibung und Ab- 
bildung mehrerer neuer Pflanzen vor. 

Die Sammlungen feines Vaters, aus den Ge- 
fcbenken vieler Reifenden, befonders Outgaerden’s, 
Pryon's und Lor. Garcin’s, entftanden, benutzte Nic. 
Lor. Birmann , Prof, in Amfterdam, (geb. 1734, 
T 1 79^>) bidein er eine Flora indica , LB. 1768.4* 
xnit 67 Kupfertafeln herausgab Unter den i 5 oo Ar- 
ten , die er biindig und gut charakterifirte > find ge- 
wifs 200 neue Arten, wovon die meiften treu darge- 
ftellt find. 

. So befchrieb auch Cbrift. Friis Rottboll , Prof. 

* . * « ' • * 

in Kopenhagen, (geb. 1727, f 1797,) indifche und 
Jcap’fcbe Cvperoiden und Reftiaceen, die ihm grofsen- 
theils der Miffions - Ar2t Joh. Ger. Konig zuTranken- 
bar mitgetheiJt hatte. {Defer ip do num eticonum li- 
ber 1. Havn. 1770. fol.) 

Peter Sonnerat's Reifen nach Oftindien und Chi- 

* I f • 1 

na, in den Jahren 1774? (f 178 1 ,) haben der Bo- 
tanik anfehnlichen Zuwacbs verfebafft. ( Voyage auos 
Indes orientales et a la Chine , tom. 1. 2. Paris 1782. 
4 * rnit 140 Kupfern.) Eben- fo Wilh. Marsdens hi* 
fcory of Sumatra , Lond. 1784. 4 * 

Ferner muffen wir Jacob Cornel. Matth. Rader • 
macherss Raths der oftindifehen Gefellfchaft, (geb- 
174*5 f 1783,) Naamlyfe der planten , die gevonden 
. 7 eorden op het Eiland Java . Batav. 1780 — 1782. 4*5 
riili men. 


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V * » 


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*• t < 4 ’ — ~ ^ „ **■ 

BotanifcheReifen, undKenntnifs ausland. Pflanzen. 329 

1 ' , , # • ** « 4 

Aber ganz vorzflglich hat die Kenntnifs der 
Pflanzen Indiens durch die Ausbreitung der britti- 
fchen Herrfchaft gewonnen , indem in Calcutta nicht 
allein ein botanifcher Garten angelegt, fondern auch 
oftere Reifen ins Innere des Landes zur Beforderung 
botanifcher Kenntniffe unternommen wurderi. YVilh. 

. » f » 

Jones , Richter in Bengalen , (7 1794,) gab in dea 
Afiatic refearches , vol. 2. p. 345 . f. 4 <> 5 . f. vol. 4 * P« 
229. f. 237. f. j treffliche Bemerkungen liber indifche 
'Pflanzen. Ungemein wichtig ift auch in diefer Ruck- 
ficht YVilh. Roxburgh's Prachtwerk : Plants of the 
coaft of Coromandel , vol. 1 — 3 . Lond. 1795. fol,/ 

Der JVlifflonar Joh. de Loureiro aus Liffabon, de£ 

‘ viele Jahre in Cochinchina gelebt, lieferte nach fei- 
ner Ruckkehr: flora cochinchinenfis , vol. i. 2. Ulyf- 
fjp. 1790.4* (Berol. 1793. 8 .), die auch chinefifche 
und k mozambique’fche Pflanzen enthalt. Denn in 
China hatte Loureiro 

i 1 t 

drey Monate gelebt. 

Franz Buchanan , der den Mich. Symes auf fei- 
ner Gefandtfchaftsreife nach Ava begleitete, famm- 
lete viele Pflanzen, deren Befchreibung und Zeich- 
nungen er an Jof. Banks gab. Auch im drilten Ban- 
de des Account of an embaffy to the kingdom of Ava, 
Lond. 18 00. 4., lindet man mehrere Pflanzen von B. be- 
fchrieben. Ben}. Heyne's tracts, hiftorical and ftatifel - 
cal on India, Lond. 1 8 o 4 » 4 > gehoren ebenfalls hieher. 

Karl Peter Thunberg , der das Jahr 1776 in Ja- 
pan zugebracht, hatte, trotz alien Einfchrankungen, 
die fich die Europaer dort gefallen laffen mufffen, 
doch die Pflanzen jenes Reiches fo eifrig ftudirt, date 
feine Flora japonica , Lipf. 1784. 8. mit 4 o Kupfer- 
tafeln , eines der. niitzlichften Werke, die reichftea 
Beytrage zur Pflanzenkenntnifs enthalt. 

Sibirien ward in diefem Zeitraum ein6 faft unet 1 - 

. « \ * 

fchopflichjs. Quelle neuer Bereicherungen der Botanik. 


drey Jahre und in Mozambique 


330 Siebentes Bach. Fanftes Kapitel. 

Die ruffifche Regierung fowohl aJs frevgebige Freun* 
de der Wiffenfchaft, unter welchen man vorzhglich 
den Grafen Alexis Razumofsky , eliemaligen Minifter 
der Aufklarung, nennen mufs, unterftiHzten reifende 
Botaniker, und breiteten dadurch die Kenntnifs der 
Natur- Erzeugniffe jenes unermefslichen Landes aus. 

Unter diefen Reifenden war Peter Simon Pallas , 
(geb. 174O) f 1811,) Akademiker i . u Petersburg, 
der angefehenfte und fruchtbarfte. Vom Jahr 1770 
bis 1773 dauerte feine erfte Reife, die der ruffifchen 
Kegierung nicht mehr als taufend Rtibel jahrlich ko- 
ftete, und doch einen ungemein grofsen Gewinn filr 
die Naturgelchichte , Volker- und Landerkunde ge- 
bracht hat. . Befchrieben ift fie in den Reifen durch 
Der f chit dene Provinzen des ruffifchen Reichs , Th. 
l 1 — 3 . Petersb. 1771 — 1776'. 4 * mit io 4 Kupfer- 
tafeln, worauf grofsentheils neue Pflanzen abgebildet 
find. Spaterhin gab Pallas Btmerkungen auf einer 
Reife in die fudlichen Statthalterfchaften des Tuffi* 
fchen Reichsr B. i.'2. Leipz. 1799. *800. 4 «> die 
aber weniger Intereffe far den Botaniker haben. 
Seine Flora roffica , P. t. 2. Petrop. 1784. 1788. fol. 
mit 100 Kupfertafeln, ift unvollendet. Seine lUufcra - 
liones planearum minus cognitarum> Lipf. 1 8 o 3 .fol. mit 
5 g Kupfertafeln, ift fiir die Gefchichte der Chenopo* 
deen wichtig. 

Weit weniger Verdienft erwarb fich der fchon 
angefQhrte Sam. Gotti. Gmelin, Beftimmt, die ffld- 
lichen Gegenden des ruffifchen Afiens zu durchreifen, 
ging er zwar den Don hinauf, alJein zu Tfcfterkafk 
hielt er fich uber die gebuhrende Zeit auf, nahm zu 
Aftracan ein Weib, befuchte darauf die fudlichen 
Kiiftenlander am kafpifchen Meer, ging dann nach 
Zarizyn'und im folgenden Jahr wieder ins nordliche 
Perfien , und fand endlich zu Derbent, wo er fich in 
fremde Angelegenheiten gemengt hatte, feinen Tod ^ 


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I 

Botanifche Rfiifen, und Kenntnils ausland* Pflanzen. 331 

■ • \ 

.im Kerker. > 4 Seine Reife durch Rufsland , Th. 1 — 
4. Petersb. 1770 — 1 784. 4*> enth&lt mangelhafte 
Befcbreibungen weniger Pflao^en,. v 

Job.: Gotti. Georgiy Ak?demiker zu Petersburg, 

befuchte in Gefellfchaft Joh. Pet .Falk's* eines Schwe- 

* 

.den, der iich in Kafan *aus Schwermuth das Leben 
nahm, (geb. i73o, f 1774,) und dann alsBeglei- 
. ter Pallas , 1 den Ural und die ffidlichen Lander Sibi- 
riens. Seine Bemerkungen einer Rei/e im ruffifchen 
Reiche y Petersb. 1775. 4 *> enthalten eine Flor der 
Gegenden am.Baieal - See. .. . .* 

Joh. Ant. Guldenjtudty ausLiefiand, Akademi- 
.ker in Petersburg, (geb. 1748, f 1781',) befuchte 
:mit nicht geripgem Nutzen, Kaukafien. Seine ReiJ'en 
durch Rufsland und im caucafifchen Gehirge, von Pal - 
las herausgegeben , Th. i. 2. Petersb. 1787. 1791. 
4 ., enthalten ; reiche Pfianzen- Verzeichniffe aber 

. V • ' 

, ohne Befcbreibungen. , (i ;. > *. ' 

Karl Ludw. Hablizl, ein Preufse, der fpaterhin 
Auffeher deriLandwjr.thfchaft iif Taurien war, hatte 
auch das nordlicbe Perfien durchreifet. Die von ihm 
entdeckteo. PHanzen , find im vierten Bande der S. G* 

v % • 

-Gmelin’fchen Reife belpbrieben. • 

lwan Lepechin , » Akademiker in Petersburg , hat- 
te die nordiichften Provinzen des europaifchen und 
afiatifchen Rufslands durchzogen. Sein : Tagebuc\ 
der Reife durch verfchiedene Provinzen des ruffifchen 
Reich s , Th. 1 — 3 . Altenb. 1774 — 1783. 4 *> ent- 
halt wenig Beytrage zur Botanik. Einige Beytrage 
diefer Art lieferte Erich Laxmann 9 Prediger zu Ko- 
Jywan * (f 1798,) in den Nov. comment, petrop. i5. 
p. 553 . f. 16. p. 56 1. f. 18. p. 526. f. Wichtig find 
auch Joh. Sievers Briefe an Pallas fiber die Pflanzea 
.der Mongoley, befonders fiber die achte Rhabarber, 
in Pallas neuen nord.Beytr . B. 5 . S, 323 . f. 6. S. a 55 . 

f. 7. s. 143. f. . .. . 


t I 

333 Sicbcntes Bach. F&nftes KapiteV 


‘ Der Graf Apollo ,'MuJfin- Pufchkin* (•{• 180?,) 
durchreifete in den Jahren 1800 und 1801 Kauka- 
fien, fammlete viel Pflanzen unrl Sanmen, die durch 
ihn in mehrere Garten kamen; hinterliefs aber nichts, 
Was hieher gehorte. • 

9 Ungemein vortbeilhaft far die Wiffenfchaft wa« > 
ren die Reifen, welche der ruffifche Sraatsrath, Frie- 
drich Freyherr Marf hall von Bieberftein zu verfchie- 
denen Mahlen durch Taurien und Kaukafien tinter- 
nahm; Schon im Jahr 1796 war er mit dem Grafen 
Subow im oftlichen Kaukafien, an den weftiichea 
Kftften des kafpifchen Meers gewefen. Er gab eine 
Bffchreibung der Lander am kofpifchen Meer , Frkf. 
1800. 8., heraus. Dann war er ‘1798, <802 und 
i 8 o 5 wieder in Kaukafien, und Jieferte darauf eine 

treffliche Flora taurico - caucafiea , vo). 1. 2. Charcov. 

* - • * 

1808/ 8., die frch fowohl durch Reichthum an neuen 
Entdeckungen , als auch durch die grflndliche Kritik, 
und Vergfceichung mit 'den wichtigften Herbarien, 
befonders dem Tourriefort’fcheft , auszeichnet. 

4 Von Jen Reifen, die Londefc, 5 Salefow, Re- 
♦dowsky^ Steven, Helm, Taufcher tmd’Andere, 
grofsentiieils durch den Grafen RazUmofsky nnter- 
ftiHzt, oder anf Refehl der ruffifchett Regierung un- 
ternommen, ift nichts hieher ‘gehoriges zu unferer 
Kenntnifs gekommen. 


IV. 




• % * , ♦ 

Kenntnifs von Nordam erica* 


Ein Arzt in Virginien, Job; Clayton , war der 
*«rfte, der in diefem Zeitraum Nachfolger Banifter’s 
und Catesbv’s wurde. Er fchickte eine Menge ge- 
fammleter Pflanzen an Joh. Friedr. Gronovius , Sena- 
tor in Leiden , (geb. 1690, f 1762,) der fie in der 
Flora virginica 9 1. 2. Lugd. 174^* 8 ,, bearbeitete 


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I 


Botanifche Reifen, und Kenntnifs ausland. Pflanzen. 333 

• «# • 

/ « 

und ordnete. Sein Sohn. Theodor Lorenz Jreferte 

* * # * 

-^762. 4. eine neue Ausgabe, die viele Zufatze ent* v 
halt. j 

t 1 Aufser Mitchell, den wir.fchon genannt haben, 
fammlete,jQadwallader Colden in Neu- York PfUnzen, 
die er an Linne fandte., Diefer machte fie in den Act . 
Joe. upfal. 1743. p. 81. und 1744 — i? 5 o. p. 47 * f« 
bekannt. Golden’s Tochter, Mifs Jenny, befehrieb 
das Hy pericum virginicum, ( Ejfays by a Joe . in Edinb. 
yol. 2. p. 1. f. )„ , Sie vermahlte fiefo mit einem fchot- 
tifehen Arzt Farqubar, und hinterliefs, da fie 1754 
ftarb, eine Flor von Neu -York, mit Abbildungen, 
die Wangenheim an Baldinger,' und diefer an Jof. 
Banks gab. ( Schrader s Journ. 1800. 2. S. 4^8.) 

Peter Kalm, ein Finn lander, fpaterhin Prof, in 
Abo, (geb. i 7 i 5 , f 1779,) ward auf Linne’s Be* 
trieb von der Akademie der Wiflenfchaften zu Stock* 
holm, den beiden Landes - Univerfitaten und dem 
IVlanufactur-Comtoir der Reichsftande nach Nord* 
America gefehiekt, urti den rothen Maulbeerbaum 
nach Schweden zu bringen, damit der Seidenbau ein- 
heimifeh wftrde. Kalm hielt fich von 1747 — *749 
in Penfylvanien , Neu -York -und Neu • Yerley. auf, 
theilte Linue eine Menge neuer Gewachfe mit, und 
gab, nach feiner Rfickkehr, Re fa til norra America , 

• • 1 

D. 1 — 3 . Stockh. 17 53 . — 1761,. 8., heraus. Den , 
rothen Maulbeerbaum fchilderte er genauer in den 
Stockh. acad. handl . 1776. p. * 43 . C 

Joh . Bartrum, Gutsbefitzer in Penfylvanien , war 
ein fleifsiger Sammler^ den Dillenius und Kalm rtih- 
men. Er gab eine Befchreibung feiner Reiie an die 
grofsen Seen in Kanada heraus: Observations made 
in his travels , Load. 1701. 8. 

Der Jefuit Pet. Franz Xaver de Charlevoix , Mif* 

. ' \ 

fionar zu Quebec , (geb. 1684, f 1761,) hat im zwey- 
ten Tlieil feiner Hijcvire et deferiptiqn generate de la 


Im 


\ 


/ 


334 


* » *■ • • * , . 

Sicbentes Buch. 'Funftes Kapitel* 


l , • r ^ 

nouvelle France, x ol. 1 — 3 . Paris 1744* 4 *> viela 
Pflanzen aufgefiihrt, aber grofstentheils find fie aus 
Cornuti entlehnt. 

» i • * F, «j 

Die gronlandifchen Pflanzen wurden von David 

Crantz, Miffionar der BrUder - Gemeine, zuerft in der 

. . « 

Hiftorie von Groriland, t. S. 79., aufg^fahrt, und ge« 
liauer von Schreber beftimmt. ( Fortfetz. der Hiftorie . 
von Grdnland, S. 280. f.) * 

Friedr. Ad. Jul, von Wangenheim , preufs. Ober- 
■ forftmeifter , .der langere Zeit in America gewefen , 
erwarb fich Verdienfte um die genauere Kenntnifs 
tind Anpflanzung nutzbarer nordarnericanifcher Hqlz- 
drten. ( Befdhreib . einiger nor dame ricanifchen Holz • 
%ind Bufcharten , Gott. 1781. 8. Beytrag zur dent • 
fchen holzge re elite n Forftwifjenfchaft , Gott. ‘1787. 
fol. Beobacht . der berL Gefelljch, naturf. Freunde, 
B. 2. St. 3 . S. 1 29. » 53 . ■ f. B. 3 . S. 5 1 8. f. 523 . f. ) 

Thomas Walter Jieferte eine Flora, caroliniana $ 
Lond. 1788. 8., und Humphry Mar f hall , Eigenthu- 
merin Nordamerica, ein Arbuftum americanum , the 
american grove , Philad. 1785. 8. Ludw. Cafcrglio - s 
ms Fiaggio negli ftati uniti dell* America fettentriona - 
le y tom. 1. 2. Milan. 1790. 8. , enthalt auch ein Ver- 
zeichnifs von Pflanzen, welches in den Qpuscoli feel - 
ti, tom. i 3 . p. 269. f. , wieder abgedruckt ift. 

Einer der fleifsigften Sammier war Henr. Miih - 
lenberg , Prediger * zu Lancafter in Penfylvanien, 
(f 18 4 5 ). Durch ihn haben Schreber, YVilldenow* 
Schwagrichen , Smith und ich viel neue nordameri- 
canifche Pflanzen kennen gelernt. Von ihm erfehieni 
ein Verzeichnifs der Pflanzen feiner Gegend in deri 
Transact . of the americ.foc. vol. 3 . p. 157. f. und ver- 
inehrt Lancaft. 18 i 5 . 8. 

Wilh. Bartram y des oben angefiihrten Johann 
Sobn , Gutsbefitzer am Delaware, gab Travels 
through North - and South • Carolina, Philad. 179 1 . 8.* 


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I 


Botanifche Reifen, und Kenntnifs auslSnd. Pflanzen. 335 

•t • 

heraus, worin viel Aufklarungen Uber die Pflanzen* 
welt vorkommen. 

Auch Joh. Dav. Schopf , Arzt der deutfchen 
Truppen in Nordamerica, fpater Vorfteher des me- 
dicinifchen Collegiums in Anfpach, iieferte fowohl 
in feiner Reife (lurch die nordamericanifchen Staaten , 
B. 1. 2. Erlang. *1788. 8., als aucb in Her Materia 
medico, americana , Erl. 1787. 8., gute Beytrage zur 
Kenntnifs der Pflanzen. 

Archibald MenZies , ein Schotte, der d£n Kap. 
Georg Vancouver auf feiner Reife in den nordlichea. 
Theil des ftillen Meers beglcitete, fammlete an der 

Nordweft'ktifte von America Pflanzen, und befchrieb 

« 

feltene Arten von PoJytrichum. ( Transact . of the 
Linn, foe. 4. p. 63 . f. ) ' * ‘ 

Erne Flor von Nordamerica lieferten And/. Mi - 

chaux: Flora boreali- americana , vol. 1. 2. Paris 

\ * • 

1 8 o 3 . 8. mit 5 i Kupfern, und Friedr, Purfli, 

Belt lange in Nordamerica aufgehalten: Flora Ame ** 
ricae feptentrionalis , vol. /. 2. Lond. 1814. 8. mit 
24 Kupfern. Michaux (geb. 1748, f i 8 o 3 ) war 
fchon fruher (1782 — 1785), durch die franzofifehe 
Regierung. unterftGtzt, in Perflen gewefen: von 

1780 *798 hatte er Nordamerica, fo weit Men- 

fchen wohnen, durchreifet, und cine zahllofe Men- * 
ge Pflanzen nach Frankreich gefchickt. Nach feiner 
Riiekkehr fchiffte er fich mit dem Kap. Baudin ein , 
blieb. aber auf der Infel Frankreich, ging von da 
nach Madagafcar, und ward ein Opfer des Klima’s. 

. Von ihm i ft auch eine treffliche Hiftoire des chenes de 
t Amerique, Paris 1801. fol. Sein Sohn F. A. Mi - 
. chaux , der t hells mit dem Vater, theils fpater allein 
in Nordamerica gewefen, gab: Voyage a I'Oueft des 
monts Alleghany , Paris 1804 * 8 .,’ und Hiftoire des 
mrbres for ej tiers de V Amdrique, Paris 18 lo.f. • 

' \ 


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Siebeutes Buch. Funftes Kapitel. 


Die merkwurdige Reife , welche Meriwether 
Lewis , Statthalter des obern Louifiana, in, Gefell- 
fchaft des Generals Daniel Clark y queer durch Nord- 
america bis an den Columbia unternahm, ift gewinn- 
reich fiir die YViffenfchaft geworden. (Foyagp des ca- 
pitaines Lewis et Clark , en i 8 o 4 — 1806, redige per 
( jafsy tr aduit par Lallemant , Paris 1810. 4 *) 'Die 
Sammlung von PHanzen, auf diefer Reife entdeckt, 
benutzte Purfh. 

t * 

• Neuerlich erfchien von Wilh.P. C. Barton, Prof. 

. • * , f 

in Philadelphia : Florae philadelphicae prodromus , 
Philad. i 8 i 5 . 4., in tabellarifcher Form. 


# 

V. 

Kenntnifs von YVeftindien. 


Unter den Scbriften, die die Flor der weftin- 
difchen Infeln in diefem Zeitraum abhandeln, ift Grif- 
fith Hughes , Geiftlichen auf Barbados, Natural hi - 
J'tory of Barbados , Lond. i75o.fol., die altefte, aber 
am wenigften wiffenfchaftlich. 

Defto grilndlicher ift Patrick Browne's , eines 
Irliinders, Civil and natural hiftory of Jamaica , Lond. . 
1756. fol., gearbeitet. Die Charaktere der Gattun- 
gen und Arten find genau entwickelt, und von Eliret 
trefflich dargeftellt. Eine Menge neuer PfLnzen 
wurden durch Browne zuerft bekannt, und felten 
fanden fpatere Beobachter etwas zu feinen Unterfu- 
chungen hinzuzufetzen. 

Der wurdige Altvater aller lebenden Botaniker, 
Nicolaus Joleph von Jacquiti , legte den Grund zu 
feinem Ruhm durch feinen Aufenthalt in VVeftindien 
votr. Jahr 1764 — 1769. Ihn hat felten ein Reifen- 
der an Reichthum der gemachten Entdeckungen oder 
an Genauigkeit der Beobachtungen iibertroffen. Die 
Friichte feines Aufenthalts in Weftindien waren: 


Botanifche Reifen , und KenntniTs auslZnd. Pflanzen. 337 

# 

Enumeratio fyftematica plantarum , infulis ca+ 

ribaeis detexit > Leid. 1760. 8., dann die unfterbli- 
che: Selectarum ftirpium americanarum hiftoria, 
Vindob. 1763. fol., und Obfervationes botanicae , V. 
Vindob. 1764 ~ 1771. fol.' 

Nach ihm mufs vorziiglich 01 . Swartz , Prof, in 
Stockholm, genannt werden, der in den Jahren 
1783— 1787 in Weftindien war. Wir haben von 
ihm: Nova genera ee fpecies plantarum , Holm. 1788. 
*8., Obfervationes botanicae, Erl. 1791. 8.,. vorzflg- 
lich aber Flora Indiae occidentals , vol. 1 — 3 . Erl; 
1797— 1806. 8. mit 29 Kupfertafeln , worauf dia 
Charaktere der neuen Gattungen dargeftellt find. 

Martin Vahl befchrieb die Pflanzen, die Ryan* 
Weft, von Rohr und Andere in Weftindien gefamm* 
let hatten. ( Eclogae americanae , fafc. 1. 2. Havn. 
1796. 1798. fol. leones illuftrationi plantarum in 
eclogis infervientes , dec. 1 — 3 . Havn. 1798. 1799. 
fol.) 

Endlich haben wir von Tuffac ein Prachtwerk? 

Flore des Antilles, Paris 1 808 — 1811. fol. 

. ■ » . 

* " • « 

* » 

VI. 

Eenntnifs von Sttdamerica.: 1 


Die meiften Entdeckungen wurden in den un* 
ermefslichen Landern gemacht, die von Flora befon* 
ders begflnftigt, doch noch wenig unterfucht waren. 

Die nordlichen Kaftenlander von Sudamerica t 
befonders Gujana, wurden von franzofifehen Bota* 
nikern durchforfcht. Peter Barrere , nachmals Prof, 
in Perpignan, (f 1755,) war der erfte, der in fei- 
nem Effai fur Vhiftoire naturelle de la France dquino 
xiale , Paris 1741. 12., die Pflanzen von Gujana ii» 
alphabetifeher Ordnung auffuhrte und fie nach PI113 
mier und Tournefort beftimmte. 
fielch, d, Bounik, a ; fij 




338 Siebentes Buch. Fiinftes Kapitel. 

Dann fojgte Peter Lofling % ein Schwede, (geb. 
1729, f 1756,) der, von Linne dem fpanifchen Mi- 
nifter Garvajal empfohlen , . von der fpanifchen. Re- 
gierung nach Cumana und Gujana gefchickt wurde, 
dort aber ein Opfer des Klima’s fiel. Linne gab Lof- 
ling’s Tagebuch: Re fa til fpanska lundernay Stockh. 
1758. 8., heraus. Es find bier mehrere feltene 
' Pflanzen genau befchrieben. 

Ein Apotheker , Fufee Aublet , der von 1762 — 
1764 in Gujana lebte, fruher die Infel Frankreich 
und fpater Domingo befuchte, hatte einen fo grofsen * 
Reichthum neuer Pflanzen zufammengebracht, dafs 
feine Hiftoire des plantes de la Guiane frangaifey vol. 
j — 4 * Paris 1775, 4. mit 392 Kupfertafeln, zu de- 
nen Werken gerechnet werden mufs , wodurch die 
Botanik aufserordentlich gewonnen. 

Einige furinamifche Pflanzen befchrieb Chrift* 
Friis Rottboll in Defcriptiones plantarum rariorum, 

. Havn.1776. 4* Mehrere Pflanzen, die in Gujana ge- 
fammlet, und von einem englifchen Kaper erbeutet 
waren , befchrieb Ed. Rudge. (Plantarum Guianae ra* 
riorum icones et defcriptiones , Lond. 1806. fol.) 

Brafilien ward fruhes: von einem Italiener, Do- 
min. Vandelliy der lange in „ Rio de Janeiro gelebt 
hatte, durchforfcht. Sein Fafciculus plantarum , Ulyf- 
fip> 1771. 4* mit vier Kupfertafeln, ift das**eiOzige f 
was wir dariiber haben. Von des Grafen Hofmanns - 
egg Reife nach Brafilien ift nichts \yeiter bekannt ge- 
Worden, als die Pflanzen, die, er Willdenow mit- 
ibeilte. Durch G. Langsdorf der i8o3 — 1806 dea 
Rapitan von Krufenftern auf feiner grofsen Seereife * 
hegleitete, find die Pflanzen auf der Katharinen- Infel 
hey Brafilien, befonders Farrenkr^uter, , bekannt 
geworden. (Plantes recueillies pendant le voyage des 
Ruffes aucour du monde i Tubing. 1810. fol.) Hie- 


1 


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Botanifche Reifen, und Kenntnifs ausland. Pflanzen. 339 

*• # 1 

her Henr. Kofters travels to Bra fil, Lond.*i8i6. 

mit einem Verzeichniffe von Pflanzen. . / 

Ueber die Flor Chile’s erfchien des Miffionars 
Job. Ignaz. Molinas Saggio full a ftoria naturale del 
Chili , Bologn. 1782. 8., mit vielen Bemerkungen 
fiber neue Pflanzen. 

. Ein trefflicher Botaniker, Jof. Coleftin. Mutis % 
zu Santa Fe de Bogota, (geb. in Cadiz 1734, f 1809,) 
der fchon Linne fehr viele Gewachfe aus Sudameri- 
ca gefandt, arbeitete viel fttr die Flor jener Lander, 
befonders ftir die beffere Kenntnifs der China- Arten# 

Wir haben blofs einzele Abhandlungen von ihm ia 
den IS/ov . ace . foe . iipfal, vol. 5 . p. 120. f. , in den 
Stockh . acad. handL 1784. p* 299. f. , dann feine f/i- 
ftruccion y relativa de las efpecies y virtudes de la Qui* 
na 9 Cadiz 1792. 4 « 

In Gefe life haft des Franzofen Jof. Dombey y (geb# 
1742, 1795,) machten die Spanier Hippol. Ruiz 
und Jof. Pavon von dem Jahr 1779 *r- 1788 wiehtige 
Reifen durch Peru,- Chile und die angranzenden Lan- 
der. 'Dombey, deffen wohlthatige Gefchafftigkeit 
ihn nicht hinderte, fiir die Bereicherung der Pflan- 
zen • Kenntnifs zu forgen, ward, nach feiner Ruck- 
kehr, durch unglaubliche Bedruckungen der fpani- 
fchen Behorden an Geift und Korper krank. ; Seine 
Schatze benutzten Ruiz und Pavon, neben den zahl- 
reichen Beobachtungen , die fie in jenen Landern ge- 
macht hatten. So entftanden: Florae peruvianae ec 
chilenfis prodromus , Matr. 1794* fob Rom. 1797. 4 -> 
und Flora peruviana ee chilenfis , tom. 1 — 3 . Matr# 
1798.1. fol. Da Ant. Jof. Cavanilles Mehreres an dem 
prodromus ausgeftellt hatte, fo erfchien von Ruiz: 
Refpuefta para desengaho del publico a la impugnacion 
•de Don A. J. Cavanilles , Madr. 1796.- 4 * Es war 
ein* Streit der Leidenfchaft , wie wir ihn oft haben 
entftehn gefehn, wean Selbftfucht und Dankel nicht 

* 22 * 


'N 




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. / 34° Siebentes Bucb, Fiinftes Kapitel. 

i 

.von Vernunft beherrfcht werden. Ein Geiftlicher, 
^ wie Cavanilles, der in Paris fich gebildet, aber nie 
Europa verlaffen hatte, wollte fich Mannern gegen 
liber ftellen , welche viele Jahre in America zuge- 
bracht batten; wie hatte man das ertragen konnenf 
Und doch mufste man ertragen, dafs fachkundige 
Richter fich far Cavanilies erkJarten. Ruiz hatte 
noch frQher herausgegeben : Quinologia , o tratado 
del arbol de la Quina> Madr. 1792.4* Indeffen, weit 
-entfernt, die Verwirrung der Arten aufzuklaren, 
hatte er diefe Verwirrung nur noch vergrofsert ,in- 
dem er aus einer Art von Cinchona, ovalifolia Mu* 
tis, eine neue Gattung, Cofmibuena machte, und die 
“Cinchona des Condamine als feine C. nitida angab. 

Mit dankbarer, Bewunderung wird noch die fpa-- 
tefte Nachwelt den Namen Alexander von Humboldt 
uennen: denn faft nie hat ein Reifender tiefere und 
umfaffendere Kenntnifs mit gleichem reinen Eifer fttr 
die Wiffenfchaft verbunden: felten hat ein Reifender 
der Vermehrung menfchlicher Kenntniffe fo grofse 
: Opfer und fo herrlichen Gewinn gebracht. Votn 
• Jahr 1799 bis ins Jahr i8o3 brachte er in der neuea 
Welt 2u. Von Carthagena bis Santa Fe de Bogota, 
'von da nach Quito, Cuenca und Jaen, fammlete er 
und Amatus Eonpland , fein Begleiter, fchon fiber 
’3ooo Pfianzen. Im Junius 1802 erftieg er mit drey 
Begleitern den Chimborazo, und kam den 25ften bis 
auf die Hohe von 18,090 Schuh, die vor ihm noch 
.Niemand erreicht hatte. 1802 im December fchiff- 
♦te er fich in Lima ein, ging nach Acapulco, und hielt 
fich noch fiber ein Jahr in Mexico auf, Nach feiner 
Rfickkehr gab er mit A* j Eonpland vom Jahr i8o5 
die Plantes tquinoxiales , die Monographic der Mela- 
ftomen und mit Karl Kunth die nova genera et fpe - 
cies planiarum heraus, welche noch fortgefetzt wer~ 

den. Wir verdanken ihm uicht allein die Entde- 

• • • • • , 


Botanifche Reifen % und Kenntnifs auslSnd. PHanzen. 341 

/ . 

ckung einer zahllofen Menge neuer PHanzen, von 
denen Willdenow tinen grofsen Theil benutzt hat* 
fondern auch die trefflichen Bemerkungen fiber die 
Verbreitung und den Standort der Gewachfe : in fei* 
liem Effai fur la gdographie des plantes, Paris 1807. 
fol., und in fei nen Anfichten der Natur^ mit wiffen - - 
fchaftlichenErluuterungen, Tubingen 1808. 12. Die- 
fe Unterfuchungen wurden frfiher fchon von Giraud 
Soulavie , mit Bezug auf das ffidliche frankreich {Hi- 
ftoire naturelle de la France miridionale , P. 2. tom. 
i. Nismes 1783. 8.) angeftellt, ! von Decandolle in fei- 
ner Flore frangaife , und befonders von G. Walilenberg 
in feinen noch anzuffihrenden Schriften weiter ver- 
folgt. Auch Humboldt's Ideen zu einer Pliy fiognomik 
der Gewachfe, Tfibing. 1806. 8. , enthalten viel treff- 
liche Bemerkungen fiber die Verhaltniffe des aufsern 
Anfehns. Die kryptogamifchen Gewachfe, von Hum- 
boldt gefammelt, giebt Wilh. Jackf. Hooker heraus. 

Die Falklands - Infeln befchrieb ein Geiftlicher* 
Don Pernetty , der Begleiter Bougainville’s, in der* 
Hifeoire d'un voyage aux ties Malouines , vol. 1. 2» 
Paris 1770. 12. 

VII, 

'1 1 x 

Entdeckungen in der Sfidfee.* 

X . 1 I 

* 1 — 

Ganz neue Anfichten gewann die Pflanzenkennt* 
nifs durch die Entdeckung einer Menge wunderbarer 
Formen , welche Neuholland und die Infeln der Sfid- 
fee darboten. 

Der unfterbliche Jakob Cook , einer der erften 
Seefahrer und Helden neuerer Zeit, (geb. 1728^ 
f '779 >) hatte auf feiner erften Reife Jofeph Banks % 
jetzt Prafidenten der brittifchen Gefellfchaft der Wif-» 
fenfchaften, zum Begleiter, der zwar nichts von fei* 
nen Entdeckungen felbft bekannt gemacht hat, aber 


34* . Siebcates Bacb. Funftej Kapitel. 

- / 

feine Scbatze zu benutzen, geftattete er einem Jeden 
rnit der grdfsten Bereitwilligkeit , und fo haben Jof. 
Gartner und Rob. Brown den n&tzlicbften Gebrauch 
von feinen Sammlungen gemacbt. 

Auf dec zweyten Reife ward Job. Reinbold For - 
fter 9 fpater Prof, in Halle, (geb. 1729, f 1798), 
xnit feinem Sohn Georg, fpater Prof, in Wilna, (geb. 
1754, f 1794) > als Naturforfcber dem KapitanCook 
zugeordnet. Forfter nahrn auf dem Kap nocb Andr. 
Sparrman als Gehalfen an. Manbefucbte, wie auf 
der erften Reife, das Feuerland, Neu-Seeland, die 
freundfchaftlichen und Societats- Infeln, aber maa 
lernte auch die neuen Hebriden, Neu • Caledonien f 
* Tanna und die Marquesas kennen. DieForfter famm- 
leten tiberall Pilanzen, aber fie ubereilten die Her-, 
ausgabe ibrer Characteres generum plantarum , Load. 
1776; 4 ., fo fehr, dafs Georg die Zeichnungen, de- 
xen Originate ich befitze, noch auf demSchiffe mach- 
te, und dafs man fich nicht einmabl Zeit liefs, Banks 
Urtheil einzubolen. Daber freyli'ch manche Irrthfl- 
xner unvermeidlich waren. Georg gab fpater den 
Prodromus Jlorulae infularum aufcralium , Gott. 1786* 
8., worin manche Fehler des friihern Werks verbef- 
fert find; aber die grofsere Brauchbarkeit wird doch 
durch den Mangel genauer Befchreibungen ' gebin- 
dert. Auch fehlt es an aller Bearbeitung der unvoll- 
kommenern Gewachfe. Er gab auch eine kleine ma- 
gellanifche Flor in den Commentate gott, 1787. p. i 3 . 
f. , befchrieb diePflanzen der Infel Helena undAfcen- 
fion, ( Comment , gott . 9. p. 46. f.), und lieferte eine 
intereffante Abbandlung ilber die efsbaren Gewachfe 
der Stidfee - Infeln , {de plantis efculentis infularum 
auftralium , Berol. 1786. 8.). ' DesVaters Bemerkun - 
gen iiber Gegenftiinde der phyfifchen Erdbefchreibung 
und Nalurgefchichte , auf feiner Reife urn die Welt ge- 
fammlet 9 Berl, 1783. 8/, geboren zu den klaffifcben' 


Botanircbe Reifen, und Kenntnifs ausl and. Pflanzen. 343 

• t 

Werken , wodurch unter andern die Geographie det 
Pflanzen fehr gewonnen hat. 

Sonnerat's {Voyage a la nouyelle GuinSe , Paris 
1776. 4 *) und Thom. Forrefts ( A voyage to new 
Guinea , Lond. 1779. 40 Reifen nach Neu -'Guinea 
find der Ausbreitung der Pflanzenkunde ebenfalls 
forderlich gewefen. 

Ganz ungemein ergiebig fiir die Botanik war 
dieReife, welche Malafpina nach Siidamerica , Me- 
xico, den Philippinen und den Infeln der Siidfee 
machte. Sein Begleiter Ludw. Nee, der liber 10,000 
Pflanzen - Arten gefammlet, befchrieben und abgehil- 
det hatte, uberliefs Cavanilles die ganze reiche 
Sammlung. Diefer verarbeitete fle in dem vierten, 
, fiinften und fechsten Bande feiner leones et deferiptio • 
nes plant arum , Matr. 1798. 1799. ; . 

' Die Philippinen hatte Ferdin. de Noronha un- 
• terfucht. Seine Schatze find durch Coffigny an La 
Billardiere gekommen. 

Da unter^defs die Britten in Port- Jackfon an der 
Oftkiifte von Neu- Holland einen Pflanzort angelegt 
flatten , fo wurden die neuhollandifchen Pflanzen in 
England bekannter. Es kamen Sammlungen getrock- 
zieter neuhollandifcher Gewachfe haufig nach Euro- 
pa: in brittifehen Garten zog man eine Menge Pflan- 
zen aus Saamen, und Joh. Ed. Smith gab A Jpecimen 
of the botany of N ew • Holland , fafe. 1. Lond. 1793. 
4. So befehrieb er mehrere neue Gattungen aus 
jenem Welttheil in den Transact, of Linn, foe . vol. 
2. p. 548. f. vol. 6. p. 299. f. vol. 9. p. 294. f. 
3 oi. Auch Ed. Rudge und Rich. Ant. Salisbury 
machten fich dadurch bekannt. ( Transact . of Linn . 
foe. vol. 8. p. 291. f. vol. 9. p. 296. f. vol. 10. p. 

a 83 . f.) . 

Als d’Entrecafteaux im Jahr 1791 ausgefandt 
wurde, um den verungliickten la Peroufe aufzufu- 


I 


♦ 


344 Siebentes Buch. Funftes Kapitel* 

* * % 

chen, ward Jac. Jul. La Billardiire als Botaniker fat 
diefe Expedition beftimmt. Man umfuhr und durch- > 
fuchte vorzuglich die bisher unbefahrnen Kiiften von 
Neu- Holland, Van -Diemens- und Leeuwen - Land. 
Labillardiere brachte einen grofsen Vorrath intereffan- 
ter Pflanzen mit, die er theils in feiner Relation du 
voyage a la recherche de la Peroufe> vol. 1. 2. Paris 
1800. 4 «> theils in feinem Novae Hollandiae planta- 
rum fpecimen , vol. 1. 2. Paris 1804. fol. auf 2*65 
Kupfertafeln vortrefflich abbilden liefs und befchrieb. 

Em neuer Seezug, den Kapitan Flinders im 
Jabr 1801 in die Stidfee machte , , verungluckte zwar, 
weil Flinders, nachdem er einen grofsen Theil der 
Kuften Neu- Hollands befahren und viel geographi- 
fche Entdeckungen gemacht, durch den unbrauchba- 
xen Zuftand feines Schiffs genothigt, nach Europa zu« 
rtickzukehren , urn ein neues Schiff zu erhalten , 
in der Infel Frankreich zuriickgehalten wurde. Aber 
feine Begleiter, Rob. Brown und der treffiiche Pflan* 
zen-Maler, Friedr. Bauer , blieben, nach Flinders 
Abreife, in Port- Jackfon zurilck, und befuchten un- 
terdefs den Golf von Carpentaria, Van - Diemens ? Land 
und die Infeln in der Bafs- Strafse , fo wie mehrere 
nock unbekannte Gegenden von Neu-Holland. Sie 
brachten im Jahr i 8 o 5 faft 4 ooo Pflanzen- Arten zu* 
rack. Einen Theil derfelben hat Rob. Brown geift* 
reich und trefflich in dem Prodromus florae novae 
Hollandiae y Lond. 1810. 8., p. i 45 — 590. befchrie* 
ben. Auch in dem Atlas zu Flinders voyage , Lond. 
1S14. 4 ., kommen treffiiche Abbildungen feltener 
Pflanzen vor, die in den General remarks on the bo* 
tany of Terra auf trails , Lond. 1814. 4 *> befchrieben 
werden. Ferdinand Bauer gab llluftrationes Jlorae 
novae Hollandiae , Lond. i 8 i 3 . fol., wovon mir erJi 
zehn Kupfertafeln zugckommen find. 


\ 


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34 $ 


Siebentes Bach.- Secbstes Kapitel, ■ 

/ I ' 

Sechstes Kapitel. 

Unterfuchung vaterlandifcher 

Pflanzen. 

« 

. / 

Bey dem rtthmlichen Eifer, die Pflanzen frem» 
ider Welttljeile kennen zu lernen, blieb man auch in 
der Kenntnifs europaifcher Gewachfe nicht zurfick. 

Eine alJgemeine europaifche FJor legte Joh. Jac. 
Homer an: die Abbildungen find treffJich, aber das 
Unternehmen gerieth ins Stocken. ( Flora europaea 
inchoata » fafc. 1 — 14. Norib. 1797 — i8io. 8.) 
C. V. de Boiffieus Flore d' Europe, tom. 1 — 3 . Lyon 
i 8 o 5 . 1806. 8., und Joh. Nepom. von Laicharting , 
Prof, zu Insbruck, (f 1797,) Vegetabilia europaea , 
P. 1. Oenip. 1790. 8., haben nicht befondern Beyfall 
erhalten. . 

% 

♦ 

% 

I. Deutfche Floren. . 

Die Deutfchen waren auch jetzt fur andere Na- 
tionen Mufter der eifrigen und grfindlichen Unter- 
fuchung vaterlandifcher Pflanzen. VorzQglich fiber- 
traf Henr. Adolf Schrader , Prof, in Gottingen, feine 
Vorganger und Mitbewerber an Sorgfalt im Unter- 
fuchen und Grundlichkeit im Arbeiten. Seine Flora 
germanica , vol. 1. Gott. 1806. 8., ift ein’ Meifter- 
werk, dem man nur baldige Fortfetzung wfinfcht. 
Auch Jak. Sturm's : Deutfchlands Flor in Abbildungen , 
Abth. 1. Heft 1 — 4 o. Abth. 2. Heft 1 — i 5 . Abth. 
5 . Heft 1 — 3 . Nfirnb. 1799. f. 12., verdient fowohl 
vregen der trefflichen Abbildungen , als auch wegen 
der guten Befchreibungen , die zumThei! von Schre- 
ber, Panzer -> Hoppe,- dem Grafen Sternberg und An- 
dem herrfihren , klaffifch genannt zu werden. 

Gerh. Aug. Honckeny s , Amtmanns zu Golme 
bey Prenzlow, (f 1794?) Synopfis plant arum Germa- 


34$ Siebentes Bach/ Sechstes Kapiteb 

, \ 

niae , vol. 1. 2. Berol. 1792. 1793. 8., war darauf 
berechnet, die Synonym© , befonders der altera 
Schriftfteller, zu berichtigen: es geht aber nur bis' 
zur Gattung Gentlana. Alb. Wilh. Roth's tentamen 
Jlorae germanicae * P. 1 — - 3 . Lipf. 1788 — 1800. 
8., ift, befonders in Ruckficht der Algen, fehr gut 
gearbeitet. In den Phanerogamiften fehlt es an um- 
faffender, eigener Kenntnifs. Georg Franz Hof- 
manns Deutfchlands Flora , Th. 1. 2. Neue Ausg. 
1800. 1804. 12 *> ift unficher und ohne grundliche 
Kritik. Eben das gilt von Job. Chriftoph Rohlings 
Deutfchlands Flora , Th. 1 — 3 , Frankf. am Main 

1812 — 1814. 8. 

* ♦ 

Gehn wir die einzelen deutfcben Staaten durcb, 
fo ift der ojtreich 1 fche Kreis von der Natur am meiften 
begtinftigt, und hat auch die wiirdigften Bearbeiter 
gefunden. An der Spitze fteht Nic. Jof. von Jacquin, 
vorztiglich durch feine Flora auftriacd , cent. 1 — 5 . 
Vindob. 1773 — 1776. fol. , ein Werk, welches in 
Illickficht der grflndlicben Unterfuchung und der 
trefflichen Ausfilhrung kaum feines Gleichen hat. 
Auch die Enumeratio ftirpium in agro Vindobonenfi , 
Vienn. 1762, 8./ die Collectanea ad botanicam etc . 
fpectantia , vol. 1 — 4 * fuppl. Vindob. 1786 — 1796. 
4 . 9 und die Mifcellanea auferiaca y vol. 1. 2. Vindob. 
1778. 1781. 4*i gehoren bieher. 

Grofse Verdienfte erwarb fich Joh. Ant. Scopolt 
um die fudlich oftreich’fche Flor. Seine Flora car - 

f 

niolica , tom. 1.2. Vindob. 1772. 8., ift wegen- ver- 
befferung der Gattungs • Charaktere, genauer Be- 
fchreibungen der Arten und zweckmafsiger Abbil- 
dung feltener Gewachfe klaffifch. 

Auch der ehrwflrdige Abt Franz Xaver von 
1 Vulffen zu Klagenfurt, (f 1804,) arbeitete Zeit fei- 
nes Lebens mit unermikletem Fleifs, ruhmlichem 
Scharffinn und grofser Genauigkeit an Erweiterung 


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I 


Unterfucliung vaterldndifcher PHanzen, 347 

• , / 

% 

und Berichtigung der dftreich’fchen Flor. Seine Be- 
obachtungen find in Jacquins mifcellaneis und colie - 
ctaneis zu finden. Nin. Thom. Hoft fynopfis planta * 
rum in Aufcria f ponte crefcentium , Vi n dob. 1797. 8., 
gehtirt zu den vorzflglichen Arbeiten, fo wie Franz 
Schmidt's Oeftreichs allgemeine Baumzucht , B. 1 — 3 - 
Wien 1792 — lSoo.Jol. mit i 65 Kupfertafeln. 

Weniger bedeutend find Henr. Joh. Nepotn; 
Crantz ftirpes auftriacae , fafc. 1 — 6. Vindob. 1769. 
4., Baltkaf. Hacquet's , ehemals Prof, in Lemberg, 
(geb. 1740, f i 3 i 4 ,) Blantae alpinae carniolicae 
.Vindob. 1782. 4 * > Jofeph Reiner undSiegm. von Ho - 
henwarttis botanifche Reifen nach einigen oberkdrnt - 
nerifchen und ben achbar ten Alpen , Klagenf. 1792. 8., 
Leop. Trattinick's Flora des oftreicli fchen Kaifer - 
ihumSy inHeften, Wien 18 15. 4 *> und J. A,. Schul- 
tes Flora von Oefterreieh, Wien i 8 i 5 . 8. B.i. 2. 
Zweyte AufJ. 

Das herrliche Salzburg fand an Franz de Paula 
Schrank und Karl Ehrenbert Freyherrn von Moll 9 
Akademikern in Mttnchen, treffliche Bearbeiter in 
ihren Naturhifeorifchen Brief en Uber Oeftreich , Salz- 
burg, Paffau und Berchtolsgaden , B. 1.2. Salzb. 1785. 

8. Diefen fcblofs fich J. A. Schultes an, in feiner 
Reife auf den Glockner und durch Salzburg und Berch- 
tolsgaden , Th. 1 — 4. Wien i 8 o 4 « 8. Franz de 
Paula Schrank gab noch befonders : Primitiae Jlorae 
falisburgenfis , Frcf. 1792.8., und Franz Anton von 
Braune die falzburgifche Flora , Th. 1 — 3 . Salzb. , 
1797. 8. ' Dav. Henr. Hoppe und Henr. Chrift. 
Funk , Apotheker zu Gefrees, gaben ebenfalls gute 
Beytrage zur falzburgifchen Flor. {Botan. Tafchen- 
buchy 1794* S. 118. 176. f. 1800. S. i 3 i.f. 1801. 

S. 1 16. f. Regensb. botan . Bibh 1802. S. 180. f. 218. 
f. 235 . f, 1804. S. 282. f.) 


A 




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I 


348 Siebentes Buck. Secbstes Kapitel* 

Baierfche Florcn erhielten wir von Franz de 
Paula Schrank ( Baierfche Flora , B. 1. 2. Munchen 
1789. 8.) und J. A. Schultes (Baierns Flora , Cent. 
1. Landshut 1811.8.). Einzele Beytrage lieferten 
Schrank in der Reife nach den fudlichen Gebirgen von 
Baiern, Mflnchen 1793. 8., und in feinen Briefen 
nber das Donaumoor , Mannb. 1795. 8., Dav. Henr. 
Hoppe iin botan. Tafchenbuch , 1790. S. 5 o. 77. 1 15 . 
f. 1791.S. 90. f. 1792. S. 245. f. , und Jeunet Duval, 
daf. 1795. S. 102. f. 1796. S. i 85 . f. 1799. S. i 45 . 
f. 1801. S. 166. f. i 8 o 3 . S. 125. f. 1804. S. 157. f. • 
Joh. Nepom. Mayrhoffer gab gute Abbildungen baier- 
fcher Pflanzen in Steindruck, ( Flora monacenfis % 

1811 — i 8 i 5 . fol.). . 

In Franken machten fich Aug. Wilh. Eberh. *• 
Chriftoph Wibel durch Primitias jlorae werthemenfis , 
Jen. 1799-. Aug. Friedr. Schweigger , Prof, in Kd- 
s nigsberg, und Franz Kbrte, Lehrer zu Mdgelin, durch 
eine Flora erlangenfis , Erl. 1811. 8. , Franz Xaven 
Heller , Prof, in Wurzburg, durch eine Flora 2 circe* 
burgenfis % P. 1. 2. Wirceb. 1810. 181 1. 8., bekannt. 
Vorzugliche Verdienfte erwarben fich Henr. Chrift. 
Funk durch Herausgabe der krypeogamifchen Gew&ch* 
fe des Fichtelgebirges , Heft 1 — 24. 1801. f., Am- 
brof. Rau , Prof, in Wurzburg, durch Unterfuchung 
der Rofen feiner Gegend, ( Enumeratio rofarum circa 
Wirceburgum crefcentiums Norib. 1810. 8.), und be- 
fonders Karl Friedr. Phil. Martius durch feine treff- 
liche Flora cryptogamica erlangenfis , Norib. 1817. 8. 

, Ueber die fchwabifchen Lander fiihren wir vor- 
ztiglich Karl Chrift. Gmelins> badifchen Leibarztes, 
Flora badenfis , vol. 1 — 3 . Carlsruh i 8 o 5 — ? 1810. 

8., als fehr forgfaltig gearbeitet, an. Auch F, Ba- 
ron Roth von Schreckenftein erwarb fich nicht unbe- 
deutende Verdienfte. ( Flora der Gegend um den Ur+ . 

Sprung der Donau und des Neckars , B. 1. 2. Leipz. 

. / 


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«» 


’ % 

Unterfuchung vateriandircber Pflanzcn. 349 

s 

i 8 o 5 . 8.) Von geringerm Belang find: h F. Gme- 
• tins Enumeratio ftirpmm agri tubingenfis indigena • 
rum , Tubing. 1772. 8., und Job, Sim. Kernels Flo- 
ra feuttgardienfis , Stung, 1786. 8. Des letztern Be - 
fchreibung und Abbildung der Biiume und Geftrduche , 

' jvelche im Herzog thum Wiirtemberg wild wachfen , 
Stuttg. Heft 1 — 9. 1783 — 1791. 4 *, enthalten 
genaue Zergliederungen. 

Die Rheinlander fanden einen treffJichen Bear* 
belter an Job. Ad. Pollioh , Arzt zu Kaiferslautern , 

(f 1780). Seine Hiftoria plantarum in palatinatu 
electorali fponte crefcentium 9 tom, 1 — 3 . Mannh. 
1776. 1777. 8., wird wegen der hochft genauen Be- 
fcbreibungen immer gefchatzt werden* UnVergleich- , 
lieh ift die Sorgfalt, womit Joh. Dan. Leer s in der 
Flora herbornenfis , 1775. 8., die Grafer unterfucbte 
und abbildete. , Sehr wichtig auch : G. Gartner s 9 B. 
Meyer s und J. Scherbius Oekonomifch - technifche Flo - 
■ ra von der Wetter au, B. 1. 2. Frkf. 1799. 1800. 8,. f 
und Konr, Monch's Enumeratio plantarum indigena - 
rumHaffiae , Gott. 1777.8. Unwicbtiger find : Job. 
Jac. Reicliard's Flora moeno • franc of urtana , tom. 

' . t. 2. Frcf. 1772. 1778, 8., F. L, Walthers Flora von 
Gieffen, . Gieffen 1802. 8., Kathar. Helena Dorrien 
Verzeichnifs und Befchreibung der in den oranien « 
najjau fchen Landen wild wachfenden Gewdchje 9 Her* 
born 1777. 8., und Fr. K. Liebleins Flora fuldenfis , 
Frcf. 1784. 8. . . \ 

Verzeicliniffe von den Pflanzen* des Harzes lie* 

, ferten Job, Gotti. Gleditfch ( Befchdfft . BerL Gefellfch , 
.naturf. Fr. B. 4 * 8. 35 o. f.) und Job. Phil; Ruling 
( Gatterer s Anleit . den Harz Zu bereifen , Tb. 2. S. 
186. f.). * . • • , \ > 

Die Gottinger Flor bearbeiteten Albr. von Hal~ 
ler ( Enumeratio plantarum horti regii ef agri got tin,- * . 


\ 




1 


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35 $ ' , Siebentes Bucb. Sechstes Kapitd^ 

s • / 

/ x 

genfts, Gotting. 1753. 8.), Job.'Gottfr. Zinn ( Ca - 

ialogus plantarum hrorti academici et agri got tin gen fit , 

Gott. 1757. 8.), Joh. Andr .Murray ( Prodromus de» 

fignationis ftirpium got tin gen fium , Gott. 1770. 8.), 

Georg Henr. Weber ( Spicilegium florae got tin gen f is y 

.Goth. 1780. 8.), .Friedr. VVilh. Weis (Plantae crypto • 

gartiicac florae go t tinge n fis 9 Gott. 1770. 8.) , und 

.Friedr, Wilh. Londes ( Verzeichnifs der um Gottingen 

wildivachfenden Pflanzen 9 Gott. i 8 o 5 . 8.). 

< Dio Fior von Mecklenburg -Schwerin fand ib- 

ren Bearbeiter an Joach. Chrift. Timm y Burgemeifter 

in Malchio, ( Flora megapolitanae prodromus , Lipf. 

1788.8., udd in SiemJJens Magaz. far die Naturk, 

Mecklenb . B. 1. S. 202. f. 266. f. B. 2. S. 222. f. ), 

und an J. G. L. Wredow (Oekonomifch* technifche Flo • 

ra Mecklenburgs, Th. 1.2. LUneb. 1811. 1812. 8.); 

die Flor von Mecklenburg- Strelitz an Karl Friedr. 

Schultz 9 Arzt in Neu -Brandenburg (Florae ftargar* 

dienfis prodromus , Berol. i8o6. 8.). 

Einzele Beytrage zur pommerfehen Flor lie- 
ferten: Sam. Gaft. Wilcke (Flora gryphica, Gryph. 
1765. 8.), Chrift. Ehrenfr. Weigel , Prof, in Greifs- 
wald, ( Flora pomerano- rugica 9 * Berol. 1769. 8.), 
und Alex. Bernh. Kdlpin 9 Lehrer an der Schule zu 
Stettin , ( Florae gryphicae fupplementum , Grypb. 

Die mark’fche Flor ward bearbeitet von Karl 
Aug. von Bergen , Prof, in Franklfart an der Oder, 

( Flora francofurtana , Frcf. 1760. 8. j^yon Karl Ludw. 
Willdenow (Florae berolinenfis prodromus , Berol. 
1787. 8.), C. S. Kunth (Flora berolinenfis Berol. 
*181 3 . 8.), Adelb. von Chamiffo (Verzeichnifs der 
auf den friedlandflchen Outer n cultivirten Gewdchfe , 
nebft einem Beytrag zur Flora der Mittelmark i 8 i 5 . 
8.). Die- neumark’fche febrieb Joh. Friedr. Re* 


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' Unterfucbung vaterlandifcher Pfianzen. 351 

\ 

bentifch ( Prodromus florae neomarchicae , ~BeroL 

x8o4* 8.)*. • : 1 1 

Unter den Floren -des mittlern Deutfchlandes 
ift die hallifche bey weitem die reichfte. , Sie ward 
von Fr. Wilh. von Leyffer \ preufsifchem Kriegsrath, 
(geb. i73i, f 1 8 1 5 , ) ( Flora halenfis , Hal. 1761. 
eel. altera 1783.. 8.), und mir bearbeitet, {Florae ha- 
lenfis tentamen novum , Hal. 1806. 8. Mantiffa 1. 
1807. Mane . 2. 1811.). Einzele Beytrage zu der- 
felben lieferten Alfcr. Wilh. Roth ( Beytr • zur Botan., 
Th. 2. S. t 35 .), Joh. Friedr. Wohlleben (Supplement 
turn ad Leyfferi Jloram haL Hal. 1798. 8., und in 
Hoppe's Tafchenb. 1797. S. 52 . f. ), und Friedr .Wall- 
roth ( Annus botanicus 9 Hal. 1814* 8.)* 

' 0 % \ * ' * » 1 

Die Gegend um Barby , durchforfchte Friedr. 
Adam Schuller , Auffeher der Lehranftalt der Bra? 
der-Gemeine, (geb. 1718, f 1785,) und liefert^ 
eine Flora barbienfis , Lipf. 1775. 8 . Supplementum 
florae bar bienfis , 1787.8. \ 

Unter den Leipziger Floren ift die von Job T 
Cbrift. Dan. Schreber die gefehatztefte. (Spicilegium 
florae lipficae , Lipf. 1771. 8.) Fruher lieferte. Georg 
Rud. Bohmer eine Flora Lipfiae indigena 9 LipL.1750. 
8.;> fpater Job. Cbrift. Gotti. Baumgarten eine Floras 
lipfienfis* , Lipf. t 1790. 8., und Henr. Gotti. Ludw. 
Reichenbach eine Flora lipfienfis pharmaceutic a , Lipf. 
,1817.8. ... V. ; . ( • .... * 

Die Pfianzen der Gegend um Dresden verzeich- 
ueten Ghrift. Traug. Bucher (Florae dresdenfis nomen * 
clator 9 Dresd. 1806.8., und Henr. Ficinus (Botanb- 
fches Tajchenbuch 9 Dresden 1808. 8.). Die krypto- 
gamifehen Gewachfe der Gegend um Freyberg,- und 
befonders die Grubenfchwamme befebrieb Alexander 
von Humboldt (Florae fribergenfis fpecimen, Berol. 
1793 . 4 .).. ' 


35* • Siebentes Bucb. Sechstes Kapitel. 

Unbedeutend find die Floren von Gera (Tob* 
Conr. Hoppe ? Geraifche Flora, Jena 1774V 8.), von 
Weimar ( Aug. Wilh. Dennfcedt, Weimar's Flora, Je- 
na 1800. 8.), von Jena (Joh. Chr. Fr. Graumuller's 
fyfiematifclies Verzeichnifs wilder PjlanZen , die urn 
Jena wachfen , Jena 1806. 8.)* 

Bohmifche Floren erhielten wir von Franz Wi- 
lib. Schmidt , Prof, in Prag, ( Flora bo'cmica , Gent. 
1 — 4- Prag. *793- 1794-), unci J. E. Pohl {Per- 
fuch einer Flora Bohmens, Th. i. 2. Prag 1810. 

1814* 8.).. 

» Die reiche fchlefifche Flor fand noch keinen 
wflrdigen Bearbeiter. Denn wedcr des Grafen Henr. 
Gottfr . Mattufchka, (geb. 1734* + 1779,) Flora fi* 
lefiaca , Leipz. 1776. 1777. 8., noch Ant. Joh. iCro- 
ckers Flora filefiaca renovata, vol. 1 — 3. Vratisl. 
1787 — ioi5. 8.,- verdienen AuszeichmrtJg. Am 
meiften haben «och Thadd. Hanhe ( Beobachtungen 
auf Reifen nach dim Riejengebirge, Dresden 1791. 
40 und Joh. Adam Valent. Weigel in feiner Befchrei - 
bung des Herzog chums Schlefien , Th. 1 0* BerL 

i8od"— - iSoS. 8. (> geleiftet. 

Rechnen wir, wie billig, Preufsen zu Deutfch- 
land , fo haben wir zwar zwey Floren erhalten : von 
Gottfr. Reyger, Arzt in Danzig , (gebi 1704* f 1788,) 
Tentamcnjlorae gedanenfis , tom. 1.2. Gedan. 1764 — 
17 66., und von Eb. Gotti. Graff: Preufsens Flora 9 
Elbing. 1809. /'Alleiri fur den Grafen LieoHenckel 
von Donnersmark, der wenigftens eine konigsberger 
Flor verfprochen , ift noch viel zu thun iibrig. 

Auch die Flor Helvetiens hat nach Haller kei« 

, ♦ * 

nett wiirdigen Bearbeiter gefunden: denn Joh. Rud. 
Suter's Jlora Helvetica , B: 1.2. Zurich 1802.8., ift fehr 
unficher. - Einzele Beytrage xnachte Pillars bekannt. 

( Precis d'un voyage botanique, Paris 181 2.8, ) Georg 
Wahlenberg unterfuchte die Standorter der Pfianzen. 


Unterfuchung vaterlandifcher Pflanzen. 353 

* l 

'(De vegetatione et climate in Helvetia feptentr . Tu- 
ric. 181 3 . 8.) Auch L. Reynier gab einzele Beytra- 
ge. (Mdm, pour fervir a fhifc. nat . cle la Suiffe . Lauf. 
. 1788. 8.) 

II. Niederlandifche Floren. 

Die Pflanzen der belgifcben Provinzen befcbrieb 
Natalis Jof. von Necker (Deliciae gallo * belgicae ftlve- 
ftres , tom. 1. 2. Argentor. 1768.8.). Die FJor von 
Spaa A. L. S. Lejeune {.Flore des environs de Spaa , 
Liege 1812. 8.). Die Fior von Fiandern Leftiboudois 
( Botanographie belgique , ed. 2. vol. 1 — 4 * LilJe 
1799. 8.) und Rouq°l ( Flore du nord de la France^ 
vol. 1.2. Paris 1S00. 8.). Die bniffeler Floren von 
Kickx ( Flora bruxellenfis , 1812. 8.), und A. Dekin 
und A. F. Pajfy fFlorula bruxellenfis , Brux. 18*4. 
x ' 4 .) find unbedeutend. • Die Griifcr von FJandern und 
Brabant unterfuchte Desmazieres {/. Igroftographie des 
dep . eta A r ord de la France , Lille 1812.8.). Einen 
Theil von FJandern und Herinegau beichrieb in bota- 
uifeher Rflckficht Hocquart ( Flore du dep . de Jemap* 
pe 9 Mons 1 8 1 4 - 8-)* 

Die armliche Flor der ehemaligen Republik 

Holland ward von David de Gorter y Prof, zu Har* 

denvyk, und eineZeit lang ruffifehem Leibarzt, (geb. 

1 7 l 7> f 1783,) bearbeitet. ( Flora gelro-zutphanica , 

Harderov. 174^. 8 . Flora FII provinciarum Belgii 

foederati indigena y Harlem. 1781.8.) David Meefe 

fchrieb eine Flora frifica , Franek. 1760. 8., Adrian 

Loosjes eine Flora harlemica y Harlem. 1779. 8., 

und Steph. Job. van Geuns gab einen Nacbtrag zu 

. Gorter’s Flor ( Plantarum Belgii foederati indigena* 

rum fpicilegium , Harderov. 1 788**8. ). 

v * 

III. Floren von Frankreich. 

Allgemeine Floren von Frankreich gaben Job. 
Bapt. Lamarck ( Flore franqaife , vol. 1 — 3 . Paris 
Celch, d. Boianik. 2. B a 23 . 


/ 


354 Siebentes Buch. Sechstes Kapitel, 

■ . \ 

1778. 8.) und Aug.Pvram .Decandolle (Flore frapgai fa 
vol. 1 — 6. Paris i 8 o 5 — 1816. 8.). Einen Auszug 
der letztero , nebft neuen Zufatzen, gab derfelbe. 
(Synopfis plantar um in flora gallira defcriptarum , Pa- 
rif. 1 806. 8.) Auch J. L. A. Loifeleur Deslongchamps 
. Jieferte eine Flora gallica , vol. 1.2. Parif. 1806*1807. 
8., welche nach dem Linne’fchen Syftem ganz kurze 
Differenzen, aber viele Zufatze zu Decandolle’s Ar- 
beit, enthalt. Man frige noch Journ. de bot. 2. p. 
*93. *5 7 . 321 . hinzu. 

Abbildungen franzdfifcber Pflanzen lieferten in 
Prachtwerken , Bulliard (Herbier de la France , Paris 
1784. fol. mit 5 o 4 Kupfern), Jaume St . Hilaire ( Plan- 
tes de la France ddcrites et peintes dL a pres nature , 
livr. 1 — 4 <>» Paris 1806 — 1808. 4 «), vorzflglich 
aber A. P. Decandolle (leones plantarum Galliae ra~ 
riorum , fafe. 1 — 10. Paris 1808. f. 4 *)« 

Beytrage zur FJor verfehiedener Provinzen 
Frankreichs findet man in Peter Jof. Buchoz Diction • 
naire raifonne univerfel des plantes de la France » tom. 
1 — 4 * Paris 1770. 1771* 8., als von Collet , die 
Pflanzen um Dijon (tom. 4 * P* 224.), von Dnuhen • 
ton die Baume und Striiucher in Burgund (daf. p. 
221.), vo n DesmoucuX) die Pflanzen bey Caen (daf. 
p. 260.), von Dulac die Gewachfe des Pila- Gebirges 
(daf. p. 233 .), von Dupaty die FJor von Angers 
(daf. p. 258 .), von Fourmault die FJor von Auvergne 
(daf. p. 238 .), u. f. f. * Auch gehort Dec an do lie's 
Rapport fur deux voyages botaniques et agronomiques 
dans les dep; du N or d - Eft et du centre , Paris 18 13 . 
8., hieher. 

* . « » 

Unter den einzelen Oegenden Frankreichs \va- 

• i 

ren es befonders die Umgebungen von Paris, als 
dem HauptOtz der Wiffenfchaften , die am, meiften 
unterfucht wurden.- Aufser dem ununterrlchteten 
Matth. Fabregou, deffen Defer iption des plantes r qui 


♦ 


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Unterfucbung vaterlandifclier Pflanzen* 35$ 

. - » 

naiffent autour de Paris , vol. 1 — 6.- Paris 1740. 

12., wenig leiftet, arbeitete Thom. Franz Dalibard 
einen Prodromus florae parifienfis , Parif. 1749. 12., 
each d em Linnelchen Syftem. Auch Barbeu Du~ 
iourg Jieferte im . zweyten Theil feines Botanifte 
frargais, Paris 1767. 12., ein Verzejchnifs .der 
Pflanzen um Paris. L L. Thuillier gab in der Flore 

' des environs de Paris , 1797. 8., manche neue Art, 
von denen doch mehrere nicht beftelin konnen. F. 
V. ik Ur at s nouvelle j lore des environs de Paris , 1 8 1 3 . 

8., ift eine mittelmafsige Arbeit* Prachttoerke lie. 
ferten Turpin und Poiteau (Flore des environs de Pa» 

' u « 4* 

m,i8o8. 1009. livr. 1 — 7.), und Aug. und Franz 
Plee ( Herbori fa Lions des environs de Paris y Paris 
1810. f. 17 Hefte). • . N 

Die Picardie liatte Boucher fieifsig unterfuchf. 
Dies bezeugt fein Extrait de la fore d' Abbeville et du 
.d^partement de la Somme , Paris i 8 o 3 , 8. 

Fur die Normandie arbeiteten de Rouffel ( Flore 
du Calvados et terreins adjacens , Caen 1796. 8.) un 4 
Renault ( Flore du dipartement de I'Orne, AJen^qji 

1804. £!•)• 

For Bretagne: Franz Bonamy ( Florae Napn§~ 
tenfis prodromus , Nannet. 1782. 12.) und Bonne - 
maifon , Apotheker ,zu Quimper (Jour^n* de bot . 3 . 
p. 118. f.). 

For Anjou: Bdtard ( Effai fur la Jlore du dfp. 
de Maine et Loire , Paris 1809. 12 * Supplement, An- 
gers 18 12. 12.) und Merlet de la Boulaye .( Herbo - 
rifa tions dans le dtp* de Maine et Loire , Angers 
1809. 8.). 

For Poitou : Guillemeau ( Calendrier de Jlore des 
environs de Niort , 1801. 8.) und N. A. Desvaux 
. ( Juurn . de bot. 2. p. 3 q7.). 

For Gafcogne: Thore ( Effai d'une Chloris du 
ddpartement des Landes , Dax j 801. 8. Journ . de bot . 

' a3 •• 


4 


» ' * ■ ( • « f « 

356 ' Siebentes Buch. Secbstes Kapitel. 

0 

a • 

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a 0 

i . p. 193.) und Joh. Florimond St. / Interns in Malle • 
Brun ann des voyages , 18. p. 5 . f. 145. f. 

Die Kenntnifs des fiidlichen Frankreicbs befor* 
derte vorzQglich der treffliche Ludw. VViJh. le Mon- 
nier 9 der den Grafen Maurepas im Jahr 1739 beglei- 
tete, als diefer den parifer Meridian genauer beftira- 
inen wollte. Et ward nachher Prof, in Paris und 
kon. Leibarzt, (geb. 1717, f 1799). Seine Beob- 
achtungen ttber die Flor von Auvergne , des Mont- 
d’or und des Cantal ftehn in Caffinis Mdridienne de 
Paris , 1744*4 •> auch in Buchoz Dictionnaire 9 tom. 

4 * P* 277 - 

Die Flor von Languedoc bearbeiteten Gatereau 
( Defcription des plantes 9 qui croiffent aux environs 
de Montauban , 1789.8.), Pourret (Mdm. de facatL 
de Touloufe, tom. 3 . p. 297. f.), und D. J. Tour non 
(Flore de Touloufe, 1812.8.). 

Die Pyrenaen zogen treffliche und geiftreiche 
Beobachter an. Als folcbe zeigten fich Ant. Gouan y 
Prof, in Montpellier, ( llluftrationes et obferv. bota - 
nicae % Turic. 1773. fob); Joh. Florim..«Sa* 7 iZ- Amans 
in den Frogmens dun voyage fentimental et pit tores- 
que dans lesPyrdndes , Metz 1789. 8,, wo p. 189 — 
259. eine Flor der Pyrenaen vorkommt; Ramond 
(Voyage au moot - perdu, Paris 1801. 8., in der Ddcad. 
philo f. Ann. 5 . Trim. 3 . p. 267. Bullet, philomath, n. 
4 i.); und vorzQglich Philipp Picot -Lapeyroufe (Flore 
des Pyrd/ides, dec. 1 — 4. 1 7£)5 — 1801. fol. Hiftoire 
abrdgde des plantes des Pyr dudes, Touloufe *8 i 3 . 8.). 

* Die herrliche Flor von Montpellier bearbeitete 
Ant. Gouan ( Flora monspeVtnca 9 Lugd. 1765. 8 .). 
Ein Meifterwerk lieferte Ludw. Gerard Qber die Flor 
der Provence ( Flora gallo - proviricialis , Paris 1 76 1 . 8.). 

Klaffifch ift die Hiftoire des plantes du Dauphind 
von Villars , vol. 1 — 4 * Grenoble 1786 — *789. 8. 


/ . 

. * x 


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Unterfuchung vaterlandifcher FHanzeO. 357 

* . \ ‘ « 

Die FJor von Lyon verzeichnetenMoh. Emanuel 
Cilibert, eine Zeit iang Prof, in Wilna, ( Hiftoire des 
plantes d' Europe , vol. 2. Lyon 1798. 8.), und Ma- 
rie Ant. Ludw. Claret de la Tourrette , Akademiker 
2uLyon, (geb, 1729, f 1793,) (Chloris. lugdunenfis, 

1785. 8.). • 

Die intereffanten Gegenden von Auvergne 
durchfuchte und befchriefy M. A. de V Arbre, der zu 
Clermont- Ferrand einen eigenen botanifchen Garten 
angelegt hatte, (geb. 1724 > f » S z 3 ,) in der Flore 
d' Auvergne, '1790. 8. 

Die Pflanzen des mittlern Frankreichs, befon- 
ders in der Gegend von Orleans und Eftampes, be- 
fchrieben Joh. Steph. Quettard (Obfervationi fur les 
plantes , vol. 1. 2. Paris 1747* 8.), Dubois {M^thode 
dprouvde, avec laquelle on peut parvenir a connaitre 
les plantes de Tintdrieur de la France , Orleans i 8 o 3 * 
8.), und N. A. Desvaux (J ourn* de bot. 2. p. i 45 .). 

Die Flor von Burgund bearbeitete Durand ( Flo • 
re de Bourgogne , P. 1. 2. Dijon 1782. 8 . )\ die Flor 
von Lothringen Peter Jof. Buchoz (Traits hiftorique 
des plantes , qui croiffent dans la Lorraine , tom. 1 — 
10. Paris 1770. 12.), Pet. Remig. Willemet , (geb, 
1706, f 1807,) (Phytographie dconomique des plan* 
tes de Lorraine, 1779.8.), und Lamoureux (Atfdmoi- 
re pour fervir a I'hiftoire du ddp. de la Meurthe , Nan- 
cy i 8 o 3 . 8.). 

Die Elfaffer Flor ward, nach Mappus und Lin- 
dern , von Joh. Reinb. Spielmann ( Prodromes florae 
. argent or at e nfis , Argent. 1766. 8.) und Stolz ( Flore 

d'Alface i Strasb. 1800. 8.) bearbeitet. 

* 

IV. Italifche Floren. 

Ober-Italien zog roit feinen herrlichen Alpen 
und Gppigen Thallandern auch jetzt, wie friSher, die 
Aufmerkfamkeit der Botaniker an fich. Ein Fran- 


358 Siebentes Bucb. Secbstes Kapltel. > 

i 

zofe, Franz Seguier , aus Nemours, der anfangs in 
der koniglichen Bibliothek zu Paris gearbeitet und 
feine Bibliotheca botanica. Hag. Comit. 1740* 4 *> 
herausgegeben hatte, fchlofs fich an einen reichen 
Italianer, einen Freund der Wiffenfchaften , Scipio 
Maffei , an, begleitete diefen auf deffen Reifen, lind 
ward fein Gaftfreund in Verona. Er durchfuchto 
mit grofsem FJeifs denBaldo, die rhatifchen Alpen 
und die herrlichen Gefilde von Verona. Seine Plan- 
tae veronen/es , tom. 1 — 3 . Veron, 1745 * — 1754 - 
8., gehoren zu den klaffifchen VVerken unfereir Li- 
teratur. Nach ihm wurden diefelben Gegenden von 
Cyrus Poll ini in Verona fleifsig durchfucht und man* 
che neue Entdeckung gemacht. ( Viaggio al logo di 
Garda e al monte Baldo , Verona 1S16. 8.) Auch 
Kafp. Graf von Sternberg hatte die norifchen und rha- 
tifchen Aipen, wie denBaldo, mit grofser Sorgfalt 
durchforfcht , und mehrere neue Saxifragen entdeckt. 
( Reifen durcli Tyrol in die bftreichfchen Provinzen 
It aliens , Regensb. 1806. fol. Revifio Saxifragarum 
iconibus illuftrata 9 Ratisb. 18 so. fol,) , 

Die Gegend um Vicenza befchrieben Ant. Tur - 
ra ( Florae italicae prodromus 9 Vicent. 1780. 8 , Jof. 
Marzari- Pencati ( Elenco della piante nel territofio 
di Vicenza , Milan. 1802. 8.), und Jof. Moretti (flio- 
tizia Jopra diverfe piante da aggiungerfi alia flora vi* 

centina , Pavia i 8 i 5 . 4 *)* 

Die julifchen Alpen durchreifeten Jof. von See- 
mis ( Befchr . einer Reife nach ljtrien und Dalmatien % 
Regensb. i 8 o 5 . 8.), Joh. Brignoli ( Fafciculus rario * 
rum plantarum foro)ulienfium y Urbin, 1810. 4 *)> und 
Joh. Mazzucato ( Viaggio botanico nelle alpi giulie , 
Udin. 1811. 4 -)* Dahin gehoren auch des Marquis 
de Suffren Principes de botanique y fuivis d'un catalo- 
gue de plahees du Friouly Venife 1802. 8. 

• ^ 1 


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% 


Unterfuchung vaterlandifcher Pflanzen. 359 

- « 

Die Flor von Pavia bearbeiteten Domin. Nocca, 
Prof, zu Pavia, und Job. Bapt. Balbis , fonlt Prof, zu 
Turin. ( Flora ticinenfis , vol. 1. Ticin. 1816. 4 ») 

Die reiche FJor von Piemont fand einen treff- 
Jichen Bearbeiter an Karl Allioni , Prof, in Turin, 
(geb, 1725, f 1804). Das Hauptwerk ift die Flora 
pedemontana , Aug. Taurin. tom. 1 3 . 1785. fol. 

mit 92 Kupfertafein ; eine friihere Schrift : Rariorwn 
Pedemontii ftirpium fpecimen 1., Taurin. \j 55 . 4 »i 
eine fpatere: Auctarium ad Jloram pedemontanam $ 
Turin 1789. 4 * Zu derfelben Jieferte auch Lud. BeW 
lardi Nacbtrage (Mdm. de Vac . de Turin , vol. 5 . p# 
209. f. , Appendix ad Jloram pedemontanam , Aug. 
Taurin. 1792. 4.) und Job. Bapt. Balbis ( Elenco del - 
le piante crefcenti ne contorni di Torino , 1801. 8., 
Flora taurinenfis , Turin 1806. 8., Mifcellan. bota~ 
nica, 1 . 2. in Mdm. de Vac. de Turin, voJ.7. p. 1 00. f.). 

Die Flor um Novara und an der Agogna be- 
fcbrieb Job. Biroli {Flora aconienfis, vol. i* 2. Vige- 
vano 1 808. 8.). 

Die FJor von Nizza fammlete Job. Bapt. Giudice, 
Arzt in Nizza, und Karl Allioni belchrieb lie (Enu» 
me ratio methodica ftirpium agri Nicaeenfis, Parif. 

1757.8.). • 

Die Pflanzen um Genua warden von Ant, Ber* 

* » 1 * 

toloni {Plantae genuenfes , Gen. 1804. 8., Rariorum 
plantarum Liguriae dec, 1 — * 3 . Pif. i 8 o 3 -r- 1810. 
.8.), und D. Viviani (Florae italicae fragmenta f 
Gen. i 8 o 5 . 4 *) verzeichnet. 

Einen Theil des Apennins befcbrieben in bota- 
nifcher Hinficht Fulgenjius Pitman (Saggio dell ’ ifto~ 
iTia erbaria delle alpi di Piftoja , Modena e Lucca, Bo- 
Iogn.1773. 8.) und Ferdin. Baffi (Comment, inf tit. 
borion. 4* p. 286*. f.). 

Die Pflanzen um Siena unterfuchte Biagio Bar - 
talini ( Qatalogo delle piante , che nafcono intorno alia 


/ 




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» 


360 Siebcntc* Bach. Sechstes Kapitel. 

citta di Siena , 1776. 4 -)- Die fiorentinifebe Flor 
liberhaupt bearbeiteten Octav. Targioni • Tozzetti 
(Reiazioni d' alcunt viaggi , fatti i/i diver fe parti della 
Tofcana , tom. 1 — 12. Firenz. 1768 — *779- 8.), 
George Santi ( Viaggio al Montamiata , Pif. 179^. 8. 
Viaggi per la Tofcana , vol. 1 — * 5 . Pif. 1795— 1806. 
8.), und Cajet. Savi ( Flora pifana/vol, 1. 2. Pif. 
1798. 8., Botanicon etrufeum , vol. t. 2. Pif. 1808. 
181 5 . 8.). Von dem ieUtern find aucb treffJiche 
Unterfuchungen tiber die Klee- Arten bekannt. ( Ob - 
fervationes in varias Trifoliorum fpecies , Fior. 1 8 1 o. 8.) 

Die Flor von Rom unterfuchten Liberat Sabba • 
ii ( Collectio plantarum , quae in folo romano luxuriant 
tur , Rom. 1754 * 40 und Ant. Sebaftiani ( Roma - 
narum plantarum fafe. 1. 2. Rom. 181 3 . 1814. 40 - 

Die Flor von Neapel befehrieben Vincenz Pe- 
* tagna ( Infcitutiones botanicae , tom, 1 — 5 . Neap. 
,1.787. 8.); Dom. Cirillo , Prof, in Neapel, hingerir.hr 
tet 17991 ( Plantarum rariorum regnl neapolitani , 
fafe. 1. 2. Neap. 1788. 1793. fol.)j vorzflglich aber 
Mich. Tenore , Prof, in Neapel, (Flora neapolitana 9 
tom. 1. 2. Neap. 1811. fol., Prodromus florae neapo - 
litanae , 1811. 181 3 ., Synopfis plantarum novatum , 
quae in prodrome deferibuntur , Neap. i 8 i 5 . 8.). 

Die ficilifchen Pflanzen befehrieben Antonin. 
Bivona Bernardi (Sicularum plantarum cent. 5 1. 2, 
Panorm. 1808. 1807. 8.) und Rajinesque- Schmalz 
(Caratteri di alcuni nuovi generi e nuove fpecie diani - 
ma/i e piante della Sicilia , Palerni. 1810. 8., Spec* 
chio delle feienze , 0 giornale enciclopedico di Sicilia , 
P. 1. Palerm. 1 8 1 4 * 8*)« Der letztere wollte aijch 
Cupani’s * panphyton herausgeben, (Profpetto della 
panphyfis ficulay^ 1807. 40 * 

Corfica bereifete im Jahr 1747 eln Arzt in Tu- 
rin, Felix Valle, Da er bald von einem anftecken- ‘ 
den Fieber hingeraf^ ward, fo hinterliefs er nur die 


■<. * 


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Unterfuchung vaterlandifcber Pflanzen. 361 

# 

• ' * . . .. > • v : - 

Anfange einer Flor, die Luclw. Amand. JauJJln, eia 

Apotheker, mit Nachtragen bereichert, herausgab. 

. ( Nov . act . nat . cur . 4. p. 2 o 5 . f. , M^moires du royau • 
me de Corfe, v ol. 1. 2. Laufanne 1708. 12.) 

V. Die Pflanzen Spaniens. 

' Peter Lofting* deffen wir oben (S. 338 .) erwahn- 
ten, war nach Clufius und Tournefort der erfte, wel- 
cher die Pflanzen Spaniens unterfuchte. D.och be- 
fcbrankte er fich auf Caftiiien, wo er faft i 3 oo Gfc- 
wanhfe fammlete, und manche neue Art entdeckte. 
Linne gab, wie vorher angefuhrt worden , die Reife* 
Berichte feines Schulers heraus. ( Iter hifpanicum, 
eller refa til fpanjka landerna , Stockh. 1758. 8.) 

Eine vollftandige Flor von Spaniep arbeitete 
Don Jofepli Query Martinez , Prof, in Madrid, (g€bL 
1695, f 1764,) ( Flora efpaTiola* tom. 1 — 4 * Made* 
1762 — 1764* 40 * Diefe wurde von Cafimir Go- 
mez de Ortega, Prof, in Madrid, fortgefetzt. ( Con • 
tinuacion de la flora efpahola , tom. 5 . 6. Madr. 17S4. 
4.) Der Istztere verzeiebnete auch die Pflanzen um 
die Bader von Trillo. ( Tratado de las aguas terma - 
les de Trillo , Madr* 1778.8.) 

Wilh. Bowles , ein Irlander, der in Spanien 
lebte und 1780 ftarb, machte gute Bemerkuogen 
iiber die Naturgefchichte Spaniens fiberhaupt und 
iiber die Flor insbefondere. ( Introduecion a la hi/toria 
natural de Efpana , Madr. 1775. 4 -) Auch Job. Tal- 
bot Dillon hat in feinen Travels through Spain , Lond. 
1780. 4 »> viele Notizen fiber einheimifehe Gewachfe. 

Die Pflanzen Aragoniens befehrieb Ignaz de 
Affo, (Synopfts ftirpium indigenarum Aragoniae , Maf- 
fll. 1779. 4 * 3 und Oryctographia Aragoniae , 1784* 8*) 
Vorzugliche Verdienfte erwarb fich Ant. Jof. 
Cavanilles durch Unterfuchung fpanifeher Pflanzen. 
Seine leones et deferiptiones plantarum> tom. 1. — 6. 

\ • 


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362 Siebentes Buch. Sechstes KapiteL 

Matr. 1791 ~ 1804. fol., enthalten viele wichtige 
Beytrage zur fpanifchen Flor. Befonders intereffant 
find auch feine Objervaciones fobre la hiftoria natural 
de Valencia, tom. 1.2. Madr. 1795. \ 797. fol., worin 

die Flor von Valencia verzeichnet ift. 

1 

* . 

VI. P o rt ug i efi fc h e FIor.„ 

Auch dieSchStze Portugall’s wurden bekannter. 
Wenig leiftete Domin. Vandelli im Specimen Jlurae lu- 
fitanicae et brafilienfs , Conimbr. 1788.4*; wejt mehr 
Felix Avellar Brotero , Prof, in Coimbra, in der Fhy» 
iographia Lufitaniae felectior , Ulyffip. 1801. fol., be- . 
fonders aber in der Flora lufitanica , tom. t. 2. Ulyf- 
«p- 1804. 8. ; am meiften aber Hen r. Fr. Link, der 
Begleiter des Grafen Hofmannsegg, auf einer natur- 
hlftorifchen Reife durch Portugall, jn dem koftba- 
Ten Prachtwerk: Flore portugaife , Berl. 1809 — - 
1814. fol. 

/ 1 

VII. Grofsbritan nien. 

•1 * • \ 

Ungemein grofs find die Verdienfte der Britten 
urn die vaterlandifche Botanik in diefem Zeitraum. 
Oboe Joh. Wilfons Synopfis of britifh plants , New- 
caftle 1744 * 8 ., Joh. Hill's Flora britannica , Lond. 
1780. 8., Jak. JenkinJ'ons Defer iption of britifh 
plants , Kendal 1775. 8 ., befondern Werth beyzu- 
legen, verdient Wilh. Hudfon , Apotheker in Lon- 
don, (f 1793,) als einer der wurdjgften Verfaffer 
von Floren genannt zu werden; Seine Flora an gli- 
ca, Lond. 1762. 8., ed. 2^ 1778. 8., enthalt zwar 
nur die Pflanzen von Alt -England, und hat manebe 

Irrthflmer veranlafst, aber man findet darin auch 

* 

viele Gewachfe zuerft, und die Conferven Jind treff- 
, lich abgehandelt. 

Wilh. Curtis , Apotheker in London, (f 1799,) 

lieferte eine Flora londinenfis, vol. 1. 2. Load. 1777. 

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. * \ 

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Unterfuchung vaterl&ndifcher Fflanzen. 363 

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fol M mit trefflichen Abbildungen, auch der wefent- 
lichen Theile, und grttndlichen Unterfuchungen. 
Diefe wird jetzt von VViih. Jackfon Hooker fortgefetzt. 
(A continuation of fora londinenfis 9 1816. fol.) 

Sehr gut angelegt ift Wi'lh. Withering' s y Arz- 
tes zu Birmingham, (geb. 1741 > f 1799,) Werk 
fiber die Flor Grofsbritanniens. In der erften Auf- 
lage erfchien es unter dem Titel: A botanical ar- 
rangement of all the vegetables , naturally growing 
in Great- Britain, tom. 1. 2. Birmingham 1776^ 8. 
Die neuefte Ausgabe hat folgenden Titel: A fyfte* 
matical arrangement of britifh plants . The fifth edi» 
tion> by Will. Withering, Efq., vol. 1 — 4 - Birmingh* 
18 V2. 8. Genaue Befchreihungen , forgfaltige An- 
gaben der Standorter, vollftandige Synonymie und 
Kriiik der letztern machen die Hauptvorztige diel’es 
Werkes aus. 

Unbedeutend dagegen ift Arthur Broughton s 
Enchiridion botanicum , Lond. 1782. 8. Mehr fur 
den Prunk als ftir den Nutzen berechnet waren Joh. 
Grafen Bute , (geb. 1710, f 1792,) Botanical tables^ 
vol. t — 9. 4 -> wovon nur zwolf Exemplare ge- 
druckt find. Die Kupfer (1 17) ftellen die Charakte- 
re der Klaffen und Gattungen dar, und find von J. 
Miller gezeichnet und geftochen. Auch kommen 
die meiften in des letztern llluftration of the Jexual 
fyftem of Linnaeus y vol. t. 2. Lond. 1779.8., wie- 
der vor. 

Aber ein herrliches Unternehmen hat der Wif- 
fenfchaft mehr wahren Gewinn gebracht , als viele 
andere. Dies ift die Englifh botany , or coloured fi • 
gures of britifh plants 9 vol. 1 — 3 G. 1790 — 1814. 
8. mit 2592 Kupfertafeln. Die Abbildungen der 
Pflanzen, von Jak. Sowerby , find lehr verfcbieden: 
manche vortrefflich , (befonders die Flechten und 
Alg'en in den letzten Theilen,) andere mittclmafsig, 


364 Siebentes Bucb. Sechstes Kapitel. 

und manche fogar fchlecht. Abcr das Werk erbalt 
feinen klafnfchen Werth durch die genaue und fichere 
Beftimmung der Pflanzen, welehe Jak. Ed. Smith , 
der Befitzer des Linne’fchen Herbariums, .hinzuge- 
fiigt hat. Derielbe iieferte eine Flora britannica f 
vol. 1 — 3 . Lond. 1800. 1804. 8., von hohem wif- 
fenfchafiJichen Werth, obgleich bey manchen Gat* 
tungen, 'befonders Miiqzen und Weiden, zu viel Ge- 
wicht auf Abweichungen gelegt ift, wie fie einzele 
getrocknete ExempJare zwar zeigen, aber die dem 
Beobachter derNatur im Freyen als unbedeutend und 
minder wefentlich erfcheinen. 

Die okonomifchen und technifcben Pflanzen 
Grofsbritanniens liefs Thom. Martyn , Prof, in Cam* 
bridge, abbilden. ( Flora ruftica , vol. 1 — 'mit 
i 44 Kupfern. Lond. 1792 — 1794.8.) 

Unter denFloren einzelerTheile des brittifchen 
Reicbs fteht bilJig die Flora Jcotira von Johann Lights 
foot , einem Geiftlichen, (geb. 1735 , f 1788,) oben 
an. Sie erfchien zu London 1777 in zwey Octav- 
banden, mit 35 zierlichen Kupfern, und enthalt 
viel neue Entdeckungen und griindliche Unterfu- 
chungen. 

Auch Rich. Relhans , eines Geiftlichen, Flora 
cantabrigienfis , Cantabr. 1785. 8 . fuppl* 1 — 5 . 
1786 — 1790. 8., und Job. Sibchorp's* Prof, in 
Oxford, (f 1796,) Flora oxonienfis y Oxon. 1794. 
8., verdienen rQhmliche Erwahnung. Job. Abbot's 
Flora bedfordienfis , Lond. 1799. 8., Ed. Jacob's 
Plantae favershamienfes , Lond. 1777. Rich. 
Warners Plantae icoodfordienfes , Lond. 1771. 8., 
Walt. Wade's c atalogus plan tar um in comitatu dubli - 
nenfiy Dublin 1794* 8 ., bezielui fich auf einzele 
Bezirke. Ruhmliche Auszeichnung verdienen Dawfon 
Turner's Mufcologiae hibernicae fpecimen > Lond. 


UnterfucliMig vaterlandifcher Pflanzen. 365 

. * ' 

1804. 8. , unci J ac. Dickforis fafe. 1 — 4 * plantarum 
cryptogam. Britanniae , Lone!. 1785 — 1801. 4 « 

1 

VIII. Danifehe Flor. 

Zu tfiefer rechnete man bis vor wenig Jaliren 
noeb Norwegen, Island und die Faroer, felbft Gron- 

land. Es war, wenn man die deutfehen Provinzen 

* , ^ • , 

dazu zablts gewifs eine der reichften Floren der 
Welt, und fie ward feit fieben und funfzig Jabren 
meifterbaft bearbeitet. Die danifeben Monarcben 
erwarben ficb ein unfterblicbes Verdienft um die 
Wiffenfchaft , indem fie auf ihre Koften die Pflanzen 
jbres Reicbs auffueben und abbilden liefsen. So 
entftand die Flora danica , vol. 1 : — <9. Havn. 1761 — * 
1817. fob, eiri Kupferwerk, dem wir in Rfl.ckficht 
der Richtigkeit und Schonheit der Zeicbnung keia 
anderes vorziebn konnen. Georg Chrift. v. Oeder, 
darnals Prof, in Kopenhagen, hat die erften drey 
.Eiinde bteforgt: diefe find hdchft forgfaltig gearbei- 
tet , und enthalten eine Menge Seltenbeiten. Ueber 
den vierten und fiinften Band fQhrte O. F. Muller die 
Aufficbt. Seine Liebhaberey fur die Waffer - Ge- 
•wachfe machte, dafs er andere Pflanzen oft vernach- 
laffigte. Den fechsten und fiebenten bat Mart. Fahl r 
unt! den achten und neunten Band Job. Wilh. Horne • 
mann mit'dem rtibmlichften Fleifs und grofser Ein- 
ficht beforgt. 

Karl Gotti. Rafns , Prof, in Kopenhagen, Dan - 
marks og Holfteens Flora , B. 1. 2. Kiobenh. 179 6 , 
1800. 8., geht nur bis *auf die zehnte Linne’fche 

1 

KJalle, und bat weniger Beyfall gefunden, als die 
\ PR anzen - Phyfiologie, welche derfelben als Einlei- 
tung vorangeht. 

Von Norwegen gab der BifcboF von Drontbeim, 
Job. Ernft GunneruSy (geb. 1718, f 1773,) eine 
Fior heraus. ( Flora norvegica , P# 1. 2. Nidrof. 1766. 


I 


366 


Siebeates Buch. Secb&tes Kapitcl. 


Havn. 1772. fol. Nachtrage zu clerfelben lieferte er 
in den Nor pee Videnfk. Selfkab. Skrift. 4, 8-1 • f. 
Aucb Mans Strom t Prediger zu Eger in Norwegen, 
gab Zufatze ?n tier norwegifehen Fior. ( Danfke l/i - 
den/L Selfk, Skrift . 3 ,p. 348. -f. 4 > P* 069. f. io, p. 
249 * f* i~, p. 299. Naturhi/h. Selfk. Skrivt. B. i. 
II. 2. p. So. f. Norfk. Videnjk. Selfk . Skrift B. 2. 
p. 345 . f. ) Seine BefkrivelJ'e over fogderiet Sqndmdr , 
B. 1. 2* Soroe, 1782.' 176G.* 4 »> ,ift kJaffifch, und 
en llial t auch ein Verzeichtrifs von Pilanzen. 

• 1 

Die dflrftige Fior der Faroer verzeichnete J f 
Landty Prediger auf Bornholm, ( For Jog til en befkri* 
-wtlfe over Faerderne , Kiob. 1800. 8.). 

Die arme Pllanzenwelt Islands ward bekannter. 
Die fruhern Reifen von Job. / inderfon , einem Ham- 
burger Burgemeifter, (geb. 1674) f 1748,) (Nach- 
rich ten Von Island , GrOnland und der Strafse Davis , 
Hamb. 1746. 8.), von Nils Horreboiv , * Tribuna Is- 
richter in Kopenbagen ( Tifurladelige efterretninger 
am Island* 1752.8.), von Eggert Olaffen , (f 1708,) 
und Biarne Povelfen* (*j* 1778,) einem Paar gelehr- 
ter Islander, und Job. Zoega (Reife igiennem Island * 
D. 1* 2. Soroe 1^72. 4 * ntf* 5 o Kupfem), Marten 
, auch die Pflanzenwelt auf. Povelfen hatte fchon fril- 
her die AJjge.n. des Eismeers befehrieben , ( Specimen 
. abler vationum circa plantas maris islandici , Havn. 
1749. 4 .). Olaf Olaffen lieferte ein islandifches Gar- 
tenbucb: ( Islands urtagards bok, Kaupmannahofn 
1-770. 8.), Audi N. Mohrs Forfdg til en islandsk 
Nat urhij tope , Kiob. 17 86. 8.,, gehort hieher- 

Aber vorzuglich gewann die Naturkenntnifs 
durch die Befitznahme der Englanderim Jahr 1809. 
Seitdem erhielten wir die treffiicben Reife - Befchrei- 
bungen von Hooker (A four in* Iceland, Lond. 18094, 
8.), und Georg Steuart Mackenzie (‘ Travels in the 
island of Iceland* ed 4 2. Lond. 18124 4 «)* 


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Unterfuohung vaterlSndifcher Pflanz en. 367 
IX. Schwedifclie Floren. 

1 1 

Fflr SchwedensFlor ift weniger gefcbebn. Andr. 
Job. Retzius liefer te einen Prodromus florae Scandi - 
naviae , ed. 2. Lipf. 1795 . 8., nebft zwey Supple- 
mentep, die zu Lund i 8 o 5 und 1809 als Disfertatio- 
nen berauskamen. Sam. Liljeblad , (f 181 5 ,) gab 
einen unbedeutenden Utkaft til en fvenfk flora, ed, 
2. Upf. 1798. 8. Die fclnvedifcben Flechten und 
ibren Gebrauch in der Farbekunft befchrieb Joh. P. 
Welt ring, Arzt zuNorkoping, vortreffiicb, und Acba- 
r? us gab die Zeicbnungen dazu. (Svenfka lafvarnas 
fdrghiftoria, D. 1. Stockh. i 8 o 5 .o. mit 24 Kuptern.) 
Die fchwedifcben Algen unterfuchte Karl A d. Agardh 9 
Prof, in Lund, ( Algarum dec. 1 — 4 * Lund, 
1812 — 181 5 . 4 m Synopfts algarum /can , Lund. 

1 817. 8.) , 

Kin otitzliches Unternebmen wagten J. VV. Palm* 
ftruch und C. W. Venus, indem fie eine Svenfk bota - 
nik y D. 1 — 3 . 1802 — 1804. 8 , nach Art dec* 
Englifh botany herauszugeben anfingefi. Die Ab» 
bildungen find gut, die wefentlichen Theile find nicht 
tibergangen, Der Text ift tbeils von Swartz , t bells 
von Quenfel und Palmf truck. 

Angenebme Beytrage zur fcbwedifcben Flr.r gab 
E. M. Fries. ( IMovitiae florae fuecicae , P. 1.2. Lund. 

18 1 4 - 1 8 1 5 . 4 - ) 

Lappland,. wo Linne’s Rubm gegriindet war, 
hefuchten zwar in neuern Zeiten Mebrere, Swartz, 
V T abl , Liljeblad u. f. w. AberNiemand bat mit mehr 
Anftrengung und Aufopferung dies un wirthbare Land 
durcbforfcht , und der Wiffenfchaft dadurch grolsern 
Gewinn gebracht, als Georg Wahlenberg , Adjunct 
der Univerfitat zu Upfal, Vier Sommer, namlich 
1800, 1802, 1807 und 1810, brachte er dort zu. 
Er berichtigta dieLinne’fchen Bemerkungen, machte 


$68 ' Siebcntes Bucb. Secbstes Kapitel. 

* / * / 

% 

cine Menge neuer Entdeckungen , und beftimmte be- 
fonders die Verbreitung der Familien nach Hohen 
auf das forgfaltigfte. (Flora lappanica, Berol. 1812. 

8. mit 3 o Kupfern.) 1 

« - 

* * 

X. Das europaifche Rufsland. 

I • m * W 

P , 

Aufser der fchon oben angefiihrten Flora roffica 
erfchienen folgende Beytrage zur Flor des euro- J 
paifchen Rufslaods:^ Dav. de Gorter flora ingrica , 
Petrop. 1761.8., wozii Kro.fcheninnikow den Grund 
gelegt hatte: nebft dem appendix ad Jloram ingricam , 
(17640 8. , ferner Georg Sobolewfki flora petropo • 

' litana , Petrop. 17 99.8., E. W. Drumpelmann s Jlpra 
livonica, oder Abbildung und Befehreibung der in Lief' 
land wildwanhfenden Pflanzen , Riga 1809. foJ. , Dav. * 
Henr. Grindefs* eine Zeit lang Prof, in Dorpat, 80- 
tanifches Tafchenbuch fur Lief • , Kur - und Efth land , 

. Riga 1800. 8., VV. C. Friebe's okovomifch • technifche 
Flora von Lief land , Kurland und Efthland, Riga i 8 o 5 . 

.8. , und Fr. Stephans enumeratio ftirpium agri mos* 
quenfis , Mosc. 1792.* 8., nebft deffen leones planta • 

rw/Ti mosquenfium, dec. 1; 2. Mosc. 1795. fol. 

. * - * . / 
* * * . # » 1 

- N * . XL] Polnifphe Lander* " 

/ » ■ * I * 

/ • 

Das ruffifebe Polen ward zuerft von Job. Eman. 
Giliberc , eine Zeit lang Prof, in Wilna, umterfucht. 

( Flora lituanica inchoata 9 P. 1. 2. Grodn.Viln. 1781. 
1782. 8.) Geriauer bearbeitete B. S. Jundzil , Prof, 
in Wilna, diefeFIor. ( Opifanie roslin u> Prowincyi Li • 
teivshiego naturalnie , Wiln. 1 8 1 1. 8.) 

Das oftreichfcbc ujid fttdoftliche ruffifebe Polen 
durchforfchte W. S. J. G. Beffer , Prof, zu Krzeminiec 
. in Podolien, aufs grundlichfte. ( Primitiae florae Gali - 
eiae auftriacae ut rius que, vol. 1. 2. Vienn. 1809. 8.') 
Wir verdanken ihm eine Menge neuer Entdeckungen. 


. > 

/ 


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Unterfu chung vaterliindlfcher Pflanzen. 369 


XII. Ungern und Siebenbflrgen. 

Unbedeutehd waren die frtthern Beytrage zur 
ungnifchen Flor von Matth. Piller und Ludw. Mister - 
■packer (-Iter per Pofeganam , Sclavoniae provinciam , 
Bud. 1784. 4 *)> von Stephan Lumnitzer [Flora pojo- 
nienfiSy Lipf. 1791. 8.), von Janos Foldi [Rovid kri - 
tika e} kajzolat a * Magyar fuvesz tudomcinyrdl, Bets- 
ben 1793. 8.), und Sam, Generjlek, Arztin Leutfchau, 
( Florae fcepufienfis elenchus , Leutfchov. 1798. 8.). 
Auch in Robert Town fbn s Travels in Hungary , Lond, 
1797.4., kommt S. 479 — 494 * ein Pflanzenverzeich- 
nifs vor. 


Aber unftetblich find die Verdienfte, welcht 
fich Paul Kitaibel , Prof, in Pefth, um die Wiffen- 

t f r 4 . 

fchaft- erwarb, indem er, durch den Grafen Franz 
von Waldfcein unterftfltzt, mehrere Jahre das ganze 
Ungern, das Bannat, : Groatien, Sclavonien und ei- 
neri Theil von Dalftiatien 'durchfuchte, und in die* 

t f 

fen reichen Landern eine grofse Menge der wich- 
tigften Entdeckungen 1 tnachte. Auf Koften des Gra- 
fen Waldftein erfchienen: Defcriptiones et icones plan % 
tarum rariorum Hungariae , t. 1— 3 . Vindob. i 8 o 3 
— 181 2., mit 280 Kupfern ; ein Werk, welches der 
Freygebigkeit des Beforderers und den Talenten des 
Kanftlers eben fo viel Ehre bringt, als dem Beob- 
achtungsgeift und der grtindlichen Wiffenfchaft des 
Herausgebers. Ungemein intereffant ift die Einlei- 
tung, welche eine phyfikalifche Topographie von 
Ungern enthalt. 

Nach einem Aufenthalt von etwas uber vier 

. . . * 


Monate gab Georg Wahlenberg eine Flora carpato - 
rum principalium , Gott v i 8 i 4 . 8., heraus, in wel- 
cher die - Hohen • Meffungen der Berge. und die 
Bemerkungen uber die geographifche Verbreitung 
der Pflanzen wichtiger find, als die wenigen Bey- 
trage zur Flor^ * 

Gelchj d. Boianifc, 2 . B, 


24 


I 


£~o Siebeutes Bach. Sechstes Kapitel. - 

« * 
SiebenbOrgen durcbforfchtc Joh. Chrift. Gotti. 
Baumgarten , Arzt zu Schasburg,- und lieferte cine 
Enumeratio ftirpium magno Trans/ilvaniae principatui 
indigenantm , tom. 1 — 3 . Vindob. 1816.8. t 

XIII. Europaifche Turkey. 

-■ t 

Unbedeutende Beytrage zur Flor diefer Linder 
find in des Abts Domenico Sejcini, eines grofsen 
Numismatikers, Lettere fcritte dalla Sicilia e dalla 
Turchia , tom. 1 — 7. Firenz. 1779 — 1784* 12., und 
in feinem Viaggio da Bucharefc a Coftantinopoli, 1794* 

8., enthalteV*. Aucb erfchien eine kleine Flor von 

Corfu: M. Fieri della corcirefe flora , cent. 1. Cor- 
fu 1800. • 

Aber aufserordentlicli war die Ausbeute, wel- 
cbe Joh. Sibthorps Reifen durch Griechenland und 
Klein -Afien lieferten. Durch das Radcliff’fche Sti- 
pendium unterftatzt, gin g er im Jahr 1786, in Go- 

fellfchaft des trefflichen Pflanzenmalers Ferdinand 

* * 

Bauer, nach Griechenland, und brachte nach zweyr 
, jahrigem Aufenthalt einen bedeutenden Schatz von 
Pflanzen und Zeichnungen zurflck. Noch einmal be- 
fuchte er diefelben klaffifchen Lander in den Jahren 
1705 — 179^, wo ihn Joh. Hawkins begleitete. Um 
eine moglichft vollftandige flora graeca herauszu* 
geben , hatte er taufend Pflanzen - Abbildungen fur 
zehn Bande in Folio berechnet. Da ihn aber der 
Tod tibereilte, fo fetzte . er den Pacht feines Guts, 
3 oo Pfund jahrlich, zur Beftreitung der Koften die- 
fer Ausgabe aus. Die Ausfflhrer feines Vermacht- 
niffes wahlten Jak. Ed. Smith zum Herausgeber, und 
fo erfchien das Prachtwerk: Flora graeca, vol. 1 — 4 - 
Lond. 1806 — 1 S 1 5 . fol. Auch gab Smith den Pro- 
. dromus florae graecae, vol. 1- — 4 * Lond. 1806 — 

1817.8., heraus. Die Kenntnils der Pflanzen, be- 
fonders derer, die im Diofkorides vorkommen, bat 

1 , 

1 • 1 

* \ 

1 . 




f 


Unterfu chung vaterlSndifcher Pflanzen. 37c 

zwar ungemein gewonnen ; aber mit Recht fetzt man 
aus, dafs durch die Aufnahme bekannter Pflanzen, 
z. B. des Rosmarinus officinalis^ der Salvia Hor- 
minum, der Valeriana Calcitrapa u. f. f. , das Werk 
unnothiger Weife vertheuert ift, auch dafs viele Pflan- 
zen fehlen, di6 TournefQrt fcbon gefunden. So 
fcbeint Kandia nicht forgfaltig genug durchfucht zu 
feyn. 

- ' .**• > * . •*> ■ • 

.Siebentes Kapitel. 

9 

* , * ** * 

Bo tanifch e Garten. 

. . „ 

* I. ’ In Deutfchland. 

*•1 . t , * t . 4 . ; 

,.x * Einer der alteften und berQhmteften Garten in 
diefer.Periode war der, den Chrift. Jak. Trew, Arzt. 
zu Nftrnberg, (geb. i695,f 1769,) angelegt hatte. Mit 
Halfe des treffiichen Malers Georg Dionyf. Ehret 
(gebw 1.708 , f 1770,) der nachher in England lebte, 
gab er ein Pracbtwerkberaus: Plantae felectae r dec. . 
t — 10. Norib. 1750 — 1773. fol. Die drey letz-> 
ten Decaden beforgte Bened. Cbrift. Vogel , Prof. zu. 
Altorf, nacb Trew’s Tode. Diefer gab ein anderes . 
Werk: Plantae rariores , dec. 1. 1768. fol., wozu; 
Vogel noch zwey andere Decaden fOgte. Von Ebretl 
erfchienen in England plantae et papiliones rarior. 4 s+: 
Lond. 1748 — 1759. fol. i 5 Tafeln. 

. t Im Oeftreicbfchen machte die Cultur auslandi- ! 
fcber Pflanzen aufserordentlicbe Fortfchritte. Mitn • 
glieder der Kaifer - Familie waren Kenner und Lieb«S 
Jhaber der Wiffenfchaft : mit Freygebigkeit wurden / 
botanifcbeUnternehmungen unterftutzt, und die Gro«i < 
fsen des Kaiferftaats wetteiferten in der Beforderung 
derfelben. .... _ 

» - / ■ 

24 * 




v 


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372 Siebeutes Buch. Siebentes Kapitel. j 

i 

* / 

* Unter alien botanifchen Garten des feften Lan- 
des glanzt der kaiferliche Garten zu Schonbrunn bey 
Wien am meiften vor. Franz L legte,, auf Swie- 
ten’s Betrieb, im Jahr 1755 den Grund zu dehTreib- 
und Glashaufern , rief einen treffiichen Garten kflnft- 
' ler, Richard van der S hot , als Auffeher dahin, und 
fchickte ihn und Nic. Jof. von Jacquin im Jahr 1754 
nach Weftindien , um feltene Gewachfe zu fammelo, 
und fie zur Bereicherung der Anftalt lebend zu aber- 
fenden. In fttnf Jahren kamen fieben Schiffsladun- 

* r * r J J _ / • ^ 

gen voll Baume und Gewachfe aus Curalfao und den 
weftindifchen Infeln an. ..Zu diefer reichen Grund- 
Jage der botanifchen Schatze in Schonbrunn kamen 
noch die koftlichen Lieferungen, -welche Marter, 
Boor und Br^demeyer aus Florida , Karolina und an- 
dern Provinzen America’s im Jahr 1784 einfaridten. 
Kaifer Jofeph II. hatte fie dahin beordert. Brede-- 
xtieyer und Schocht gingen von neuemnach Ame- 
rica, um, nach des Kaifers Willen , noch mehr zu 
fammeln, und kehrten 1788, mit reicher Beute be-* 
laden , wieder zuriick. Unterdefs waren auch die 
Gartner Boor und- Scholl beauftragt,* ilber das Kap 
nach der Ihfel Frankreich zu gehn , von wo Boor' 
im Jahr 1788 wieder zurdckkehrte , ohne jedoch 
alle 280 Kiften voll frifcher Pflanzen mitzubringen. 
Diefe waren zum Theil auf dem Kap zuruckgebiie- 
ben. Auch Kaifer Franz II. befolgt in der Befdrde-< 
rung der Botanik die glorreiche Sitte feiner Ahnen*. 
Nach S. Helena und dem Kap, wie nach Brafilien, 
find Gelehrte und GartenkQnftler abgegangejn, von' 
deren Einfichten und FJeifs^ fich viel erwarten lafst. ; 
Des Kaifers erhabene BrOder* die Erzherzoge Karl 
und Johann, find Kenner und Beforderer der Wif- 
fenfchaft, die den Geift erhebtund das Leben ver- 
fchonert. JzcqairisHortusfchdnbrunnenfis , vol, 1— 4 % 


/ 


: [Botamfcbe -Garten, 375 

0 

, Vienna 1797. fol;, ftellt die feltenen Pflanzen des 
Schonbrunner Gartens unvergleichlich dar. »- 

,*•* Auch der botanifche Garten der Univerfitat 2 tx 
Wien ward unter Jacquin’s Aufficht fehr beriihint, 
Zeuge dafflr find der Hortus botanicus vindobonenfis% 
vol. 1 — 3 , Vienn. 1770 — 1776. fol. , und die /co* 
ties plantarum rariorum , vol. 1 — 3 , Vienn. 1781 — 
1795. fol., wozu die Collectanea ad botanicam etc • 
fpectantia,' vol. 1—4. fuppl., Vienn. 1786 1796. 

4 -j als Commentar gehoren. Jof. Franz von Jacquin , 
der jungere, ift auf das rOhmlichfte in die Fufsta- 
pfen * feines ehrwiirdigen Vaters getreten. Seine 
JEclogae plantarum rariorum aut minus cognitarum j. 
vol, 1. Vienn. i8n — 181.6. fol., enthalten faft Jau> 
ter Pflanzen des Wiener Univerfitatsgartens , eben fa 
trefflich dargeftellt als unterfucht und befchrieben. 

Filr die Cultur oftreichfqher Pflanzen wurde int 
Belvedere ein Garten angelegt, und der Aufficht des 
Leibarztes Nic. Thom. Hoft anvertraut. Auch .bey 
der Therefianifchen Ritter-Akademie ift ein vorzflgli- 
cher botanifcher Baumgarten, deffen Vorfteher Franz 
Schmidt ilt. 1 • * 

Unter den Garten oftreichfcher Grofsen, die 
C.Freyherr von der Luhe befungen,- (An Flora undCe - 
res,' Wien 1802. 8.), werden der Graf Harrach’fche 
zu Bruck an der Leytha, der Laudon’fche in Haders-* 
dorf, der Garten der Grafinn Kinsky, und die Mit» 
trowsky’fchen und Fiirft Lichtenftein’fchen Anlagen 
am meiften geruhmt. 

Auch die bohmifchen Vafallen zeichnen fich 
durch Liebhaberey, und felbft durch Kennerfchaft 
aus. Dex; Graf Jofeph Malabaila von Canal A egte ! 
mit Hillfe des Franz Wilibald Schmidt einen botanic 
fchen Garten bey Prag an, worin auch Unterricht 
gegeben wird. * Freyherr von Hochberg ftiftete 1806, 

t 

I * 


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/ 


374 Siebentes Bucb. Siebentei Kapitel. 

* 4 4 

eine treffliche botanifche Anlage zu Hlubofch , vdik 
J. E. Pohl befcbrieben. (Des Freyherrn von Hoch- 
berg botanifcher Garten zu Hlubofch, geordnet von 
J. E. Pohl. Prag 1812. . 8.) Der Ffitrft Anton 16 - 
dor von Lobkoicitz unterhalt in Prag, der Graf Cas- 
par von Sternberg in Brzezina botanifche Garten , in 
deren erfterm befonders Alpenpflanzen glucklich ge- 
deihen. 

Im Baverfchen find die botanifchen Garten der 

J X 

Akademie zu Munchen , der Univerfitaten zu Lands- 
hut, Wflrzburg ubd Erlangen. 

Im Badenfchen find die trefflichen Garten zu 
Schwetzingen bey Mannheim und zu Karlsruhe. « 

In Sachfen ift der Privat- Garten des Konigs, 
eines grofsen Kenners der Wiffenfchaft^ zu Pillnitz 
der wichtigfte. Der Leipziger UniverGtats- Garten 
fteht unter Schwugrichen. Noch ift der Breiteriche 
Privat* Garten fehr reich an feltenen auslandifchen 
Pflanzen. (Hortus Breiterianus , Lipf. 1817. 8.) 

Wichtiger fiir die L^ndpflanzen ift die treffliche 
Anlage zu Zerbft, von Joh. Carl Corthum gegrflndet, 
und von feiner Tochter Louife unterhalten und er- 
weitert. ( Handbuch fur Garten/reunde , Th. 1— - 5 . 
Zerbft 1814 — 1818. 8.) 

Im Hannoverfchen ift der konigl. Garten zu 
Herrenhaufen, frflher unter der Aufficht von F. Ehr - 
hare , jetzt unter Joh. Chrift. Wendland, der reichfte. 
(Schrader et Wendland fertunrhannoveranunty vol. ti 
• Gott. 1795— 1797* fol. Wendland hortus herrenhu - 
fanusy tom. 1 — 4 - :Hannov. 1798. 1799. fol. 
Sammlung auslcindifcher und einheimifcher Pjlanzen 9 
Bd. t;. 2. Hannover 1806 — 1810. 40 Doch wett* 
eifert jetzt, unter Henr. Ad. Schraders Auflicht, 
der Univerfitats - Garten zu Gottingen mit jenem. 
{Hortus goteingenfisy fafc. 1. 2. Gott. 1809. iSi 3 .fol.) 




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9 


V f 

Botanifche Garten.* 375 

- Unter den Privat-GSrten zeichneten fich frtt* 
her die zu SchwSbber und Harbke (itn Braunfchweig* 
fchen) aus. Jenen legte der beriihmte Otto von 
Munchhaufen an. Der Harbke’fche , dem Veltheim- 
fchen Haufe gehorig, war befonders wegen der gro* 
fsen Menge feltener auslandifcher Baume und Strau* 
cher beruhmt. Er ward von Joh. Phil. Duroi, Arzt 
zu Braunfchweig, (geb. 174* > f 178$,) befchrieben. 
(Die Harbke' fche wilde BaumZuclit, Th. 1. 2. Braun* 
fchw. 1771. 1772. 8.) Davon gab Joh. Friedr. Pott, 
braunfchweigfcher Leibarzt, (geb. 1738, f i 8 o 5 ,) 
eine neue Auflage, Braunfchw.* Th. i — 3 . 1795— 
1800. 8., heraus. 

* *» # *, . 

Im Preufsifchen ift der Berliner Garten jetzt 

der reichlte. Er ward es durch die Freygebigkeit * 
des Konigs^ durch Willdenow’s Eifer und .durch des 
jetzigen Auffehers, Otto , raftlofen Fleifs und Kennt- 
niffe. Willdenow gab ein treffliches Werk: Hortus 
bcrolinenfis , vol. 1. Berol. 1809 — 1812. fol., mit 
fehr guten Abbildungen neuer Arten ; ferner Enu* , 
meratio plant arum horti berolinenfis , Berol. 1809. 8.;> 
und die Berlinifche Baumzucht , Zvreyte Aufl. Berl. 
1811.8. 

Den botahifchen Garten der Univerfitat zu Halle, 
dem von 1770 — 1797 Phil. Kafp. Junghans vor- 
ftand, habe ich feit zwanzig Jahren zu bereichera 
und nOtzlicher zu machen gefucht. (Der botanifche 
Garten der Univerfitat zu Halle, 1799. 8. Garten - 
zeitung , B. 1 — 4 * Halle i 8 o 3 — 1806’. 4 « Plantar 
tum minus cognitarum pug. 1.2. Halae 181 3 . i 8 i 5 . 
8.) Dem Konigsberger Garten fteht Aug. Friedr. 
Schweigger vor. Der Breslauer ift unbedeutend, 
jetzt unter der Aufficht von Lud. Chrift. Treviranus. 
In Erfurt unterhalt Joh. Jac. Bernhardi einen eigenert 
trefflichen botanifchen Garten. * Hoc lift intereffant 


/ 


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376 Siebentcs Btich. Siebentes Kapitel. 

ift die Anftait des Furften ,zu Salm-Dyk, in Dyk 
bey Dttffeldorf , befonders in Ruckficht faf tiger Pflan* 
zen« v 

4 , 

♦ 

II. In den Niederlanden. 

1 

Beym Anfang diefer Periode war der botani- 
» fcbe Garten, den ein Arzt im Haag, Mart. Wilh. 
Schiceticke , (geb. 1707, f 1785,) unterhielt, einer 
der reichften. Nach des Befitzers Tode kamen die 

t 

vorzuglichften Pflanzen durch Verkauf nach Schon- 
brunn. , * 

Dem Leidener Garten ftand eine Zeit Jang Ni- 
col. Meerburgh vor. Von ihm haben wir: Afbeel - 
dingen van zeldzaame Gewaffen , Leyd. 1775. fol., 
mit 5 o Kujpfern: jetzt ift Seb. Juft. Brugmans , fo 
wie in Amfterdam Ehrh. Vrolik y Vorfteher des Gar- 
tens. > 

Noch gehoren zu den bedeutendften Garten der' 
von Par mender zu Lille, und der Brflffeler unter 
Dekin • 

« 

♦ 

III. In Frankreich. 

t 

Dem fehr reichen Parifer konigl. Garten ftehn 
,Renatus Desfontaines und Andr. Thouin vor. (Ta* 
bleau de V Scale de botanique du jardin da Roi , Paris 
18 1 5 . 8.) Aufserdem wurde auch der Garten der 
Jofephine Bonaparte in Malmaifon ungemein be- 

riihmt. Auf Koften der Befitzerinn erfchien ein koft- 

»■ 

liches Prachtwerk: Jardin de la Malmaijon , par 

E» P» Ventenat , vol. 1. 2. Paris i 8 o 3 . fol., mit 120 , 
Kupf. Amatus Bonpland, fpater Vorfteher der An- 
ftait, gab eine Fortfetzung jenes Werks: Defcription 
des plantes, que V on culdve a Navare et a la MaU 
maifon , livr. 1 — 6. Paris 181 3 — 1 8 jl 5 . fol. , 

* 1 . * i. ‘ * . 


» 


, *. » 

' Botanifcbe Garten, » 377 

% 

Die botanifche Anlage eines PrivatmanneS| 
J. M. Cels , ward durch Ventenats treffJiche Bear- 
beitung der feltenern -Pflanzen aufserft berilhmt. 
( Dejcription des plantes npuvelles ou peu connues , cul~ 
tivdes dans le jardin de /. M. Cels, Paris 1800. fol., 
mit 100 Kupfern. Auch: Choix de plantes , done la 
plupart font cultivdes dans le jardin de Cels, Paris 
1800. fol., mit 60 Kupfern.) Karl Ludw. L Hd rider 
de Brutelle (f i860) benutzte die Schatze der offent- 
lichen Anftalten, der Dombey fchen Sammlungen und 
feines eigenen Gartens bey Paris zur Herausgabe fehr 
jnutzbarer Werke. {Stirpes novae aut minus cognitae, 
fafe. 1 — 6. Paris 1784. 1786. fol. Cornus y 1788. 
fol. Geraniologia , 1787. 178S. fol.) 

Der alte Garten zu Montpellier behauptet noch 
. iinmer einen bedeutenden Rang unter ahnlichen An- 
ftalten. ' Verzeichniffe feiner Reichthiimer gaben die 
Vorfteher Ant. Gouan {Hortus regius monspelienfity 
Lugd. 1762. 8.), Broujfonet ( Elenchus plantarum 
horti monspelienfis , Monspel. i 8 o 5 . 8.), und Decan - 
dolle ( Catalogus plantarum horti monspelienfis , 1 8 1 3 . 
8.) heraus. Da Decandolle jetzt Montpellier verlaf- 
fen hat, fo ift Dunal Vorfteher des Gartens. 

' Dem Garten zuTouloufe fteht Picot-Lapeyroufe , 
dem zu Strasburg Neftler, nach Villars Tode, vor. 
Dumont • Courfet unterhalt einen eigenen Garten zu 
Boulogne. Er lieferte ein treffliches Garten -Lexi- 
con. {Le botanifte cultivateur $ vol. 1 — 3 . Paris 
1802. 8.) , 

IV. In Italien. v 

Unter den botanifehen GSrten Italiens ward der 
zu Turin, vorzuglich unter Balbis, der berQhmte. r te. 
Karl Allioni, lgn. Molineri , Ludw. Bellardi batten 
ebenfalls grofse Verdienfte urn die Anftalt. Balbis 


378 


Siebentej Bucb. Siebentet Kapitel. 

r 

gab, aufser mehrern Verzeichniffen : Horti acade 
mici taurinenfis ftirpium minus cognitarum icones ft 
defcriptiones , fafc. i. Tauria. »8io. 4 « Biroli ift 
fcit 1814 P»«dbis Nachfolger. 

Die Pflanzen des botanifcben Gartens In Rom 
befcbrieben Nicolaus Martelli , Liberat. und Conftan- 
tin Sabbati; fie find in einem grofsen Werke mittel- 
mafsig abgebildet. ( Hortus romanus , vol. 1 — 7. 
Rom. 1772 — *784. fob, mit 700 Kupfern.) - 

Der ehrwiirdige Garten zu Padua fteht jetzt un- 
ter der Aufficbt des Ant. Bonato . Pet. Arduino, Prof, 
der Landwirthfchaft zu Padua, war Vorfteher des 
okonomifchen Gartens, - und gab Animadverfionum 
botanicarum fpecimen 1. et 2. Patav. 1769. Venet. 
1764. 4 -> beraus. 

In Mailand blflbt der Garten unter Pbll. Ar* 
mono ; in Pavia unter Domen. Nocca , ( Nomenclatura 
plant arum , quae in horto ticinenft coluntur. Pap. 181 3 . 
8.); in Pifa unter G. SavL Dem Garten zu FJorenz 
ftand anfangs Xav. Manetti vor, ( Viridarium Jlorenti - 
num y Flor. 1771. 8.), dann Attil. Zuccagni f (Syn- 
opfis plantarum horti, bot. florentini, Flor. 1793. 8.), 
und jetzt Targioni Tozzetti der Jungere. 

Bev Florenz befafs der Marcbefe Nicol. Pancia- 
tichi einen Garten , deffen Verzeichnifs Job. Picci * 
voli beransgab. (Hortus Pancia tic us , Flor. 1783. 4 -) 

Bey Genua, wo Dom. Piviani Vorfteher des 
botanifcben Gartens ift, bat die GrafinnCielia Durazzo 

Grimaldi eine beruhmte Anftalt. 

• . - 1 

V. In Spanien. 

Der konigl. Garten zu Madrid hatte eine Zeit 
lang Cafim. Gomez Ortega zum Vorfteher. (Florn 
efpana . Madr. 1791. 4 * JMovarum aut rariorum 
plantarum horti matritenjis dec. 1 — 8 . , Matriti 


, Botanifcbe Garten. Xt - 379 

1 797 ^ - 1 799 * 4 *) Ihm folgte Ant. Jof. Cavanilles, 
(f)ej cripcion de las plantas , que demonftro en las lec - 
ciones publicas del anno 1801. Generos y efpecies 
de plantas demonftradas en las lecciones publicas de 
1802. vol. 1.2./ Madr. 1802. 8.) Nach Cavanilles 
Tode ubernahtn Zea, und dann Mariano Lagafca 
die Aufficht des Gartens. Der letztere giebt jetzt mit 
Simon de R. Clemente, Bibliothekar, und Ant. San- 
dalio Arias, Prof, der Landwirthfchaft , ein VVerk 
tiber die Getreide- Arten heraus. (La Ceres efpanola y 
o tr at ado completo de todas las plantas , cuyas Jemillas 
pueden convertirfe en pan .) 

t * 

VI. In Grofsbri tannien. 

Die Herrfchaft der Britten zur See und dieLieb- 
haberey der Grofsen geben den englifchen Garten 
in neuern Zeiten den Vorzug vor alien tibrigen. We- 
gen ihrer Niederlaffungen in Bengalen, am Kap und 
in Neu- Holland find fie imStande, alljahrlich eine 
Menge neuer Pflanzen zu erziehn, die fich erft von 
England aus tiber das fefte Land verbreiten. 

Der konigl. Garten zu Kew fteht an der Spitze. 
Wilh. Aiton, (geb. 1731, f 1793,) war viele Jahre 
Vorfteher deffelben: er gab, mit Dryander’s Hiilfe, 
den Hortus heivenfis , vol. 1 — 3 . Lond. 1789. 8., 
heraus, worin unzahlige neue Arten trefflich be- 
ftimmt find. Sein Sohn und Nachfolger, Wilh. Town- 
fen d Alton y jetziger Vorfteher des Gartens, gab eine 
neue Auflage jenes klaffifchen Werks: Hortus ke- 

rvenfiSy ed. 2. , vol. i — 5 . Lond. 1810 — 181 3 . 8., 
worin viele neue Gattungen, weniger neue Arten, 
aufgeftellt find, . Rob. Brown hat den wiffenfchaftli- 
cheu Tbeil hearbeitet. 

Auch andere gelehrte Botarliker befchriebeti 
die Scbatze des koniglichen und anderer Garten bey 




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380 , Siebentes Bach* Siebentes Kapitel.’ 

' ■ i 

i » » * 

London: fo Karl Ludw. V Hdritier in feinem Ser - 
turn anglicum , Par. 1788. fol.; Jak. Ed. Smith 
in feinen leones pictae 9 fafn. t — 3 . Lond. 1790 
— 1793. fol. leones plantarum hactenus ineditae , 
fafe. i— 3 . Lond. 1789 — *791* fol. * Exotic bo- 
tany , vol. 1. 2. Lond. 1804 — 1 808. 1 4 *; Rich. 
Ant. Salisbury , in feinen leones ftirpium rariorum 9 
Lond. 1792. fol., und im Paradifus londinenfis , Lond. 
1806 f. 4 «> wozu Wilh. Hooker die Abbildungen lie- 
ferte. Die koftiiohen Kupferwerke von Hear. An- 
drews: The butanifts repofitory 9 vol. 1— 5 . Lond. 
, 797 — 1808. 4 *> und Botanical Magazine , von 
Curtis angefangen, von Jak. Sims und Joh. Bellenden * 
Ker fortgefetzt, 1801. 8., enthalten faft lauter fel- 
tene und zuni Theil neue Pflanzen der englifehen 
Garten. 

/ 

Unter den akademifehen Garten Grofsbritanni- 
ens war der zu Cambridge, fo lange Jak. Donn lebte, 
der wichtigfte. ( Hortus cantabrigienfis , 1804. 8.) 
Auch Fo the r gill's Garten zu Upton ( Hortus uptonien - 
fis , Lond. 1783. 8.), Wilh. Curtis Garten zu Brom- 
pton, Joh . Blackburne's Anftalt zu Oxford, Lanca- 
fhire: dann die Handelsgarten von Lee und Kennedy 
zu Hammerfmitb, von Conr. Loddiges zu Hackney, 
waren und fir/d zum Theil noch ungemein reich an 
feltenen, neuen und koftlichen Pflanzen. Der. Uni- 
verfitatsgarten zu Edinburgh fteht unter Rutherford. 

„ 1 

VII. In Danemark und Schweden. 

. # ► . ♦ . . 

Der Garten der Univerfitat zu Kopenhagen liat 
in den neueften Zeiten durch J. VV. Hornemann fo 
fehr gewonnen, dafs er den reichften an die Seita 
gefetzt werden kann. ( Hortus regius botanicus hafni~ 
enfis, vol. 1. 2. Hafn. i 8 i 5 . 8.) 


f 


/ 


• 1 


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Botanifche Garten. 


381 

Dem Garten zu Upfala ftehn Karl Pet. Thunbcrg 
und Georg Walilenberg , dem in Lund Karl Ad % 
Agardh war. 

v * • • • 

VIII. In Ru Island. , 

* • » * *« • ’ ' I 

- Der reichfte Garten in Rufsland, und einer def 
s bedeutendften neuerer Zeit, ift der des Grafen Alexis 
RaZumofsky zu Gorinka bey Moskau, defien Auffe* 
her Ferd. Fifcher ift. Fruher war der Garten voa 
Procopius Demidof in Moskau fehr wichtig. (Ej?u- 
meratio plantarum, m quati A ipi Iwrfo P. a Demidow vi - 
gene, Mosc. 178s. 8.) 

Der botanifche Garten der Univerfitat zu Dor- 
pat, von J. A. Weinmann angelegt, ( Der botanifche Gar- 
ten der Univerfitat Zu Dor pat, 1810. 8.), fteht jetzt un* 
ter iedebour ; ' der zu Wilna unter Jundzii ; der zu 
Krcemimec unter Bejfer. 

IX. In America. 

In Nordamerica, wo das Studium der Botanik 
In peuprn Zeiten ungemein viele Freunde gewonnen* 
find trefflicbe Anlagen zur Cultur in* und auslandi- 
fcher Pflanzen gemacht, worunter befonders die Gar* 
ten von WiJh. Hamilton , Woodlands bey Philadel- 
phia von Wilh. Bartram am Delawar, und vonDar. 
Hofack zu El gin bey Neu - York geruhmt werden. Ddr 
letztere ift neuerlich durch Ankauf ein offentlicher 
geworden. Auch Peck, Prof, des Cambridge - Col- 
lege bey Bofton , unterbalt eine treffliche Anftalt, 
Worin americanifche Gewachfe gezogen werden. 

In Sudamerica hatte der unfterbliche Mutis ei- 
toen herrlichen botanifehen Garten zu Sta Fe de Bo- 
gota. Auch zu Olinda und Rio - Janeiro in Braiiliea 
find botanifche GSrten. 


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'^$2 Siebentes Buck* Siebentes Kap. Botanifche Garten. 

« • • 

Es find aufserft wenige FScher menfchlicher 
Kenntniffe, die in kurzer Zeit fo aufserordentliche 
Fortfchritte gemac!;t, und in alien einzelnen Thei* 
len fo gleichmafsig ausgebildet worden, als die Bo- 
tanik in den letzten achtzig Jahren. Auch ift zu er- 
tvarten , wenn derfelbe Gang fortgefetzt wird, dafs 
fie bald eine Hohe erreichen wird, zu welcher die 
fibrigen Theile der Naturkenntnifs vergebens empor- 
ftreben. . ' . 

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Z u f a t . z e . 


♦ > # * 1 « 

S. 326. . 

Cere hat eine Befchreibung der Pflanzen des 
Gartens zu Mont-Plaifir auf der lnfel Frankreich 
herausgegeben, die dort gedruckt ift. 

Pet. Rem. Willemet , in Nanry 1762 geboren, 
begleiiete im Jahr 1788 die Gefandteo des'Tippo- 
Saib nach Indien. Da das Schiff bey der lnfel Mo- 
ritz anlegte , fo fammelte er mit Eifer eine Menge 
Pflanzen, die, an Millin gefandt, von’diefem be- 
kannt gemacbt wurden. ( Herbarium mauritianum 9 
Lipf. 1798. 8.,’ und in U fieri' s Ann . der Bot. St. 18.) 

1 / 1 

, Willemet ftarb zu Seringapatnam 1790. 

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f ^ * j St 3 ♦ 

«* « * ’ »*» . 1 « « , *» 

Olivier und Bruguilre wurden im Jahfc* 1792 von 
der franzofifchen Regierung nach Perfien gefebiekt, 
um die Naturgefchichte und den Handel auffcuklaren. 
Obgleich Obvier fich vorzuglich der Entomologie, 
und Bruguilre der Kenntnifs der Warmer uridSchaa- 
lenthiere gewidmet, fo blieb dock die Botanik nicht 
obne Gewinn, Olivier gab die Befchreibung diefer 
Reife heraus. (Voyages dans £ empire Othoman , l'E» 
gypte et la Perfe , vol. 1— 3 . Paris 180 t. 4 *) » und 
beide brachten eine Menge trockener Pflanzen und 
Saamen zurttek. 

S. 329, 

Durcb Lefchenault , den Begleiter des Kap. Bau- 
din auf deffen Zuge nach Neu- Holland, wurden die 
snerkwtirdigen Pflanzen der fundifehen und molucki- 


\ 


384 


Zufatze. 


fcben Infeln bekannter. Durch Krankheit im Jahr 
i 8 o 3 auf Timor zurtickgehalten , ging er nach Java 
unci Madura, von wo er 1806 nach Philadelphia ab- 
ging und 1807 in Frankreich ankam; Wir kennen 
eine treffliche Abhandlung von ihm fiber die Gift* 
pflanzen Java’s: Strychnos Tieute und Antiaris toxi- 
caria, in den Ann* du mu/. 16. p. 459 — 482. 

1 • ' •. • # - • ■ 

• S. 355 . . ‘ ’ ' 

» * * ‘ » # 

L. A. G. Bpfc war im Jahr 1798 auf eigene Ko- 
ften nach Charlestown gereifet, hatte befonders die 
Grafer und Schwamme Karolina’s unterfucht, und 
eine Agroftographie von Karolina ift von ihm zu er- 
warten. * Im Dictionjiaire d' hifcoire naturelle , wel- 
ches Deterville herausgiebt, find die botanifchen 

Artikel von ihm, , ,/ 

' ' < 

s. 337. 

Auch der Aufenthalt Poiteaus> eines unterrich- 
teten Gartners, auf S. Domingo in den Jahren ijg 5 f. 
ift der~;Wiffenfchaft nfitzlich gewefen. - Von ihm 
ftehn mehrere Beobachtungen in den Annates du muf* 
Von dem Aufenthalt des trefflichen Forfchers C. F. 
Richard in Cayenne haben wir noch keinen voll- 
ftan digen Bericht erhalten. . .» 


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Verzeichnifs 

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Schriftfteller und merkwiirdlgen Perfonen. 


Joh. Abbot 364. 

Fr. Karl Achard 314. 

Er. Acharius 262. ^78 367. 
Mich. Adaolon 253. 280. 287. 324* 
Ad. Afzeliua 325. 

Karl Ad Agardh 367. 38 i. 
Wilb. Aiton 379. 

Wilh. Town! Aiton 379. 

J. B. v. Albertini 279. 

Tob. Aldini 131. 

Karl Aliioni 359. 377 * 

Karl Alfton 264.^ 
Joh.Florimond de St. Amans 35 ^* 
Barthol. Ambrofini 129. 
Hyacinth. Ambrofini 129* 

Joh. Ammann 198. 

Paul Ammann 36. -126. 

Joh. Anderfon 306. 

Henr. Andrews 275. 38 o. 

M. A. de l’Arbre 357. 

Per. Arduino 378. 

Phil. Armano 378. 

Ign. de Aflo'36r. 

Fuf. Aublet 338 * 

A. Aubert du Petit- Thouar* 320, 

3 » 7 « 

P. Sarrabat de la Bailie 229. 

Joh, Bapt. Balbia 359. 377, 

Joh. Banilter 66. 

Geich. d. Boiamk* 2. E, 


Jof. Banka 205. 341* 

Jak. Barrelier i 34 "“ i 37 - 
Barbeu- (lu-Bourg 355. 

P. Barrete 337. 

Biagio Barialini 359. 

W ilh. P. G. Barton 336 * 

Joh. Bartrara 333. 

W. Bartram 334. 38 t* 

Ferd. Baffi 359. 

Hiob Balter 252. 

• ■ . Butard 355.' 

A. J. G. K. Batfch 279. 298. 
Joh. Ant, Battarra 279. 

Fr. Bauer 344 * 

Joh. Gbrift. Gotti. Baumgarten 

• 35 1 • 37 °* 

Guid, Aug. Bazin 3 1 ** 

Job. Beale 6. 24. 

Sim. Beaumont 119. 

*.. de Beauvois 25b* 

A. M. F. J. Palifot- Beauvois 272. 
325 - 

G. Bell 317. 

Ludw. Beiiardi 377. 

Joh. Bellendeu - Gawler, f. Ker. 
Karl Aug* v. Bergen 245. 55u. 
Pet. Jon. Bergius 274. 3 2 5 * 

Veit Bering 196. • 

Joh, le Fiancq van Berkhey 269. 
Anton. Bivona* Bernardi 360. 


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3*S 


Verzeicbnifs 


Joh. Jac. Bernhard! 264* 5°9 37 $» 
Ant Bertoloni 359. 

W S. J. G. Better 368 58 f* 
Bafil. Befsler 123. 

Fr Marlchall von Bieberftein 55*. 
Jak. Jul. la Billardiere 323. 344* 
J. A. F Biria 27 6. 

Job. Biroli 359. 3 ? 8 * 

Job. Biackhurne 380 . 

Job. Blackftone 217. 

Patr. Blair 174 229. 230. 

Get. BlaGtis 116. 

Jak. Bobart 25. 114. 

Paul Silv. Boccone 26.157— 14 <>* 
251.' 

Georg Rud. Bohmer 306 551. 
Herm. Boerhaave 11 6. 159. 

C V. de Boiffieu 345. 

Jak. Bolton 277. 279. 

Leendert Bomme 253* 

Franz Bonanoy 355. 

Ant. Bonato 378. * 

Jof. Bonfiglioli 1^1. 

. . . Bonnemaifon 3 55 * 

Karl Bonnet 312. 

Amat Bonplaud 340. 37 & 

Jak. Bontiua 67. 

Mor. Balth. Borkhaufen 2Rr. 

p 

J B. G Bory - S. Vincent 32b. 3 S 7 » 
L A. G. Bofc 384 * 

Kasp Bofe 125. 

. . . Boucher 355. 

Karl Bouvard 92. 

Wilh.' Bowles 361* ' 

Rob. Boyle 8* 

Mich. Boym 67. 

Rob. Braconnot 3 * 3 * 

Rich Bradley 265. 229. 

Fr. Ant von Braune 347* 

. . . Breiter 374* 

Jac. Breyn 121. * 

Joh. Phil. Breyn 122. 

Sam. £ 1 . v* Bride! 277. 


Job. Bripioll ZSZ* 

Cl Bromelius 152. 

Guid. de la Broffe 9*4 
Joh Brofterhus 120. 

Fel Avell. Brotero 3624 
Arth. Broughton 363. 

P. M. A. Brouflonet 326. 377» 
Joh. Browal 233. 

Rob. Brown 274. 276. 501, 344. 
379 - 

Patr Browne 336. v 
W. G. Browne 324* 

Jak Bruce 324* 

Seb Juft- Brugmans 376* 

L. Brugnarelli 314. 

. . . Bruguiere 383 - - 
,Fr Buchanan 329. 

Chr. Traug. Bucher Z$t. 

Pet Jof. Buc’hoz 354. 357a 
Ad. Buddie 45 * 

Georg Bernh. Biilffinger 228. 

» . . Bulliard 356. 279 354* 
Job. Ant. Bumaldus 141* 

Joh. Henr. Burkhard 157. 

Job. Burmann 208. 

Kic. Lor. Burmann 528. 

Graf Joh. Bute 363. 

Dav. Siegm. Aug Buttner 355. 
Joh. Chrilt. Buxbaum 193 -^196. 
312. 

Rud. Jak. Camerarius 25. 175. 
Baltb Caropi 140- • . 

Mich. Campi 140. 

Graf Jof. Malabaila v. Canal 373* 
Pet. Carrera 141* 

Joh. Calearius 69, 

F. P. Caffel 299. 

Henr. Caflini 27 6. 

Pet. Caftelli 132. 

Ludw Caftiglioni 53.^ 

Mich Catesby 205* 204. 

Fiirit deila Cattolica 132. 


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der Schriftfteller und mei*kwilrdigen Perfonea. 387 


Franz Phil. Gavallini 141. 

Ant. Jof. Cavanilles 276. 339. 

313 - S^i* 379 * 

Phil. Cavolini 354* 

J. M. Cels 377. 

Ol. Cellius 317. 

Joh Nic. von Ce'rd 326. 383 * ' 
Adeib. von Chamill'o 350, 

Girod - Chantrans 260. 

P. F. X. Charlevoix. 333. 

1 1 

Job. Chemnitz 148* 

Dom. Ciriilo 360. 

D. Clark 336. 

Joh. Clayton 332* , 

Andr Cleyer 67. % 

Aug. Clutius 80. 

Andr. Cnbffel 128* 

Jjarnab Cobo'ba. 

Cadvvallader Colden 332 > 

Jenny Colden 333. 

. . . Collomb 258. 

... Collet 354 * 

Joh. Commelyn 116. 

Kasp. Commelyn 116. 

Phil. Commotion 326. 

Andr. Comparetti 308* 

Henr. Compton 1 t 3 - 
Karl Mar. de la Condamine 206* 
207. I 

Jak Cook 341. 

Jak. Phil. Cornuti 94. 

Jol. Correa de Serra 298. 

Job. Carl Corthum 374. 

Louile Corthum 374. 

Ponav. Corti 258 * 

Hepr Cotta 319. 

Jul Vitr. Coulon 317. 

Dumont Courfet 577* 

Dan Cox 8* a 3 » 

I)av, Crantz 334 * 

Henr. Job. Nepom. Cranta 269,. 

»88* 547 * 

fcor. ». Crell 313. 


Jak. Cunningham 79, 

Franz Ciipani 132. 

Wilh. Curtis 363 58 «« 

P. Culfon 276. 

> # . 

Sam. Dale 45 * 

Thom F* Dalibard 335% 

Wilh. Dampier 87 * 

Erafm. Darwin 3*8. 

. . . Daubenton 354 * 

r 

Humphry Davy. 316. 

Aug. Pyr. Decandolle 2^3. 

1 277. 297. 304. 341. 554. 377. 
... Dedu 20. 

Karl Deering 217* y 

A Dekin 353. 37 & 

. . . Delile 323. v 

Proc Demidof 38 l * > 

Aug. Wiih. Dennltedt 35 ** 

Viv Denon 3 s 3 - 

Pienat. Deafontainea 323. 57611 

* . . Desroazieres 353 * 

. , . Deamoueux 354. 

N A. Deavaux 276. 355. 357. 
Jak. Dickfon 365. 

Kenelm Dig by 8* » , v. 

Joh. Jak. DilleniuaSi. 166—171% 
219 — 223. 

Job Talb. Dillon 361. 

Lew Weft Diilwyn 262. 278* 
Dion. Dodart 21 95. 

J. W Dbbereinar 312. 

Katb. Helena Dorrien 349* 

JoC. Dombey 339. 

Vital Donaii 249. 

Jak. Doon 380. 

Sam. Doody 45 * 

Wilh. Drefky 271. 

E. W Driimpelinann 3 ^ 8 * 

Jon. Dryander, 255. 283 * 

• Duboi* 357 * 

. . . Dulac 354 * 

M. F. Dan 4 275. 377 - 

25 * 


338 


Verzeichnif* 


. . k Dupaty 354* 

. • . Durand 357. 

J. P. Du Hoi 375. 

Jeunet Duval 348. 

Job. Georg Duvernoi 213* 

• ' * 
Georg Dion. Ehret 371 # 

Fr. Eh r hart 280. 374* 

Lor. Eichftad 147. 

Henr. Einhof 320. 

Guft. Ekeberg 325* 

Joh. Ellis 252 253. 

Job Siegm. Elsholtz 126. 
Chrift. Henr. Erndtel 213. 

Andr. Em. Etlinger 271. 

« x 

Matth. Fabregou 354 . 

Phil. Coor. Fabricius 245. 

Gtiid. Crefc, Fagon 95. 

Joh. Pet. Falk 331. 

Joh. Bapt. Ferrari 132. 

Ludvr Feuillee 187 — > 89 * 

Henr. Ficinus 351. 

Ferdr Fifcher 273 299 38 t. 
St*»ph. Flacourt $o. 

Henr. Guft. EJorke 280. 

Jao. Foldi 369 
Fel. Fontana 261. 

.Thom. Forreft 343* 

Pet; Forskol 322. 

Georg Forfier 342. 

Joh. Reinh* Forfter 342* 

Joh. Fothergili ggo. 

... . Fourmault 354. 

G. F. Frank v Frankenau 9 . 148* 
J. Frank 144. 

F. J. Frenzel 3rg. 

Amad. Frezier 189. 

W. C. F/iebe 368. 

E. M- Fries 280. 367. 

Joh. Aloyl. Frolich 271* 

Georg Fuiren 15 1. 

Henr. Chrift. Funk 347* 348* 


G. Gartner 34 9. 

Jof. Gartner “262— 264* 289—292. 
Al. Chrift. Gakenholz 156. 

Jof. Garidel 215. 

... Gatereau 35$. 

Joh. Gaudin 271. 

Sam. Generfich 369. 

Claud Jo(. Geoffrey 164. 

Steph. Frana Geoffroy 164. 230. 
Joh. Gotti. Georgi 331. 

• Ltidw Gerard 356. 

Traug Gerber 196. 

Joh Gesner 245. 

Joh. v. Geuns 353. 

Joh. Einan. Giiibert 357. 36’8» 
Jof. Ginanni 251. 

Jof. Mar. G iovene 317. 

Chrift. Girtanner 315. 

Job Bapt. Giudice 359.- 
C. Giulio 3*6* 

Karl Ludw Gladbacb 273. 

Joh. Gotti. Gleditfch 239. 248» 

249 319- ; ; 

Wilh. Fr. v. Gleichen 263. 265. 
Karl Chrift. Gmelin 348. 

Joh. Fr Gmelin 232. 349. 

Joh. Georg Gmelin 196 — 202. 
Sard Gotti- Gmelin 253. 330. 
Joh. Wolfg. v. Gothe 302. 

Sara Goodenougb 272. 

Dav. de Gorter 353. 368. 

Joh. Gattfched 147. - 

j 

Ant. Gousn 356. 377. 

Eb G. Graff 352. 

Joh. Chrift. Fr. Graumuller 35a. 
Nehem. Grew 10—15. 

Cfelia Durazzo Grimaldi 378. 
Herm. Nic. Grimm 69. 

Dav. Henr. Grindel 368. 

Gabr. Grisley 142. , 

Job. Fr. Gronoviua 532. 

Mich. Grubb 325. 

Job. Ant. Gulihenftadt 33 r* 


der Scbriftf teller und merkwiirdigen Perfonen. 389 - 


Job. Steph. Guetttrd 353. 305* 
357 * 

. . . Guillemeau 355. 

Job. Era. Gunnerus 365. 

% 

Karl Ludw. Hablizl S 3 1 - 
.Baltb. Hacquet 347 * • 

Thadd. Hauke 352. 

Steph. Hales 228* 

Alb. von Haller 214* 2115* 24 5 * 
246. 349* 

Heur. Ludw. du Hamel du Mon- 
ceau 313. 

Wilh. Hamilton 38 i- 
Ghrift. Fr. Harles 32 ** 

Fr. Haffelquilt 523.. 

Adr. Hardy Haworth 273. 277. 
Joh. Errf. Hebenftreit 175. 205. 
Joh. Hedwig 256. 258 » 262. 263* 
307. 

. . . Heinzelmann 196. 

Lor. Heilter 246. 

Fr. Xav. Heller 348 * 
x Georg Andr. Hellwing 213* 

Joh. Bapt. van Helmont 24. 

Joh. Fr. Herickel 230- 
Graf Leo Henckel von Donners- 
mark 552. 

Nath. Hen! haw 9. 

Paul. Hermann. 36 — 4 °** 11 6, 
Siegm, Fr. llnrinbltadt 3ig. 

Franz Hernandez 61. 

Joh. Henr. Heucber 224* 

Benj. Heyne 329. 

Job. Hill 252. 203. 288* 36a, 
... v. Hochberg 373. 

, . . Hocquart 553. 

Georg Fr. Hofmann 375. 376. 

278. 34 6 * 

Joh. Mor. Hofmann 124* 

Mor. Hofmann 124* 1 48 * 

Gr. Hofmannsegg 338. 36a* 
Theod. Holmfkiold 279. 


Gerb. Aug. Honckeny 345. 

Rob. Hook 9. 

.Wilh. Jackf. Hooker 277. 34 1 - 
563. 366. 380. . , 

Dav. Henr. Hoppe 347. 348 * 55 L 
Tob. Conr. Hoppe 35a. 

Joh. Wilh. Hornemann 565. 38 ©. 
Nils Horrebow 566. 

Dav, Hofack 331. 

Nic. Thomw Holt 271. 347 * 575 * 
Pet. Hotton 116. 

Wilh. Houltoun 204. 

Mart. Houttuyn 282. 

Wilh. How 150. 

Fr. Huber 316. 

Wilh. Hudlon 363- 
Griff. Hughes 336. 

Alex, v, Humboldt 376. 31 5. 340. 

34 ** ' 35 ** 

Alex. Hunter 317. 

t ' 

Ed. Jacob. 364. 

Jof. Franz v. Jscquin 373. 

Nic. Jof. v. Jacquin 274* 276. 

336 . 346 * 37 «• • 

Georg Fr. Jager 304. 

Chr. Fr. Jam pert 3 ° 5 * 

Aug. Jaume St. Hilaire 298. 354 - 
Ludw. Amand. Jauflin 361* 

Jak. Jenkinlon 362. 

Joh. Ingenhouls 259. 313. 314* 
3 » 6 . 

Thom. Johnfon i 49 * 

Mart. Dan. Johurenius 212. 

Dion. Joncquet< 94* 

Wilh. Jones 329. 

P. E. llert 324. 

Ant. Danty dTTnard 163. 

B. S. Jundzil 3 dg. 381. 

Joach. Jung 27 — 29. 

Ludw. Jungermann 124. i 48 - 
Phil. Kasp. Junghans 37 5 -«. 

Ant. Juffieu 163. 


Verzeicbnlf* 


4 


&Q 


Ant Lor. y. JufGeu 293 — 196, 
Bern. Jullieu 251. 29a. 293* 

J»f Jniiieu aofc. 207. 

Engelb. Kimpfer 190— 19a* 

Abr Gotth Kaituer 265. 

P»t Kairn 333. 

Georg Jof Kamel 7g. 

. . . Kennedy 38 o.‘ 

Job. Bellenden- Ker 27^. 38 °» 
Job Sim. Kerner 349, 

• . . Kickx 353. 

Dietr. Georg Kiefer 311, 

Fr. Kiggelar 117. 119. s 
P. Kiiaibal 369. 

M Klota 316.' 

Chrift. Kn*ut 158* 

Chrilteph Knauth 46 . i 45 * 
Theod Ant. Kmght 3 l 9 * 

Joh Hieron Knipbof 235. 

Georg Ludw. Koler 271. 1 s 
Joh. Ludw Cbrilt. Kolle 271. 
Alex Bernh Kolpin 35 o. 

Job Gotti. Koireuter 356. 265* 
266. 

Joh. Gerb Kooig 272. 328* 

Fr. Korte 348 * 

Aeg. de Koker 120. 

H Kolter 339. 

Georg Wolfg Kraft 313. 

Joh. Georg Henr Kramer 176. 
Sceph. Krafcheninmkow 196. 138, 

Dav. Krieg 66. 

Ant. K roc ker 309. 

Ant Jof. Krocker 35a« ~ 

Karl Kunth 340. 350, 

Gult. Kunae 280. 

Pet, Kylling 152* 

Joh, Bapi. Lahat 205, 

Mar. Lagafra 376. 379, 

Job. Nepom. v. Laicbarting 545. 


Joh Bapt. Lamarck 283 396 297. 

553 . » - 

\ 

Aylmer Bourke Lambert 274* 

. . . Lamoureux 357. 

J V. F. Lamouroux a - 8. 

W A F, Lampadius 316* 

Job. Mar LanciH 230, 

Joh. Landt 366. w ’ 

G. Langsdorf 338 -^ 

Phil Picot - Lapeyroufe 356. 377. 
Thom Lawfon 45* 

Fr. La xmann 33r. 

C. F. Lcdebour 38 *« 

• . Lee 380. , 

Job. Dan. Leers 349. 

Ant. v Leeuwenhoek 18- 19. 

F A. Lefebure 315. 

J G C. Lehmann 27 5. 

Gortfr. VYiJfi v. Leibnitz 156* 

, A L. S. Lejeune 353 * ’ 

Joh Dietr. Leopold 215. 

Iw. Lepechin 33 i- 
. . Lefchenault 383. 

. . . Leftiboudois 353. 

M Lewis 356. 

Fr. Wilh. v. LeylTer 351. 

Karl Ludw. L’Heritier de Erutello 

377 - 38 ©. 

Ed Lhwyd 45. 

Ant.- Aug. Henr. Lichtenrtcin257^ 
Henr. Licbtenftein 335, 

F K Lieblein 349. 

Joh. Lightfoot 364*. 

Sam. Liljeblad 367, 

Joh Linder 217. 

Fr. Balth. Lindern atj. 

Henr. Fr. Liuk 142. 257. 28©. 310, 

362. 

Karl v. Linne 231—243, 251. 
^54 ^ 85 - 3oi. 

Karl v. Linne der Sohn 243, 

Aug. Lippi 189. 

Mart. Lilter to. 


der Sohriftfteller und raerkwurdlgen Perfonen, 394 


Furft Ant, lfi d. von Lobkowita 
574 * 

Conr. Loddigea 38 <>* 

P. Losing 53^361. 

Job. Lojel 147. 

J. L. A Loifeleur Dealongcbampa 
354 - 

Fr Wilh. Loirdea 556« 

Adr Loosjes 355 
Job. de Louroiro 329. 

Chri't. Gotti. Ludwig 206. 244 * 
G. v. der Lu'ie 373. 

Stej*h.,Lumnuxer 369. 

— * ‘ 

Georg vSteuart Mackenzie 366. 

G F. Marckiin 355, 

P. Magnol 59. 

P. Malafpina 343. . 

M. Malpighi 15 — i8« 

Xav. Manefti 378* 

M. Map pus 12b. J49. 

Joh Fr. Maratti 363. 

Georg Marcgraf 64* 

Ed me Mariotte 2a. 

Joh. Mariti 322 s 
Fr Marfchall von Bieberftein 33a. 
Wilh. Maraden 328 
Humphry Marf hall 334. 

Ludw. Ferd. Marfigli 230. 251, 
Nic Martelli 378* 

Fr. Martens 88* 

Fr Phil. Martius 278. 348 * 

Thom. Martyn '364, 

M. v. Marum 316. 

Jol Marzari • Pencati 358 . 

Fr. Maffon 274- 

P. Mattei di S. Giufeppe 69. 129. 
Graf Hear. Gottfr. Maitufchka 

353 . ^ 

Ren. Moreau de Maupertuis 208. 
Job. Franz Mauroceni 224. 

Job. Chrift. And*. Mayer 508. 

Jeh. JNepom. Mayrholler §45, 


Job. Maezucato 358 * 

Fr. Kalira. Medicua 256. 2go. 3o£» 

. 5 » 8 * * 

Kic. Meerburgh 376. 

Dav Meefe 269 289. 355 - 
Joh. Ludvr. Georg Meinecke 304. 
Alb. Mentzel i 48 * 

Chrift Mentzel t45* 146, 

Archib. Meneies 335. 

X V. Me'rat 355. 

Mar. Sib- Merian 82 * 

• . . Merlet de la Boulaye 355. 
Chrift. Merret 150. 

Dan. Gotti. Mefferfchmul iga. 
Hear. Jul. Meyenberg 212. 

B Meyer 349. 

Joh. Chrift. Fr. Meyer 320. 

Ae.dr. I.lichaux 335* 

F. A. Michaux 335. 

Pet. Ant Micheli 176 1^8. 224. 

Joh Miller 218- 5 t>S- 
Phil. Miller 213. * 

' « 

Thom. Millington, 14. 

C. F. Brilleau- Mirbel 309. 31 
Joh. Mitchell 247. 

Ludw. Mitterpacher 369. 

Georg Fr. Moller 264. 

Conr. Monch 281. 349, 

M. H. Mohr 261. 277. 

N Mohr 566. 

Joh. Henr. Dav. Moldenhawcr 
307 - . 

Joh. Jak. Paul Moldenhawer 3.11. 
Joh Ign Molina 339. 
lgn. Moiineri 377. 

Karl Ehrenb. v. Moll 347. 

Ludw. Wilh. le Monnier 356. 
Ovid. Montalbanus 141. 

Jof. Monti 173. 

Jof. Moretti 358 * 

Rob. Mori Ion 2 9 •*‘•35’. 

Sam. Morland 164. 

Henr, JMubienberg 334, 


% 

392 # Verzerchnifs 


Otto F r. Muller 254. 257. 239. 

*63. 365. V 

Otto v. Munchhaufen 254. 375. 
Abr. Munting 120. 

■ Henr. Munting 120. 

Joh. Audr. Murray 2g2. 317. 350. 
Graf Apollo MuOio Pulchkin 532. 
• . . Muftel 317. 

' Jof. Coleft. Mutia 339. 3gi. 

9 

Graf Moritz von Naflau-Siegea 

Chrift. Fr. Naffe 316. 

Nat. Jof. v. Necker 255. 263.353. 
H. Nectoux 3234 
Lud. Nee 343. 

Turberv. Needham 259. 

C. G. Neea von Fllenfyeck 258, 
280. 

C. G. Neftler 276. 377 * 

Jak. Newton 45.' 

Carfien Niebuhr 322. 

Chrift. Ludw. Nitzfch 262. 

Dorn. Nocca 359. 373. 

Joh. Ant. Nollet 316. 

Ferdin, de Noronha 343. 

1 

Georg Chrift. v. Oeder 287. 365. 
Nic. Oelhafen 146. 

L. Oken 299. - 
Ef,gert Olaffen 366. 

Ol. Olaffen 366. 

Joh Gottfr. Olearius 126. 

Jof. Olivi 253. 

G. A. Olivier 383 . 

Cafim. Gomez de Ortega 361. 378 * 
JP. Osbek 323. 

• . . Otto 375. 

. . . Outhier 208. 

P. Paauw 116. 

A. M. F. J. Palifot- Beauvois 272. 
3 2 5 * 

P. S. Pallas 253. ^277. 330. 

* 

* 


J. W. Palmftruch 367. 

Nic. Panciatichi 378. 

Thom. Pancovius 153.1 ' 

Georg Wolfg. Panzer 272. 

Joh. Parkinfon 97 — 99. 

Am. Aug. Parmentier 376* 

Jac. Parfons 252. 

Crifp. PaJlaus 120. 

A. F. Pally 353. 

W. Patterfon 525^ 

Sim. Paulii 151. 

Jof. Pavon 339. 

... Peck 38 1. : f 

Thom. Percivall 313. 

Don Pernetty 341. 

Claud. Perrault 20. 

Chrift. Henr. Perfoon 279. 284 . 
Vine. Petagna 360. . 

Jak. Petiver m — 113. 

Joh. Andr. PeyiXouel 251, 

Joh. Piccivoli 378. * 

M. Pieri 370. 

Mattb. Filler 369. 

Kasp. Pilletier 151. , ' 

Wilh. Pifo 64, 

Ant. Wilb. Piaz 228* • \ ' 

Aug. und Fr. Ple’e 355^ 

Rob. Plot 150. 

Leon. Pluknet 99— -no. 

Karl Plumier 178 — 187* 

Rich. Pococke 321. 

J. E. Pohl 352. 374. 

J. L. M. Poiret 324* 

. . . Poiteau 355. 384 * 

P. Poivre 326. 

Joh. Ad Pollich 349. 

Cyrus Pollini 320. 358. 

Jul. Pontedera 173. 216.' 

Joh. Fr. Pott 375. 

• . Pourret 356. 

Biarne Povelfen 366. 

Jof, Prieftley 314. > . 

F. Purfh* 335, 


/ 


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der Schriftfteller und merkwiil'digen Perfonen. 393 


,M. Quenfel 367. 

Jof. Quer y Martinea 361. 

Jak. Corn. Matth. Radermacher 
3 a 8- 

Karl GottL Rafn 315. 365, 

• . • Ramond 356. 

Jon. Ramus 217. 

II. Rand 21$. 

Ambr. Rau 348. 

Joh. Ray 7. 25. 40 — 4^* i4°» 
Graf Alexis Razumofsky 330. 
38<- 

Job. Rea 115. 

Ren. Ant. v. Reaumur i64« • 
Joh. Fr. Rebentifch 350. 351, 

P. J. Redoute' 273. 

Henr. Regius 119, 

Abr. Rehfeld 212. 

J. J. Reichard 281* 349* 

Georg Cbrift. Reichei 306. 
Heinr. Gotti. Ludw. Reichen- 

• bach 351. . . . 

Job. Alb. Hear. Reimarus 233, 
Jof. Reiner 347. 

Rich. Relban 364. 

. . . Renault 355. 

P. Reneaulme 91* 

Andr. Joh. Retzius 280. 367. 
Gottfr. Reyger 352. 

Ludw. Reynier 353. 

Henr. Adr. v. Rheede 69 — 74. 
Claud. Ludw. Richard 293. 384. 
Pet. Richier de Belleval 88 — 90.' 
Joh. Wilh. Ritter 316. 

Aug. Quir. Rivinus 47 — 50, 

Job. Robin 90. 93. 

Vefpaf. Robin 91. . 

Tancr. Robinfon 45 * 

Joh. Chrift. Rohling 346. 

Jol^ Jak. Romer 234. 345. 

Jak. Roggeri 141, 

Gefch. d. Botanik. 2. B. 


Wern. Rolfiock 125. 

Wilh. Rofcoe 27a. 300. 

Alb. Wilh. Roth 258* 263. 280* 
34^* 35^* 

F. Roth v. Schreckenftein 34& 

# Cbrift. Fr. Rottboll 328. 338* 

• . , Roucel 353. 

. . . de Rouffel 355. 

Wilh. Roxburgh 273. 329, 

Joh. Royer 126. 

Ol. Rudbek 50. 127. 15a. 

Ed. Rudge 358. 343. 

Karl Aliji. Rudoipbi 3to«* 

Joh. Phil. Billing 549* 

Hippol Ruiz 359 

Georg Eberb. Huniphius 74—78. 

Henr. Bernh. Rupp 212. 

Alex. Ruflel 322. 

. , . Rutherford 3g o 4 
F. Ruyfch 116. 

Gabr. Kzaczynski 21 3w 

' \ 

» 

Conft. Sabbati 360. 378. 

Liberat. Sabbati 360. 3 78., 

Rick. Ant. Salisbury 274. 27-ft 
3oo. 343. 38o. 

Furft G. zu Salm-Dyk 273. 376. 
Georg Santi 360. 

P. Sarrabat de la Baiffe 229. 

Fr. Boiffier de Sauvages 288* 

Hor. Bened. de Sauffure 260.306* 
Theod. de Saullure 315. 

Cajet. Savi 360. 378. 

. . . Savigny 323. 

Joh. Hieron. Sbaraglia 226. 

Joh. Chrift. Sphaffer 279. 

Karl Schaffer 145. * 

Gunth. Chr. Schellhammer 4 7* 
126. 

Fr. Jof. Schelver 268. 

J. Scherbius 349. 

Joh. Scheucbzer 17 r. 

26 


394 


V erzeichnif* 


Job. Jak. Schenchzer 213. 

Job. Mar. Scbiera 245. 

Cbxift. Scbkubr 272. 277. 280. 

. . . Rabnesque-Schmalz 560. 
KaHm. Chriit. Schmidel 248* 

Fr. Schmidt 347* 373. . 

Fr. Wilib. Scbmidt 352. 3 73 - 
Jop. Cbr. Scbmidt 2go. 

Goul. Scbober 192. 

Job. Dav. Schopf 335* 

Fr. Ad. Scboller 351. 

Rich, vao der Scbot 3 7 ** 

P. K. A. Scbousboe 324. 

Henr. Ad. Scbrader 345* 374 - 
Joh. Chrift. Karl Scbrader 314. 
3i9* 

Franz de Paula Schrank 305. 547 - 
348 - 

Job. Chrift. Dan. Scbreber 270, 
35 *- 

Fr. Roth v. Scbreckenftein 348 * 
Jof. Aug. Schultes 284 * 347 * 348 s 
Karl Fr. Schultz 350. 

Flor. Schuyl 116. 

Fr. Schwagrichcn 277. 278- 574 - 
Aug. Fr. Schweigger 348 - 37 5 - 
L. D. v. Schweinitz 279. 

Mart. Wilh. Scbwencke 576s 
Kasp. Schwenckield 444 - 
Job. Ant. Scop^li 255$ a 89 - 346 . 
Alb, Seba 21 1. 

Ant. Sebaftiani 360. 

Jof. von Seenus 353. 

Franz Seguier 558 * 

Joh. Senebier 514* 316. $18* 

W. C. Seringe 275. 

Dom. Sefiini 370.. 

Tbom. Shavr 206. 

Wilh. Sherard 8u 
Rob. Sibbald 150. 

Joh. Sibtborp 564, 370* 

Job* Georg Siegesbek 233. - 


Job. Sievers ZZn *" 

Jak- Sims 580. 

Hans Sloane $3 — 87 -» 

Jak. Ed. Smith 262. 277. 2864 
320. 343. 364. 580. 

Greg. Sobolewfki 568* 

P. Sonnerat 328. 543 * 

Gir. Soulavie 54 1 * 

Jak. Sowerby 262. 279. 563. 

Laz. Spallanzani 256. 259. 267- 
Andr. Sparrman 325. 

Ott. Sperling 126. 

Job. Reinb. Spielmann 357. 

Adr. Spigelius 27. 

Chrift. Konr. Sprengel 266. 4 
K, Sprengel 263. 276. 300. 309. 
351 - 375 - 

Joh. Stackhoufe 278. 

Joh. Georg Wilh. Starcken 226. 
Georg With. Sillier 196. 

Fr. Stephan 308. 

Fr. Sterbeek 151. 

Graf Kasp. v. Sternberg 338. 374 * 
Job. Ernie Stieff 245. 

Joh. Andr. Stiffer 126. 

Joh..Chr. Stolz 357* 

... v. Straufs 279. 

Joh. Steph. Strobelberger 154* 
Hans Strom 366. 

Jak. Sturm 345. 

Georg Ad. Suckow 315. 

Marquis de Suffren 353. 

Joh. Rud. Surer 352. 

Jak. Sutherland 114. 

Eberb. Pet. Swagerman 307. 

Ol. Swartz 273. 277. 357. 367. 
Em. Sweert 120* 

Arn. Syen 116. . 

Job. Targioni - Tozzetti 253. 
Octav. Targioni - Tozzetti 360. 
5Z 8. 


der Schriftfteller und merkwurdigen Perfonen: 395 

' ■ % 


Mich* Tenore 360. 

* • • 

... Thonning 325* . . v * 

. . . Thore 355. 

Andr. Thouin 376. 

Kaleb' Threlkeld 21 6. 

1 ‘ { 

Ludw. Phil. Thummig 227* 

Karl Pet. Thubberg 274. . 3 2 5 * 
329 * 38 *v/' 

Leon. Tht|rneyHer zum Tbum 
* 53 * 

El. Tillands 127. i 53 > 

Mich. Aug. Tilli 223. ’ 

Joach. Chrift. Timm 35 °j» . 

,Ant. Tita 216. 

Mich. Titius » 47 - 
Henr. Jul. Tode 279, 

Eaech. ToDge 6. 10. »• ■'•✓tv 

Jof. Pitton de Tournefort 5 a "~ 59 « 
* 34 * - 

D. F. Tournon 356, 
Rob.Townfon 369. 

Joh. Tradefcant 113. 

JLeop. Trattinick 299. 347. 

Job. Fr. Trentepohl 261. ’ . 
Gottlr. Reinh. Treviranus 257, 
260. 261. 3 I2 « 3 21 * 

Lud. Cbrift. Treviranus 261. 310. 

3»i. 312. 321. 37 5. 

Chrilt. Jak. Trew 371, 

Joh. Bapr. Triumfetti 23. 13T. 
Dawfon Turner 277. 278* 365, 

. . . Turpin 555. 

Ant. Turra 358. 

Georg a Turre 128. 

. . . Tuffac. 337. 

J,. v. Uslar 315. 

Mart. Vabl 2 $3- 3 * 3 - 337 - 3 & 5 * 
Seb. Vailiant 160 — 163. 

Fel. Valle 360. 

Pet. Vallet 91. 


Dom. Vandelli i 4 **‘ 338 * 36 2 * ’ . 
Anr. Mar. Vaffali* Eandi, fi6i . . 
Abr. Vater 224. ( .*• 

Joh. Pet. Vaucher 260*.^' 

Pet. Dion. Vellia .128- . 

Stepb. Pet. Ventenat 297. 37 & ■ 

377. * ; • •»*! 

C. W. Venus 367* . ’ ^ 

Wilb. Vernon 45 * 66* 

Job. Vesling gi. 128* 

. . * Viguier 276. * > ' «'• 

. . . Villars 35 a * 556 # • / • > « 
Fulgent. Vitmann 282. 359. 

D. Viviani 359. 378* ‘ .*‘i ... ' 
Bencd. Ghrift. Vogel 371. 

Friedr. Siegm. Voigt 3 <> 4 * 

Joh. Georg Volckamer 124* 

Alex. Volta 316, 

Adr. Vorft 116. 

Ger. Vrolick 3 1 ?* 376*’ 

■> * • 

Eb. Jak. Wachendorf 247* 

Walt. Wade 564. 

Georg Wablenberg 272. 341. 352. 

. 5 h 7 - 369- 38 i* 

Fr. Wait z 275. 

Graf Franz von Waldftein 36g# v 
Job. Gottlch. Wallerius 313. 

Fr. W allroth 351. » 

Thom. Walter 334 * 

Aug. Friedr. Walther 224. 3 ° 5 « 

F. L. Waltber 349. 

F. A. J. von Wangenheim 334* 
Rich. Warner 364. 

Ft. Weber 277. 278, 

Georg Henr. Weber 350. 

Joh. Wolfg. Wedel 246. 

Cbrift. Ehreafr. Weigel 3 5o< 

Joh. Ad. Val. Weigel 35 3 * 

J. A. Weinmann 38 ** 

J. W. Weinmann 225. 

Fr. Wilb* Weis 255. 350. 


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\ 


' / • 

396 VerzeichniXs der Schriftfteller u. merkwiird. Ferf. 


Job. Cbrift. Wendland 175. 374* 
Jak. Wernifcheck 288. 

J. P. Weftring 367. 

A. W. E. C. Wibei 348. 

Job. Wigand 146. 

Sam. Guft. Wilcke 350. 

Karl Ludw. Willdenow 357. 273. 

37 5. 183* 350- 3?6. 

Pet. Remig. Willemet 357. 383* 
Franz Willugbby 7. 

Job. Wilfon 362. 

Dav. Wipacher aia. 
iWilb. Withering 363. 

Job. Fr. yV^obileben 351% 


Kasp. Fr. Wolf 365. 3 oa * 
Chrirt. Wolff 226. 

Job. Woodward 24* 

J. C. L. Wredow 3 50* 
Hear. Aug. Wrisberg 259. , 
Fr. Xav. v . W r ulffen 346. 

Joh. Hier. Zannicbelli 216. 
Jak. Zanoni 139 — 131. 
PhiL Zefen 144* 

Joh. Gottfr. Zinn .35°* 

Job. Zoega 366. 

Attil* Zuccagni 378* 


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